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Ich will auf dieser Seite nicht wirklich eine eigene Syntax verfassen. Sie dient v.a. meinen persönlichen Zwecken: Obwohl ich in vielen Bereichen der Syntax recht sichere Vorstellungen habe, merke ich, dass ich beim Übersetzen manchmal inkonsequent bin. Diese Inkonsequenz will ich mit dieser Seite verhüten; sie ist aber noch L-A-N-G-E nicht fertig. Entgegen meinem eigentlichen Usus werde ich hier nicht viel zitieren. Damit würde ich mich und den Leser belügen; denn obwohl ich recht viel zur Syntax und Verbsystem des Hebräischen gelesen habe, habe ich meine aktuelle Sicht bloß mehr oder weniger eklektizistisch aus verschiedenen Systemen zusammengeklaubt. Vermutlich werde ich aber noch Zitate (und Beispiele!) nachliefern, wenn diese Seite hier ein wenig weiter vorangeschritten ist. --Sebastian Walter 22:51, 11. Dez. 2013 (CET) |
Einleitendes und Terminologisches[Bearbeiten]
Über den „Satz im Biblischen Hebräisch“ soll es also gehen. Schon stoßen wir auf das erste Problem: Über die Definition von Größen wie „clauses“ und „Sätzen“ ist die Diskussion noch nicht zum Abschluss gekommen und wird es vermutlich auch nie. 1931 hat Ries in seinem Buch „Was ist ein Satz“ 141 Definitionen von „Satz“ zusammengestellt; schon 1935 hat Seidel diese Liste um weitere 83 Definitionen ergänzt. Summa Summarum sind das 224 Definitionen von „Satz“, und zwischen 1935 und heute ist eine Vielzahl an weiteren Definitionen hinzugekommen.
Da eine Definition von „Satz“ also offenbar nicht möglich ist, wollen wir uns mit Folgendem begnügen:
- (1) Eine „Proposition“ ist ein sprachlich zu realisierender Sachverhalt.
- (2) Unter „Satz“ kann man ungefähr eine sprachliche Realisierung einer Proposition, die mindestens aus einem verbalen Kern und dessen Verbkomplementen (s.u) besteht, verstehen. Man kann dabei weiter differenzieren:
- (2.1) Ein einfacher Satz ist eine selbständige sprachliche Realisierung einer Proposition mit mindestens verbalem Kern und dessen Verbkomplementen, aber ohne Nebensätze.
- (2.2) Ein Nebensatz ist eine unselbständige sprachliche Realisierung einer Proposition mit mindestens verbalem Kern und dessen Verbkomplementen, die syntaktisch von einem anderen Satz abhängig ist.
- (2.3) Ein zusammengesetzter Satz ist eine selbständige sprachliche Realisierung einer Proposition mit mindestens verbalem Kern, dessen Verbkomplementen und mindestens einem Nebensatz.
- (3) Zentrum der sprachlichen Realisierung einer Proposition in einem selbständigen Satz ist das Verb. Aus diesem Grund spricht man in der Linguistik vom Verb als dem verbalen Kern eines Satzes.
- (4) Jedes Verb fordert, wenn es als verbaler Kern eines Satzes verwendet wird,
„eine festgelegte Anzahl von Ausdrücken, [...] um mit ihnen zusammen einen Kernsachverhalt auszudrücken“(Kubczak 2011). Z.B. ein „Satz“ *liebte dich ist defektiv: Das Verb „lieben“ fordert unter anderem ein Subjekt; etwa Ich liebte dich. Man bezeichnet diese vom verbalen Kern geforderten Ausdrücke als seine (Verb-)Komplemente. - (5) Neben den Komplementen gibt es eine weitere Gruppe von Ausdrücken, die nicht vom verbalen Kern gefordert sind, aber dennoch bestimmte Funktionen im Satz haben; etwa die, zu spezifizieren, zu kommentieren oder zu situieren. Man bezeichnet diese Gruppe als Supplemente. Nicht nur der gesamte Satz kann durch solche Supplemente modifiziert werden (->Satzsupplemente) - wie z.B. in Damals liebte ich dich -, sondern auch einzelne Satzteile; z.B. das Verb - wie z.B. in Ich liebte dich sehr - oder die Komplemente - wie z.B. in Ich liebte dich, die du damals so schöne Haare hattest.
Der verbale Kern[Bearbeiten]
FEHLT NOCH! Die Stämme des hebräischen Verbs[Bearbeiten]
Finite Verben[Bearbeiten]
Vorbereitendes[Bearbeiten]
Das Verbsystem im Hebräischen ist äußerst umstritten. Heftig diskutiert werden v.a. die Formen Qatal, Yiqtol, Weqatal und Wayyiqtol. Im Laufe der Zeit haben sich verschiedene Positionen mit je unterschiedlich ausgeprägten Subsystemen einzelner Vertreter dieser Positionen ausgeprägt:
- die temporale Position
- die aspektuelle Position
- die modale Position
- die diskurslinguistische Position
- „Misch-Positionen“
Vielleicht kann man mittlerweile außerdem noch die Grammatikalisierungs-Position als eigene Richtung klassifizieren.
- McFall 1982 hat ein ganzes Buch zur Geschichte der Beforschung des hebräischen Verbsystems verfasst. Ein Gefühl für den Unterschied zwischen den ersten drei Positionen vermittelt gut Ljungberg 1995; einen kurzen, aber guten geschichtlichen Abriss findet man in Hatav 1997, S. 10-24; eine kurze Übersicht über ältere Theorien findet sich in IBHS §29.2-5 und eine längere Übersicht - auch über neuere Theorien - in Moomo 2004.
Bis ins 20. Jh. herrschten fast ausschließlich temporale und aspektuelle Theorien vor. Ganz grob gesagt besagt die eine - die temporale -, dass Qatal und Wayyiqtol Vergangenheit ausdrücken, Yiqtol und Weqatal Präsens und Zukunft; die andere besagt, dass Qatal und Wayyiqtol eine Geschehen als „abgeschlossen“ darstellen und Yiqtol und Weqatal als „unabgeschlossen“ (natürlich gibt es vereinzelt Unterschiede und Akzentsetzungen bei diversen Vertretern).

Bei einem großen Teil der Verben funktionieren beide Positionen. Aber es gibt auch viele Stellen, bei denen sie eben nicht funktionieren. Z.B. kann allein die Form Qatal für alle Tempora von Plusquamperfekt bis zu Futur II verwendet werden.
Aus diesem Grund sind v.a. im letzten Jahrhundert sehr viele weitere Theorien entstanden. Die diskurslinguistische Position lässt sich nicht leicht auf kurzem Raum zusammenfassen und es ist dies auch nicht notwendig für unsere Zwecke, weshalb ich darauf verzichten will. Aber als ein Beispiel für eine modale Position sei Zuber 1985 genannt. Zuber beobachtet, dass in vielen Sprachen Modus und Futur durch die selben Formen vertreten werden. Davon ausgehend bestimmt er als die grundlegende Dichotomie des hebräischen Verbsystems die von recto und obliquo. „Recto“ ist sein Sammelbegriff für Qatal und Wayyiqtol; „obliquo“ der für Yiqtol und Weqatal. Die erste erfüllt nach Zuber die Funktion des Indikativs, die zweite die des „Futur“, wobei „Futur“ bei ihm sowohl für „Futur“ als auch für modale Funktionen steht.

Der große Vorteil von Zubers Theorie ist, dass sie (a) sehr einfach ist, dabei aber (b) dennoch ohne Zusatzannahmen mit einem größeren Teil der Verben zurecht kommt als die beiden oben skizzierten Positionen. Ähnlich z.B. noch Joosten 1997 und Joosten 1999, der heute für Qatal und Wayyiqtol allerdings eine etwas andere Ansicht vertritt.
Dennoch kann auch diese Theorie nicht zufriedenstellen. Erstens zeigen Statistiken deutlich, dass die einfachen Formen Qatal und Yiqtol und die ihnen „entsprechenden“ Waw-Formen Wayyiqtol und Weqatal unterschiedlich verwendet werden; zweitens ist es nicht sehr wahrscheinlich, dass sich in einer Sprache zwei verschiedene grammatische Formen mit der selben Funktion herausbilden und dann über Jahre hinweg parallel bestehen bleiben. Galia Hatav hat deshalb weiter differenziert und zusätzlich den Aspekt der „Sequentialität“ eingeführt (ähnlich Warren 1998; Der Aspekt der „Sequentialität“ wird aber auch von anderen verwendet wird; z.B. von Goldfajn 1998, Hornkohl 2003, Endo 1996 oder Nielsen 2008). Mit „Sequentialität“ bezeichnet sie den Aspekt der temporalen Kontinuität. In der Linguistik ist dieser Aspekt schon länger bekannt; in der Slavistik z.B. läuft er unter dem Begriff der „Handlungskette“. Man bezeichnet mit diesem Begriff sprachliche Formen, die der „Versprachlichung des Nacheinanders von Ereignissen in zeitlicher [oder logischer] Folge“ (Gzella 2004, S. 347) dienen.
Für eine Grafik s. unten.
Mit der Einführung der Sequentialität ist Wichtiges gewonnen. Z.B. werden Qatal und Yiqtol im Hebräischen nicht nur für selbstständige Sätze verwendet, sondern können auch sog. „Hintergrund-Funktionen“ übernehmen (s. unter 1.4.2.1). Mit der Kategorie der „Nicht-Sequentialität“ lassen sich diese Verwendungsweisen erklären:
„Weil sie nicht unter der Einschränkung der Sequentialität stehen, können Hintergrundsätze an jedem Punkt der Zeitachse oder gar jenseits der Zeitachse lokalisiert sein. [...] Strenggenommen werden ausschließlich Vordergrundsätze „erzählt“. Hintergrundsätze erzählen nicht, sondern unterstützen, reichern an oder kommentieren die Erzählung.“(van Wolde 1999, S. 324; meine Übersetzung.)
Dies sollte genügen, um zur Darstellung des Systems selbst zu kommen.
Das finite Verb[Bearbeiten]
(1) Die Verbformen Qatal, Yiqtol, Wayyiqtol und Weqatal lassen sich voneinander abgrenzen mithilfe der Kategorien „Modalität“ und „Sequentialität“: Weqatal ist charakterisierbar als +modal / +sequentiell; Yiqtol als +modal / -sequentiell; Wayyiqtol als -modal / +sequentiell und Qatal als -modal / -sequentiell.

- (1.1) Modalität lässt sich Dietrich 1992 bestimmen als die „geltungsmäßige Offenheit eines Sachverhalts“:
Ein Satz ist modalisiert, wenn die Proposition, die er ausdrückt, nicht als faktisch gekennzeichnet ist.(Dietrich 1992, S. 24).
| Yiqtol | Weqatal | Kohortativ | Imperativ | Jussiv | |
|---|---|---|---|---|---|
| Kohortativ | |||||
| Imperativ | |||||
| Kommissiv | |||||
| Permissiv | |||||
| Prohibitiv | |||||
| Jussiv | |||||
| Optativ | |||||
| Obligativ | |||||
| Abilitiv | |||||
| teleologiche Mod. | |||||
| Futur | |||||
| habituelle Gesch. |
- (1.1.1) Im Hebräischen haben sich zwei Systeme zum Ausdruck von Modalfunktionen herausgebildet: Das Modalsystem (bestehend aus Yiqtol und Weqatal) und das System der Direktiva (bestehend aus Kohortativ, Imperativ und Jussiv).
Sieht man von den semantisch-syntaktischen Beschränkungen der einzelnen Formen ab (z.B. ist Kohortativ auf die 1. Person, Imperativ auf die 2. Person, Jussiv fast völlig auf die 3. Person beschränkt; Weqatal, Kohortativ und Imperativ können nicht negiert werden etc.), deckt sich im Bereich der Modalfunktionen das Modalsystem völlig mit dem direktiven System (für Beispiele s.u.): - (1.1.2) Wie in vielen Sprachen werden auch im Hebräischen neben den modalen Funktionen „im eigtl. Sinne“ auch Futur〈a〉 und habituelle Geschehnisse〈b〉 durch die modalen Formen markiert.
- (1.1.3) Anmerkungen:
- (1.1.3.1) Interessant ist der Gebrauch des Yiqtol in Fragen. An den meisten Stellen hat der interrogative Kontext keinen Einfluss auf die Semantik der Verben. In einigen Fragen an die 2. Person kann jedoch offenbar Yiqtol wie Qatal verwendet werden; vgl. z.B. Gen 42,7 מֵאַיִן בָּאתֶם Woher QAT:kommt ihr? vs. Ri 19,17 מֵאַיִן תָּבוֹא Woher YIQ:kommst du?.〈c〉 Diese Verwendungsweise ist zwar etwas merkwürdig, aber nicht ungewöhnlich; das selbe Phänomen findet sich in mehreren Sprachen.〈d〉
- (1.1.3.2) Mit den Temporalpartikeln בְּ)טֶרֶם) und עַד sowieאָז scheint Yiqtol gelegentlich für vergangene Geschehnisse zu stehen.〈e〉 Tatsächlich müssen die Fälle mit בְּ)טֶרֶם) und עַד aber als prospektiv erklärt werden (Joosten 1999, S. 18f.). Z.B.: Jos 3,1 וַיָּלִנוּ שָׁם טֶרֶם יַעֲבֹרוּ≠Sie nächtigten dort [=am Fluss], bevor sie [ihn] überquerten, sd. Sie nächtigten dort, bevor sie ihn überqueren sollten. Im Deutschen klingt eine solche Übersetzung meist unnatürlich, weshalb auch bei prospektivem Yiqtol mit Gegenwart/Vergangenheit übersetzt werden sollte.
Über die Konstruktion אָז Yiqtol für die Vergangenheit dagegen - die ja auch anderen Deutungen des Verbsystems zuwiderläuft - lässt sich nur spekulieren; Joosten 1999, S. 25 z.B. fordert eine diachrone Erklärung.〈f〉 - (1.1.3.3) Erwähnenswert für Kohortativ ist, dass er häufiger für die Kombination der modalen Färbungen teleologische Modalität und Abilitiv verwendet wird: damit ich X kann; vgl. z.B. Gen 19,5; Gen 23,4; Ex 4,18; Ex 5,3; Jes 5,19 u.ö.
- (1.1.3.4) Bei den Imperativen ist noch hinzuweisen (a) auf den Pseudo-Imperativ, der aber nur ein gewöhnlicher Subtyp des Konditionalsatzes (s. dort) ist, (b) auf den Konsequenz-Imperativ, der sich aber durchweg durch die oben gelisteten Modalfunktionen (meist: Kommissiv) erklären lässt und (c) auf den sogenannten Vorbereitungs-Imperativ (zu diesem vgl. bes. Jenni 2005, S. 242ff.). Bei letzterem handelt es sich um „desemantisierte Imperative“ (ebd., S. 242) v.a. von den Wurzeln הלך, קום, ראה und יבה. Zwar könne diese auch vollsemantisch als „normale“ Imperative fungieren, häufig erfüllen sie aber stattdessen Sonderfunktionen: ראה fungiert exakt wie הלך, קום; הִנֵּה, und יבה dienen oft bloß zur Einleitung von Aufforderungen. In der Übersetzung sollten diese Imperative ausgespart werden.
- (1.1.3.5) Irrealität ist im Hebräischen nicht an bestimmte Verbformen gebunden; ob ein Verb - gleich, welcher Form - in der Bibel als real oder irreal gedeutet werden muss, muss aus dem Kontext erschlossen werden (vgl. Callaham 2008-2011).
- (1.1.1) Im Hebräischen haben sich zwei Systeme zum Ausdruck von Modalfunktionen herausgebildet: Das Modalsystem (bestehend aus Yiqtol und Weqatal) und das System der Direktiva (bestehend aus Kohortativ, Imperativ und Jussiv).
- (1.2) Die „nicht-modalen“〈g〉 Formen dagegen kennzeichnen ein Geschehen oder einen Sachverhalt sozusagen „modal ungefärbt“ als faktisch.
- (1.3) Die sequentiellen Formen markieren temporale oder logische Kontinuität; in Golfajns Worten:
„Wayyiqtol und Weqatal scheinen zu sagen „und danach“, wobei dieses „da“ das zuletzt erzählte Geschehen bezeichnet.“(Goldfajn 1998, S. 143; meine Übersetzung. Ähnlich auch van der Merwe 1999, S. 110). - (1.4) Die primäre Funktion der nicht-sequentiellen Formen ist die Bezeichnung von Geschehnissen und Sachverhalten, die nicht innerhalb einer zeitlich-logischen Handlungskette stehen. Sie können aber auch innerhalb von Handlungsketten verwendet werden; auch dann aber haben sie eine andere Funktion als die sequentiellen Formen:
- (1.4.1) Qatal und Yiqtol können innerhalb einer Handlungskette einen Sachverhalt oder ein Geschehen aus der Handlungskette „herausheben“; etwa, um so den Höhepunkt einer Handlung zu markieren.
- (1.4.2) Für einen zweite Funktionsgruppe werden die nicht-sequentiellen Formen verwendet, da sie ob ihrer Nicht-Sequentialität für diese Funktionen „frei geworden sind“; Buth 1995 fasst diese Funktionen treffend zusammen unter dem Titel „Diskontinuitäts-strategien“. Sie werden zusätzlich häufig durch die Wortstellung X - Verb markiert; es kann aber auch zu Ausnahmen kommen.
- (1.4.2.1) Mit Yiqtol und Qatal können sogenannte „Hintergrundsätze“ gebildet werden:
- (1.4.2.1.1) Die nicht-sequentiellen Formen können außerhalb der Handlungskette liegende Sachverhalte und Geschehnisse ausdrücken; seien diese nun (a) vorzeitig oder (b) gleichzeitig (-> „Nachdem X geschehen war...“ / „Als/Während X geschah...“). Yiqtol kann zusätzlich (c) nachzeitige Hintergrundsätze bilden (-> „Bevor X geschah“)
- (1.4.2.1.2) Sie können (a) Bedingungen, (b) Gründe und (c) Zwecke ausdrücken. Wegen ihrer Eigenschaften als nicht-modal resp. modal werden für (b) i.d.R. Qatal, für (c) dagegen Yiqtol verwendet, obwohl es auch hier vereinzelte Ausnahmen gibt. (->„Wenn X... [dann]...“; „Weil X... [deshalb]...“; „Y ... um zu X“)
- (1.4.2.2) Auch Diskontinuitäten in der Informationsstruktur eines Textes werden mit den nicht-sequentiellen Formen markiert. Diese informationsstrukturspezifischen Diskontinuitäten sind (a) die Neueinführung von Subjekten, Objekten, Themen usw. bzw. der Fokuswechsel zu bereits eingeführten, aber im Hintergrund stehenden S., O., Th. etc. (-> Fokusierung) oder (b) die Gegenüberstellung von einem Subjekt/Objekt/Thema/usw. mit einem anderen Subjekt/Objekt/Thema/usw. (-> Kontrastierung).
- (1.4.2.1) Mit Yiqtol und Qatal können sogenannte „Hintergrundsätze“ gebildet werden:
- (1.4.3) Erwähnenswert ist für Qatal noch die Verwendung als performatives Qatal: Sprechakte werden im Hebräischen entweder ausgedrückt durch Qatal oder durch Qatal und vorangestelltes (bedeutungsloses) הִנֵּה oder ראה (vgl. Jenni 2005, S. 242).
- (1.4.4) Etwas rätselhaft ist mir bisher noch die Verwendung von Qatal als prekatives Qatal. Da diese Verwendungsweise aber ausschließlich in Poesie vorzufinden zu sein scheint und auch nur im Parallelismus mit Yiqtol oder Volitiven (vgl. z.B. Buttenwieser 1938, S. 18-25; IBHS §30.5.4c-d), denke ich, dass diese Verwendung sich als T-Shift erklären ließe.
Kopulasätze und Verblose Sätze[Bearbeiten]
- (1) Als Kopulasätze bezeichnet man Sätze, in denen Subjekt und Komplemente nicht von einem „bedeutsamen“ Verb verbunden werden, sondern von einem semantisch inhaltslosen „marker“〈h〉 - der Kopula (von lat. copula Band, Verbindung). Im Bibelhebräischen dienen als Kopulae (a) das Verb היה sein (das aber auch als Vollverb fungieren kann, vgl. Lexikon/Lemma היה); (b) יֵש (vorhanden) sein und (c) אֵין / אַיִן nicht (vorhanden) sein; außerdem können (d) auch die Pronomina הִיא / הוּא im verblosen Satz auch als sog. Pro-Kopulae dienen (vgl. zuletzt wieder Holmstedt/Jones 2013; so in vielen Sprachen, vgl. z.B. Nicholas 1996) und müssen im Deutschen dann ebenfalls mit einer Form des Wortes "sein" übersetzt werden.
- (1.1) Bei Folgendem bin ich mir noch nicht ganz sicher: Einer Unterscheidung von Langacker 1990, bes. S. 80f. folgend bestimmt Berthele 2007, S. 236 Kopulasätze als wesentlich nicht-sequentiell. Daraus würde folgen, dass (a) וַיְהִי und וְהָיָה nie als Kopulaverben verwendet werden und dass (b) - s. unter (2.1) - im verblosen Satz היה ausschließlich im Qatal und Yiqtol ellidiert worden sein kann. Das muss ich aber noch untersuchen.
- (2) Das Bibelhebräische ist - wie viele andere Sprachen (vgl. Stassen 2013) - in der Lage, vollständige Kopulasätze auch ohne Kopula zu bilden. Traditionell wird diese Konstruktion bezeichnet als „Nominalsatz“, weil sie meist in der Form von zwei aufeinanderfolgenden Nomina auftritt; aber da auch andere Wortarten als Subjekt und Komplement von „Nominalsätzen“ fungieren können (vgl. Mey §90.2+3), ist die Bezeichnung „verbloser Satz“ sinnvoller.
Vgl.:
- יֵש vs. אַיִן vs. vlS:
- Ri 4,20 הֲיֵשׁ-פֹּה אִישׁ Ist=יֵש hier ein Mann?
- 2Kön 3,11a הַאֵין פֹּה נָבִיא לַיהוָה Ist nicht=אַיִן hier ein Prophet Gottes?
- 2Kön 3,11b פֹּה אֱלִישָׁע Hier Øist Elischa.
- היה vs. vlS:
- Gen 10,9: הוּא-הָיָה גִבֹּר-צַיִד ... עַל-כֵּן יֵאָמַר כְּנִמְרֹד גִּבּוֹר צַיִד Er war=היה ein gewaltiger Jäger ... Darum sagt man: 'Ø(Jemand) ist ein so gewaltiger Jäger wie Nimrod!'.
- הוּא vs. vlS:
- Gen 2,14 וְשֵׁם הַנָּהָר הַשְּׁלִישִׁי חִדֶּקֶל... וְהַנָּהָר הָרְבִיעִי הוּא פְרָת Und der Name des dritten Flusses Øist Tigris ... Und der vierte Fluss ist=הוּא der Euphrat
- (2.1) Intersprachlich muss man zwei Arten von verblosen Sätzen unterscheiden: (a) Jene, in denen die Funktion des verbalen Kerns auch von anderen Wortarten als dem Verb übernommen werden kann und die daher im wahrsten Sinne des Wortes als „verblos“ bezeichnet werden können (vgl. hierzu Melʹčuk 2009, S. 46-48; Tesnière 1959, S. 155f) und (b) jene, in denen das Kopulaverb nur phonologisch nicht realisiert sein muss (=in denen es ellidiert werden kann), dabei aber dennoch von der Syntax impliziert wird (Nordlinger/Sadler 2006).
Weil das Neuhebräische verblose Sätze nur in Fällen bildet, in denen die Kopula im Präsens stehen würde, sonst aber eine flektierte Kopula fordert (vgl. z.B. Falk 2004, ebenso auch schon das QH), zählen Nordlinger/Sadler das Hebräische zur ersten Gruppe. Von einigen Linguisten wird auch das Bibelhebräische derart aufgefasst (gut z.B. Ehlich 2007, S. 69ff.; auch schon BrSynt §30c), aber tatsächlich kann der bibelhebräische verblose Satz in jeder Zeit- und Modalitätssphäre stehen, kann weiterhin die für die nicht-sequentiellen Verbformen typischen Hintergrundsätze bilden (vgl. hierzu schon Carrier 1900, S. 56; Schwally 1914); und selbst das Subjekt, das sonst in der Flektionsendung des Kopulaverbs „enthalten“ wäre, kann zusammen mit der Kopula ellidiert worden sein (s. z.B. oben Gen 10,9; vgl. auch BrSynt §29a). Daher sollte man ihn durchaus zu Gruppe b zählen: verblose Sätze sind aufzufassen als Sätze, in denen die Kopulae היה oder יֵש ausgespart wurden (so z.B. auch Sinclair 1999, S. 60f.). Die Form von היה muss aus dem Kontext erschlossen werden.
- יֵש vs. אַיִן vs. vlS:
- (3) Traditionell grenzt man in der Hebraistik voneinander ab den identifikatorischen und den klassifizierenden Kopulasatz / verblosen Satz. Diese Unterscheidung ist aber problematisch, da sie eine Minderheitenmeinung darstellt (s. z.B. Mikkelsen 2011, S. 1813); Kopulasätze und verblose Sätze werden meist (wesentlich) feiner differenziert (vgl. z.B. Avgustinova/Uszkoreit 2003; Higgins 1979 u.a.). Am sinnvollsten scheint mir die Differenzierung in (a) prädikative, (b) existentielle, (c) lokative und (d) possessive Ks / vlS.
(a) lässt sich noch weiter differenzieren nach der Semantik von Subjekt und prädikativem Komplement: Sind beides individuelle Terme (d.h. Begriffe, die im jeweiligen Kontext nur genau einen Referenten haben können), handelt es sich um (a1) einen identifikatorischen Ks / vlS, ist der eine ein individueller, der andere ein genereller Term (d.h. ein Begriff, der sich auf mehrere Referenten beziehen kann), handelt es sich um (a2) einen askriptiven Ks / vlS; handelt es sich bei beiden um generelle Terme, handelt es sich um einen (a3) klassifizierenden Ks / vlS.
(a2) lässt sich außerdem nach Wortart des prädikativen Komplements weiter differenzieren in (a2α) Präd=Nomen: subsumtiv; (a2β) Präd=Adjektiv: attributiv. All diese Typen finden sich auch im Hebräischen:- (a) prädikativ
- (a1) identifikatorisch:
- (a2) askriptiv
- (a2α) subsumtiv:
- Gen 27,11 עֵשָׂו אָחִי אִישׁ שָׂעִר וְאָנֹכִי אִישׁ חָלָק Mein Bruder Esau Øist ein behaarter Mann, ich dagegen Øbin ein glatter Mann.
- (a2β) attributiv:
- (a2α) subsumtiv:
- (a3) klassfizierend:
- (b) existentiell:
- Ex 13,6 בַיּוֹם הַשְּׁבִיעִי חַג לַיהוָה Am siebten Tag Øsoll sein ein Fest für den Herrn.
- 1Kön 18,41 עֲלֵה אֱכֹל וּשְׁתֵה כִּי-קוֹל הֲמוֹן הַגָּשֶׁם Steh auf, iss und trink - denn Øes wird sein der Lärm von heftigem Regen.
- Gen 2,12 שָׁם הַבְּדֹלַח וְאֶבֶן הַשֹּׁהַם Dort Øgibt es Bdelliumharz und Onyxe.
- (c) lokativ: Ps 11,4 יְהוָה בְּהֵיכַל קָדְשׁוֹ יְהוָה בַּשָּׁמַיִם כִּסְאוֹ JHWH Øist in seinem heiligen Tempel; im Himmel Øist JHWHs Thron [Casus pendens].
- (d) possessiv:
- (a) prädikativ
- (4) Häufig sucht man in der Hebraistik nach formalen Unterscheidungskriterien zwischen den Typen von Kopulasätzen und verblosen Sätzen; z.B. kann es heißen, im identifikatorischen Ks / vlS sei die Wortfolge Subjekt - Prädikat; im klassfizierenden Ks / vlS dagegen Prädikat - Subjekt (z.B. A-C §5.1.1) oder im identifikatorischen Ks / vlS seien beide Glieder definit, im klassifizierenden Ks / vlS dagegen nur das Subjekt (z.B. BHRG §34.3) u.ä.
Auf ein funktionierendes formales Unterscheidungskriterium bin ich bisher noch nicht gestoßen: Die Wortfolge ist bei allen Typen meist (Topik)-(Fokus)-(Präpositionalphrase)-Sub-(präd. Komp.) (vgl. Buth 1999; BrSynt §27; Revell 1989), aber selbst innerhalb der einzelnen Klassen ist sie nicht immer vorhersagbar; vgl. z.B. für die subsumtive Klasse Gen 49,9.13.22.27; für die attributive oben 2Kön 2,19 vs. Ps 25,8; für die lokative Ijob 6,30 vs. Ps 7,4; für den klassifizierenden Spr 11,30 vs. Spr 13,12 usw. Und wegen der semantischen Eigenschaften der Glieder des prädikativen vlS sind zwar tatsächlich in der Regel im identifikatorischen beide Glieder, im askriptiven nur ein Glied und im klassifizierenden keines der Glieder determiniert, aber es gibt dennoch zu viele Ausnahmen, als dass man dies zur Regel erheben könnte.- (4.1) In diesem Zusammenhang sei hingewiesen auf einen Strukturunterschied des Deutschen und des Hebräischen: Auch im Deutschen ist die Wortstellung meist Subjekt - Objekt; im Unterschied zum Hebräischen ist es aber weniger frei in der Voranstellung von Topik, Kontrast, Fokus oder (direktem) Objekt. Das hat Folgen für die Übersetzung: Z.B. kann es in Dtn 21,23 (s.o.) im Hebräischen heißen Ein Fluch Gottes Øist ein Gehängter, aber im Deutschen muss übersetzt werden ein Gehängter ist ein Fluch Gottes. Oder in Ps 25,8 (s.o.) kann es im Hebräischen heißen Gut und aufrecht Øist JHWH., aber im Deutschen muss übersetzt werden JHWH ist gut und aufrecht, usw.
FEHLT NOCH! Infinite Verben[Bearbeiten]
FEHLT NOCH! Infinitiv Construct[Bearbeiten]
FEHLT NOCH! Infinitiv Absolut[Bearbeiten]
FEHLT NOCH! Das Nomen im Hebräischen[Bearbeiten]
FEHLT NOCH! Substantive und Adjektive[Bearbeiten]
- Nominativ
- Genitiv
- Akkusativ
FEHLT NOCH! Artikel[Bearbeiten]
Das Partizip[Bearbeiten]
- (1) Das hebräische Partizip ist ein sogenanntes „Verbaladjektiv“: Es ist ein
durch Wortbildung aus Verben entstandenes Adjektiv〈i〉(grammis 2.0), das als solches eine „Zwitterstellung“ zwischen den Wortklassen innehat: Es wird gebildet wie ein Nomen (und kann also z.B. im Status Constructus und Absolutus stehen, nach Genus und Numerus flektiert werden und die für Nomen typische Suffixe regieren), fungiert als Adjektiv (s.u.) und kann dennoch auch in seiner Partizipialform Regens der Verbkomplemente und -supplemente des entsprechenden Verbs sein (vgl. z.B. GKC §116f). - (2) Beim hebräischen Partizip muss unterschieden werden zwischen (1) Partizip Aktiv und (2) Partizip Passiv:
- (2.1) Das Partizip Aktiv entspricht dem deutschen Partizip I und fungiert als adjektivische Verlaufsform des durch das entsprechende Verb bezeichneten Geschehens/Handlung (s. im Dt.: lieben -> liebend).
- (2.2) Das Partizip Passiv entspricht (1) dem deutschen Partizip II oder (2) dem Gerundiv (auch: „participium necessitatis“):
- (2.2.1) Es bezeichnet also das Resultat des durch das entsprechende Verb bezeichneten Geschehens/Handlung (s. im Dt.: lieben -> geliebt)
- (2.2.2) oder es modifiziert die Verlaufsform als agensorientiert modal (d.h. es „reichert sie an“ um die Modalität des Müssens oder Dürfens) (s. im Dt.: lieben -> zu liebend).
- (3) Wie jedes hebräische Adjektiv kann auch das hebräische Partizip verwendet werden (a) als Substantiv und (b1) als attributives Adjektiv und (b2) als prädikatives Adjektiv.
- (3.1) NB: Zu dieser letzten Verwendungsweise zählt auch jene, die von einigen Hebraisten aufgefasst wird als „verbales Partizip“. Im biblischen Hebräisch wird das Partizip i.d.R. nicht verbal verwendet, sondern nominal: wo ein Partizip scheinbar den Slot eines Verbs zu füllen scheint, handelt es sich im Wirklichkeit um einen verblosen Satz, in dem das Partizip als prädikatives Adjektiv fungiert und der dementsprechend auch die gewöhnliche Semantik eines verblosen Satzes hat (s. dort; vgl. zuletzt wieder Cook 2008).
Allerdings findet im Bereich des Partizips in den semitischen Sprachen ein Sprachwandel statt: Sowohl im Neo-Aramäischen als auch im nachbiblischen Hebräisch übernimmt das Partizip nach und nach die Funktion des Präsens (vgl. z.B. Lipinski §42.18.23; Egger 2010), und Spuren dieses sprachgeschichtlichen Wandels scheinen in Einzelfällen auch schon in den späteren Texten der Bibel merklich zu sein.
- (3.1) NB: Zu dieser letzten Verwendungsweise zählt auch jene, die von einigen Hebraisten aufgefasst wird als „verbales Partizip“. Im biblischen Hebräisch wird das Partizip i.d.R. nicht verbal verwendet, sondern nominal: wo ein Partizip scheinbar den Slot eines Verbs zu füllen scheint, handelt es sich im Wirklichkeit um einen verblosen Satz, in dem das Partizip als prädikatives Adjektiv fungiert und der dementsprechend auch die gewöhnliche Semantik eines verblosen Satzes hat (s. dort; vgl. zuletzt wieder Cook 2008).
- (4) Negiert wird das Partizip stets durch אֵין.
FEHLT NOCH! Attribuierung[Bearbeiten]
FEHLT NOCH! Apposition[Bearbeiten]
FEHLT NOCH! Supplemente im Hebräischen[Bearbeiten]
FEHLT NOCH! Satzsupplemente[Bearbeiten]
FEHLT NOCH! Verbgruppenadverbiale[Bearbeiten]
FEHLT NOCH! Nebensätze im Hebräischen[Bearbeiten]
Anhänge[Bearbeiten]
Beispiele Modalität[Bearbeiten]
deontische Modalität
- Kohortativ
- Yiq: Gen 1,26 נַעֲשֶׂה אָדָם בְּצַלְמֵנוּ כִּדְמוּתֵנוּ Lasst uns machen den Menschen als uns ähnliches Bildnis!
- Weq: 1Sam 14,8 הִנֵּה אֲנַחְנוּ עֹבְרִים אֶל-הָאֲנָשִׁים וְנִגְלִינוּ אֲלֵיהֶם Wir gehen auf diese Männer zu; lass uns uns offenbaren ihnen!
- Koh: Hld 7,12 לְכָה דוֹדִי נֵצֵא הַשָּׂדֶה נָלִינָה בַּכְּפָרִים Komm, mein Geliebter, lass uns gehen (Yiq) aufs Land; lass uns wohnen im Dorf!
- Imperativ
- Yiq: 1Sam 2,16 לו (לֹא) כִּי עַתָּה תִתֵּן Nein! Gib sofort!
- Weq: Gen 6,14 עֲשֵׂה לְךָ תֵּבַת עֲצֵי-גֹפֶר קִנִּים תַּעֲשֶׂה אֶת-הַתֵּבָה וְכָפַרְתָּ אֹתָהּ מִבַּיִת וּמִחוּץ בַּכֹּפֶר Mach (Imp) dir einen Kasten
- aus Fichtenholz! Räume mache (Yiq) im Kasten! Verpiche ihn außen und innen mit Erdpech!
- Imp: Gen 1,22 פְּרוּ וּרְבוּ Seid fruchtbar und vermehrt euch!
- Jus: 1Sam 10,8 שִׁבְעַת יָמִים תּוֹחֵל Warte sieben Tage!
- Kommissiv
- Yiq: Gen 12,2 וְאֶעֶשְׂךָ לְגוֹי גָּדוֹל וַאֲבָרֶכְךָ וַאֲגַדְּלָה שְׁמֶךָ [Wenn du in das Land ziehst, das ich dir zeigen werde], werde ich dich
- machen zu einem großen Volk und dich segnen und groß machen (Koh) deinen Namen.
- Weq: Jos 2,14 Weq: בְּתֵת-יְהוָה לָנוּ אֶת-הָאָרֶץ וְעָשִׂינוּ עִמָּךְ חֶסֶד וֶאֱמֶת Sobald JHWH uns das Land gegeben haben wird werden wir
- handeln mit dir verlässlich und treu.
- Koh: Ps 54,8 בִּנְדָבָה אֶזְבְּחָה-לָּךְ אוֹדֶה שִּׁמְךָ יְהוָה Freiweillig werde ich dir opfern, ich werde preisen (Yiq) deinen Namen, JHWH.
- Imp: Ps 110,2 Imp: מַטֵּה-עֻזְּךָ יִשְׁלַח יְהוָה מִצִּיּוֹן רְדֵה בְּקֶרֶב אֹיְבֶיךָ Das Szepter deiner Macht wird senden (Yiq) JHWH aus Zion;
- du sollst herrschen inmitten deiner Feinde!
- Jus: 1Sam 7,3 יַצֵּל אֶתְכֶם מִיַּד פְּלִשְׁתִּים Er wird retten euch aus der Hand der Philister.
- Yiq: Gen 12,2 וְאֶעֶשְׂךָ לְגוֹי גָּדוֹל וַאֲבָרֶכְךָ וַאֲגַדְּלָה שְׁמֶךָ [Wenn du in das Land ziehst, das ich dir zeigen werde], werde ich dich
- Permissiv
- Yiq: Gen 3,2 מִפְּרִי עֵץ-הַגָּן נֹאכֵל Die Baumfrüchte des Gartens dürfen wir essen.
- Weq: Dtn 12,15 רַק בְּכָל-אַוַּת נַפְשְׁךָ תִּזְבַּח וְאָכַלְתָּ בָשָׂר Nach Herzenslust darfst du schlachten (Yiq) und Fleisch essen.
- Imp: Gen 14,21 תֶּן-לִי הַנֶּפֶשׁ וְהָרְכֻשׁ קַח-לָךְ Die Menschen musst du mir geben, aber die Sachen darfst du behalten.
- Jus: Ri 7,3 מִי-יָרֵא וְחָרֵד יָשֹׁב וְיִצְפֹּר Wer sich ängstigt und fürchtet darf umkehren und zurückgehen (Yiq)!
- Prohibitiv
- Jussiv
- Yiq: Ex 21,34 בַּעַל הַבּוֹר יְשַׁלֵּם כֶּסֶף יָשִׁיב לִבְעָלָיו Der Besitzer des Brunnens soll zahlen, Geld soll geben der Eigner!
- Weq: 1Kön 1,34 וּמָשַׁח אֹתוֹ שָׁם צָדוֹק הַכֹּהֵן וְנָתָן הַנָּבִיא לְמֶלֶךְ עַל-יִשְׂרָאֵל Dort sollen ihn salben zum König der Priester Sadok und der
- Prophet Nathan!
- Jus: Dtn 20,5 יֵלֵךְ וְיָשֹׁב לְבֵיתוֹ Er soll gehen und zurückkehren zu seinem Haus!
- Optativ
- Yiq: Gen 9,27 יַפְתְּ אֱלֹהִים לְיֶפֶת וְיִשְׁכֹּן בְּאָהֳלֵי-שֵׁם וִיהִי כְנַעַן עֶבֶד לָמוֹ Weiten Raum schaffe (Jus) Gott dem Jafet, er wohne in den Zelten
- Schems und Kanaan sei (Jus) sein Sklave!
- Weq: Gen 3,22 פֶּן-יִשְׁלַח יָדוֹ וְלָקַח גַּם מֵעֵץ הַחַיִּים וְאָכַל וָחַי לְעֹלָם Dass er nur nicht ausstrecke (Yiq) seine Hand und nehme von dem
- Baum des Lebens und esse und ewig lebe!
- Jus: 1Sam 10,24 יְחִי הַמֶּלֶךְ Es lebe der König!
- Yiq: Gen 9,27 יַפְתְּ אֱלֹהִים לְיֶפֶת וְיִשְׁכֹּן בְּאָהֳלֵי-שֵׁם וִיהִי כְנַעַן עֶבֶד לָמוֹ Weiten Raum schaffe (Jus) Gott dem Jafet, er wohne in den Zelten
dynamische Modalität
- Obligativ
- Abilitiv
- Yiq: Jes 47,12 אוּלַי תּוּכְלִי הוֹעִיל אוּלַי תַּעֲרוֹצִי Vielleicht kannst du Nutzen haben, vieleicht kannst du [es] abschrecken.
- Weq: Ri 6,16 כִּי אֶהְיֶה עִמָּךְ וְהִכִּיתָ אֶת-מִדְיָן כְּאִישׁ אֶחָד Weil ich mit sein will, wirst du schlagen können ganz Midian wie einen einzigen Mann.
- Imp: Ex 4,19 לֵךְ שֻׁב מִצְרָיִם כִּי-מֵתוּ כָּל-הָאֲנָשִׁים הַמְבַקְשִׁים אֶת-נַפְשֶׁךָ Auf! Du kannst zurückkehren nach Ägypten, denn es sind gestorben
- alle nach deinem Leben trachtenden Männer!
- Jus: Jer 9,11 מִי-הָאִישׁ הֶחָכָם וְיָבֵן אֶת-זֹאת Welcher Mensch ist so weise, dass er verstehen könnte dies?
teleologische Modalität
- ו Yiq: Gen 1,6 יְהִי רָקִיעַ בְּתוֹךְ הַמָּיִם וִיהִי מַבְדִּיל בֵּין מַיִם לָמָיִם Es sei ein Schalenförmiges inmitten der Wasser, damit es sei scheidend die
- Wasser von den Wassern!
- Weq: 1Sam 15,30 וְשׁוּב עִמִּי וְהִשְׁתַּחֲוֵיתִי לַיהוָה אֱלֹהֶיךָ Kehre mit mir zurück, damit ich anbeten kann deinen Gott JHWH!
- ו Koh: Ex 4,18 אֵלְכָה נָּא וְאָשׁוּבָה אֶל-אַחַי אֲשֶׁר-בְּמִצְרַיִם וְאֶרְאֶה הַעוֹדָם חַיִּים Ich will gehen und zurückkehren zu meinen Brüdern, die in
- Ägypten sind, damit ich sehen kann, ob sie noch lebend sind!
- ו Imp: Gen 12,2 וְאֶעֶשְׂךָ לְגוֹי גָּדוֹל וַאֲבָרֶכְךָ וַאֲגַדְּלָה שְׁמֶךָ וֶהְיֵה בְּרָכָה Ich werde dich machen zu einem großen Volk und dich segnen und
- groß machen deinen Namen, damit du seist ein Segen.
- ו Jus: Ex 8,4 הַעְתִּירוּ אֶל-יְהוָה וְיָסֵר הַצְפַרְדְּעִים מִמֶּנִּי Betet zu JHWH, damit er fortnehme die Frösche von mir!
- ו Yiq: Gen 1,6 יְהִי רָקִיעַ בְּתוֹךְ הַמָּיִם וִיהִי מַבְדִּיל בֵּין מַיִם לָמָיִם Es sei ein Schalenförmiges inmitten der Wasser, damit es sei scheidend die
Tempus
- Futur
- Yiq: Jes 11,7: וּפָרָה וָדֹב תִּרְעֶינָה יַחְדָּו יִרְבְּצוּ יַלְדֵיהֶן וְאַרְיֵה כַּבָּקָר יֹאכַל-תֶּבֶן Kuh und Bär werden Freunde sein, beieinander werden rasten
- ihre Jungen und der Löwe wird essen Stroh gleich dem Rind.
- Weq: Gen 12,12 כִּי-יִרְאוּ אֹתָךְ הַמִּצְרִים וְאָמְרוּ Wenn die Ägypter dich sehen werden (Yiq), werden sie sagen...
- Yiq: Jes 11,7: וּפָרָה וָדֹב תִּרְעֶינָה יַחְדָּו יִרְבְּצוּ יַלְדֵיהֶן וְאַרְיֵה כַּבָּקָר יֹאכַל-תֶּבֶן Kuh und Bär werden Freunde sein, beieinander werden rasten
- habituelle Geschehnisse
- Yiq + Weq: Ex 18,26 וְשָׁפְטוּ אֶת-הָעָם בְּכָל-עֵת אֶת-הַדָּבָר הַקָּשֶׁה יְבִיאוּן אֶל-מֹשֶׁה וְכָל-הַדָּבָר הַקָּטֹן יִשְׁפּוּטוּ הֵם Jederzeit sprachen sie
- Recht (Weq) dem Volk: Während sie schwierigen Fälle vorbrachten (Yiq) dem Mose, richteten sie (Weq) in den leichteren Fällen selbst.
- Yiq + Weq: Ex 18,26 וְשָׁפְטוּ אֶת-הָעָם בְּכָל-עֵת אֶת-הַדָּבָר הַקָּשֶׁה יְבִיאוּן אֶל-מֹשֶׁה וְכָל-הַדָּבָר הַקָּטֹן יִשְׁפּוּטוּ הֵם Jederzeit sprachen sie
| a | Zum Zhg. Modalität - Futur vgl. Palmer 2001, S. 5: „Realis/irrealis systems do not usually occur together with tense systems. In general past and present are marked as realis, future as irrealis.. Vgl. auch Comrie 1985, S. 49. Sogar für uns geläufigere Sprachen wie das Deutsche, Englische und Spanische wird dies diskutiert; vgl. z.B. Lang 2013; Vega 2005.). (Zurück zu ) |
| b | Zum Zhg. Modalität - Habitualität vgl. z.B. Fleischmann 1995, S. 537ff.; Palmer 2001, S. 179; für das Hebräische vgl. bes. Joosten 1992 (Zurück zu ) |
| c | Für weitere Bspp s. z.B. Dav §45.R1 (Zurück zu ) |
| d | z.B. Namia, vgl. Feldpausch 2007, S. 9). (Zurück zu ) |
| e | für Bspp s. z.B. Dav §45 (Zurück zu ) |
| f | HKL III §140 hält es für eine frühere Variante von Wayyiqtol, was zwar eine gute Funktionsbeschreibung, aber keine Erklärung ist. (Zurück zu ) |
| g | „nicht-modal“ ist strenggenommen falsch, da auch der Indikativ zum Modussystem einer Sprache gehört. Der Begriff wurde nur aus taxonomischen Gründen gewählt. (Zurück zu ) |
| h | zu „marker“ vgl. Pollard/Sag 1994, S. 45: [...] A marker is a word that is 'functional' or 'grammatical' as opposed to substantive, in the sense that its semantic content is purely logical in nature (perhaps even vacuous). (Zurück zu ) |
| i | Aus diesem Grund ist das Partizip auch besser (wie hier) nicht bei den infiniten Verbformen, sondern bei den Nomina zu listen: Die Partizipialbildung ist eine sogenannte „Transposition“, ein Wortartwechsel. (Zurück zu ) |