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{{S|8}} Seht doch, mir [gehören] zwei Töchter, die [noch] keinem Mann beigewohnt<ref>keinem Mann beigewohnt: wörtl. keinen Mann erkannt; im Hebräischen eine Umschreibung für den Geschlechtsverkehr</ref> haben: Lasst mich doch sie zu euch hinausbringen, und tut ihnen wie [es] gut in euren Augen [ist]<ref>d.h. macht mit ihnen, was ihr wollt.</ref>; nur diesen Männern mögt (sollt, dürft) ihr nichts tun, denn deshalb sind sie in den Schutz meines Hauses<ref>Schutz meines Hauses: wörtl. Schatten meines Gebälks</ref> gekommen. | {{S|8}} Seht doch, mir [gehören] zwei Töchter, die [noch] keinem Mann beigewohnt<ref>keinem Mann beigewohnt: wörtl. keinen Mann erkannt; im Hebräischen eine Umschreibung für den Geschlechtsverkehr</ref> haben: Lasst mich doch sie zu euch hinausbringen, und tut ihnen wie [es] gut in euren Augen [ist]<ref>d.h. macht mit ihnen, was ihr wollt.</ref>; nur diesen Männern mögt (sollt, dürft) ihr nichts tun, denn deshalb sind sie in den Schutz meines Hauses<ref>Schutz meines Hauses: wörtl. Schatten meines Gebälks</ref> gekommen. | ||
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Version vom 26. September 2015, 13:34 Uhr
Syntax ungeprüft


Lesefassung (Genesis 19)
(kommt später)Studienfassung (Genesis 19)
1 Und die Boten (Engel) kamen am Abend nach Sodom, als Lot gerade im Tor〈a〉 Sodoms saß〈b〉; {und} Lot sah [sie], stand auf, [ging] ihnen entgegen und warf sich [mit dem] Gesicht zur Erde nieder.
2 Und er sagte: Bitte〈c〉, meine Herren, kommt〈d〉 doch zum Haus eures Dieners (Sklaven, Knechts), übernachtet [dort] und wascht eure Füße; dann (und)〈e〉 könnt (werdet) ihr euch [morgen] früh aufmachen und eures Weges gehen (weitergehen). Aber (und) sie sagten: Nein, sondern im Torplatz〈f〉 werden (wollen) wir übernachten.
3 Da drang er sehr in sie (nötigte er sie sehr), so dass sie [schließlich] zu ihm kamen〈g〉 (wichen) und in sein Haus hineingingen; dort (und) machte er für sie ein Festmahl; außerdem〈h〉 buk er Mazzen〈i〉 und sie aßen.
4 Noch ehe sie sich schlafen legten, hatten die Männer〈j〉 der Stadt, die Männer Sodoms, sich [schon] rings gegen das Haus versammelt, vom Jungen {und} bis zum Alten, die ganze Bevölkerung, ohne Ausnahme〈k〉.
5 Und sie riefen nach Lot und fragten ihn (sagten ihm): Wo [sind] die Männer, die heute Nacht〈l〉 zu dir hineingegangen sind (bei dir eingekehrt sind)? Bring sie hinaus zu uns {und} wir werden es ihnen [schon] besorgen〈m〉.
6 Da ging Lot zu ihnen hinaus [vor] den Eingang, aber (und) die Tür verschloss er hinter sich.〈n〉
7 Und er sagte: Tut doch nicht[s] Böse[s]〈o〉, meine Brüder!〈p〉
8 Seht doch, mir [gehören] zwei Töchter, die [noch] keinem Mann beigewohnt〈q〉 haben: Lasst mich doch sie zu euch hinausbringen, und tut ihnen wie [es] gut in euren Augen [ist]〈r〉; nur diesen Männern mögt (sollt, dürft) ihr nichts tun, denn deshalb sind sie in den Schutz meines Hauses〈s〉 gekommen.
9 Sie aber sagten: Mach, dass du wegkommst!〈t〉 Und sie fuhren fort (sagten): Dieser Ein[zeln]e ist [doch] gekommen [um] unseren Schutz zu genießen!〈u〉 Und nun will er in der Tat das Sagen haben.〈v〉 Wir werden dir ihretwegen〈w〉 übel mitspielen〈x〉. Und sie drangen sehr gegen (in) den Mann, gegen (in) Lot, und kamen näher um die Tür zu zerbrechen.
Anmerkungen
| a | Das Stadttor war der Ort, wo man sich traf, zu Gericht saß, Verträge abschloss, Handel trieb u.dgl.m. Die Begegnung der beiden Männer mit Lot geschah demnach in aller Öffentlichkeit. (Zurück zu v.1) |
| b | als Lot gerade saß: wörtl. und Lot sitzend (Zurück zu v.1) |
| c | wörtl.: sieh/seht doch (Zurück zu v.2) |
| d | wörtl. weicht, d.h. sie sollen ihren eingeschlagenen Weg verlassen (Zurück zu v.2) |
| e | Die hebr. Verbform (perf. cons.) drückt als Fortsetzung der Imperative deren Folge aus. (Zurück zu v.2) |
| f | Der רְחֹב ist ein freier Platz beim Stadttor innerhalb oder außerhalb der Stadt. (Zurück zu v.2) |
| g | so dass sie kamen: wörtl. und sie kamen. Das Hebräische bevorzugt die Beiordnung durch Hauptsätze, wo das Deutsche die Unterordnung durch Nebensätze hat. (Zurück zu v.3) |
| h | außerdem buk er Mazzen: wörtl. und Mazzen buk er; im Hebr. ein invertierter Verbalsatz, der die Erzählung unterbricht. (Zurück zu v.3) |
| i | Festmahl … Mazzen: מִשְׁתֶּה bezeichnet vorwiegend ein profanes Fest (Gen 21,8; 29,22; 40;20; Ri 14,10; Est 1,3) bei dem neben dem Essen auch Getränke gereicht wurden (שׁתה bedeutet trinken). Hiermit wird Lots Gastfreunschaft unterstrichen. Die auffällige Erwähnung der Mazzen mag Eile in die Erzählung hineintragen, da ungesäuertes Brot schnell hergestellt werden konnte (vgl. Dtn 16,3). (Zurück zu v.3) |
| j | wörtl.: Sie legten sich noch nicht schlafen und die Männer hatten … (Beiordnung statt Unterordnung) (Zurück zu v.4) |
| k | Ausnahme: wörtl. Ende/Grenze (Zurück zu v.4) |
| l | heute Nacht: wörtl. die[se] Nacht; der Artikel hat hier noch seine ursprüngliche demonstrative Funktion. (Zurück zu v.5) |
| m | es ihnen besorgen: wörtl. sie erkennen; hier ein euphemistischer Ausdruck für den Geschlechtsverkehr, der hier ein Akt der Demütigung sein soll. (Zurück zu v.5) |
| n | Das heißt vermutlich, dass er die im Haus Verbliebenen angewiesen hat die Tür hinter ihm zu verriegeln. (Zurück zu v.6) |
| o | wörtl. ihr mögt/dürft doch nicht böse handeln. Lot befiehlt nicht, sondern fordert sie höflich - vgl. die Anrede! - auf. (Zurück zu v.7) |
| p | Brüder: hier wohl im Sinne von Freunde (vgl. Ges. s.v. אָח (Zurück zu v.7) |
| q | keinem Mann beigewohnt: wörtl. keinen Mann erkannt; im Hebräischen eine Umschreibung für den Geschlechtsverkehr (Zurück zu v.8) |
| r | d.h. macht mit ihnen, was ihr wollt. (Zurück zu v.8) |
| s | Schutz meines Hauses: wörtl. Schatten meines Gebälks (Zurück zu v.8) |
| t | Mach, dass du wegkommst: wörtl. tritt näher (komm) dorthin (i.S.v. weg) (Zurück zu v.9) |
| u | [um] unseren Schutz zu genießen: wörtl. Schutzbürger zu sein (Zurück zu v.9) |
| v | ernsthaft das Sagen haben: wörtl. ein Richten richten (Inf. abs. mit Prädikat gleicher Wurzel); שפט umfasst die Bedeutungen von richten, entscheiden, herrschen (Zurück zu v.9) |
| w | ihretwegen: oder mehr als ihnen (Zurück zu v.9) |
| x | übel mitspielen: wörtl. Böses tun (Zurück zu v.9) |