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{{S|1}} Dies zeigte mir (ließ mich sehen) der Herr JHWH:<ref name="Botenformel">''Dies zeigte mir der Herr JHWH /er'' (Vv. 1.4.7) + ''Dies sprach Amos'' (V. 11) + ''Dies sprach JHWH'' (V. 17) - In Vv. 1.3.7 steht eine Abwandlung der Botenformel aus Am 1-3; s. dort. Man könnte sagen, in Am 7 ändert sich Gottes „Kommunikationsmodus“ vom Mitteilen von Worten zum Wahrnehmen-Lassen von Visionen. In V. 11 verwendet dagegen ironischerweise der Priester Amazja die typische Botenformel – von ''Amos'', woraufhin Amos in V. 17 ein weiteres Mal zur üblichen Botenformel greift.</ref> | {{S|1}} Dies zeigte mir (ließ mich sehen) der Herr JHWH:<ref name="Botenformel">''Dies zeigte mir der Herr JHWH /er'' (Vv. 1.4.7) + ''Dies sprach Amos'' (V. 11) + ''Dies sprach JHWH'' (V. 17) - In Vv. 1.3.7 steht eine Abwandlung der Botenformel aus Am 1-3; s. dort. Man könnte sagen, in Am 7 ändert sich Gottes „Kommunikationsmodus“ vom Mitteilen von Worten zum Wahrnehmen-Lassen von Visionen. In V. 11 verwendet dagegen ironischerweise der Priester Amazja die typische Botenformel – von ''Amos'', woraufhin Amos in V. 17 ein weiteres Mal zur üblichen Botenformel greift.</ref> | ||
Siehe: | Siehe: Er schuf Heuschrecke[n] zum Anfang des Wachsens des Spätwuchses (Spätschnitts), | ||
und siehe: [Es war] der Spätwuchs (der Spätschnitt) nach der Ernte des Königs, | |||
{{S|2}} Und [es] geschah, als man fertig war, die Pflanzen {der Erde} zu essen (fressen; Und als sie fertig waren, die Pflanzen abzufressen,...).<ref>Ist der Text korrekt, muss 2a eine weitere Zeitangabe nach den beiden in 1c und 1d sein. Die Heuschrecken kommen also erstens zu einem Zeitpunkt, zu dem es aussichtslos ist, dass nach ihrem Weiterziehen noch einmal etwas wachsen könnte (s.o.) und zweitens zu einem Zeitpunkt, zu dem auch sonst keine pflanzliche Nahrung mehr übrig ist. Zum ''wehajah `im''-Satz ohne Apodosis ließe sich nur [[Sacharja 6#s15 |Sach 6,15]] vergleichen, zu ''wehajah `im'' mit temporalem statt konditionalem ''`im'' nur [[Richter 6#s3 |Ri 6,3]] (!) und vielleicht [[Richter 4#s20 |Ri 4,20]]; [[1 Samuel 3#s9 |1 Sam 3,9]]; [[2 Samuel 11#s20 |2 Sam 11,20]].<br /> | |||
'''Genauer''': Die Stelle ist grammatisch problematisch. Sie beginnt mit ''wehajah `im'' („Und es wird/soll geschehen: Falls/wenn...“). In dieser Konstruktion ist ''wehajah'' für gewöhnlich kein Vollverb, sondern ein Textdeiktikon, das anzeigt, dass der Satz nach dem direkt folgenden und mit ''`im'' eingeleiteten Satz ein futurischer oder modaler Satz (s. [[Numeri 15#s24 |Num 15,24]]; [[Deuteronomium 8#s19 |Dtn 8,19]]; [[Deuteronomium 11#s13 |11,13]]; [[Deuteronomium 20#s11 |20,11]]; [[Deuteronomium 21#s14 |21,14]]; [[Deuteronomium 24#s1 |24,1]]; [[Deuteronomium 25#s2 |25,2]]; [[Deuteronomium 28#s1 |28,1.15]]; [[Richter 4#s20 |Ri 4,20]]; [[1 Samuel 3#s9 |1 Sam 3,9]]; [[1 Samuel 23#s23 |23,23]]; [[2 Samuel 11#s20 |2 Sam 11,20]]; [[1 Könige 11#s38 |11,38]]; [[Jeremia 12#s16 |Jer 12,16]]; [[Jeremia 17#s24 |17,24]]; [[Amos 6#s9 |Am 6,9]]) oder selten auch ein iterativer Satz (s. [[Genesis 38#s9 |Gen 38,9]]; [[Numeri 21#s9 |Num 21,9]]; [[Richter 6#s3 |Ri 6,3]]) sein wird. Der ''`im''-Satz ist dabei fast stets ein konditionaler Satz. Bsp: Am 6,9: „Und es wird geschehen (''wehajah''): Wenn (''`im'' = falls) zehn Männer in einem Haus übrig bleiben, [Apodosis:] werden sie sterben.“ Ähnlich kann ''wehajah'' mit folgendem ''b-'' + [Zeitangabe] oder mit ''b-'' + Inf. cstr. verwendet werden (s. z.B. [[Deuteronomium 27#s2 |Dtn 27,2.4]]: „Und es soll geschehen (''wehajah''): Am Tag, an dem ihr über den Jordan setzt..., [Apodosis:] sollst du dir große Steine aufrichten. ... [V. 4:] Und es soll geschehen (''wehajah''): nach-eurem-Übersetzen über den Jordan ... [Apodosis:] sollt ihr diese Steine ... auf dem Berg Ebal aufrichten.“) oder mit ''k-'' / ''ki'' / ''ka`ascher'' (z.B. [[Deuteronomium 26#s1 |Dtn 26,1f.]]: „Und es soll geschehen (''wehajah''): Wenn (''ki'') du in das Land kommst ..., [Apodosis: sollst du deine Erstlingsfrüchte opfern].“). Das Verb in der Apodosis ist dabei stets ein Yiqtol- oder Weqatal-Verb.<br />Neben Am 7,2 werden weitere acht Stellen gelegentlich als Fälle mit „außergewöhnlicher ''wehajah''-Verwendung“ aufgezählt. Aus diesen auszuscheiden sind sicher Ri 6,3 (s.o.: iterativ); [[2 Samuel 6#s16 |2 Sam 6,16]] (wo 4QSam<sup>a</sup> und der parallele Vers [[2 Chroniken 15#s29 |2 Chr 15,29]] ''wajehi'' haben) und [[Jesaja 37#s11 |Jes 37,11]] (wo erstens alle wichtigen MSS nach dem Vers Setumah haben, so dass man sicher nicht als Protasis analysieren kann, und wo zweitens ebenfalls viele MSS ''wajehi'' lesen). Bleiben als Parallelen also noch die vier Verse [[1 Samuel 10#s9 |1 Sam 10,9]]; [[1 Samuel 13#s22 |13,22]]; [[1 Samuel 17#s48 |17,48]]; [[2 Könige 3#s15 |2 Kön 3,15]], bei denen ebenso wie scheinbar hier mit Wayyiqtol oder mit Qatal fortgefahren wird, außerdem der sehr merkwürdige V. [[1 Samuel 25#s20 |1 Sam 25,20]]. Auch bei den vier 1 Sam-Stellen gibt es jeweils auch wenige MSS, die ''wajehi'' oder nur ''hajah'' lesen; sehr wahrscheinlich sind dies aber sämtlich nachträgliche Korrekturen und deshalb so schwach und i.d.R. nur in jungen MSS bezeugt; bei 2 Kön 3,15 scheint es gar keine alternative Lesart zu geben (auch hier will aber BHS ''wajehi'' lesen). Isaksson 1998, S. 22f. und Blum 2008, S. 131 nehmen an, dass bei diesen Stellen ''wehajah'' anzeigen soll, dass das in Protasis und Apodosis Geschilderte ''gleichzeitig'' geschehe (z.B. 1 Sam 10,9: „Und es geschah (''wehajah''): Bei-seinem-sich-Umdrehen, um von Samuel wegzugehen, [Apodosis:] verwandelte Gott sein Herz“; entsprechend hier: „Und es geschah (''wehajah''): Als sie gerade fertig wurden mit dem Fressen der Pflanzen, [Protasis:] sprach ich: ...“; so zur Stelle bereits Gese 1981, S. 76 [der noch [[1 Samuel 1#s12 |1 Sam 1,12]] vergleicht, wo ''wehajah'' aber wahrscheinlich wie in WHM nicht als Weqatal, sondern als Waw-Qatal zu analysieren ist] und Seidl 1987). Doch das ist vor dem Hintergrund der sehr einheitlichen sonstigen Verwendung von ''wehajah''-Vordersätzen eine sehr gewagte Annahme (dagegen auch Stipp 1991, S. 538). Sicher weniger gewagt ist die Annahme, dass hier jeweils ''wjhj'' als ''whjh'' verschrieben wurde.<br />Alternativ will Garrett 2008 die Stelle iterativ verstehen („Wann immer sie damit fertig wurden, die Pflanzen zu fressen, sprach ich...“), was sich aber nicht mit dem Wayyiqtol vereinbaren lässt. Ginsburg und Hammershaimb wollen ''wajehi'' lesen, aber die Sequenz ''wajehi `im'' existiert nicht im Heb. Verbreitet ist außerdem die Textkorrektur von ''whjh `jm-klh'' zu ''wjhj h` mklh'' („Und es geschah: [Als] diese fertig seiend [waren] (die Pflanzen zu fressen)“, so z.B. BHS, Wellhausen, Harper, Driver, Sellin, Robinson, Mays), aber richtig Gordis 1979-80: das wäre kaum idiomatisch; weder die Sequenz ''wjhj h`'' noch ''klh'' i.S.v. „fertig sein“ als Partizip. Die Primärübersetzung oben scheint also die einzige Option zu sein, wenn man bei Isaksson und Blum nicht mitgehen kann, und auch diese Option ist merkwürdig. Wahrscheinlich ist der Text verderbt, aber die bisherigen Vorschläge zur Textkorrektur gehen nicht an.</ref> | |||
Da sprach ich:: „Wie wird Jakob bestehen, weil er klein ist?“ | |||
{{S|3}} Es tat JHWH Leid über dieses. „Es soll nicht geschehen!“, spricht JHWH. | {{S|3}} Es tat JHWH Leid über dieses. „Es soll nicht geschehen!“, spricht JHWH. | ||
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Version vom 7. September 2021, 15:39 Uhr
Syntax ungeprüft


Anmerkungen
Studienfassung (Amos 7)
1 Dies zeigte mir (ließ mich sehen) der Herr JHWH:〈a〉
Siehe: Er schuf Heuschrecke[n] zum Anfang des Wachsens des Spätwuchses (Spätschnitts),
und siehe: [Es war] der Spätwuchs (der Spätschnitt) nach der Ernte des Königs,
2 Und [es] geschah, als man fertig war, die Pflanzen {der Erde} zu essen (fressen; Und als sie fertig waren, die Pflanzen abzufressen,...).〈b〉
Da sprach ich:: „Wie wird Jakob bestehen, weil er klein ist?“
3 Es tat JHWH Leid über dieses. „Es soll nicht geschehen!“, spricht JHWH.
4 Dies zeigte mir (ließ mich sehen) der Herr JHWH:〈a〉
Siehe: der Herr JHWH rief zum Gericht〈c〉 mit dem Feuer〈d〉 und es fraß die große Flut und es fraß das Feld.
5 Und ich sprach: „Herr JHWH, lass doch ab! Wie wird Jakob bestehen, weil er klein ist?“
6 Es tat JHWH Leid über dieses. „Auch dies soll nicht geschehen!“, spricht der Herr JHWH.
7 Dies zeigte er mir (ließ mich sehen):〈a〉
Siehe: der Herr stellte sich auf eine senkrechte Mauer und in seiner Hand war ein Blei〈e〉.
8 Und der Herr sprach zu mir: „Was siehst du, Amos?“ Und ich sprach: „Ein Blei.“ Und der Herr sprach: „Siehe, ich lege ein Blei an mein Volk Israel; ich werde nicht noch einmal fortfahren an ihm vorüberzugehen.
9 Und die Bamot〈f〉 Isaaks werden verwüstet und die Heiligtümer Israels werden verwüstet und ich werde mich erheben gegen das Haus Jerobeams mit dem Schwert.“
10 Und Amazja, der Priester von Bethel, ließ Jerobeam, dem König Israels, sagen (folgendermaßen): „Amos verschwört sich gegen dich in mitten des Hauses Israels; das Land vermag nichts zu tun gegen alle seine Worte.
11 Denn dies sprach Amos:〈a〉 'Durch das Schwert wird Jerobeam sterben und Israel wird bestimmt aus seinem Land deportiert werden.'“
12 Und Amazja sprach zu Amos: „Prophet, gehe, fliehe zu dir in das Land Juda und iss dort Brot und weissage dort.
13 Und in Bethel fahre nicht fort weiter weiszusagen, denn es ist das Heiligtum des Königs und das Haus des Königreiches ist es.“
14 Und Amos antwortete und sprach zu Amazja: „Ich bin kein Prophet und ich bin kein Prophetensohn, denn ich bin ein Hirte und ein Maulbeerfeigenbaumzüchter〈g〉 bin ich.“
15 Und JHWH nahm mich aus〈h〉 der Herde und JHWH sprach zu mir: „Gehe, weissage meinem Volk Israel!“
16 Und nun höre das Wort JHWHs: „Du sprichst〈i〉: 'Du sollst nicht weissagen über Israel und du sollst nicht weissagen〈j〉 über das Haus Isaak!'“
17 Deshalb sprach dies JHWH:〈a〉 „Deine Frau wird in der Stadt zur Hure werden und deine Söhne und deine Töchter werden durch das Schwert fallen und dein Land wird mit der Messschnur verteilt werden und du wirst auf unreinem Land sterben und Israel wird gewiss von seinem Land deportiert werden.“
Anmerkungen
| a | Dies zeigte mir der Herr JHWH /er (Vv. 1.4.7) + Dies sprach Amos (V. 11) + Dies sprach JHWH (V. 17) - In Vv. 1.3.7 steht eine Abwandlung der Botenformel aus Am 1-3; s. dort. Man könnte sagen, in Am 7 ändert sich Gottes „Kommunikationsmodus“ vom Mitteilen von Worten zum Wahrnehmen-Lassen von Visionen. In V. 11 verwendet dagegen ironischerweise der Priester Amazja die typische Botenformel – von Amos, woraufhin Amos in V. 17 ein weiteres Mal zur üblichen Botenformel greift. (Zurück zu v.1 / zu v.4 / zu v.7 / zu v.11 / zu v.17) |
| b | Ist der Text korrekt, muss 2a eine weitere Zeitangabe nach den beiden in 1c und 1d sein. Die Heuschrecken kommen also erstens zu einem Zeitpunkt, zu dem es aussichtslos ist, dass nach ihrem Weiterziehen noch einmal etwas wachsen könnte (s.o.) und zweitens zu einem Zeitpunkt, zu dem auch sonst keine pflanzliche Nahrung mehr übrig ist. Zum wehajah `im-Satz ohne Apodosis ließe sich nur Sach 6,15 vergleichen, zu wehajah `im mit temporalem statt konditionalem `im nur Ri 6,3 (!) und vielleicht Ri 4,20; 1 Sam 3,9; 2 Sam 11,20. Genauer: Die Stelle ist grammatisch problematisch. Sie beginnt mit wehajah `im („Und es wird/soll geschehen: Falls/wenn...“). In dieser Konstruktion ist wehajah für gewöhnlich kein Vollverb, sondern ein Textdeiktikon, das anzeigt, dass der Satz nach dem direkt folgenden und mit `im eingeleiteten Satz ein futurischer oder modaler Satz (s. Num 15,24; Dtn 8,19; 11,13; 20,11; 21,14; 24,1; 25,2; 28,1.15; Ri 4,20; 1 Sam 3,9; 23,23; 2 Sam 11,20; 11,38; Jer 12,16; 17,24; Am 6,9) oder selten auch ein iterativer Satz (s. Gen 38,9; Num 21,9; Ri 6,3) sein wird. Der `im-Satz ist dabei fast stets ein konditionaler Satz. Bsp: Am 6,9: „Und es wird geschehen (wehajah): Wenn (`im = falls) zehn Männer in einem Haus übrig bleiben, [Apodosis:] werden sie sterben.“ Ähnlich kann wehajah mit folgendem b- + [Zeitangabe] oder mit b- + Inf. cstr. verwendet werden (s. z.B. Dtn 27,2.4: „Und es soll geschehen (wehajah): Am Tag, an dem ihr über den Jordan setzt..., [Apodosis:] sollst du dir große Steine aufrichten. ... [V. 4:] Und es soll geschehen (wehajah): nach-eurem-Übersetzen über den Jordan ... [Apodosis:] sollt ihr diese Steine ... auf dem Berg Ebal aufrichten.“) oder mit k- / ki / ka`ascher (z.B. Dtn 26,1f.: „Und es soll geschehen (wehajah): Wenn (ki) du in das Land kommst ..., [Apodosis: sollst du deine Erstlingsfrüchte opfern].“). Das Verb in der Apodosis ist dabei stets ein Yiqtol- oder Weqatal-Verb. Neben Am 7,2 werden weitere acht Stellen gelegentlich als Fälle mit „außergewöhnlicher wehajah-Verwendung“ aufgezählt. Aus diesen auszuscheiden sind sicher Ri 6,3 (s.o.: iterativ); 2 Sam 6,16 (wo 4QSama und der parallele Vers 2 Chr 15,29 wajehi haben) und Jes 37,11 (wo erstens alle wichtigen MSS nach dem Vers Setumah haben, so dass man sicher nicht als Protasis analysieren kann, und wo zweitens ebenfalls viele MSS wajehi lesen). Bleiben als Parallelen also noch die vier Verse 1 Sam 10,9; 13,22; 17,48; 2 Kön 3,15, bei denen ebenso wie scheinbar hier mit Wayyiqtol oder mit Qatal fortgefahren wird, außerdem der sehr merkwürdige V. 1 Sam 25,20. Auch bei den vier 1 Sam-Stellen gibt es jeweils auch wenige MSS, die wajehi oder nur hajah lesen; sehr wahrscheinlich sind dies aber sämtlich nachträgliche Korrekturen und deshalb so schwach und i.d.R. nur in jungen MSS bezeugt; bei 2 Kön 3,15 scheint es gar keine alternative Lesart zu geben (auch hier will aber BHS wajehi lesen). Isaksson 1998, S. 22f. und Blum 2008, S. 131 nehmen an, dass bei diesen Stellen wehajah anzeigen soll, dass das in Protasis und Apodosis Geschilderte gleichzeitig geschehe (z.B. 1 Sam 10,9: „Und es geschah (wehajah): Bei-seinem-sich-Umdrehen, um von Samuel wegzugehen, [Apodosis:] verwandelte Gott sein Herz“; entsprechend hier: „Und es geschah (wehajah): Als sie gerade fertig wurden mit dem Fressen der Pflanzen, [Protasis:] sprach ich: ...“; so zur Stelle bereits Gese 1981, S. 76 [der noch 1 Sam 1,12 vergleicht, wo wehajah aber wahrscheinlich wie in WHM nicht als Weqatal, sondern als Waw-Qatal zu analysieren ist] und Seidl 1987). Doch das ist vor dem Hintergrund der sehr einheitlichen sonstigen Verwendung von wehajah-Vordersätzen eine sehr gewagte Annahme (dagegen auch Stipp 1991, S. 538). Sicher weniger gewagt ist die Annahme, dass hier jeweils wjhj als whjh verschrieben wurde. Alternativ will Garrett 2008 die Stelle iterativ verstehen („Wann immer sie damit fertig wurden, die Pflanzen zu fressen, sprach ich...“), was sich aber nicht mit dem Wayyiqtol vereinbaren lässt. Ginsburg und Hammershaimb wollen wajehi lesen, aber die Sequenz wajehi `im existiert nicht im Heb. Verbreitet ist außerdem die Textkorrektur von whjh `jm-klh zu wjhj h` mklh („Und es geschah: [Als] diese fertig seiend [waren] (die Pflanzen zu fressen)“, so z.B. BHS, Wellhausen, Harper, Driver, Sellin, Robinson, Mays), aber richtig Gordis 1979-80: das wäre kaum idiomatisch; weder die Sequenz wjhj h` noch klh i.S.v. „fertig sein“ als Partizip. Die Primärübersetzung oben scheint also die einzige Option zu sein, wenn man bei Isaksson und Blum nicht mitgehen kann, und auch diese Option ist merkwürdig. Wahrscheinlich ist der Text verderbt, aber die bisherigen Vorschläge zur Textkorrektur gehen nicht an. (Zurück zu v.2) |
| c | Das Verb meint, im forensischen Sinn zu streiten (Zurück zu v.4) |
| d | Oder: der Herr JHWH rief einen Feuerregen (Zurück zu v.4) |
| e | im Sinne eines Senkbleis (Zurück zu v.7) |
| f | Bamot kann einfach (Berg-)Höhen meinen, aber auch Höhenheiligtümer, die dem reinen JHWH-Kult nicht entsprachen. (Zurück zu v.9) |
| g | d.h. Feigen anritzen, damit sie süßer werden. Eine damals sehr schlecht bezahlte Arbeit. (Zurück zu v.14) |
| h | Wörtlich: „von hinter“. (Zurück zu v.15) |
| i | Partizip, also wörtlich: „Du [bist] ein Sprechender“. (Zurück zu v.16) |
| j | Das Verbum meint eigentlich nicht „weissagen“, sondern „herabtropfen lassen“, im Sinne von: die Rede über die Lippen tropfen/strömen lassen. (Zurück zu v.16) |