Syntax ungeprüft


Anmerkungen
Studienfassung (Amos 6)
1 Weh! [Ach,] (Wehe den) Sorglosen in Zion
Und die (den) Sicheren auf dem Berg von Samaria,
Die (den) Auserlesenen des Erstlings〈a〉 der Völker,
Zu denen das Haus Israel kommt.
2 Geht hinüber nach Kalne und seht,
Und geht von dort in die große [Stadt] Hamath,
Und steigt hinab nach Gat,〈b〉 [die Stadt] der Philister!
Sind sie besser als diese Königreiche,
Oder ist ihr Gebiet größer als euer Gebiet?
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5 über der Öffnung (zum Klang?) der Leier〈c〉
Instrumente (Gefäße) des Gesangs〈c〉
6 aus Wein-Trinkschalen (aus einer Schalen/Sprengschale Wein)〈d〉
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10 Da hebt einen sein Onkel und sein Ohm
Um hinauszuschaffen die Gebeine aus dem Haus,
Und der sagt zu dem im Winkel des Hauses: „Noch wer?“,
Und der sagt: „Nö“,
Und der sagt: „Pst!“,
Um nicht zu erwähnen den Namen (zu gedenken des Namens) JHWHs.
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12 Rennen Pferde denn auf Felsen, oder pflügt man mit Rindern? Ihr aber verwandelt das Recht in Gift und die Furcht der Gerechtigkeit in Wermut.
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Anmerkungen
| a | Am 6,1c.5a.7b verdichten eines der komplexesten Wortspiele im ganzen AT. 1c: Die neqube re`schit in 1c sind zunächst natürlich die „Besten der Besten“. naqab („aus(er)wählen“) klingt aber sehr ähnlich wie naqap „abschlagen, ernten“ (s. Jes 17,6; 24,13) und re`schit ist häufiger „die Erstlingsfrucht“ (z.B. Num 18,12). Extrem nah ist das Bild in Jer 2,3: „Israel war Gott heilig, war die Erstlingsfrucht seiner Ernte“ (ähnlich Hos 9,10; Jak 1,18.). Dieses Bild soll hier sicher auch im Leser geweckt werden: Die Angesprochenen sind „von der Erstlingsfrucht der Völker, also Israel, die Gelesenen“. LXX z.B. hat die beiden Wörter auch tatsächlich so verstanden und dabei an die Traubenernte gedacht („sie lasen die Erstlinge der Völker“). Vielleicht liegt außerdem schon in diesem Wort eine latente Drohung, den primär bedeutet das Wort außerdem „durchbohren“. Ähnlich in V. 5a: Die poratim ´al pi hannabel sind zunächst sehr wahrscheinlich „die Singenden über der Öffnung der Leier“; der ganz merkwürdige Ausdruck „über der Öffnung“ und das in der Bibel nur hier verwendete Wort parat zeigt aber schon, dass die Formulierung besondere Gründe haben muss. Dass das Wort „singen“ bedeuten kann, macht ein samaritanischer Text sehr wahrscheinlich („lasst uns Gott prt mit allen Liedern!“, dazu Montgomery 1906, S. 52). Im Hebräischen der Mischna und der Talmudim bedeutet parat aber außerdem zweitens oft „auswählen, eigens erwähnen“ und steht drittens für „durch (absichtliches oder versehentliches) Abpflücken abgetrennte Trauben“ (m.Peah vi 5; vii 3 für bei der Ernte versehentlich gepflückte und dann fallengelassene Trauben, m.Maas ii 6 vom bewussten Pflücken: „Wenn einer zu sagt zu seinem Freund: Hier ist eine Münze für eine Rebe, die ich mir selbst auswähle – dann darf er prt und essen.“). parat entspricht hier also gleich doppelt naqab. Zur „Öffnung der Leier“ s. noch mal zur Stelle; hier sei nur gesagt, dass das Wort für „Leier“ auch und sogar primär die Bezeichnung eines Tongefäßes ist (z.B. in Jes 22,24; Klg 4,2 und oft) und dass das Wort für „Öffnung“ (peh) sonst nie für Musikinstrumente verwendet wird, aber z.B. für Öffnungen von Brunnen (Gen 29,2f.) oder eben von Gefäßen (Sach 5,8). Mindestens ist es also so, dass die „Singenden über der Öffnung der Leier“ gleichzeitig „gepflückte Trauben über der Öffnung des Gefäßes“ sind. S. aber wie gesagt näher noch einmal zur Stelle. V. 6 spricht dann vom Weintrinken (s. dort), und V. 7 spricht das Urteil: „fortgebracht werden wird der Trink-Verein / der Kult-Umtrunk der Hängenden“ mit einem weiteren Wortspiel: sarach „hängen“ in V. 7 ist das selbe Wort wie in V. 4 und wird eigentlich für „hängenden“ Textilien gebraucht (s. Ex 26,12f.; Ez 23,15). Auch dieser Gebrauch ist ungewöhnlich, und wieder ist der Grund für diesen Gebrauch das Wortspiel: sarach heißt vom Wein gesagt auch häufiger „verderben, stinken“, s. vom verdorbenen Wein HldR ii 13: „der Weinstock wird Wein geben, doch der Wein wird srḥ“. In V. 4 haben einige jüd. Ausleger das Wort daher im selben Sinn genommen, z.B b.Schab 62b und b.Kid 71b: „Sie ließen ihre Betten stinken [..., d.h.] sie urinierten nackt direkt vor ihren Betten“; Raschi berichtet von einer Auslegung, nach der die Reichen hier ihre Betten mit Samenflüssigkeit beschmutzten und Tg übersetzt einfach: „und Flecken sind auf ihren Betten“. Am 6,1-7 verdichtet also im Schnelldurchlauf den Lebenszyklus einer Traube: Als Erstlingsfrucht gepflückt werden (V. 1) – als gepflückte Traube in ein Gefäß gegeben werden (V. 5) – als Wein getrunken werden (V. 6) – verderben und dann fortgebracht werden (V. 7). Jene, die sich eben noch als „Erstlingsfrucht“ dünken, werden schon bald nicht mehr sein als stinkender Weinessig, den man nur noch wegschütten kann. (Zurück zu v.1) |
| b | Die Grenzverläufe von Palistin und seiner späteren vier Teil-Staaten Unqi mit der Hauptstadt Kalne, Arpad mit der Hauptstadt Arpad, Hamath mit der Hauptstadt Hamath und Luhuti mit der Hauptstadt Hazrak – die letzten beiden wurden Anfang des 8. Jhd.s von König Zakkur zu einem Doppelkönigreich vereint –, ist ganz unsicher und dienen hier wieder nur der groben Veranschaulichung. Was sicher ist, ist dies: Unqi mit der Hauptstadt Kalne wurde 738 v. Chr. von den Assyrern erobert, ebenso Luhuti mit der Hauptstadt Hazrak als das Nordreich Hamaths. Die Stadt Hamath im Süden dieses Doppel-Königreichs fiel jedoch erst zeitgleich mit Samaria um 720 v. Chr.; von einer früheren Eroberung ist bisher nirgends etwas überliefert (der bisher wichtigste anderslautende Vorschlag ist der von Na'aman 2002, S. 211f., alle drei Städte seien im späten 9. Jhd. von den Aramäern eingenommen worden. Für Gat stimmt das vielleicht, bei Kalne wäre es dann gut möglich – aber spätestens bei Hamath muss man dafür erstens die Zakkur-Stele mehrfach sehr spekulativ auslegen und zweitens 2 Sam 8,9f. ignorieren). Gat wurde von den Assyrern gar erst um 711 v. Chr. und damit 9 Jahre nach Samaria eingenommen. Schwerlich kann Amos also auch die Bürger Samarias aus V. 1 mit Hinweis auf diese Schicksale von Hamath und Gat gewarnt haben. Viele Amos-Kommentatoren behelfen sich mit redaktionskritischen Annahmen: Entweder V. 2 oder Vv. 1-2 oder das ganze Kapitel Am 6,1-14 sei später als der Rest des Amosbuches entstanden und eigentlich an die Judäer gerichtet. Aber auch das hilft ja nicht weiter; auch dann würden hier anachronistisch zumindest auch Bürger Samarias durch Hinweis auf das Geschick von Hamath und Gat gewarnt. Es scheint also, als sei hier etwas im Blick, was sich mindestens vor 738 v. Chr. zugetragen hat; wahrscheinlich sogar spätestens 750 v. Chr., da irgendwann zwischen 760 und 750 v. Chr. Gat unter judäische Herrschaft kam. Was genau, lässt sich heute nicht mehr erkennen. Vielleicht werden künftige Ausgrabungen weitere Erkenntnisse zutage fördern. Weitere Orte aus Am 6: (1) Lebo Hamath ist sicher das heutige Laboue, wo eine der Quellen des Orontes entspringt. Dieser Ort liegt in einem Gebiet, das ursprünglich zum fast gänzlich unbekannten Königreich Zoba zwischen der nördlichen Grenze Israels bei Dan und der südlichen Grenze Hamaths gehörte und wohl von mit Aram verbündeten Aramäern besiedelt wurde (s. 2 Sam 10,6.8). Irgendwann scheint es von Hamath eingenommen worden zu sein; das legt jedenfalls zum Einen 2 Chr 8,3f. nahe, wonach Salomo „Hamath-Zoba“ erobern und sodann „in Hamath“, also in Zoba, Städte bauen konnte, und zum Anderen 2 Kön 14,25.28, wonach Jerobeam II. Israel bis „Lebo Hamath“ (=Laboue) wiederhergestellt und damit „Hamath“ an Israel zurückgebracht hat. 2 Sam 8,3 berichtet dann wahrscheinlich von einem Intermezzo zwischen diesen beiden Phasen: Hier wird erzählt, dass David den einstigen König Zobas geschlagen hatte, als dieser versuchten, „seine Macht am Fluss wiederherzustellen“, es also wieder von Hamath zurückzuerobern. Auch noch Anfang des 6. Jhd.s scheint Zoba zum Gebiet von Hamath gehört zu haben, s. 2 Kön 23,33; 25,21. Der Name wird nicht erst entstanden sein, als Lebo Hamath bereits zu Hamath gehörte (so z.B. Na'aman 1999, S. 429; Hasegawa 2012, S. 130): Ist der hebräische Name in der Bibel korrekt, ist Lebo Hamath w. der „Zugang zu Hamath“ und damit doch gerade passender als Name für einen Grenz-Ort, der zu einem anderen und aus israelitischer Perspektive Hamath vor-gelagerten Reich gehörte. (2) Karnajim (dazu s. näher Karnajim (WiBiLex)) und Lo-Dabar (zu beiden Städten s. auch noch mal u.) liegen im Norden Gileads östlich des Jordan. Irgendwann scheint Israel diese Region an die Aramäer verloren zu haben (s. Am 1,3; nach 1 Kön 22,3 hatten diese sogar Gebiete eingenommen, die wesentlich weiter südlich lagen. S. auch noch mal 2 Kön 10,32f.). (3) Der Fluss Araba ist unklar. Heute wird damit das Wadi zwischen Rotem und Totem Meer bezeichnet (s. Araba (WiBiLex); rechts: „Fluss Araba“), gemeint sein könnte demnach dessen nördliches Ende, das ungefähr auf der Höhe von Beerscheba liegt, was ebenfalls häufiger als Südgrenze des vereinigten Israel angegeben wird („von Dan [im Norden] bis Beerscheba [im Süden]“: Ri 20,1; 1 Sam 3,20; 2 Sam 3,10; 17,11; 24,2.15; 1 Kön 4,25). Besser vergleichbare Grenzbestimmungen legen zunächst Anderes nahe: Vergleichbar ist zum Einen die Grenzbestimmung „bis zum Meer der Araba“, die sonst eine Grenze östlich des Jordan am nördlichen Ende des Toten Meeres bezeichnet (Dtn 3,17; 4,49; Jos 12,3; wahrscheinlich auch 2 Kön 14,25, vgl. V. 28: „Jerobeam hat [das aramäische] Damaskus, das Juda gehört hatte, an Israel zurückgebracht“ meint wahrscheinlich die von Aram besetzten Gebiete Gileads östlich des Jordan). Halpern 2001, S. 187 u.a. denken daher an den Arnon (rechts: „Fluss Araba 2“). Man müsste sich dann vorstellen, dass Israel (nicht Juda) wirklich ganz Gilead zurückerobert hätte und so der Arnon die südliche Grenze des Nordreiches markierte. Das könnte man sich gut vorstellen, aber „Fluss der Araba“ ist keine sehr naheliegende Bezeichnung für den Arnon. Vergleichbar ist zum Anderen die Grenzbestimmung „von Lebo Hamath bis zum Fluss Ägyptens“ (1 Kön 8,65; 2 Chr 7,8; Ez 47,19), womit aber nicht das Wadi Araba, sondern das Wadi el-Arisch südwestlich von Gaza gemeint ist (rechts: „Fluss Araba 3“). Aber das setzte voraus, dass Israel ganz Philistäa inklusive Gaza erobert hätte, was jedenfalls in der Bibel nicht berichtet wird. Insgesamt spricht daher doch etwas mehr für Deutung (1) als Deutung (2), und Deutung (3) liegt hier sehr fern. Diese Grenzverhältnisse sind es dann, die Am 6 voraussetzt: Die Israeliten haben Karnajim und Lo-Dabar im Osten erobert und Israel + Juda reichen daher nun gemeinsam von Lebo Hamath im Norden bis zum Fluss Araba im Süden. (Zurück zu v.2) |
| c | Ob mit der „Öffnung der Leier“ und den „Instrumenten des Gesangs“ wirklich von Musikinstrumenten die Rede ist, wie stets angenommen wird, ist gar nicht ausgemacht. Gut möglich wäre, dass hier durch weitere Wortspiele Trinkgefäße, über denen die betrunkenen Zecher grölen, nur metaphorisch als Instrumente bezeichnet werden: Was der peh („Mund“, hier „Öffnung“) einer Leier in V. 5 sein soll, ist nicht klar. Die meisten übersetzen mit „zum Klang“, weil es vom Menschen gesagt oft auch als Synekdoche für „die Rede“ steht; dass aber auch der Klang von anderen klingenden Dingen ohne Mund metaphorisch als „Mund“ dieses Dings bezeichnet werden könnte, wäre singulär und ist nicht sehr wahrscheinlich. Garrett hält es daher etwas besser für den Saitenteil der Leier innerhalb des Korpus, aber auch hierfür wäre „Mund“ kein naheliegender Begriff. Am ehesten wird man es sich so erklären müssen: Die nebel („Leier“) heißt sicher so, weil ihr Unterteil dem gleichnamigen Tongefäß nebel (z.B. in Jes 22,24; Klg 4,2 und oft) sehr gleicht. Als peh bezeichnet man auch Öffnungen z.B. von Brunnen (Gen 29,2f.) oder eben von Gefäßen (Sach 5,8); der „peh der nebel-Leier“ wäre also dort, wo beim ähnlich geformten nebel-Gefäß die Öffnung wäre. Wenn das aber die beste Erklärung sein soll, ist es umso auffälliger, dass auch der nächste Instrumentenbegriff primär ein Gefäß-Begriff ist: keli (hier: „Instrument“) ist ein sehr häufiges Wort und kommt wohl von kalah „erzeugen“, daher primär: „Zeug“ i.S.v. „Haushaltsware“, genauer i.S.v. „Trinkschale“ z.B. in 1 Kön 10,21 = 2 Chr 9,20. Instrumente bezeichnet das Wort nur in den Fügungen „Davids-Zeug“, „Leier-Zeug“ (1 Chr 16,5; Ps 71,22; Sir 39,15) oder wie hier in „Gesangs-Zeug“, wobei man zu diesen Fügungen aber hinzusagen muss, dass sie sehr wahrscheinlich keine „Sammelbegriffe“ für verschiedene Instrumente sind, wie fast stets angenommen wird, sondern entweder nur Leier und Laute oder die Sprechtrompete bezeichnen (s. dazu näher unter dem Abschnitt „Genauer“). Sicher nicht möglich ist daher eine Interpretation à la „Zum Mahl erklingt Musik; dazu reicht das traditionelle Saiteninstrument der Harfe [...] nicht mehr aus, sondern es werden [...] immer aufwendigere Instrumente (Zithern? Zimbeln? Pauken?) genutzt, um den lauten Gesang zu begleiten.“ (Jeremias 2013, S. 88). In 5a wird also mindestens mit der nebel-Leier das nebel-Gefäß eingespielt, in 5b mindestens mit keli („Instrumente“) die primäre Bed. dieses Wortes (ebenfalls „Steingut, Gefäß“); das folgende schir („Gesang“) klingt dann auch noch ähnlich wie sir („Topf, Kessel“), und im folgenden Vers ist dann ja klar von Trinkschalen die Rede. Sehr sicher ist, dass der Verfasser dieser Verse hier mit der Mehrdeutigkeit von nebel und keli spielt. Vielleicht spielt er mit dieser Mehrdeutigkeit aber nicht so, dass man sich wirklich musizierende Säufer vorstellen muss, deren Trinkfreudigkeit noch zusätzlich durch mehrere Wortspiele unterstrichen wird, sondern so, dass man an grölende Zecher über ihren Weinfässern und -bechern denken muss, die ob diesen Grölens metaphorisch als „Instrumente“ dargestellt werden: „Sie singen über ihren Flaschen/Leiern; als seien sie König David, erfinden sie sich ‚Instrumente‘ (Krüge, Kessel): Sie trinken aus Wein-Schalen...“ etc. Erst nach dieser Interpretation lässt sich auch das seltsame „sich erfinden“ erklären, s. zu den Wein-Schalen in V. 5. |
| d | Zur Tell Dan-Schale als Mizraq vgl. v.a. Greer 2010. Mit dem Übergang von der Kupfer- zur Eisenzeit etwa um 1000 v. Chr. wurde Bronze immer seltener nachgefragt und entwickelte sich in der Folge zum Luxusgut (vgl. Tubb 1988, S. 252-254; Weigl 1995, S. 385f.). Dies ging einher damit, dass sich im 9.-8. Jhd. in Israel nach und nach eine Oberschicht in den Städten neben einer immer weiter verarmenden Unterschicht auf dem Land herausbildete, die zum Erwerb solcher Luxusgüter überhaupt erst fähig war (zu diesem Prozess vgl. z.B. Fleischer 1989, S. 346-390). Ab dieser Zeit, bes. im 9.-7. Jhd., tauchen daher immer häufiger auch aufwendig hergestellte und verzierte Trinkschalen aus Bronze auch in reichen Privathaushalten auf (vgl. z.B. Smith 1986, S. 13), die z.B. auch als besonders kostbare Grabbeigaben verwendet wurden (für ein Bsp. s. rechts). Im Zuge dessen entwickelte sich die Edelmetall-Schale zu einem der Luxusgüter schlechthin, weshalb sie z.B. wie die Schale rechts eigens beschriftet wurden („Seht her, ich besitze eine Edelmetall-Schale!“; zur Edelmetall-Trinkschale als Luxusgegenstand vgl. bes. gut Feldman 2014, S. 111-137). Die relativ breite Verwendung von kostbaren Trinkschalen bei Gelagen von israelitischen Angehörigen der Oberschicht war zur Abfassungszeit des Amosbuches also ein neueres Phänomen. Wenn es wahr ist, dass die Instrumente in V. 4 Metaphern für deren Weingefäße sind, könnte dies die Rede vom „Erfinden“ von Instrumenten erklären: Gemeint wäre damit eben dies, dass der Usus um sich griff, dass Angehörige der Oberschicht ihren Reichtum durch Prestigekonsum von metallenen Trinkschalen zur Schau stellten. (Zurück zu v.6) |


