Exodus 20: Unterschied zwischen den Versionen

Aus Die Offene Bibel

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{{S|1}}<ref>Die Offene Bibel folgt hier der Verszählung der BHS. Recht eigentlich ist das nicht gut zu rechtfertigen: Für Ex 20 und Dtn 5 gilt die Besonderheit, dass in tiberischen hebräischen Handschriften zwei Verszählungen gleichzeitig durch die masoretischen Akzente markiert werden. Die erste, „''ṭa´ame ha-`eljon''“ genannt („obere Akzente“), teilt den Text in zehn Abschnitte, die offenbar der Zehnzahl der Sprüche entsprechen sollen. Die zweite („''ṭa´ame ha-taḥton''“, „untere Akzente“) akzentuiert den Text, wie man gewöhnliche biblische Texte akzentuieren würde, und zieht daher z.B. die vier kurzen Sprüche gegen Ende zu einem Vers zusammen. In der lateinischen Tradition der Verszählung wurden aber ''beide'' zusammenaddiert, weshalb in westlichen Bibeln die zehn Sprüche erst in V. 17 enden.<br />Einer der Gründe für das Aufkommen der besonderen Akzentuierung war gewiss, dass unsicher ist, ''welche'' der nun folgenden Sätze jeweils zu den „''zehn'' Sprüchen“ zusammengezogen werden müssen: Auch, wenn wir naheliegend davon ausgehen, dass jeder mindestens ein Ge- oder Verbot enthalten muss, finden wir insgesamt mindestens 12 davon, die irgendwie zu kombinieren sind. Einigkeit herrscht bei V. 7-16. Aber erstens ist V. 17 in Dtn 5 so umgebaut worden, dass man ihn dort als zwei Gebote auffassen muss. So deuten traditionell v.a. Katholiken und Lutheraner; so wird aber auch bereits durch die Einteilung des hebräischen Texts durch Freiräume („Petucha und Setuma“) gedeutet, die daher in Ex 20 nur auf 9 Abschnitte kommt. Zweitens und vor allem sind Vv. 2-6 umstritten: In der synagogalen Interpretation nimmt man heute V. 2 als eigenes Gebot und dann Vv. 3-6 als ''ein'' langes Gebot über die Verehrung fremder Götter. So gliedern auch Katholiken und Lutheraner, nehmen V. 2 dann aber als Prolog für alle zehn Sprüche. Ebenfalls in der synagogalen Interpretation verbreitet war die Ansicht, Vv. 2-6 bildeten nur ''ein'' Gebot (und V. 17 dann eben zwei). Die Stuttgarter Handschrift [https://digital.wlb-stuttgart.de/sammlungen/sammlungsliste/werksansicht?tx_dlf%5Bdouble%5D=0&tx_dlf%5Bid%5D=8528&tx_dlf%5Border%5D=title&tx_dlf%5Bpage%5D=206&cHash=a73852f24a7663b9f1417e08e45ca0d3 Cod.Bibl.fol. 2] etwa, wo für gewöhnlich nach jedem hebräischen Vers der entsprechende Vers eines Targum steht, hat daher hier den Targum erst nach V. 6. Orthodoxe, reformierte und anglikanische Kirchen schließlich sehen V. 2 ebenfalls als Prolog für die gesamten 10 Sprüche, teilen dann aber auf in die zwei Gebote V. 3 und Vv. 4-6.<br />[[Datei:Ex 20,2-4.png|mini|Links: Damaskus-Pentateuch. Oben: „Bei ‚Ich‘ gehört der Akzent Paschta zu den unteren Akzenten[, die erste Akzentreihe der ''oberen'' endet also mit V. 2, weil die untere weiter reicht].“<br />Unten: „[Erst] ‚Du sollst nicht machen‘ [in V. 4 ist] Versbeginn bei den unteren Akzenten.“<br /> Rechts: G20. Oben:  „Bei ‚Ich‘ gehört der Akzent Tifcha zu den unteren Akzenten[, also endet die erste Akzentreihe der ''unteren'' Akzente mit V. 2, die der oberen also frühestens in V. 3].“<br />Darunter: „‚Du sollst nicht haben‘ [in V. 3] ist Versbeginn bei den ''unteren Akzenten''.“]]'''Genauer''': Man nimmt heute gemeinhin an, die masoretischen Akzente sprächen für die erste synagogale Interpretation: V. 2 als erstes Gebot, Vv. 3-6 als zweites und V. 17 als ''ein'' Doppelgebot. Das ist so aber nicht richtig, was offenbar bisher noch niemandem aufgefallen ist. Welche Akzente jeweils zu den die Gebote markierenden ''ṭa´ame ha-`eljon'' gehören, ist nicht immer klar zu erkennen. Vgl. zur heute traditionellen Interpretation bes. ausführlich Japhet 1896, S. 157-166 (man ignoriere seine Ausführungen zum Rebia in V. 2; dieses ist nur ein Druckfehler in seiner Textausgabe). Breuer 1990 nun hat versucht, diese Interpretation noch weiter abzustützen, indem er erstens die Regel aufgestellt hat, zu den ''ṭa´ame ha-`eljon'' gehörten bei nebeneinanderstehenden Akzenten immer die Linken, und indem er auf den Damaskus-Pentateuch hingewiesen hat, wo vermerkt ist, dass der Silluq am Ende von V. 3 ''nicht'' zu dieser Reihe gehöre, wonach man also V. 3 bei der Gebotszählung nicht von V. 2 scheiden dürfe. Bei dieser Interpretation der Akzente sind ihm Jacobson o.J. und DeRouchie 2013 gefolgt; auch Dotan druckt die 10 Sprüche so in der Biblia Hebraica Leningradensia ab. Aber das ist überhaupt nicht zwingend: Genauso gut ließe sich die Regel aufstellen, dass links immer die Akzente stehen, die zum folgenden Silluq gehören. Und neben den Anmerkungen im [https://www.loc.gov/resource/gdcwdl.wdl_11364/?sp=145&r=0.063,0.092,0.599,0.302,0 Damaskus-Pentateuch], die ähnlich übrigens auch im „[https://digitalcollections.jtsa.edu/islandora/object/jts%3A267103#page/197/mode/1up Codex Hilleli]“ stehen, gibt es z.B. in [https://gallica.bnf.fr/ark:/12148/btv1b107203474/f104.item.zoom G20] (rechts) oder ähnlich in [https://www.nli.org.il/en/discover/manuscripts/hebrew-manuscripts/viewerpage?vid=MANUSCRIPTS&docid=PNX_MANUSCRIPTS990001516540205171-1 EVR I Bibl 86] (Bild 88) die alternative Tradition, die umgekehrt notiert, dass die erste Akzentreihe der ''ṭa´ame ha-`eljon'' ''nicht'' in V. 2 endet. Nach dieser Tradition reichte das erste Gebot von V. 2 bis V. 3 und das zweite von V. 4 bis V. 6, wie wahrscheinlich auch schon JosAnt 3.91f und Philo, Dec 50f. und sicher Sifre Num 112 gegliedert haben. Damit lassen hebräische Handschriften zu: (1) Vv. 2-6 sind ''ein'' Gebot (Petucha und Setuma). (2) V. 2 ist Prolog oder ''ein'' Gebot und Vv. 3-6 sind ''ein'' weiteres. (3) Vv. 2-3 sind ein Gebot und Vv. 4-6 ein weiteres. Von den Handschriften her – die, wie man hier wunderbar deutlich sieht, aber ja auch nur bestimmte theologische Traditionen und Interpretationen festhalten, nicht „die richtige“ Interpretation – ist nur die Interpretation unmöglich, die V. 3 und Vv. 4-6 als zwei Gebote bebrachten.</ref>
{{S|1}}<ref>Die Offene Bibel folgt hier der Verszählung der BHS. Recht eigentlich ist das nicht gut zu rechtfertigen: Für Ex 20 und Dtn 5 gilt die Besonderheit, dass in tiberischen hebräischen Handschriften zwei Verszählungen gleichzeitig durch die masoretischen Akzente markiert werden. Die erste, „''ṭa´ame ha-`eljon''“ genannt („obere Akzente“), teilt den Text in zehn Abschnitte, die offenbar der Zehnzahl der Sprüche entsprechen sollen. Die zweite („''ṭa´ame ha-taḥton''“, „untere Akzente“) akzentuiert den Text, wie man gewöhnliche biblische Texte akzentuieren würde, und zieht daher z.B. die vier kurzen Sprüche gegen Ende zu einem Vers zusammen. In der lateinischen Tradition der Verszählung wurden aber ''beide'' zusammenaddiert, weshalb in westlichen Bibeln die zehn Sprüche erst in V. 17 enden.<br />Einer der Gründe für das Aufkommen der besonderen Akzentuierung war gewiss, dass unsicher ist, ''welche'' der nun folgenden Sätze jeweils zu den „''zehn'' Sprüchen“ zusammengezogen werden müssen: Auch, wenn wir naheliegend davon ausgehen, dass jeder mindestens ein Ge- oder Verbot enthalten muss, finden wir insgesamt mindestens 12 davon, die irgendwie zu kombinieren sind. Einigkeit herrscht bei V. 7-16. Aber erstens ist V. 17 in Dtn 5 so umgebaut worden, dass man ihn dort als zwei Gebote auffassen muss. So deuten traditionell v.a. Katholiken und Lutheraner; so wird aber auch bereits durch die Einteilung des hebräischen Texts durch Freiräume („Petucha und Setuma“) gedeutet, die daher in Ex 20 nur auf 9 Abschnitte kommt. Zweitens und vor allem sind Vv. 2-6 umstritten: In der synagogalen Interpretation nimmt man heute V. 2 als eigenes Gebot und dann Vv. 3-6 als ''ein'' langes Gebot über die Verehrung fremder Götter. So gliedern auch Katholiken und Lutheraner, nehmen V. 2 dann aber als Prolog für alle zehn Sprüche. Ebenfalls in der synagogalen Interpretation verbreitet war die Ansicht, Vv. 2-6 bildeten nur ''ein'' Gebot (und V. 17 dann eben zwei). Die Stuttgarter Handschrift [https://digital.wlb-stuttgart.de/sammlungen/sammlungsliste/werksansicht?tx_dlf%5Bdouble%5D=0&tx_dlf%5Bid%5D=8528&tx_dlf%5Border%5D=title&tx_dlf%5Bpage%5D=206&cHash=a73852f24a7663b9f1417e08e45ca0d3 Cod.Bibl.fol. 2] etwa, wo für gewöhnlich nach jedem hebräischen Vers der entsprechende Vers eines Targum steht, hat daher hier den Targum erst nach V. 6; so will neuerdings auch wieder DeRouchie 2013 gliedern. Orthodoxe, reformierte und anglikanische Kirchen schließlich sehen V. 2 ebenfalls als Prolog für die gesamten 10 Sprüche, teilen dann aber auf in die zwei Gebote V. 3 und Vv. 4-6.<br />[[Datei:Ex 20,2-4.png|mini|Links: Damaskus-Pentateuch. Oben: „Bei ‚Ich‘ gehört der Akzent Paschta zu den unteren Akzenten[, die erste Akzentreihe der ''oberen'' endet also mit V. 2, weil die untere weiter reicht].“<br />Unten: „[Erst] ‚Du sollst nicht machen‘ [in V. 4 ist] Versbeginn bei den unteren Akzenten.“<br /> Rechts: G20. Oben:  „Bei ‚Ich‘ gehört der Akzent Tifcha zu den unteren Akzenten[, also endet die erste Akzentreihe der ''unteren'' Akzente mit V. 2, die der oberen also frühestens in V. 3].“<br />Darunter: „‚Du sollst nicht haben‘ [in V. 3] ist Versbeginn bei den ''unteren Akzenten''.“]]'''Genauer''': Man nimmt heute gemeinhin an, die masoretischen Akzente sprächen für die erste synagogale Interpretation: V. 2 als erstes Gebot, Vv. 3-6 als zweites und V. 17 als ''ein'' Doppelgebot. Das ist so aber nicht richtig, was offenbar bisher noch niemandem aufgefallen ist. Welche Akzente jeweils zu den die Gebote markierenden ''ṭa´ame ha-`eljon'' gehören, ist nicht immer klar zu erkennen. Vgl. zur heute traditionellen Interpretation bes. ausführlich Japhet 1896, S. 157-166 (man ignoriere seine Ausführungen zum Rebia in V. 2; dieses ist nur ein Druckfehler in seiner Textausgabe). Breuer 1990 nun hat versucht, diese Interpretation noch weiter abzustützen, indem er erstens die Regel aufgestellt hat, zu den ''ṭa´ame ha-`eljon'' gehörten bei nebeneinanderstehenden Akzenten immer die Linken, und indem er auf den Damaskus-Pentateuch hingewiesen hat, wo vermerkt ist, dass der Silluq am Ende von V. 3 ''nicht'' zu dieser Reihe gehöre, wonach man also V. 3 bei der Gebotszählung nicht von V. 2 scheiden dürfe. Bei dieser Interpretation der Akzente sind ihm Jacobson o.J. und DeRouchie 2013 gefolgt; auch Dotan druckt die 10 Sprüche so in der Biblia Hebraica Leningradensia ab. Aber das ist überhaupt nicht zwingend: Genauso gut ließe sich die Regel aufstellen, dass links immer die Akzente stehen, die zum folgenden Silluq gehören. Und neben den Anmerkungen im [https://www.loc.gov/resource/gdcwdl.wdl_11364/?sp=145&r=0.063,0.092,0.599,0.302,0 Damaskus-Pentateuch], die ähnlich übrigens auch im „[https://digitalcollections.jtsa.edu/islandora/object/jts%3A267103#page/197/mode/1up Codex Hilleli]“ stehen, gibt es z.B. in [https://gallica.bnf.fr/ark:/12148/btv1b107203474/f104.item.zoom G20] (rechts) oder ähnlich in [https://www.nli.org.il/en/discover/manuscripts/hebrew-manuscripts/viewerpage?vid=MANUSCRIPTS&docid=PNX_MANUSCRIPTS990001516540205171-1 EVR I Bibl 86] (Bild 88) die alternative Tradition, die umgekehrt notiert, dass die erste Akzentreihe der ''ṭa´ame ha-`eljon'' ''nicht'' in V. 2 endet. Nach dieser Tradition reichte das erste Gebot von V. 2 bis V. 3 und das zweite von V. 4 bis V. 6, wie wahrscheinlich auch schon JosAnt 3.91f und Philo, Dec 50f. und sicher Sifre Num 112 gegliedert haben. Damit lassen hebräische Handschriften zu: (1) Vv. 2-6 sind ''ein'' Gebot (Petucha und Setuma). (2) V. 2 ist Prolog oder ''ein'' Gebot und Vv. 3-6 sind ''ein'' weiteres. (3) Vv. 2-3 sind ein Gebot und Vv. 4-6 ein weiteres. Von den Handschriften her – die, wie man hier wunderbar deutlich sieht, aber ja auch nur bestimmte theologische Traditionen und Interpretationen festhalten, nicht „die richtige“ Interpretation – ist nur die Interpretation unmöglich, die V. 3 und Vv. 4-6 als zwei Gebote betrachten.</ref>


Dann (und) sprach Gott alle diese Worte:<ref>Das Wort {{Hebr}}לֵאמֹר{{Hebr ende}} das im Grunde einen Doppelpunkt markiert, blieb hier unübersetzt. </ref>
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Version vom 17. August 2023, 07:53 Uhr

Syntax ungeprüft

Status: Studienfassung in Arbeit – Einige Verse des Kapitels sind bereits übersetzt. Wer die biblischen Ursprachen beherrscht, ist zum Einstellen weiterer Verse eingeladen. Auf der Diskussionsseite kann die Arbeit am Urtext dokumentiert werden. Dort ist auch Platz für Verbesserungsvorschläge und konstruktive Anmerkungen.
Status: Lesefassung folgt später – Bevor eine Lesefassung erstellt werden kann, muss noch an der Studienfassung gearbeitet werden. Siehe Übersetzungskriterien und Qualitätssicherung Wir bitten um Geduld.

Anmerkungen

Studienfassung (Exodus 20)


1a

Dann (und) sprach Gott alle diese Worte:b 2 Ich [bin] JHWH, dein Gottc, der dich aus dem Land der Ägypter (Ägypten), aus dem Haus der Sklaven (Knechte) herausgeführt hatd. 3 Du sollst (darfst)e keine anderen Götter vor (neben, außer) mirf haben. 4 Du sollst (darfst) dir kein Götzenbild machen oder irgendein Abbild (Erscheinung) [von etwas], das am (im) Himmel oben oder {das} auf der Erde unten oder im Wasser unter der Erde [ist]. 5 Du sollst (darfst) dich nicht vor ihnen niederwerfen und (um) ihnen nicht dienen, denn ich, JHWH, dein Gott, [bin] ein eifersüchtiger Gott, [der] die Schuld (Sünde) der Väter an den Kindern (Söhnen) heimzahlt (bestraft) bis in die dritten und vierten [Generationen] [derer, die] mich hassen (ablehnen)g, 6 aber liebende Treue (Liebe, Güte) tausenden [Generationen] [derer] erweist (tut), [die] mich lieben und meine Gebote befolgen. 7 Du sollst (darfst) den Namen JHWHs, deines Gottes, nicht unnützh gebrauchen (aussprechen; aufheben)i, denn JHWH wird [denjenigen] nicht für unschuldig erklären (vergeben, ungestraft lassen), der seinen Namen unnütz gebraucht. 8 Denke an den Sabbat-Tag (Ruhetag), indem (damit) du ihn heiligst. 9 Sechs Tage [lang] sollst (darfst, kannst) du arbeiten und (um) alle deine Arbeit verrichten (tun), 10 doch (und) der siebte Tag [ist] ein Sabbat (Ruhetag) JHWHs (für JHWHj), deines Gottes. Du sollst [an diesem Tag] (darfst) keinerlei Arbeit verrichten (tun), [weder] du noch (und) dein Sohn oder deine Tochter, dein Knecht (Sklave) oder deine Magd (Sklavin) oder dein Vieh (Tier) oder dein Gast (Fremder), der [sich] in deinen Toren [aufhält]. 11 Denn sechs Tage [lang]k hat JHWH den Himmel und die Erde, das Meer und alles, was darin (in ihnen) [ist], gemacht, aber (dann; und) am siebten Tag geruht. Deshalb hat JHWH den Sabbat-Tag gesegnet und ihn für heilig erklärt (geheiligt). 12 Ehre deinen Vater und deine Mutter, damit deine Tage lang sein werden in dem Land (auf dem Grund), das JHWH, dein Gott, dir geben wird (gibt)l. 13 Du sollst (darfst) nicht töten. 14 Du sollst (darfst) nicht die Ehe brechen. 15 Du sollst (darfst) nicht stehlen. 16 Du sollst (darfst) gegen deinen Nächsten (Mitmenschen, Freund) keine falsche Zeugenaussage machen.m 17 Du sollst (darfst) nicht das Haus deines Nächsten (Mitmenschen, Freund) begehren. Du sollst (darfst) weder (nicht) die Frau deines Nächsten noch (auch nicht; und) seinen Sklaven (Knecht) oder (und) seine Sklavin (Magd) oder sein Rind oder seinen Esel begehren oder irgendetwas, das deinem Nächsten [gehört]. 18 Und das ganze Volk sah den Donner, die Fackeln, den Hörnerschall und den rauchenden Berg. Als nun das Volk das sah, zitterten sie, blieben von ferne stehen 19 und sagten zu Mose: Rede du mit uns, dann wollen wir hören. Aber JHWH soll nicht mit uns reden, damit wir nicht sterben. 20 Da sagte Mose zum Volk: Fürchtet euch nicht! Denn um euch zu prüfen ist JHWH gekommen und damit die Furcht vor ihm auf eurem Gesicht sei, damit ihr nicht sündigt. 21 So blieb denn das Volk von ferne stehen. Mose aber näherte sich dem Wolkendunkel, wo JHWH war. 22 23 24 25 26


Anmerkungen

aDie Offene Bibel folgt hier der Verszählung der BHS. Recht eigentlich ist das nicht gut zu rechtfertigen: Für Ex 20 und Dtn 5 gilt die Besonderheit, dass in tiberischen hebräischen Handschriften zwei Verszählungen gleichzeitig durch die masoretischen Akzente markiert werden. Die erste, „ṭa´ame ha-`eljon“ genannt („obere Akzente), teilt den Text in zehn Abschnitte, die offenbar der Zehnzahl der Sprüche entsprechen sollen. Die zweite (ṭa´ame ha-taḥton“, „untere Akzente) akzentuiert den Text, wie man gewöhnliche biblische Texte akzentuieren würde, und zieht daher z.B. die vier kurzen Sprüche gegen Ende zu einem Vers zusammen. In der lateinischen Tradition der Verszählung wurden aber beide zusammenaddiert, weshalb in westlichen Bibeln die zehn Sprüche erst in V. 17 enden.
Einer der Gründe für das Aufkommen der besonderen Akzentuierung war gewiss, dass unsicher ist, welche der nun folgenden Sätze jeweils zu den „zehn Sprüchen“ zusammengezogen werden müssen: Auch, wenn wir naheliegend davon ausgehen, dass jeder mindestens ein Ge- oder Verbot enthalten muss, finden wir insgesamt mindestens 12 davon, die irgendwie zu kombinieren sind. Einigkeit herrscht bei V. 7-16. Aber erstens ist V. 17 in Dtn 5 so umgebaut worden, dass man ihn dort als zwei Gebote auffassen muss. So deuten traditionell v.a. Katholiken und Lutheraner; so wird aber auch bereits durch die Einteilung des hebräischen Texts durch Freiräume („Petucha und Setuma“) gedeutet, die daher in Ex 20 nur auf 9 Abschnitte kommt. Zweitens und vor allem sind Vv. 2-6 umstritten: In der synagogalen Interpretation nimmt man heute V. 2 als eigenes Gebot und dann Vv. 3-6 als ein langes Gebot über die Verehrung fremder Götter. So gliedern auch Katholiken und Lutheraner, nehmen V. 2 dann aber als Prolog für alle zehn Sprüche. Ebenfalls in der synagogalen Interpretation verbreitet war die Ansicht, Vv. 2-6 bildeten nur ein Gebot (und V. 17 dann eben zwei). Die Stuttgarter Handschrift Cod.Bibl.fol. 2 etwa, wo für gewöhnlich nach jedem hebräischen Vers der entsprechende Vers eines Targum steht, hat daher hier den Targum erst nach V. 6; so will neuerdings auch wieder DeRouchie 2013 gliedern. Orthodoxe, reformierte und anglikanische Kirchen schließlich sehen V. 2 ebenfalls als Prolog für die gesamten 10 Sprüche, teilen dann aber auf in die zwei Gebote V. 3 und Vv. 4-6.
Links: Damaskus-Pentateuch. Oben: „Bei ‚Ich‘ gehört der Akzent Paschta zu den unteren Akzenten[, die erste Akzentreihe der oberen endet also mit V. 2, weil die untere weiter reicht].“
Unten: „[Erst] ‚Du sollst nicht machen‘ [in V. 4 ist] Versbeginn bei den unteren Akzenten.“
Rechts: G20. Oben: „Bei ‚Ich‘ gehört der Akzent Tifcha zu den unteren Akzenten[, also endet die erste Akzentreihe der unteren Akzente mit V. 2, die der oberen also frühestens in V. 3].“
Darunter: „‚Du sollst nicht haben‘ [in V. 3] ist Versbeginn bei den unteren Akzenten.“
Genauer: Man nimmt heute gemeinhin an, die masoretischen Akzente sprächen für die erste synagogale Interpretation: V. 2 als erstes Gebot, Vv. 3-6 als zweites und V. 17 als ein Doppelgebot. Das ist so aber nicht richtig, was offenbar bisher noch niemandem aufgefallen ist. Welche Akzente jeweils zu den die Gebote markierenden ṭa´ame ha-`eljon gehören, ist nicht immer klar zu erkennen. Vgl. zur heute traditionellen Interpretation bes. ausführlich Japhet 1896, S. 157-166 (man ignoriere seine Ausführungen zum Rebia in V. 2; dieses ist nur ein Druckfehler in seiner Textausgabe). Breuer 1990 nun hat versucht, diese Interpretation noch weiter abzustützen, indem er erstens die Regel aufgestellt hat, zu den ṭa´ame ha-`eljon gehörten bei nebeneinanderstehenden Akzenten immer die Linken, und indem er auf den Damaskus-Pentateuch hingewiesen hat, wo vermerkt ist, dass der Silluq am Ende von V. 3 nicht zu dieser Reihe gehöre, wonach man also V. 3 bei der Gebotszählung nicht von V. 2 scheiden dürfe. Bei dieser Interpretation der Akzente sind ihm Jacobson o.J. und DeRouchie 2013 gefolgt; auch Dotan druckt die 10 Sprüche so in der Biblia Hebraica Leningradensia ab. Aber das ist überhaupt nicht zwingend: Genauso gut ließe sich die Regel aufstellen, dass links immer die Akzente stehen, die zum folgenden Silluq gehören. Und neben den Anmerkungen im Damaskus-Pentateuch, die ähnlich übrigens auch im „Codex Hilleli“ stehen, gibt es z.B. in G20 (rechts) oder ähnlich in EVR I Bibl 86 (Bild 88) die alternative Tradition, die umgekehrt notiert, dass die erste Akzentreihe der ṭa´ame ha-`eljon nicht in V. 2 endet. Nach dieser Tradition reichte das erste Gebot von V. 2 bis V. 3 und das zweite von V. 4 bis V. 6, wie wahrscheinlich auch schon JosAnt 3.91f und Philo, Dec 50f. und sicher Sifre Num 112 gegliedert haben. Damit lassen hebräische Handschriften zu: (1) Vv. 2-6 sind ein Gebot (Petucha und Setuma). (2) V. 2 ist Prolog oder ein Gebot und Vv. 3-6 sind ein weiteres. (3) Vv. 2-3 sind ein Gebot und Vv. 4-6 ein weiteres. Von den Handschriften her – die, wie man hier wunderbar deutlich sieht, aber ja auch nur bestimmte theologische Traditionen und Interpretationen festhalten, nicht „die richtige“ Interpretation – ist nur die Interpretation unmöglich, die V. 3 und Vv. 4-6 als zwei Gebote betrachten. (Zurück zu v.1)
bDas Wort לֵאמֹר das im Grunde einen Doppelpunkt markiert, blieb hier unübersetzt. (Zurück zu v.1)
cAlternativ: „Ich, JHWH, [bin] dein Gott“ (Zurück zu v.2)
dEigentlich in der 1. Person. (Zurück zu v.2)
edie genaue Formulierung ist umstritten. Es finden sich ebenfalls „Du wirst nicht..“ und das sehr finale „Ich bin JHWH..., deshalb machst du nicht,... Du stiehlst nicht. ...“ (Zurück zu v.3)
fDie Phrase ist nicht genau zu deuten, obwohl die Bedeutung klar ist: JHWH soll der einzige Gott sein. Die hebräische Wendung bedeutet vermutlich „vor“ oder „zusätzlich zu“, in der LXX steht „außer“. (Zurück zu v.3)
gAufgelöstes Ptz. (Zurück zu v.5)
hDas Wort, obgleich ein Substantiv, kommt in der Bibel nur adverbial mit der Präposition לְ vor. Eine wörtlichere Übersetzung wäre nach REB „zu Nichtigem/Falschem/Lügenhaftem“, SLT schlägt noch „zu Bösem“ vor. Traditionell wurde es in Verbindung mit נָשָׂא (aufheben) als „missbrauchen“ übersetzt. (Zurück zu v.7)
iWörtlich „aufheben“. In diesem Kontext aber dieser Übersetzung entsprechend zu verstehen. (Zurück zu v.7)
jIn dieser Variante evtl. noch zu ergänzen: „heilig“ bzw. „geweiht“. (Zurück zu v.10)
kOder: „[in] sechs Tagen“. Die bestehende Übersetzung wurde in Anlehnung an V. 9 gewählt. (Zurück zu v.11)
lPtz., das wegen des Kontexts als Futur übersetzt wurde. (Zurück zu v.12)
mD.h. vor Gericht. Gemeint ist aber wohl in jedem Fall ein generelles Verbot der Lüge. (Zurück zu v.16)