Psalm 11

Aus Die Offene Bibel

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Status: Lesefassung kann erstellt werden – Wer möchte, ist zum Einstellen einer ersten Übertragung in die Lesefassung eingeladen, die später als Grundlage für Verbesserungen dient (Weitere Bibelstellen zum Übertragen). Auf der Diskussionsseite ist Platz für Rückfragen und konstruktive Anmerkungen.

Lesefassung (Psalm 11)

3[...]
Wo bleibt euer ‚Gerechter‘?“

Anmerkungen

Studienfassung (Psalm 11)

1Für den Chorleiter (Dirigenten, Singenden, Musizierenden; [Vorzutragen vom] Vorsteher [über das Ritual]).aEin Psalm (begleitetes Lied) von (für, über, nach Art von) David.

Auf JHWHEmpfehlung zur Aussprache: mein Herr, der HERR, GOTT, °unser Gott°, °unser Herr°, die/der Eine, die/der Ewige, die/der Heilige, die/der Lebendige, Ich-bin-da, Adonaj, Ha-Schem, Ha-Makom, Schechina. Erläuterungen dazu gibt es auf der Seite JHWH. vertraue ich (zu JHWHEmpfehlung zur Aussprache: mein Herr, der HERR, GOTT, °unser Gott°, °unser Herr°, die/der Eine, die/der Ewige, die/der Heilige, die/der Lebendige, Ich-bin-da, Adonaj, Ha-Schem, Ha-Makom, Schechina. Erläuterungen dazu gibt es auf der Seite JHWH. fliehe ich/bin ich geflohen).
Wie [könnt] ihrb [da] zu mir (zu meiner Seele)c sagen:d
„Flieht auf euren Berge [wie] ein Vogel!f ([wie] Vögel; flieh auf euren Berg, Vogel!, flieh/flieht ins Gebirge wie ein Vogel/wie Vögel!)g
2 Denn siehe,h die Bösen wollen den Bogen spannen,
Sie wollen den Pfeil auf die Sehne legeni
Um im Dunkelj auf die zu schießen, die aufrechten Herzens sind.
3 Ja, (denn) [selbst] die Fundamentek sollen (werden) eingerissen werden -
Was [also] tut der Gerechte?“l


4 JHWHEmpfehlung zur Aussprache: mein Herr, der HERR, GOTT, °unser Gott°, °unser Herr°, die/der Eine, die/der Ewige, die/der Heilige, die/der Lebendige, Ich-bin-da, Adonaj, Ha-Schem, Ha-Makom, Schechina. Erläuterungen dazu gibt es auf der Seite JHWH., [der] in seinem heiligen Tempel (Palast) [ist], (JHWHEmpfehlung zur Aussprache: mein Herr, der HERR, GOTT, °unser Gott°, °unser Herr°, die/der Eine, die/der Ewige, die/der Heilige, die/der Lebendige, Ich-bin-da, Adonaj, Ha-Schem, Ha-Makom, Schechina. Erläuterungen dazu gibt es auf der Seite JHWH. ist in seinem heiligen Tempel; ist JHWHEmpfehlung zur Aussprache: mein Herr, der HERR, GOTT, °unser Gott°, °unser Herr°, die/der Eine, die/der Ewige, die/der Heilige, die/der Lebendige, Ich-bin-da, Adonaj, Ha-Schem, Ha-Makom, Schechina. Erläuterungen dazu gibt es auf der Seite JHWH. in seinem heiligen Tempel?)
JHWHEmpfehlung zur Aussprache: mein Herr, der HERR, GOTT, °unser Gott°, °unser Herr°, die/der Eine, die/der Ewige, die/der Heilige, die/der Lebendige, Ich-bin-da, Adonaj, Ha-Schem, Ha-Makom, Schechina. Erläuterungen dazu gibt es auf der Seite JHWH., [der] im Himmel seinen Thron [hat] (JHWHs Thron ist im Himmel; ist JHWHs Thron im Himmel?) -m
Seine Augen blicken,n
Seine Augeno prüfen die Menschensöhne.p
5 JHWHEmpfehlung zur Aussprache: mein Herr, der HERR, GOTT, °unser Gott°, °unser Herr°, die/der Eine, die/der Ewige, die/der Heilige, die/der Lebendige, Ich-bin-da, Adonaj, Ha-Schem, Ha-Makom, Schechina. Erläuterungen dazu gibt es auf der Seite JHWH., der Gerechte, prüft. (JHWHEmpfehlung zur Aussprache: mein Herr, der HERR, GOTT, °unser Gott°, °unser Herr°, die/der Eine, die/der Ewige, die/der Heilige, die/der Lebendige, Ich-bin-da, Adonaj, Ha-Schem, Ha-Makom, Schechina. Erläuterungen dazu gibt es auf der Seite JHWH. [ist] gerecht. Er prüft.) -
Und den Bösen und den Gewalt Liebenden hasst er (hasst seine Seele)c.q
6 Er wird (soll)r regnen lassen auf [die] Bösen Schlingen (Kohle?):s
Feuer, Schwefelt und gewaltiger (glühender) Wind [ist] der Anteil ihres Bechers.u
7 Weil JHWHEmpfehlung zur Aussprache: mein Herr, der HERR, GOTT, °unser Gott°, °unser Herr°, die/der Eine, die/der Ewige, die/der Heilige, die/der Lebendige, Ich-bin-da, Adonaj, Ha-Schem, Ha-Makom, Schechina. Erläuterungen dazu gibt es auf der Seite JHWH. gerecht (der Gerechte) ist (denn JHWHEmpfehlung zur Aussprache: mein Herr, der HERR, GOTT, °unser Gott°, °unser Herr°, die/der Eine, die/der Ewige, die/der Heilige, die/der Lebendige, Ich-bin-da, Adonaj, Ha-Schem, Ha-Makom, Schechina. Erläuterungen dazu gibt es auf der Seite JHWH. ist gerecht.), Gerechtigkeit liebt (liebt er Gerechtigkeit.),
Wirdv ein Aufrechter sein Gesicht sehen (wird sein Gesicht auf einen Aufrechten sehen?).w

Anmerkungen

Psalm 11 ist ein Vertrauenspsalm in der Form eines fingierten Streitgesprächs zwischen dem Sprecher und den Feinden der JHWHEmpfehlung zur Aussprache: mein Herr, der HERR, GOTT, °unser Gott°, °unser Herr°, die/der Eine, die/der Ewige, die/der Heilige, die/der Lebendige, Ich-bin-da, Adonaj, Ha-Schem, Ha-Makom, Schechina. Erläuterungen dazu gibt es auf der Seite JHWH.-Gläubigen (vgl. v.a. Mannati 1979Mannati, M.: Le Psaume XI, in: VT 29/2, 1979. S. 222-226.). Ziel des Psalms ist es, über diese Form die in Vv. 4-7 dargelegte Lehre über das Wesen Gottes, sein Verhältnis zu „Aufrechten“ (=zu den rechtgläubigen Israeliten) und „Bösen“ und die daraus resultierende angemessene Haltung eines Rechtgläubigen gerade auch in Notsituationen zu entwickeln (vgl. z.B. Croft 1997Croft, Steven J.L.: The Identity of the Individual in the Psams. Sheffield, 1997., S. 23).

V. 1a nennt man die „Psalmenüberschrift“. Diese Psalmenüberschriften wurden nachträglich zu den Psalmen hinzugefügt; über ihren Sinn weiß man immer noch nichts Genaueres und auch die Bedeutung der einzelnen Vokabeln ist hier wie meist unklar. Doch da es sich um nachträgliche Hinzufügungen handelt, wirkt sich das glücklicherweise nicht allzu nachteilig auf das Verständnis des Psalms im Ganzen aus.
In V. 1b beginnt der eigentliche Psalm; gleich zur Eröffnung schlägt der Sprecher mit der einleitenden Vertrauenserklärung „Auf JHWHEmpfehlung zur Aussprache: mein Herr, der HERR, GOTT, °unser Gott°, °unser Herr°, die/der Eine, die/der Ewige, die/der Heilige, die/der Lebendige, Ich-bin-da, Adonaj, Ha-Schem, Ha-Makom, Schechina. Erläuterungen dazu gibt es auf der Seite JHWH. vertraue ich“ den Grundton des Psalms an. Kontrastiert wird diese Vertrauenshaltung in Vv. 1c-3 mit einer fingierten Anfrage von Feinden der JHWHEmpfehlung zur Aussprache: mein Herr, der HERR, GOTT, °unser Gott°, °unser Herr°, die/der Eine, die/der Ewige, die/der Heilige, die/der Lebendige, Ich-bin-da, Adonaj, Ha-Schem, Ha-Makom, Schechina. Erläuterungen dazu gibt es auf der Seite JHWH.-Verehrer an den Sprecher. Im Hintergrund steht die Vorstellung, dass JHWHEmpfehlung zur Aussprache: mein Herr, der HERR, GOTT, °unser Gott°, °unser Herr°, die/der Eine, die/der Ewige, die/der Heilige, die/der Lebendige, Ich-bin-da, Adonaj, Ha-Schem, Ha-Makom, Schechina. Erläuterungen dazu gibt es auf der Seite JHWH. inmitten Israels auf dem Zionsberg in seinem Tempel thront und von dort aus seine Verehrer beschützt. Für diese Vorstellung wird der Psalmist in der Anfrage der „Bösen“ verhöhnt: „Flieht doch auf euren Berg! Die ‚Bösen‘ sind ja schon beinahe am Schießen auf die JHWHEmpfehlung zur Aussprache: mein Herr, der HERR, GOTT, °unser Gott°, °unser Herr°, die/der Eine, die/der Ewige, die/der Heilige, die/der Lebendige, Ich-bin-da, Adonaj, Ha-Schem, Ha-Makom, Schechina. Erläuterungen dazu gibt es auf der Seite JHWH.-Gläubigen, sind ja schon beinahe an der gänzlichen Vernichtung ihrer Heimat. Wo bleibt denn der Schutz eures ‚Gerechten‘!?“

Doch dieser Hohn trifft den Sprecher nicht im Geringsten; wie eine Kampfansage kann er den Feinden in Vv. 4-7 sein Glaubensbekenntnis entgegenschmettern: JHWHEmpfehlung zur Aussprache: mein Herr, der HERR, GOTT, °unser Gott°, °unser Herr°, die/der Eine, die/der Ewige, die/der Heilige, die/der Lebendige, Ich-bin-da, Adonaj, Ha-Schem, Ha-Makom, Schechina. Erläuterungen dazu gibt es auf der Seite JHWH., der Himmelsgott, der in der Tat in seinem Tempel wohnt, sieht alles. Er kennt die Herzen der Menschen, und in der Tat: Seine Verehrer wird er beschützen, deren Feinde aber vernichten.

aChorleiter - Heb. menatseach; genaue Bedeutung unklar. Die Primärübersetzung „Chorleiter“ ist mehr oder weniger Konvention.
Für einen guten Vorschlag zur Deutung vgl. Sawyer 2011bSawyer, John F. A.: The Terminology of the Psalm Headings, in: Ders.: Sacred Texts and Sacred Meanings. Studies in Biblical Language and Literature. Sheffield, 2011.: In akkadischen Ritualtexten gibt es ähnliche Angaben wie in den Psalmüberschriften; u.a. wird dort häufig spezifiziert, wer den folgenden Text vorzutragen hat und welches Ritual Anlass des jeweiligen Ritualtextes ist. Entsprechend wäre dann in den Psalmen der menatseach nicht der „Chorleiter“, sondern der Vorsteher über das Ritual, bei dem der Psalm vorzuträgen war. Doch ist auch dies nur ein „educated guess“ und „Chorleiter“ ist in dt. Üss. so etabliert, dass die LF doch besser dieser Deutung folgen sollte. (Zurück zu v.1)
bihr sind vermutlich nicht verängstigte Freunde des Psalmisten (so die meisten Kommentatoren), sondern eine Gruppe von Feinden der Gruppe, die durch den Psalmisten repräsentiert wird: „Ihr sagt zu mir: Flieht auf ‚euren Berg‘.“
Umstritten ist, ob das folgende Zitat dieser Gruppe von V. 1 bis V. 3 geht, oder ob in V. 2 wieder der Sprecher wechselt und ab hier wieder der Psalmist spricht (so z.B. Gerstenberger 1991Gerstenberger, Erhard S.: Psalms. Part 1. With an Introduction to Cultic Poetry. Grand Rapids, 1991., S. 77f.). Aber in der Wendung ki hinneh („denn siehe,...“) hat ki („denn“, „Oh!“, „Ach!“) nie die selbe Funktion wie hinneh (also die eines Fokuspartikels: „Oh! Siehe!, ...“) und muss also als „denn“ verstanden werden. Würde demnach in V. 2 wieder der Psalmist sprechen, würde er ja sein Vertrauen in Gott damit begründen, dass die Frevler schon ihre Bogen spannen. Das liegt sicher fern. Die Sprecher sind also immer noch die selben und sie begründen in V. 2 ihre Aufforderung von V. 1 (für ähnliche mit ki hinneh eingeleitete Begründungen s. z.B. schön deutlich Jer 50,9 auf V. 8; Ps 59,4 auf V. 3; 83,3 auf V. 2). Ab V. 4 dagegen beginnt offenbar die Erwiderung auf 3b: „Was tut JHWHEmpfehlung zur Aussprache: mein Herr, der HERR, GOTT, °unser Gott°, °unser Herr°, die/der Eine, die/der Ewige, die/der Heilige, die/der Lebendige, Ich-bin-da, Adonaj, Ha-Schem, Ha-Makom, Schechina. Erläuterungen dazu gibt es auf der Seite JHWH.?“ - „Richten.“ (so gut Mannati 1979Mannati, M.: Le Psaume XI, in: VT 29/2, 1979. S. 222-226., S. 225). Die beiden Abschnitte des Psalms sind also sehr wahrscheinlich: Vv. 1b-3 - Vv. 4-7. (Zurück zu v.1)
czu mir (zu meiner Seele) (V. 1) + hasst er (hasst seine Seele) (V. 5) - Heb. „zu meiner nefesch“ bzw. „hasst seine nefesch (‚Seele‘)“. Eine wörtl. Üs. von nefesch ist fast nie zu empfehlen, weil es im heb. Menschenbild einen Gegensatz von Körper und Seele so nicht gab; nefesch meint hier wie meist den ganzen Menschen/Gott und wird daher hier wie häufig als Wechselbegriff für „Ich“/„Er“ verwendet. (Zurück zu v.1 / zu v.5)
dWie [könnt] ihr [da] zu mir sagen - W. „Wie (´ek) sagt ihr zu mir...?“; das Fragewort ´ek dient hier wie häufig zur Einleitung eines ablehnenden Ausrufs: „Wie könnt ihr nur...!?“ (s. z.B. Gen 26,9; 39,9; Ri 16,15 u.ö). Die obige Übersetzung versucht, diesen Ton einzufangen. Ähnlich viele Üss. (Zurück zu v.1)
eauf euren Berg - nämlich den Zion, den Berg, auf dem Gott in seinem Tempel wohnt und der daher eine sichere Zuflucht ist (vgl. z.B. Zion/Zionstheologie (WiBiLex) und s. z.B. Ps 46,1-8; 48,13-15; zum ähnlichen Motiv des Tempels als Zufluchtsort s. z.B. Ps 27,4f.; 61,4f.). (Zurück zu v.1)
f[wie] ein Vogel, d.h. „wie ein Angsthase“ (vgl. Spr 27,8; Hos 11,11). Sehr schön Delekat 1967Delekat, Lienhard: Asylie und Schutzorakel am Zionheiligtum. Eine Unterschung zu den privaten Feindpsalmen. Mit zwei Exkursen. Leiden, 1967., S. 154: „Flieh ins Gebirge wie ein Hasenfuss!“
„Vogel“ ist ein „generischer Singular“ mit Pl.-Bed.; übersetze: „wie Vögel“. (Zurück zu v.1)
gTextkritikDer Versuch, aus den überlieferten Bibelhandschriften die ursprünglichste Textversion zu ermitteln. Im AT gilt der sogenannte „Masoretische Text“ als Richtschnur, er ist allerdings teilweise über 2000 Jahre jünger als der zu ermittelnde „Urtext“ und kann daher Überlieferungsfehler enthalten. Atl. Textkritik versucht, durch den Vergleich mit anderen erhaltenen Textversionen solche womöglich fehlerhaften Stellen zu berichtigen. Bisweilen sind dabei Textänderungen nötig, die überhaupt kein Fundament in den alten Textzeugen haben, sondern nur auf Vermutungen basieren. Das NT ist wesentlich besser überliefert: Eine Vielzahl älterer Manuskripte sind erhalten. Allerdings gibt es keinen Ausgangstext mit einem dem Masoretischen Text vergleichbaren Stellenwert. Die ntl. Textkritik wägt daher Textvarianten aus unterschiedlichen Texttraditionen gegeneinander ab, um zu beurteilen, welche Variante die ursprünglichere ist.: Flieht auf euren Berg [wie] ein Vogel ([wie] Vögel; flieh auf euren Berg, Vogel!, flieh/flieht ins Gebirge wie ein Vogel/wie Vögel! - Der heb. Teil der BibelDie Bibel ist das Buch über Gott. wurde ursprünglich ohne Vokale geschrieben; jüdische Schriftgelehrte trugen diese Vokale im Mittelalter nach. An dieser Stelle liegt der heb. Text daher in zwei us. Versionen vor: Der Konsonantentext bedeutet „Flieht (mask. pl.)“, die Schriftgelehrten wollten das korrigieren und haben durch die Vokale angezeigt, dass sie den Text verstanden wissen wollen als „Flieh (fem. sg.)“. Darauf folgen im Heb. die Konsonanten hrkm („auf euren Berg“) und zpwr, das sich entweder als Sg. oder als „generischer“ Sg. mit Pl.-Bed. und entweder als Vokativ („du Vogel / ihr Vögel“) oder als adverbialer Akkusativ des Vergleichs ([wie] ein Vogel / [wie] Vögel“) verstehen lässt.
Die alten Übersetzungen übersetzen fast einheitlich: „Flieh (sg.) ins Gebirge wie ein Vogel“. Auch hier findet sich also meist die Deutung des Verbs als Sg., außerdem fehlt stets das „euer“ und stets steht ein „wie“. Das könnte bedeuten, dass den alten Versionen statt den Konsonanten hrkm zpwr („auf euren Berg [wie] ein Vogel“) die Konsonanten hr kmw zpwr („ins Gebirge wie ein Vogel“) vorlagen. Die Unterschiede lassen sich aber auch als eine freiere, kontextuelle Übertragung erkären: Die singularische Übertragung des Verbs wäre dem „zu meiner Seele“ in V. 1 geschuldet; „auf euren Berg/auf euer Gebirge“ wurde als alternativer Ausdruck für „ins Gebirge“ gefasst, weil das Gebirge in der BibelDie Bibel ist das Buch über Gott. oft der Ort ist, an den in Notsituationen geflohen wird, und das „wie“ soll nur den adverbialen Akkusativ des Vergleichs ausdrücklich machen. Ähnlich erklärt z.B. CTATBarthélemy, Dominique: Critique textuelle de l'Ancien Testament. Rapport final du Comité pour l'analyse textuelle de l'Ancien Testament hébreu institué par l'Alliance Biblique Universelle, établi en collaboration avec Alexander R. Hulst, Norbert Lohfink, William D. McHardy, H. Peter Rüger, coéditeur, James A. Sanders, coéditeur. Fribourg/Göttingen, 1982-2005. IV, S. 42f. die Unterschiede; dieser Deutung folgen auch wir und betrachten als ursprünglich: „FliehT auf EUREN Berg [WIE] ein Vogel“. So z.B. auch B-R„Die Schrift“, übersetzt von Martin Buber und Franz Rosenzweig. Eine jüdische Übersetzung des Alten Testaments, die berühmt ist für ihre eigenwilligen Übersetzungsentscheidungen und ihren teilweise sehr gewagten Stil., MENKurz für „Menge Bibel“; entstanden zwischen 1900 und 1922. Dennoch auch heute noch gut lesbar und recht häufig empfohlen als Muster einer Übersetzung, der es gelingt, philologisch genau und dennoch kommunikativ zu übersetzen. Sprachlich merkt man ihr Alter allerdings deutlich., SLTKurz für „Schlachter“; gemeint ist damit die Revision von 1995-2004 der erstmals 1905 erschienenen Bibelübersetzung von Franz Eugen Schlachter. Die Schlachter-Bibel ist recht urtexttreu; Schlachter verstand es aber, dieses genaue Übersetzen mit einem herrlichen kräftig-würzigen Stil zu verbinden, so dass sich am Ende dennoch eine gut lesbare Bibel ergab., STADDie freie jüdische Psalmenübersetzung von Alisa Stadler, der „jüdischen Psalmsängerin unserer Tage“ (Schalom ben Chorin). Eher für Psalmenliebhaber und als Inspiration für die Übertragung der LF interessant als für Exegese und Übersetzungsvergleich; noch mehr aber für Bibliophile: Ein ganz wundervoll gestaltetes Buch., TAFKurz für „Tafelbibel“, die Bibelübersetzung von Leonhard und Ludwig Tafel. Sehr wörtliche Übersetzung; laut eigener Auskunft hatte Tafel allein im Alten Testament 40.000 Verbesserungen veranstaltet. Interessant, da hier häufiger auch seltenere Übersetzungsweisen gefunden werden können., TURjüdische Übersetzung des ATs von 1935-59 durch Naftali Herz Tur-Sinai. Philologisch genaue Übersetzung eines großen Exegeten in eigenwilligem und kräftigem Sprachduktus.. (Zurück zu v.1)
hDenn siehe leitet hier die Begründung der vorangehenden Aufforderung ein (s. ähnlich z.B. Jer 50,9 auf V. 8; Ps 59,4 auf V. 3; 83,3 auf V. 2); sinngemäßer daher: „Denn siehe die Bösen wollen [ja] den Bogen spannen“. (Zurück zu v.2)
itFNtechnische Fußnote; der Inhalt ist nur für Erstübersetzer aus dem Hebräischen/Griechischen interessant.: wollen legen - W. „legen/haben gelegt.“ Zeilen 1 und 2 von V. 2 verwenden unterschiedliche Verbformen. Nach der Logik muss man zuerst den Bogen spannen, bevor man den Pfeil auf die Sehne legen kann; laut den Verbformen von V. 2 ist es hier aber umgekehrt: „Sie werden/wollen den Bogen spannen, / sie haben den Pfeil auf die Sehne gelegt“. Das ist am besten zu erklären als T-ShiftV.a. in der hebräischen Poesie kann ein hebräischer Autor aus stilistischen Gründen von einer Person/Numerus/Genus/Tempus zu einer anderen Person/Numerus/Genus/Tempus wechseln, ohne dass dies Einfluss auf die Bedeutung der Textsemantik hätte. Meist finden diese Shifts von einem Sticho auf den nächsten statt, es ist aber sogar möglich, dass sie im selben Sticho erfolgen; s. z.B. Gevirtz 1961, S. 157f.. (so auch Zuber 1986Zuber, Beat: Die Psalmen. Eine Studienübersetzung unter besonderer Berücksichtigung des hebräischen Tempus. Heidelberg, 1986., S. 26; schon von Lengerke 1847von Lengerke, Caesar: Die fünf Bücher der Psalmen. Auslegung und Verdeutschung. Erster Band. Königsberg, 1847. online unter: https://goo.gl/QAovTb, S. 50): Aus poetischen Gründen kann in der bibl. Poesie von einer Zeile auf die nächste von einem Tempus zum nächsten gewechselt werden, ohne, dass das einen Bedeutungsunterschied machen würde (vgl. z.B. Berlin 1979Berlin, Adele: Grammatical Aspects of Biblical Parallelism, in: HUCA 50, 1979. S. 17-43., S. 23). Auch von den meisten Üss. wird daher richtig der Unterschied zwischen den beiden Verbformen eingeebnet. (Zurück zu v.2)
jim Dunkel, also feige im Schutz der Nacht. (Zurück zu v.2)
kFundamente - gemeint ist wohl, „daß die Frevler sogar Fundamente und Siedlungen vernichten“ (Loretz 2002Loretz, Oswald: Psalmstudien: Kolometrie, Strophik und Theologie ausgewählter Psalmen. Berlin, 2002., S. 112).
Genauer: „Fundamente“ wird von fast allen Exegeten und z.B. auch BBDie BasisBibel, eine freie und frische Übersetzung von NT und Psalmen, die gezielt auf die Verbreitung in den Neuen Medien hinkonzipiert wurde. Oft übersetzt sie recht interpretativ, beweist dabei aber auch häufig ein sehr glückliches Händchen. Definitiv einen Blick wert - und das Design ist auch noch toll., GNKurz für „Gute Nachricht Bibel“; als Vollbibel erstmals 1978 erschienen. Erste deutsche kommunikative Vollbibel; außerdem erste einzige durchgehend ökumenische deutsche Bibelübersetzungen. Ihre Rolle für die Geschichte der deutschen Bibelübersetzung ist schwer zu überschätzen., HfAKurz für „Hoffnung für Alle“. Erstmals 1996 als Vollbibel erschienen. Das bisherige Höchstmaß an Kommunikativität auf dem Markt der deutschen Bibeln., NeÜKurz für „Neue evangelistische Übersetzung“, eine 2010 erstmals als Vollbibel erschienene Übersetzung durch Karl-Heinz Vanheiden. Vanheiden konzipierte sie als Bibel, die „so leicht lesbar sein sollte wie eine Tageszeitung“, dennoch entfernt sie sich sehr selten zu weit vom Urtext. Bezeichnend ist ihr schöner Stil; v.a. in der biblischen Poesie., NGÜNT- und Psalmenübersetzung der Genfer Bibelgesellschaft 2000-2011. Eine vorbildliche Verknüpfung von philologischer Genauigkeit und kommunikativer Flüssigkeit., NLKurz für „Neues Leben“, eine sehr kommunikative Übersetzung, die erstmals 2006 als Vollbibel erschien. als Metapher für die „Grundlage der Gesellschaft“, nämlich die gesellschaftliche Ordnung oder die wichtigen Bürger als die „Stützen der Gesellschaft“, gedeutet; verwiesen wird dafür auf Ps 82,5; Jes 19,10; Ez 30,4. Das ist ganz unwahrscheinlich. In Jes 19,10 ist vermutlich schetiteha („Weber“) zu vokalisieren (vgl. BHSBiblica Hebraica Stuttgartensia; Eitan 1925Eitan, Israel: An Egyptian Loan Word in. Is. 19., in: JQR 15/3, 1925. S. 419-420.; heute z.B. Smith 2007Smith, Gary V.: Isaiah 1-39. Nashville, 2007., S. 357). Ez 30,4 und Ps 82,5 verwenden andere Wörter als Ps 11. Auch unabhängig davon geht es in Ez 30,4 sicher nicht um „Fundamente der Gesellschaft“, sondern um Urbizid, die vollständige Schleifung einer Stadt (dazu vgl. kürzlich Wright 2015Wright, Jacob L.: Urbicide. The Ritualized Killing of Cities in the Ancient Near East, in: Saul M. Olyan: Ritual Violence in the Hebrew Bible. New Perspectives. New York, 2015. online unter: https://goo.gl/GJS0J1.). In Ps 82,5 schließlich ist von den mosde ´arets („Säulen der Erde“) die Rede, die hier sicher wie sonst auch die Fundamente, auf denen nach dem bib. Weltbild entweder die Erde über der Unterwelt oder der Himmel auf der Erde ruht, meinen (s. zu dieser und ähnlichen Wendungen Dtn 32,22; 2Sam 22,8.16 und Ps 18,7.15; Spr 8,29; Jes 28,18; Jer 31,37; Mi 6,2 und vgl. z.B. Muszyński 1975Muszyński, Henryk: Fundament, Bild und Metapher in den Handschriften aus Qumran. Rom, 1975., S. 105f.). Damit wäre „Fundamente“ als Bild für „wichtige Bürger“ oder „staatliche Ordnung“ also singulär und ist daher besser mit Loretz 2002Loretz, Oswald: Psalmstudien: Kolometrie, Strophik und Theologie ausgewählter Psalmen. Berlin, 2002., S. 112 wörtlich zu verstehen und ebenso wie Ez 30,4 auf den Brauch des Urbizids zu beziehen: Die Bösen wollen nicht nur die Gerechten niedermähen (V. 2), sondern auch ihre gesamte Stadt schleifen (V. 3a). (Zurück zu v.3)
lder Gerechte = JHWHEmpfehlung zur Aussprache: mein Herr, der HERR, GOTT, °unser Gott°, °unser Herr°, die/der Eine, die/der Ewige, die/der Heilige, die/der Lebendige, Ich-bin-da, Adonaj, Ha-Schem, Ha-Makom, Schechina. Erläuterungen dazu gibt es auf der Seite JHWH. (so schon Ehrlich 1905Ehrlich, Arnold B.: Die Psalmen. Neu uebersetzt und erklaert. Berlin, 1905. onine unter: http://goo.gl/r9Wpjj; z.B. auch Auffret 1981Auffret, Pierre: Essai sur la structure littéraire du psaume 11, in: ZAW 93/4, 1981. S. 401-418., S. 406; Mannati 1979Mannati, M.: Le Psaume XI, in: VT 29/2, 1979. S. 222-226., S. 225): V. 7 wird sicher JHWHEmpfehlung zur Aussprache: mein Herr, der HERR, GOTT, °unser Gott°, °unser Herr°, die/der Eine, die/der Ewige, die/der Heilige, die/der Lebendige, Ich-bin-da, Adonaj, Ha-Schem, Ha-Makom, Schechina. Erläuterungen dazu gibt es auf der Seite JHWH. als „der Gerechte“ bezeichnet und es ist unwahrscheinlich, dass innerhalb dieser nur sieben Verse JHWHEmpfehlung zur Aussprache: mein Herr, der HERR, GOTT, °unser Gott°, °unser Herr°, die/der Eine, die/der Ewige, die/der Heilige, die/der Lebendige, Ich-bin-da, Adonaj, Ha-Schem, Ha-Makom, Schechina. Erläuterungen dazu gibt es auf der Seite JHWH. mit einem Begriff charakterisiert wird, mit dem zuvor schon seine Verehrer charakterisiert wurden. Für Gottes Verehrer ist in Ps 11 der Begriff jaschar („aufrecht“) reserviert.
Die Übersetzung „Was kann der Gerechte tun?“ ist wegen der Verbform nicht zulässig (so richtig Kissane 1953Kissane, Edward J.: The Book of Psalms. Translated from a Critically Revised Hebrew Text. Vol. I. Dublin, 1953., S. 47); gefragt wird nach dem tatsächlichen Tun des „gerechten“ Gottes: Wo bleibt denn sein gerechtes Handeln? (Zurück zu v.3)
mder in seinem heiligen Tempel ist + der im Himmel seinen Thron hat - erklärlich durch einen faszinierenden Aspekt des altorientalischen Götterglaubens: JHWHEmpfehlung zur Aussprache: mein Herr, der HERR, GOTT, °unser Gott°, °unser Herr°, die/der Eine, die/der Ewige, die/der Heilige, die/der Lebendige, Ich-bin-da, Adonaj, Ha-Schem, Ha-Makom, Schechina. Erläuterungen dazu gibt es auf der Seite JHWH. und andere Götter hatten nach der Vorstellung ihrer alten Verehrer klar einen Körper, waren also nicht „reiner Geist“. Sie waren aber nicht an diesen ihren eigentlichen Körper gebunden, sondern konnten sich sozusagen „aufsplitten“ und zusätzlich auch andere Orte, Kultbilder, Gebäude etc. zu „Zweit-körpern“ erwählen. „Der Psalmist glaubt in Übereinstimmung mit einem Denkschema, das sich auch anderswo im Alten Orient findet, dass Gott physisch sowohl an einem Ort auf der Erde als auch im Himmel anwesend sein konnte.“ (Sommer 2009Sommer, Benjamin D.: The Bodies of God and the World of Ancient Israel. New York, 2009., S. 44 zu Ps 20; zu Ps 11,4 vgl. S. 235 FN 22). (Zurück zu v.4)
nSeine Augen blicken - das Objekt auch dieses Satzes sind die „Menschenkinder“. Die Aneinanderreihung zweier alternativer Ausdrücke für dieses blickende Prüfen soll die Aussage noch steigern und emphatischer machen. (Zurück zu v.4)
oAugen - hier wird ein anderes Wort für „Augen“ verwendet als in Zeile c. Früher wurde es oft mit „Augenlider“ oder „Wimpern“ wiedergegeben, aber vgl. Dahood 1969Dahood, Mitchell, S.J.: Hebrew-Ugaritic Lexicography VII, in: Bib 50/3, 1969. S. 337-356., S. 351f. u.a.: Alternativer Begriff für „Auge“. Sinnvoll Kurz für „Einheitsübersetzung“. 1980 erstmals als Gesamtausgabe erschienen. Heute noch vorgeschriebene Übersetzung für römisch-katholische Liturgie. Vom Stil her eine sog. „liturgische Übersetzung“: eher frei, eher verständlich; dennoch der Alltagssprache eher fern. „EÜ 16“ bezeichnet die 2016 erschienene Aktualisierung dieser Üs., LUTKurz für „Lutherbibel“. 1534 erstmals als Vollbibel erschienen. Zwar entgegen verbreitetem Urteil nicht die erste deutsche Bibelübersetzung, zweifellos aber die einflussreichste. Auch heute noch die verbreitetste deutsche Bibel überhaupt. LUT 45 meint die ursprüngliche Übersetzung Luthers, die 1545 das erste Mal als Vollbibel erschienen ist, LUT 12, LUT 84 und LUT 17 die 1912, 1984 und 2017 erschienenen Modernisierungen dieser Üs., MENKurz für „Menge Bibel“; entstanden zwischen 1900 und 1922. Dennoch auch heute noch gut lesbar und recht häufig empfohlen als Muster einer Übersetzung, der es gelingt, philologisch genau und dennoch kommunikativ zu übersetzen. Sprachlich merkt man ihr Alter allerdings deutlich., PATKurz für „Pattloch Bibel“; Bezeichnung für die Übersetzung durch Vinzenz Hamp, Meinrad Stenzel und Josef Kürzinger - drei exegetischen Schwergewichtern - von 1955. Völlig zu Unrecht so unbekannt: Gutes Gleichgewicht von Wörtlichkeit und Lesbarkeit. Hamp schreibt zum Profil: „Unsere Ausgabe bietet eine ungekürzte Übertragung aus den Grundtexten, de einerseits möglichst getreu den Sinn der Verfasser zu treffen sucht, andererseits einen verständlichen und flüssigen deutschen Stil anstrebt. Veraltete und ungebräuchlich gewordene Ausdrücke, die in den Bibelübersetzungen oft lange Zeit mitgeschleppt werden, wurden durch neue ersetzt.“, R-SKurz für „Rießler-Storr“, die Zusammenführung der AT-Übersetzung von Paul Rießler und der NT-Übersetzung von Rupert Storr. Auch bekannt als „Grünewald Bibel“. Häufig ungewöhnliche Übersetzung; z.B. ist biblische Lyrik durchgehend im jambischen Rhythmus übersetzt; z.B. hat Rießler Akrostycha tatsächlich als alphabetische Gedichte auch ins Deutsche übersetzt, usw., SLTKurz für „Schlachter“; gemeint ist damit die Revision von 1995-2004 der erstmals 1905 erschienenen Bibelübersetzung von Franz Eugen Schlachter. Die Schlachter-Bibel ist recht urtexttreu; Schlachter verstand es aber, dieses genaue Übersetzen mit einem herrlichen kräftig-würzigen Stil zu verbinden, so dass sich am Ende dennoch eine gut lesbare Bibel ergab., TURjüdische Übersetzung des ATs von 1935-59 durch Naftali Herz Tur-Sinai. Philologisch genaue Übersetzung eines großen Exegeten in eigenwilligem und kräftigem Sprachduktus., van EssBibelübersetzung von Leander van Eß, einem Marburger Pfarrer und Professor. 1840 das erste Mal als Vollbibel erschienen., ZÜRKurz für „Zürcher Bibel“. Zurückgehend auf die Übersetzung Zwinglis, wurde sie erstmals 1907-1931 erneut übersetzt. Seit 2007 liegt sie in neuer Revision vor. Ihr Ziel ist die Verbindung von philologischer Genauigkeit und „geschmeidiger, gehobener Sprache“ - und das macht sie so gut, dass viele Exegeten sie als Referenzübersetzung in Aufsätzen und Kommentaren benutzen.: „Seine Blicke prüfen die Menschenkinder“. (Zurück zu v.4)
pV. 4 - Ein sog. „Casus pendens“ mit einem starken rhetorischen Effekt: Im Heb. kann ein Wort oder Satzglied (hier: die ganzen Zeilen a und b) von seiner „eigentlichen Stelle“ im Satz an den Satzanfang verschoben und dann an dieser seiner eigentlichen Stelle durch ein Pronomen vertreten werden (hier: das „seine“ vor „Augen“). Eigentlich also: „Die Augen JHWHs, der im Tempel ist, prüfen...“Auf diese Weise beginnen beide Strophen mit dem Wort „JHWHEmpfehlung zur Aussprache: mein Herr, der HERR, GOTT, °unser Gott°, °unser Herr°, die/der Eine, die/der Ewige, die/der Heilige, die/der Lebendige, Ich-bin-da, Adonaj, Ha-Schem, Ha-Makom, Schechina. Erläuterungen dazu gibt es auf der Seite JHWH.“, der Psalmist kann das Wort „JHWHEmpfehlung zur Aussprache: mein Herr, der HERR, GOTT, °unser Gott°, °unser Herr°, die/der Eine, die/der Ewige, die/der Heilige, die/der Lebendige, Ich-bin-da, Adonaj, Ha-Schem, Ha-Makom, Schechina. Erläuterungen dazu gibt es auf der Seite JHWH.“ seinen Gegenrednern in V. 4 zweimal wie einen Vorwurf entgegenschmettern, bevor er zu seiner eigentlichen Aussage kommt, und Gottes Gegenwart in seinem Tempel im Zion kann noch mal gesteigert werden mit seinem himmlischen Thronen, wie auch das „blicken“ noch mal durch „prüfen“ gesteigert wurde. „Ihr Würmer wagt es, JHWHEmpfehlung zur Aussprache: mein Herr, der HERR, GOTT, °unser Gott°, °unser Herr°, die/der Eine, die/der Ewige, die/der Heilige, die/der Lebendige, Ich-bin-da, Adonaj, Ha-Schem, Ha-Makom, Schechina. Erläuterungen dazu gibt es auf der Seite JHWH. die Stirn zu bieten? Dem auf dem Zion, dem im Himmel? Ihm, der die Menschenkinder sieht, der sie prüft!?“ (Zurück zu v.4)
qV. 5 - Möglich auch: „JHWHEmpfehlung zur Aussprache: mein Herr, der HERR, GOTT, °unser Gott°, °unser Herr°, die/der Eine, die/der Ewige, die/der Heilige, die/der Lebendige, Ich-bin-da, Adonaj, Ha-Schem, Ha-Makom, Schechina. Erläuterungen dazu gibt es auf der Seite JHWH. prüft als ein Gerechter“, d.h. „er prüft gerecht“ (so B-R„Die Schrift“, übersetzt von Martin Buber und Franz Rosenzweig. Eine jüdische Übersetzung des Alten Testaments, die berühmt ist für ihre eigenwilligen Übersetzungsentscheidungen und ihren teilweise sehr gewagten Stil.). Oder: „JHWHEmpfehlung zur Aussprache: mein Herr, der HERR, GOTT, °unser Gott°, °unser Herr°, die/der Eine, die/der Ewige, die/der Heilige, die/der Lebendige, Ich-bin-da, Adonaj, Ha-Schem, Ha-Makom, Schechina. Erläuterungen dazu gibt es auf der Seite JHWH. - den Gerechten und den Bösen prüft er, / und den Gewalt Liebenden hasst seine Seele.“ (so die meisten Kommentatoren und Übersetzer; bes. Michel 1997Michel, Andreas: Gespaltene Koordination in biblisch-hebräischen Verbalsätzen. Am Beispiel von Ex 34,27 / Ps 1,5 / Neh 10,36-37, in: Andreas Wagner: Studien zur hebräischen Grammatik. Freiburg, 1997., S. 60-65). Oder: „JHWHEmpfehlung zur Aussprache: mein Herr, der HERR, GOTT, °unser Gott°, °unser Herr°, die/der Eine, die/der Ewige, die/der Heilige, die/der Lebendige, Ich-bin-da, Adonaj, Ha-Schem, Ha-Makom, Schechina. Erläuterungen dazu gibt es auf der Seite JHWH. - den Gerechten prüft er, und den Bösen und den Gewalt Liebenden hasst seine Seele.“
Unsere Üs. folgt Alexander 1850Alexander, Joseph Addison: The Psalms. Translated and Explained, Vol. I. Philadelphia, 6 1850. online unter: http://goo.gl/HCLNKp; ähnlich auch Delekat 1967Delekat, Lienhard: Asylie und Schutzorakel am Zionheiligtum. Eine Unterschung zu den privaten Feindpsalmen. Mit zwei Exkursen. Leiden, 1967., S. 156 und Eerdmans 1947Eerdmans, B. D.: The Hebrew Book of Psalms. Leiden, 1947.. „Gerecht“ ist in V. 7 sicher auf JHWHEmpfehlung zur Aussprache: mein Herr, der HERR, GOTT, °unser Gott°, °unser Herr°, die/der Eine, die/der Ewige, die/der Heilige, die/der Lebendige, Ich-bin-da, Adonaj, Ha-Schem, Ha-Makom, Schechina. Erläuterungen dazu gibt es auf der Seite JHWH. zu beziehen und es ist unwahrscheinlich, dass in den nur sieben Versen dieses Psalms Gott mit dem selben Wort charakterisiert wird, mit dem zuvor auch seine Anhänger charakterisiert wurden. V. 5 führt also die Aussage in V. 4 weiter und macht sie zur Drohung: „JHWHs Augen blicken, sie prüfen die Menschenkinder. JHWHEmpfehlung zur Aussprache: mein Herr, der HERR, GOTT, °unser Gott°, °unser Herr°, die/der Eine, die/der Ewige, die/der Heilige, die/der Lebendige, Ich-bin-da, Adonaj, Ha-Schem, Ha-Makom, Schechina. Erläuterungen dazu gibt es auf der Seite JHWH. prüft - und wer sich dabei als Böser oder als Gewaltliebhaber ergibt, den hasst er.“ (Zurück zu v.5)
rwird (soll) - Ein Jussiv („soll“). Unzulässig daher: „Er lässt regnen“. Der Jussiv hat hier vermutlich kommissive Sinnrichtung und wird so als Drohung verwendet; im Dt. entspricht dem: „Er wird regnen lassen.“ (Zurück zu v.6)
sTextkritikDer Versuch, aus den überlieferten Bibelhandschriften die ursprünglichste Textversion zu ermitteln. Im AT gilt der sogenannte „Masoretische Text“ als Richtschnur, er ist allerdings teilweise über 2000 Jahre jünger als der zu ermittelnde „Urtext“ und kann daher Überlieferungsfehler enthalten. Atl. Textkritik versucht, durch den Vergleich mit anderen erhaltenen Textversionen solche womöglich fehlerhaften Stellen zu berichtigen. Bisweilen sind dabei Textänderungen nötig, die überhaupt kein Fundament in den alten Textzeugen haben, sondern nur auf Vermutungen basieren. Das NT ist wesentlich besser überliefert: Eine Vielzahl älterer Manuskripte sind erhalten. Allerdings gibt es keinen Ausgangstext mit einem dem Masoretischen Text vergleichbaren Stellenwert. Die ntl. Textkritik wägt daher Textvarianten aus unterschiedlichen Texttraditionen gegeneinander ab, um zu beurteilen, welche Variante die ursprünglichere ist.: Schlingen (Kohle?) - Die „Schlingen“ werden von fast allen Kommentatoren nach SymEine griechische Übersetzung der hebräischen Bibel ins Griechische aus dem 2. Jh. n. Chr. Heute nur noch fragmentarisch erhalten in den von Field gesammelten Überresten der Hexapla des Origines. Offenbar einst eine stilistisch besonders schöne Alternative zur LXX. korrigiert zu „Kohle“; so schon der Midrasch. Alle anderen alten Übersetzungen hatten aber offensichtlich das selbe Wort vorliegen, das sich auch im heb. Text findet; das „Kohle“ von SymEine griechische Übersetzung der hebräischen Bibel ins Griechische aus dem 2. Jh. n. Chr. Heute nur noch fragmentarisch erhalten in den von Field gesammelten Überresten der Hexapla des Origines. Offenbar einst eine stilistisch besonders schöne Alternative zur LXX.. ist also sicher selbst eine Korrektur. Delitzsch 1894Delitzsch, Friedrich: Biblischer Kommentar über die Psalmen. Leipzig, 5 1894., S. 133 und Eerdmans 1947Eerdmans, B. D.: The Hebrew Book of Psalms. Leiden, 1947., S. 130 wollen daher diese „Schlingen“ als einen metaphorischen Ausdruck für „Blitze“ verstehen, aber das ist sicher abzulehnen (so richtig schon Olshausen 1853Olshausen, Justus: Die Psalmen. Erklärt. Leipzig, 1853. online unter: http://goo.gl/mR9E53, S. 71). Und CTATBarthélemy, Dominique: Critique textuelle de l'Ancien Testament. Rapport final du Comité pour l'analyse textuelle de l'Ancien Testament hébreu institué par l'Alliance Biblique Universelle, établi en collaboration avec Alexander R. Hulst, Norbert Lohfink, William D. McHardy, H. Peter Rüger, coéditeur, James A. Sanders, coéditeur. Fribourg/Göttingen, 1982-2005. IV, S. 47 will dem Wort pachim („Schlingen“) die allgemeinere Bed. „Unglück, Leid“ geben, aber auch das ist abzulehnen.
Vielleicht also so: „Schlingen“ sind in Ps 124,7; Spr 7,23; Pred 9,12; Am 3,5 speziell Fanggeräte für Vögel. Wir könnten also hier das häufige Motiv der „Umkehrung der Verhältnisse“ vor uns haben: Nicht die Israeliten sollen „wie Vögel fliehen“ (V. 1), sondern JHWHEmpfehlung zur Aussprache: mein Herr, der HERR, GOTT, °unser Gott°, °unser Herr°, die/der Eine, die/der Ewige, die/der Heilige, die/der Lebendige, Ich-bin-da, Adonaj, Ha-Schem, Ha-Makom, Schechina. Erläuterungen dazu gibt es auf der Seite JHWH. wird dafür sorgen, dass im Gegenteil ihre Feinde wie Vögel werden: Wie diese durch Vogelfallen „besiegt“ werden, wird JHWHEmpfehlung zur Aussprache: mein Herr, der HERR, GOTT, °unser Gott°, °unser Herr°, die/der Eine, die/der Ewige, die/der Heilige, die/der Lebendige, Ich-bin-da, Adonaj, Ha-Schem, Ha-Makom, Schechina. Erläuterungen dazu gibt es auf der Seite JHWH. die Feinde der Israeliten besiegen, nämlich durch Feuer, Schwefel und Sturmwind. (Zurück zu v.6)
tZu Feuer und Schwefel vgl. Gen 19,24 und Ez 38,22, wo Gott seine Feinde vernichtet, indem er Feuer und Schwefel vom Himmel regnen lässt. Auch „Wind“ kommt nach bibl. Vorstellung oder nach bibl. Idiom vom Himmel herab; in Jon 1,4 z.B. kann daher Gott einen Wind auf das Meer „hinabwerfen“. (Zurück zu v.6)
uder Anteil ihres Bechers, d.h. ihr Los. S. ähnlich Ps 16,5; Jer 49,12; Ez 23,31-33; Hab 2,16. „Zugrunde liegt dabei die Vorstellung vom Hausvater, der seinen Gästen beim Mahle ihre Trinkportion in den Becher eingießt.“ (Herkenne 1936Herkenne, Heinrich: Das Buch der Psalmen. Bonn/Hanstein, 1936., S. 73). Bes. in späteren Schriften wird dieser Becher oft explizit näher bestimmt als „Zorneskelch“: Was den Empfängern dieses „Zorneskelches“ zukommt, ist der Zorn JHWHs. Das ist auch hier gemeint. (Zurück zu v.6)
vwird - Eigentlich ein Plural-Verb, da „der Aufrechte“ ein „generischer Singular“ mit Pl.-Bed. ist. Sinngemäß also: „Werden Aufrechte sein Gesicht sehen“. (Zurück zu v.7)
wsein Gesicht sehen meint wohl: Von ihm gesegnet werden. Das „Sehen von Gottes Gesicht“ ist etwas innerweltlich Geschehendes (s. Ps 17,15), also nichts, was erst nach einer „Auferstehung“ o.Ä. geschehen würde. Wahrscheinlich handelt es sich also um den Korrespondenz-ausdruck von „JHWHEmpfehlung zur Aussprache: mein Herr, der HERR, GOTT, °unser Gott°, °unser Herr°, die/der Eine, die/der Ewige, die/der Heilige, die/der Lebendige, Ich-bin-da, Adonaj, Ha-Schem, Ha-Makom, Schechina. Erläuterungen dazu gibt es auf der Seite JHWH. lässt sein Gesicht über jmdn leuchten“, das gleichfalls für JHWHs Segen steht (s. z.B. Num 6,25; Ps 41,17; 67,2; 80,4.8.20; 119,135): JHWHEmpfehlung zur Aussprache: mein Herr, der HERR, GOTT, °unser Gott°, °unser Herr°, die/der Eine, die/der Ewige, die/der Heilige, die/der Lebendige, Ich-bin-da, Adonaj, Ha-Schem, Ha-Makom, Schechina. Erläuterungen dazu gibt es auf der Seite JHWH. lässt sein Angesicht über jmdm leuchten ≙ Jmd sieht das Angesicht JHWHs. Zum ersten Ausdruck vgl. bes. Smith 1988bSmith, Mark S.: „Seeing God“ in the Psalms: The Background to the Beatific Vision in the Hebrew Bible, in: CBQ 50, 1988. S. 171-183., zum zweiten z.B. Aaronitischer Segen (WiBiLex). Gemeint ist sowohl: „Aufrechte werden sein Gesicht sehen“, d.h. „Er wird seinen Anhängern schon helfen“, als auch: „[Nur] Aufrechte werden sein Gesicht sehen“, d.h. „euch Bösen steht ein schlimmes Geschick bevor“. (Zurück zu v.7)
Andere Fassungen von Psalm 11
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