Klagelieder 2

Aus Die Offene Bibel

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Status: Ungeprüfte Studienfassung – Eine erste Übersetzung aus dem Urtext ist komplett, aber noch nicht mit den Übersetzungskriterien abgeglichen und nach den Standards der Qualitätssicherung abgesichert worden und sollte weiter verbessert und geprüft werden. Auf der Diskussionsseite ist Platz für Verbesserungsvorschläge, konstruktive Anmerkungen und zum Dokumentieren der Arbeit am Urtext.
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Status: Lesefassung folgt später – Bevor eine Lesefassung erstellt werden kann, muss noch an der Studienfassung gearbeitet werden. Siehe Übersetzungskriterien und Qualitätssicherung Wir bitten um Geduld.

Lesefassung (Klagelieder 2)

(kommt später)

Studienfassung (Klagelieder 2)

1 Wie umwölkt (verachtet)a in seinem Zorn
Der Herr die Tochter Zion,b
Warf aus dem Himmel [auf die] Erde
Die Herrlichkeit (den Ruhm, die Schönheit) Israelsc
Und gedachte nicht [mehr] des Schemels seiner Füßed
Am Tag seines Zorns.


2 Vernichtet (verschlungen) hat der Herr und nicht verschont
Alle Weiden (Wohnungen)e Jakobs,f
Zerstört (zertrümmert, niedergerissen) hat er in seinem Ärger
die Festungen (befestigten Städte) der Tochter Juda,b
Warf zu Boden, entweihte
Königtum(-reich) und seine Fürsten (Beamten, Kommandanten).


3 Abgehauen hat er in der Hitze seines Zorns
Jedes Horng Israels,
Zog zurück seine Rechte
Vor dem Feindh
Und er brannte (wütete) in Jakob wie ein flammendes Feuer,
[Das] rundherum fraß.


4 Er spannte seinen Bogen wie ein Feind
[Ein] Pfeil [war] in seiner Rechteni
Und wie ein Gegner tötete erj
[Seine] ganze Augenweide.k
Im (ins) Zelt der Tochter Zionl
Goss er seinen Grimm aus wie Feuer.


5 Der Herr ist wie ein Feind geworden,
Hat Israel vernichtet (verschlungen),
Hat all ihrem Paläste vernichtet (verschlungen)
Hat seine Festungen (befestigten Städte) zerstört
Hat in der Tochter Judab vermehrt
Traurigkeit und Trauer.


6 Er hat seine Hütten wie einen Weinstock (Garten)o preisgegeben (zerstört),p
Seinen Festort zerstört,
In Vergessenheit geraten ließq JHWHEmpfehlung zur Aussprache: mein Herr, der HERR, GOTT, °unser Gott°, °unser Herr°, die/der Eine, die/der Ewige, die/der Heilige, die/der Lebendige, Ich-bin-da, Adonaj, Ha-Schem, Ha-Makom, Schechina. Erläuterungen dazu gibt es auf der Seite JHWH. in Zion
Festr und SabbatDer siebte Tag. Für Juden: Der Feiertag.,
Und verwarf (verabscheute, verachtete) im Zorn seiner Nases
König und Priester.


7 Verstoßen (verworfen) hat der Herr seinen Altar,t
Entweiht (zerbrochen) sein Heiligtum.
Ausgeliefert hat er in die Hand (Gewalt) des Feindes
Die Mauern ihreru Paläste.
Man lärmtev im Haus JHWHs
Wie an einem Festtag.w


8 JHWHEmpfehlung zur Aussprache: mein Herr, der HERR, GOTT, °unser Gott°, °unser Herr°, die/der Eine, die/der Ewige, die/der Heilige, die/der Lebendige, Ich-bin-da, Adonaj, Ha-Schem, Ha-Makom, Schechina. Erläuterungen dazu gibt es auf der Seite JHWH. plante (ersann) niederzureißen (zu verwüsten)
Die Mauer der Tochter Zion;
Er spannte eine Messschnurx (hatte geplant),
Hat seine Hand nicht zurückgezogen vom Vernichten (Verschlingen),
Ließ trauerny Wallz und Mauer,
zusammen waren sie traurig.aa


9 Niedergesunken auf die Erde sind ihreu Toreab
Vernichtet und zerbrochen hat er ihre Riegel,
Ihr König und ihre Fürsten (Beamten, Kommandanten) [leben] unter Heidenvölkern,
Es gibt keine Weisung,ac
Auch ihre Propheten bekommen (finden)
Keine Offenbarung (Vision) von JHWHEmpfehlung zur Aussprache: mein Herr, der HERR, GOTT, °unser Gott°, °unser Herr°, die/der Eine, die/der Ewige, die/der Heilige, die/der Lebendige, Ich-bin-da, Adonaj, Ha-Schem, Ha-Makom, Schechina. Erläuterungen dazu gibt es auf der Seite JHWH..


10 Auf der Erde müssen sitzen,ad es müssen schweigen
Die Ältestenae der Tochter Zion,b
Sie haben Staub auf ihr Haupt gestreut,
Sich [mit] Sackleinen gegürtet;
Auf die Erde ließen ihr Haupt sinken
Die Jungfrauen Jerusalems.


11 Meine Augen sind vor Tränen verschmachtet (erschöpft),
Mein Inneres (meine Eingeweide) ist aufgewühlt (gärt, schäumt).
Ausgeschüttet auf die Erde ist meine Leberaf (mein Leben),
Wegen des Untergangs der Tochter meines Volkes,b
Als Kind und Säugling verreckten
Auf den Plätzen der Stadt.


12 Sie fragten ihre Mütter:
„Wo [sind] Getreide und Wein?“,ag
Als sie verreckten wie Durchbohrte (Verwundete)
Auf den Plätzen der Stadt,
Als sich ihr Leben (ihre Seele) ergoss
In den Schoß ihrer Mütter.


13 Was soll ich dir (als Trost) bezeugen,
was mit dirah vergleichen, Tochter Jerusalem?
Was kann ich dir gleichstellen
um dich zu trösten, Jungfrau, Tochter Zion?
Denn groß (endlos) wie das Meer [ist] dein Untergang (Zusammenbruch):ai
Wer könnte dich heilen?


14 Deine Propheten prophezeiten für dich
[Nur] Lüge (Nichtiges) und Tünche (Ungesalzenes/Fades),
Und deckten nicht auf deine Schuldaj (Missetat),
Um abzuwenden dein Schicksal (deine Gefangenschaft).ak
Sie prophezeiten für dich Orakel (Sprüche)al
[Aus] Lüge (Nichtigem) und Verführungen (Krankheiten).


15 Es klatschenam über dich [in] die Hände
Alle, die des Weges ziehen,
Sie zischen (pfeifen) und schütteln ihren Kopf
Über die Tochter Jerusalem:b
„Ist dies die Stadt, die man nennt
‚Vollkommene Schönheit‘, ‚Freude der ganzen Erde (für die ganze Erde)‘?“an


16 Es reißen ihr Maul (ihren Mund) auf über dichao
Alle deine Feinde;
Sie zischen (pfeifen) und knirschen [mit ihren] Zähnen,
Sie sagen: „Wir haben [sie] verschlungen;
Ja!, dies ist der Tag, auf den wir hofften,
Wir haben erreicht, gesehen!“ap


17 Getan hat JHWHEmpfehlung zur Aussprache: mein Herr, der HERR, GOTT, °unser Gott°, °unser Herr°, die/der Eine, die/der Ewige, die/der Heilige, die/der Lebendige, Ich-bin-da, Adonaj, Ha-Schem, Ha-Makom, Schechina. Erläuterungen dazu gibt es auf der Seite JHWH., was er ersonnen,
Erfüllt hat er sein Wort,
Das er gegeben (was er angeordnet) hat seit den Tagen der Urzeit:
Er riss ([es]) ein und hatte kein Mitleid.aq
Und er ließ sich freuen über dich den Feind,
hat erhöht das Hornar deiner Bedränger.


18 Ihras Herz schreit (schrie) zum Herrn.
[Du] Stadtmauer der Tochter Zion,at
Lass herabfließen wie einen Bach die Tränen
Tag und Nacht!
Gönne (gib) dir keine Ruhe (Aufhören),
Nicht versiege (höre auf) dein Augapfel!au


19 Auf, klage in der Nacht
Zu Beginn der Nachtwachen!av
Gieße dein Herz aus wie Wasser
Vor dem Angesicht des Herrn!
Erhebe zu ihm deine Hände
Für das Leben deiner Kinder,
Die vor Hunger schmachten
An jeder Straßenecke!aw


20 Sieh, JHWHEmpfehlung zur Aussprache: mein Herr, der HERR, GOTT, °unser Gott°, °unser Herr°, die/der Eine, die/der Ewige, die/der Heilige, die/der Lebendige, Ich-bin-da, Adonaj, Ha-Schem, Ha-Makom, Schechina. Erläuterungen dazu gibt es auf der Seite JHWH., und schau doch,
Wem du solches angetan hast!
Sollen Frauen ihre [Leibes]frucht essen,
Die Kinder, die sie hegen?ax
Sollen im Heiligtum des Herrn getötet werden
Priester und ProphetDiese Menschen kennen Gott genau. Propheten tun den Willen von Gott. Manche Menschen denken: Propheten können auch Wunder tun.?


21 Auf die Erde in den Straßen legten sichay
Kind und Greis;
Meine jungen Frauen und Männeraz
Fielen durch das Schwert.
Du hast getötet am Tag deines Zorns,
Du hast abgeschlachtet, nicht geschont.


22 Du wolltest ausrufen wie einen Festtag
Meine Fremdlingschaft ringsumher,ba
Und es gab am Tag des Zorns JHWHs keinen
Entronnenen und Entkommenen;
Die ich gehegt und großgezogen habe –
Mein Feind hat sie vernichtet.

Anmerkungen

aumwölkt - wie Gott ähnlich in Klg 3,43f sich als Zeichen seines Zorns mit Wolken umgibt und in Ez 32,7f. aus dem selben Grund nicht nur der Himmel bewölkt wird, sondern auch die Erde.
tFNtechnische Fußnote; der Inhalt ist nur für Erstübersetzer aus dem Hebräischen/Griechischen interessant.: verachtet nach einigen Exegeten (z.B. McDaniel 1968McDaniel, Thomas F.: Philological Studies in Lamentations. I, in: Bib 49/1, 1968. S. 27-53., S. 35; Hillers 1972Hillers, Delbert R.: Lamentations. Introduction, Translation, and Notes. Garden City, 1972., S. 35), die etwas gewagt neben ta`ab („verachten“) ein weiteres Verb wa`ab mit der Bed. „verachten“ ansetzen. (Zurück zu v.1)
bTochter Zion, Tochter Juda, Tochter meines Volkes, Tochter Jerusalem - Mit der „Tochter Zion“ ist ebenso wie mit der „Tochter Jerusalem“ Jerusalem gemeint („Zion“ ist der Name des Berges in Jerusalem, auf dem der Tempel Gottes gebaut war), mit der „Tochter Juda“ ebenso wie mit der „Tochter meines Volkes“ Israel, von dem zur Zeit vor dem Exil schon nur noch der Südstaat Juda selbstständig war. Die häufige Nennung der „Tochter“ soll hier sicher die enge Beziehung Jerusalems und Israels zu Gott, ihrem Vater, unterstreichen: Gott hat sein eigenes Kind vernichtet. (Zurück zu v.1 / zu v.2 / zu v.5 / zu v.10 / zu v.11 / zu v.15)
cIsrael - Heb. jißra´el, „Gott herrscht“ (Rechenmacher 2012Rechenmacher, Hans: Althebräische Personennamen. Münster, 2012., §385). Dass hier gerade von Israel (und im nächsten VersEin Teil in einem Kapitel. von „Jakob“) die Rede ist, verstärkt noch die Tragik der Geschehnisse: JHWHEmpfehlung zur Aussprache: mein Herr, der HERR, GOTT, °unser Gott°, °unser Herr°, die/der Eine, die/der Ewige, die/der Heilige, die/der Lebendige, Ich-bin-da, Adonaj, Ha-Schem, Ha-Makom, Schechina. Erläuterungen dazu gibt es auf der Seite JHWH. vernichtet sein eigenes Reich. (Zurück zu v.1)
dSchemel seiner Füße - gemeint ist der Tempel in Jerusalem; s. ähnlich Ps 132,7; Jes 60,13f.: JHWHEmpfehlung zur Aussprache: mein Herr, der HERR, GOTT, °unser Gott°, °unser Herr°, die/der Eine, die/der Ewige, die/der Heilige, die/der Lebendige, Ich-bin-da, Adonaj, Ha-Schem, Ha-Makom, Schechina. Erläuterungen dazu gibt es auf der Seite JHWH. thront im Himmel, seine Füße ruhen aber auf der Erde (Jes 66,1), und zwar speziell auf dem Jerusalemer Tempel. JHWHEmpfehlung zur Aussprache: mein Herr, der HERR, GOTT, °unser Gott°, °unser Herr°, die/der Eine, die/der Ewige, die/der Heilige, die/der Lebendige, Ich-bin-da, Adonaj, Ha-Schem, Ha-Makom, Schechina. Erläuterungen dazu gibt es auf der Seite JHWH. hat seinen eigenen Schemel zerstört. (Zurück zu v.1)
eWeiden - angespielt wird auf die Vorstellung von Gott als dem Hirten seiner Herde Israel (s. Ps 79,13; 80,1; Ez 34,11f. u.ö.). Ganz im Gegensatz zu einem guten Hirten geht er hier mit der Zerstörung der „Weiden“, mit denen natürlich die Wohnungen der Israeliten gemeint sind, sogar gegen seine Herde vor. (Zurück zu v.2)
fJakobs - Einer der Patriarchen, dessen Geschichte ab Gen 25 erzählt wird. Weil er einer der Stammväter Israels war, ist „Jakob“ ein häufiger Wechselbegriff für Israel selbst. Hier schwingt in der Verwendung des Namens eine besondere Tragik mit: „Jakob“, zu Heb. ja`aqob, bedeutet wörtlich „JHWHEmpfehlung zur Aussprache: mein Herr, der HERR, GOTT, °unser Gott°, °unser Herr°, die/der Eine, die/der Ewige, die/der Heilige, die/der Lebendige, Ich-bin-da, Adonaj, Ha-Schem, Ha-Makom, Schechina. Erläuterungen dazu gibt es auf der Seite JHWH. schützt“ – doch gerade dies tut JHWHEmpfehlung zur Aussprache: mein Herr, der HERR, GOTT, °unser Gott°, °unser Herr°, die/der Eine, die/der Ewige, die/der Heilige, die/der Lebendige, Ich-bin-da, Adonaj, Ha-Schem, Ha-Makom, Schechina. Erläuterungen dazu gibt es auf der Seite JHWH. hier nicht. (Zurück zu v.2)
gHorn - häufige Metapher für die Kraft eines Menschen oder einer Institution. Ist Gott daher jemandem zugetan, lässt er „dessen Horn wachsen“ (z.B. Ps 132,17); wer dagegen nicht in Gottes Gunst steht, darf es nicht wagen, „sein Horn zu erheben“ (zB. Ps 75,5f.). Hier schlägt JHWHEmpfehlung zur Aussprache: mein Herr, der HERR, GOTT, °unser Gott°, °unser Herr°, die/der Eine, die/der Ewige, die/der Heilige, die/der Lebendige, Ich-bin-da, Adonaj, Ha-Schem, Ha-Makom, Schechina. Erläuterungen dazu gibt es auf der Seite JHWH. das Horn gar kurzerhand ab. Sinnvoll HfAKurz für „Hoffnung für Alle“. Erstmals 1996 als Vollbibel erschienen. Das bisherige Höchstmaß an Kommunikativität auf dem Markt der deutschen Bibeln.: „Der Herr hat Israel aller Macht beraubt“; LUTKurz für „Lutherbibel“. 1534 erstmals als Vollbibel erschienen. Zwar entgegen verbreitetem Urteil nicht die erste deutsche Bibelübersetzung, zweifellos aber die einflussreichste. Auch heute noch die verbreitetste deutsche Bibel überhaupt. LUT 45 meint die ursprüngliche Übersetzung Luthers, die 1545 das erste Mal als Vollbibel erschienen ist, LUT 12, LUT 84 und LUT 17 die 1912, 1984 und 2017 erschienenen Modernisierungen dieser Üs.: „Er hat alle Macht Israels in seinem grimmigen Zorn zerbrochen.“ (Zurück zu v.3)
hD.h., schritt doch nicht ein, als dieser Israel angriff. (Zurück zu v.3)
iTextkritikDer Versuch, aus den überlieferten Bibelhandschriften die ursprünglichste Textversion zu ermitteln. Im AT gilt der sogenannte „Masoretische Text“ als Richtschnur, er ist allerdings teilweise über 2000 Jahre jünger als der zu ermittelnde „Urtext“ und kann daher Überlieferungsfehler enthalten. Atl. Textkritik versucht, durch den Vergleich mit anderen erhaltenen Textversionen solche womöglich fehlerhaften Stellen zu berichtigen. Bisweilen sind dabei Textänderungen nötig, die überhaupt kein Fundament in den alten Textzeugen haben, sondern nur auf Vermutungen basieren. Das NT ist wesentlich besser überliefert: Eine Vielzahl älterer Manuskripte sind erhalten. Allerdings gibt es keinen Ausgangstext mit einem dem Masoretischen Text vergleichbaren Stellenwert. Die ntl. Textkritik wägt daher Textvarianten aus unterschiedlichen Texttraditionen gegeneinander ab, um zu beurteilen, welche Variante die ursprünglichere ist. ― Der masoretische Text ist unverständlich (gegen Kraus, der die Inkongruenz der Genera nicht beachtet): stehend (Mask.) seine Rechte (Fem.). Die Übersetzung folgt dem Vorschlag von BHSBiblica Hebraica Stuttgartensia, Hobbins 2009Hobbins, John: Lamentations 1-5: The Corpus. online unter: http://goo.gl/nRTSr9, S. 24 u.a. (Zurück zu v.4)
jTextkritikDer Versuch, aus den überlieferten Bibelhandschriften die ursprünglichste Textversion zu ermitteln. Im AT gilt der sogenannte „Masoretische Text“ als Richtschnur, er ist allerdings teilweise über 2000 Jahre jünger als der zu ermittelnde „Urtext“ und kann daher Überlieferungsfehler enthalten. Atl. Textkritik versucht, durch den Vergleich mit anderen erhaltenen Textversionen solche womöglich fehlerhaften Stellen zu berichtigen. Bisweilen sind dabei Textänderungen nötig, die überhaupt kein Fundament in den alten Textzeugen haben, sondern nur auf Vermutungen basieren. Das NT ist wesentlich besser überliefert: Eine Vielzahl älterer Manuskripte sind erhalten. Allerdings gibt es keinen Ausgangstext mit einem dem Masoretischen Text vergleichbaren Stellenwert. Die ntl. Textkritik wägt daher Textvarianten aus unterschiedlichen Texttraditionen gegeneinander ab, um zu beurteilen, welche Variante die ursprünglichere ist.: Der masoretische Text überliefert: wie ein Gegner und er tötete. Die Übersetzung folgt dem Vorschlag der BHK. (Zurück zu v.4)
kganze Augenweide - wörtl.: alle Lust [des] Auges = die Bewohner Jerusalems bzw. Judas. (Zurück zu v.4)
lZelt der Tochter Zion bezeichnet Jerusalem (Zurück zu v.4)
mihre bezieht sich zurück auf die „Tochter Zion“ in 4c, „seine“ in der nächsten Zeile auf „Israel“ in 5b – ein semitisches Stilmittel namens T-ShiftV.a. in der hebräischen Poesie kann ein hebräischer Autor aus stilistischen Gründen von einer Person/Numerus/Genus/Tempus zu einer anderen Person/Numerus/Genus/Tempus wechseln, ohne dass dies Einfluss auf die Bedeutung der Textsemantik hätte. Meist finden diese Shifts von einem Sticho auf den nächsten statt, es ist aber sogar möglich, dass sie im selben Sticho erfolgen; s. z.B. Gevirtz 1961, S. 157f... (Zurück zu v.5)
nHütte ― Wie aus 6b hervorgeht (Festort) ist mit Hütte der Tempel gemeint. (Zurück zu v.6)
owie einen Weinstock (Garten) ― So LXXDie Septuaginta - die älteste durchgängige griechische Übersetzung des AT überhaupt; entstanden zwischen 250 v. Chr. und 100 n. Chr. Die LXX folgt vielerorts einer anderen Verszählung als deutsche Übersetzungen. Stellenangaben, die mit diesem Kürzel versehen sind, können von den Angaben im sonst aus dem Hebräischen übersetzten AT abweichen.. Der masoretische Text überliefert wie den Garten (d.h. „wie einen Garten“; Vergleiche haben im Heb. anders als im Dt. häufig Artikel, s. z.B. Ps 33,7; 104,6; Hld 6,5; Klg 2,19). Der LXXDie Septuaginta - die älteste durchgängige griechische Übersetzung des AT überhaupt; entstanden zwischen 250 v. Chr. und 100 n. Chr. Die LXX folgt vielerorts einer anderen Verszählung als deutsche Übersetzungen. Stellenangaben, die mit diesem Kürzel versehen sind, können von den Angaben im sonst aus dem Hebräischen übersetzten AT abweichen. hat ein leicht veränderter Text - גפן (géfen) statt גן (gan) - vorgelegen. Zum Bild des Weinstocks vgl. Ps 80,9-17. (Zurück zu v.6)
ppreisgeben (zerstört)חמס (ḥāmas) wird meist mit Gewalt antun übersetzt. Stellen wie Hi 15,33; Jer 18,22 - parallel zu גלה (gāla = aufdecken) - und die Übersetzung der LXXDie Septuaginta - die älteste durchgängige griechische Übersetzung des AT überhaupt; entstanden zwischen 250 v. Chr. und 100 n. Chr. Die LXX folgt vielerorts einer anderen Verszählung als deutsche Übersetzungen. Stellenangaben, die mit diesem Kürzel versehen sind, können von den Angaben im sonst aus dem Hebräischen übersetzten AT abweichen. mit διαπεταννύναι (ausbreiten, öffnen) legen jedoch entblößen, des Schutzes berauben als Grundbedeutung nahe. Die Zerstörung des Tempels würde dann mit dem Einreißen der Mauer eines Weingartens verglichen. (Zurück zu v.6)
qzerstört, in Vergessenheit geraten ließ - Klangspiel: schichet - schikach. (Zurück zu v.6)
rFest - Wortspiel im Heb.: AntanaklasisStilmittel: Wiederholung desselben Wortes in zwei unterschiedlichen Bedeutungen. In Ps 137,5 z.B. wird 2x die Wurzel schakach wiederholt; einmal in der Bedeutung „vergessen“, einmal in der Bedeutung „verdorren“: „Wenn ich dich je vergessen sollte, Jerusalem, soll meine rechte Hand verdorren“.. In 6b und 6d steht zweimal das selbe Wort mo`ed, wird einmal aber mit der Bed. „Festort“ und einmal mit der Bed. „Fest“ verwendet. (Zurück zu v.6)
sZorn seiner Nase - d.h. „in seinem Zorn“. Im heb. Sprachgebrauch wird der Zorn häufig an der (schnaubenden) Nase festgemacht; s. ähnlich z.B. Ps 69,24; 78,49; Nah 1,6. (Zurück zu v.6)
tDer Altar steht als pars pro toto für den gesamten Tempel. (Zurück zu v.7)
ud.i. Zions (Zurück zu v.7 / zu v.9)
vwörtl. sie ließen ihre Stimme erschallen (Zurück zu v.7)
wIn bitterer Ironie vergleicht der Dichter das Kriegsgeschrei bzw. die Angstrufe bei der Eroberung des Tempels mit den Festtagslärm früherer Tage. (Zurück zu v.7)
xMessschnur spannen ist Synonym zu ersinnen, planen in 8a. Wie ein Architekt planvoll beim Bau eines Gebäudes vorgeht, macht sich JHWHEmpfehlung zur Aussprache: mein Herr, der HERR, GOTT, °unser Gott°, °unser Herr°, die/der Eine, die/der Ewige, die/der Heilige, die/der Lebendige, Ich-bin-da, Adonaj, Ha-Schem, Ha-Makom, Schechina. Erläuterungen dazu gibt es auf der Seite JHWH. hier sorgfältig einen Bauplan seiner Vernichtung. (Zurück zu v.8)
yNämlich um ihre Mannschaften, die getötet worden sind. (Zurück zu v.8)
zWall ― Gemeint ist die Mauer vor der eigentlichen Stadtmauer. Andere übersetzen Heer in der Annahme, dass es sich bei חֵל (ḥēl) um eine orthographische Variante zu חֵיל (ḥêl = Heer) handelt (Zurück zu v.8)
aawaren sie traurig ― wie in Jer 14,2 neben dem trauernden Juda auch die Mauern „traurig sein“ und „klagend zu Boden sinken“ können, in Jes 3,26 die Tore „klagen, trauern und auf die Erde setzen“ können oder in Lk 19,40 Steine schreien können. (Zurück zu v.8)
abNämlich vor Trauer, was die sehr nahen Parallelstellen Jes 3,26; Jer 14,2 und die enge Verbindung zum folgenden VersEin Teil in einem Kapitel. sehr wahrscheinlich machen. (Zurück zu v.9)
acWeisung - heb. torah, zentraler theologischer Begriff für die Gebote Gottes, wie sie in den ersten fünf Büchern der BibelDie Bibel ist das Buch über Gott. gesammelt sind. Der Satz spezifiziert zunächst wohl 9c: Ihr König und ihre Fürsten sind unter Heidenvölkern, wo die Torah nicht gilt. Dann aber gilt der Satz auch absolut: Es gibt keine Weisung von Gott mehr (9d) und die Propheten Israels empfangen keine Kunde mehr von ihm (9ef). Israel ist von Gott verlassen. (Zurück zu v.9)
adSchweigend auf der Erde sitzen war ein Zeichen von Trauer und der Klage (vgl. Jes 29,4), ebenso wie das Bestreuen des Kopfes mit Staub oder Asche und das Kleiden mit Sackleinen. S. näher Trauer (AT) (WiBiLex). (Zurück zu v.10)
aeDie Ältesten waren eine soziale Institution in Israel, die u.a. verantwortlich waren für die Rechtsprechung, die auf den Stadtplätzen am Stadttor stattfand, daher einerseits ihre Nennung direkt nach den Königen, Fürsten und Propheten, andererseits ihre Parallelisierung mit den Stadttoren in V. 9 und schließlich die Betonung ihrer schweigenden Trauer im Gegensatz zu ihrer eigentlichen Aufgabe als Rechtssprecher. (Zurück zu v.10)
afDas „Ausschütten“ innerer Organe ist in der hebräischen BibelDie Bibel ist das Buch über Gott. ein Ausdruck dafür, dass jmd tödlich getroffen ist (vgl. Ijob 16,13; ähnlich 2 Sam 20,10; zu einem ähnlichen Bild s. Ps 22,15). Hier ist das ausgeschüttete Organ anders als in Ijob 16,13 nicht die Galle, sondern die Leber - in der heb. Anthropologie also dasjenige Organ, mit dem der Mensch Emotionen empfindet (vgl. Wolff 1973Wolff, Hans Walter: Anthropologie des Alten Testaments. München, 1973., S. 104; s. noch Ps 16,9; 30,13; 57,9; 108,2, wo wahrscheinlich jeweils „Leber“ zu lesen ist). Der Sprecher ist zu Tode verzweifelt. (Zurück zu v.11)
agGetreide und Wein - Warum hier Kind und Säugling gerade nach „Getreide und Wein“ fragen, ist schwer verständlich (da Getreide anders als Brot noch nicht gut essbar ist und Wein anders als Milch oder Wasser sicher nicht zu den Grundnahrungsmitteln von Säuglingen gehört). Anders als die sehr häufigen Wortpaare „Getreide und Most“ oder „Getreide, Most und Öl“ und „Brot und Wein“ findet sich das Wortpaar „Getreide und Wein“ sonst nicht mehr in der BibelDie Bibel ist das Buch über Gott.; ebenso wenig im Ugaritischen (vgl. del Olmo Lete 1994, S. 14), wo häufig die selben Formeln verbreitet waren wie im Heb. (vgl. Watson 1986, S. 138f.). Vielleicht sollen hier die beiden Wortpaare „Getreide und Most“ und „Brot und Wein“ vermischt werden, um die Abwesenheit jeglicher Nahrungsmittel auszudrücken? (Zurück zu v.12)
ahD.h. mit deinem Untergang. (Zurück zu v.13)
aiUntergang - TalchinSemitisches Stilmittel: Verwendung eines Worts, weil es Assoziationen zu einem ähnlichen Wort weckt. In Klg 2,20.22 z.B. wird deshalb das ''tafach'', „hegen“, verwendet, weil es ähnlich klingt wie das in Klg 2,21 verwendete ''tabach'', „abschlachten“.: „Untergang“ ist im Heb. šbr und gleicht damit sehr dem Wort mšbr („Woge, Welle“), das gut zum „Meer“ passt (so gut Gordis 1979Gordis, Robert: The Song of Songs and Lamentations. A Study, Modern Translation and Commentary. Revised and Augmented Edition. New York, 1979., S. 164f.). (Zurück zu v.13)
ajW.: „sie deckten nicht auf über deiner Schuld“, nämlich die verbergende Hülle, die es aufzudecken galt. (Zurück zu v.14)
akTextkritikDer Versuch, aus den überlieferten Bibelhandschriften die ursprünglichste Textversion zu ermitteln. Im AT gilt der sogenannte „Masoretische Text“ als Richtschnur, er ist allerdings teilweise über 2000 Jahre jünger als der zu ermittelnde „Urtext“ und kann daher Überlieferungsfehler enthalten. Atl. Textkritik versucht, durch den Vergleich mit anderen erhaltenen Textversionen solche womöglich fehlerhaften Stellen zu berichtigen. Bisweilen sind dabei Textänderungen nötig, die überhaupt kein Fundament in den alten Textzeugen haben, sondern nur auf Vermutungen basieren. Das NT ist wesentlich besser überliefert: Eine Vielzahl älterer Manuskripte sind erhalten. Allerdings gibt es keinen Ausgangstext mit einem dem Masoretischen Text vergleichbaren Stellenwert. Die ntl. Textkritik wägt daher Textvarianten aus unterschiedlichen Texttraditionen gegeneinander ab, um zu beurteilen, welche Variante die ursprünglichere ist.: Schicksal (Gefangenschaft) - urspr. sicher šbt, was sich entweder als šebit ableiten ließe von šbh („gefangen wegführen, deportieren“, also „Gefangenschaft, Exil“) oder als šebut von šub („wenden“, also „Wendung, Schicksal“). Wie noch an 11 anderen Stellen in der BibelDie Bibel ist das Buch über Gott. sind hier im heb. Text beide Varianten gleichzeitig überliefert; was gemeint ist, ist ganz unsicher. LXXDie Septuaginta - die älteste durchgängige griechische Übersetzung des AT überhaupt; entstanden zwischen 250 v. Chr. und 100 n. Chr. Die LXX folgt vielerorts einer anderen Verszählung als deutsche Übersetzungen. Stellenangaben, die mit diesem Kürzel versehen sind, können von den Angaben im sonst aus dem Hebräischen übersetzten AT abweichen. leitet hier ab von šbh, Vul und TgKurz für „Targum“, eine frühjüdische Textgattung: Interpretative Übersetzung eines Bibeltextes ins Aramäische. von šub und SyrKurz für „Syrisch“; Bezeichnung für die syrische Bibelübersetzung „Peschitta“ - „die Einfache“. Entstanden ab dem 1. Jh. n. Chr. mit einer Doppelübersetzung von beiden Verben: „so dass ich wende deine Gefangenschaft“. Die meisten Üss. haben „Schicksal“; auch LUTKurz für „Lutherbibel“. 1534 erstmals als Vollbibel erschienen. Zwar entgegen verbreitetem Urteil nicht die erste deutsche Bibelübersetzung, zweifellos aber die einflussreichste. Auch heute noch die verbreitetste deutsche Bibel überhaupt. LUT 45 meint die ursprüngliche Übersetzung Luthers, die 1545 das erste Mal als Vollbibel erschienen ist, LUT 12, LUT 84 und LUT 17 die 1912, 1984 und 2017 erschienenen Modernisierungen dieser Üs. und ZÜRKurz für „Zürcher Bibel“. Zurückgehend auf die Übersetzung Zwinglis, wurde sie erstmals 1907-1931 erneut übersetzt. Seit 2007 liegt sie in neuer Revision vor. Ihr Ziel ist die Verbindung von philologischer Genauigkeit und „geschmeidiger, gehobener Sprache“ - und das macht sie so gut, dass viele Exegeten sie als Referenzübersetzung in Aufsätzen und Kommentaren benutzen., die in älteren Ausgaben noch als „Gefangenschaft“ deuteten, wählen mittlerweile diese Variante. (Zurück zu v.14)
alOrakel - Heb. maß´et, terminus technicus für Unheilsprophetien. Doch gerade diese haben Israels Lügenpropheten nicht prophezeit. (Zurück zu v.14)
amklatschen - beides Ausdrücke feindseliger Schadenfreude; s. Num 24,10; Ijob 27,23. (Zurück zu v.15)
an15f ist überlang; sicher, um auch auf metrischer Ebene die außerordentliche Schönheit Jerusalems auszudrücken. (Zurück zu v.15)
aoMaul aufreißen - Vgl. ganz ähnlich Ps 22,14; Ps 35,16f.: Wie in Ijob 16,9f. (vgl. auch Ps 17,11f.) werden die Gegner hier geschildert wie reißende Raubtiere, die drohend ihr Maul öffnen, die Zähne zeigen und am Ende gar verkünden, Jerusalem aufgefressen zu haben. (Zurück zu v.16)
apWir haben erreicht, gesehen - im Heb. nur zwei Worte: matsa´nu ra´inu. Gemeint ist wohl: „Wir haben unser Ziel erreicht und haben das Erhoffte endlich eintreffen sehen“ - beide Male nämlich die Zerstörung Jerusalems. „Erreicht“ bezieht sich dann zurück auf 16d, „gesehen“ auf 16e. Man könnte geradezu übersetzen: „Geschafft! Geschehen!“ (Zurück zu v.16)
aqdas er gegeben (was er angeordnet) hat: ... Er riss ([es]) ein - Gordis 1979Gordis, Robert: The Song of Songs and Lamentations. A Study, Modern Translation and Commentary. Revised and Augmented Edition. New York, 1979., S. 166 bezieht das „gegeben“ auf den Tempel und nicht auf das Wort. Dann lautet die Übersetzung: „Was er angeordnet hat ..., das riss er ein ...“ (Zurück zu v.17)
arHorn: ein bildhafter Ausdruck für Macht (Zurück zu v.17)
asihr - im Heb. Plural; gemeint sind die Bewohner Jerusalems. (Zurück zu v.18)
atIhr Herz schreit ... Stadtmauer ...: So der masoretische Text. Zahlreiche Übersetzungen und Kommentatoren halten diese Überlieferung von VersEin Teil in einem Kapitel. 18a für korrupt. Unter den verschiedenen Verbesserungsvorschlägen hat die Änderung von צָעַק (schreit/schrie) in צַעֲקִי (schrei!) und die Tilgung von חוֹמַת (Mauer) Eingang in viele Übersetzungen gefunden. Neuere Übersetzungen (z.B. Kurz für „Einheitsübersetzung“. 1980 erstmals als Gesamtausgabe erschienen. Heute noch vorgeschriebene Übersetzung für römisch-katholische Liturgie. Vom Stil her eine sog. „liturgische Übersetzung“: eher frei, eher verständlich; dennoch der Alltagssprache eher fern. „EÜ 16“ bezeichnet die 2016 erschienene Aktualisierung dieser Üs. 16 anders als Kurz für „Einheitsübersetzung“. 1980 erstmals als Gesamtausgabe erschienen. Heute noch vorgeschriebene Übersetzung für römisch-katholische Liturgie. Vom Stil her eine sog. „liturgische Übersetzung“: eher frei, eher verständlich; dennoch der Alltagssprache eher fern. „EÜ 16“ bezeichnet die 2016 erschienene Aktualisierung dieser Üs. 80, ZÜRKurz für „Zürcher Bibel“. Zurückgehend auf die Übersetzung Zwinglis, wurde sie erstmals 1907-1931 erneut übersetzt. Seit 2007 liegt sie in neuer Revision vor. Ihr Ziel ist die Verbindung von philologischer Genauigkeit und „geschmeidiger, gehobener Sprache“ - und das macht sie so gut, dass viele Exegeten sie als Referenzübersetzung in Aufsätzen und Kommentaren benutzen. 07 anders als ZÜRKurz für „Zürcher Bibel“. Zurückgehend auf die Übersetzung Zwinglis, wurde sie erstmals 1907-1931 erneut übersetzt. Seit 2007 liegt sie in neuer Revision vor. Ihr Ziel ist die Verbindung von philologischer Genauigkeit und „geschmeidiger, gehobener Sprache“ - und das macht sie so gut, dass viele Exegeten sie als Referenzübersetzung in Aufsätzen und Kommentaren benutzen. 31) folgen wieder dem masoretischen Text. (Zurück zu v.18)
auAugapfel - W. „die Tochter deines Auges“. (Zurück zu v.18)
avDie Nacht ist in der BibelDie Bibel ist das Buch über Gott. recht häufig die Zeit, in der üblicherweise geweint und geklagt wird. Der „Beginn der Nachtwachen“, also 18:00 Uhr, soll wohl ausdrücken, dass wirklich die ganze Nacht hindurch geweint werden soll. (Zurück zu v.19)
awTextkritikDer Versuch, aus den überlieferten Bibelhandschriften die ursprünglichste Textversion zu ermitteln. Im AT gilt der sogenannte „Masoretische Text“ als Richtschnur, er ist allerdings teilweise über 2000 Jahre jünger als der zu ermittelnde „Urtext“ und kann daher Überlieferungsfehler enthalten. Atl. Textkritik versucht, durch den Vergleich mit anderen erhaltenen Textversionen solche womöglich fehlerhaften Stellen zu berichtigen. Bisweilen sind dabei Textänderungen nötig, die überhaupt kein Fundament in den alten Textzeugen haben, sondern nur auf Vermutungen basieren. Das NT ist wesentlich besser überliefert: Eine Vielzahl älterer Manuskripte sind erhalten. Allerdings gibt es keinen Ausgangstext mit einem dem Masoretischen Text vergleichbaren Stellenwert. Die ntl. Textkritik wägt daher Textvarianten aus unterschiedlichen Texttraditionen gegeneinander ab, um zu beurteilen, welche Variante die ursprünglichere ist.: Auffälligerweise hat VersEin Teil in einem Kapitel. 19 vier statt drei Doppelzeilen. Es ist recht wahrscheinlich, dass die vierte später hinzugefügt wurde; da sie aber in allen Handschriften und Versionen belegt ist, wäre es textkritisch unverantwortlich, sie zu tilgen (BHQ: „The 'addition' belongs to the development of the text prior to the state that can be reached by texutal criticism.“). (Zurück zu v.19)
axhegen - heb. tafach; unsicheres Wort; wahrscheinlich nur in Klg 2,20.22 in der BibelDie Bibel ist das Buch über Gott.. In V. 20 bezeichnet es etwas, dass Mütter an ihren Kindern tun, in V. 22 ist es parallel zu rbh („großziehen“). Ges18Gesenius, Wilhelm/H. Donner/R. D. Meyer: Hebräisches und Aramäisches Handwörterbuch über das Alte Testament. Berlin u.a, 1987-2012., S. 427 schlägt daher „hegen, pflegen“ vor; so z.B. Kurz für „Einheitsübersetzung“. 1980 erstmals als Gesamtausgabe erschienen. Heute noch vorgeschriebene Übersetzung für römisch-katholische Liturgie. Vom Stil her eine sog. „liturgische Übersetzung“: eher frei, eher verständlich; dennoch der Alltagssprache eher fern. „EÜ 16“ bezeichnet die 2016 erschienene Aktualisierung dieser Üs.: „die sorgsam gehegten Kinder“; so auch die meisten Üss.. Andere verbinden mit dem sehr ähnlichen Wort tefach („Handbreite“) und übersetzen daher mit „Kinder, die man auf Händen trägt“ (z.B. ELBKurz für „Elberfelder Bibel“. Sehr genaue und wenig kommunikative Übersetzung; als Vollbibel erstmals 1871 erschienen., LUTKurz für „Lutherbibel“. 1534 erstmals als Vollbibel erschienen. Zwar entgegen verbreitetem Urteil nicht die erste deutsche Bibelübersetzung, zweifellos aber die einflussreichste. Auch heute noch die verbreitetste deutsche Bibel überhaupt. LUT 45 meint die ursprüngliche Übersetzung Luthers, die 1545 das erste Mal als Vollbibel erschienen ist, LUT 12, LUT 84 und LUT 17 die 1912, 1984 und 2017 erschienenen Modernisierungen dieser Üs.). ZÜRs „gesund geborene Kinder“ ist wohl zu erklären mit arab tafacha, das nach einigen auch „voll entwickelte Kinder gebären“ bedeuten kann. Das seltene Wort wurde sicher gewählt, weil es ähnlich klingt wie tabach („abschlachten“), das in V. 21 verwendet wird (=> TalchinSemitisches Stilmittel: Verwendung eines Worts, weil es Assoziationen zu einem ähnlichen Wort weckt. In Klg 2,20.22 z.B. wird deshalb das ''tafach'', „hegen“, verwendet, weil es ähnlich klingt wie das in Klg 2,21 verwendete ''tabach'', „abschlachten“.). (Zurück zu v.20)
aylegten sich - wohl nicht: „lagen“ (so die meisten Üss.). Das Verb schakab bedeutet überwiegend „sich hinlegen“ statt „liegen“, die Präp. le bezeichnet die „Erde“ als Richtung einer Bewegung statt als Ort einer Handlung aus. Kind und Greis legen sich von selbst hin (aus Schwäche; sicher auch, um zu sterben); die jungen Frauen und jungen Männer dagegen „werden hingelegt“: Sie „fallen durch das Schwert“. (Zurück zu v.21)
azjunge Frauen ... junge Männer - Im Hebräischen sind damit noch nicht Verheiratete gemeint. (Zurück zu v.21)
baDiese Übersetzung ist der Versuch den masoretischen Text von VersEin Teil in einem Kapitel. 22a ohne Eingriffe und Sonderbedeutungen folgendermaßen zu verstehen: Gott hat öffentlich beschlossen, dass die Einwohner Jerusalems in der eigenen Stadt und ringumher Fremdlinge sein sollen. Andere deuten מְגוּרַי (meine Fremdlingschaft) als Plural von מָגוֹר (Grauen, Schrecken). Gordis vermutet ein Wortspiel und übersetzt מְגוּרַי als „neighbors (terrors)“. (Zurück zu v.22)