Ijob 7: Unterschied zwischen den Versionen

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{{S|5}} Bekleidet ist mein Leib<ref>''Bekleidet ist mein Leib'' - Vielleicht ein Klangspiel: ''la'''basch beß'''ari''. Zumindest in manchen Dialekten klangen ''sch'' und ''ß'' fast gleich.</ref>[mit] Gewürm und Erdklumpen,
 
{{S|5}} Bekleidet ist mein Leib<ref>''Bekleidet ist mein Leib'' - Vielleicht ein Klangspiel: ''la'''basch beß'''ari''. Zumindest in manchen Dialekten klangen ''sch'' und ''ß'' fast gleich.</ref>[mit] Gewürm und Erdklumpen,
 
_Meine Haut wimmelt (verharrscht? spaltet sich?) und löst sich auf (eitert?).<ref>''wimmelt'' aufgrund der Würmer und ''löst sich auf'', weil sie verwest wie in [[Ijob 13#s28 |Ijob 13,28]]; [[Ijob 30#s30 |30,30]] (s. auch [[Ijob 19#s26 |19,26]]): Ijob ist ein wandelnder Leichnam (so wohl richtig Greenstein 2018, S. 43f.). Beide Wörter sind aber umstritten:<br />Von ''raga`'' („wimmeln“) gibt es zwei homonyme Wurzeln: ''raga`'' I „rasten, ruhig sein, Ruhe haben“ (z.B. in [[Deuteronomium 28#s65 |Dtn 28,65]]; [[Jesaja 34#s14 |Jes 34,14]]) und ''raga`'' II „sich bewegen“, sonst noch verwendet für das Meer, das Gott „aufwühlt, sich bewegen lässt“ ([[Ijob 26#s12 |Ijob 26,12]]; [[Jesaja 51#s15 |Jes 51,15]]; [[Jeremia 31#s35 |Jer 31,35]]), für Kleinvieh, das Gott „fortlaufen lässt“ ([[Jeremia 49#s19 |Jer 49,19]]; [[Jeremia 50#s44 |50,44]]) und in den Talmudim für „krabbelnde“ Säuglinge (j.Kid iv 65; j.B.B. iii 13). Die meisten Üss. leiten das Wort allerdings ab von ''raga´'' I, was dann bed. soll „Meine Haut wird ruhig = hört auf zu fließen = hört auf zu bluten = verharrscht, verkrustet“ (z.B. Kaiser 2006, LUT 17, NeÜ, SLT 2000, TUR, van Ess, ZÜR; ähnlich TAF: „sie vernarbt“). Syr übersetzt mit ''qefad'' („vor Furcht schrumpfen, eine Gänsehaut bekommen“), VUL das zweite (!) Verb mit ''contractus est'' („sie hat sich zusammengezogen“), woraus offenbar andere dt. Üss. das merkwürdige „meine Haut schrumpft“ ableiten (EÜ, MEN, PAT, SLT 51; vgl. ELB; Junker 1959, S. 332: „meine Haut zieht sich zusammen“), wenn der Üs. nicht das veraltete „verschrumpfen“ = „vernarben“ zugrunde liegt. In der jüd. Trad. wird das Substantiv ''rage`a'' („Ruheort“) in [[Psalm 35#s20 |Ps 35,20]] aufgefasst als „Spalten [der Erde]“ und hieraus für ''raga`'' die Bed. „etw. spalten“ abgeleitet (so z.B. Ibn Ezra, Berachja, auch Dhorme<!-- 1986, S. 100-->; Jastrow<!--1920, S. 221--> u.a.): „Meine Haut bricht auf.“<br />''ma´as'', sonst oft „verachten, verschmähen“ und daher auf den ersten Blick hier „wird verachtet, ist verachtenswert“, ist hier eher eine NF von ''masas'' oder das Wort ist statt als ''wajjimma´es'' als ''wajjimma´s'' mit ''´'' als Vokalbuchstabe zu vokalisieren und dann ebenfalls abzuleiten von ''masas'' (meist „schmelzen“ wie in [[Psalm 97#s5 |Ps 97,5]]; [[Micha 1#s4 |Mi 1,4]]; auch metaph. vom ängstlichen Herz, z.B. [[Psalm 22#s15 |Ps 22,15]]; [[Jesaja 13#s7 |Jes 13,7]]; gelegentlich auch allgemeiner „vergehen“ wie vom „verbrennenden“ Seil in [[Richter 15#s14 |Ri 15,14]], vom „vergehenden“=schwächlichen Vieh in [[1Samuel 15#s9 |1 Sam 15,9]], vom „dahinsiechenden“ Kranken in [[Jesaja 10#s18 |Jes 10,18]]; auch [[Psalm 112#s10 |Ps 112,10]] (|| ''´abad'', „vergehen, verderben“)), daher die meisten Üss. „meine Haut fließt = nässt = eitert“. Verwendet wird die NF aufgrund eines Wortspiels mit V. 6: Das Wort für „schnell sein“ heißt auch „unbedeutend sein, verachtenswert sein“, was auch ''wajimma´es'' auf den ersten Blick zu bedeuten scheint.</ref>
 
_Meine Haut wimmelt (verharrscht? spaltet sich?) und löst sich auf (eitert?).<ref>''wimmelt'' aufgrund der Würmer und ''löst sich auf'', weil sie verwest wie in [[Ijob 13#s28 |Ijob 13,28]]; [[Ijob 30#s30 |30,30]] (s. auch [[Ijob 19#s26 |19,26]]): Ijob ist ein wandelnder Leichnam (so wohl richtig Greenstein 2018, S. 43f.). Beide Wörter sind aber umstritten:<br />Von ''raga`'' („wimmeln“) gibt es zwei homonyme Wurzeln: ''raga`'' I „rasten, ruhig sein, Ruhe haben“ (z.B. in [[Deuteronomium 28#s65 |Dtn 28,65]]; [[Jesaja 34#s14 |Jes 34,14]]) und ''raga`'' II „sich bewegen“, sonst noch verwendet für das Meer, das Gott „aufwühlt, sich bewegen lässt“ ([[Ijob 26#s12 |Ijob 26,12]]; [[Jesaja 51#s15 |Jes 51,15]]; [[Jeremia 31#s35 |Jer 31,35]]), für Kleinvieh, das Gott „fortlaufen lässt“ ([[Jeremia 49#s19 |Jer 49,19]]; [[Jeremia 50#s44 |50,44]]) und in den Talmudim für „krabbelnde“ Säuglinge (j.Kid iv 65; j.B.B. iii 13). Die meisten Üss. leiten das Wort allerdings ab von ''raga´'' I, was dann bed. soll „Meine Haut wird ruhig = hört auf zu fließen = hört auf zu bluten = verharrscht, verkrustet“ (z.B. Kaiser 2006, LUT 17, NeÜ, SLT 2000, TUR, van Ess, ZÜR; ähnlich TAF: „sie vernarbt“). Syr übersetzt mit ''qefad'' („vor Furcht schrumpfen, eine Gänsehaut bekommen“), VUL das zweite (!) Verb mit ''contractus est'' („sie hat sich zusammengezogen“), woraus offenbar andere dt. Üss. das merkwürdige „meine Haut schrumpft“ ableiten (EÜ, MEN, PAT, SLT 51; vgl. ELB; Junker 1959, S. 332: „meine Haut zieht sich zusammen“), wenn der Üs. nicht das veraltete „verschrumpfen“ = „vernarben“ zugrunde liegt. In der jüd. Trad. wird das Substantiv ''rage`a'' („Ruheort“) in [[Psalm 35#s20 |Ps 35,20]] aufgefasst als „Spalten [der Erde]“ und hieraus für ''raga`'' die Bed. „etw. spalten“ abgeleitet (so z.B. Ibn Ezra, Berachja, auch Dhorme<!-- 1986, S. 100-->; Jastrow<!--1920, S. 221--> u.a.): „Meine Haut bricht auf.“<br />''ma´as'', sonst oft „verachten, verschmähen“ und daher auf den ersten Blick hier „wird verachtet, ist verachtenswert“, ist hier eher eine NF von ''masas'' oder das Wort ist statt als ''wajjimma´es'' als ''wajjimma´s'' mit ''´'' als Vokalbuchstabe zu vokalisieren und dann ebenfalls abzuleiten von ''masas'' (meist „schmelzen“ wie in [[Psalm 97#s5 |Ps 97,5]]; [[Micha 1#s4 |Mi 1,4]]; auch metaph. vom ängstlichen Herz, z.B. [[Psalm 22#s15 |Ps 22,15]]; [[Jesaja 13#s7 |Jes 13,7]]; gelegentlich auch allgemeiner „vergehen“ wie vom „verbrennenden“ Seil in [[Richter 15#s14 |Ri 15,14]], vom „vergehenden“=schwächlichen Vieh in [[1Samuel 15#s9 |1 Sam 15,9]], vom „dahinsiechenden“ Kranken in [[Jesaja 10#s18 |Jes 10,18]]; auch [[Psalm 112#s10 |Ps 112,10]] (|| ''´abad'', „vergehen, verderben“)), daher die meisten Üss. „meine Haut fließt = nässt = eitert“. Verwendet wird die NF aufgrund eines Wortspiels mit V. 6: Das Wort für „schnell sein“ heißt auch „unbedeutend sein, verachtenswert sein“, was auch ''wajimma´es'' auf den ersten Blick zu bedeuten scheint.</ref>
{{S|6}} Meine Tage sind schneller als (unbedeutender als, unbedeutend wie) ein Weberschiffchen (Gewebe),<ref>''Weberschiffchen (Gewebe)'' - Trad. „Weberschiffchen“. Sehr gut zu rechtfertigen ist das allerdings nicht: LXX hat „ist unbedeutender als Geschwätz“, aber VUL übersetzt mit „Netz“, Aq, Sym und Theod mit „Gewebe“; Syr hält es für die Längsfaden im Webstuhl; auch Raschi erklärt: „Wie ein Gewebe, das schnell fertiggestellt wird“. Sonst steht das Wort nur noch in [[Richter 16#s14 |Ri 16,14]] und meint dort den „Web''stuhl''. Für die Deutung „Weberschiffchen“ gibt es sonst keine Belege. Auch 6b passt nicht sehr gut zu dieser Deutung: 6b ist ein Wortspiel; das heb. Wort für „Hoffnung“ heißt auch „Faden“. Ist der Faden zu Ende, endet aber nicht das Weberschiffchen, sondern das Gewebe, das dann aus dem Webstuhl geschnitten wird wie in [[Jesaja 38#s12 |Jes 38,12]]. Als „Weber''schiffchen''“ erklären aber z.B. auch die Berachja und Kimchi und eine andere Üs. als diese erwägt einzig Szpek 1994, ohne dass sich dem jemand angeschlossen hätte.</ref>
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{{S|6}} Meine Tage sind schneller als (unbedeutender als, unbedeutend wie)<ref>Klangspiel: „sind schneller als ... sie enden“: ''qallu ... (wajji)klu''.</ref> ein Weberschiffchen (Kettfäden),<ref>''Weberschiffchen (Kettfäden)'' - Trad. „Weberschiffchen“; so ganz einheitlich übersetzt wegen der sehr nahen Parallele [[Ijob 9#s25 |Ijob 9,25]].<br />Sehr gut zu rechtfertigen ist das allerdings nicht: Das Wort steht nur noch in [[Richter 16#s14 |Ri 16,14]] und bezeichnet dort deutlich die Kettfäden eines Webrahmens oder den gesamten Webrahmen und wird dort so auch von LXX und VUL gedeutet (Syr und Tg vokalisieren stattdessen als „Weber“). Auch hier deuten so Aq, Sym, Theod (alle ''huphasmatos'' wie LXX in Ri 16,14), VUL und Tg; Syr hat „abgeschnittene Fäden“, LXX merkwürdigerweise „Geschwätz“. Für die Deutung „Weberschiffchen“ gibt es also sonst keine Belege. Auch 6b passt nicht sehr gut zu dieser Deutung: 6b ist ein Wortspiel; das heb. Wort für „Hoffnung“ heißt auch „Faden“. Ist der Faden zu Ende, „endet“ aber nicht das Weberschiffchen, sondern die Kettfäden, die dann aus dem Webstuhl geschnitten werden wie in [[Jesaja 38#s12 |Jes 38,12]]. Als „Weber''schiffchen''“ erklären aber z.B. auch die Berachja und Kimchi und eine andere Üs. als diese erwägt einzig Szpek 1994, ohne dass sich dem jemand angeschlossen hätte. Möglich aber zumindest theoretisch: „Meine Tage sind unbedeutender als Kettfäden: Sie enden ohne Hoffnung/Faden“ = Wie Kettfäden keinen eigenen Wert haben, wenn es keinen Schussfaden gibt, mit dem sie durchwoben werden können, und ohne diesen einfach abgeschnitten werden (s. Syr!), so ist auch mein Leben nicht bedeutender als bloßer Wind.</ref>
 
_Sie enden ohne Hoffnung (Faden).
 
_Sie enden ohne Hoffnung (Faden).
 
{{S|7}} Denke daran: Wie ein Hauch (Wind) [ist] mein Leben:
 
{{S|7}} Denke daran: Wie ein Hauch (Wind) [ist] mein Leben:

Aktuelle Version vom 9. Juni 2019, 20:04 Uhr

SF ungeprüft.png
Status: Ungeprüfte Studienfassung – Eine erste Übersetzung aus dem Urtext ist komplett, aber noch nicht mit den Übersetzungskriterien abgeglichen und nach den Standards der Qualitätssicherung abgesichert worden und sollte weiter verbessert und geprüft werden. Auf der Diskussionsseite ist Platz für Verbesserungsvorschläge, konstruktive Anmerkungen und zum Dokumentieren der Arbeit am Urtext.
Folgt-später.png
Status: Lesefassung folgt später – Bevor eine Lesefassung erstellt werden kann, muss noch an der Studienfassung gearbeitet werden. Siehe Übersetzungskriterien und Qualitätssicherung Wir bitten um Geduld.

Lesefassung (Ijob 7)

(kommt später)

Studienfassung (Ijob 7)

1 Ist nicht Frondienst (Kriegsdienst)a dem Menschen auf Erden [beschieden],
Und [sind nicht] wie die Tage eines Tagelöhnersa seine Tage?
2 Wie ein Knecht lechzt er nach Schatten
Und wie ein Tagelöhner wartet er auf seinen Lohn.
3 (So=) Wie diesen wurden mir zugeteilt Monate (Monde) der Nichtigkeit (des Bösen)
Und Nächte der Mühsal wies man (er) mir zu.
4 Wenn ich mich hinlege, spreche ich: ‚Wann kann (werde, darf) ich [endlich wieder] aufstehen!?‘,
Doch (und) der Abend wird sich dehnen b und ich werde gesättigt sein vom Umherwerfen bis zur Morgendämmerung.c


5 Bekleidet ist mein Leibd[mit] Gewürm und Erdklumpen,
Meine Haut wimmelt (verharrscht? spaltet sich?) und löst sich auf (eitert?).e
6 Meine Tage sind schneller als (unbedeutender als, unbedeutend wie)f ein Weberschiffchen (Kettfäden),g
Sie enden ohne Hoffnung (Faden).
7 Denke daran: Wie ein Hauch (Wind) [ist] mein Leben:
Mein Auge wird nicht wieder Gutes sehen,
8 Das Auge des mich Sehenden wird mich nicht [mehr] erspähen,h
[Es werden sein] deine Augen auf mir – und ich [werde sein] nicht (Nichts).i
9 Es endet eine Wolke (Rauch)j und geht.
Ebenso steigt der Herabsteigende zum Scheol nicht [wieder] hinauf.
10 Nicht (nie) mehr wird er zurückkehren in sein Haus,
Nicht (nie) mehr erkennen wir ihn sein Heim.


11 Auch (laut)k ich will nicht zügeln meinen Mund,
Will reden in (aus) der Bedrängnis meines Geistes,
Will sprechen in (aus) der Bitterkeit meiner Seele:
12 Bin denn Jam (das Meer) ich oder Tannin (eine/die [See]schlange),l
Dass du aufstellst wider mich eine Wache!?m
13 Als ich sagte: „Trösten soll mich mein Bett,
Mittragen (tragen helfen) mein Klagenn soll meine Liege!“,
14 Erschrecktest du mich mit Träumen
Und durch Visionen ängstigstest du mich
15 Und es zog vor Ersticken meine Seele,
Tod meinen Gebeinen (meine Gebeine, meinen Schmerzen).o
16 Ich vergehe (verachte, [die] ich verachte), ich werde nicht ewig leben!p
Lass ab von mir, denn [nur] ein Hauch [sind ja] meine Tage!


17 Was [ist] das Menschlein, dass du es hoch schätzt (rühmst),
Und dass du auf ihn Acht hast?q
18 Du besuchst (suchst heim) ihn [jeden] Morgen,
[Jeden] Augenblick prüfst (testest) du ihn.r
19 Wie lange willst du [denn noch] weg von mir blicken?
Du lässt [ja] nicht [mal so lange] von mir ab, bis ich meinen Speichel geschluckt habe!s
20 Ich habe gefehlt, [doch] was tat ich dir (Wenn ich gesündigt hätte, ...; Hab ich gefehlt[?] Was könnte ich antun dir),t
Oh Wächter des Menschen!?
Warum machtest du mich zur Zielscheibe dir
Und [warum] bin ich mir (dir)u eine Last (Beschwernis)?
21 Und warum hebst du nicht auf (vergibst du nicht) meine Vergehen
Und lässt vorüberziehen (vergehen) meine Untat?
Denn nun werde ich [bald] (denn dann könnte ich) liegen im (Staub =) Grab
Und du wirst (würdest) mich suchen, aber ich [werde sein] nicht (Nichts)!v

Anmerkungen

KapitelEin Teil von einem Buch. 7 überrascht nach der Lektüre von Ijob 6. Erwartet man nach Ijobs Aussage, nach seiner „gestotterten“ Rede in Ijob 3 noch einmal neu und richtiger als seine Freunde und wahrheitsgemäß und frei von Frevel über Gott sprechen zu wollen, wird man enttäuscht: Nachdem man in Vv. 1-2 noch erwarten könnte, dass Leiden ein natürliches Element der Conditio humana sei (s. Ijob 4,17-21; Ijob 5,6f.), bricht Ijob spätestens ab V. 3 erneut in heftigstes Klagen aus, das im Verlaufe des Kapitels dann gar fließend von einer Rede an die Freunde zu einer an Gott gerichteten Rede übergeht:
Vv. 1-4 Menschsein heißt mühselig sein!w Und so wie jedem Menschen geht es mir; Unheil häuft sich auf Unheil und ich finde keinen Trost! Vv. 5-10 Schlimmer noch: Heil(ung) ist nicht in Aussicht. Ich bin dem Tode nahe; schon jetzt bin ich ein lebender Leichnam (V. 5) und bald wird es ganz aus sein mit mir. Und wenn ich denn erst in der Unterwelt bin, wird es zu spät sein für Gottes Wiedergutmachung! Vv. 11-16 Natürlich muss ich da verzweifelt aufschreien! Mir geht es schlecht, Gott! Warum lässt du solches Leid über mich kommen (Vv. 12-14)? Mir geht es so schlecht, dass ich lieber tot wäre, als auf diese Weise leben zu müssen (V. 15)! Und wenn es so weitergeht, bin ich sogar wirklich bald tot, dann ist es zu spät (V. 16)! Vv. 17-21 Warum lässt du überhaupt Leid über den Menschen allgemein und mich speziell kommen (Vv. 17-19)? Was schert es denn dich, was ein kleines Menschlein tut und ich speziell getan habe (Vv. 17.20-21b)? Warum vergibst du das nicht!? Ich sage es noch mal: Tust du es nicht, ist es bald zu spät, mein Unheil wieder gutzumachen; ich bin nicht nur dem Tode nahe, sondern gerade eben bin ich am Sterben (V 21cd)!

aFrondienst (Kriegsdienst) + Tagelöhner - șaba´ in 1a ist häufig und sehr deutlich das „Heer“ und von hier aus auch der „Kriegsdienst“, in diesem Kontext aber eher wie in Jes 40,2; Sir 7,15 allgemeiner die „schwere Arbeit“, das „harte Brot.“
Weil das Wort meist nach seiner häufigeren Bed. als „Kriegsdienst“ übersetzt wird und 1a und 1b so dann zwei unterschiedliche Metaphern verwenden würden (was aber auch leicht möglich wäre), machen viele Üss. den ßakir in 1b spezieller zum „Soldaten“ (da so traditionell, aber ohne guten Grund, auch die ßakirim in Jer 46,21 übersetzt werden), was gut zu diesem „Kriegsdienst“ in 1a passte. Das ist sicher abzulehnen; bes. in Anbetracht der Tatsache, dass die Lohnknechtmetapher sich noch öfter im AT findet, s. Ijob 14,6; Jes 16,14 und vgl. Novick 2011Novick, Tzvi: Wages from God: The Dynamics of a Biblical Metaphor, in: CBQ 73/4, 2011. S. 708-722. online unter: http://goo.gl/UngA4m, bes. S. 716-9. (zu v.1)
bTextkritikDer Versuch, aus den überlieferten Bibelhandschriften die ursprünglichste Textversion zu ermitteln. Im AT gilt der sogenannte „Masoretische Text“ als Richtschnur, er ist allerdings teilweise über 2000 Jahre jünger als der zu ermittelnde „Urtext“ und kann daher Überlieferungsfehler enthalten. Atl. Textkritik versucht, durch den Vergleich mit anderen erhaltenen Textversionen solche womöglich fehlerhaften Stellen zu berichtigen. Bisweilen sind dabei Textänderungen nötig, die überhaupt kein Fundament in den alten Textzeugen haben, sondern nur auf Vermutungen basieren. Das NT ist wesentlich besser überliefert: Eine Vielzahl älterer Manuskripte sind erhalten. Allerdings gibt es keinen Ausgangstext mit einem dem Masoretischen Text vergleichbaren Stellenwert. Die ntl. Textkritik wägt daher Textvarianten aus unterschiedlichen Texttraditionen gegeneinander ab, um zu beurteilen, welche Variante die ursprünglichere ist.: Doch er wird sich dehnen - Heb. wmdd. MT lässt sich nur durch SyrKurz für „Syrisch“; Bezeichnung für die syrische Bibelübersetzung „Peschitta“ - „die Einfache“. Entstanden ab dem 1. Jh. n. Chr. stützen: LXXDie Septuaginta - die älteste durchgängige griechische Übersetzung des AT überhaupt; entstanden zwischen 250 v. Chr. und 100 n. Chr. Die LXX folgt vielerorts einer anderen Verszählung als deutsche Übersetzungen. Stellenangaben, die mit diesem Kürzel versehen sind, können von den Angaben im sonst aus dem Hebräischen übersetzten AT abweichen. las wmtj („wann“) wie in 4a; außerdem statt mataj ´aqum („Wann kann ich aufstehen“) mataj jom ´aqum, daher: „Ich spreche: ‚Wann wird es Tag?‘ Und wenn ich aufstehe: ‚Wann wird es Abend?‘“. VULDie Vulgata - neben der Septuaginta die wohl wichtigste antike Übersetzung der gesamten Bibel - ins Lateinische - von Hieronymus; entstanden zwischen 380 n. Chr. und 400 n. Chr. (et ... expecto) las vielleicht w´mdd („ich messe = ich warte“); TgKurz für „Targum“, eine frühjüdische Textgattung: Interpretative Übersetzung eines Bibeltextes ins Aramäische. wohl w´ndd („ich werfe mich umher“) von der selben Wurzel wie nddim („Umherwerfen“); die beiden Verben in der 1. Pers. lassen sich aber recht gut als Assimilationen an die 1. Pers. von ´aqum („ich werde aufstehen“) erklären.
Manche Üss. korrigieren stattdessen den Text zu wmdj („sooft (es Abend [wird])“, z.B. Kurz für „Einheitsübersetzung“. 1980 erstmals als Gesamtausgabe erschienen. Heute noch vorgeschriebene Übersetzung für römisch-katholische Liturgie. Vom Stil her eine sog. „liturgische Übersetzung“: eher frei, eher verständlich; dennoch der Alltagssprache eher fern. „EÜ 16“ bezeichnet die 2016 erschienene Aktualisierung dieser Üs., HER05Kurz für „revidierte Herder Bibel“, einer Revision der Herderbibel von 2005 durch Johannes Franzkowiak. Stilistisch eher den „liturgischen Bibelübersetzungen“ zuzuordnen., PATKurz für „Pattloch Bibel“; Bezeichnung für die Übersetzung durch Vinzenz Hamp, Meinrad Stenzel und Josef Kürzinger - drei exegetischen Schwergewichtern - von 1955. Völlig zu Unrecht so unbekannt: Gutes Gleichgewicht von Wörtlichkeit und Lesbarkeit. Hamp schreibt zum Profil: „Unsere Ausgabe bietet eine ungekürzte Übertragung aus den Grundtexten, de einerseits möglichst getreu den Sinn der Verfasser zu treffen sucht, andererseits einen verständlichen und flüssigen deutschen Stil anstrebt. Veraltete und ungebräuchlich gewordene Ausdrücke, die in den Bibelübersetzungen oft lange Zeit mitgeschleppt werden, wurden durch neue ersetzt.“ nach BHSBiblica Hebraica Stuttgartensia). ZÜRKurz für „Zürcher Bibel“. Zurückgehend auf die Übersetzung Zwinglis, wurde sie erstmals 1907-1931 erneut übersetzt. Seit 2007 liegt sie in neuer Revision vor. Ihr Ziel ist die Verbindung von philologischer Genauigkeit und „geschmeidiger, gehobener Sprache“ - und das macht sie so gut, dass viele Exegeten sie als Referenzübersetzung in Aufsätzen und Kommentaren benutzen. 31 (nicht mehr 07) folgt LXXDie Septuaginta - die älteste durchgängige griechische Übersetzung des AT überhaupt; entstanden zwischen 250 v. Chr. und 100 n. Chr. Die LXX folgt vielerorts einer anderen Verszählung als deutsche Übersetzungen. Stellenangaben, die mit diesem Kürzel versehen sind, können von den Angaben im sonst aus dem Hebräischen übersetzten AT abweichen.. LUTKurz für „Lutherbibel“. 1534 erstmals als Vollbibel erschienen. Zwar entgegen verbreitetem Urteil nicht die erste deutsche Bibelübersetzung, zweifellos aber die einflussreichste. Auch heute noch die verbreitetste deutsche Bibel überhaupt. LUT 45 meint die ursprüngliche Übersetzung Luthers, die 1545 das erste Mal als Vollbibel erschienen ist, LUT 12, LUT 84 und LUT 17 die 1912, 1984 und 2017 erschienenen Modernisierungen dieser Üs. paraphrasiert wahrscheinlich: „Ich sprach: Wann werde ich aufstehen? Bin ich aufgestanden, so wird mir's lang bis zum Abend.“ (Zurück zu v.4)
cAufteilung von V. 4 in Zeilen gegen die Akzentuierung der Masoreten. Folgte man diesen, müsste man in drei Zeilen aufteilen und deuten: „Wenn ich mich hinlege, spreche ich: / ‚Wann kann ich aufstehen? [Ach,] dass sich doch der Abend dehnte! o. [Wie] sich [doch] der Abend dehnt!‘ / Doch ich bin gesättigt...“ So aber kein Exeget und keine Üs.
4b ist dann außerordentlich lang; die Länge des Abends und der Nacht schlägt sich in der Kolometrie nieder. (Zurück zu v.4)
dBekleidet ist mein Leib - Vielleicht ein Klangspiel: labasch beßari. Zumindest in manchen Dialekten klangen sch und ß fast gleich. (Zurück zu v.5)
ewimmelt aufgrund der Würmer und löst sich auf, weil sie verwest wie in Ijob 13,28; 30,30 (s. auch 19,26): Ijob ist ein wandelnder Leichnam (so wohl richtig Greenstein 2018Greenstein, Edward L.: Metaphors of Illness and Wellness in Job, in: Scott C. Jones / Christine R. Yoder: „When the Morning Stars Sang“. Essays in Honor of Choon Leong Seow on the Occasion of his Sixty-Fifth Birthday. Berlin/New York 2018. S. 39-50. Online unter: https://tinyurl.com/y2s6y4lb, S. 43f.). Beide Wörter sind aber umstritten:
Von raga` („wimmeln“) gibt es zwei homonyme Wurzeln: raga` I „rasten, ruhig sein, Ruhe haben“ (z.B. in Dtn 28,65; Jes 34,14) und raga` II „sich bewegen“, sonst noch verwendet für das Meer, das Gott „aufwühlt, sich bewegen lässt“ (Ijob 26,12; Jes 51,15; Jer 31,35), für Kleinvieh, das Gott „fortlaufen lässt“ (Jer 49,19; 50,44) und in den Talmudim für „krabbelnde“ Säuglinge (j.Kid iv 65; j.B.B. iii 13). Die meisten Üss. leiten das Wort allerdings ab von raga´ I, was dann bed. soll „Meine Haut wird ruhig = hört auf zu fließen = hört auf zu bluten = verharrscht, verkrustet“ (z.B. Kaiser 2006Kaiser, Otto: Das Buch Hiob. Übersetzt und eingeleitet. Stuttgart, 2006., LUTKurz für „Lutherbibel“. 1534 erstmals als Vollbibel erschienen. Zwar entgegen verbreitetem Urteil nicht die erste deutsche Bibelübersetzung, zweifellos aber die einflussreichste. Auch heute noch die verbreitetste deutsche Bibel überhaupt. LUT 45 meint die ursprüngliche Übersetzung Luthers, die 1545 das erste Mal als Vollbibel erschienen ist, LUT 12, LUT 84 und LUT 17 die 1912, 1984 und 2017 erschienenen Modernisierungen dieser Üs. 17, NeÜKurz für „Neue evangelistische Übersetzung“, eine 2010 erstmals als Vollbibel erschienene Übersetzung durch Karl-Heinz Vanheiden. Vanheiden konzipierte sie als Bibel, die „so leicht lesbar sein sollte wie eine Tageszeitung“, dennoch entfernt sie sich sehr selten zu weit vom Urtext. Bezeichnend ist ihr schöner Stil; v.a. in der biblischen Poesie., SLTKurz für „Schlachter“; gemeint ist damit die Revision von 1995-2004 der erstmals 1905 erschienenen Bibelübersetzung von Franz Eugen Schlachter. Die Schlachter-Bibel ist recht urtexttreu; Schlachter verstand es aber, dieses genaue Übersetzen mit einem herrlichen kräftig-würzigen Stil zu verbinden, so dass sich am Ende dennoch eine gut lesbare Bibel ergab. 2000, TURjüdische Übersetzung des ATs von 1935-59 durch Naftali Herz Tur-Sinai. Philologisch genaue Übersetzung eines großen Exegeten in eigenwilligem und kräftigem Sprachduktus., van EssBibelübersetzung von Leander van Eß, einem Marburger Pfarrer und Professor. 1840 das erste Mal als Vollbibel erschienen., ZÜRKurz für „Zürcher Bibel“. Zurückgehend auf die Übersetzung Zwinglis, wurde sie erstmals 1907-1931 erneut übersetzt. Seit 2007 liegt sie in neuer Revision vor. Ihr Ziel ist die Verbindung von philologischer Genauigkeit und „geschmeidiger, gehobener Sprache“ - und das macht sie so gut, dass viele Exegeten sie als Referenzübersetzung in Aufsätzen und Kommentaren benutzen.; ähnlich TAFKurz für „Tafelbibel“, die Bibelübersetzung von Leonhard und Ludwig Tafel. Sehr wörtliche Übersetzung; laut eigener Auskunft hatte Tafel allein im Alten Testament 40.000 Verbesserungen veranstaltet. Interessant, da hier häufiger auch seltenere Übersetzungsweisen gefunden werden können.: „sie vernarbt“). SyrKurz für „Syrisch“; Bezeichnung für die syrische Bibelübersetzung „Peschitta“ - „die Einfache“. Entstanden ab dem 1. Jh. n. Chr. übersetzt mit qefad („vor Furcht schrumpfen, eine Gänsehaut bekommen“), VULDie Vulgata - neben der Septuaginta die wohl wichtigste antike Übersetzung der gesamten Bibel - ins Lateinische - von Hieronymus; entstanden zwischen 380 n. Chr. und 400 n. Chr. das zweite (!) Verb mit contractus est („sie hat sich zusammengezogen“), woraus offenbar andere dt. Üss. das merkwürdige „meine Haut schrumpft“ ableiten (Kurz für „Einheitsübersetzung“. 1980 erstmals als Gesamtausgabe erschienen. Heute noch vorgeschriebene Übersetzung für römisch-katholische Liturgie. Vom Stil her eine sog. „liturgische Übersetzung“: eher frei, eher verständlich; dennoch der Alltagssprache eher fern. „EÜ 16“ bezeichnet die 2016 erschienene Aktualisierung dieser Üs., MENKurz für „Menge Bibel“; entstanden zwischen 1900 und 1922. Dennoch auch heute noch gut lesbar und recht häufig empfohlen als Muster einer Übersetzung, der es gelingt, philologisch genau und dennoch kommunikativ zu übersetzen. Sprachlich merkt man ihr Alter allerdings deutlich., PATKurz für „Pattloch Bibel“; Bezeichnung für die Übersetzung durch Vinzenz Hamp, Meinrad Stenzel und Josef Kürzinger - drei exegetischen Schwergewichtern - von 1955. Völlig zu Unrecht so unbekannt: Gutes Gleichgewicht von Wörtlichkeit und Lesbarkeit. Hamp schreibt zum Profil: „Unsere Ausgabe bietet eine ungekürzte Übertragung aus den Grundtexten, de einerseits möglichst getreu den Sinn der Verfasser zu treffen sucht, andererseits einen verständlichen und flüssigen deutschen Stil anstrebt. Veraltete und ungebräuchlich gewordene Ausdrücke, die in den Bibelübersetzungen oft lange Zeit mitgeschleppt werden, wurden durch neue ersetzt.“, SLTKurz für „Schlachter“; gemeint ist damit die Revision von 1995-2004 der erstmals 1905 erschienenen Bibelübersetzung von Franz Eugen Schlachter. Die Schlachter-Bibel ist recht urtexttreu; Schlachter verstand es aber, dieses genaue Übersetzen mit einem herrlichen kräftig-würzigen Stil zu verbinden, so dass sich am Ende dennoch eine gut lesbare Bibel ergab. 51; vgl. ELBKurz für „Elberfelder Bibel“. Sehr genaue und wenig kommunikative Übersetzung; als Vollbibel erstmals 1871 erschienen.; Junker 1959Junker, Hubert: Das Buch Job, in: Die heilige Schrift in deutscher Übersetzung IV. Würzburg, 1959., S. 332: „meine Haut zieht sich zusammen“), wenn der Üs. nicht das veraltete „verschrumpfen“ = „vernarben“ zugrunde liegt. In der jüd. Trad. wird das Substantiv rage`a („Ruheort“) in Ps 35,20 aufgefasst als „Spalten [der Erde]“ und hieraus für raga` die Bed. „etw. spalten“ abgeleitet (so z.B. Ibn Ezra, Berachja, auch Dhorme; Jastrow u.a.): „Meine Haut bricht auf.“
ma´as, sonst oft „verachten, verschmähen“ und daher auf den ersten Blick hier „wird verachtet, ist verachtenswert“, ist hier eher eine NF von masas oder das Wort ist statt als wajjimma´es als wajjimma´s mit ´ als Vokalbuchstabe zu vokalisieren und dann ebenfalls abzuleiten von masas (meist „schmelzen“ wie in Ps 97,5; Mi 1,4; auch metaph. vom ängstlichen Herz, z.B. Ps 22,15; Jes 13,7; gelegentlich auch allgemeiner „vergehen“ wie vom „verbrennenden“ Seil in Ri 15,14, vom „vergehenden“=schwächlichen Vieh in 1 Sam 15,9, vom „dahinsiechenden“ Kranken in Jes 10,18; auch Ps 112,10 (|| ´abad, „vergehen, verderben“)), daher die meisten Üss. „meine Haut fließt = nässt = eitert“. Verwendet wird die NF aufgrund eines Wortspiels mit V. 6: Das Wort für „schnell sein“ heißt auch „unbedeutend sein, verachtenswert sein“, was auch wajimma´es auf den ersten Blick zu bedeuten scheint. (Zurück zu v.5)
fKlangspiel: „sind schneller als ... sie enden“: qallu ... (wajji)klu. (Zurück zu v.6)
gWeberschiffchen (Kettfäden) - Trad. „Weberschiffchen“; so ganz einheitlich übersetzt wegen der sehr nahen Parallele Ijob 9,25.
Sehr gut zu rechtfertigen ist das allerdings nicht: Das Wort steht nur noch in Ri 16,14 und bezeichnet dort deutlich die Kettfäden eines Webrahmens oder den gesamten Webrahmen und wird dort so auch von LXXDie Septuaginta - die älteste durchgängige griechische Übersetzung des AT überhaupt; entstanden zwischen 250 v. Chr. und 100 n. Chr. Die LXX folgt vielerorts einer anderen Verszählung als deutsche Übersetzungen. Stellenangaben, die mit diesem Kürzel versehen sind, können von den Angaben im sonst aus dem Hebräischen übersetzten AT abweichen. und VULDie Vulgata - neben der Septuaginta die wohl wichtigste antike Übersetzung der gesamten Bibel - ins Lateinische - von Hieronymus; entstanden zwischen 380 n. Chr. und 400 n. Chr. gedeutet (SyrKurz für „Syrisch“; Bezeichnung für die syrische Bibelübersetzung „Peschitta“ - „die Einfache“. Entstanden ab dem 1. Jh. n. Chr. und TgKurz für „Targum“, eine frühjüdische Textgattung: Interpretative Übersetzung eines Bibeltextes ins Aramäische. vokalisieren stattdessen als „Weber“). Auch hier deuten so AqAquila's Übersetzung des Alten Testaments ins Griechische; entstanden 125 n. Chr. Offenbar bewusst in Abgrenzung von der LXX als wörtlichere Übersetzung des MT konzipiert. Heute nur noch fragmentarisch erhalten in den von Field gesammelten Überresten der Hexapla des Origines., SymEine griechische Übersetzung der hebräischen Bibel ins Griechische aus dem 2. Jh. n. Chr. Heute nur noch fragmentarisch erhalten in den von Field gesammelten Überresten der Hexapla des Origines. Offenbar einst eine stilistisch besonders schöne Alternative zur LXX., TheodEine griechische Übersetzung der hebräischen Bibel ins Griechische aus dem 2. Jh. n. Chr. Heute nur noch fragmentarisch erhalten in den von Field gesammelten Überresten der Hexapla des Origines. (alle huphasmatos wie LXXDie Septuaginta - die älteste durchgängige griechische Übersetzung des AT überhaupt; entstanden zwischen 250 v. Chr. und 100 n. Chr. Die LXX folgt vielerorts einer anderen Verszählung als deutsche Übersetzungen. Stellenangaben, die mit diesem Kürzel versehen sind, können von den Angaben im sonst aus dem Hebräischen übersetzten AT abweichen. in Ri 16,14), VULDie Vulgata - neben der Septuaginta die wohl wichtigste antike Übersetzung der gesamten Bibel - ins Lateinische - von Hieronymus; entstanden zwischen 380 n. Chr. und 400 n. Chr. und TgKurz für „Targum“, eine frühjüdische Textgattung: Interpretative Übersetzung eines Bibeltextes ins Aramäische.; SyrKurz für „Syrisch“; Bezeichnung für die syrische Bibelübersetzung „Peschitta“ - „die Einfache“. Entstanden ab dem 1. Jh. n. Chr. hat „abgeschnittene Fäden“, LXXDie Septuaginta - die älteste durchgängige griechische Übersetzung des AT überhaupt; entstanden zwischen 250 v. Chr. und 100 n. Chr. Die LXX folgt vielerorts einer anderen Verszählung als deutsche Übersetzungen. Stellenangaben, die mit diesem Kürzel versehen sind, können von den Angaben im sonst aus dem Hebräischen übersetzten AT abweichen. merkwürdigerweise „Geschwätz“. Für die Deutung „Weberschiffchen“ gibt es also sonst keine Belege. Auch 6b passt nicht sehr gut zu dieser Deutung: 6b ist ein Wortspiel; das heb. Wort für „Hoffnung“ heißt auch „Faden“. Ist der Faden zu Ende, „endet“ aber nicht das Weberschiffchen, sondern die Kettfäden, die dann aus dem Webstuhl geschnitten werden wie in Jes 38,12. Als „Weberschiffchen“ erklären aber z.B. auch die Berachja und Kimchi und eine andere Üs. als diese erwägt einzig Szpek 1994Szpek, Heide M.: The Peshita on Job 7:6: „My Days are Swifter (?) than an ארג“, in: JBL 113/2, 1994. S. 287-90., ohne dass sich dem jemand angeschlossen hätte. Möglich aber zumindest theoretisch: „Meine Tage sind unbedeutender als Kettfäden: Sie enden ohne Hoffnung/Faden“ = Wie Kettfäden keinen eigenen Wert haben, wenn es keinen Schussfaden gibt, mit dem sie durchwoben werden können, und ohne diesen einfach abgeschnitten werden (s. SyrKurz für „Syrisch“; Bezeichnung für die syrische Bibelübersetzung „Peschitta“ - „die Einfache“. Entstanden ab dem 1. Jh. n. Chr.!), so ist auch mein Leben nicht bedeutender als bloßer Wind. (Zurück zu v.6)
hKlangspiel: Auch klanglich sind 7b und 8a einander im Heb. noch ähnlicher als im Dt.: lo taschub `ejni lir´ot (tob) - lo-teschureni `ejn ro´i. (Zurück zu v.8)
iKlangspiel: „deine Augen“ – „ich nicht“ = `ejnejka(we)´ejnenni; im Heb. sehr dicht, nur drei Worte: „deine-Augen auf-mir und-nicht-ich“. (Zurück zu v.8)
jTextkritikDer Versuch, aus den überlieferten Bibelhandschriften die ursprünglichste Textversion zu ermitteln. Im AT gilt der sogenannte „Masoretische Text“ als Richtschnur, er ist allerdings teilweise über 2000 Jahre jünger als der zu ermittelnde „Urtext“ und kann daher Überlieferungsfehler enthalten. Atl. Textkritik versucht, durch den Vergleich mit anderen erhaltenen Textversionen solche womöglich fehlerhaften Stellen zu berichtigen. Bisweilen sind dabei Textänderungen nötig, die überhaupt kein Fundament in den alten Textzeugen haben, sondern nur auf Vermutungen basieren. Das NT ist wesentlich besser überliefert: Eine Vielzahl älterer Manuskripte sind erhalten. Allerdings gibt es keinen Ausgangstext mit einem dem Masoretischen Text vergleichbaren Stellenwert. Die ntl. Textkritik wägt daher Textvarianten aus unterschiedlichen Texttraditionen gegeneinander ab, um zu beurteilen, welche Variante die ursprünglichere ist.: MT `anan („Wolke“); so auch die meisten Vrs. Eine MS und TgKurz für „Targum“, eine frühjüdische Textgattung: Interpretative Übersetzung eines Bibeltextes ins Aramäische. aber `aschan („Rauch“); eine schwer erklärliche Differenz, da n und sch weder einander sehr ähnlich sehen noch ähnlich klingen. (Zurück zu v.9)
kauch hier ganz überflüssig; dennoch verwendet wegen Wortspiel: Heb. gam heißt neben „auch“ auch „laut“ (vgl. z.B. Beirne 1963Beirne, D.: A Note on Numbers 11,4, in: Bib 44/2, 1963. S. 201-3., S. 203; McDaniel 1968McDaniel, Thomas F.: Philological Studies in Lamentations. I, in: Bib 49/1, 1968. S. 27-53., S. 32) und passt so sehr gut zu Ijobs Absichtserklärung, nun nicht mehr schweigen zu wollen. (Zurück zu v.11)
lJam (das Meer) + Tannin (eine/die [See]schlange) - Jam, „das Meer“, erscheint in der BibelDie Bibel ist das Buch über Gott. noch häufiger als ein mehr oder weniger personenhafter Antagonist JHWHs (z.B. Ps 18,16; 74,13f.; 89,10f.; Jes 51,9f.; Nah 1,4); das Wort jam ist darüber hinaus der Name einer altorientalischen Chaos- und Meeresgottheit. tannin („Schlange“ wie in Ex 7,9-12) steht meist im Pl. und ist dann die Bezeichnung von Meeresungeheuern, die wie hier z.B. auch in den eben zitierten Vv. Ps 74,13 und Jes 51,9 neben jam genannt werden, wenn von Gottes Kampf gegen das Meer die Rede ist. Auch in Ugarit, wo der Meeresgott Jam der Erzfeind Baals ist, gehört zu seinem Gefolge u.a. die mythische Seeschlange Tunnanu, die wohl identisch ist mit Tannin. (Zurück zu v.12)
mDavon, dass Gott bei seinem Kampf gegen das Meer einen Wachtposten wider dasselbe aufgestellt habe, ist in der altorientalischen Mythologie nichts überliefert. Wenn nicht (sehr) metaphorisch von der Grenze die Rede ist, die Gott dem Meer gesetzt hat (vgl. z.B. Diewert 1987Diewert, David A.: Job 7:12: yām, Tannîn and the Surveillance of Job, in: JBL 106/2, 1987. S. 203-15., S. 208 zu Ijob 26,10; 38,8-11; Ps 104,9; 148,6; Spr 8,29; Jer 5,22), ist wahrscheinlich nicht gemeint „Bin ich denn Jam oder Tannin, dass du wider mich einen Wachtposten abbestellst [wie du es bei Jam und Tannin getan hast]“, sondern „Bin ich denn [so bedeutend/gefährlich wie] Jam und Tannin, dass du einen Wachtposten gegen mich abbestellen musst!?“ Gemeint ist mit diesem Wachtposten das selbe wie in Vv. 17f. (Zurück zu v.12)
nMein Bett, mittragen mein Klagen - Klangspiel: `arßi jißa´ beßichi. (Zurück zu v.13)
omeinen Gebeinen (meine Gebeine, meinen Schmerzen) - Heb. me`aṣmotaj, „meinen Gebeinen“. Gemeint ist der Leib, in dem er zu seinen Lebzeiten noch einhergehen muss, von dem er aber nach seinem Tod getrennt sein wird. Sehr schön ist dieser Ausdruck nicht; viele Exegeten korrigieren daher den Text zu me`aṣbothaj („meinen Schmerzen“; so z.B. BHK, BHSBiblica Hebraica Stuttgartensia, Beer, Dhorme, Driver/Gray, Gray, Merx, Pope, Siegfried; auch HER05Kurz für „revidierte Herder Bibel“, einer Revision der Herderbibel von 2005 durch Johannes Franzkowiak. Stilistisch eher den „liturgischen Bibelübersetzungen“ zuzuordnen., Kaiser 2006Kaiser, Otto: Das Buch Hiob. Übersetzt und eingeleitet. Stuttgart, 2006., R-SKurz für „Rießler-Storr“, die Zusammenführung der AT-Übersetzung von Paul Rießler und der NT-Übersetzung von Rupert Storr. Auch bekannt als „Grünewald Bibel“. Häufig ungewöhnliche Übersetzung; z.B. ist biblische Lyrik durchgehend im jambischen Rhythmus übersetzt; z.B. hat Rießler Akrostycha tatsächlich als alphabetische Gedichte auch ins Deutsche übersetzt, usw., ZÜRKurz für „Zürcher Bibel“. Zurückgehend auf die Übersetzung Zwinglis, wurde sie erstmals 1907-1931 erneut übersetzt. Seit 2007 liegt sie in neuer Revision vor. Ihr Ziel ist die Verbindung von philologischer Genauigkeit und „geschmeidiger, gehobener Sprache“ - und das macht sie so gut, dass viele Exegeten sie als Referenzübersetzung in Aufsätzen und Kommentaren benutzen. 31 (nicht mehr 07)); andere ziehen das m- als Mem encliticum noch zu „Tod“ und verstehen „mein Gebein“, das dann wie noch öfter als Wechselbegriff für „ich“ verwendet würde, als Subjekt des Satzes, wie auch LXXDie Septuaginta - die älteste durchgängige griechische Übersetzung des AT überhaupt; entstanden zwischen 250 v. Chr. und 100 n. Chr. Die LXX folgt vielerorts einer anderen Verszählung als deutsche Übersetzungen. Stellenangaben, die mit diesem Kürzel versehen sind, können von den Angaben im sonst aus dem Hebräischen übersetzten AT abweichen. und SyrKurz für „Syrisch“; Bezeichnung für die syrische Bibelübersetzung „Peschitta“ - „die Einfache“. Entstanden ab dem 1. Jh. n. Chr. deuten („Meine Seele zog Ersticken vor, mein Gebein = ich den Tod“; so z.B. Blommerde, Habel, Hartley; Sarna 1955Sarna, Nahum N.: Some Instances of the Enclitic -m in Job, in: JJS 6/2, 1955. S. 108-110.; ähnlich Houtsma 1925Houtsma, M. Th.: Textkritische Studien zum Alten Testament. 1. Das Buch Hiob. Leiden, 1925., S. 17; auch LUTKurz für „Lutherbibel“. 1534 erstmals als Vollbibel erschienen. Zwar entgegen verbreitetem Urteil nicht die erste deutsche Bibelübersetzung, zweifellos aber die einflussreichste. Auch heute noch die verbreitetste deutsche Bibel überhaupt. LUT 45 meint die ursprüngliche Übersetzung Luthers, die 1545 das erste Mal als Vollbibel erschienen ist, LUT 12, LUT 84 und LUT 17 die 1912, 1984 und 2017 erschienenen Modernisierungen dieser Üs., STADIJ1992 erschienene jüdische Übertragung des Ijobbuches durch Alisa Stadler, der „jüdischen Psalmsängerin unserer Tage“ (Schalom ben Chorin).). (Zurück zu v.15)
pNicht schwierige, aber recht us. gedeutete Zeile. ma´asti („ich vergehe“) ist das selbe Wort wie in V. 6 und wird daher wahrscheinlich hier das selbe bedeuten wie dort, was auch gut zum Rest von V. 16 passt (zu „Ich werde nicht ewig leben“ s. die Anmerkungen).
Die meisten Exegeten und Üss. aber deuten das Wort überraschenderweise hier anders als in V. 6 (s. dort) als „verachten“ (anders aber z.B. Königsberger 1896bKönigsberger, Baruch: Beiträge zur Erklärung des Buches Hiob. Fortsetzung, in: MGWJ 40/8, 1896. S. 337-352. Online unter: https://tinyurl.com/y6j6ftdh, S. 339; Rosenmüller 1832Rosenmüller, Ernst F. K.: Scholia in Jobum in compendium redacta. Leipzig, 1832. online unter https://tinyurl.com/y3z73smo, S. 105; auch H-RKurz für „Henne-Rösch - Bibel“. Zusammenführung der AT-Übersetzung von Henne und Gräff und der NT-Übersetzung durch Rösch um 1935. Auch bekannt als „Paderborner Bibel“. Recht gutes Gleichgewicht von „wörtlich“ und „verständlich“., HER05Kurz für „revidierte Herder Bibel“, einer Revision der Herderbibel von 2005 durch Johannes Franzkowiak. Stilistisch eher den „liturgischen Bibelübersetzungen“ zuzuordnen., LUTKurz für „Lutherbibel“. 1534 erstmals als Vollbibel erschienen. Zwar entgegen verbreitetem Urteil nicht die erste deutsche Bibelübersetzung, zweifellos aber die einflussreichste. Auch heute noch die verbreitetste deutsche Bibel überhaupt. LUT 45 meint die ursprüngliche Übersetzung Luthers, die 1545 das erste Mal als Vollbibel erschienen ist, LUT 12, LUT 84 und LUT 17 die 1912, 1984 und 2017 erschienenen Modernisierungen dieser Üs. 84 + 17, PATKurz für „Pattloch Bibel“; Bezeichnung für die Übersetzung durch Vinzenz Hamp, Meinrad Stenzel und Josef Kürzinger - drei exegetischen Schwergewichtern - von 1955. Völlig zu Unrecht so unbekannt: Gutes Gleichgewicht von Wörtlichkeit und Lesbarkeit. Hamp schreibt zum Profil: „Unsere Ausgabe bietet eine ungekürzte Übertragung aus den Grundtexten, de einerseits möglichst getreu den Sinn der Verfasser zu treffen sucht, andererseits einen verständlichen und flüssigen deutschen Stil anstrebt. Veraltete und ungebräuchlich gewordene Ausdrücke, die in den Bibelübersetzungen oft lange Zeit mitgeschleppt werden, wurden durch neue ersetzt.“, TAFKurz für „Tafelbibel“, die Bibelübersetzung von Leonhard und Ludwig Tafel. Sehr wörtliche Übersetzung; laut eigener Auskunft hatte Tafel allein im Alten Testament 40.000 Verbesserungen veranstaltet. Interessant, da hier häufiger auch seltenere Übersetzungsweisen gefunden werden können.; so schon SyrKurz für „Syrisch“; Bezeichnung für die syrische Bibelübersetzung „Peschitta“ - „die Einfache“. Entstanden ab dem 1. Jh. n. Chr. und VULDie Vulgata - neben der Septuaginta die wohl wichtigste antike Übersetzung der gesamten Bibel - ins Lateinische - von Hieronymus; entstanden zwischen 380 n. Chr. und 400 n. Chr., wo wohl „ich zerfließe“ als Abkürzung von „mein Herz zerfließt“ = „ich verzweifle“ gedeutet wird.), was dann zu einigen eher fern liegenden Erklärungen der Zeile geführt hat: (1) „Ich verachte“ ist Abkürzung für „Ich verachte mein Leben“ wie in Ijob 9,21 (Buttenwieser 1922Buttenwieser, Moses: The Book of Job. London, 1922., S. 177); (2) das Verb gehört noch als unmarkierter Relativsatz zu V. 15: „... mehr als mein Gebein/meine Schmerzen/den Tod, [die/den] ich verachte“ (so z.B. Duhm, Merx, Pope, Siegfried); (3) das Wort wir hier nicht wie üblich verwendet, sondern entsprechend dem aram. und syr. masat („etwas genug haben“): „Ich habe genug!“ (so Gray 2010Gray, John: The Book of Job. Sheffield, 2010., S 178; auch ELBKurz für „Elberfelder Bibel“. Sehr genaue und wenig kommunikative Übersetzung; als Vollbibel erstmals 1871 erschienen., Kurz für „Einheitsübersetzung“. 1980 erstmals als Gesamtausgabe erschienen. Heute noch vorgeschriebene Übersetzung für römisch-katholische Liturgie. Vom Stil her eine sog. „liturgische Übersetzung“: eher frei, eher verständlich; dennoch der Alltagssprache eher fern. „EÜ 16“ bezeichnet die 2016 erschienene Aktualisierung dieser Üs., Junker 1959Junker, Hubert: Das Buch Job, in: Die heilige Schrift in deutscher Übersetzung IV. Würzburg, 1959., Kaiser 2006Kaiser, Otto: Das Buch Hiob. Übersetzt und eingeleitet. Stuttgart, 2006., MENKurz für „Menge Bibel“; entstanden zwischen 1900 und 1922. Dennoch auch heute noch gut lesbar und recht häufig empfohlen als Muster einer Übersetzung, der es gelingt, philologisch genau und dennoch kommunikativ zu übersetzen. Sprachlich merkt man ihr Alter allerdings deutlich., NeÜKurz für „Neue evangelistische Übersetzung“, eine 2010 erstmals als Vollbibel erschienene Übersetzung durch Karl-Heinz Vanheiden. Vanheiden konzipierte sie als Bibel, die „so leicht lesbar sein sollte wie eine Tageszeitung“, dennoch entfernt sie sich sehr selten zu weit vom Urtext. Bezeichnend ist ihr schöner Stil; v.a. in der biblischen Poesie., NLKurz für „Neues Leben“, eine sehr kommunikative Übersetzung, die erstmals 2006 als Vollbibel erschien., SLTKurz für „Schlachter“; gemeint ist damit die Revision von 1995-2004 der erstmals 1905 erschienenen Bibelübersetzung von Franz Eugen Schlachter. Die Schlachter-Bibel ist recht urtexttreu; Schlachter verstand es aber, dieses genaue Übersetzen mit einem herrlichen kräftig-würzigen Stil zu verbinden, so dass sich am Ende dennoch eine gut lesbare Bibel ergab., STADIJ1992 erschienene jüdische Übertragung des Ijobbuches durch Alisa Stadler, der „jüdischen Psalmsängerin unserer Tage“ (Schalom ben Chorin).). (Zurück zu v.16)
qAcht hast - w. „dein Herz auf ihn legst“, eine sehr ähnliche Wendung wie in Ijob 1,8. Statt dem Verb ßum wird hier das gleichbedeutende schit („legen“) und statt der Präp. `al die Präp. ´el verwendet; dennoch, die Nähe in der Formulierung ist unverkennbar. Hier scheint eine der großen Probleme des Ijobbuches auf: Als noch nur Gott sein „Herz auf Ijob legte“, war er gesegnet. Seit dies auch der Satan tat, ist Ijob verflucht, doch der Eindruck, den Ijob bekommen muss, ist natürlich dieser: Dass Gott nun anders als vorher „sein Herz auf Ijob legt“ und Ijob deshalb derart großes Leid widerfährt.
17a ist vielleicht eine Anspielung auf Ps 8,5 und/oder Ps 144,3. Es ist nicht sicher, ob diese Psalmen zur Abfassungszeit des Ijobbuches bereits geschrieben waren, doch wenn dem so ist, spricht auch hieraus bittere Ironie: Dass Gott den Menschen „hoch schätzt“, heißt gerade nicht, dass er ihn „mit Macht und Herrlichkeit krönt“, wie es in Ps 8 heißt, und nicht, dass Gott des Menschen „Burg und Festung und Rettung und Schild“ ist, wie es in Ps 144 heißt – sondern dass er ihm furchtbarstes Leid zuteil werden lässt. (Zurück zu v.17)
rtestest - Eine gängige Vorstellung im alten Judentum: Gott ist es, der Unheil auch und gerade über seine Anhänger bringt – als Tests, in denen sie sich bewähren können, um in der Folge umso mehr gesegnet zu werden (vgl. z. B. Gen 22,1; Ex 16,4; Ri 3,1-4; Ps 26,2; Sir 2,1; Mt 6,13). Von diesen positiven Folgen der göttlichen Tests ist hier aber gerade nicht die Rede. Mehr noch: Der „Morgen“ ist traditionell die Zeit des Heilshandelns Gottes (s. Ps 30,6; 46,6; 90,14; 143,8; Klg 3,22f.; Zef 3,5 und vgl. z.B. Lindblom 1942Lindblom, Johannes: Bemerkungen zu den Psalmen I, in: ZAW 59, 1942. S. 1-13., S. 12f.; McKay 1979McKay, J.W.: Psalms of Vigil, in: ZAW 91/2. 1979. S. 229-247., S. 229). Hier sind die Morgen dagegen gerade die Zeit der unheilvollen Tests, die von denen Gott noch dazu „nicht einen Augenblick ablässt“. (Zurück zu v.18)
smeine Speichel geschluckt - Idiom, sonst nicht überliefert im Heb., aber im Arab. „Ein Speichelschluck“ = „ein Augenblick“, daher ´abli`ni riki („lass mich meinen Speichel schlucken“) = „warte einen Moment!“. Hier also: „nicht für einen Moment!“. Ganz ähnlich Ijob 9,18: „Er erlaubt mir nicht, Atem zu holen“ = „gönnt mir in meinem Leiden nicht mal eine Atempause!“ (Zurück zu v.19)
tEine der spannendsten Fragen des Ijobbuches: Welcherart muss ein Gott ein, dass er unendlich erhaben ist über alle Menschen und dennoch so sehr Anstoß nimmt an einzelnen Sünden derselben, dass er direkt zur Vergeltung schreitet? In der Welt des Alten Testaments war diese Gottesvorstellung eine Selbstverständlichkeit, doch selbst diese stellt Ijob hier in seiner Verzweiflung infrage. (Zurück zu v.20)
uWarum bin ich mir eine Last - Zum Ausdruck vgl. Ps 38,5; zur Idee auch Klg 1,14. Gefragt wird: „Warum fügst du mir Leid zu (20c), warum muss mir aufgrund meiner Handlungen Leid zugefügt werden (20d)?“
TextkritikDer Versuch, aus den überlieferten Bibelhandschriften die ursprünglichste Textversion zu ermitteln. Im AT gilt der sogenannte „Masoretische Text“ als Richtschnur, er ist allerdings teilweise über 2000 Jahre jünger als der zu ermittelnde „Urtext“ und kann daher Überlieferungsfehler enthalten. Atl. Textkritik versucht, durch den Vergleich mit anderen erhaltenen Textversionen solche womöglich fehlerhaften Stellen zu berichtigen. Bisweilen sind dabei Textänderungen nötig, die überhaupt kein Fundament in den alten Textzeugen haben, sondern nur auf Vermutungen basieren. Das NT ist wesentlich besser überliefert: Eine Vielzahl älterer Manuskripte sind erhalten. Allerdings gibt es keinen Ausgangstext mit einem dem Masoretischen Text vergleichbaren Stellenwert. Die ntl. Textkritik wägt daher Textvarianten aus unterschiedlichen Texttraditionen gegeneinander ab, um zu beurteilen, welche Variante die ursprünglichere ist.: mir (dir) - Dieses Wort wir trad. zu den sog. „Tiqqune Sopherim“ gerechnet, eine schon im alten Judentum zusammengetragene Liste von 18 „Schreiberkorrekturen“, die Schreiber vorgenommen haben sollen, um theologisch anstößige Aussagen und Ausdrücke zu eliminieren: Statt „mir“ soll hier ursprünglich „dir“ gestanden haben (vgl. dann ähnlich Jer 23,33f.), wie man es nach wie vor in 1 MS findet und auch LXXDie Septuaginta - die älteste durchgängige griechische Übersetzung des AT überhaupt; entstanden zwischen 250 v. Chr. und 100 n. Chr. Die LXX folgt vielerorts einer anderen Verszählung als deutsche Übersetzungen. Stellenangaben, die mit diesem Kürzel versehen sind, können von den Angaben im sonst aus dem Hebräischen übersetzten AT abweichen. vorgelegen hat. So z.B. Raschi, Ibn Ezra, für eine Liste vieler T.S. s. z.B. Midrasch Tanchuma, Beschalach 16. Ob diese Textkorrekturen wirklich so zu bewerten sind und demgemäß z.B. hier in der Tat „dir“ urspünglich und „mir“ eine nachträgliche Korrektur ist, ist zweifelhaft; in der neueren TextkritikDer Versuch, aus den überlieferten Bibelhandschriften die ursprünglichste Textversion zu ermitteln. Im AT gilt der sogenannte „Masoretische Text“ als Richtschnur, er ist allerdings teilweise über 2000 Jahre jünger als der zu ermittelnde „Urtext“ und kann daher Überlieferungsfehler enthalten. Atl. Textkritik versucht, durch den Vergleich mit anderen erhaltenen Textversionen solche womöglich fehlerhaften Stellen zu berichtigen. Bisweilen sind dabei Textänderungen nötig, die überhaupt kein Fundament in den alten Textzeugen haben, sondern nur auf Vermutungen basieren. Das NT ist wesentlich besser überliefert: Eine Vielzahl älterer Manuskripte sind erhalten. Allerdings gibt es keinen Ausgangstext mit einem dem Masoretischen Text vergleichbaren Stellenwert. Die ntl. Textkritik wägt daher Textvarianten aus unterschiedlichen Texttraditionen gegeneinander ab, um zu beurteilen, welche Variante die ursprünglichere ist. wird dies eher bestritten (z.B. bei Tov 1992Tov, Emanuel: Textual Criticism of the Hebrew Bible. Second Revised Edition. Minneapolis/Assen, 1992., S. 65-7.). Viele Exegeten und einige Üss. halten dennoch auf dieser Grundlage „dir“ für ursprünglich; daher „dir“ in Kurz für „Einheitsübersetzung“. 1980 erstmals als Gesamtausgabe erschienen. Heute noch vorgeschriebene Übersetzung für römisch-katholische Liturgie. Vom Stil her eine sog. „liturgische Übersetzung“: eher frei, eher verständlich; dennoch der Alltagssprache eher fern. „EÜ 16“ bezeichnet die 2016 erschienene Aktualisierung dieser Üs. 80 (nicht mehr 16), H-RKurz für „Henne-Rösch - Bibel“. Zusammenführung der AT-Übersetzung von Henne und Gräff und der NT-Übersetzung durch Rösch um 1935. Auch bekannt als „Paderborner Bibel“. Recht gutes Gleichgewicht von „wörtlich“ und „verständlich“., HER05Kurz für „revidierte Herder Bibel“, einer Revision der Herderbibel von 2005 durch Johannes Franzkowiak. Stilistisch eher den „liturgischen Bibelübersetzungen“ zuzuordnen., Kaiser 2006Kaiser, Otto: Das Buch Hiob. Übersetzt und eingeleitet. Stuttgart, 2006., NLKurz für „Neues Leben“, eine sehr kommunikative Übersetzung, die erstmals 2006 als Vollbibel erschien., PATKurz für „Pattloch Bibel“; Bezeichnung für die Übersetzung durch Vinzenz Hamp, Meinrad Stenzel und Josef Kürzinger - drei exegetischen Schwergewichtern - von 1955. Völlig zu Unrecht so unbekannt: Gutes Gleichgewicht von Wörtlichkeit und Lesbarkeit. Hamp schreibt zum Profil: „Unsere Ausgabe bietet eine ungekürzte Übertragung aus den Grundtexten, de einerseits möglichst getreu den Sinn der Verfasser zu treffen sucht, andererseits einen verständlichen und flüssigen deutschen Stil anstrebt. Veraltete und ungebräuchlich gewordene Ausdrücke, die in den Bibelübersetzungen oft lange Zeit mitgeschleppt werden, wurden durch neue ersetzt.“, ZÜRKurz für „Zürcher Bibel“. Zurückgehend auf die Übersetzung Zwinglis, wurde sie erstmals 1907-1931 erneut übersetzt. Seit 2007 liegt sie in neuer Revision vor. Ihr Ziel ist die Verbindung von philologischer Genauigkeit und „geschmeidiger, gehobener Sprache“ - und das macht sie so gut, dass viele Exegeten sie als Referenzübersetzung in Aufsätzen und Kommentaren benutzen. 31 (nicht mehr 07). Ursprünglich ist eher „mir“. Dafür spricht die externe Evidenz (TgKurz für „Targum“, eine frühjüdische Textgattung: Interpretative Übersetzung eines Bibeltextes ins Aramäische., SyrKurz für „Syrisch“; Bezeichnung für die syrische Bibelübersetzung „Peschitta“ - „die Einfache“. Entstanden ab dem 1. Jh. n. Chr., VULDie Vulgata - neben der Septuaginta die wohl wichtigste antike Übersetzung der gesamten Bibel - ins Lateinische - von Hieronymus; entstanden zwischen 380 n. Chr. und 400 n. Chr.), dafür sprechen außerdem die Normen biblischer Poetik, die erwarten lassen, dass hier eine Zeile folgt, die parallel geht mit 20c. Mit „dir“ würde 20d dagegen noch mal an 20a anknüpfen: Was kann ich dir antun, wie könnte ich dir eine Last sein? (Zurück zu v.20)
vEher nicht: „Denn dann dürfte ich mich legen...“ (so B-R„Die Schrift“, übersetzt von Martin Buber und Franz Rosenzweig. Eine jüdische Übersetzung des Alten Testaments, die berühmt ist für ihre eigenwilligen Übersetzungsentscheidungen und ihren teilweise sehr gewagten Stil., Kurz für „Einheitsübersetzung“. 1980 erstmals als Gesamtausgabe erschienen. Heute noch vorgeschriebene Übersetzung für römisch-katholische Liturgie. Vom Stil her eine sog. „liturgische Übersetzung“: eher frei, eher verständlich; dennoch der Alltagssprache eher fern. „EÜ 16“ bezeichnet die 2016 erschienene Aktualisierung dieser Üs. 80, PATKurz für „Pattloch Bibel“; Bezeichnung für die Übersetzung durch Vinzenz Hamp, Meinrad Stenzel und Josef Kürzinger - drei exegetischen Schwergewichtern - von 1955. Völlig zu Unrecht so unbekannt: Gutes Gleichgewicht von Wörtlichkeit und Lesbarkeit. Hamp schreibt zum Profil: „Unsere Ausgabe bietet eine ungekürzte Übertragung aus den Grundtexten, de einerseits möglichst getreu den Sinn der Verfasser zu treffen sucht, andererseits einen verständlichen und flüssigen deutschen Stil anstrebt. Veraltete und ungebräuchlich gewordene Ausdrücke, die in den Bibelübersetzungen oft lange Zeit mitgeschleppt werden, wurden durch neue ersetzt.“): Ijob zieht nach V. 15 zwar [selbst (!)] den Tod seinem Leiden vor, aber recht eigentlich sterben will er doch wohl nicht, sondern lieber noch wieder Heil erfahren. Ganz merkwürdig Kurz für „Einheitsübersetzung“. 1980 erstmals als Gesamtausgabe erschienen. Heute noch vorgeschriebene Übersetzung für römisch-katholische Liturgie. Vom Stil her eine sog. „liturgische Übersetzung“: eher frei, eher verständlich; dennoch der Alltagssprache eher fern. „EÜ 16“ bezeichnet die 2016 erschienene Aktualisierung dieser Üs. 17: „Nun denn – zum Staub bette ich mich“, was weder psychologisch noch kontextuell sehr passend ist. (Zurück zu v.21)
wIjob verwendet zum Ausdruck dieser Mühsal die sog. „Lohnknecht-metapher“. Diese gehört zu den komplexen Metaphern in der BibelDie Bibel ist das Buch über Gott.: In Rut 2,12; 2 Chr 15,7 (vgl. auch Sir 2,7f.; 11,18-22; 36,21; Spr 11,17f.; auch Gen 15,1f.; 30,18; 127,3; Jes 40,10) dient sie dazu, auszudrücken, dass sich Aufwand und Mühen lohnen, weil Gott diese Mühen zurückzahlen wird (vgl. Novick 2011Novick, Tzvi: Wages from God: The Dynamics of a Biblical Metaphor, in: CBQ 73/4, 2011. S. 708-722. online unter: http://goo.gl/UngA4m, S. 708f.), wie man es ähnlich auch aus den Aussagen von Elifas in Ijob 5,17f. heraushören kann. Nicht so bei Ijob: Er ist ein Lohnknecht, der vergeblich auf seinen Lohn wartet. (Zurück zum Text: w)