Syntax ungeprüft


Anmerkungen
Studienfassung (Amos 9)
1 Ich sah den Herrn auf dem (am) Altar〈a〉 stehen,
Und er sprach: „Schlage (Ich werde schlagen?; {Er sprach} und er schlug?)〈b〉 auf den Gnadenthron (?, das Kapitell?, den [heiligen] Apfelbaum?)〈c〉 dass die Schwellen〈d〉 (Becken?, Schalen?〈c〉) erschüttert werden
Schneide sie ab (ich werde abschneiden?, so dass endet?)〈e〉 mit Gift – sie alle (auf den Kopf aller; am Kopf=oberen Ende – sie alle; im Beben sie alle)!〈f〉
{Und} Den Rest werde ich mit dem Schwert töten:
Kein Flüchtling von ihnen wird flüchten können (wird flüchten)
Und kein Fliehender von ihnen wird fliehen können (wird fliehen) –
2 Wenn sie sich zum Scheol〈g〉 durchgrüben (durchgraben werden), würde (wird) meine Hand sie von dort holen;
Wenn sie zum Himmel aufstiegen (aufsteigen werden), würde (werde) ich sie von dort hinunterbringen;〈h〉 ℘℘℘℘
3 Wenn sie sich auf dem Gipfel des Karmel verbärgen (verbergen werden), würde (werde) ich sie von dort aufstöbern und sie [herab]holen;
Wenn sie sich versteckten (verstecken werden) vor meinen Augen auf dem Grund des Meeres,
Würde (werde) ich von dort die Schlange entsenden und sie würde (wird) sie beißen –〈i〉
4 Wenn sie in die Gefangenschaft zögen (ziehen werden) vor den Augen ihrer Feinde,
Würde (Werde) ich von dort das Schwert entsenden und es würde (wird) sie töten.
Ich werde mein Auge auf sie richten –
Zum Bösen, nicht zum Guten.“〈j〉
5 Und der Herr, JHWH der Heerscharen (Zebaot), schlägt auf das Land und es schwankt und alle, die auf ihm sitzen, werden jammern, dass es hinaufgeht wie der Fluss und zurückgeht wie der Strom Ägyptens. 6 Er baut im Himmel seine Stufe und sein
Band (Firmament?)〈k〉 auf der Erde gründet er. Er ruft die Wasser des Meeres und er gießt sie aus auf dem Angesicht der Erde, JHWH ist sein Name.
7 Seid ihr nicht wie die Söhne der Kuschiter für mich, ihr Söhne Israels, spricht JHWH. Habe nicht ich Israel herausgefährt aus dem Land Ägypten und die Philister aus Kaftor und die Aramäer aus Kir.
8 Siehe, die Augen des Herrn JHWH sind auf dem sündigen Königreich, und ich vernichte es (rotte es aus) vom Angesicht der Erde. Nur, dass ich nicht völlig (vollständig) vernichte (ausrotte) das Haus Jakobs, spricht JHWH.
9 Denn siehe, ich will befehlen und will schütteln in alle Völker das Haus Israels, wie man schüttelt mit einem Sieb und nicht fällt ein Stein auf die (zur) Erde.
10 Mit dem Schwert werden getötet alle Sünder meines Volkes, die sagen: Du führst nicht herbei und lässt nicht zu uns kommen das Böse (Unheil).
11 An diesem Tag will ich [wieder] aufstellen die Hütte Davids, die umgefallene (verfallene, eingestürzte). Und ich (ver)mauere ihre Risse und ihr Niedergerissenes (Abgebrochenes, ihre Trümmer) stelle ich auf und erbaue sie wieder wie in den Tagen der der Vorzeit.
12 Damit sie in Besitz nehmen das Übrige (den Rest) von Edom und alle (Fremd)völker, über die ausgerufen (genannt) ist mein Namen, spricht der JHWH, der dies tut.
13 Siehe, Tage kommen, spricht JHWH, da nähert sich (tritt heran) der Pflüger dem Schnitter und der Weintraubentreter an den Samensäer〈l〉 und sie werden herabtriefen lassen Most von den Bergen und alle Hügel zwerfließen.
14 Ich wende das Geschick meines Volkes Israel. Sie werden aufbauen ihre verwüsteten Städte und sie bewohnen und sie pflanzen Weinberge und trinken ihren〈m〉 (deren) Wein und sie machen Gärten und essen ihre Früchte.
15 Und ich pflanze sie in auf ihr Land (ihren Erdboden, ihre Erde). Und sie sollen nicht mehr vertrieben (herausgerissen) werden von iherem Land (ihrem Erdboden, ihrer Erde) die ich ihnen gegeben habe, spricht (sagt) JHWH, dein Gott.
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Anmerkungen
| a | Zum Altar vgl. am besten Sweeney: Der Altar im Alten Israel ist kein „sauberer“ Tisch wie im westlichen Kirchen. Hat er das Format des Altars im Jerusalemer Tempel, ist er begehbar; v.a. aber ist er ein Schlachtopfer-Altar und daher in der Regel blutbespritzt und von Eingeweide besudelt. JHWH auf einem israelitischen Altar stehen zu sehen, ist ein drohendes Bild, kein heiliges. B-R übersetzt daher sinnvoll mit „Schlachtstatt“. Übrigens stand in Jerusalem der Altar nicht im Tempel, sondern im Vorhof, und auf tempellosen Kulthöhen stand er natürlich ebenso im Freien. Schon dies ist ein sehr großer Unterschied zwischen diesen Vv. und der Stelle Jes 6,1-4, die gern mit unseren Vv. verglichen wird. Welcher Tempel gemeint ist, wird nicht präzisiert. Die meisten Neueren denken an Bethel. Dennoch denke ich (S.W.), man sollte hier besser an den Jerusalemer Tempel denken (so auch LXX, Tg, Rosenmüller, Keil): Dass JHWH aus einem Tempel seine Stimme erschallen lässt und u.a. gegen den Karmel droht, ist zu nah an Am 1,2, als dass man das für Zufall halten dürfte. (Zurück zu v.1) |
| b | Schlage (ich werde schlagen?; { |
| c | Gnadenthron (?, Kapitell?, [heiliger] Apfelbaum?) - Schwierige und komplexe, aber wichtige Stelle. Versuchsweise halten wir hier nicht kaptor („Apfel?“) des masoretischen Texts für ursprünglich, sondern nur mit Struensee („Schlag den Versöhnungsort“) „Gnadenthron“ nach LXX und Aq (s. unter „Textkritik“). Gemeint ist damit der Deckel der Bundeslade im Jerusalemer Tempel, von dem die alten Israeliten sich erstens vorstellten, dass auf diesem Gott in seinem Heiligtum thronte und dass dies daher der Ort sei, von dem her Gott ihnen Vergebung gewährte, und zweitens, dass dies der „Nabel der Welt“ sei, von dem aus Gott die Erde gegründet hatte und an dem mit einer Art Raumkrümmung Himmel, Erde und Unterwelt sich überlagerten. Zur zweiten Vorstellung s. näher zu V. 6. Andere Deutungen: Fast alle neueren Kommentatoren denken stattdessen, dass hier von einem Tempel in Bethel die Rede sei (paradigmatisch z.B. Öttli 1901, S. 76: „LXX giebt הַכַּפֹּרֶת statt הכפתור, was aber höchstens unter der irrigen Voraussetzung Sin hätte, daß hier vom Tempel in Jerusalem die Rede sei.“), dass in diesem Tempel die Decke von einer Säule gestützt würde, deren Kapitell mit kaptorim („Äpfeln“) verziert war, wie ähnlich die beiden Säulen vor dem Jerusalemer Tempel mit Granatäpfeln verziert war (s. 1 Kön 7,18; 2 Chr 4,13; Jer 52,21), und dass daher mit „Schlag den kaptor“ gesagt sei: „Schlag auf das Kapitell der tragenden Säule des Tempels von Bethel, dass die Schwellen beben (und schneide es danach noch ab, damit es [und, wie in Ri 16,29f., der ganze Tempel] allen = den darin Versammelten auf den Kopf stürzt)“. Aber richtig Jeremias 2013, S. 124: „Zumeist hat man sich diese Verbindung im Gefolge J. Wellhausens mit typisch westlicher Logik [?] dahingehend ausgemalt, dass der zerberstende Tempel mit seiner einstürzenden Decke die zusammengeströmte Menge erschlüge. Dazu aber will schwerlich passen, dass der angebliche Zusammenbruch des Tempels nirgends geschildert, stattdessen aber auffällig das Beben der Türschwellen hervorgehoben wird; dass sich ohnehin nur die Priester im Gebäude befinden müssten, die Menge aber in dessen Vorhöfen, wenn man nach Maßstäben des Jerusalemer Tempels urteilen wollte; vor allem aber, daß im folgenden (V. 1b-4) sehr andersartige Vorstellungen vom Tod der Menschen vorgefunden werden, unter denen die doppelte, das Ganze rahmende Aussage vom Tod durch das Schwert (V. 1a.4a) auffällig hervortritt.“. Wenn man aber richtig nicht mehr an dieses Szenario denkt, gibt es überhaupt kein Indiz mehr für Säulenkapitelle, da von kaptorim auf Säulen nirgends die Rede ist, weil – wenn man nach dem Jerusalemer Tempel geht – nicht nur Säulenkapitelle verziert waren, sondern der ganze Tempel, und ohnehin kaptorim, was immer es bedeutet, sicher nicht allgemein für Verzierungen steht. Eine dritte Deutung findet sich bei Koch 1976b, S. 57: Dieser setzt erstens an der syr. Übersetzung an, die „Apfelbaum“ bedeuten könnte (zu Apfelbäumen im Alten Israel vgl. Walter 2018, S. 63) und die er verallgemeinernd als „Obstbaum“ auffasst, zweitens an dem akk. Wort kaptaru, das er für ein mit kaptor verwandtes Wort hält und als „Baum“ deutet, und drittens daran, dass in Zef 2,14, wo ebenfalls von kaptorim („Äpfel“ / „Apfelbäume“) und einem sap („Türschwelle“) und außerdem noch von „Zedern(holz)“ die Rede ist, und schließt von da aus darauf, „daß sich [in Am 9] neben dem Altar ein natürlicher oder künstlicher Baum befindet[, der mit kaptor bezeichnet wird].“ Warum hier von einem solchen Baum die Rede sein sollte, ließe sich leicht erklären: Denkt man bei dem Altar, auf dem JHWH steht, nicht an den in einem Tempel wie den Jerusalems, sondern den auf einer Kulthöhe wie wohl Bethel und Beerscheba, wäre damit der heilige Baum (die Aschera) gemeint, der auf solchen Kulthöhen regelmäßig neben dem Altar stand (s. bes. Dtn 16,21; Jer 17,2; auch die „Wahrsage-Eiche“ neben den „(Kult-)Höhen“ in Ri 9,37 und die Eiche neben Abrahams Altar in Gen 12,6f.. Sicher gemeint sind solche Bäume auch in Jer 2,20; auch hier neben „Kulthöhe“. Auch in Samaria befand sich übrigens eine solche Aschera, s. 2 Kön 13,6). Wenn das richtig ist, kann man auch bei den sippim sogar noch besser an Becken denken; denn offenbar gab es auf Kulthöhen d.ö. auch Wasserbecken. Vgl. zunächst natürlich Gen 26,25 von Isaaks Quelle in Beerscheba und Ex 40,30 vom Wasserbecken des Stiftszelts; dann auch 1 Sam 7,5f.. Bei Ausgrabungen wurden an mehreren Orten, die möglicherweise als Kultstätten dienten, solche Wasserbecken gefunden; so in Ta´anach, in Tell el-Far´ah und in Ḥorvat Qitmit (s. Fried 2002, S. 453f.458). Das passte auch in Zef 2,14 ganz gut; die Trümmer wären dann „in das Becken“ gestürzt. Im Tempel Jerusalems wurden später beide Kultobjekte variiert zur baumartigen Menora und zum „Bronze-Meer“. Ist das richtig, würde das auch erklären, warum kaptor Singular und sippim Plural ist: In Zef 2,14 ist es umgekehrt. Aber zu kaptaru s. zu Ex 25,31: Die beiden Worte sind kaum verwandt. Und die beiden Indizien, dass erstens kaptor im Heb. und Syr. sehr wahrscheinlich auch den Apfel-Baum bezeichnen kann und dass zweitens in Zef 2,14 auch von Zedern(-Holz) die Rede ist, lassen sich jedenfalls nicht beide gleichzeitig für diese Deutung anführen. Textkritik: Eine sehr schwierige textkritische Stelle. Es gibt mehrere Gruppen von Textzeugen, und bei mehreren ist unsicher, wie sie zu werten sind: (1) MT hat ha-kaptor (hkptwr). Die Bed. dieses Wortes in diesem Kontext ist unklar, s. dazu unten. Eine der Bedd. des Wortes ist aber sehr wahrscheinlich „Apfel“, da in Ex 25,31-36 mehrere alte Versionen kaptor mit „Apfel“ übersetzen; das wird gleich wichtig werden. Wirklich klar gestützt wird MT darin nur von Mur88 (hk[]<tw>[]) und evt. von 4QXIIg, wo die letzten zwei Buchstaben teilweise erhalten sind, die -tr (statt -twr) sein könnten. (2) LXX übersetzt mit „Gnadenthron“ (hilastärion, obwohl dies in manchen Handschriften an das voranstehende thysiastärion („Altar“) zu Beginn des Verses assimiliert wurde), las also nicht hkptr, sondern hkprt für kaporet wie in Ex 25,17 und oft. Zu dieser Gruppe gehört sehr wahrscheinlich auch Aq, dessen Text in zwei unterschiedlichen Varianten bezeugt ist: Als oikodomäma („Gebäude“) in der Syrohexapla, als oikodomäma hilastärion („Gnadenthron-Gebäude“) aber in Cod. 86. Ziegler denkt, dies sei aus LXX hier eingedrungen, aber Cod. 86 gehört zu den LXX-Zeugen, die als Text der LXX nicht hilastärion haben, sondern thysiastärion, s.o – das ist also mindestens unsicher, und besser lässt sich Aq's oikodomäma so erklären, dass auch Aq die Konsonanten vorlagen, die auch LXX vorgelegen hatten, dass auch Aq diese als kaporet gelesen hat, und dies aber wegen den folgenden „Türschwellen“ als Ausdruck für das bet hakkaporet („Gebäude des Gnadenthrons“) aus 1 Chr 28,11 verstanden hat, also das Allerheiligste. (3) Syr und VUL stützen wahrscheinlich MT: Syr übersetzt mit ḥazor („Leuchter“ oder „Apfel(baum)“), hat also entweder kaptor direkt als „Apfel“ übersetzt oder an den Leuchter in Ex 25,31-36 gedacht, der mit kaptorim („Äpfeln?“) verziert war, und deshalb das Wort hier als „Leuchter“ übersetzt. So dann vielleicht auch Tg, dessen Üs. sich nur als „Leuchter“ deuten lässt. Tg ist kein ganz offensichtlicher Zeuge für die MT-Variante, eine bessere Erklärung für die Version von Tg gibt es aber nicht. (4) VUL errät sich das Wort aus dem folgenden „Türschwellen“ als „Türangeln“. Welches heb. Wort er sich derart erraten hat, ist nicht direkt zu erkennen. Dass es nicht das selbe war, das LXX vorlag, legt aber Hieronymus´ Kommentar sehr nahe, und dass es das selbe sein könnte wie von MT, machen die alten jüd. Exegeten wahrscheinlich, da auch die beiden ibn Ezras, Kimchi und Abravanel aus der folgenden „Türschwelle“ die Bed. des ihnen unklaren Wortes als Bestandteile einer Tür erraten haben („Türöffnung“, „Türsturz“ und 2x „Türrahmen“), und diesen lag sicher kaptor vor. Ähnlich raten übrigens auch Raschi, ben Qara und Eliezer von Beaugency auf die Bed. des Wortes: Die ersten beiden denken auf etwas auf „der Spitze des Daches“ und auch Eliezer von Beaugency kommentiert: „alles, was aus dem Gebäude hervorsteht, nennt man kaptor“. Denken sie an den kaleh-oreb, die „Raben-Scheuche“ auf dem Tempeldach? S. m.Mid iv 6. Dann hätten sie Zef 2,14 als bittere Ironie aufgefasst: Die Vögel nisten auf der Rabenscheuche. Ähnlich heute noch Gese 1981, S. 83 ohne Anhänger: „[...] Offensichtlich handelt es sich um die Spitze des Tempels, sozusagen um das Akroterion, den oberen Teil der Tempelfassade.“ Textkritisch relevant ist das aber nicht. (5) Am schwierigsten einzuordnen sind Sym und Theod. Beide haben epi ton kiborion. kiborion bezeichnet den Blütenkelch, die Trinkschale und den Baldachin über einen Altar, die alle wegen der ähnlichen Form als „Schale“ bezeichnet werden. (a) Entweder haben sie wie Syr und Tg an die Menora gedacht, da diese nicht nur mit Äpfeln verziert war, sondern da bei dieser die Aufsätze der Leuchter wie Blütenkelche gestaltet waren, und daher mit kiborion ebenso die Menora gemeint wie Tg und Syr. Wahrscheinlich ist das aber nicht. (b) BHQ verzeichnet sie als Stützen von MT, aber das ist in dieser Kürze sicher nicht richtig. Offenbar hat der BHQ-Herausgeber Gelston mit z.B. Rudolph und Koch angenommen, dass erstens Säulenkapitelle mit kaptorim verziert waren (das könnte sein: Nach 1 Kön 7,18; 2 Chr 4,13; Jer 52,21 waren sie mit „Granatäpfeln“ verziert und JosAnt III 144-146 übersetzt auch die kaptorim auf der Menora nicht mit „Äpfel“, sondern mit „Granatäpfel“), dass zweitens Säulen blütenkelchförmige Kapitelle gehabt hätten (das ist richtig, s. 1 Kön 7,22 und s. zu Hld 2,1) und dass drittens Sym und Theod daher kaptor als synekdochischen Ausdruck für Säulenkapitelle interpretiert und deshalb mit dem Ausdruck kiborion („Schale, Blütenkelch“) anzeigen wollten, dass ein solches Säulenkapitell gemeint sei. Aber das ist doch extrem hypothetisch; falls sich andere Erklärungen für die Üs. von Sym und Theod finden lassen, sind sicher diese vorzuziehen. Und die lassen sich finden: (c) Rießler, Sellin 1922 und Nowack wollen kprt, die Vorlage der LXX, nicht als kaporet („Gnadenthron“) vokalisieren, sondern als keporot („Schalen“). Gemeint sein sollen damit die Opferschalen, die auf dem Altar stehen (pace Budde stehen diese wirklich manchmal auf dem Altar, z.B. bei der Wasser- und Weinlibation beim Erntefest). Diese keporot hätten sie dann beide aus irgendeinem Grund singularisch übersetzt. Warum sie mit Singular übersetzt haben sollten, wäre aber schwer erklärlich, und zusätzlich wird diese Auffassung dadurch erschwert, dass kepor („Schale“) nur als Mask. belegt ist, nicht als Fem., so dass der erwartbare Plural keporim statt keporot wäre. Es gibt zwar im Heb. nicht wenige Wörter, die sowohl Mask. als auch Fem. sein können; dafür, dass kepor dazu gehört, fehlt aber jedes Indiz. Dennoch ist diese Annahme immerhin noch weniger hypothetisch als (a) und (b). (d) Am wahrscheinlichsten aber ist, dass Sym und Theod eine dritte Vorlage bezeugen, nämlich nicht kpt(w)r oder kprt, sondern kp(w)r für das singularische kepor („Schale“). Zfsg. Textkritik: Sicher haben wir daher die beiden Textvarianten kpt(w)r („Apfel?“: MT, Mur88, wahrscheinlich Syr + Tg, vermutlich VUL und evt. 4QXIIg) und kp(w)rt (LXX, wahrscheinlich Aq), und Sym und Theod stützen entweder LXX oder bezeugen eine dritte Variante kp(w)r. Wägt man diese zwei / drei Varianten ab, ist das fast ausschließlich für ursprünglich gehaltene kpt(w)r am unwahrscheinlichsten der ursprüngliche Text. Am einfachsten lässt sich nämlich eine Verschreibung von kp(w)rt oder kp(w)r zu kpt(w)r erklären – dies wäre nämlich geschehen erstens unter Einfluss von V. 7, wo kptwr als Ortsname verwendet wird, und zweitens unter Einfluss von Zef 2,14, wo kaptorim neben dem sap („Türschwelle“) genannt werden. Auch eine Verschreibung von kpt(w)r und kp(w)r zu kprt allerdings ließe sich erklären: Die Rede vom „Altar“ hätte den Schreiber an den Tempel denken lassen und mit diesem Bild im Kopf hätte er dann das Wort als kprt verlesen, da der kaporet sich ebenfalls im Tempel befindet. Diese Frage ist schwierig; mir (S.W.) scheint aber, dass die Text-Bezüge, die zum Verschreiben von kprt zu kptr verführen hätten können, sicher stärker sind als die, die zum Verschreiben von kptr zu kprt verführen hätten können. Leichter ist immerhin die Frage kp(w)r vs. kp(w)rt: Wägt man diese beiden gegeneinander ab, ist klar kp(w)rt die ursprünglichere Variante, da ein Wort mit t die Verschreibung zu kpt(w)r besser erklärt als eins ohne, und da jedenfalls sehr unwahrscheinlich ist, dass aus einem ursprünglichen kpwr zwei weitere Textvarianten entstanden sein sollten, die beide unabhängig voneinander an unterschiedlichen Stellen im Wort ein t lasen. Das stärkste Argument für die Ursprünglichkeit von kprt statt kptr ist aber nicht diese doch schwierige und hypothetische Rekonstruktion der Geschichte der unterschiedlichen Varianten, sondern v.a. die Tatsache, dass ein Text mit ursprünglichem kprt wesentlich runder und stärker wäre als einer mit ursprünglichem kptr; s. o. und zu V. 6. (zu v.1) |
| d | Schwellen - Meist bestehen Türschwellen in der alten Levante aus nur einem massiven Steinblock, der in die Erde eingelassen wird, aber noch deutlich über das Boden-Niveau hinausragt (u.a. wohl, um so zu verhindert, dass Laub etc. in ein Gebäude geweht wird, da tagsüber Türen im Alten Israel häufig durchgehend offen standen). Die Türschwellen sind daher der stabilste Punkt eines Gebäudes überhaupt. Als Schwellenort, der Außen mit Innen verband, waren sie außerdem bedeutsam; in Mesopotamien etwa wurden daher darunter häufiger Figürchen vergraben, denen man sehr wahrscheinlich schützende Wirkung zuschrieb (zu diesem und weiteren „Schwellen-Phänomenen“ vgl. anfanghaft z.B. Schwelle (RdA)). Nicht von ungefähr lässt sich Gott daher auch nicht im Stiftszelt, sondern im Eingang desselben nieder (s. Ex 29,42; Num 16,19; 20,6; dazu gut z.B. Tür / Türpfosten (AT) (WiBiLex)). Dieser Ort der Verbindung von Welt und heiligem Bereich soll nun also erschüttert werden. (Zurück zu v.1) |
| e | Abschneiden - semitisches Idiom für „Töten“ i.A. (s. zu Ijob 4,21); gut daher ZÜR: „Schneide ihnen allen den Lebensfaden ab!“. „Zertrümmern“ (so viele Üss., die wieder an die Säulenkapitelle denken) heißt das Wort nicht. tFN: Die Form ist abnorm: beṣa`am. Am nähsten ist der Imperativ, der aber beṣa`em lautete (wie Num 11,28: kela`em). Überraschend selten wird die Vokalisierung hiernach korrigiert (z.B. von Weiser, Amsler, Horst 1960, S. 196). HKL I S. 296f.; GKC §61g; BL §51a' versuchen jeweils unterschiedliche Erklärungen, die am Phänomen der Nesiga ansetzen: Bei Imp wäre erwartbar *beṣa`ém beró`š. Wenn wie hier zwei benachbarte Vollsilben (-`ém + ro`š) betont würden, geschieht es bisweilen, dass beim voranstehenden Wort die Betonung von der letzten auf die vorletzte Silbe rückt („Nesiga“). Das ist nach den Akzenten auch geschehen; betont ist nicht *-`em / -`am, sondern -ṣa-. Warum nach einer Enttonung von -`em dieses zu -`am werden sollte, lässt sich damit aber auch nicht erklären; dieser Ansatz ist wenig hilfreich. Hinzu kommt ohnehin die Schwierigkeit, dass bei beṣa`am die Paschta-Phrase endet; in diesem Kontext wäre Nesiga gar nicht zu erwarten. So zwar richtig Margolis 1902-3, aber das ist ja auch nicht hilfreich: Offensichtlich liegt hier Nesiga ja trotzdem vor, warum auch immer. Der alternative Erklärungsansatz von Margolis 1902-3 führt auch nicht weiter; nach diesem Ansatz wäre stattdessen stets -am statt -em zu erwarten und dann stattdessen Num 11,28 unerklärlich. Vielleicht soll nur das Wort mit seinen nun beiden as lautlich an `aḥaritam („ihren Rest“), dem ersten Wort der folgenden Zeile, angenähert werden, so dass außerdem gerade -am („sie (alle)“) und -am („ihren (Rest)“) gleich lautete? Zu ähnlichen Lautspielereien s. zu Am 5,25. Für eine Textverderbnis gibt es keine Indizien in der Textgeschichte. VUL und Syr vokalisieren zwar ubiṣa`am („ihren unredlichen Gewinn“; so auch Koch 1976b, S. 57: „ihr unheilsträchtiger Gewinn [komme] auf das Haupt von ihnen allen“), was aber die selben Konsonanten voraussetzt und auch nicht weiterhilft bei der Frage, warum MT so merkwürdig vokalisiert hat. Verbreitet ist noch die Textkorrektur zu beṣa`am zu `abaṣea´` („ich werde { |
| f | Gift nach Horst 1960, S. 196; Cathcart 1994. S. Vv. 3.4: Dem Gift entspricht die Schlange, dem Schwert das Schwert. Auch von der Satzstruktur her sollte man erwarten, dass ro`š (hier: „Gift“) eine ähnliche syntaktische Funktion hat wie ḥereb („Schwert“): „(A) Schneide sie ab (B) be-ro`š (C) sie alle; (C') Ihren Rest (B') ba-ḥereb (A') werde ich abschlachten.“ Garretts Einwand, mit „Gift“ könne man nicht „abschneiden“, greift nicht; „abschneiden“ ist wie gesagt ein Idiom. Umgekehrt wird man gegen seine Üs. einwenden müssen, dass man Anfang der Eisenzeit selbst mit einem Schwert doch wohl keine steinernen oder metallenen Kapitelle „abschneiden“ konnte. Denn Garrett denkt wie die meisten wieder an Säulenkapitelle, die „am oberen Ende“ abgeschnitten oder „auf den Kopf aller“ hinunter-geschnitten werden sollen, um diese „alle“ zu töten, dazu s. aber o. Textkritik: Die zweite Alternative basiert auf einer weiteren Text-„Korrektur“: „so dass endet alles im Beben“ ändert nicht nur die Vokale von beṣa`am in baṣu`im, sondern außerdem Konsonanten und Vokale von ro`š („Kopf“) in ra´aš („Beben“ so z.B. BHK, BHS, Rudolph, Soggin, Jeremias; Fohrer 1974, S. 49). Eine Verschreibung von ` zu ´ kann aber erst nach der Abfassungszeit der LXX geschehen sein, da beide Gutturale vorher in der Aussprache noch deutlich unterschieden wurden; LXX stützt aber MT. (Zurück zu v.1) |
| g | Scheol - Das israelitische Pendant der Unterwelt / des Totenreichs. Zur Abfassungszeit des Amosbuches war diese Aussage noch nicht selbstverständlich; die Vorstellung, dass Gott auch Kompetenzen in Sachen Unterwelt hatte, begann sich erst im 8. Jhd. zu entwickeln; s. näher Jenseitsvorstellungen (AT) (WiBiLex). (Zurück zu v.2) |
| h | Spannende Zeile: Offenbar ist die Vorstellung vorausgesetzt, dass Gott zwar sehr wohl im Himmel agieren kann, dass er aber primär auf Erden wohnt, so dass ein Fluchtversuch in den Himmel nicht ganz sinnlos wäre. Auch das passt zeitlich; von JHWH als Himmelsgott ist in Texten vor dem 8. Jhd. noch kaum / noch gar nicht (?) die Rede. (Zurück zu v.2) |
| i | Dreizeiler statt den vorangehenden Zweizeilern, um Spannung aufzubauen: Nun kommt das Entscheidende. (Zurück zu v.3) |
| j | nicht zum Guten - was man nach „ich werde meine Augen auf sie richten“ eigentlich erwarten würde, s. Gen 44,21; Jer 24,6; 39,12. Etwas verblüffende Doppelzeile, und kurioserweise fast nie kommentiert: Nach der Ankündigung des Todes scheint die Droh-Kette nicht mehr steigerbar, und in der Tat wirkt „ich werde mein Auge zum Bösen auf sie richten“ nach 4b antiklimaktisch. Hitzig denkt, dieser Satz solle „die bisherigen Einzelangaben V. 2-4 ab[runden]“ (S. 148); ähnlich übersetzt Rudolph mit „Kurz: Ich werde mein Auge...“. Aber falls ein derart „epexegetische Weqatal“ wirklich existiert, kommt es nur vor in vergangenheitlichen Kontexten, nicht wie hier in Drohansagen (s. IBHS §32.1e). Offenbar soll also wirklich dies die schlimmste Drohung sein: Nicht, dass sie getötet werden werden, sondern, dass sie bei Gott in Ungnade gefallen sind. (Zurück zu v.4) |
| k | Band (Firmament?) - schwieriges Wort. Heb. `agudah, von `agad („binden“), sonst für ein fesselndes „Band“ (Jes 58,6); ein „Bündel“ Ysop (Ex 12,22) oder einen militärischen „Verbund“ von Männern (2 Sam 2,25). Schon für die Alten war es schwierig. Tg nimmt es in der letztgenannten Bed. („Versammlung“), was hier sehr fern liegt. Aq und VUL übersetzen streng wörtlich „Bündel(chen)“; wohl, weil ihnen der Sinn des Wortes in diesem Kontext unklar war. LXX und Syr irren sich auch noch im Wort („sein Versprechen“, nicht von `agad, sondern von nagad). Die meisten Exegeten schließen aus dem Kontext – nämlich aus der Tatsache, dass das Wort parallel mit den „Stufen im Himmel“ ist und die `agudah „gegründet“ wird – darauf, dass das Wort hier für das „Firmament“ steht, das nach dem Weltbild z.B. von Gen 1,6-8 die Wasser oberhalb der Erde davon zurückhält, diese zu überfluten (wohl daher Mays und Stuart: „reservoir“, also „Wasser-Speicher“). Wie aber dieses Firmament mit dem heb. Wort `agudah zusammenhängen soll, wäre dann unklar. Besser daher Koch 1974, S. 526f.; Hartenstein 2001, S. 161-164; Messner / Lang 2001; Kessler: In sumerischen und akkadischen Texten ist oft die Rede von einem „Band der Länder“ / „Band der Erde“ / „Band von Himmel und Erde“ / „Band des Himmels“ (vgl. dazu bes. Burrows 1935; z.B. auch Röllig 1975; Janowski 2001; mehrere Textstellen zusammengetragen hat z.B. auch Bodi 1991, S. 226-229). Bezeichnet werden damit Hauptstädte (z.B. Babylon: „Band des Himmels, Band der Länder“, Aschmol 1924-849 apud Bodi 1991, S. 228), Tempel (z.B. der in Lagasch, der in Larsa und der in Nippur, jeweils: „Band des Himmels und der Erde“) und Götter (Enlil, Ninib und wohl auch Utu, die es insofern sind, als sie dieses „Band von Himmel und Erde“ in ihren Händen halten und bewahren). Die Vorstellung dahinter ist jeweils die, dass ein(e Stadt mit ihrem) hoch aufragenden Tempel axis mundi ist, „Weltenachse“, also gleichzeitig der höchste Punkt der Welt und Mittelpunkt der Welt, so dass er in den Himmel hineinragt und derart beide Ebenen, die sich an dieser Achse überlagern, „stabilisiert“, und dass die Völker in allen umliegenden Gegenden um ihn versammelt und auf ihn bezogen sind. In der Bibel findet sich diese Idee deutlich nur noch an zwei anderen Stellen: (1) In Gen 11, wo die Menschen in V. 4 „eine Stadt und einen Turm mit der Spitze bis in den Himmel [=> Band von Himmel und Erde] bauen wollen, damit sie nicht zerstreut werden über die ganze Erde [=> Band der Länder].“ Und (2) in Gen 28, wo die „Jakobsleiter“ in Bethel sicher eine Fehlübersetzung ist: Fast sicher ist der sullam in Gen 28,11-13, auf dem Engel in den Himmel hinauf- und zur Erde hinuntersteigen und auf dessen oberem Ende Gott steht, keine „Leiter“, sondern eine „Treppe“ – nach diesem Text ist also Bethel axis mundi also der Ort, der Himmel und Erde verbindet. Ähnlich deutlich dann offenbar erst wieder in Bahir, ed. Margaliot 102: „Es gibt eine einzige Säule, die von der Erde in den Himmel reicht; ihr Name ist zaddiq. Sie ist benannt nach den zaddiqim [=nach den Gerechten]. ... Sie trägt die ganze Welt, wie es heißt: ‚Zaddiq‘ ist das Fundament der Welt (Spr 10,25).“ (apud Green 1977, S. 333). Klar verwandt ist aber die biblische, rabbinische und muslimische Vorstellung der beiden irdischen Wohnstätten Gottes – Bethel oder Jerusalem – als umbilicus mundi, als „Nabel der Welt“. Zu Bethel vgl. die rabbinischen Erzählungen, nach denen Jakobs Mazzebe in Bethel aus Gen 28,22 dieser „Nabel“ ist (PRE 35, Midrasch Tehillim 91,5, bes. Jalkut Genesis 120: „Jakob nahm [nach seinem Traum von der Himmelsleiter] den Stein, den er als Kopfunterlage genommen hatte. Was tat Gott? Mit seinem rechten Fuße versenkte er den Stein in die Tiefe des Tehom und machte ihn zur Stütze der Welt, wie wenn man eine Stütze zu einem Bogengewölbe machen würde; deshalb wird er šetijjah [=Grund(-Stein), Fundament(-Stein)] genannt. Dort ist der Nabel der Welt und von dort aus wurde die ganze Erde ausgebreitet und auf ihm wurde der Tempel gegründet.“ (Üs. nach Feuchtwang 1911, S. 32)); zu Jerusalem oder genauer dem Stein, auf dem im Jerusalemer Tempel die Bundeslade geruht hatte und der nach mehreren Überlieferungen identisch ist mit Jakobs `eben šetijjah, bereits Ez 38,12; z.B. auch b.Jom 54b; Midrasch Tanchuma Buber, Kedoshim 10; weitere Stellen bei Vilnay 1973, S. 5-16. Zu Gottes „Gründung“ von Jerusalem s. Ps 78,69; 87,1f.; Jes 14,32; 28,16. Ist wirklich an diese Vorstellung gedacht, ist nicht unbedeutend, dass der Tempel in Sippar nicht „Band von Himmel und Erde“ hieß, sondern „Stufenhaus des lauteren Himmels“, wie ähnlich der in Kazallu „Haus, das Leiter hinauf zum Berg ist“ hieß und wie ja auch im Falle von „Jakobs Himmelstreppe“ dieses „Band von Himmel und Erde“ die Form einer Treppe hatte – die „Treppe im Himmel“ und das „Band auf der Erde“ werden danach nämlich das selbe meinen. Das ist nun wiederum wichtig für das Verständnis von V. 1: Gerade das Fundament dieses „Bands von Himmel und Erde“ ist es ja, das der Angesprochene in V. 1 nach der Anweisung Gottes schlagen soll. Ähnlich ja der Effekt: Die Schwellen zum Heiligtum sollen beben. Dass der „Schöpfer des Bands des Himmels, der seine Treppe auf der Erde gründet“, dem Angesprochenen befiehlt, dass „der Gnadenthron geschlagen werden“ soll, „so dass die Schwellen beben“, passt also sehr gut zusammen: Die Verbindung von Himmel und Erde, die Gott geschaffen hat, soll erschüttert werden – JHWH kappt die Verbindung zu seinem auserwählten Volk. V. 1 hängt dann auch locker zusammen mit V. 2: Nach diesem Schlag wäre es gerade nicht mehr möglich, in den Himmel und in die Unterwelt zu flüchten. Ähnlich verwandt ist auch die Vorstellung vom „Weltenbaum“, einer alten mythischen Vorstellung, die der alte Orient z.B. selbst mit den noridschen Völkern gemein hatte (s. Yggdrasil (Wikipedia) zu den nordischen Vorstellungen, Weltenbaum (WiBiLex) zu den altorientalischen) und die daher offenbar zu den Ur-Mythen gehört. Nach dieser Vorstellung hat das „Band von Himmel und Erde“ die Form eines Baumes, dessen Wurzeln bis zur Unterwelt reichen und dessen Wipfel in den Himmel ragt. Vgl. in der Bibel am deutlichsten Ez 31,2-9; Dan 4,7f.. Diesen Weltenbaum versinnbildlichen auch die beiden Säulen vor dem Jerusalemer Tempel mit den Granatäpfeln an ihren Kapitellen und die Menora mit ihren Apfel- und Blütenverzierungen; auch dann, wenn in V. 1 nicht kaporet („Gnadenthron“), sondern kaptor („Apfel“ synekdochisch für „Säulenkapitell“ oder die „Menora“) zu lesen wäre, würde wahrscheinlich auch damit auf die selbe Vorstellung angespielt. (Zurück zu v.6) |
| l | wörtl. der Treter der Weintrauben an den Sähenden des Samens (Zurück zu v.13) |
| m | hier ist eindeutig der Wein der Weinberge gemeint (Zurück zu v.14) |