Markus 8: Unterschied zwischen den Versionen

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Und erinnert ihr euch nicht? (Und denkt daran:)
Und erinnert ihr euch nicht? (Und denkt daran:)
<ref>''Und erinnert ihr euch nicht? (Und denkt daran:)'' Man kann diesen Satz sowohl als eigenständige Frage wie auch als Einleitung zu V. 19 auffassen. Nach France (2002, 317) handelt es sich eher um eine weitere rhetorische Frage, aber NA28, SBLGNT und viele deutsche Übersetzungen folgen der zweiten Deutung. ZÜR und viele englische Übersetzungen folgen der ersten. Diese Übersetzung hat den Vorteil, dass sie zu kürzeren Sätzen führt und die Parallelität zwischen den beiden Fragen in V. 19 und 20 nicht aufbricht.</ref>
<ref>''Und erinnert ihr euch nicht? (Und denkt daran:)'' Man kann diesen Satz sowohl als eigenständige Frage wie auch als Einleitung zu V. 19 auffassen. Nach France (2002, 317) handelt es sich eher um eine weitere rhetorische Frage, aber NA28, SBLGNT und viele deutsche Übersetzungen folgen der zweiten Deutung. ZÜR und viele englische Übersetzungen folgen der ersten. Diese Übersetzung hat den Vorteil, dass sie zu kürzeren Sätzen führt und die Parallelität zwischen den beiden Fragen in V. 19 und 20 nicht aufbricht.</ref>
{{S|19}} Als ich die fünf Brote für die fünftausend [Menschen] gebrochen habe, wie viele Körbe voller Brocken habt ihr aufgehoben?“ Sie sagen zu ihm: „Zwölf.“
{{S|19}} Als ich die fünf Brote für die fünftausend [Menschen] zerbrochen habe,
{{S|20}} Als [ich] die sieben [Brote] für die viertausend [Menschen] [gebrochen habe], wie viele Körbe voller Brocken habt ihr aufgehoben?“ Und sie sagen zu ihm: „Sieben.“
<ref>''Brote … zerbrochen habe'' „Brote zerbrechen“ steht hier als metonymisches Idiom dafür, dass Jesus sie mit Nahrung versorgt hat (vgl. LN 23.20).</ref>
wie viele große Körbe voller Brocken habt ihr aufgehoben?“ Sie antworteten (sagten) {ihm}: „Zwölf.“
{{S|20}} Als [ich] die sieben [Brote] für die viertausend [Menschen] [zerbrochen habe], wie viele Körbe voller Brocken habt ihr aufgehoben?“ Und sie antworteten (sagten) {ihm}: „Sieben.“
{{S|21}} Und er sagte zu ihnen: „Versteht ihr noch nicht?“  
{{S|21}} Und er sagte zu ihnen: „Versteht ihr noch nicht?“  
{{S|22}} Und sie kommen nach Betsaida. Und sie bringen einen Blinden zu ihm und bitten ihn, dass er ihn berührt.  
{{S|22}} Und sie kommen nach Betsaida. Und sie bringen einen Blinden zu ihm und bitten ihn, dass er ihn berührt.  

Version vom 4. März 2014, 17:40 Uhr

Syntax ungeprüft

Status: Studienfassung zu prüfen – Eine erste Übersetzung aus dem Urtext ist komplett, aber noch nicht mit den Übersetzungskriterien abgeglichen und nach den Standards der Qualitätssicherung abgesichert worden und sollte weiter verbessert und geprüft werden. Auf der Diskussionsseite ist Platz für Verbesserungsvorschläge, konstruktive Anmerkungen und zum Dokumentieren der Arbeit am Urtext.
Status: Lesefassung folgt später – Bevor eine Lesefassung erstellt werden kann, muss noch an der Studienfassung gearbeitet werden. Siehe Übersetzungskriterien und Qualitätssicherung Wir bitten um Geduld.

Anmerkungen

Studienfassung (Markus 8)

1 Als in jenen Tagen wieder einmal eine große Menschenmenge [bei Jesus] war und [sie] nichts zu essen hatten, da rief er die Jünger zu sich und a sagte zu ihnen: 2 „Ich bedauere (habe Mitleid mit) die Menschenmenge (den Leuten), weil sie schon drei Tage [lang] b bei mir sind und nichts zu essen haben. 3 Und wenn ich sie hungrig nach Hause gehen lasse (schicke), dann werden sie unterwegs zusammenbrechen (sehr schwach werden). Und manche von ihnen sind von weit her gekommen.“ 4 Und seine Jünger erwiderten {ihm}: „Woher c soll man [all] diese [Leute] hier in [dieser] Einöde (unbewohnten Gegend) mit Broten (Nahrung) satt machen können?“ 5 Und er fragte sie: „Wie viele Brote habt ihr?“ Sie {aber} sagten: „Sieben.“ 6 Daraufhin (Und) gab er der Menschenmenge die Anweisung, auf dem Boden Platz zu nehmen; und nachdem er die sieben Brote erhalten und ein Dankgebet gesprochen hatte, d brach er sie durch und gab sie seinen Jüngern, um sie auszuteilen, und sie teilten sie an die Menschenmenge (Leute) aus. 7 Und sie hatten ein paar Fische (kleine Fische) e dabei; und er segnete sie und ließ auch sie verteilen. 8 Und [die Menschen] aßen und wurden satt, und sie hoben die übrig gebliebenen Brocken f auf, sieben Körbe. 9 Es waren {aber} etwa viertausend [Menschen]. Danach (Und) verabschiedete (ließ gehen, schickte weg) er sie, 10 und gleich darauf stieg er mit seinen Jüngern in das Boot und g gelangte (kam) in das Gebiet von Dalmanuta h. 11 Da (Und) kamen die Pharisäer hervor i und begannen mit ihm zu streiten, wobei sie von ihm ein Zeichen vom Himmel verlangten, j um ihm eine Falle zu stellen (ihn auf die Probe zu stellen; zu testen). k 12 Und er stöhnte (seufzte tief) aus dem Innersten (innerlich)l auf und m sagte: „Warum (Was) verlangt diese Generation ein Zeichen? Ja (Amen, Wahrlich), ich sage euch: n Wenn dieser Generation ein Zeichen gegeben werden wird... !“ o 13 Und er ließ sie [stehen] (verließ sie), p stieg wieder ein und fuhr zum anderen Ufer. 14 {Und} Sie hatten vergessen (vergaßen), q Brote mitzunehmen, sodass (und) sie bis auf eines kein Brot im Boot dabei hatten. 15 Und er schärfte ihnen ein (warnte sie) {sagend}: r „Passt auf (Seht zu), hütet euch vor dem Sauerteig s der Pharisäer und vor dem Sauerteig von Herodes!“ 16 Und sie diskutierten weiter (begannen zu diskutieren) t miteinander (machten sich Gedanken) darüber, dass (weil) sie keine Brote hatten. 17 Und Jesus u, der (als er) Bescheid wusste ([das] bemerkte), v und sagt zu ihnen: „Warum diskutiert ihr (macht ihr euch Gedanken) darüber w, dass ihr keine Brote habt? Begreift und versteht ihr denn immer noch nicht? x Habt ihr ein {euer} verstocktes (verhärtetes) Herz?

18 Ihr habt zwar Augen, aber seht nicht?
Und ihr habt zwar Ohren, aber hört nicht?y

Und erinnert ihr euch nicht? (Und denkt daran:) z 19 Als ich die fünf Brote für die fünftausend [Menschen] zerbrochen habe, aa wie viele große Körbe voller Brocken habt ihr aufgehoben?“ Sie antworteten (sagten) {ihm}: „Zwölf.“ 20 Als [ich] die sieben [Brote] für die viertausend [Menschen] [zerbrochen habe], wie viele Körbe voller Brocken habt ihr aufgehoben?“ Und sie antworteten (sagten) {ihm}: „Sieben.“ 21 Und er sagte zu ihnen: „Versteht ihr noch nicht?“ 22 Und sie kommen nach Betsaida. Und sie bringen einen Blinden zu ihm und bitten ihn, dass er ihn berührt. 23 Und er nahm die Hand des Blinden und führte ihn hinaus, außerhalb des Dorfes, und nachdem er in dessen Augen gespuckt hatte, legte er ihm die Hände auf und fragte ihn: „Siehst du etwas?“ 24 Und er blickte auf und sagte: „Ich sehe die Leute (Menschen), weil ich sie wie Bäume umhergehen sehe.“ 25 Danach legte er erneut die Hände auf dessen Augen, und er sah deutlich, und er war wiederhergestellt, und er sah alles klar. 26 Und er sandte ihn zu seinem Haus und sagte: „Geh auch nicht in das Dorf!ab27 Und Jesus und seine Jünger gingen hinaus in die Dörfer von Cäsarea-Philippi; und auf dem Weg (unterwegs) befragte er seine Jünger und sagte zu ihnen: „Was sagen die Leute (Menschen), wer ich bin?“ 28 Die aber sprachen zu ihm, dass sie sagen Johannes den Täufer, und andere Elija, andere aber dass er einer von den Propheten [sei]. 29 Und er fragte sie: „Und was sagt ihr, wer ich bin?“ Petrus antwortete und sagt zu ihm: „Du bist der Gesalbte (Christus)!“ 30 Und er drohte ihnen, damit sie zu niemanden über ihn sprechen. 31 Und er begann sie zu lehren, dass der Sohn des Menschen viel leiden und von den Ältesten und den Oberpriestern und den Schriftgelehrten verworfen und getötet und nach drei Tagen auferstehen mussac. 32 Und er sprach die Worte frei herausad. Und Petrus nahm in beiseite und begann ihn zu tadeln. 33 Nachdem er sich nun umgedreht und seine Jünger angesehen hatte, tadelte er Petrus, und er sagt: „Geh hinter mich, Satan, weil du nicht die [Interessen] Gottes bedenkst, sondern die der Menschen.“ 34 Und er rief die Menschenmenge samt einen Jüngern zu sich und sagte zu ihnen: „Wenn jemand hinter mir her kommen will, dann soll er sich selbst verleugnen und sein Kreuz nehmen und mir folgen! 35 Denn wer auch immer sein Leben (Seele) retten will, wird er es verlieren; aber wer auch immer sein Leben (Seele) wegen mir und dem Evangelium verlieren sollte, der wird es retten. 36 Denn was nützt es einem Menschen, die gesamte Welt zu gewinnen und [dabei] sein Leben (Seele) einzubüßen? 37 Denn was könnte (sollte) ein Mensch als Gegenwert für sein Leben (Seele) geben? 38 Denn wer auch immer sich meiner [Person] und meiner Worte in dieser ehebrecherischen und sündhaften Generation (Geschlecht) schämt, dessen wird sich auch der Sohn des Menschen schämen, sobald er in der Herrlichkeit seines Vaters mit den heiligen Engeln kommt.

Anmerkungen

arief er zu sich und Ptz. conj., beigeordnet aufgelöst. (Zurück zu v.1)
bdrei Tage [lang] steht im Nominativ wie ein Subjekt. Eigentlich wäre ein Akkusativ der zeitlichen Ausdehnung zu erwarten (NSS; BDR §144.2). (Zurück zu v.2)
cWoher LUT, ZÜR übersetzen „Wie“, doch gemeint ist, woher die Jünger das Brot (pars pro toto für Nahrung) nehmen sollen (Pesch 1976, 403; vgl. GNB, NGÜ, ). (Zurück zu v.4)
dnachdem er ... erhalten und ein Dankgebet gesprochen hatte Temporal-modales Ptz. conj. Aor., hier als vorzeitiger temporaler Nebensatz aufgelöst. ein Dankgebet gesprochen W. „gedankt“. Gemeint ist hier jedoch ein Dankgebet. (Zurück zu v.6)
eFische (kleine Fische) Hier steht zwar die Diminutivform „Fischlein“, aber es ist unklar, ob Markus damit auch kleine Fische meint. Er benutzt den Diminutiv nämlich gerne – allein in Kap. 7 in V. 25 (Töchterlein) und 27f. (Hündlein)(vgl. Collins 2007, 380). Für kleine Fische entscheiden sich ELB, MEN, NGÜ, GNB. (Zurück zu v.7)
fdie übrig gebliebenen Brocken W. „die Reste der Brocken“ (Gen. part.; NSS) (Zurück zu v.8)
gstieg er … und Ptz. conj., beigeordnet aufgelöst. (Zurück zu v.10)
hDalmanuta Der Ort wird nur hier erwähnt und ist sonst unbekannt. Die Parallelstelle Mt 15,39 spricht stattdessen vom ebenfalls unbekannten Ort Magadan. In der Textüberlieferung wurde daraus in einigen Handschriften „Magdala“. Dalmanuta ist jedoch zweifellos die ursprünglichste Version des Namens. Sowohl bei Dalmanuta als auch bei Magadan könnte es sich gut um alternative Namen der Ortschaft Magdala handeln (Blomberg 1992, 247). (Zurück zu v.10)
ikamen hervor Oder „kamen heraus“. Das deutet darauf hin, dass es sich um die Pharisäer des Ortes handelt, die bei Jesu Ankunft aus ihren Häusern kommen, um ihn zu stellen (France 2002, 311). Weil Markus keine weiteren Angaben macht, könnte diese Konnotation hier jedoch fehlen oder in den Hintergrund treten (vgl. 1,38; 3,21), daher die Übersetzung (Guelich 1989, 413). (Zurück zu v.11)
jwobei sie … verlangten Modales Ptz. conj., als Nebensatz aufgelöst. Könnte z.B. auch als separater Hauptsatz übersetzt werden. Zeichen vom Himmel Anders als bei Johannes bezieht Zeichen sich hier nicht auf ein Wunder, sondern irgendeine Art von übernatürlichem Zeichen, das beweisen würde, dass Jesus mit Gottes Unterstützung wirkt. vom Himmel, d.h. von Gott sollte das Zeichen kommen. Die Juden erwarteten solche Zeichen der Echtheit. Auch Mose (u.a. Ex 4,1–9; 29–31; 7,8–22) und Elija (1Kö 18,38) bestätigten ihre Sendung auf diese Weise (France 2002, 311f.; Guelich 1989, 413f.). (Zurück zu v.11)
kum ihm eine Falle zu stellen Finales Ptz. conj., als Nebensatz aufgelöst. Oder wie MEN: „weil sie ihm eine Falle stellen wollten“. Das Verb heißt „testen, erproben“ im weitesten Sinn. Hier erproben die Pharisäer Jesus so, dass er möglichst geschädigt werden soll (vgl. LN 27.31): Sie stellen ihm eine Falle, indem sie hoffen, dass er sich auf ihre Forderung einlässt, jedoch auf Kommando kein entsprechendes Zeichen hervorrufen kann. Vgl. Joh 8,6. Jesus wurde zuvor schon in Mk 1,13 vom Satan auf die Probe gestellt, was die Pharisäer wie ihn zu Jesu Gegenspielern macht (vgl. Collins 2007, 384). (Zurück zu v.11)
laus dem Innersten bzw. innerlich W. „in seinem Geist“. D.h. heißt gewöhnlich „innerlich“ und könnte bedeuten, dass der Seufzer ein stummer blieb (France 2002, 312; NSS). Für Gundry modifiziert das Stöhnen dagegen die folgende Aussage und ist in Kombination mit „in seinem Geist“ so zu verstehen, dass Jesus die Aussage mit Macht machte (Gundry 2000, 402). Der Kontext spricht jedoch eher für ein hörbares Stöhnen. Ansonsten müsste man diesen innerlichen Seufzer (den ja nur Jesus selbst mitbekommen haben kann) der lebhaften Fantasie des Evangelisten (oder der seiner Quelle) zuschreiben. Aus linguistischer Sicht stellt sich die Frage, warum Markus eine unhörbare Gemütserregung mit einem Wort beschreiben sollte, das sich auf einen hörbaren Laut bezieht. und NGÜ übersetzen „seufzte tief“, GNB lässt „in seinem Geist“ ganz weg. Viele andere Übersetzungen übersetzen wörtlich. (Zurück zu v.12)
mstöhnte (seufzte) … auf und Modales Ptz. conj., beigeordnet aufgelöst. (Zurück zu v.12)
nJa (Amen, Wahrlich), ich sage euch D.h. „Ich versichere euch“. Ja (Amen, Wahrlich) Das Wort Amen stammt aus dem Hebräischen und bildet im AT häufig den bekräftigenden Abschluss von Doxologien. Die griechische Übersetzung lautet meist „So sei/geschehe es!“ Aus dem zeitgenössischen Judentum wie aus dem frühen Christentum ist es dann als liturgische Bekräftigungsformel bekannt, wie es auch heute in Gebrauch ist. Jesus ist der einzige, der es benutzt, um die zu bekräftigende Aussage einzuleiten. Mit ähnlicher Autorität wie bei Gottes Worten im Alten Testament will auch er keinen Zweifel an der Zuverlässigkeit seiner Aussage aufkommen lassen (France 2002, 174f.313; Guelich 1989, 177f.). Hier kommt es nach Mk 3,28 zum zweiten Mal im Markusevangelium vor. Matthäus benutzt es gerne doppelt. Die Übersetzung ist schwierig. Luther machte daraus das bekannte „Wahrlich (ich sage euch)“, dem bis heute etliche Übersetzungen folgen. , ZÜR einfach „Amen“; kommunikative Übersetzungen übersetzen die Phrase für gewöhnlich sinngemäß, etwa „Ich versichere euch...“. (Zurück zu v.12)
oWenn dieser Generation ein Zeichen gegeben werden wird... ! D.h. „Niemals wird dieser Generation ein Zeichen gegeben werden!“ Es handelt sich um eine unvollendete, aber klar verständliche Schwurformel, d.h. „Wenn dieser Generation ein Zeichen gegeben werden wird, [soll mir etwas zustoßen]!“. Solche Schwurformeln waren auf Hebräisch gebräuchlich. Dabei verband der Sprecher den Eid mit einem Fluch, der ihn treffen sollte, wenn er ihn brach. Jesus benutzt sie wie eine besonders starke Verneinung. Eine ähnliche unvollständige Schwurformel als Verneinung steht in Ps 94,11 LXX. Der Prophet Elischa wird in 2Kö 6,31 Ziel eines Eides, der auch eine Fluchformel enthält (Collins 2007, 385; France 2002, 313). (Zurück zu v.12)
per ließ sie [stehen] Temporales Ptz. conj., beigeordnet aufgelöst. (Zurück zu v.13)
qsie hatten vergessen (vergaßen) Der Aorist wird hier wohl mit vorzeitiger Bedeutung benutzt. sie Die meisten Übersetzungen übersetzen sinngemäß „die Jünger“, nicht sie, aber es gibt keinen direkten Anhaltspunkt dafür, dass Jesus davon auszunehmen ist. Markus möchte uns vielleicht zu verstehen geben, dass der Aufbruch so unvermittelt geschah, dass die Gruppe (oder die Jünger) nicht mehr zum Einkaufen kam. (Zurück zu v.14)
rschärfte ihnen ein Das Verb steht im Imperfekt, was wohl impliziert, dass diese Aussage einen etwas längeren Diskurs zusammenfasst (oder eine häufige Aussage Jesu darstellt) (France 2002, 315). {sagend} Pleonastisches Partizip. (Zurück zu v.15)
sSauerteig wird in der Bibel immer wieder und in verschiedenen Bildern als Metapher für einen Einfluss gebraucht, der sich wie ansteckend und mit bedrohlicher Unaufhaltsamkeit verbreitet. So wie die Beigabe von Sauerteig den ganzen Teig gären und aufgehen lässt, kann sich eine Glaubenslehre (z.B. Gal 5,9) oder eine Gesinnung (so hier?) unerwartet schnell ausbreiten und wahlweise einen guten oder einen verheerenden Einfluss nehmen. In 1Ko 5,8 ist von bösem Sauerteig die Rede, in Mt 13,33 benutzt ihn Jesus als Bild für das Wachstum von Gottes Reich. Mt 16,12 versteht den Sauerteig als die Lehre der Pharisäer und Sadduzäer, Lk 12,1 als deren Heuchelei. Was Jesus hier meint, ist jedoch nicht ersichtlich. Die Pharisäer haben sich unmittelbar zuvor wieder einmal als Jesu ungläubige Gegenspieler herausgestellt. Herodes wurde bisher nur als Verantwortlicher für Johannes' Tod dargestellt, doch in Mk 9,12-13 verbindet Jesus Johannes' Schicksal mit seinem eigenen. Anhänger von Herodes hatten sich zudem mit den Pharisäern zusammengetan, um Jesu Beseitigung in die Wege zu leiten (3,6) (France 2002, 315f.). Daher spielt Jesus vielleicht einfach auf diese feindselige Gesinnung (ebd. 316) oder ihren Unglauben (Guelich 1989, 423f.) an. Jesus scheint im Folgenden nicht weiter auf diese Aussage einzugehen (France 2002, 316). (Zurück zu v.15)
tdiskutierten weiter (begannen zu diskutieren) bzw. machten sich Gedanken „Diskutieren“ (so die wahrscheinlich gemeinte Bedeutung) steht im Imperfekt. Das Wort bedeutet hier entweder, dass die Jünger einfach weiterdiskutierten und Jesu Kommentar überhörten oder im Eifer der Diskussion ignorierten (so Guelich 1989, 424; France 2002, 317). Dass darüber geredet wurde, war dann schon in V. 14 impliziert und könnte Jesu Bemerkungen über den Sauerteig ausgelöst haben. Oder es signalisiert, dass nun eine Diskussion einsetzte, die sich wegen des fehlenden Brotes (V. 14) anbahnte (so Collins 2007, 386). Eine dritte Möglichkeit (nach MEN) versteht das Imperfekt als missverstehende Reaktion: „Da erwogen sie im Gespräch miteinander: »(Das sagt er deshalb) weil wir keine Brote haben.«“ (Es ist möglich, dass MEN dabei einer alternativen Lesart folgt, die „und sagten“ ergänzt.) Die erste Möglichkeit ist häufiger Funktion des Imperfekts als die zweite und ist tendenziell vorzuziehen; die dritte käme wohl auch ohne Imperfekt aus (vgl. France 2002, 317). Die meisten deutschen Übersetzungen verstehen das gr. Wort διαλογίζομαι jedoch im Sinn von „sich Gedanken machen“ – wohl weil sie etwas besser zu V. 17 passt. So : „Sie aber machten sich Gedanken, weil sie kein Brot bei sich hatten.“ Doch welche Funktion hätte in diesem Fall πρὸς ἀλλήλους „zu-/miteinander“ (bei unübersetzt)? NGÜ liest sich schon fast absurd: „Da machten sie sich untereinander Gedanken...“ Das Wort scheint hier sicher die Bedeutung „diskutieren“ zu haben (so die bisher zitierten Kommentare sowie NSS; Pesch 1976, 412f.; LN 33.158; GNB, MEN und englische Übersetzungen). (Zurück zu v.16)
uJesus In einigen Handschriften fehlt Jesus als explizites Subjekt. Textkritik: Auch NA28 und SBLGNT lassen es aus, wohl als eine recht offensichtliche stilistische Verbesserung. Insgesamt ist die Überlieferung jedoch so gut (u.a. א A C D K 28 33 Mehrheitstext gegen sieben in NA28 angeführte Zeugen), dass sich die Frage stellt, ob hier nicht eine (weniger offensichtlich zu begründende) versehentliche Auslassung nicht wahrscheinlicher wäre. (Zurück zu v.17)
vder (als er) Bescheid wusste ([das] bemerkte) Modal-temporales Ptz. conj. (oder attr. Ptz.), hier als Relativsatz aufgelöst. (Zurück zu v.17)
wdiskutiert ihr (macht ihr euch Gedanken) Zur Abwägung zwischen den beiden Alternativen s. die Fußnote im vorigen Vers. (Zurück zu v.17)
xund … denn immer noch nicht Die doppelte Verneinung mit „noch nicht“ und „und nicht“ verstärkt auf Griechisch den Effekt der rhetorischen Frage. Um deren rhetorische Kraft einzufangen, wurde die Frage in der Übersetzung sinngemäß mit denn und immer verstärkt. (Zurück zu v.17)
yHabt ihr zwar Augen, aber seht nicht? Und habt ihr zwar Ohren, aber hört nicht? Die beiden Ptz. conj. habt ihr sind dabei konzessiv aufgelöst, was wohl dem Sinn von Jer 5,21 entspricht. Vgl. NGÜ: „Ihr habt doch Augen – könnt ihr nicht sehen? Ihr habt doch Ohren – könnt ihr nicht hören?“ Oder einfach „Habt ihr Augen und seht nicht? Und habt ihr Ohren und hört nicht?“ Es handelt sich um eine recht freie Wiedergabe von Jer 5,21, die aber inhaltlich und im Zusammenhang mit der Kritik aus V. 17 eher an den in Mk 4,12 zitierten Abschnitt aus Jes 6,9-10 erinnert (Watts 2007, 172). Doch passen thematisch alle drei angespielten Abschnitte (ebd. 174). (Zurück zu v.18)
zUnd erinnert ihr euch nicht? (Und denkt daran:) Man kann diesen Satz sowohl als eigenständige Frage wie auch als Einleitung zu V. 19 auffassen. Nach France (2002, 317) handelt es sich eher um eine weitere rhetorische Frage, aber NA28, SBLGNT und viele deutsche Übersetzungen folgen der zweiten Deutung. ZÜR und viele englische Übersetzungen folgen der ersten. Diese Übersetzung hat den Vorteil, dass sie zu kürzeren Sätzen führt und die Parallelität zwischen den beiden Fragen in V. 19 und 20 nicht aufbricht. (Zurück zu v.18)
aaBrote … zerbrochen habe „Brote zerbrechen“ steht hier als metonymisches Idiom dafür, dass Jesus sie mit Nahrung versorgt hat (vgl. LN 23.20). (Zurück zu v.19)
abTEXTKRITIK (Zurück zu v.26)
acAcI (Zurück zu v.31)
adW. mit Offenheit/Freimut (Zurück zu v.32)