Syntax ungeprüft


Lesefassung (Ijob 7)
(kommt später)Studienfassung (Ijob 7)
1 Ist nicht Frondienst (Kriegsdienst)〈a〉 dem Menschen auf Erden [beschieden],
Und [sind nicht] wie die Tage eines Tagelöhners〈a〉 seine Tage?
2 Wie ein Knecht lechzt er nach Schatten
Und wie ein Tagelöhner wartet er auf seinen Lohn.
3 (So=) Wie diesen wurden mir zugeteilt Monate (Monde) der Nichtigkeit (des Bösen)
Und Nächte der Mühsal wies man (er) mir zu.
4 Wenn ich mich hinlege, spreche ich: ‚Wann kann (werde, darf) ich [endlich wieder] aufstehen!?‘,
Doch (und) der Abend wird sich dehnen 〈b〉 und ich werde gesättigt sein vom Umherwerfen bis zur Morgendämmerung.〈c〉
5
6
7
8
9
10
11
12
13
14
15
16
17
18
19
20
21
Anmerkungen
Die Lohnknecht-metapher in der Bibel ist eine komplexe Metapher: In Rut 2,12; 2 Chr 15,7 (vgl. auch Sir 2,7f.; 11,18-22; 36,21; Spr 11,17f.; auch Gen 15,1f.; 30,18; 127,3; Jes 40,10) dient sie dazu, auszudrücken, dass sich Aufwand und Mühen lohnen, weil Gott diese Mühen zurückzahlen wird (vgl. Novick 2011, S. 708f.). Umso schlimmer für Ijob, denn er ist ein Lohnknecht, der vergeblich auf seinen Lohn wartet.
| a | Frondienst (Kriegsdienst) + Tagelöhner - șaba´ in 1a ist häufig und sehr deutlich das „Heer“ und von hier aus auch der „Kriegsdienst“, in diesem Kontext aber eher wie in Jes 40,2; Sir 7,15 allgemeiner die „schwere Arbeit“, das „harte Brot.“ Weil das Wort meist nach seiner häufigeren Bed. als „Kriegsdienst“ übersetzt wird und 1a und 1b so dann zwei unterschiedliche Metaphern verwenden würden (was aber auch leicht möglich wäre), machen viele Üss. den ßakir in 1b spezieller zum „Soldaten“ (da so traditionell, aber ohne guten Grund, auch die ßakirim in Jer 46,21 übersetzt werden), was gut zu diesem „Kriegsdienst“ in 1a passte. Das ist sicher abzulehnen; bes. in Anbetracht der Tatsache, dass die Lohnknechtmetapher sich noch öfter im AT findet, s. Ijob 14,6; Jes 16,14 und vgl. Novick 2011, bes. S. 716-9. (zu v.1) |
| b | Textkritik: Doch er wird sich dehnen - Heb. wmdd. MT lässt sich nur durch Syr stützen: LXX las wmtj („wann“) wie in 4a; außerdem statt mataj ´aqum („Wann kann ich aufstehen“) mataj jom ´aqum, daher: „Ich spreche: ‚Wann wird es Tag?‘ Und wenn ich aufstehe: ‚Wann wird es Abend?‘“. VUL (et ... expecto) las vielleicht w´mdd („ich messe = ich warte“); Tg wohl w´ndd („ich werfe mich umher“) von der selben Wurzel wie nddim („Umherwerfen“); die beiden Verben in der 1. Pers. lassen sich aber recht gut als Assimilationen an die 1. Pers. von ´aqum („ich werde aufstehen“) erklären. Manche Üss. korrigieren stattdessen den Text zu wmdj („sooft (es Abend [wird])“, z.B. EÜ, HER05, PAT nach BHS). ZÜR 31 (nicht mehr 07) folgt LXX. LUT paraphrasiert wahrscheinlich: „Ich sprach: Wann werde ich aufstehen? Bin ich aufgestanden, so wird mir's lang bis zum Abend.“ (Zurück zu v.4) |
| c | Aufteilung von V. 4 in Zeilen gegen die Akzentuierung der Masoreten. Folgte man diesen, müsste man in drei Zeilen aufteilen und deuten: „Wenn ich mich hinlege, spreche ich: / ‚Wann kann ich aufstehen? [Ach,] dass sich doch der Abend dehnte! o. [Wie] sich [doch] der Abend dehnt!‘ / Doch ich bin gesättigt...“ So aber kein Exeget und keine Üs. 4b ist dann außerordentlich lang; die Länge des Abends und der Nacht schlägt sich in der Kolometrie nieder. (Zurück zu v.4) |