1 Könige 19

Aus Die Offene Bibel

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Syntax ungeprüft

Status: Studienfassung in Arbeit – Einige Verse des Kapitels sind bereits übersetzt. Wer die biblischen Ursprachen beherrscht, ist zum Einstellen weiterer Verse eingeladen. Auf der Diskussionsseite kann die Arbeit am Urtext dokumentiert werden. Dort ist auch Platz für Verbesserungsvorschläge und konstruktive Anmerkungen.
Status: Lesefassung folgt später – Bevor eine Lesefassung erstellt werden kann, muss noch an der Studienfassung gearbeitet werden. Siehe Übersetzungskriterien und Qualitätssicherung Wir bitten um Geduld.

Lesefassung (1 Könige 19)

(kommt später)

Studienfassung (1 Könige 19)

1 Dann erzählte Ahab der Isebel([, seiner Frau])a alles, was Elija getan hatte, und wie (alles darüber, wie)b er getötet hatte alle ({alle})c die Propheten mit dem Schwert. 2 Da sandte Isebel einen Boten ([eine Botschaft])d zu Elija wie folgt: „Bist du Elija, bin ich Isebel! Woraus folgt:e Dies möge Gott (mögen die Götter?)f mir ([mir])g antun und darüber hinaus jenes,h wenn nicht morgen um diese Zeit dein Leben gleich dem Leben eines der ihren ist!“ 3 Da fürchtete sich (Da sah)i Elija und erhob sich und lief um sein Leben und kamj nach Beerscheba, das zu[m Königreich]k Juda [gehörte]. Dort ließ er seinen [Dienst-]Knaben zurück.

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Anmerkungen


Die Todesdrohung in V. 2 ist wohl nicht sonderlich ernst zu nehmen; hätte Isebel ihn wirklich töten wollen, hätte sie ihm keine Botschaft geschickt, sondern Soldaten (richtig deVries 2004; Thiel 2007; Merecz 2009). Sicher ist ihr Ziel (wie das von Amazja in Am 7), Elija aus dem Land zu treiben. Ganz überraschend gelingt ihr das nicht nur, sondern die Boschaft schlägt ein wie eine Bombe: ...

aTextkritik: Alle Vrs. wie in der Primärüs.; nur LXXB präzisiert: „Isebel, seiner Frau“. LXXB und LXXL präzisieren in diesem Kapitel ausgesprochen häufig die handelnden Subjekte (meist durch Benennung, wo der ursprüngliche Text nur „[Er] VERB“ hat). Das ist jeweils so sicher sekundär, dass es i.F. gar nicht erwähnt werden wird. (Zurück zu v.1)
bTextkritik: MT wie im vorangehenden Teilsatz: we`et-kol-`ašer; dort: „alles, was“, hier zur Not: „alles darüber, wie“. LXX, VUL, Syr und 1 MS dagegen setzen wa`ašer („und was“) oder weka`ašer („und wie“) voraus. MT ist sicher Angleichung an den vorangehenden Teilsatz; so auch Stade/Schwally, BHK; auch Cogan 2001; deVries 2004; Sweeney 2007; Thiel 2007. (Zurück zu v.1)
cTextkritik: „alle“ nach MT, VUL, Tg, Syr, wenigen LXX-Mss und VL. Gestützt wird das zusätzlich dadurch, dass Syr und Tg dies dann auch noch präzisieren: „alle Propheten des Baal(Syr; auch LXX-Mss) / „alle falschen Propheten“ (Tg). In LXX und 7 MSS dagegen fehlt dieses „alle“. Stade/Schwally, BHK, BHS und z.B. deVries 2004 halten die kürzere Variante für ursprünglich, aber richtig wohl Pruin 2006, S. 253, Thiel 2007, S. 218: Über die starke Bezeugung hinaus ist MT auch noch die lectio difficilior, weil Elija in 1 Kön 18 ja gar nicht alle Propheten getötet hat. (Zurück zu v.1)
dTextkritik: MT, Aq, Sym, VUL, Tg, Syr, einigen LXX-Mss und wenigen VL-Mss: „einen Boten“. Laut LXXH stand dieses Nomen aber nicht in Origines' Vorlage; auch LXXB, L bezeugen es nicht. Im Heb. wäre es auch in der Tat verzichtbar. Stade/Schwally, deVries 2004 und Hugo 2010, S. 19 halten daher den kürzeren Text für ursprünglich. Aber angesichts der so starken Bezeugung sollte man die kürzere Variante besser so erklären, dass die LXX-Übersetzer nicht damit einverstanden waren, dass Isebel hier derart mit JHWH parallelisiert wird, da dieser im Folgenden ebenfalls einen Boten schicken wird. (Zurück zu v.2)
eBist du Elija, bin ich Isebel! Woraus folgt: ... - D.h. entweder: „Du bist zwar ‚JHWH ist Gott!‘, aber ich bin ‚Wo ist Baal!‘“ – Isebel spielte also mit der Bedeutung ihrer beider Namen, um zu signalisieren, dass der Wettstreit zwischen JHWH und Baal aus 1 Kön 18 noch lange nicht zu Ende gekämpft ist. Und nun wird er persönlich: Sie als die Baals-Repräsentantin wird veranlassen, dass es Elija als JHWH-Repräsentanten an den Kragen geht (so Gray 1970; deVries 2004). Oder noch einfacher: „Du magst zwar ein nicht unbedeutender Prophet sein, aber ich bin, verdammt noch mal, die Königin!“ (so z.B. Cogan 2001; Hugo 2010, S 25)
Textkritik: Bist du Elija, bin ich Isebel! Woraus folgt: - Nur bezeugt durch LXXB, L und VL. Eine spätere Ergänzung wäre aber kaum erklärlich, einen Ausfall könnte man sich dagegen als Parablepsis erklären: Offenbar irrten die Augen eines Schreibers vom ersten le`mor („wie folgt“) direkt zum zweiten („woraus folgt“) ab (Eissfeldt 1967, S. 66; z.B. auch deVries 2004; Thiel 2007; Schenker 2004, S. 134; Hugo 2010, S. 18). (Zurück zu v.2)
fTextkritik: Gott (Götter?) - Der Gott Israels und wohl auch andere Götter wird und werden im Heb. mit dem Plural-Wort „Götter“ bezeichnet. Manche LXX-Varianten übersetzen das „Götter“ an unserer Stelle mit Pl., andere mit Sg., und manche haben daraus ableiten wollen, dass ursprünglich hier nicht `elohim („Götter“), sondern `el („Gott“ = Baal) gestanden habe. Aber es ist ja nicht mal gewiss, wie die Vorlage dieser Sg.-LXX zu rekonstruieren ist, und die anderen Vrs. setzen sicher Pl. voraus. Am Sinn ändert es ohnehin nichts: In den meisten Verwendungen dieser Formel (s. übernächste FN) ist explizit von JHWH die Rede; entsprechend darf man erwarten, dass die Baals-Anhängerin Isebel hier nur von ihrem einen Gott Baal spricht. (Zurück zu v.2)
gTextkritik: mir steht in einigen MT-Mss nicht und lag auch Origines nicht vor. Alle anderen Vrs. bezeugen es und es gehört auch fest zur Formel; die Minus-Variante ist sicher ein reiner Schreibfehler. (Zurück zu v.2)
hDies möge Gott mir antun und darüber hinaus jenes, wenn nicht - sehr gebräuchliche Schwurformel (s. Rut 1,17; 1 Sam 3,17; 14,44; 20,13; 25,22; 2 Sam 3,9.35; 19,14; 1 Kön 2,23; 6,31; 20,10; 6,31). Gemeint ist etwa: „Ich schwöre: Ich werde Folgendes tun! Tue ich es nicht, soll mir ein schlimmes Unheil widerfahren!“ Das Unheil, das man mit dieser Schwurformel auf sich selbst herabruft, ist so entsetzlich, dass es stets nur mit „dies und darüber hinaus jenes“ umschrieben wird. Stark PAT: „Ich schwöre, und die Götter mögen mich strafen, wenn ich dich morgen ...“ (Zurück zu v.2)
iTextkritik: er fürchtete sich (er sah) - Beide Wörter haben im Heb. die selben Konsonanten. Als „er sah“ vokalisieren MT und Tg, sicher besser als „er sah“ aber LXX, JosAnt §348; VUL, Syr und auch wenige Mss und ein Tg-Ms. Fast alle halten richtig auch dies für die ursprünglich angezielte Bed. CTAT III, S. 372 u.v.a. erklären MT und Tg damit, dass ein Schreiber nicht vom eisernen Elija hätte sagen wollen, er habe sich gefürchtet – aber was hiernach folgt, stellt ihn ja in noch wesentlich schlechteres Licht als dieses Verb. (Zurück zu v.3)
jer lief um sein Leben und kam - Hier problemlos verständlich; erwähnenswert ist aber, dass mit der Doppelverbformel „er ging/lief und kam“ häufig auch unterstrichen wird, dass eine längere Reise unternommen wird. S. zu Rut 2,3. (Zurück zu v.3)
kzum Königreich hat zwar auch eine leichte textkritische Stütze; so und so sollte man es aber im Dt. ergänzen, denn dies ist gemeint: Elija entzieht sich mit seiner Flucht nach Beerscheba am südlichsten Rand Judas dem Einflussbereich der zürnenden Königin.
Textkritik: LXXB, L nämlich präzisieren ähnlich: „im Lande Juda“. Vielleicht ist dies aber sogar nur inner-griechische Korruption des Artikels tän zum Nomen gän („Land“); auch davon unabhängig würde man es sicher als sekundär beurteilen. (Zurück zu v.3)