Ijob 3

Aus Die Offene Bibel

Version vom 6. Januar 2019, 14:25 Uhr von Sebastian Walter (Diskussion | Beiträge) (Korrekturgelesen bis V. 16)
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Anmerkungen

Studienfassung (Ijob 3)

1 Danach öffnete Hiob seinen Mund und verfluchte seinen Tag.a2 Und Hiob antworteteb und sprach:

3 „Ausgelöscht sei [der] Tag, [an dem] ich geboren werden sollte (musste),
Und die Nacht, [die] ([in der] man) sprach: ‚ein (starker) Mann c ist empfangen worden (Siehe, ein Mann)!‘.d
4 Jener Tag – er werde [zur] Finsternis (finster),e
Gott oben suche ihn nicht!f
Kein Licht leuchte auf ihn (über ihm)!
5 Finsternis und Todesschatten (Schwärze)g sollen ihn zurückfordern,h
Gewölk sich auf ihn lagern,
Verfinsterungen (wie Bitternisse)i des Tages (soll es) ihn schrecken!

6 Jene Nachtj – Düsternis fasse sie (beherrsche sie),
Sie reihe sich nicht ein (freue sich nicht)k in die Tage des Jahres!
In die Zahl der Monate (Monde)l komme sie nicht!
7 Siehe (ja!),m jene Nacht sei unfruchtbar!n
Kein Freudengeschrei komme [auf] in ihr!

8 Verwünschen sollen ihn (sie)o die Verflucher des Tags (Meeres),p
Die, die fähig sind, den Leviathanq aufzureizen.
9 Finster sein (bleiben, verfinstern) sollen die Sterne ihrer Dämmerung,
Sie soll warten auf Licht – doch nichts!
Sie soll nicht sehen die Augen des Morgens,r
10 Denn sie hat nicht die Türen meines Schoßess verschlossen
Und (und so) die Mühsal verborgen vor meinen Augen.


11 Warum durfte ich nicht aus dem (im) Mutterleib sterben,t
Bin aus dem Mutterschoß herausgekommen, um [direkt] zu verscheiden?
12 Weshalb sind mir Knie entgegengekommen
Und wozu Brüste, damit ich söge?

13 Dann läge ich nun da und könnte rasten,
Ich schliefe dann und hätte Ruhe
14 Zusammen mit Königen und Ratsherren des Reiches (der Erde),
Die sich Ruinen bauten,u
15 oder zusammen mit Fürsten, die Gold [hatten],
Die ihre Häuser mit Silber füllten!
16 Oder wie eine verscharrte Fehlgeburt hätte ich nie existiert,
Wie Säuglinge, die nie Licht gesehen haben.

17 Dort haben die Frevler ihr Wüten beendet. Dort ruhen v die, deren Kraft ermattet ist.
18 Da fühlen sich alle w Gefangenen wohl; sie hörenx nicht mehr die Stimme eines Treibers.
19 Dort ist der Unbedeutende ebensoy wie der Große – und ein Sklave ist frei von seinem Herrn.
20 Warum gibt er z einem Leidenden Licht und Leben denen, deren Seele aa bitter ist,
21 die auf den Tod warten – doch nichts, die nach ihm graben mehr als nach Schätzen,
22 die sich freuten bis zum Jubel ab, die froh wären, wenn sie ein Grab fänden?
23(Warum) dem (starken) Mann, dessen Weg verborgen ist, der von Gott getrennt ist?
24 Denn vor ac meinem Brot kommt mein Stöhnen, und wie Wasser ergießen sich meine Schreie.
25 Denn, wovor ich mich fürchterlich fürchtete, das kam über mich, und wovor mir grauste, das traf mich.
26 Ich kann mich nicht wohlfühlen, ich kann nicht ruhig sein und ich kann nicht ausruhen – stattdessen kommt der Aufruhr.“

Anmerkungen

aseinen Tag - Gemeint ist der Tag seiner Geburt. (Zurück zu v.1)
bantwortete - hier nicht i.S.v. „antworten auf eine vorangehende Rede“ sd. v. „sprechend auf Umstände reagieren“ wie in Ex 15,21; Dtn 26,5; Ri 18,14 u.ö. Vermutlich wegen dieser selteneren Verwendung des Verbs und weil in V. 1 bereits eine Redeeinleitung steht, fehlt „und Ijob antwortete“ in LXX und VUL. (Zurück zu v.2)
cein (starker) Mann - Heb. geber; nicht nur einfach eine Geschlechtsangabe, sondern speziell „starker Mann“, was zeigt, wie im Hiobbuch von der Gegenwart aus in der Vergangenheit nach Sinn gesucht wird. Dies bedeutet hier, dass vom Zeitpunkt seiner Empfängnis bzw. seiner Geburt an bereits der spätere reiche und gesegnete, der im wörtlichen Sinn „starke Mann“ im Blick ist, der heute so entsetzlich leidet. (Zurück zu v.3)
dTextkritik: ist empfangen worden (siehe) - „ist empfangen worden“ nach MT und den meisten Vrs., „siehe“ aber nach LXX. Dem dürften statt den Konsonanten hrh („empfangen wurde“) hnh („siehe“) zugrunde liegen. Einige Exegeten halten das für den ursprünglichen Text und es ist dies auch gut möglich: Ijob 3,3 ist in der Gattung eine Geburtsverkündung wie Jes 9,5; Jer 20,15; Lk 2,11, die als solche natürlich nicht bei der Empfängnis, sondern bei der Geburt gesprochen wurde. Darüber hinaus findet sich hrh („empfangen“) sehr häufig (Seow 2013, S. 319: 83x) zusammen mit jld („gebähren“), was die Verlesung von hnh zu hrh verursacht haben könnte, nie aber in der Reihenfolge wie hier. Die meisten dt. Üss. übersetzen aber „empfangen“. (Zurück zu v.3)
eer werde [zur] Finsternis - Heb. jehi choschek; eine Umkehrung der ersten Schöpfungsformel in Gen 1,3: jehi ´or, „es werde Helligkeit!“ (Zurück zu v.4)
fsuche ihn nicht - Wortspiel: In Kontexten wie diesem bed. darasch („suchen“) i.d.R. „sich um etwas kümmern“ (z.B. Dtn 11,12; Jer 30,17); daher gut Pope: „Gott ignoriere ihn!“. Doch hier kann bei darasch gut auch wörtliche Bed. mitgehört werden, denn es geht (auch) um die Existenz des Tages: Er soll ausgelöscht werden, von Dunkelheit verborgen werden, und Gott soll ihn nicht „suchen“, nicht wieder aus seiner Verbergung holen. (Zurück zu v.4)
gTodesschatten (Schwärze) - Heb. ṣalmawet. Die Konsonanten ṣlmwt könnten sowohl analysiert werden als Kompositum aus ṣel („Schatten“) und mawet („Tod“), also „Todesschatten“, oder als die Konsonanten von ṣalmut („Schwärze“), die von den Masoreten jeweils falsch vokalisiert worden wären. Die meisten Exegeten halte heute letzteres für richtig, s. z.B. Ges18, S. 1120; in einigen Üss. findet sich aber noch das traditionelle „Todesschatten“. S. z.B. LUT: „Finsternis und Dunkel“ vs. : „Finsternis und Todesschatten“. (Zurück zu v.5)
hzurückfordern - Heb. ga´al, „lösen, als Goel fungieren“. Der Goel war jeweils der nächste Verwandte eines Menschen und hatte als solcher ihm gegenüber besondere Pflichten; bes. die, seinen Mörder umzubringen, um so eine bestehende Blutschuld wieder auszugleichen, und die, sein Feld zu kaufen oder zurückzukaufen, wenn er es verkaufen musste oder verkauft hatte (s. näher z.B. Löser/Loskauf (WiBiLex)), um so die ursprünglichen Besitzverhältnisse zu erhalten oder wiederherzustellen. Gemeint wäre, dass der in Gen 1,2 geschilderte Urzustand der Finsternis wiederhergestellt werden solle. Gut MEN: „Finsternis und Todesschatten mögen ihn als ihr Eigentum zurückfordern!“ So die meisten.
Doch das Bild ist nicht völlig glatt. Von wem soll die Finsternis den Tag „zurückkaufen“? Aq und Tg verstehen das Wort daher nicht als „lösen“, sondern als das im Heb. gleich lautende „verschmutzen, beflecken“ (wohl auch VUL: „verdunklen“; Syr, Saadja: „überschatten“). So z.B. TUR: „Hätt Finsternis, Toddunkel ihn befleckt!“; z.B. auch Dhorme; Gray; Perdue 1986, S. 304. Doch dieses Bild ist noch weniger glatt; vorzuziehen ist sicher die erste Deutung. (Zurück zu v.5)
iVerfinsterungen (wie Bitternisse) - Gemeint sind wohl Sonnenfinsternisse.
tFN: Heb. kmrjr; unbekanntes Wort, nur hier in der Bibel. MT vokalisiert, als wäre der erste Konsonant, k, kein Bestandteil des Wortes, sondern die Vergleichspartikel „wie“, so dass als Konsonanten des Wortes nur mrjr von mrr („bitter sein“) übrig bliebe. So zwar auch Aq, Tg, VUL, Syr; unter den heutigen dt. Üss. folgt dem aber nur PAT: „Sie sollen ihn erschrecken gleich den täglich neuen Bitternissen“. Die meisten Exegeten und Üss. fassen k stattdessen als Bestandteil des Wortes auf und leiten ab von syr. (nicht heb.!) kmr, das „düster sein“ bedeuten soll: „Verdüsterungen des Tages“. Das ist nicht unproblematisch, aber die starke Mehrheitsmeinung. (Zurück zu v.5)
jJene Nacht - Da im Heb. „Nacht“ und „Tag“ beides maskuline Begriffe sind, lässt sich grammatikalisch nicht entscheiden, wer das Subjekt der Verse 6-7.10 ist. Ich (F.K.) verstehe es als Vorzeichen zu den folgenden Aussagen über die Nacht. (Zurück zu v.6)
kTextkritik: reihe sich nicht ein (freue sich nicht) - nach der masoretischen Vokalisierung Jussiv von ḥdh, „sie freue sich nicht“. So z.B. LUT: „sie soll sich nicht unter den Tagen des Jahres freuen!“ Sym, Tg, VUL, Syr und Saadja dagegen leiten ab von jḥd („sich vereinen“) und vokalisieren jeḥad statt jiḥad: „sie vereine sich nicht mit, reihe sich nicht ein in die Zahl der Tage“. So auch fast alle Exegeten und die meisten dt. Üss, z.B. : „sie reihe sich nicht in die Tage des Jahres!“ (Zurück zu v.6)
lMonate (Monde) - „Monate“ und „Monde“ sind im Heb. das selbe Wort, da die alten Israeliten sich an einem Mondkalender orientierten. Hier ergibt dies einen schönen Merismus: Die „Monde“ evozieren die Nacht; die „Nacht“ (6a) soll also ausgeschieden sein aus der Reihe der Tage (6b) und der Zahl der Nächte/Monate (6c). (Zurück zu v.6)
mSiehe - Anakrusis; das außerhalb des Metrums stehende Ausrufewort markiert das Folgende ebenso wie die Wdh. von „jene Nacht“ als eine der Spitzenaussagen der Strophe. (Zurück zu v.7)
nunfruchtbar - Heb. galmud. Trad. „unfruchtbar“; galmud könnte aber eine Spezialbedeutung haben: Das verwandte Heb. golem meint den Embryo (Ps 139,16). galmud findet sich in der Bibel nur hier und in Ijob 15,34; 30,3; Jes 49,21. Ijob 30,3 wird es metaphorisch verwendet, aber in Ijob 15,34 steht es im Kontext einer Schilderung von Menschen, die verlieren, was sie bereits besitzen; im Vers davor etwa mit den Bildern des Weinstocks, der seine noch unreifen Trauben verliert, und des Olivenbaums, der seine Blüten abwirft. In Jes 49,21 steht es Parallel mit schekulah, was „der Kinder beraubt“ bedeutet, speziell auch mit der Sonderbedeutung „durch Fehlgeburt der Kinder beraubt sein, fehlgebähren“ (Ex 23,26; Ijob 21,10). Talmud und Midrasch Bereschit Rabbah überliefern, dass man in den Seestädten eine menstruierende Frau als galmudah bezeichnet habe (b.Sot 42a; BerR 31) und der Zhg. von Menstruation und Fehlgeburt war ein stark diskutiertes Thema in den Talmudim. Vielleicht heißt „jene Nacht sei galmud“ also „jene Nacht hätte eine Fehlgeburt haben sollen“ und weist so bereits voraus auf die Rede von der Fehlgeburt in V. 16 und wohl auch in 11a, was auch besser mit der nächsten Zeile zusammenstimmte, in der das „Freudengeschrei“ wahrscheinlich der Jubel über eine geglückte Geburt ist (nicht der Hochzeitsjubel wie bei MEN, TUR). (Zurück zu v.7)
oihn (sie) - Im Heb. sind „Tag“ und „Nacht“ beide maskulin; das Pronomen könnte sich also auf beide beziehen. Vv. 6-7 lassen zunächst an die Nacht denken, aber dass hier speziell von den „Verfluchern des Tages“ die Rede ist, macht sehr wahrscheinlich, dass hier wieder die Rede vom Tag ist, so dass die Struktur von Vv. 3-9 wäre: 3: „Tag und Nacht“ | 4-5: „Tag“ | 6-7: „Nacht“ | 8: „Tag“ | 9: „Nacht“. (Zurück zu v.8)
pVerflucher des Tags (Meeres) - gemeint sind wohl professionelle Zauberer, deren Flüchen eine größere Wirksamkeit zugeschrieben wurde, s. Num 22,5f.. Dass sie „fähig sind, den Leviathan aufzureizen“, soll wahrscheinlich nur unterstreichen, wie mächtig diese professionellen Verflucher sind; die (chinesische!) Vorstellung des Drachen, der die Sonne frisst und so Sonnenfinsternisse erzeugt, ist dem AT fremd.
Klangspiel: ´orere („Verflucher“) - `orer („aufzureizen“).
Textkritik: Nicht wenige Exegeten (z.B. Gordis, Horst, Pope) lesen jam statt jom, „Verflucher des Meeres“, da dieses der „Wohnort“ des Leviathan ist. Das ist unnötig und machte aus V. 8 den ersten Vers, in dem nicht das Wort „Tag“ oder „Nacht“ fällt; dem folgt auch keine der dt. Üss. (Zurück zu v.8)
qLeviathan - mythisches Seeungeheuer; am ausführlichsten beschrieben in Ijob 40,25-41,2. Laut Ijob 41,2 ist niemand so grausam, den Leviathan aufzureizen. (Zurück zu v.8)
rAugen des Morgens - Trad. „Wimpern“, doch `af`af ist im Ug. und Heb. sehr klar ein Synonym für `ajin („Augen“), das im nächsten V. steht, s. Ijob 16,16 (die schwachen Augen sind ein häufiges Bild für mangelnde Lebenskraft); Ps 11,4; Spr 4,25 und vgl. Spr 6,25 mit Hld 4,9; vgl. auch Aistleitner 1966, S. 308; Dahood 1969, S. 351f. Gemeint sind wahrscheinlich die beiden Abend- und Morgensterne Merkur und Venus, s. Ijob 41,10. Ijob vergilt mit seinem Fluch Gleiches mit Gleichem: Wie die Nacht nicht die Mühsal vor seinen Augen verborgen hat (V. 10), so soll auch sie vergeblich auf die „Augen“ der Morgenröte warten. (Zurück zu v.9)
smeines Schoßes - gemeint ist der Schoß seiner Mutter. (Zurück zu v.10)
taus dem Mutterleib sterben - Meist ausgelegt als „direkt beim Herauskommen aus dem Mutterleib sterben“, so dass 11a und 11b vom selben sprächen; mitgehört werden müsste dann das „herausgekommen“ aus 11b („backward gapping“). Die sehr nahe Parallele Jer 20,17f. legt aber nahe, dass 11a und 11b Unterschiedliches meinen: 11b nämlich „direkt nach der Geburt sterben“, 11a aber „eine Fehlgeburt sein“. Vv. 11-12 schilderten dann eine Progression: 11a: Im Mutterleib, 11b: Bei der Geburt, 12a: Auf den Knien sitzen, 12b: Beim ersten Säugen (so gut Barbiero 2015, S. 51). Auch LXX, VUL und Saadja übersetzen „im Mutterleib“; ebenso z.B. LUT, R-S, ZÜR.
Nur so wäre auch gut verständlich, warum in V. 16 die Rede von der „verscharrten Fehlgeburt, die nicht existierte“, sein kann: Noch vor der Geburt gestorbene Kinder wurden im alten Israel noch nicht als Lebewesen angesehen. m.Oh vii 6 und t.Jeb ix 9 etwa bestimmen, wie bei schwierigen Schwangerschaften verfahren werden dürfe: Ist das „Kind“ noch im Leib der Mutter, darf es „Glied für Glied“ entfernt werden, um die Mutter zu retten, ist aber der Großteil (m.Oh) / der Kopf (t.Jeb) des Kindes „bereits herausgekommen“, darf man es nicht antasten, da man nicht „Leben für Leben“ nehmen dürfe. Raschi erklärt diese Regelung: Solange ein „Kind“ noch nicht in die Welt „herausgekommen“ ist, lo nefesch hu´, „ist es noch kein Lebewesen“. (Zurück zu v.11)
uRuinen bauten - Die Rede ist wohl vom Wiedererrichten zerstörter Städte, ein verbreiteter Brauch im Alten Orient. Der moabitische König Mesa etwa lässt schreiben: „Ich baute Beth-Bamoth, denn es war zrstört. Ich baute Bezer, das in Trümmern lag.“ (TUAT I/6, S. 650). Vom Wiederaufbauen zerstörter Städte ist in der Bibel auch die Rede in Jos 6,26; Ps 69,36; 102,17; 147,2; Jes 58,12; 61,4; Ez 36,10.33; Mal 1,4. So schon Raschi. Andere verstehen die Stelle als Kommentar zur Flüchtigkeit menschlichen Wirkens, da selbst das von Königen und Ratsherren Errichtete bald wieder zu Ruinen werde (z.B. Gzella 2007, S. 274; auch Jastrow, Junker).
Die häufigen Üss. „Grabkammern“, „Gräber“, „Pyramiden“ oder „Paläste“ geht entweder davon aus, dass ḥarabot nur hier die selbe Bed. habe wie das arabische ḥiram („Pyramide“) oder folgen einem der vielen Vorschlage zur Korrektur des Textes, z.B. hklwt („Paläste“, Beer) oder qbrwt („Gräber“, Richter 1927, S. 4). (Zurück zu v.14)
v Anstatt des Perfekts kann in der prophetischen oder poetischen Sprache auch wie hier das parallele Imperfekt zur Beschreibung von Handlungen, Ereignissen oder Zuständen herangezogen werden, die – obwohl in der Vergangenheit vollendet – in die Gegenwart hineinreichen. (Zurück zu v.17)
w Wörtlich: „beisammen“, hier wegen des Parallelismus und wie in Dtn 33,5; Ps 33,15; Hi 38,7 mehrere Personen zusammenfassend als poetisches Synonym für כל gebraucht. (Zurück zu v.18)
x Hier wird שמע wie in Ruth 2,8 und Jer 4,31 als Zustandsverb gebraucht. (Zurück zu v.18)
y הוא kann sich nur auf eines der beiden Subjekte beziehen und daher in etwa folgendermaßen gebraucht sein: „the small is here, as also the great“, David Clines, Job 1-20, Atlanta 1989, S. 73f, 19a. Clines, ebd., widerlegt hier außerdem das vielfach vorgebrachte Argument, dass הוא im Sinne von „gleich sein“ aufgefasst werden könne. (Zurück zu v.19)
z Gott ist das logische, wenn auch ungenannte Subjekt. (Zurück zu v.20)
aa Epexegetischer Genitiv zur Angabe des Teils der Person, dessen physischer oder seelischer Zustand beschrieben werden soll. (Zurück zu v.20)
ab Trotz oft geäußerter Zweifel, kann גִיל nicht mit גַל – „Haufen“ (wie auch im Apparatus criticus der BHS vorgeschlagen) wiedergegeben werden, weil es – wie dort auch eingeräumt wird – ohne weitere Spezifikation im Sinne von „(Grab-)Hügel“ keinen Beleg für eine solche Verwendung gibt. (Zurück zu v.22)
ac לפני – wörtlich: „vor mein Angesicht“ scheint gut als komperativische Umschreibung vorstellbar, die ausdrückt, dass das Stöhnen wichtiger ist als Essen. (Zurück zu v.24)