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<ref>''Sauerteig'' wird in der Bibel immer wieder und in verschiedenen Bildern als Metapher für einen Einfluss gebraucht, der sich wie ansteckend und mit bedrohlicher Unaufhaltsamkeit verbreitet. So wie die Beigabe von [http://de.wikipedia.org/wiki/Sauerteig Sauerteig] den ganzen Teig gären und aufgehen lässt, kann sich eine Glaubenslehre (z.B. Gal 5,9) oder eine Gesinnung (so hier?) unerwartet schnell ausbreiten und wahlweise einen guten oder einen verheerenden Einfluss nehmen. In 1Ko 5,8 ist von bösem Sauerteig die Rede, in Mt 13,33 benutzt ihn Jesus als Bild für das Wachstum von Gottes Reich. Mt 16,12 versteht den Sauerteig als die Lehre der Pharisäer und Sadduzäer, Lk 12,1 als deren Heuchelei. Was Jesus hier meint, ist jedoch nicht ersichtlich. Die Pharisäer haben sich unmittelbar zuvor wieder einmal als Jesu ungläubige Gegenspieler herausgestellt. Herodes wurde bisher nur als Verantwortlicher für Johannes' Tod dargestellt, doch in Mk 9,12-13 verbindet Jesus Johannes' Schicksal mit seinem eigenen. Anhänger von Herodes hatten sich zudem mit den Pharisäern zusammengetan, um Jesu Beseitigung in die Wege zu leiten (3,6) (France 2002, 315f.). Daher spielt Jesus vielleicht einfach auf diese feindselige Gesinnung (ebd. 316) oder ihren Unglauben (Guelich 1989, 423f.) an. Jesus scheint im Folgenden nicht weiter auf diese Aussage einzugehen (France 2002, 316).</ref> | <ref>''Sauerteig'' wird in der Bibel immer wieder und in verschiedenen Bildern als Metapher für einen Einfluss gebraucht, der sich wie ansteckend und mit bedrohlicher Unaufhaltsamkeit verbreitet. So wie die Beigabe von [http://de.wikipedia.org/wiki/Sauerteig Sauerteig] den ganzen Teig gären und aufgehen lässt, kann sich eine Glaubenslehre (z.B. Gal 5,9) oder eine Gesinnung (so hier?) unerwartet schnell ausbreiten und wahlweise einen guten oder einen verheerenden Einfluss nehmen. In 1Ko 5,8 ist von bösem Sauerteig die Rede, in Mt 13,33 benutzt ihn Jesus als Bild für das Wachstum von Gottes Reich. Mt 16,12 versteht den Sauerteig als die Lehre der Pharisäer und Sadduzäer, Lk 12,1 als deren Heuchelei. Was Jesus hier meint, ist jedoch nicht ersichtlich. Die Pharisäer haben sich unmittelbar zuvor wieder einmal als Jesu ungläubige Gegenspieler herausgestellt. Herodes wurde bisher nur als Verantwortlicher für Johannes' Tod dargestellt, doch in Mk 9,12-13 verbindet Jesus Johannes' Schicksal mit seinem eigenen. Anhänger von Herodes hatten sich zudem mit den Pharisäern zusammengetan, um Jesu Beseitigung in die Wege zu leiten (3,6) (France 2002, 315f.). Daher spielt Jesus vielleicht einfach auf diese feindselige Gesinnung (ebd. 316) oder ihren Unglauben (Guelich 1989, 423f.) an. Jesus scheint im Folgenden nicht weiter auf diese Aussage einzugehen (France 2002, 316).</ref> | ||
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<ref>''diskutierten weiter (begannen zu diskutieren)'' bzw. ''machten sich Gedanken'' „Diskutieren“ (so die wahrscheinlich gemeinte Bedeutung) steht im [[Imperfekt]]. Das Wort bedeutet hier entweder, dass die Jünger einfach weiterdiskutierten und Jesu Kommentar überhörten oder im Eifer der Diskussion ignorierten (so Guelich 1989, 424; France 2002, 317). Dass darüber geredet wurde, war dann schon in V. 14 impliziert und könnte Jesu Bemerkungen über den Sauerteig ausgelöst haben. Oder es signalisiert, dass nun eine Diskussion einsetzte, die sich wegen des fehlenden Brotes (V. 14) anbahnte (so Collins 2007, 386). Eine dritte Möglichkeit (nach MEN) versteht das Imperfekt als missverstehende Reaktion: „Da erwogen sie im Gespräch miteinander: »(Das sagt er deshalb) weil wir keine Brote haben.«“ (Es ist möglich, dass MEN dabei einer alternativen Lesart folgt, die „und sagten“ ergänzt.) Die erste Möglichkeit ist häufiger Funktion des Imperfekts als die zweite und ist tendenziell vorzuziehen; die dritte käme wohl auch ohne Imperfekt aus (vgl. France 2002, 317). Die meisten deutschen Übersetzungen verstehen das gr. Wort διαλογίζομαι jedoch im Sinn von „sich Gedanken machen“ – wohl weil sie etwas besser zu V. 17 passt. So EÜ: „Sie aber machten sich Gedanken, weil sie kein Brot bei sich hatten.“ Doch welche Funktion hätte in diesem Fall πρὸς ἀλλήλους „zu-/miteinander“ (bei EÜ unübersetzt)? NGÜ liest sich schon fast absurd: „Da machten sie sich untereinander Gedanken...“ Das Wort scheint hier sicher die Bedeutung „diskutieren“ zu haben (so die bisher zitierten Kommentare sowie NSS; Pesch 1976, 412f.; LN 33.158; GNB, MEN und englische Übersetzungen).</ref> | |||
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{{S|17}} Und er bemerkte [es] und sagt zu ihnen: „Warum überlegt ihr, dass ihr keine Brote habt? Begreift ihr noch nicht und versteht ihr nicht? Habt ihr euer Herz verhärtet? | {{S|17}} Und er bemerkte [es] und sagt zu ihnen: „Warum überlegt ihr, dass ihr keine Brote habt? Begreift ihr noch nicht und versteht ihr nicht? Habt ihr euer Herz verhärtet? | ||
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Version vom 4. März 2014, 00:40 Uhr
Syntax ungeprüft


Lesefassung (Markus 8)
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 31 32 33 34 35 36 37 38
Anmerkungen
Studienfassung (Markus 8)
1 Als in jenen Tagen wieder einmal eine große Menschenmenge [bei Jesus] war und [sie] nichts zu essen hatten, da rief er die Jünger zu sich und 〈a〉 sagte zu ihnen: 2 „Ich bedauere (habe Mitleid mit) die Menschenmenge (den Leuten), weil sie schon drei Tage [lang] 〈b〉 bei mir sind und nichts zu essen haben. 3 Und wenn ich sie hungrig nach Hause gehen lasse (schicke), dann werden sie unterwegs zusammenbrechen (sehr schwach werden). Und manche von ihnen sind von weit her gekommen.“ 4 Und seine Jünger erwiderten {ihm}: „Woher 〈c〉 soll man [all] diese [Leute] hier in [dieser] Einöde (unbewohnten Gegend) mit Broten (Nahrung) satt machen können?“ 5 Und er fragte sie: „Wie viele Brote habt ihr?“ Sie {aber} sagten: „Sieben.“℘ 6 Daraufhin (Und) gab er der Menschenmenge die Anweisung, auf dem Boden Platz zu nehmen; und nachdem er die sieben Brote erhalten und ein Dankgebet gesprochen hatte, 〈d〉 brach er sie durch und gab sie seinen Jüngern, um sie auszuteilen, und sie teilten sie an die Menschenmenge (Leute) aus.℘ 7 Und sie hatten ein paar Fische (kleine Fische) 〈e〉 dabei; und er segnete sie und ließ auch sie verteilen.℘ 8 Und [die Menschen] aßen und wurden satt, und sie hoben die übrig gebliebenen Brocken 〈f〉 auf, sieben Körbe.℘ 9 Es waren {aber} etwa viertausend [Menschen]. Danach (Und) verabschiedete (ließ gehen, schickte weg) er sie,℘ 10 und gleich darauf stieg er mit seinen Jüngern in das Boot und 〈g〉 gelangte (kam) in das Gebiet von Dalmanuta 〈h〉. 11 Da (Und) kamen die Pharisäer hervor 〈i〉 und begannen mit ihm zu streiten, wobei sie von ihm ein Zeichen vom Himmel verlangten, 〈j〉 um ihm eine Falle zu stellen (ihn auf die Probe zu stellen; zu testen). 〈k〉 12 Und er stöhnte (seufzte tief) aus dem Innersten (innerlich)〈l〉 auf und 〈m〉 sagte: „Warum (Was) verlangt diese Generation ein Zeichen? Ja (Amen, Wahrlich), ich sage euch: 〈n〉 Wenn dieser Generation ein Zeichen gegeben werden wird... !“ 〈o〉 13 Und er ließ sie [stehen] (verließ sie), 〈p〉 stieg wieder ein und fuhr zum anderen Ufer. 14 {Und} Sie hatten vergessen (vergaßen), 〈q〉 Brote mitzunehmen, sodass (und) sie bis auf eines kein Brot im Boot dabei hatten. 15 Und er schärfte ihnen ein (warnte sie) {sagend}: 〈r〉 „Passt auf (Seht zu), hütet euch vor dem Sauerteig 〈s〉 der Pharisäer und vor dem Sauerteig von Herodes!“ 16 Und sie diskutierten weiter (begannen zu diskutieren) 〈t〉 miteinander (machten sich Gedanken) darüber, dass (weil) sie keine Brote hatten. 17 Und er bemerkte [es] und sagt zu ihnen: „Warum überlegt ihr, dass ihr keine Brote habt? Begreift ihr noch nicht und versteht ihr nicht? Habt ihr euer Herz verhärtet? 18 Habt ihr Augen und seht nicht? Und habt ihr Ohren und hört nicht? Und ihr erinnert euch nicht? 19 Als ich die fünf Brote für die fünftausend [Menschen] gebrochen habe, wie viele Körbe voller Brocken habt ihr aufgehoben?“ Sie sagen zu ihm: „Zwölf.“ 20 Als [ich] die sieben [Brote] für die viertausend [Menschen] [gebrochen habe], wie viele Körbe voller Brocken habt ihr aufgehoben?“ Und sie sagen zu ihm: „Sieben.“ 21 Und er sagte zu ihnen: „Versteht ihr noch nicht?“ 22 Und sie kommen nach Betsaida. Und sie bringen einen Blinden zu ihm und bitten ihn, dass er ihn berührt. 23 Und er nahm die Hand des Blinden und führte ihn hinaus, außerhalb des Dorfes, und nachdem er in dessen Augen gespuckt hatte, legte er ihm die Hände auf und fragte ihn: „Siehst du etwas?“ 24 Und er blickte auf und sagte: „Ich sehe die Leute (Menschen), weil ich sie wie Bäume umhergehen sehe.“ 25 Danach legte er erneut die Hände auf dessen Augen, und er sah deutlich, und er war wiederhergestellt, und er sah alles klar. 26 Und er sandte ihn zu seinem Haus und sagte: „Geh auch nicht in das Dorf!〈u〉“ 27 Und Jesus und seine Jünger gingen hinaus in die Dörfer von Cäsarea-Philippi; und auf dem Weg (unterwegs) befragte er seine Jünger und sagte zu ihnen: „Was sagen die Leute (Menschen), wer ich bin?“ 28 Die aber sprachen zu ihm, dass sie sagen Johannes den Täufer, und andere Elija, andere aber dass er einer von den Propheten [sei]. 29 Und er fragte sie: „Und was sagt ihr, wer ich bin?“ Petrus antwortete und sagt zu ihm: „Du bist der Gesalbte (Christus)!“ 30 Und er drohte ihnen, damit sie zu niemanden über ihn sprechen. 31 Und er begann sie zu lehren, dass der Sohn des Menschen viel leiden und von den Ältesten und den Oberpriestern und den Schriftgelehrten verworfen und getötet und nach drei Tagen auferstehen muss〈v〉. 32 Und er sprach die Worte frei heraus〈w〉. Und Petrus nahm in beiseite und begann ihn zu tadeln. 33 Nachdem er sich nun umgedreht und seine Jünger angesehen hatte, tadelte er Petrus, und er sagt: „Geh hinter mich, Satan, weil du nicht die [Interessen] Gottes bedenkst, sondern die der Menschen.“ 34 Und er rief die Menschenmenge samt einen Jüngern zu sich und sagte zu ihnen: „Wenn jemand hinter mir her kommen will, dann soll er sich selbst verleugnen und sein Kreuz nehmen und mir folgen! 35 Denn wer auch immer sein Leben (Seele) retten will, wird er es verlieren; aber wer auch immer sein Leben (Seele) wegen mir und dem Evangelium verlieren sollte, der wird es retten. 36 Denn was nützt es einem Menschen, die gesamte Welt zu gewinnen und [dabei] sein Leben (Seele) einzubüßen? 37 Denn was könnte (sollte) ein Mensch als Gegenwert für sein Leben (Seele) geben? 38 Denn wer auch immer sich meiner [Person] und meiner Worte in dieser ehebrecherischen und sündhaften Generation (Geschlecht) schämt, dessen wird sich auch der Sohn des Menschen schämen, sobald er in der Herrlichkeit seines Vaters mit den heiligen Engeln kommt.
Anmerkungen
| a | rief er zu sich und Ptz. conj., beigeordnet aufgelöst. (Zurück zu v.1) |
| b | drei Tage [lang] steht im Nominativ wie ein Subjekt. Eigentlich wäre ein Akkusativ der zeitlichen Ausdehnung zu erwarten (NSS; BDR §144.2). (Zurück zu v.2) |
| c | Woher LUT, ZÜR übersetzen „Wie“, doch gemeint ist, woher die Jünger das Brot (pars pro toto für Nahrung) nehmen sollen (Pesch 1976, 403; vgl. GNB, NGÜ, EÜ). (Zurück zu v.4) |
| d | nachdem er ... erhalten und ein Dankgebet gesprochen hatte Temporal-modales Ptz. conj. Aor., hier als vorzeitiger temporaler Nebensatz aufgelöst. ein Dankgebet gesprochen W. „gedankt“. Gemeint ist hier jedoch ein Dankgebet. (Zurück zu v.6) |
| e | Fische (kleine Fische) Hier steht zwar die Diminutivform „Fischlein“, aber es ist unklar, ob Markus damit auch kleine Fische meint. Er benutzt den Diminutiv nämlich gerne – allein in Kap. 7 in V. 25 (Töchterlein) und 27f. (Hündlein)(vgl. Collins 2007, 380). Für kleine Fische entscheiden sich ELB, MEN, NGÜ, GNB. (Zurück zu v.7) |
| f | die übrig gebliebenen Brocken W. „die Reste der Brocken“ (Gen. part.; NSS) (Zurück zu v.8) |
| g | stieg er … und Ptz. conj., beigeordnet aufgelöst. (Zurück zu v.10) |
| h | Dalmanuta Der Ort wird nur hier erwähnt und ist sonst unbekannt. Die Parallelstelle Mt 15,39 spricht stattdessen vom ebenfalls unbekannten Ort Magadan. In der Textüberlieferung wurde daraus in einigen Handschriften „Magdala“. Dalmanuta ist jedoch zweifellos die ursprünglichste Version des Namens. Sowohl bei Dalmanuta als auch bei Magadan könnte es sich gut um alternative Namen der Ortschaft Magdala handeln (Blomberg 1992, 247). (Zurück zu v.10) |
| i | kamen hervor Oder „kamen heraus“. Das deutet darauf hin, dass es sich um die Pharisäer des Ortes handelt, die bei Jesu Ankunft aus ihren Häusern kommen, um ihn zu stellen (France 2002, 311). Weil Markus keine weiteren Angaben macht, könnte diese Konnotation hier jedoch fehlen oder in den Hintergrund treten (vgl. 1,38; 3,21), daher die Übersetzung (Guelich 1989, 413). (Zurück zu v.11) |
| j | wobei sie … verlangten Modales Ptz. conj., als Nebensatz aufgelöst. Könnte z.B. auch als separater Hauptsatz übersetzt werden. Zeichen vom Himmel Anders als bei Johannes bezieht Zeichen sich hier nicht auf ein Wunder, sondern irgendeine Art von übernatürlichem Zeichen, das beweisen würde, dass Jesus mit Gottes Unterstützung wirkt. vom Himmel, d.h. von Gott sollte das Zeichen kommen. Die Juden erwarteten solche Zeichen der Echtheit. Auch Mose (u.a. Ex 4,1–9; 29–31; 7,8–22) und Elija (1Kö 18,38) bestätigten ihre Sendung auf diese Weise (France 2002, 311f.; Guelich 1989, 413f.). (Zurück zu v.11) |
| k | um ihm eine Falle zu stellen Finales Ptz. conj., als Nebensatz aufgelöst. Oder wie MEN: „weil sie ihm eine Falle stellen wollten“. Das Verb heißt „testen, erproben“ im weitesten Sinn. Hier erproben die Pharisäer Jesus so, dass er möglichst geschädigt werden soll (vgl. LN 27.31): Sie stellen ihm eine Falle, indem sie hoffen, dass er sich auf ihre Forderung einlässt, jedoch auf Kommando kein entsprechendes Zeichen hervorrufen kann. Vgl. Joh 8,6. Jesus wurde zuvor schon in Mk 1,13 vom Satan auf die Probe gestellt, was die Pharisäer wie ihn zu Jesu Gegenspielern macht (vgl. Collins 2007, 384). (Zurück zu v.11) |
| l | aus dem Innersten bzw. innerlich W. „in seinem Geist“. D.h. heißt gewöhnlich „innerlich“ und könnte bedeuten, dass der Seufzer ein stummer blieb (France 2002, 312; NSS). Für Gundry modifiziert das Stöhnen dagegen die folgende Aussage und ist in Kombination mit „in seinem Geist“ so zu verstehen, dass Jesus die Aussage mit Macht machte (Gundry 2000, 402). Der Kontext spricht jedoch eher für ein hörbares Stöhnen. Ansonsten müsste man diesen innerlichen Seufzer (den ja nur Jesus selbst mitbekommen haben kann) der lebhaften Fantasie des Evangelisten (oder der seiner Quelle) zuschreiben. Aus linguistischer Sicht stellt sich die Frage, warum Markus eine unhörbare Gemütserregung mit einem Wort beschreiben sollte, das sich auf einen hörbaren Laut bezieht. EÜ und NGÜ übersetzen „seufzte tief“, GNB lässt „in seinem Geist“ ganz weg. Viele andere Übersetzungen übersetzen wörtlich. (Zurück zu v.12) |
| m | stöhnte (seufzte) … auf und Modales Ptz. conj., beigeordnet aufgelöst. (Zurück zu v.12) |
| n | Ja (Amen, Wahrlich), ich sage euch D.h. „Ich versichere euch“. Ja (Amen, Wahrlich) Das Wort Amen stammt aus dem Hebräischen und bildet im AT häufig den bekräftigenden Abschluss von Doxologien. Die griechische Übersetzung lautet meist „So sei/geschehe es!“ Aus dem zeitgenössischen Judentum wie aus dem frühen Christentum ist es dann als liturgische Bekräftigungsformel bekannt, wie es auch heute in Gebrauch ist. Jesus ist der einzige, der es benutzt, um die zu bekräftigende Aussage einzuleiten. Mit ähnlicher Autorität wie bei Gottes Worten im Alten Testament will auch er keinen Zweifel an der Zuverlässigkeit seiner Aussage aufkommen lassen (France 2002, 174f.313; Guelich 1989, 177f.). Hier kommt es nach Mk 3,28 zum zweiten Mal im Markusevangelium vor. Matthäus benutzt es gerne doppelt. Die Übersetzung ist schwierig. Luther machte daraus das bekannte „Wahrlich (ich sage euch)“, dem bis heute etliche Übersetzungen folgen. EÜ, ZÜR einfach „Amen“; kommunikative Übersetzungen übersetzen die Phrase für gewöhnlich sinngemäß, etwa „Ich versichere euch...“. (Zurück zu v.12) |
| o | Wenn dieser Generation ein Zeichen gegeben werden wird... ! D.h. „Niemals wird dieser Generation ein Zeichen gegeben werden!“ Es handelt sich um eine unvollendete, aber klar verständliche Schwurformel, d.h. „Wenn dieser Generation ein Zeichen gegeben werden wird, [soll mir etwas zustoßen]!“. Solche Schwurformeln waren auf Hebräisch gebräuchlich. Dabei verband der Sprecher den Eid mit einem Fluch, der ihn treffen sollte, wenn er ihn brach. Jesus benutzt sie wie eine besonders starke Verneinung. Eine ähnliche unvollständige Schwurformel als Verneinung steht in Ps 94,11 LXX. Der Prophet Elischa wird in 2Kö 6,31 Ziel eines Eides, der auch eine Fluchformel enthält (Collins 2007, 385; France 2002, 313). (Zurück zu v.12) |
| p | er ließ sie [stehen] Temporales Ptz. conj., beigeordnet aufgelöst. (Zurück zu v.13) |
| q | sie hatten vergessen (vergaßen) Der Aorist wird hier wohl mit vorzeitiger Bedeutung benutzt. sie Die meisten Übersetzungen übersetzen sinngemäß „die Jünger“, nicht sie, aber es gibt keinen direkten Anhaltspunkt dafür, dass Jesus davon auszunehmen ist. Markus möchte uns vielleicht zu verstehen geben, dass der Aufbruch so unvermittelt geschah, dass die Gruppe (oder die Jünger) nicht mehr zum Einkaufen kam. (Zurück zu v.14) |
| r | schärfte ihnen ein Das Verb steht im Imperfekt, was wohl impliziert, dass diese Aussage einen etwas längeren Diskurs zusammenfasst (oder eine häufige Aussage Jesu darstellt) (France 2002, 315). {sagend} Pleonastisches Partizip. (Zurück zu v.15) |
| s | Sauerteig wird in der Bibel immer wieder und in verschiedenen Bildern als Metapher für einen Einfluss gebraucht, der sich wie ansteckend und mit bedrohlicher Unaufhaltsamkeit verbreitet. So wie die Beigabe von Sauerteig den ganzen Teig gären und aufgehen lässt, kann sich eine Glaubenslehre (z.B. Gal 5,9) oder eine Gesinnung (so hier?) unerwartet schnell ausbreiten und wahlweise einen guten oder einen verheerenden Einfluss nehmen. In 1Ko 5,8 ist von bösem Sauerteig die Rede, in Mt 13,33 benutzt ihn Jesus als Bild für das Wachstum von Gottes Reich. Mt 16,12 versteht den Sauerteig als die Lehre der Pharisäer und Sadduzäer, Lk 12,1 als deren Heuchelei. Was Jesus hier meint, ist jedoch nicht ersichtlich. Die Pharisäer haben sich unmittelbar zuvor wieder einmal als Jesu ungläubige Gegenspieler herausgestellt. Herodes wurde bisher nur als Verantwortlicher für Johannes' Tod dargestellt, doch in Mk 9,12-13 verbindet Jesus Johannes' Schicksal mit seinem eigenen. Anhänger von Herodes hatten sich zudem mit den Pharisäern zusammengetan, um Jesu Beseitigung in die Wege zu leiten (3,6) (France 2002, 315f.). Daher spielt Jesus vielleicht einfach auf diese feindselige Gesinnung (ebd. 316) oder ihren Unglauben (Guelich 1989, 423f.) an. Jesus scheint im Folgenden nicht weiter auf diese Aussage einzugehen (France 2002, 316). (Zurück zu v.15) |
| t | diskutierten weiter (begannen zu diskutieren) bzw. machten sich Gedanken „Diskutieren“ (so die wahrscheinlich gemeinte Bedeutung) steht im Imperfekt. Das Wort bedeutet hier entweder, dass die Jünger einfach weiterdiskutierten und Jesu Kommentar überhörten oder im Eifer der Diskussion ignorierten (so Guelich 1989, 424; France 2002, 317). Dass darüber geredet wurde, war dann schon in V. 14 impliziert und könnte Jesu Bemerkungen über den Sauerteig ausgelöst haben. Oder es signalisiert, dass nun eine Diskussion einsetzte, die sich wegen des fehlenden Brotes (V. 14) anbahnte (so Collins 2007, 386). Eine dritte Möglichkeit (nach MEN) versteht das Imperfekt als missverstehende Reaktion: „Da erwogen sie im Gespräch miteinander: »(Das sagt er deshalb) weil wir keine Brote haben.«“ (Es ist möglich, dass MEN dabei einer alternativen Lesart folgt, die „und sagten“ ergänzt.) Die erste Möglichkeit ist häufiger Funktion des Imperfekts als die zweite und ist tendenziell vorzuziehen; die dritte käme wohl auch ohne Imperfekt aus (vgl. France 2002, 317). Die meisten deutschen Übersetzungen verstehen das gr. Wort διαλογίζομαι jedoch im Sinn von „sich Gedanken machen“ – wohl weil sie etwas besser zu V. 17 passt. So EÜ: „Sie aber machten sich Gedanken, weil sie kein Brot bei sich hatten.“ Doch welche Funktion hätte in diesem Fall πρὸς ἀλλήλους „zu-/miteinander“ (bei EÜ unübersetzt)? NGÜ liest sich schon fast absurd: „Da machten sie sich untereinander Gedanken...“ Das Wort scheint hier sicher die Bedeutung „diskutieren“ zu haben (so die bisher zitierten Kommentare sowie NSS; Pesch 1976, 412f.; LN 33.158; GNB, MEN und englische Übersetzungen). (Zurück zu v.16) |
| u | TEXTKRITIK (Zurück zu v.26) |
| v | AcI (Zurück zu v.31) |
| w | W. mit Offenheit/Freimut (Zurück zu v.32) |