Diskussion:Jesaja 52

Aus Die Offene Bibel

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Checkliste für die Studienfassung Erläuterung (Welche Verse durch wen?)
A. Wer hat welche Verse aus dem Urtext übersetzt? Auf welche Quelle zur Einteilung in Sinnabschnitte wurde zurückgegriffen?
Beispiel: Vers 1–12: Anton
Einteilung nach Wolter 2007, S. 145 (Anton)

13–15 Olaf und Barbara
Abgrenzung: Jes 52,13 – 53,12 (B. Childs)

B. Wer hat welche Verse noch mal am Urtext überprüft?
Beispiel: Vv. 1-3: Philipp

C. Alternativen: Häufig können Wörter in einem bestimmten Kontext mehrere denkbare Bedeutungen haben. Sind diese Übersetzungsalternativen möglichst vollständig berücksichtigt?
Beispiel: Vv. 1-17: Daniel

13–15 (Olaf)

D. Manchmal erlauben Textüberlieferung und Satzbau mehrere Übersetzungen,a oder sie sind nicht direkt übersetzbar.b Sind solche Zweifelsfälle mit einer Fußnote dokumentiert, und steht die wahrscheinlichste Deutung im Haupttext?
Beispiel: Vv. 1-12: teilweise (Emil)

13–15: ja (Olaf)

E. Ist der Studienfassungstext mit Anmerkungen und Fußnoten für die Zielgruppen verstehbar? Braucht es noch erläuternde Fußnoten/Anmerkungen?
Beispiel: V. 6: „nach dem Fleisch“ ist noch unklar (Friedrich)

13–15: ja (Olaf)

F. Für jeden Sinnabschnitt: Wurden zentralen Anliegen (bzw. Gattungen) unterhalb der Studienfassung dokumentiert? (Beispiel für Länge und Stil: Markus 1#Anliegen) Falls hilfreich, können sie hier kurz zusammengefasst eintragen werden.
Beispiel: Vv. 1-13: Ja; Vv. 14-20: Vollmacht wird betont (Vera)

13–15: Poesie (siehe Jesaja 53)

G. Welche wissenschaftlichen Kommentare wurden zur Kontrolle der Punkte A bis F eingesehen?
Beispiel: Vv. 13-17: Bovon 1990 (Heinrich)

13–15 (A–E): B. Childs 2001Childs, Brevard S.: Isaiah. Louisville, 2001., NET Fußnoten, H.-J. Kraus 1990, Berlin/Brettler 2005Berlin, Adele/Marc Zvi Brettler: The Jewish Study Bible. Oxford, 2005., Schmidt 2013Schmidt, Uta: Zukunftsvorstellungen in Jesaja 49-55. Eine textpragmatische Untersuchung von Kommunikation und Bildwelt. Neukirchen-Vluyn, 2013. (Olaf)

H. Mit welchen anderen Übersetzungen wurde verglichen, um alternative Deutungen oder ggfs. Urheberrechtsprobleme zu finden?
Beispiel: Vv. 1-17: Kurz für „Einheitsübersetzung“. 1980 erstmals als Gesamtausgabe erschienen. Heute noch vorgeschriebene Übersetzung für römisch-katholische Liturgie. Vom Stil her eine sog. „liturgische Übersetzung“: eher frei, eher verständlich; dennoch der Alltagssprache eher fern. „EÜ 16“ bezeichnet die 2016 erschienene Aktualisierung dieser Üs., NeÜKurz für „Neue evangelistische Übersetzung“, eine 2010 erstmals als Vollbibel erschienene Übersetzung durch Karl-Heinz Vanheiden. Vanheiden konzipierte sie als Bibel, die „so leicht lesbar sein sollte wie eine Tageszeitung“, dennoch entfernt sie sich sehr selten zu weit vom Urtext. Bezeichnend ist ihr schöner Stil; v.a. in der biblischen Poesie. (Juliett)

13–15: NET, Luther 1984, Menge, Zürcher 2007, Bibel in gerechter Sprache, NASB 1993, Green's Literal, New Heart, JPSJewish Publication Society Old Testament 1917, JPSJewish Publication Society Old Testament 1985/1999

I. Wann wurden die folgenden Punkte überprüft? - Rechtschreibung; Namen (Loccumer Richtlinien, Gottesname); übrige Kriterien; Detailregelungen; Anführungszeichen; geschlechtergerechte Sprache
Beispiel: Rechtschreibung: 1.1.2015 (Philipp)

13–15 (Olaf)

J. Welche Arbeitsschritte, Verbesserungen oder Anmerkungen fehlen noch?
Beispiel: Vv. 1-17: Anmerkung fehlt (Ludwig)

az.B. mehrdeutige Tempora oder Präpositionen, Aspekte, manche Partizipien (Zurück zum Text: a)
bz.B. Textkorruption, figurae etymologicae, Genitiv- und Dativverbindungen, historisches Präsens, Einleitungsformeln von Satzfolge (Zurück zum Text: b)

In dieser Tabelle bitte knapp den aktuellen Stand eintragen. Auf der übrigen Diskussionsseite kann bei Bedarf ausführlicher dokumentiert/diskutiert werden. Siehe auch: Qualität


Lesefassung[Bearbeiten]

Siehe Diskussion:Jesaja 53 --Olaf 17:11, 14. Apr. 2012 (CEST)

SF[Bearbeiten]

Vv. 13-15 habe ich test-gelesen; wenn die untigen Anfragen ausdiskutiert sind, kann ich als Testleser und die vier untigen zusätzlichen Werke als Kommentare in die QT eingetragen werden und der Status hochgesetzt werden. --Sebastian Walter 21:38, 12. Apr. 2014 (CEST)

Falls Du die Zeit hast, als Zweit-Übersetzer noch einmal eine unabhängige Endkorrektur zu machen, dann können danach wir aus meiner Sicht den Status hochsetzen. --Olaf 21:11, 28. Apr. 2014 (CEST)
Mit 52,13-15 bin ich durch, das kann schon hochgesetzt werden. Mit 53 müsste ich spätestens Mi durch sein. --Sebastian Walter 22:10, 28. Apr. 2014 (CEST)
53 habe ich jetzt Vv. 1f.4 gemacht; zum Rest fehlt mir noch deine Rückmeldung auf der Diskussionsseite. --Sebastian Walter 23:11, 28. Apr. 2014 (CEST)

V. 13[Bearbeiten]

"zum" in "zum Erfolg haben" ist ein Fehler, oder? --Sebastian Walter 17:58, 12. Apr. 2014 (CEST)


Was hältst du hiervon (vielleicht auch nur für LF): "Er wird erhöht, erhoben und erhaben sein"? (Weil "groß sein" so aus dem Trikolon rausfällt) --Sebastian Walter 17:58, 12. Apr. 2014 (CEST)


Zustimmung zu beiden, auch für die SF. --Olaf 21:22, 17. Apr. 2014 (CEST)

V. 14[Bearbeiten]

In der SF würde ich aus "So viele Menschen" machen "So, wie viele Menschen...", sonst hast du keine Entsprechung von ascher.
Es sei denn, du analysierst anders? Ich bin nicht ganz sicher, wie du analysierst; Blenkinsopp, Skinner und Westermann analysieren jedenfalls so, dass das kkî in kka´ascher (V. 14) und das kkên zu Beginn von V. 15 sich aufeinander beziehen, also "Ebenso, wie sich viele über ihn entsetzt haben, ... werden viele Nationen über ihn erstaunt sein." (zu "erstaunt sein" s.u.). Hast du so analysiert? --Sebastian Walter 17:58, 12. Apr. 2014 (CEST)

Ich hatte es so gedeutet, dass das Erschrecken ebenso groß ist wie die Zahl der Menschen. Das geht aber im deutschen nicht gut. Kannst du gerne ändern. --Olaf 21:32, 17. Apr. 2014 (CEST)
Kommando zurück: Siehe unten zur TextkritikDer Versuch, aus den überlieferten Bibelhandschriften die ursprünglichste Textversion zu ermitteln. Im AT gilt der sogenannte „Masoretische Text“ als Richtschnur, er ist allerdings teilweise über 2000 Jahre jünger als der zu ermittelnde „Urtext“ und kann daher Überlieferungsfehler enthalten. Atl. Textkritik versucht, durch den Vergleich mit anderen erhaltenen Textversionen solche womöglich fehlerhaften Stellen zu berichtigen. Bisweilen sind dabei Textänderungen nötig, die überhaupt kein Fundament in den alten Textzeugen haben, sondern nur auf Vermutungen basieren. Das NT ist wesentlich besser überliefert: Eine Vielzahl älterer Manuskripte sind erhalten. Allerdings gibt es keinen Ausgangstext mit einem dem Masoretischen Text vergleichbaren Stellenwert. Die ntl. Textkritik wägt daher Textvarianten aus unterschiedlichen Texttraditionen gegeneinander ab, um zu beurteilen, welche Variante die ursprünglichere ist.. --Olaf 21:22, 19. Apr. 2014 (CEST)

Woher nimmst du eigentlich das erstarrten? Oder heißt für dich שמם entsetzt erstarren (s. Ges18Gesenius, Wilhelm/H. Donner/R. D. Meyer: Hebräisches und Aramäisches Handwörterbuch über das Alte Testament. Berlin u.a, 1987-2012., S. 1380: "starr vor Entsetzen sein")? --Sebastian Walter 20:33, 12. Apr. 2014 (CEST)

Ich weiß nicht mehr, auf welche Wörterbücher und Kommentare ich mich damals genau gestützt habe. „Entsetzt erstarren“ passt aber. Wenn dir eine bessere Formulierung einfällt, dann ändere es ruhig. --Olaf 21:32, 17. Apr. 2014 (CEST)
Ich habe es selbst geändert. --Olaf 21:22, 19. Apr. 2014 (CEST)

FN b fehlt ein einleitendes TextkritikDer Versuch, aus den überlieferten Bibelhandschriften die ursprünglichste Textversion zu ermitteln. Im AT gilt der sogenannte „Masoretische Text“ als Richtschnur, er ist allerdings teilweise über 2000 Jahre jünger als der zu ermittelnde „Urtext“ und kann daher Überlieferungsfehler enthalten. Atl. Textkritik versucht, durch den Vergleich mit anderen erhaltenen Textversionen solche womöglich fehlerhaften Stellen zu berichtigen. Bisweilen sind dabei Textänderungen nötig, die überhaupt kein Fundament in den alten Textzeugen haben, sondern nur auf Vermutungen basieren. Das NT ist wesentlich besser überliefert: Eine Vielzahl älterer Manuskripte sind erhalten. Allerdings gibt es keinen Ausgangstext mit einem dem Masoretischen Text vergleichbaren Stellenwert. Die ntl. Textkritik wägt daher Textvarianten aus unterschiedlichen Texttraditionen gegeneinander ab, um zu beurteilen, welche Variante die ursprünglichere ist.:, außerdem ein Hinweis darauf, warum was für die LF vorzuziehen ist. Deine Entscheidung finde ich richtig, obwohl man das natürlich mit GKC §144p; Kaiser 1959, S. 85f; North 1963, S. 227 und Nyberg 1942Nyberg, H. S.: Smärtoras man. En studie till Jes 52,13-53,12. ?, 1942., S. 48 auch für einen P-ShiftV.a. in der hebräischen Poesie kann ein hebräischer Autor aus stilistischen Gründen von einer Person/Numerus/Genus/Tempus zu einer anderen Person/Numerus/Genus/Tempus wechseln, ohne dass dies Einfluss auf die Bedeutung der Textsemantik hätte. Meist finden diese Shifts von einem Sticho auf den nächsten statt, es ist aber sogar möglich, dass sie im selben Sticho erfolgen; s. z.B. Gevirtz 1961, S. 157f.. halten könnte (North 1963, S. 227: "Nyberg puts the case thus: 'We cannot in our language copy the Hebrew usage but must either carry through the apostrophe in the 2nd person or the description in the 3rd.' He therefore translates, without emending: 'As many stood dismayed at him (properly "thee")'. This seems the likeliest solution of the difficulty."). --Sebastian Walter 20:33, 12. Apr. 2014 (CEST)

Hast du einen Vorschlag für die Fußnote? --Olaf 21:32, 17. Apr. 2014 (CEST)
Uta Schmidt. --Olaf 21:22, 19. Apr. 2014 (CEST)
Ich würde aber schon darauf hinweisen, dass es sich hier vermutlich nur um einen bedeutungslosen P-ShiftV.a. in der hebräischen Poesie kann ein hebräischer Autor aus stilistischen Gründen von einer Person/Numerus/Genus/Tempus zu einer anderen Person/Numerus/Genus/Tempus wechseln, ohne dass dies Einfluss auf die Bedeutung der Textsemantik hätte. Meist finden diese Shifts von einem Sticho auf den nächsten statt, es ist aber sogar möglich, dass sie im selben Sticho erfolgen; s. z.B. Gevirtz 1961, S. 157f.. handelt und daher in der LF trotzdem mit "ihn" übersetzt werden kann. Oder hat es einen Grund, dass du dich dagegen entschieden hast, das als P-ShiftV.a. in der hebräischen Poesie kann ein hebräischer Autor aus stilistischen Gründen von einer Person/Numerus/Genus/Tempus zu einer anderen Person/Numerus/Genus/Tempus wechseln, ohne dass dies Einfluss auf die Bedeutung der Textsemantik hätte. Meist finden diese Shifts von einem Sticho auf den nächsten statt, es ist aber sogar möglich, dass sie im selben Sticho erfolgen; s. z.B. Gevirtz 1961, S. 157f.. zu deuten (auch in der LF)? --Sebastian Walter 15:03, 20. Apr. 2014 (CEST)
Dass der Personenwechsel inhaltlich völlig irrelevant ist, leuchtet mir noch nicht ein – zumal man die sprachliche Sperrigkeit gut in den allgemeinen „Duktus“ des poetischen Textes passt. Ich wäre also vorsichtig, hier durch unnötiges Glätten die Tatsache zu verstellen, dass der Ebed JHWH immerhin an einer Stelle direkt angesprochen wird und nicht komplett in einer völlig passiven dritten Person bleibt. --Olaf 21:07, 28. Apr. 2014 (CEST)

Zumindest erwähnen würde ich, dass nach BHSBiblica Hebraica Stuttgartensia ("fortasse"), Blenkinsopp 2002Blenkinsopp, Joseph: Isaiah 40-55. A New Translation with Introduction and Commentary. New York, 2002., Driver 1968Driver, G. R.: Isaiah 52,13-53,12: the Servant of the Lord, in: Matthew Black/Georg Fohrer: In Memoriam Paul Kahle. Berlin, 1968., S. 91, Westermann 1966Westermann, Claus: Das Buch Jesaja. Kapitel 40-66. Göttingen, 1966. u.a. Vv. 52,14bc ans Ende von 53,2 verschoben werden sollen.
FN-Vorschlag: entweder (i) zu lesen als Parenthese zw. V. 14a und 15a (so die meisten Üss) oder (ii) mit BHSBiblica Hebraica Stuttgartensia, Blenkinsopp 2002Blenkinsopp, Joseph: Isaiah 40-55. A New Translation with Introduction and Commentary. New York, 2002. und Westermann 1966Westermann, Claus: Das Buch Jesaja. Kapitel 40-66. Göttingen, 1966. ans Ende von Jes 53,2 zu verschieben. (iii) Bartélemy 1986, S. 386; Schenker 2001Schenker, Adrian: Knecht und Lamm Gottes. Übernahme von Schuld im Horizont der Gottesknechtslieder. Stuttgart, 2001., S. 67 übersetzen die Abfolge כִּי - כן - כן als „Ebensosehr - ebensosehr - ebensosehr“ und stellen also 14a, 14bc und 15a auf eine Ebene. (iv) Barré 2000Barré, Michael L.: Observations on the Last Servant Song, in: CBQ 62, 2000. S. 1-27., S. 25; Ziegler (Echter-Bibel III, S. 173) u.a. schließlich emendieren sinnvoll כן nach כִּי, dann wären 14bc Begründungen für 14a „(erstarrten, entsetzt über ihn (weil so viel entstellter war...) etc.“). Vorzuziehen ist... --Sebastian Walter 17:58, 12. Apr. 2014 (CEST)

Einverstanden. Der Grund, warum ich dem nicht folge: Eine Umstellung ist immer ein größerer Eingriff in den Text, d.h. man braucht sehr gute Gründe dafür. Und der Text bleibt ja auch mit Umstellen sperrig, man gewinnt also nicht genug um das zu rechtfertigen. Kannst du die Fußnote auf die Seite setzen? --Olaf 21:32, 17. Apr. 2014 (CEST)
OK, ich habe die Fußnote eingebaut. --Olaf 21:22, 19. Apr. 2014 (CEST)

FN c braucht es doch eigentlich gar nicht, oder? ken kann fungieren wie dt. "so sehr, so viel" (hast du ja auch in V. 15); für mischchat listet Ges18Gesenius, Wilhelm/H. Donner/R. D. Meyer: Hebräisches und Aramäisches Handwörterbuch über das Alte Testament. Berlin u.a, 1987-2012., S. 751 "entstellt" und min ist ja min comparativum. Weil Positiv auch als Komparativ fungieren kann, also: "So viel entstellter [war er (=verbloser Satz)] als ein (gewöhnlicher) Mann an seinem Aussehen (Akkusativ der Spezifikation), und an seiner Gestalt [war er so viel entstellter (=BrachylogieEin erwartetes Satzglied wird ausgespart, da es im direkten Umfeld der betreffenden Stelle schon einmal gesetzt wurde und daher aus dem Kontext erschlossen werden kann. Besagtes Satzglied tut dann „double duty“ an beiden Stellen. Zu unterscheiden ist die Brachylogie von der Ellipse, in der ein Satzglied ausgespart wird, ohne im direkten Umfeld schon einmal gesetzt zu sein.)] als (gewöhnliche) Menschen.".
Oder auch ohne "Komparativierung": "So sehr entstellt [war er] im Vergleich zu einem (gewöhnlichen) Mann an seinem Aussehen etc."
Alternativ fassen die meisten Üss. die Akkusative als Subjekte, dann "So viel entstellter [war] sein Aussehen als ein Mann", aber ich weiß nicht, ob ein "Aussehen" entstellter "als ein Mann" sein kann, daher dann besser privatives min: "Derart war entstellt sein Aussehen, unmenschlich etc.", so explizit aber m.W. nur Blenkinsopp 2002Blenkinsopp, Joseph: Isaiah 40-55. A New Translation with Introduction and Commentary. New York, 2002., S. 347; Paul 2012Paul, Shalom M.: Isaiah 40-66. Translation and Commentary. Grand Rapids, 2012., S. 400 (aber auch viele Üss. (incl. deiner LF): "unmenschlich"). Dann: attributive Apposition (vgl. z.B. A-CArnold, Bill T./John H. Choi: A Guide to Biblical Hebrew Syntax. Cambridge, 2003. 2.4.2): "So unmenschlich entstellt war sein Aussehen etc.".
Die Auflösungen sind doch alle verständlich genug, oder? --Sebastian Walter 17:58, 12. Apr. 2014 (CEST)

Nötscher 1953 folgt 1QIsaa, wo statt mischchat steht: mschchtj "ich habe gesalbt". Ich weiß nicht so recht, wie dann me´isch syntaktisch zu deuten sein soll; Nötscher jedenfalls kann auch nur paraphrasieren: "Ich habe ihn gesalbt, sodass sein Aussehen das eines Menschen übertrifft.
Und Barthélemy 1986Barthélemy, Dominique: Critique textuelle de l'Ancient Testament, Tome 2: Isaie, Jérémie, Lamentations. Fribourg/Göttingen, 1986.; Gentry 2007Gentry, Peter: The Atonement in Isaiah's Fourth Servant Song, in: SBJT 11/2, 2007. online unter: http://goo.gl/hp8t2X und Schenker 2001Schenker, Adrian: Knecht und Lamm Gottes. Übernahme von Schuld im Horizont der Gottesknechtslieder. Stuttgart, 2001. gehen ähnlich davon aus, dass mischchat "Salbung, Ölung" bedeute; Barthélemy übersetzt dann: "Comme beaucoup furent atterés à ton propos, ainsi sa prestance (sera l´objet d´) une onction surhumaine et sa distinction (sera l´objet d´une onction) dépassant les mortels, ainsi..." (S. 394); Schenker: "ebensosehr wird sein Aussehen in mehr als menschlicher Salbung leuchten".
Das wirkt sehr obskur auf mich und die eine Position hat einen Befürworter, die andere drei - würdest du das trotzdem angeben? Das wäre so ein Vorschlag, den ich eher als zu obskur auslassen würde. Was sagst du? --Sebastian Walter 15:55, 14. Apr. 2014 (CEST)

Kommt mir auch obskur vor. Deine Formulierungen weiter oben leuchten mir ein. --Olaf 21:32, 17. Apr. 2014 (CEST)

V. 15[Bearbeiten]

FN d würde ich ein bisschen ausbauen (es ist nicht erkennbar, wie du auf "in Aufruhr bringen" kommst). Ich schlage vor:
so wird er sprengen (wird er verwundern, werden verwundert sein über ihn, werden erregt/in Aufruhr sein über ihn, werden sich freuen über ihn, verachten ihn)<ref>''wird er sprengen (wird er verwundern, werden verwundert sein über ihn, werden erregt/in Aufruhr sein über ihn, werden sich freuen über ihn, verachten ihn)'' - (i) der Urtext ''er wird sprengen'' macht hier nicht viel Sinn. Oft orientiert man sich daher an LXX (θαυμάσονται); vorgeschlagen worden ist dann, entweder (ii) ein dem arab. ''nazâ'' analoges {{hebr}}נזה{{hebr ende}} II ''bewundern, verwundert sein über'' anzusetzen (der häufigste Alternativvorschlag, z.B. Blenkinsopp 2002, Oswalt 1998, Watts 1987 u.a. - allerdings ist hiergegen eingewendet worden, dass das arab. ''nazâ'' gar nicht die Bedeutung „verwundert sein“ habe, vgl. z.B. Smith 2009, S. 440) oder (iii) zu emendieren nach {{hebr}}יִרְגְּזוּ{{hebr ende}} ''sie werden erstaunt sein'' (Westermann 1966, aber eigentlich bedeutet {{hebr}}רגז{{hebr ende}} gar nicht „erstaunt sein“, sd. „erregt sein, unruhig sein“; vgl. ''ad loc.'' auch Ges18, S. 798). Außerdem ist (iv) vorgeschlagen worden, zu emendieren nach {{hebr}}יִזְהוּ{{hebr ende}} ''sie werden sich freuen'' (Barré 2000, S. 10f. - allerdings ist dieses Wort ein wenig unsicher) oder (v) nach {{hebr}}יִבְזֻהוּ{{hebr ende}} ''sie verachten'' (vgl. BHS). Vorzuziehen ist...</ref> viele Völker

Beachte, dass für die Klammerlösungen 2-4 das `alaiw zu Sticho 1 statt Sticho 2 gezogen wird; dort wäre dann einfach: "Könige werden ihren Mund verschließen" (besser aber "schließen", oder?). Alternative 1 nach Oswalt.

Wenn dir das nicht gefällt, würde ich die bestehende Fußnote aber trotzdem ändern, denn das ist ja merkwürdig - zuerst zu einem finitem Verb in Klammern die infinite Bedeutung anzugeben und dann aber zu sagen, die Bedeutung sei unsicher.
--Sebastian Walter 20:33, 12. Apr. 2014 (CEST)

Ich bin mit der Lösung einverstanden. --Olaf 21:35, 17. Apr. 2014 (CEST)
Ich hab die Fußnote mit der Erklärung gesetzt. --Olaf 22:14, 19. Apr. 2014 (CEST)
Entweder ist die FN missverständlich formuliert, oder du hast Childs ein bisschen falsch verstanden (das wäre dann aber Childs' Schuld. Habs gelesen, ist missverständlich formuliert - mit "secondary sense of the root" meint er nicht eine Nebenbedeutung von nzh I, sondern ein nzh II).
Der Vorschlag von Childs ist der selbe wie der von Blenkinsopp, Oswalt, Watts & Co und kein sechster, den man diesen vorziehen könnte. Vgl. hier die Stelle in Gesenius' Jesaja-Kommentar, auf die er sich bezieht. Er fasst also nicht die Bedeutung von nzh "weiter", so dass die Wurzel neben "sprengen" und "aufspringen machen" auch "in Aufruhr versetzen" heißen könnte - denn nzh heißt nicht "aufspringen machen" -, sondern mit Blenkinsopp, Gesenius, Oswalt, Watts & Co. geht er von einer arabischen Wurzel mit der Bedeutung "aufspringen machen" aus. Und diese Bedeutung wird von Exegeten dann weitergeführt entweder zu "aufschrecken" (Childs 2001Childs, Brevard S.: Isaiah. Louisville, 2001., Paul 2012Paul, Shalom M.: Isaiah 40-66. Translation and Commentary. Grand Rapids, 2012., Watts 1987Watts, John D. W.: Isaiah 34-66. New York, 1987. usw.: "startle") oder zu "verwundern" (Blenkinsopp 2002Blenkinsopp, Joseph: Isaiah 40-55. A New Translation with Introduction and Commentary. New York, 2002., Westermann 1966Westermann, Claus: Das Buch Jesaja. Kapitel 40-66. Göttingen, 1966., Ziegler 1958Ziegler, Joseph: Das Buch Isaias. Würzburg, 1958. usw.). Noch näher wäre Edel 1964Edel, Reiner-Friedeman: Hebräisch-Deutsche Präparation zu Jesaja. Marburg, 1964.: "Also wird er viele Völker aufspringen machen (sie in das lebhafteste Erstaunen setzen und mit der grössten Ehrfurcht erfüllen), über ihn werden König ihren Mund verschließen..." --Sebastian Walter 14:24, 20. Apr. 2014 (CEST)
Ich habe es mal selbst korrigiert; wenn du Childs nach wie vor anders verstehen würdest, kannst du's ja rückgängig machen. --Sebastian Walter 18:39, 28. Apr. 2014 (CEST)

Ich glaube, zu "Mund schließen" als Zeichen der Verehrung sollte man in einer FN auf Parallelstellen hinweisen. S. Ijob 29,9; 40,4; (Mic 7,16). --Sebastian Walter 22:24, 12. Apr. 2014 (CEST)

Kannst du gerne machen. --Olaf 21:35, 17. Apr. 2014 (CEST)
Getan. --Sebastian Walter 18:39, 28. Apr. 2014 (CEST)

Die Qatals könnten einfach zukünftige Vorzeitigkeit (=Futur II) sein, "werden sie [dann] gesehen haben" + "werden sie [dann] verstanden haben", denn das ist ja der Grund für das den-Mund-Schließen der Könige, also dem vorgelagert. So auch Baltzer 1999Baltzer, Klaus: Deutero-Jesaja. Gütersloh, 1999.. Auch gehört das im Gegensatz zum prophetischen Perfekt ganz gewöhnlich zur Zeitsemantik des Qatal. (Als prophetisches Perfekt kann man natürlich trotzdem analysieren; ich wollte das nur als Alternative vermerken und finde es wg. dem Vorgelagert-Sein tatsächlich ein bisschen sinnvoller. Natürlich wieder nur für die Analyse in der SF, Futur II in der LF ist wohl keine Alternative (zu unschön)). --Sebastian Walter 20:33, 12. Apr. 2014 (CEST)

OK. Baust du es ein? --Olaf 21:35, 17. Apr. 2014 (CEST)
Getan. --Sebastian Walter 18:39, 28. Apr. 2014 (CEST)

Literaturangabe[Bearbeiten]

  • Alexander, Joseph Addison (1865): Commentary on the Prophecies of Isaiah. Vol. II. Edinburgh.
  • Allen, L. C. (1971): Isaiah LIII 2 Again, in: VT 21. S. 490;
  • Baltzer, Klaus (1999): Deutero-Jesaja (= KAT X,2). Gütersloh.
  • Barré, Michael L. (2000): Observations on the Last Servant Song (Isaiah 52:13-53:12), in: CBQ 62. S. 1-27.
  • Barthélemy, D. (1986): Critique textuelle de l'Ancient Testament. Tome 2: Isaie, Jérémie, Lamentations (=OBO 50/2). Fribourg/Göttingen.
  • Berlin/Brettler 2005Berlin, Adele/Marc Zvi Brettler: The Jewish Study Bible. Oxford, 2005.: Berlin, Adele / Brettler, Marc Zvi (Hrsg.): The Jewish Study Bible, Oxford University Press, 2005
  • Blenkinsopp, Joseph (2002): Isaiah 40-55. A New Translation with Introduction and Commentary (=AB 19A). New York.
  • Blythin, Islwyn (1966): A Consideration of Difficulties in the Hebrew Text of Isaiah 53:11, in: TB 27/1. S. 27-31.
  • Driver, G. R. (1937): Linguistic and Textual Problems: Isaiah I-XXXIX, in: JThS 36. S. 36-50.
  • Driver, G. R. (1968): Isiah 52,13-53,12: the Servant of the Lord, in: Matthew Black / Georg Fohrer (Hgg.): In Memoriam Paul Kahle (=BZAW 103). Berlin.
  • Edel, Reiner-Friedeman (1964): Hebräisch-Deutsche Präparation zu Jesaja. Marburg.
  • Ehrlich, Arnold B. (1912): Randglossen zur Hebräischen Bibel. Textkritisches, Sprachliches und Sachliches. Vierter Band: Jesaja, Jeremia. Leipzig.
  • Friedman, Richard Elliott (1977): The Biblical Expression Mastîr panîm, in: HAR 1. S. 139-147.
  • Gordon, R. P. (1970): Isa LII 2, in: VT 20. S. 491f.
  • Hempel, Johannes (1924): Hebräisches Wörterbuch zu Jesaja (=Einzelwörterbücher zum Alten Testament 2). Gießen.
  • Hermisson, Hans-Jürgen (1996): Das vierte Gottesknechtslied im dueterojesajanischen Kontext, in: Bernd Janowski / Peter Stuhlmacher: Der leidende Gottesknecht. Jesaja 53 und seine Wirkungsgeschichte. Mit einer Bibliographie zu Jes 53. Tübingen.
  • Joachimsen, Kristin (2011): Identities in Transition. The Pursuit of Isa. 52:13-53:12 (=VT Sup 142). Leiden/Boston.
  • Kaiser, Otto (1959): Der königliche Knecht: eine traditionsgeschichtlich-exegetische Studie über die Ebed-Jahwe-Lieder bei Deuterojesaja (=FRLANT 70). Göttingen.
  • K/D = Delitzsch, Franz (1889): Commentar über das Buch Jesaja. Leipzig.
  • North, Christopher R. (1964): The Second Isaiah. Introduction, Translation and Commentary to Chapters XL-LV. Oxford.
  • Nyberg, H. S. (1942): Smärtoras man. En studie till Jes. 52,13-53,12 (=SEA 7). ?
  • Paul, Shalom M. (2012): Isaiah 40-66. Translation and Commentary (=ECC). Grand Rapids.
  • Schenker, Adrian (2001): Knecht und Lamm Gottes (Jesaja 53). Übernahme von Schuld im Horizont der Gottesknechtslieder (=SBS 190). Stuttgart.
  • Schmidt, Uta (2013): Zukunftsvorstellungen in Jesaja 49-55. Eine textpragmatische Untersuchung von Kommunikation und Bildwelt. Neukirchen-Vluyn.
  • Soggin, J. Alberto (1975): Tod und Auferstehung des leidenden Gottesknechts, in: ZAW 97, 1975. S. 346-355.
  • Thomas, D. Winton (1969): A Consideration of Isaiah LIII in the Light of Recent Textual and Philological Study, in: H. Cazelles (Hg.): De Mari à Qumrân. Fest. J. Coppens (=BETL 24). Gembloux. S. 122f.
  • Watts, John D. W. (1987): Isaiah 34-66 (=WBC 25). New York.
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  • Ziegler, Joseph (1958): Das Buch Isaias. Würzburg.