1 Könige 19: Unterschied zwischen den Versionen

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{{S|6}} Und er schaute [sich um], und da!, zu seinem Haupt (auf seinem Kissen-Stein?)<ref>''zu seinem Haupt (auf seinem Kissen-Stein?)'' - Zur Alternative: Im Heb. steht die Nahrung auf Elijas ''mero`š'', einer Wortbildung aus ''ro`š'' („Kopf“) und dem Lokal-Präfix ''m-''. Vgl. z.B. ''zabal'' „wohnen“ > ''mizbal'' „Wohnort“, ''satar'' „verstecken“ > ''mistar'' „Versteck“ und v.a. ''šakab'' „liegen“ > ''miškab'' „Liegeort“ = „Bett“; entsprechend dann hier ''ro`š'' „Kopf“ > ''mero`š'' „Kopf-Ort“ = Kissen? So jedenfalls Syr: ''`essad'' „Kopfstütze, Kissen“. Gemeint sein könnte etwas wie der Stein des Jakob, vgl. [[Genesis 28#s11 |Gen 28,11]] mit dem selben Wort, was nicht heißen muss: „er nahm einen Stein und legte ihn nieder an seinem Kopf-Ort“, sondern auch: „... und legte ihn nieder als sein Kissen“. Vgl. noch [[1 Samuel 19#s13 |1 Sam 19,13]]: „Michal nahm den Teraphim, legte es ins Bett und das Geflecht aus Ziegenhaar auf sein ''mero`š'' und deckte ihn mit einer Decke zu.“ (auch V. 16) – deutet man als „Kissen“, muss man nicht annehmen, dass ein Teraphim einen „Kopf“ hat. In [[1 Samuel 26#s7 |1 Sam 26,7]].11f.26 dagegen wäre schon wie üblich „zu seinem Haupte“ zu übersetzen. Ich (S.W.) halte diese Deutung an allen drei Stellen für besser; so übersetzt hier aber niemand, daher besser auch nicht OfBi.</ref> [standen] ein auf einem Glühstein [gebackenes]<ref>''auf einem Glühstein gebacken'' - VUL legt nahe, wie dies zu verstehen ist: ''subcinericius panis'', ein „Unter-Aschen-Kuchen“. Der „Glühstein“ war also offenbar nicht das Pendant einer Pfanne, sondern das Pendant eines Grills, in dem / auf dem Kohle und Asche lagen. Erwähnt wird er dann nicht, weil „Glühstein-Brot“ ''besseres'' Brot war, sondern weil durch die Formulierung der „Glühstein“ (heiß) und das „Wasser“ (kalt) eine Art Merismus bildeten: „ein Brot des Glühsteins und eine Krug des Wassers“. Gleichzeitig ist die Formulierung chiastisch: (A) Nahrung – (B) Instrument – (B') Instrument – (A') Nahrung. S. noch übernächste FN: V. 6 ist offensichtlich gehobene, kunstvoll formulierte Prosa.</ref> Brot und ein Krug mit Wasser. Da ([stand er auf und])<ref>'''Textkritik''': ''er stand auf'' nur nach LXX (außer LXX<sup>H</sup>), VL; assim-V. 5.</ref> aß er und trank er und (kehrte um und legte sich=) legte sich wieder hin.<ref>''er trank und kehrte um und legte sich'' - „kehrte um und legte sich“ i.S.v. „er legte sich wieder“ ist eine ganz gewöhnliche Konstr. im Heb.; hier aber auffällig, da das Ende des Verses so stark assonant ist: ''wajješt wajjašab wajjiškab''.</ref>
{{S|6}} Und er schaute [sich um], und da!, zu seinem Haupt (auf seinem Kissen-Stein?)<ref>''zu seinem Haupt (auf seinem Kissen-Stein?)'' - Zur Alternative: Im Heb. steht die Nahrung auf Elijas ''mero`š'', einer Wortbildung aus ''ro`š'' („Kopf“) und dem Lokal-Präfix ''m-''. Vgl. z.B. ''zabal'' „wohnen“ > ''mizbal'' „Wohnort“, ''satar'' „verstecken“ > ''mistar'' „Versteck“ und v.a. ''šakab'' „liegen“ > ''miškab'' „Liegeort“ = „Bett“; entsprechend dann hier ''ro`š'' „Kopf“ > ''mero`š'' „Kopf-Ort“ = Kissen? So jedenfalls Syr: ''`essad'' „Kopfstütze, Kissen“. Gemeint sein könnte etwas wie der Stein des Jakob, vgl. [[Genesis 28#s11 |Gen 28,11]] mit dem selben Wort, was nicht heißen muss: „er nahm einen Stein und legte ihn nieder an seinem Kopf-Ort“, sondern auch: „... und legte ihn nieder als sein Kissen“. Vgl. noch [[1 Samuel 19#s13 |1 Sam 19,13]]: „Michal nahm den Teraphim, legte es ins Bett und das Geflecht aus Ziegenhaar auf sein ''mero`š'' und deckte ihn mit einer Decke zu.“ (auch V. 16) – deutet man als „Kissen“, muss man nicht annehmen, dass ein Teraphim einen „Kopf“ hat. In [[1 Samuel 26#s7 |1 Sam 26,7]].11f.26 dagegen wäre schon wie üblich „zu seinem Haupte“ zu übersetzen. Ich (S.W.) halte diese Deutung an allen drei Stellen für besser; so übersetzt hier aber niemand, daher besser auch nicht OfBi.</ref> [standen] ein auf einem Glühstein [gebackenes]<ref>''auf einem Glühstein gebacken'' - VUL legt nahe, wie dies zu verstehen ist: ''subcinericius panis'', ein „Unter-Aschen-Kuchen“. Der „Glühstein“ war also offenbar nicht das Pendant einer Pfanne, sondern das Pendant eines Grills, in dem / auf dem Kohle und Asche lagen. Erwähnt wird er dann nicht, weil „Glühstein-Brot“ ''besseres'' Brot war, sondern weil durch die Formulierung der „Glühstein“ (heiß) und das „Wasser“ (kalt) eine Art Merismus bildeten: „ein Brot des Glühsteins und eine Krug des Wassers“. Gleichzeitig ist die Formulierung chiastisch: (A) Nahrung – (B) Instrument – (B') Instrument – (A') Nahrung. S. noch übernächste FN: V. 6 ist offensichtlich gehobene, kunstvoll formulierte Prosa.</ref> Brot und ein Krug mit Wasser. Da ([stand er auf und])<ref>'''Textkritik''': ''er stand auf'' nur nach LXX (außer LXX<sup>H</sup>), VL; assim-V. 5.</ref> aß er und trank er und (kehrte um und legte sich=) legte sich wieder hin.<ref>''er trank und kehrte um und legte sich'' - „kehrte um und legte sich“ i.S.v. „er legte sich wieder“ ist eine ganz gewöhnliche Konstr. im Heb.; hier aber auffällig, da das Ende des Verses so stark assonant ist: ''wajješt wajjašab wajjiškab''.</ref>
{{S|7}} Und es kam zurück der Bote JHWHs ein zweites Mal (da kehrte ein zweiter Bote JHWHs zurück) und stieß (fasste) ihn an und sagte: „Steh auf, iss! Denn [sonst ist] (genug=) zu weit<ref>''zu weit'' - w. „genug“, das selbe Wort, das Elija Gott in V. 4 entgegengeschleudert hat. Wenn möglich, sollte das in der Lf erkennbar sein. Vielleicht: „Sonst ist's nicht genug für deinen weiten Weg“? Oder wie B-R: „Erheb dich, iß, genug noch hast du des Wegs.“</ref> für dich der Weg!“
{{S|7}} Und es kam zurück der Bote JHWHs ein zweites Mal (da kehrte ein zweiter Bote JHWHs zurück) und stieß (fasste) ihn an und sagte: „Steh auf, iss! Denn [sonst ist] (genug=) zu weit<ref>''zu weit'' - w. „genug“, das selbe Wort, das Elija Gott in V. 4 entgegengeschleudert hat. Wenn möglich, sollte das in der Lf erkennbar sein. Vielleicht: „Sonst ist's nicht genug für deinen weiten Weg“? Oder wie B-R: „Erheb dich, iß, genug noch hast du des Wegs.“</ref> für dich der Weg!“
{{S|8}} Da stand er auf ({stand er auf}<ref>'''Textkritik''': ohne „stand er auf“ nur LXX<sup>H</sup>, assim-V. 6.</ref>) und aß und trank und ging mit der Kraft dieses Essens 40 Tage und 40 Nächte [durch] bis zum ([Gottes-])Berg Horeb.<ref>'''Textkritik''': LXX<sup>B, L</sup>: „Berg Horeb“. Dagegen MT, Tg, VUL, Syr: „Gottesberg Horeb“, assim-[[Exodus 3#s1 |Ex 3,1]]. So auch Stade/Schwally; Hugo 2010.</ref>
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Version vom 23. Mai 2022, 18:59 Uhr

Syntax ungeprüft

Status: Studienfassung zu prüfen – Eine erste Übersetzung aus dem Urtext ist komplett, aber noch nicht mit den Übersetzungskriterien abgeglichen und nach den Standards der Qualitätssicherung abgesichert worden und sollte weiter verbessert und geprüft werden. Auf der Diskussionsseite ist Platz für Verbesserungsvorschläge, konstruktive Anmerkungen und zum Dokumentieren der Arbeit am Urtext.
Status: Lesefassung folgt später – Bevor eine Lesefassung erstellt werden kann, muss noch an der Studienfassung gearbeitet werden. Siehe Übersetzungskriterien und Qualitätssicherung Wir bitten um Geduld.

Lesefassung (1 Könige 19)

(kommt später)

Studienfassung (1 Könige 19)

1 Dann erzählte Ahab der Isebel([, seiner Frau])a alles, was Elija getan hatte, und wie (alles darüber, wie)b er getötet hatte alle ({alle})c die Propheten mit dem Schwert. 2 Da sandte Isebel einen Boten ([eine Botschaft])d zu Elija wie folgt: „Bist du Elija, bin ich Isebel! Woraus folgt:e Dies möge Gott (mögen die Götter?)f mir ([mir])g antun und darüber hinaus jenes,h wenn nicht morgen um diese Zeit dein Leben gleich dem Leben eines der ihren ist!“ 3 Da fürchtete sich (Da sah)i Elija und erhob sich und lief um sein Leben und kamj nach Beerscheba, das zu[m Königreich]k Juda [gehörte]. Dort ließ er seinen [Dienst-]Knaben zurück.

4 Nachdem er einen [ganzen] Tag langl in die Wüste gelaufen war, {kam er und}j setzte er sich unter einen einsamenm Ginsterbusch. Er wünschte seinem Leben, zu sterben, [indem] er sprach: „Genug jetzt, JHWH! (Ich habe genug, JHWH)!n Nimm mein Leben ([von mir]),o denn ich bin nicht besser (dran) als meine Vorfahren (Vorgänger?)!“p 5 Dann legte er sich hin und schlief unter dem einsamen Ginsterbusch (dort?).q Doch da!, einer (ein Bote)r stößt (fasst) ihn an und spricht zu ihm: „Steh auf, iss!“ 6 Und er schaute [sich um], und da!, zu seinem Haupt (auf seinem Kissen-Stein?)s [standen] ein auf einem Glühstein [gebackenes]t Brot und ein Krug mit Wasser. Da ([stand er auf und])u aß er und trank er und (kehrte um und legte sich=) legte sich wieder hin.v 7 Und es kam zurück der Bote JHWHs ein zweites Mal (da kehrte ein zweiter Bote JHWHs zurück) und stieß (fasste) ihn an und sagte: „Steh auf, iss! Denn [sonst ist] (genug=) zu weitw für dich der Weg!“ 8 Da stand er auf ({stand er auf}x) und aß und trank und ging mit der Kraft dieses Essens 40 Tage und 40 Nächte [durch] bis zum ([Gottes-])Berg Horeb.y

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Anmerkungen


Die Todesdrohung in V. 2 ist wohl nicht sonderlich ernst zu nehmen; hätte Isebel ihn wirklich töten wollen, hätte sie ihm keine Botschaft geschickt, sondern Soldaten (richtig deVries 2004; Thiel 2007; Merecz 2009). Sicher ist ihr Ziel (wie das von Amazja in Am 7), Elija aus dem Land zu treiben. Ganz überraschend gelingt ihr das nicht nur, sondern die Boschaft schlägt ein wie eine Bombe: ...

aTextkritik: Alle Vrs. wie in der Primärüs.; nur LXXB präzisiert: „Isebel, seiner Frau“. LXXB und LXXL präzisieren in diesem Kapitel ausgesprochen häufig die handelnden Subjekte (meist durch Benennung, wo der ursprüngliche Text nur „[Er] VERB“ hat). Das ist jeweils so sicher sekundär, dass es i.F. gar nicht erwähnt werden wird. (Zurück zu v.1)
bTextkritik: MT wie im vorangehenden Teilsatz: we`et-kol-`ašer; dort: „alles, was“, hier zur Not: „alles darüber, wie“. LXX, VUL, Syr und 1 MS dagegen setzen wa`ašer („und was“) oder weka`ašer („und wie“) voraus. MT ist sicher Angleichung an den vorangehenden Teilsatz; so auch Stade/Schwally, BHK; auch Cogan 2001; DeVries 2004; Sweeney 2007; Thiel 2007. (Zurück zu v.1)
cTextkritik: „alle“ nach MT, VUL, Tg, Syr, wenigen LXX-Mss und VL. Gestützt wird das zusätzlich dadurch, dass Syr und Tg dies dann auch noch präzisieren: „alle Propheten des Baal(Syr; auch LXX-Mss) / „alle falschen Propheten“ (Tg). In LXX und 7 MSS dagegen fehlt dieses „alle“. Stade/Schwally, BHK, BHS und z.B. DeVries 2004 halten die kürzere Variante für ursprünglich, aber richtig wohl Pruin 2006, S. 253, Thiel 2007, S. 218: Über die starke Bezeugung hinaus ist MT auch noch die lectio difficilior, weil Elija in 1 Kön 18 ja gar nicht alle Propheten getötet hat. (Zurück zu v.1)
dTextkritik: MT, Aq, Sym, VUL, Tg, Syr, einigen LXX-Mss und wenigen VL-Mss: „einen Boten“. Laut LXXH stand dieses Nomen aber nicht in Origines' Vorlage; auch LXXB, L bezeugen es nicht. Im Heb. wäre es auch in der Tat verzichtbar. Stade/Schwally, DeVries 2004 und Hugo 2010, S. 19 halten daher den kürzeren Text für ursprünglich. Aber angesichts der so starken Bezeugung sollte man die kürzere Variante besser so erklären, dass die LXX-Übersetzer nicht damit einverstanden waren, dass Isebel hier derart mit JHWH parallelisiert wird, da dieser im Folgenden ebenfalls einen Boten schicken wird. (Zurück zu v.2)
eBist du Elija, bin ich Isebel! Woraus folgt: ... - D.h. entweder: „Du bist zwar ‚JHWH ist Gott!‘, aber ich bin ‚Wo ist Baal!‘“ – Isebel spielte also mit der Bedeutung ihrer beider Namen, um zu signalisieren, dass der Wettstreit zwischen JHWH und Baal aus 1 Kön 18 noch lange nicht zu Ende gekämpft ist. Und nun wird er persönlich: Sie als die Baals-Repräsentantin wird veranlassen, dass es Elija als JHWH-Repräsentanten an den Kragen geht (so Gray 1970; DeVries 2004). Oder noch einfacher: „Du magst zwar ein nicht unbedeutender Prophet sein, aber ich bin, verdammt noch mal, die Königin!“ (so z.B. Cogan 2001; Hugo 2010, S 25)
Textkritik: Bist du Elija, bin ich Isebel! Woraus folgt: - Nur bezeugt durch LXXB, L und VL. Eine spätere Ergänzung wäre aber kaum erklärlich, einen Ausfall könnte man sich dagegen als Parablepsis erklären: Offenbar irrten die Augen eines Schreibers vom ersten le`mor („wie folgt“) direkt zum zweiten („woraus folgt“) ab (Eissfeldt 1967, S. 66; z.B. auch DeVries 2004; Thiel 2007; Schenker 2004, S. 134; Hugo 2010, S. 18). (Zurück zu v.2)
fTextkritik: Gott (Götter?) - Der Gott Israels und wohl auch andere Götter wird und werden im Heb. mit dem Plural-Wort „Götter“ bezeichnet. Manche LXX-Varianten übersetzen das „Götter“ an unserer Stelle mit Pl., andere mit Sg., und manche haben daraus ableiten wollen, dass ursprünglich hier nicht `elohim („Götter“), sondern `el („Gott“ = Baal) gestanden habe. Aber es ist ja nicht mal gewiss, wie die Vorlage dieser Sg.-LXX zu rekonstruieren ist, und die anderen Vrs. setzen sicher Pl. voraus. Am Sinn ändert es ohnehin nichts: In den meisten Verwendungen dieser Formel (s. übernächste FN) ist explizit von JHWH die Rede; entsprechend darf man erwarten, dass die Baals-Anhängerin Isebel hier nur von ihrem einen Gott Baal spricht. (Zurück zu v.2)
gTextkritik: mir steht in einigen MT-Mss nicht und lag auch Origines nicht vor. Alle anderen Vrs. bezeugen es und es gehört auch fest zur Formel; die Minus-Variante ist sicher ein reiner Schreibfehler. (Zurück zu v.2)
hDies möge Gott mir antun und darüber hinaus jenes, wenn nicht - sehr gebräuchliche Schwurformel (s. Rut 1,17; 1 Sam 3,17; 14,44; 20,13; 25,22; 2 Sam 3,9.35; 19,14; 1 Kön 2,23; 6,31; 20,10; 6,31). Gemeint ist etwa: „Ich schwöre: Ich werde Folgendes tun! Tue ich es nicht, soll mir ein schlimmes Unheil widerfahren!“ Das Unheil, das man mit dieser Schwurformel auf sich selbst herabruft, ist so entsetzlich, dass es stets nur mit „dies und darüber hinaus jenes“ umschrieben wird. Stark PAT: „Ich schwöre, und die Götter mögen mich strafen, wenn ich dich morgen ...“ (Zurück zu v.2)
iTextkritik: er fürchtete sich (er sah) - Beide Wörter haben im Heb. die selben Konsonanten. Als „er sah“ vokalisieren MT und Tg, sicher besser als „er sah“ aber LXX, JosAnt §348; VUL, Syr und auch wenige Mss und ein Tg-Ms. Fast alle halten denn auch richtig dies für die ursprünglich angezielte Bed. CTAT III, S. 372 u.v.a. erklären MT und Tg damit, dass ein Schreiber nicht vom eisernen Elija hätte sagen wollen, er habe sich gefürchtet – aber was hiernach folgt, stellt ihn ja in noch wesentlich schlechteres Licht als dieses Verb. (Zurück zu v.3)
jer lief um sein Leben und kam (V. 3) + Nachdem er gelaufen war, kam er (V. 4) - Häufige Doppelverbformel, mit der unterstrichen wird, dass eine längere Reise unternommen wird (s. zu Rut 2,3). V. 4a sollte daher im Dt. besser umformuliert werden. Besser als der Vorschlag der SF oben wäre einer, der in der LF deutlicher machte, wie parallel Vv. 4.5 formuliert sind: „[VERB] und [VERB] unter einem einsamen Ginsterbusch“. (Zurück zu v.3 / zu v.4)
kzum Königreich hat zwar auch eine leichte textkritische Stütze; so und so sollte man es aber im Dt. ergänzen, denn dies ist gemeint: Elija entzieht sich mit seiner Flucht nach Beerscheba am südlichsten Rand Judas dem Einflussbereich der zürnenden Königin.
Textkritik: LXXB, L nämlich präzisieren ähnlich: „im Lande Juda“. Vielleicht ist dies aber sogar nur inner-griechische Korruption des Artikels tän zum Nomen gän („Land“); auch davon unabhängig würde man es sicher als sekundär beurteilen. (Zurück zu v.3)
leinen [ganzen] Tag lang - W. „den Weg eines Tages“. (Zurück zu v.4)
meinen einsamen - w. „unter einen“ mit Numerale statt unbest. Artikel; zur Bed. „einsam“ vgl. richtig Gray 1970. (Zurück zu v.4)
nGenug jetzt, JHWH! (Ich habe genug, JHWH) - Ein unerhörter Ausruf. Man sieht das schon daran, dass die Vrs. zu unterschiedlichen Strategien griffen, um ihn abzuschwächen.
Textkritik: Nämlich: (1) LXXL streicht das „JHWH“, was die mit MT übereinstimmenden VL und das LXX-Ms c2 als sekundär erweisen; (2) die anderen LXX-Mss verschieben das Wort nach „nimm mein Leben von mir“, (3) die Vorlagen von VUL und Syr ergänzen ein li (w. „[Genug] für mich“, also „Ich kann nicht mehr!“), (4) Tg kombiniert mehrere Strategien, indem er erstens ebenfalls das li ergänzt und zweitens die ganze Wortfolge „jetzt, JWHW“ nach hinten schiebt.
tFN: Der trennende Akzent zwischen „genug“ und „jetzt“ spricht nicht gegen diese Auflösung; er rührt daher, dass „JHWH“ als Vokativ mit dem vorangehenden Wort verbunden werden und daher ein trennender Akzent andernsorts und daher eben hier stehen muss. (Zurück zu v.4)
oTextkritik: von mir nach LXX und 1 Ms; assim-Jon 4,3. (Zurück zu v.4)
pich bin nicht besser (dran) als meine Vorfahren (Vorgänger?) - entweder also: (1) „offensichtlich bin ich nichts Besonderes“, die Verzweiflung hat ihm den Glauben genommen, Instrument für Gottes wunderbares Handeln zu sein (z.B. Cogan 2001). (2) „Ich bin nicht besser dran als meine Vorfahren“: wie sie gestorben sind, bin nun auch ich dem Tode nahe! (so z.B. Hauser 1990, S. 63). (3) „Ich bin nicht besser als meine Vorgänger“, ich habe nicht mehr erreicht als die Propheten vor mir! (so Jeremias 1996, S. 487; Dharamraj 2006, S. 53; Thiel 2007), was allerdings nur funktioniert, wenn man wirklich aus 2 Kön 2,12 ableiten kann, dass ein Prophet seine Vorgänger als seine „Väter“ bezeichnen konnte, und das ist sehr unsicher. Mindestens zwischen (1) und (2) wird man sich gar nicht entscheiden müssen, sondern wird hier beides hören dürfen. (Zurück zu v.4)
qTextkritik: unter dem einsamen Ginsterbusch (dort?) - MT, LXXH, εβρ, VUL, Tg, Syr: „er schlief unter dem einsamen Ginsterbusch.“ LXXB dagegen: „er schlief dort unter dem Busch“, LXXL „er schlief unter dem Busch dort“. Ganz merkwürdig leitet die Mehrzahl der Exegeten hieraus ab, dass entweder sowohl „unter einem einsamen Ginsterbusch“ als auch „dort“ sekundär seien oder sogar, dass „dort“ ursprünglich und „unter einem (einsamen) Ginsterbusch“ sekundäre Angleichung an V. 4 sei. So z.B. Stade/Schwally, BHK, BHS, Trebolle Barrera 1989; auch Würthwein 1984, Cogan 2001, Thiel 2007. Weit wahrscheinlicher stand in einer Handschrift šam am Rand, sollte die ungewöhnliche Wiederholung des „einsamen Ginsterbuschs“ ersetzen und ist daher an unterschiedlichen Orten in die Vorlagen von LXXB und LXXL geraten. Dass LXX den „Ginsterbusch“ hier mit einem anderen Nomen als in V. 4 übersetzt und „ein“ streicht, wird aus den selben stilistischen Gründen geschehen sein. (Zurück zu v.5)
rTextkritik: „Ein Bote“ nach MT, Aq, Sym, Tg, Syr; ähnlich VUL wie in V. 7: „ein Bote JHWHs“. LXX dagegen einheitlich: tis, „jemand“. Trotz dieser starken Bezeugung ist wahrscheinlich die LXX-Variante ursprünglich und die MT-Variante unvollständige Assimilation an V. 7; so richtig Trebolle Barrera 1989, S. 144; Hugo 2010, S. 19; z.B. auch DeVries 2004. (Zurück zu v.5)
szu seinem Haupt (auf seinem Kissen-Stein?) - Zur Alternative: Im Heb. steht die Nahrung auf Elijas mero`š, einer Wortbildung aus ro`š („Kopf“) und dem Lokal-Präfix m-. Vgl. z.B. zabal „wohnen“ > mizbal „Wohnort“, satar „verstecken“ > mistar „Versteck“ und v.a. šakab „liegen“ > miškab „Liegeort“ = „Bett“; entsprechend dann hier ro`š „Kopf“ > mero`š „Kopf-Ort“ = Kissen? So jedenfalls Syr: `essad „Kopfstütze, Kissen“. Gemeint sein könnte etwas wie der Stein des Jakob, vgl. Gen 28,11 mit dem selben Wort, was nicht heißen muss: „er nahm einen Stein und legte ihn nieder an seinem Kopf-Ort“, sondern auch: „... und legte ihn nieder als sein Kissen“. Vgl. noch 1 Sam 19,13: „Michal nahm den Teraphim, legte es ins Bett und das Geflecht aus Ziegenhaar auf sein mero`š und deckte ihn mit einer Decke zu.“ (auch V. 16) – deutet man als „Kissen“, muss man nicht annehmen, dass ein Teraphim einen „Kopf“ hat. In 1 Sam 26,7.11f.26 dagegen wäre schon wie üblich „zu seinem Haupte“ zu übersetzen. Ich (S.W.) halte diese Deutung an allen drei Stellen für besser; so übersetzt hier aber niemand, daher besser auch nicht OfBi. (Zurück zu v.6)
tauf einem Glühstein gebacken - VUL legt nahe, wie dies zu verstehen ist: subcinericius panis, ein „Unter-Aschen-Kuchen“. Der „Glühstein“ war also offenbar nicht das Pendant einer Pfanne, sondern das Pendant eines Grills, in dem / auf dem Kohle und Asche lagen. Erwähnt wird er dann nicht, weil „Glühstein-Brot“ besseres Brot war, sondern weil durch die Formulierung der „Glühstein“ (heiß) und das „Wasser“ (kalt) eine Art Merismus bildeten: „ein Brot des Glühsteins und eine Krug des Wassers“. Gleichzeitig ist die Formulierung chiastisch: (A) Nahrung – (B) Instrument – (B') Instrument – (A') Nahrung. S. noch übernächste FN: V. 6 ist offensichtlich gehobene, kunstvoll formulierte Prosa. (Zurück zu v.6)
uTextkritik: er stand auf nur nach LXX (außer LXXH), VL; assim-V. 5. (Zurück zu v.6)
ver trank und kehrte um und legte sich - „kehrte um und legte sich“ i.S.v. „er legte sich wieder“ ist eine ganz gewöhnliche Konstr. im Heb.; hier aber auffällig, da das Ende des Verses so stark assonant ist: wajješt wajjašab wajjiškab. (Zurück zu v.6)
wzu weit - w. „genug“, das selbe Wort, das Elija Gott in V. 4 entgegengeschleudert hat. Wenn möglich, sollte das in der Lf erkennbar sein. Vielleicht: „Sonst ist's nicht genug für deinen weiten Weg“? Oder wie B-R: „Erheb dich, iß, genug noch hast du des Wegs.“ (Zurück zu v.7)
xTextkritik: ohne „stand er auf“ nur LXXH, assim-V. 6. (Zurück zu v.8)
yTextkritik: LXXB, L, H: „Berg Horeb“. Dagegen MT, LXXA, VL, εβρ, Tg, VUL, Syr: „Gottesberg Horeb“, assim-Ex 3,1. So auch Stade/Schwally; Hugo 2010. Umgekehrt ist ein spätererer Ausfall kaum erklärlich (eine Kombination aus App. + Constr. ist mitnichten „schwierig“ – so Thiel 2007 –, sondern ganz gewöhnlich und sehr häufig im Heb.). (Zurück zu v.8)