Ijob 6: Unterschied zwischen den Versionen

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{{S|10}} Dann könnte [immer] noch (dies)<ref>'''Textkritik''': ''`od'' („(immer) noch“) nach MT. Sym, Theod und vielleicht Syr (''tub'', „weiterhin“; Syr schließt aber auch die folgende Zeile mit ''tub'' an 10a an) stützen MT. LXX aber liest ''`iri'' („meine Stadt“), Tg, VUL und Saadja ''zot'' („dies“), das auch statt ''`od'' in wenigen heb. Handschriften steht. Letzterem folgen z.B. BHK, HER05, R-S.</ref> mein Trost sein
 
{{S|10}} Dann könnte [immer] noch (dies)<ref>'''Textkritik''': ''`od'' („(immer) noch“) nach MT. Sym, Theod und vielleicht Syr (''tub'', „weiterhin“; Syr schließt aber auch die folgende Zeile mit ''tub'' an 10a an) stützen MT. LXX aber liest ''`iri'' („meine Stadt“), Tg, VUL und Saadja ''zot'' („dies“), das auch statt ''`od'' in wenigen heb. Handschriften steht. Letzterem folgen z.B. BHK, HER05, R-S.</ref> mein Trost sein
 
_Und ich könnte (in=) trotz schonungslosem Schmerz (in Schmerz, ohne dass er schont,) freudig hüpfen –<ref>''freudig hüpfen'' - unsicheres Wort; nur hier in der Bibel. Im Mischnahebräischen heißt das Wort „zurückzucken, zurückziehen“ (daher z.B. Raschi: „schaudern“). LXX hat „ich werde hüpfen“, dabei aber vielleicht ''d'' als ''ḥ'' verlesen und dann ''slḥ'' für eine NF von ''ṣlḥ'' gehalten. Tg hat „ich werde mich freuen“, die meisten Kommentare und Üss. raten daher aus LXX und Tg eine Bed. „vor Freude hüpfen“ zusammen – eine Notlösung, der man sich in Ermangelung einer besseren Alternative wohl anschließen muss.<br />'''Textkritik''': Syr übersetzt mit „ich werde erfüllt/geendigt werden (mit grenzenloser Kraft)“, rät damit aber wohl ebenfalls, da mit diesem Wort auch das letzte Verb von V. 9 („abschneiden“) übersetzt wird. VUL ignoriert das Wort, wenn nicht ''affligens me'' („mich [mit Schmerz] belastend“) seine Entsprechung sein soll. Der Text war damit recht sicher schon zur Zeit der Erstellung dieser Übersetzungen verderbt und lässt sich kaum mehr rekonstruieren. Denkbar wäre ''we´a kajoledah bechilah'' ({{hebr}}וא כילדה{{hebr ende}} statt {{hebr}}ואסלדה{{hebr ende}}: ''k(a)'' wäre ein „shared consonant“ von ''we´ak'' und ''kajoledah'' (wie ähnlich in Vv. 12f.); wäre weiter ''joledah'' defektiv geschrieben gewesen, hätte nach einer Verschreibung von ''k'' als ''s'' nur noch ein Jod ausfallen müssen). Vgl. [[Psalm 48#s6 |Ps 48,6]]; [[Jeremia 6#s24 |Jer 6,24]]; [[Jeremia 22#s23 |22,23]]; [[Jeremia 50#s43 |50,43]]; [[Micha 4#s9 |Mi 4,9]], wo jeweils vom ''chil kajoledah'', den „Wehen wie denen einer Gebärenden“, gesprochen wird. Zu übersetzen wäre dann als Parenthese: „Doch ach, wie eine Gebährende in ihren (!) Schmerzen schont er nicht!“</ref>
 
_Und ich könnte (in=) trotz schonungslosem Schmerz (in Schmerz, ohne dass er schont,) freudig hüpfen –<ref>''freudig hüpfen'' - unsicheres Wort; nur hier in der Bibel. Im Mischnahebräischen heißt das Wort „zurückzucken, zurückziehen“ (daher z.B. Raschi: „schaudern“). LXX hat „ich werde hüpfen“, dabei aber vielleicht ''d'' als ''ḥ'' verlesen und dann ''slḥ'' für eine NF von ''ṣlḥ'' gehalten. Tg hat „ich werde mich freuen“, die meisten Kommentare und Üss. raten daher aus LXX und Tg eine Bed. „vor Freude hüpfen“ zusammen – eine Notlösung, der man sich in Ermangelung einer besseren Alternative wohl anschließen muss.<br />'''Textkritik''': Syr übersetzt mit „ich werde erfüllt/geendigt werden (mit grenzenloser Kraft)“, rät damit aber wohl ebenfalls, da mit diesem Wort auch das letzte Verb von V. 9 („abschneiden“) übersetzt wird. VUL ignoriert das Wort, wenn nicht ''affligens me'' („mich [mit Schmerz] belastend“) seine Entsprechung sein soll. Der Text war damit recht sicher schon zur Zeit der Erstellung dieser Übersetzungen verderbt und lässt sich kaum mehr rekonstruieren. Denkbar wäre ''we´a kajoledah bechilah'' ({{hebr}}וא כילדה{{hebr ende}} statt {{hebr}}ואסלדה{{hebr ende}}: ''k(a)'' wäre ein „shared consonant“ von ''we´ak'' und ''kajoledah'' (wie ähnlich in Vv. 12f.); wäre weiter ''joledah'' defektiv geschrieben gewesen, hätte nach einer Verschreibung von ''k'' als ''s'' nur noch ein Jod ausfallen müssen). Vgl. [[Psalm 48#s6 |Ps 48,6]]; [[Jeremia 6#s24 |Jer 6,24]]; [[Jeremia 22#s23 |22,23]]; [[Jeremia 50#s43 |50,43]]; [[Micha 4#s9 |Mi 4,9]], wo jeweils vom ''chil kajoledah'', den „Wehen wie denen einer Gebärenden“, gesprochen wird. Zu übersetzen wäre dann als Parenthese: „Doch ach, wie eine Gebährende in ihren (!) Schmerzen schont er nicht!“</ref>
_Denn ich habe ich nicht verheimlicht (vertilgt; ja, ich verheimliche nicht) die Worte (Dinge) des Heiligen!<ref>Auch ''10c'' ist schwierig. Dt. Üss. implizieren häufig folgendes: „Es wäre gut, wenn Gott mich tötete, denn ich habe seine Worte nicht verleugnet = mich immer an seine Gebote gehalten[, und damit wäre der Tod etwas Gutes für mich].“ Doch das ist ganz unwahrscheinlich; die Idee eines Lebens nach dem Tod, bei dem es dem guten (=gesetzestreuen) Menschen gut geht, ist dem Ijobbuch fremd. Gemeint ist daher eher: Gott möge meine Bitte erfüllen. Das muss er doch, schließlich war ich seinen Geboten immer treu (vgl. sehr ähnlich [[Ijob 22#s22 |Ijob 22,22]]; [[Ijob 23#s12 |23,12]]). Möglich wäre außerdem die Alternativübersetzung „ja, ich verheimliche nicht die Dinge des Heiligen“; vgl. [[Ijob 27#s11 |Ijob 27,11f.]]: Anders als ihr, die ihr so eitel schwätzt, stelle ich richtig dar, „wie es sich mit Gott verhält“ (hier: „die Dinge des Heiligen“, 27,11: „was bei Schaddai ist“). Vgl. auch [[Ijob 42#s7 |Ijob 42,7]], wo Gott Ijobs Freunden vorwirft: „Anders als mein Diener Ijob habt ihr nicht zutreffend über mich gesprochen!“ So CTAT V, S. 33; bisher hat sich dem allerdings niemand angeschlossen.</ref></poem>
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_Weil ich nicht verheimlicht habe (vertilgt habe; denn ich habe nicht verheimlicht; ja, ich verheimliche nicht) die Dinge (Worte) des Heiligen!<ref>Auch ''10c'' ist schwierig. Dt. Üss. implizieren häufig folgendes: „Es wäre gut, wenn Gott mich tötete, denn ich habe seine Worte nicht verleugnet = mich immer an seine Gebote gehalten[, und damit wäre der Tod etwas Gutes für mich].“ Doch das ist ganz unwahrscheinlich; die Idee eines Lebens nach dem Tod, bei dem es dem guten (=gesetzestreuen) Menschen gut geht, ist dem Ijobbuch fremd. Gemeint ist daher eher vgl. [[Ijob 27#s11 |Ijob 27,11f.]] : Anders als ihr, die ihr so eitel schwätzt, stelle ich richtig dar, „wie es sich mit Gott verhält“ (hier: „die Dinge des Heiligen“, 27,11: „was bei Schaddai ist“). Vgl. auch [[Ijob 42#s7 |Ijob 42,7]], wo Gott Ijobs Freunden vorwirft: „Anders als mein Diener Ijob habt ihr nicht zutreffend über mich gesprochen!“ So CTAT V, S. 33. Möglich auch: Gott möge meine Bitte erfüllen. Das muss er doch, schließlich war ich seinen Geboten immer treu (vgl. sehr ähnlich [[Ijob 22#s22 |Ijob 22,22]]; [[Ijob 23#s12 |23,12]]).</ref></poem>
  
  
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_Was also (doch was) soll tadeln euer Tadel?
 
_Was also (doch was) soll tadeln euer Tadel?
 
{{S|26}} Wollt ihr [mit] Reden (wollt ihr Reden) tadeln
 
{{S|26}} Wollt ihr [mit] Reden (wollt ihr Reden) tadeln
_Als [bloßen] Wind (Sind für den Wind, Sind [bloßer] Wind) die Worte eines Verzweifelten?<ref>''Vv. 25f.'' sind nicht einfach. Die Worte sind klar; die Stroßrichtung derselben aber nicht. V. 25 lässt sich entweder verstehen als „Meine gerechten Worte sind (qua ''gerechten'' Worten) stark; wie glaubt ihr, sie tadeln zu können?“ oder im Gegenteil als „Na klasse, ihr habt richtiger gesprochen als ich; toll gemacht, dass ihr schlüssiger argumentiert als ein Verzweifelter!“; V. 26 entweder als „Was stimmt denn eigentlich nicht mit euch, dass ihr mit einem Verzweifelten auch noch diskutiert, anstatt ihn zu trösten“ oder als „Bedeuten euch meine Worte gar nichts; sind die Worte eines Verzweifelten für die Katz?“ oder als „Glaubt ihr etwa, meine Worte seien trotz meiner Verzweiflung ohne Basis?“ Die Der Zhg. der ersten und der letzten Strophe mit er Inclusio durch ''hawah'' legt nahe, dass für Ijob klar ist, dass seine Rede in Kap. 3 nicht unproblematisch war, er nun aber mit Kap. 7 noch einmal und fehlerfrei ansetzen möchte. Am schlüssigsten daher: „Was sind [eure] gerechten Worte doch stark – toll gemacht! Doch was soll euer Tadel tadeln? Natürlich, meine Worte waren die Worte eine Verweifelten – das ist doch wohl keine Leistung, sie zu widerlegen! [V. 27] Doch jetzt...“</ref></poem>
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_Als [bloßen] Wind (Sind für den Wind, Sind [bloßer] Wind) die Worte eines Verzweifelten?<ref>''Vv. 25f.'' sind nicht einfach. Die Worte sind klar; die Stroßrichtung derselben aber nicht. V. 25 lässt sich entweder verstehen als „Meine gerechten Worte sind (qua ''gerechten'' Worten) stark; wie glaubt ihr, sie tadeln zu können?“ oder im Gegenteil als „Na klasse, ihr habt richtiger gesprochen als ich; toll gemacht, dass ihr schlüssiger argumentiert als ein Verzweifelter!“; V. 26 entweder als „Was stimmt denn eigentlich nicht mit euch, dass ihr mit einem Verzweifelten auch noch diskutiert, anstatt ihn zu trösten“ oder als „Bedeuten euch meine Worte gar nichts; sind die Worte eines Verzweifelten für die Katz?“ oder als „Glaubt ihr etwa, meine Worte seien trotz meiner Verzweiflung ohne Basis?“ Die Der Zhg. der ersten und der letzten Strophe mit er Inclusio durch ''hawah'' legt nahe, dass für Ijob klar ist, dass seine Rede in Kap. 3 nicht unproblematisch war, er nun aber mit Kap. 7 noch einmal und fehlerfrei ansetzen möchte. Am schlüssigsten daher: „Was sind [eure] gerechten Worte doch stark – toll gemacht! Doch was soll euer Tadel tadeln? Natürlich, meine Worte waren die Worte eine Verweifelten – das ist doch wohl keine Leistung, sie zu widerlegen! [V. 27] Doch jetzt...“</ref>
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{{S|27}} Ihr würdet gar über Waisen würfeln (herfallen)<ref>''über Waisen würfeln (herfallen)'' - w. „über Waisen fallen lassen“; vermutlich eine Abkürzung für „Lose fallen lassen“ wie ähnlich in [[Psalm 22#s19 |Ps 22,19]]; [[Matthäus 27#s35 |Mt 27,35]]. „Herfallen“ nach LXX bei Siegfried; auch H-R, LUT 45 + 12 (ab 84 ebenfalls „das Los werfen“), STADIJ, van Ess. Entsprechend könnte auch das folgende ''krh'', das entweder „graben“ oder „handeln“ heißen kann, auch eine Abkürzung für „eine Grube graben“ sein – so Raschi, Ibn Ezra; auch B-R, H-R, LUT 45+12 (ab 84 ebenfalls „verschachern“), STADIJ, van Ess –, vom Parallelismus her liegt „handeln, feilschen“ aber näher.</ref>
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_Und feilschen um euren ([eine Grube] graben eurem) Freund!</poem>
  
  
 
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{{S|27}} Ihr würdet gar über Waisen würfeln (herfallen)<ref>''über Waisen würfeln (herfallen)'' - w. „über Waisen fallen lassen“; vermutlich eine Abkürzung für „Lose fallen lassen“ wie ähnlich in [[Psalm 22#s19 |Ps 22,19]]; [[Matthäus 27#s35 |Mt 27,35]]. „Herfallen“ nach LXX bei Siegfried; auch H-R, LUT 45 + 12 (ab 84 ebenfalls „das Los werfen“), STADIJ, van Ess. Entsprechend könnte auch das folgende ''krh'', das entweder „graben“ oder „handeln“ heißen kann, auch eine Abkürzung für „eine Grube graben“ sein – so Raschi, Ibn Ezra; auch B-R, H-R, LUT 45+12 (ab 84 ebenfalls „verschachern“), STADIJ, van Ess –, vom Parallelismus her liegt „handeln, feilschen“ aber näher.</ref>
 
_Und feilschen um euren ([eine Grube] graben eurem) Freund!
 
 
{{S|28}} {Und nun,} lasst[s] euch gefallen, mich anzusehen! –
 
{{S|28}} {Und nun,} lasst[s] euch gefallen, mich anzusehen! –
 
_[Niemals] würde ich [ja] in euer Gesicht lügen!<ref>W. „Und in euer Gesicht, wenn ich löge...“; letzteres ist eine offen gelassene Selbstverfluchung („wenn ich in euer Gesicht löge, sollte mir dies und das widerfahren“), eine Konstruktion für bes. starke Verneinungen. Gut daher H-R: „ich werde euch gewiß nicht ins Angesicht lügen“, TAF: „Ich werde euch doch wahrlich nicht ins Angesicht lügen!“, ZÜR: „Ich lüge euch gewiss nicht ins Angesicht.“</ref>
 
_[Niemals] würde ich [ja] in euer Gesicht lügen!<ref>W. „Und in euer Gesicht, wenn ich löge...“; letzteres ist eine offen gelassene Selbstverfluchung („wenn ich in euer Gesicht löge, sollte mir dies und das widerfahren“), eine Konstruktion für bes. starke Verneinungen. Gut daher H-R: „ich werde euch gewiß nicht ins Angesicht lügen“, TAF: „Ich werde euch doch wahrlich nicht ins Angesicht lügen!“, ZÜR: „Ich lüge euch gewiss nicht ins Angesicht.“</ref>
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_Oder kann nicht unterscheiden mein Gaumen Verderbnis?<ref>''Verderbnis'' - eine Inclusio mit 2b. Dort ist noch offengelassen, ob Ijob nicht vielleicht wenigstens ein bisschen verderbt ist; hier dann aber ganz klar: Ijob hält sich mit seinem Reden für perfekt.</ref></poem>
 
_Oder kann nicht unterscheiden mein Gaumen Verderbnis?<ref>''Verderbnis'' - eine Inclusio mit 2b. Dort ist noch offengelassen, ob Ijob nicht vielleicht wenigstens ein bisschen verderbt ist; hier dann aber ganz klar: Ijob hält sich mit seinem Reden für perfekt.</ref></poem>
 
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In Ijob 6-7 antwortet Ijob auf die Rede von Elifas in Ijob 4-5. Kapitel 6 ist dabei fast in Gänze ein „Meta-diskurs“, in dem nicht die theologische Probleme, die das Thema des Ijobbuches sind, behandelt werden, sondern die Rede die eigene Rede in Kapitel 3 und die Rede des Elifas in Kapitel 4-5 bewertet wird:<br />'''Vv. 2-4''' In der Tat waren meine Worte in Kapitel 3 nicht völlig durchdacht (vgl. [[Ijob 5#l1 |Ijob 5,1-7]]). Doch das liegt natürlich an meinem großen Leiden. Darüber hinaus aber: Meine große Verzweiflung lässt keine Rückschlüsse über meine Verderbtheit zu – mäße man einmal meinen Eifer und meine Verderbtheit gegeneinander ab, würde man feststellen, dass um ein Unendliches mehr verzweifelt als verderbt bin.<br />'''Vv. 5-7''' Nun aber zu deiner Rede: Wie soll solches Traumgeschwätz (vgl. [[Ijob 4#l12 |Ijob 4,12-21]]) dazu beitragen, meine Verzweiflung zu lindern? '''Vv. 8-10''' Da wünsche ich mir ja geradezu noch mehr zu sterben – und sei es nur, damit darin dann sichtbar wird, dass ich selbst mit meinen unbedachten Worten richtiger über Gott geredet habe als du! '''Vv. 11-13''' Doch auch so: Ich kann einfach nicht mehr! '''Vv. 14-27''' Davon aber einmal abgesehen: Wie treulos seid doch ihr, meine Freunde, dass ihr mich nicht etwa tröstet oder bestärkt, sondern gar tadelt (vgl. [[Ijob 4#l7 |Ijob 4,7-11]]; [[Ijob 5#l1 |5,1-7]])!? '''Vv. 28-31''': Unabhängig davon, lasst mich angesichts meiner hervorgestotterten Rede in Ijob 3 noch einmal neu ansetzen; ihr werden sehen, dass ich die Wahrheit spreche!
  
 
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Version vom 6. Juni 2019, 14:50 Uhr

Syntax OK
SF ungeprüft.png
Status: Studienfassung zu prüfen – Eine erste Übersetzung aus dem Urtext ist komplett, aber noch nicht mit den Übersetzungskriterien abgeglichen und nach den Standards der Qualitätssicherung abgesichert worden und sollte weiter verbessert und geprüft werden. Auf der Diskussionsseite ist Platz für Verbesserungsvorschläge, konstruktive Anmerkungen und zum Dokumentieren der Arbeit am Urtext.
Folgt-später.png
Status: Lesefassung folgt später – Bevor eine Lesefassung erstellt werden kann, muss noch an der Studienfassung gearbeitet werden. Siehe Übersetzungskriterien und Qualitätssicherung Wir bitten um Geduld.

Lesefassung (Ijob 6)

(kommt später)

Studienfassung (Ijob 6)

1 Da antwortete Ijob {und sagte}:


2 „Dass doch gewogen, gewogen werdea mein Eifer (Gram),
Und man meine Verderbnis (mein Unglück) auf die Waage legte dazu!
3 Denn dann würde er schwerer lasten als der Sand der Meere –b
Darum stotterten meine Worte.c
4 Denn die Pfeile Schaddais [sind] auf mich [gerichtet],
Damit (deren)d ihr Gift mein Geist trinkt:
Die Schrecken (Überfälle) Gottese werden mich quälen (werden gegen mich aufgestellt sein).f


5 Schreit der Esel über[m] Gras
Oder brüllt der Ochse über seinem (über[m])g Futter?
6 Isst man Fades ohne Salz
Oder ist Geschmack in Traumgesabbel (Eiweiß, Eibischsaft, Molke, Frischkäseflüssigkeit)?h
7 Es weigert sich meine Kehle (Seele), anzutasten
Diese [sind] (Sie verabscheut sie)i wie (als) Schimmel (Krankheit) meines Brotes (mein krankes Brot).


8 Ach, wenn doch meine Bitte einträfe
Und meine Hoffnung erfüllte Gott!
9 {Und} Es möge Gott gefallen, mich zu zermalmen,
Er lasse seine Hand fahren, mich abzuschneiden –
10 Dann könnte [immer] noch (dies)j mein Trost sein
Und ich könnte (in=) trotz schonungslosem Schmerz (in Schmerz, ohne dass er schont,) freudig hüpfen –k
Weil ich nicht verheimlicht habe (vertilgt habe; denn ich habe nicht verheimlicht; ja, ich verheimliche nicht) die Dinge (Worte) des Heiligen!l


11 Was ist meine Kraft, dass ich warten (hoffen) könnte,
Was mein Ende, dass ich[s] aushaltenm könnte!?
12 Ist etwa meine Kraft die Kraft von Steinen?
Ist etwa mein Fleisch aus Bronze?
13 Siehe (ist etwa wohl, wahrlich, kann ich verhundertfachen),n keine Hilfe [ist] in mir
Und die Klugheit [ist] vertrieben aus mir!


14 Was den angeht, der entzieht (wegschmilzt von, was den Geschmolzenen angeht:)o seinem Nächsten Loyaltät (Treue):
Die Schaddai-furchtp verlässt er.
15 Meine Brüder sind (waren) treulos wie ein Fluss,
Wie ein überfließendes (ausgelaufenes) Flussbett,
16 Die dunkel [sind (waren)] vom Eise
So dass sich auf ihnen Schnee häuft (häufen kann, versteckt).q
17 Zur Zeit, [wenn sie] verbrennen,r sind sie verschwunden,
Zu ihrer Hitze sind sie verschwunden von ihrem Ort.


18 Karawanen (Wege) schlagen ihren Weg ein (tasten ihren Verlauf ab),s
Steigen hinauf ins Nichts und verschwinden.
19 Es schauen aus die Karawanen von Tema,
Die Züge von Saba hoffen auf sie.t
20 Sie waren beschämt, weil sie vertrauten (er vertraute),u
Sie erreichten ihnv und wurden zuschanden.


21 Denn jetzt seid ihr (So [auch] ihr: ihr seid) geworden zu ihm (sein, zu nichts, für mich):w
Sobald ihr einen Schrecken seht, fürchtet ihr euch.x
22 Sagte ich etwa: ‚Gebt mir,
[Gebt] vom eurem Vermögen eine Zahlung (ein Geschenk, eine Belohnung) um meinetwillen
23 Und befreit mich aus der Hand eines Bedrängers
Und aus der Hand von Gewalttätigen befreit mich!‘?


24 Belehrt mich und ich werde schweigen!
Was habe ich gesündigt? Lasst[s] mich verstehen!
25 Was sind stark (schlimm, glatt)y gerechte Worte!
Was also (doch was) soll tadeln euer Tadel?
26 Wollt ihr [mit] Reden (wollt ihr Reden) tadeln
Als [bloßen] Wind (Sind für den Wind, Sind [bloßer] Wind) die Worte eines Verzweifelten?z
27 Ihr würdet gar über Waisen würfeln (herfallen)aa
Und feilschen um euren ([eine Grube] graben eurem) Freund!


28 {Und nun,} lasst[s] euch gefallen, mich anzusehen! –
[Niemals] würde ich [ja] in euer Gesicht lügen!ab
29 Wendet euch um;ac nicht wird sein Böses!ad
Wendet euch um; weiterhin (noch) [ist (sei)] meine Gerechtigkeit auf ihr (in mir)!ae
30 Gibt es auf meiner Zunge Frevel?
Oder kann nicht unterscheiden mein Gaumen Verderbnis?af

Anmerkungen

In Ijob 6-7 antwortet Ijob auf die Rede von Elifas in Ijob 4-5. Kapitel 6 ist dabei fast in Gänze ein „Meta-diskurs“, in dem nicht die theologische Probleme, die das Thema des Ijobbuches sind, behandelt werden, sondern die Rede die eigene Rede in Kapitel 3 und die Rede des Elifas in Kapitel 4-5 bewertet wird:
Vv. 2-4 In der Tat waren meine Worte in Kapitel 3 nicht völlig durchdacht (vgl. Ijob 5,1-7). Doch das liegt natürlich an meinem großen Leiden. Darüber hinaus aber: Meine große Verzweiflung lässt keine Rückschlüsse über meine Verderbtheit zu – mäße man einmal meinen Eifer und meine Verderbtheit gegeneinander ab, würde man feststellen, dass um ein Unendliches mehr verzweifelt als verderbt bin.
Vv. 5-7 Nun aber zu deiner Rede: Wie soll solches Traumgeschwätz (vgl. Ijob 4,12-21) dazu beitragen, meine Verzweiflung zu lindern? Vv. 8-10 Da wünsche ich mir ja geradezu noch mehr zu sterben – und sei es nur, damit darin dann sichtbar wird, dass ich selbst mit meinen unbedachten Worten richtiger über Gott geredet habe als du! Vv. 11-13 Doch auch so: Ich kann einfach nicht mehr! Vv. 14-27 Davon aber einmal abgesehen: Wie treulos seid doch ihr, meine Freunde, dass ihr mich nicht etwa tröstet oder bestärkt, sondern gar tadelt (vgl. Ijob 4,7-11; 5,1-7)!? Vv. 28-31: Unabhängig davon, lasst mich angesichts meiner hervorgestotterten Rede in Ijob 3 noch einmal neu ansetzen; ihr werden sehen, dass ich die Wahrheit spreche!

agewogen, gewogen - W. ungefähr „Dass doch wiegend gewogen werde“, ein sog. „tautologischer Infinitiv“: heb. Konstruktion, in der ein Inifinitiv und eine finite Form desselben Verbs nebeneinandergestellt wird, wodurch der Modus der gesamten Aussage verstärkt wird: „Man soll unbedingt wiegen!“ Hier zusätzlich verstärkt durch die einleitende Wunschpartikel lu („dass doch“). (Zurück zu v.2)
bIn Vv. 2-3a ist wahrscheinlich gemeint: Man wiege nur einmal meine Verderbnis gegen meine Verzweiflung ab – dann wird man sehen, dass erstere auch im Vergleich zu letzterer gegen Null geht; das Unheil, das mir wiederfuhr, steht in keinem Verhältnis zu meiner Sündigkeit!
In neueren Kommentaren und Üss. werden diese Verse anders und recht sicher falsch verstanden. Für gewöhnlich deutet man dort nämlich ka`aß (eine Nebenform von ka`as wie in Ijob 5,2; 10,17; 17,7) in 2a als „Gram“, hawah in 3b als „Unglück“ und versteht dann 2-3a so, dass das Unglück, das über Ijob hereingebrochen ist, und seine Gram darüber gemeinsam auf die selbe Waagschale gelegt und dann gewogen werden sollen – derart gewogen wögen beide gemeinsam schwerer als aller Sand am Meeresstrand, womit sich dann seine harten Worte verteidigen ließen. Weder grammatisch (a) noch mentalitätsgeschichtlich (b) noch lexikalisch (c) ist das sehr wahrscheinlich:
(a) ka`aß/s ist maskulin, hawah feminin. Das Verb „lasten“ in 3a ist Maskulin Singular. Sollte gesagt werden, dass Kummer + Leid > aller Strandsand (so die meisten neueren Kommentatoren), würde man ein Pluralverb erwarten; soll nur gesagt werden, dass Ijob zwar in der Tat im Affekt gesprochen hat, aber dieser Affekt im Vergleich zu seinem Leid immer noch sehr klein ist (das Leid also im Vergleich zur Gram schwerer als aller Sand der Meere sei – vgl. Budde 1896Budde, Karl: Das Buch Hiob. Göttingen, 1896. online unter: https://goo.gl/MtwZ2V, S. 25: „Sein Unmut muss an seinem Unglück gemessen werden; die genaueste Wägung würde feststellen, dass er jenem längst nicht gleich käme.“; ähnlich z.B. Delitzsch; Dillmann; Driver/Gray; Duhm u.a.), müsste es feminin sein. Grammatisch ist die Gewichtsangabe in 3a allein auf ka`aß/s zu beziehen (so richtig Rosenmüller 1832Rosenmüller, Ernst F. K.: Scholia in Jobum in compendium redacta. Leipzig, 1832. online unter https://tinyurl.com/y3z73smo, S. 82); vorzustellen hat man sich also wohl doch mit den älteren Kommentatoren, dass ka`aß auf die eine, hawah aber auf die andere Waagschale gelegt wird. Betont wird dann aber nicht die Schwere der hawah, sondern des ka`aß.
(b) Ohnehin wäre eine solche Rechtfertigung mentalitätsgeschichtlich überraschend. Das Wort ka`as ist weiter als vergleichbare deutsche Worte. Meist steht es für den „Grimm“, den eifernden Zorn gegen einen Anderen (wie z.B. Ijob 5,2; 10,17), gelegentlich aber auch für die „Gram“, den Kummer über ein schweres Geschick (wie sehr ähnlich in 1 Sam 1,16; auch Ijob 17,7; Ps 6,8 u.ö.). Hier kann man gut beides mithören: Aus allzu großem Kummer hat sich Ijob zu seinen Aussagen in Kap. 3 verstiegen und daher „im Affekt gesprochen“, was ihm Elifas in Ijob 4,5; 5,2 denn auch vorwirft. Fast alle dt. Üss. entscheiden sich für „Gram“, „Kummer“, „Schmerz“ o.Ä. (verbreitet ist auch das nicht sehr treffende „Unmut“); Ausnahme ist einzig HER05Kurz für „revidierte Herder Bibel“, einer Revision der Herderbibel von 2005 durch Johannes Franzkowiak. Stilistisch eher den „liturgischen Bibelübersetzungen“ zuzuordnen. mit „Ärger“. Wahrscheinlich wäre eine Üs. mit „Affekt“ hier aber treffender, denn wie derartige Gefühlsregungen in einer weisheitlichen Schrift wie Ijob zu beurteilen sind, zeigen deutlich z.B. Ijob 36,18 oder auch Ps 37,8; Spr 14,29; 16,32; 20,25 (!); Jak 1,19f.; Jak 3,14-18 u.ö.: Ein Sprechen im Affekt wäre vielleicht erklärlich, damit aber zu biblischen Zeiten noch lange nicht vertretbar.
(c) Problematisch bei der verbreiteten Deutung ist schließlich die Übersetzung von hawah mit „Unglück“. hawah ist kein seltenes Wort und steht häufig für moralische Verderbtheit, die sich v.a. in Wortsünden äußert; vgl. Ps 5,10; 38,13; 52,3; 57,2 (vgl. V. 5); Spr 17,4; Mi 7,3; allgemeiner von der generellen Verderbtheit Ps 52,9; 55,12; 91,3; 94,20; Spr 10,3; 11,6; 19,13. Die Bed. „Unglück“ hier und in Ijob 30,13 wäre singulär; auch liegt gerade bei einer Verwendung zusammen mit der Rede von „unüberlegten Worten“ in 3b sehr viel näher, dass es sich hier wie üblich auf Wortsünden bezieht, und schließlich macht die Tatsache, dass über dieses Wort V. 2 eine Inclusio mit V. 30 bildet, wo es klar für „Verderbtheit“ steht, es ganz unwahrscheinlich, dass es hier etwas anderes bedeuten soll. (Zurück zu v.3)
cstammelten meine Worte - Dass nicht Ijob oder seine Lippen, sd. seine Worte „gestottert“ haben sollen, ist ungewöhnlich. Vielleicht will sich Ijob auch mit dieser Formulierung doch noch rechtfertigen und von seinen harten Worten distanzieren: Aufgrund seines/r übergroßen Grimms/Gram haben (1) seine Worte (statt ihm selbst) (2) gestottert (statt „gefrevelt“ o.Ä.). Wegen diesem „Stottern“ wird er in Kap. 7 noch einmal neu ansetzen, denn eigentlich ist er in seinem Reden ja überhaupt nicht verdorben (6,30).
tFNtechnische Fußnote; der Inhalt ist nur für Erstübersetzer aus dem Hebräischen/Griechischen interessant.: Heb. la`a`, etwas unsicheres Wort, daher meist frei übersetzt als „daher waren meine Worte unbedacht“. Äußerlich scheint es identisch zu sein mit la`a` („sturztrinken“; vgl. auch lo`a, „Kehle“ in Spr 23,2) in Ob 1,16; Sir 34,17 und Ijob 39,30; tatsächlich ist es aber wohl eher gemeinsam mit dem selben Wort in Spr 20,25 zu einem la`a` II zusammenzustellen und zu verbinden mit heb. la`ag („stottern“ in Jes 33,19, das Subst. la`ag, „Gestotter“, auch in Jes 28,11), da auch sonst im Semitischen die Konsonanten ` und g häufig wechseln. (Zurück zu v.3)
dtFNtechnische Fußnote; der Inhalt ist nur für Erstübersetzer aus dem Hebräischen/Griechischen interessant.: auf mich [gerichtet], damit (deren) - `immadi („auf mich [gerichtet]) wird fast stets übersetzt als „in mir“, ´ascher („damit/deren“) meist entweder in der Üs. ausgespart oder als Relativpartikel („die Pfeile, deren Gift“...) gedeutet: „Die Pfeile Schaddais stecken in mir, [sie], deren Gift mein Geist trinkt.“ „In“ gehört aber nicht zu den Bedd. von `im(mad) und Relativsätze werden in biblischer Poesie i.d.R. ohne ´ascher gebildet; hier hat diese Partikel daher vermutlich eine andere Funktion. Wegen des Yiqtol in 4c liegt nahe, dass die Partikel hier wie öfter zur Einleitung finaler Nebensätze verwendet wird. (Zurück zu v.4)
eSchrecken Gottes - seine Bogenschützen, s. Ijob 16,12f.. Wie üblich im Ijobbuch stehen hier die beiden seltenen Gottesbezeichnungen „Schaddai“ und „Eloah“ im Parallelismus. (Zurück zu v.4)
fTextkritikDer Versuch, aus den überlieferten Bibelhandschriften die ursprünglichste Textversion zu ermitteln. Im AT gilt der sogenannte „Masoretische Text“ als Richtschnur, er ist allerdings teilweise über 2000 Jahre jünger als der zu ermittelnde „Urtext“ und kann daher Überlieferungsfehler enthalten. Atl. Textkritik versucht, durch den Vergleich mit anderen erhaltenen Textversionen solche womöglich fehlerhaften Stellen zu berichtigen. Bisweilen sind dabei Textänderungen nötig, die überhaupt kein Fundament in den alten Textzeugen haben, sondern nur auf Vermutungen basieren. Das NT ist wesentlich besser überliefert: Eine Vielzahl älterer Manuskripte sind erhalten. Allerdings gibt es keinen Ausgangstext mit einem dem Masoretischen Text vergleichbaren Stellenwert. Die ntl. Textkritik wägt daher Textvarianten aus unterschiedlichen Texttraditionen gegeneinander ab, um zu beurteilen, welche Variante die ursprünglichere ist.: Heb. ja`arkuni. `arak („sich in Schlachtordnung aufstellen“) steht aber sets mit Präp. und nicht wie hier mit ePP. Der Text wird gestützt durch TgKurz für „Targum“, eine frühjüdische Textgattung: Interpretative Übersetzung eines Bibeltextes ins Aramäische. und Vul, LXXDie Septuaginta - die älteste durchgängige griechische Übersetzung des AT überhaupt; entstanden zwischen 250 v. Chr. und 100 n. Chr. Die LXX folgt vielerorts einer anderen Verszählung als deutsche Übersetzungen. Stellenangaben, die mit diesem Kürzel versehen sind, können von den Angaben im sonst aus dem Hebräischen übersetzten AT abweichen. und VLKurz für „Vetus Latina“, die „altlateinische Bibel“. Sammelbezeichnung für die erhaltenen Fragmente lateinischer Bibelübersetzungen vor Hieronymus´ Vulgata aus dem 2. - 4. Jh. aber übersetzen mit „sie durchbohren mich“, SyrKurz für „Syrisch“; Bezeichnung für die syrische Bibelübersetzung „Peschitta“ - „die Einfache“. Entstanden ab dem 1. Jh. n. Chr. mit „sie erschrecken mich“. Beiden Üss. muss kein anderer Text zugrunde liegen; LXXDie Septuaginta - die älteste durchgängige griechische Übersetzung des AT überhaupt; entstanden zwischen 250 v. Chr. und 100 n. Chr. Die LXX folgt vielerorts einer anderen Verszählung als deutsche Übersetzungen. Stellenangaben, die mit diesem Kürzel versehen sind, können von den Angaben im sonst aus dem Hebräischen übersetzten AT abweichen. und VLKurz für „Vetus Latina“, die „altlateinische Bibel“. Sammelbezeichnung für die erhaltenen Fragmente lateinischer Bibelübersetzungen vor Hieronymus´ Vulgata aus dem 2. - 4. Jh. könnten sich bei ihrer Deutung des Worts an den „Pfeilen“ in 4a und SyrKurz für „Syrisch“; Bezeichnung für die syrische Bibelübersetzung „Peschitta“ - „die Einfache“. Entstanden ab dem 1. Jh. n. Chr. an den „Schrecken“ in 4c orientiert haben. Dass das Wort hier mit ePP konstruiert ist und LXXDie Septuaginta - die älteste durchgängige griechische Übersetzung des AT überhaupt; entstanden zwischen 250 v. Chr. und 100 n. Chr. Die LXX folgt vielerorts einer anderen Verszählung als deutsche Übersetzungen. Stellenangaben, die mit diesem Kürzel versehen sind, können von den Angaben im sonst aus dem Hebräischen übersetzten AT abweichen., VLKurz für „Vetus Latina“, die „altlateinische Bibel“. Sammelbezeichnung für die erhaltenen Fragmente lateinischer Bibelübersetzungen vor Hieronymus´ Vulgata aus dem 2. - 4. Jh. und SyrKurz für „Syrisch“; Bezeichnung für die syrische Bibelübersetzung „Peschitta“ - „die Einfache“. Entstanden ab dem 1. Jh. n. Chr. sich mindestens zu einer Paraphrase veranlasst sahen, legt aber doch einen Schreibfehler nahe. BHK, Beer u.a. (z.B. schon Houbigant, auch TEXKurz für „Textbibel“, einer deutschen Bibelübersetzung, an der Größen wie Baethgen, Bertholet, Budde, Eißfeldt, Kautzsch, Kittel, Löhr, Marti, Siegfried, Socin und Steuernagel mitarbeiteten. Sehr wörtlich und völlig zu unrecht weitgehend in Vergessenheit geraten., ZÜRKurz für „Zürcher Bibel“. Zurückgehend auf die Übersetzung Zwinglis, wurde sie erstmals 1907-1931 erneut übersetzt. Seit 2007 liegt sie in neuer Revision vor. Ihr Ziel ist die Verbindung von philologischer Genauigkeit und „geschmeidiger, gehobener Sprache“ - und das macht sie so gut, dass viele Exegeten sie als Referenzübersetzung in Aufsätzen und Kommentaren benutzen. 31) lesen daher sinnvoller ja`akruni („sie quälen mich“; ähnlich schlägt BHSBiblica Hebraica Stuttgartensia vor, das Verb `arak selbst würde hier verwendet wie arab. araka, „quälen, belästigen“), Merx und Siegfried weniger glücklich ja`arquni („sie nagen an mir“). Die Verschreibung wäre leicht erklärlich durch den Einfluss von `immadi, dessen Konsonanten die selben sind wie von `amdi („mein Aufgestellt-sein“ wie in Jer 18,20). (Zurück zu v.4)
gTextkritikDer Versuch, aus den überlieferten Bibelhandschriften die ursprünglichste Textversion zu ermitteln. Im AT gilt der sogenannte „Masoretische Text“ als Richtschnur, er ist allerdings teilweise über 2000 Jahre jünger als der zu ermittelnde „Urtext“ und kann daher Überlieferungsfehler enthalten. Atl. Textkritik versucht, durch den Vergleich mit anderen erhaltenen Textversionen solche womöglich fehlerhaften Stellen zu berichtigen. Bisweilen sind dabei Textänderungen nötig, die überhaupt kein Fundament in den alten Textzeugen haben, sondern nur auf Vermutungen basieren. Das NT ist wesentlich besser überliefert: Eine Vielzahl älterer Manuskripte sind erhalten. Allerdings gibt es keinen Ausgangstext mit einem dem Masoretischen Text vergleichbaren Stellenwert. Die ntl. Textkritik wägt daher Textvarianten aus unterschiedlichen Texttraditionen gegeneinander ab, um zu beurteilen, welche Variante die ursprünglichere ist.: über seinem (über[m]) - das Possessivpronomen (im Heb. nur ein an „Futter“ angehängter Buchstabe: -o) wird nicht übersetzt von LXXDie Septuaginta - die älteste durchgängige griechische Übersetzung des AT überhaupt; entstanden zwischen 250 v. Chr. und 100 n. Chr. Die LXX folgt vielerorts einer anderen Verszählung als deutsche Übersetzungen. Stellenangaben, die mit diesem Kürzel versehen sind, können von den Angaben im sonst aus dem Hebräischen übersetzten AT abweichen., VLKurz für „Vetus Latina“, die „altlateinische Bibel“. Sammelbezeichnung für die erhaltenen Fragmente lateinischer Bibelübersetzungen vor Hieronymus´ Vulgata aus dem 2. - 4. Jh., VULDie Vulgata - neben der Septuaginta die wohl wichtigste antike Übersetzung der gesamten Bibel - ins Lateinische - von Hieronymus; entstanden zwischen 380 n. Chr. und 400 n. Chr. und SyrKurz für „Syrisch“; Bezeichnung für die syrische Bibelübersetzung „Peschitta“ - „die Einfache“. Entstanden ab dem 1. Jh. n. Chr., könnte also auch gut im ursprünglichen Text gefehlt haben. TgKurz für „Targum“, eine frühjüdische Textgattung: Interpretative Übersetzung eines Bibeltextes ins Aramäische. hat umgekehrt auch in 5a ein Possessivpronomen. Beides lässt sich gut erklären als Assimilationen; ursprünglich ist daher am ehesten MT. (Zurück zu v.5)
hTraumgesabbel (Eiweiß, Eibischsaft, Molke, Frischkäseflüssigkeit) - Umstrittener Ausdruck. Gemeint ist wohl die Traumerzählung von Elifas in Kap. 4-5, die hier despektierlich w. als „Spucke von Träumen“ und als „fade Speise“, also „eitles Geschwätz“, abgetan wird (ähnlich TURjüdische Übersetzung des ATs von 1935-59 durch Naftali Herz Tur-Sinai. Philologisch genaue Übersetzung eines großen Exegeten in eigenwilligem und kräftigem Sprachduktus.: „des Traumgesichts Gespei“; in der alten jüd. Exegese war diese Deutung der Worte recht verbreitet: eine der vier (!) TgKurz für „Targum“, eine frühjüdische Textgattung: Interpretative Übersetzung eines Bibeltextes ins Aramäische.-Varianten übersetzt mit „Spucke, der Ausfluss der Träume“ (so die Üs. von Mangan), Raschi kannte sie als die Deutung „einiger“ älterer Exegeten und noch Berachja denkt, die Rede sei davon, dass „Spucke der Träume“, also Speichel, den ein Durstiger im Schlaf schluckt, dessen Durst nicht stille). Ijob muss das Gift von Gottes Pfeilen trinken, doch auch die Reden seiner Freunde sind ihm ungenießbar, da Unfug – verständlich also, dass er sich zu seinen Worten verstiegen hat; er ist ein „Ochse ohne Futter“, der ergo brüllen muss.
Andere Deutungen: heb. rir chalamut. rir ist der Ausfluss, in Lev 15,3ff. nämlich genauer der nächtliche Samenerguss, in 1 Sam 21,13 der Speichel. chalamut ist unbekannt, hat aber die selben Konsonanten wie das häufige chalomot („Träume“), das z.B. auch noch einmal in der selben Rede in Ijob 7,14 verwendet wird. LXXDie Septuaginta - die älteste durchgängige griechische Übersetzung des AT überhaupt; entstanden zwischen 250 v. Chr. und 100 n. Chr. Die LXX folgt vielerorts einer anderen Verszählung als deutsche Übersetzungen. Stellenangaben, die mit diesem Kürzel versehen sind, können von den Angaben im sonst aus dem Hebräischen übersetzten AT abweichen. und VLKurz für „Vetus Latina“, die „altlateinische Bibel“. Sammelbezeichnung für die erhaltenen Fragmente lateinischer Bibelübersetzungen vor Hieronymus´ Vulgata aus dem 2. - 4. Jh. übersetzen frei mit „leere Worte“, VULDie Vulgata - neben der Septuaginta die wohl wichtigste antike Übersetzung der gesamten Bibel - ins Lateinische - von Hieronymus; entstanden zwischen 380 n. Chr. und 400 n. Chr. ignoriert offenbar rir cha- und übersetzt nur lmwth als „[Geschmack,] der den Tod bringt“ (ähnlich auch midraschartig eine weitere der TgKurz für „Targum“, eine frühjüdische Textgattung: Interpretative Übersetzung eines Bibeltextes ins Aramäische.-Varianten, in der das Wort als Kompositum aus choli, „Krankheit“, und mawet, „Tod“, gedeutet wird: „wie ein Arzt, dem die Todeskrankheit bekannt ist.“). Die meisten neueren Üss. und Kommentare folgen entweder SyrKurz für „Syrisch“; Bezeichnung für die syrische Bibelübersetzung „Peschitta“ - „die Einfache“. Entstanden ab dem 1. Jh. n. Chr. oder einer dritten TgKurz für „Targum“, eine frühjüdische Textgattung: Interpretative Übersetzung eines Bibeltextes ins Aramäische.-Variante: SyrKurz für „Syrisch“; Bezeichnung für die syrische Bibelübersetzung „Peschitta“ - „die Einfache“. Entstanden ab dem 1. Jh. n. Chr. übersetzt mit „Saft der Ochsenzunge (chalmita)“, eine mit dem Borretsch verwandte Blume mit roten Blüten, die im Alten Griechenland als Heilkraut gegen Schlangenbisse, als Färbemittel für Salben und als Rouge für die Wangen verwendet wurde (vgl. Theophrast, De odoribus 31) und deren Saft in der Tat schleimige Konsistenz hat. Bei Üss., die dieser Richtung folgen, hat sich allerdings im Dt. die Übersetzung „Eibischsaft“ eingebürgert, im Engl. „Portulaksaft“ (leider – Portulak nämlich ist tatsächlich recht wohlschmeckend). TgKurz für „Targum“, eine frühjüdische Textgattung: Interpretative Übersetzung eines Bibeltextes ins Aramäische. hat in einer seiner Übersetzungsvarianten: „Ist Geschmack in Eigelb und Eiweiß (chelmona wechelbona)?“ Die Üs. von chalamut ist hier natürlich chelmona („Eigelb) – so z.B. auch Ibn Ezra –, die verbreitetste dt. Übersetzungstradition ist dennoch „Eiweiß“. Van Ess („Ist wohl Geschmack in den Molken“) denkt an arab. chalumah („Molke“), Yahuda 1903Yahuda, A. S.: Hapax Legomena im Alten Testament, in: JQR 15/4, 1903. S. 698-714. Online unter: https://www.jstor.org/stable/1450418, S. 702 an arab. chalamun, einen Weichkäse, der viel Flüssigkeit ausschwitzt. (Zurück zu v.6)
idiese [sind] (sie verabscheut sie) - ApokoinuStilmittel: Ein Satzglied zwischen zwei Sätzen ist Syntagma in beiden Sätzen. Bsp.: Ijob 6,7: „Meine Seele weigert sich, anzutasten diese sind wie Schimmel meines Brotes.“ = „Meine Seele weigert sich, anzutasten diese.“ + „Diese sind wie Schimmel meines Brotes.“: „diese“ ist sowohl Objekt von 7a als auch Subjekt von 7b. Das Geschwätz des Elifas ist genau so schlimm wie das körperliche Leid Ijobs.
TextkritikDer Versuch, aus den überlieferten Bibelhandschriften die ursprünglichste Textversion zu ermitteln. Im AT gilt der sogenannte „Masoretische Text“ als Richtschnur, er ist allerdings teilweise über 2000 Jahre jünger als der zu ermittelnde „Urtext“ und kann daher Überlieferungsfehler enthalten. Atl. Textkritik versucht, durch den Vergleich mit anderen erhaltenen Textversionen solche womöglich fehlerhaften Stellen zu berichtigen. Bisweilen sind dabei Textänderungen nötig, die überhaupt kein Fundament in den alten Textzeugen haben, sondern nur auf Vermutungen basieren. Das NT ist wesentlich besser überliefert: Eine Vielzahl älterer Manuskripte sind erhalten. Allerdings gibt es keinen Ausgangstext mit einem dem Masoretischen Text vergleichbaren Stellenwert. Die ntl. Textkritik wägt daher Textvarianten aus unterschiedlichen Texttraditionen gegeneinander ab, um zu beurteilen, welche Variante die ursprünglichere ist.: Alternativ wird hemmah („diese“) oft in Kommentaren, aber selten in Üss. korrigiert zu zihamah („es verabscheut“), daher z.B. NLKurz für „Neues Leben“, eine sehr kommunikative Übersetzung, die erstmals 2006 als Vollbibel erschien.: „Mich ekelt davor wie vor verdorbener Nahrung“. Wie umstritten auch dieser V. ist, zeigt LUTKurz für „Lutherbibel“. 1534 erstmals als Vollbibel erschienen. Zwar entgegen verbreitetem Urteil nicht die erste deutsche Bibelübersetzung, zweifellos aber die einflussreichste. Auch heute noch die verbreitetste deutsche Bibel überhaupt. LUT 45 meint die ursprüngliche Übersetzung Luthers, die 1545 das erste Mal als Vollbibel erschienen ist, LUT 12, LUT 84 und LUT 17 die 1912, 1984 und 2017 erschienenen Modernisierungen dieser Üs., die in jeder Revision die Worte anders deutet oder die Syntax anders auflöst – 1545: „Was meine Seele widerte anzurühren, das ist meine Speise vor Schmerzen“; 1912: „Was meine Seele widerte anzurühren, das ist meine Speise, mir zum Ekel“; 1984: „Meine Seele sträubt sich, es anzurühren; es ist, als wäre mein Brot unrein“; 2017: „Meine Kehle sträubt sich, es aufzunehmen; es ist, als wäre mein Brot unrein.“ (Zurück zu v.7)
jTextkritikDer Versuch, aus den überlieferten Bibelhandschriften die ursprünglichste Textversion zu ermitteln. Im AT gilt der sogenannte „Masoretische Text“ als Richtschnur, er ist allerdings teilweise über 2000 Jahre jünger als der zu ermittelnde „Urtext“ und kann daher Überlieferungsfehler enthalten. Atl. Textkritik versucht, durch den Vergleich mit anderen erhaltenen Textversionen solche womöglich fehlerhaften Stellen zu berichtigen. Bisweilen sind dabei Textänderungen nötig, die überhaupt kein Fundament in den alten Textzeugen haben, sondern nur auf Vermutungen basieren. Das NT ist wesentlich besser überliefert: Eine Vielzahl älterer Manuskripte sind erhalten. Allerdings gibt es keinen Ausgangstext mit einem dem Masoretischen Text vergleichbaren Stellenwert. Die ntl. Textkritik wägt daher Textvarianten aus unterschiedlichen Texttraditionen gegeneinander ab, um zu beurteilen, welche Variante die ursprünglichere ist.: `od ((immer) noch“) nach MT. SymEine griechische Übersetzung der hebräischen Bibel ins Griechische aus dem 2. Jh. n. Chr. Heute nur noch fragmentarisch erhalten in den von Field gesammelten Überresten der Hexapla des Origines. Offenbar einst eine stilistisch besonders schöne Alternative zur LXX., TheodEine griechische Übersetzung der hebräischen Bibel ins Griechische aus dem 2. Jh. n. Chr. Heute nur noch fragmentarisch erhalten in den von Field gesammelten Überresten der Hexapla des Origines. und vielleicht SyrKurz für „Syrisch“; Bezeichnung für die syrische Bibelübersetzung „Peschitta“ - „die Einfache“. Entstanden ab dem 1. Jh. n. Chr. (tub, „weiterhin“; SyrKurz für „Syrisch“; Bezeichnung für die syrische Bibelübersetzung „Peschitta“ - „die Einfache“. Entstanden ab dem 1. Jh. n. Chr. schließt aber auch die folgende Zeile mit tub an 10a an) stützen MT. LXXDie Septuaginta - die älteste durchgängige griechische Übersetzung des AT überhaupt; entstanden zwischen 250 v. Chr. und 100 n. Chr. Die LXX folgt vielerorts einer anderen Verszählung als deutsche Übersetzungen. Stellenangaben, die mit diesem Kürzel versehen sind, können von den Angaben im sonst aus dem Hebräischen übersetzten AT abweichen. aber liest `iri („meine Stadt“), TgKurz für „Targum“, eine frühjüdische Textgattung: Interpretative Übersetzung eines Bibeltextes ins Aramäische., VULDie Vulgata - neben der Septuaginta die wohl wichtigste antike Übersetzung der gesamten Bibel - ins Lateinische - von Hieronymus; entstanden zwischen 380 n. Chr. und 400 n. Chr. und Saadja zot („dies“), das auch statt `od in wenigen heb. Handschriften steht. Letzterem folgen z.B. BHK, HER05Kurz für „revidierte Herder Bibel“, einer Revision der Herderbibel von 2005 durch Johannes Franzkowiak. Stilistisch eher den „liturgischen Bibelübersetzungen“ zuzuordnen., R-SKurz für „Rießler-Storr“, die Zusammenführung der AT-Übersetzung von Paul Rießler und der NT-Übersetzung von Rupert Storr. Auch bekannt als „Grünewald Bibel“. Häufig ungewöhnliche Übersetzung; z.B. ist biblische Lyrik durchgehend im jambischen Rhythmus übersetzt; z.B. hat Rießler Akrostycha tatsächlich als alphabetische Gedichte auch ins Deutsche übersetzt, usw.. (Zurück zu v.10)
kfreudig hüpfen - unsicheres Wort; nur hier in der Bibel. Im Mischnahebräischen heißt das Wort „zurückzucken, zurückziehen“ (daher z.B. Raschi: „schaudern“). LXXDie Septuaginta - die älteste durchgängige griechische Übersetzung des AT überhaupt; entstanden zwischen 250 v. Chr. und 100 n. Chr. Die LXX folgt vielerorts einer anderen Verszählung als deutsche Übersetzungen. Stellenangaben, die mit diesem Kürzel versehen sind, können von den Angaben im sonst aus dem Hebräischen übersetzten AT abweichen. hat „ich werde hüpfen“, dabei aber vielleicht d als verlesen und dann slḥ für eine NF von ṣlḥ gehalten. TgKurz für „Targum“, eine frühjüdische Textgattung: Interpretative Übersetzung eines Bibeltextes ins Aramäische. hat „ich werde mich freuen“, die meisten Kommentare und Üss. raten daher aus LXXDie Septuaginta - die älteste durchgängige griechische Übersetzung des AT überhaupt; entstanden zwischen 250 v. Chr. und 100 n. Chr. Die LXX folgt vielerorts einer anderen Verszählung als deutsche Übersetzungen. Stellenangaben, die mit diesem Kürzel versehen sind, können von den Angaben im sonst aus dem Hebräischen übersetzten AT abweichen. und TgKurz für „Targum“, eine frühjüdische Textgattung: Interpretative Übersetzung eines Bibeltextes ins Aramäische. eine Bed. „vor Freude hüpfen“ zusammen – eine Notlösung, der man sich in Ermangelung einer besseren Alternative wohl anschließen muss.
TextkritikDer Versuch, aus den überlieferten Bibelhandschriften die ursprünglichste Textversion zu ermitteln. Im AT gilt der sogenannte „Masoretische Text“ als Richtschnur, er ist allerdings teilweise über 2000 Jahre jünger als der zu ermittelnde „Urtext“ und kann daher Überlieferungsfehler enthalten. Atl. Textkritik versucht, durch den Vergleich mit anderen erhaltenen Textversionen solche womöglich fehlerhaften Stellen zu berichtigen. Bisweilen sind dabei Textänderungen nötig, die überhaupt kein Fundament in den alten Textzeugen haben, sondern nur auf Vermutungen basieren. Das NT ist wesentlich besser überliefert: Eine Vielzahl älterer Manuskripte sind erhalten. Allerdings gibt es keinen Ausgangstext mit einem dem Masoretischen Text vergleichbaren Stellenwert. Die ntl. Textkritik wägt daher Textvarianten aus unterschiedlichen Texttraditionen gegeneinander ab, um zu beurteilen, welche Variante die ursprünglichere ist.: SyrKurz für „Syrisch“; Bezeichnung für die syrische Bibelübersetzung „Peschitta“ - „die Einfache“. Entstanden ab dem 1. Jh. n. Chr. übersetzt mit „ich werde erfüllt/geendigt werden (mit grenzenloser Kraft)“, rät damit aber wohl ebenfalls, da mit diesem Wort auch das letzte Verb von V. 9 („abschneiden“) übersetzt wird. VULDie Vulgata - neben der Septuaginta die wohl wichtigste antike Übersetzung der gesamten Bibel - ins Lateinische - von Hieronymus; entstanden zwischen 380 n. Chr. und 400 n. Chr. ignoriert das Wort, wenn nicht affligens me („mich [mit Schmerz] belastend“) seine Entsprechung sein soll. Der Text war damit recht sicher schon zur Zeit der Erstellung dieser Übersetzungen verderbt und lässt sich kaum mehr rekonstruieren. Denkbar wäre we´a kajoledah bechilah (וא כילדה statt ואסלדה: k(a) wäre ein „shared consonant“ von we´ak und kajoledah (wie ähnlich in Vv. 12f.); wäre weiter joledah defektiv geschrieben gewesen, hätte nach einer Verschreibung von k als s nur noch ein Jod ausfallen müssen). Vgl. Ps 48,6; Jer 6,24; 22,23; 50,43; Mi 4,9, wo jeweils vom chil kajoledah, den „Wehen wie denen einer Gebärenden“, gesprochen wird. Zu übersetzen wäre dann als Parenthese: „Doch ach, wie eine Gebährende in ihren (!) Schmerzen schont er nicht!“ (Zurück zu v.10)
lAuch 10c ist schwierig. Dt. Üss. implizieren häufig folgendes: „Es wäre gut, wenn Gott mich tötete, denn ich habe seine Worte nicht verleugnet = mich immer an seine Gebote gehalten[, und damit wäre der Tod etwas Gutes für mich].“ Doch das ist ganz unwahrscheinlich; die Idee eines Lebens nach dem Tod, bei dem es dem guten (=gesetzestreuen) Menschen gut geht, ist dem Ijobbuch fremd. Gemeint ist daher eher – vgl. Ijob 27,11f. –: Anders als ihr, die ihr so eitel schwätzt, stelle ich richtig dar, „wie es sich mit Gott verhält“ (hier: „die Dinge des Heiligen“, 27,11: „was bei Schaddai ist“). Vgl. auch Ijob 42,7, wo Gott Ijobs Freunden vorwirft: „Anders als mein Diener Ijob habt ihr nicht zutreffend über mich gesprochen!“ So CTATBarthélemy, Dominique: Critique textuelle de l'Ancien Testament. Rapport final du Comité pour l'analyse textuelle de l'Ancien Testament hébreu institué par l'Alliance Biblique Universelle, établi en collaboration avec Alexander R. Hulst, Norbert Lohfink, William D. McHardy, H. Peter Rüger, coéditeur, James A. Sanders, coéditeur. Fribourg/Göttingen, 1982-2005. V, S. 33. Möglich auch: Gott möge meine Bitte erfüllen. Das muss er doch, schließlich war ich seinen Geboten immer treu (vgl. sehr ähnlich Ijob 22,22; 23,12). (Zurück zu v.10)
maushalten - W. „meine Seele verlängern“. Vgl. Num 21,4: „Die Seele des Volks schnitt ab“=„Das Volk konnte es nicht mehr aushalten/verlor die Geduld.“ (Zurück zu v.11)
nTextkritikDer Versuch, aus den überlieferten Bibelhandschriften die ursprünglichste Textversion zu ermitteln. Im AT gilt der sogenannte „Masoretische Text“ als Richtschnur, er ist allerdings teilweise über 2000 Jahre jünger als der zu ermittelnde „Urtext“ und kann daher Überlieferungsfehler enthalten. Atl. Textkritik versucht, durch den Vergleich mit anderen erhaltenen Textversionen solche womöglich fehlerhaften Stellen zu berichtigen. Bisweilen sind dabei Textänderungen nötig, die überhaupt kein Fundament in den alten Textzeugen haben, sondern nur auf Vermutungen basieren. Das NT ist wesentlich besser überliefert: Eine Vielzahl älterer Manuskripte sind erhalten. Allerdings gibt es keinen Ausgangstext mit einem dem Masoretischen Text vergleichbaren Stellenwert. Die ntl. Textkritik wägt daher Textvarianten aus unterschiedlichen Texttraditionen gegeneinander ab, um zu beurteilen, welche Variante die ursprünglichere ist.: Bronze. Siehe (ist etwa wohl, wahrlich, kann ich verhundertfachen) - Heb. nehusch | ha´im („Bronze. Ist etwa wohl...?“). ha´im ist unwahrscheinlich, nachdem erstens 12ab jeweils mit ´im eingeleitet wurden, sich ha´im zweitens sonst nur noch an der textlich unsicheren Stelle Num 17,28 findet und drittens mit ´im eingeleitete Fragen ein „nein“ als Antwort erwarten, hier aber mit „ja“ geantwortet werden müsste. Die gängige Üs. „Bin ich denn nicht hilflos“ ergänzt eine Negation, die nicht im Text steht. SyrKurz für „Syrisch“; Bezeichnung für die syrische Bibelübersetzung „Peschitta“ - „die Einfache“. Entstanden ab dem 1. Jh. n. Chr. und VULDie Vulgata - neben der Septuaginta die wohl wichtigste antike Übersetzung der gesamten Bibel - ins Lateinische - von Hieronymus; entstanden zwischen 380 n. Chr. und 400 n. Chr. übersetzen mit „siehe“, was auf ein ursprüngliches he´ rückschließen lässt. Eine Verschreibung von he´ nach ´im ist nach dem beiden 12ab einleitenden ´ims leicht erklärlich. So z.B. BHK, Beer, Driver-Gray, Houtsma 1925Houtsma, M. Th.: Textkritische Studien zum Alten Testament. 1. Das Buch Hiob. Leiden, 1925., S. 13. Ähnlich glaubt Rosenmüller 1823, S. 90, dass auch ha´im selbst die selbe Bedeutung habe, da auch in Num 17,28 TgO und SyrKurz für „Syrisch“; Bezeichnung für die syrische Bibelübersetzung „Peschitta“ - „die Einfache“. Entstanden ab dem 1. Jh. n. Chr. mit „Siehe“ übersetzen. Auch das h am Anfang des Worts ist übrigens wahrscheinlich ein shared consonant, da „Bronze“ im Heb. sonst nie nehusch, sondern nehuschah ist: nehuscha he´.
Der Vorschlag von Buttenwieser und Gordis, ´im sei hier anders als in 12ab nicht die Einleitung einer Frage, sondern eine Fokuspartikel („wahrlich“), ist nach den ersten beiden ´ims sehr unwahrscheinlich. Blommerde; Dahood 1963Dahood, Mitchel, S.J.: Ugaritic-Hebrew Philology. Marginal Notes on Recent Publications. Rom, 1963., S. 54; Graetz und Gray wollen h- zu nehuschah und die Konsonanten von ´im ´ajin zusammenziehen zu ´ama´eni („ich kann verhundertfachen“), einem sonst nicht belegten denominativen Verb, das abzuleiten sein soll vom Zahlwort me´a („hundert“). Das ist zu gewagt. Weiteren Vorschlägen zur Textkorrektur hat sich zu Recht niemand angeschlossen. (Zurück zu v.13)
oTextkritikDer Versuch, aus den überlieferten Bibelhandschriften die ursprünglichste Textversion zu ermitteln. Im AT gilt der sogenannte „Masoretische Text“ als Richtschnur, er ist allerdings teilweise über 2000 Jahre jünger als der zu ermittelnde „Urtext“ und kann daher Überlieferungsfehler enthalten. Atl. Textkritik versucht, durch den Vergleich mit anderen erhaltenen Textversionen solche womöglich fehlerhaften Stellen zu berichtigen. Bisweilen sind dabei Textänderungen nötig, die überhaupt kein Fundament in den alten Textzeugen haben, sondern nur auf Vermutungen basieren. Das NT ist wesentlich besser überliefert: Eine Vielzahl älterer Manuskripte sind erhalten. Allerdings gibt es keinen Ausgangstext mit einem dem Masoretischen Text vergleichbaren Stellenwert. Die ntl. Textkritik wägt daher Textvarianten aus unterschiedlichen Texttraditionen gegeneinander ab, um zu beurteilen, welche Variante die ursprünglichere ist.: Heb. lemas, „was den angeht, der schmilzt“; entweder zu deuten als „wer wegschmilzt von seinem Freund = ihn verlässt“ oder „wer geschmolzen ist = verzweifelt ist“ (so z.B. Kurz für „Einheitsübersetzung“. 1980 erstmals als Gesamtausgabe erschienen. Heute noch vorgeschriebene Übersetzung für römisch-katholische Liturgie. Vom Stil her eine sog. „liturgische Übersetzung“: eher frei, eher verständlich; dennoch der Alltagssprache eher fern. „EÜ 16“ bezeichnet die 2016 erschienene Aktualisierung dieser Üs., SLTKurz für „Schlachter“; gemeint ist damit die Revision von 1995-2004 der erstmals 1905 erschienenen Bibelübersetzung von Franz Eugen Schlachter. Die Schlachter-Bibel ist recht urtexttreu; Schlachter verstand es aber, dieses genaue Übersetzen mit einem herrlichen kräftig-würzigen Stil zu verbinden, so dass sich am Ende dennoch eine gut lesbare Bibel ergab., ZÜRKurz für „Zürcher Bibel“. Zurückgehend auf die Übersetzung Zwinglis, wurde sie erstmals 1907-1931 erneut übersetzt. Seit 2007 liegt sie in neuer Revision vor. Ihr Ziel ist die Verbindung von philologischer Genauigkeit und „geschmeidiger, gehobener Sprache“ - und das macht sie so gut, dass viele Exegeten sie als Referenzübersetzung in Aufsätzen und Kommentaren benutzen.). Einige MSS haben stattdessen die Konsonanten lm´s was für lemo´es („was den angeht, der verachtet) stehen könnte; vokalisiert wird aber auch dort als lema´s, auch nach dieser Schreibung wäre es also aufzufassen als lemas („Alef epentheticus“, vgl. zur Stelle Delitzsch 1920Delitzsch, Friedrich: Die Lese- und Schreibfehler im Alten Testament. Nebst den dem Schrifttexte einverleibten Randnoten klassifiziert. Berlin/Leipzig, 1920. Online unter: http://goo.gl/4kDwff §31a; Rosenmüller 1832Rosenmüller, Ernst F. K.: Scholia in Jobum in compendium redacta. Leipzig, 1832. online unter https://tinyurl.com/y3z73smo, S. 92). LXXDie Septuaginta - die älteste durchgängige griechische Übersetzung des AT überhaupt; entstanden zwischen 250 v. Chr. und 100 n. Chr. Die LXX folgt vielerorts einer anderen Verszählung als deutsche Übersetzungen. Stellenangaben, die mit diesem Kürzel versehen sind, können von den Angaben im sonst aus dem Hebräischen übersetzten AT abweichen., VLKurz für „Vetus Latina“, die „altlateinische Bibel“. Sammelbezeichnung für die erhaltenen Fragmente lateinischer Bibelübersetzungen vor Hieronymus´ Vulgata aus dem 2. - 4. Jh., Vul, SyrKurz für „Syrisch“; Bezeichnung für die syrische Bibelübersetzung „Peschitta“ - „die Einfache“. Entstanden ab dem 1. Jh. n. Chr., TgKurz für „Targum“, eine frühjüdische Textgattung: Interpretative Übersetzung eines Bibeltextes ins Aramäische. übersetzen aber einheitlich etwas wie „wer seinem Nächsten Treue versagt“. Einige Kommentatoren nehmen merkwürdigerweise an, dem liege dieses lm´s der 27 MSS zugrunde, das aber erstens lemo´es zu vokalisieren und das zweitens von den Vrs. ebenso einheitlich missverstanden worden sei (so z.B. wieder CTATBarthélemy, Dominique: Critique textuelle de l'Ancien Testament. Rapport final du Comité pour l'analyse textuelle de l'Ancien Testament hébreu institué par l'Alliance Biblique Universelle, établi en collaboration avec Alexander R. Hulst, Norbert Lohfink, William D. McHardy, H. Peter Rüger, coéditeur, James A. Sanders, coéditeur. Fribourg/Göttingen, 1982-2005. V, S. 33.36). Sehr viel wahrscheinlicher stand im heb. Text aber ursprünglich lmš, das aufgrund der Rede vom Schnee und Eis in V. 15 als lms verlesen und gelegentlich mit den Konsonanten lm´s geschrieben wurde (so z.B. BHK, Beer, auch HER05Kurz für „revidierte Herder Bibel“, einer Revision der Herderbibel von 2005 durch Johannes Franzkowiak. Stilistisch eher den „liturgischen Bibelübersetzungen“ zuzuordnen., LUTKurz für „Lutherbibel“. 1534 erstmals als Vollbibel erschienen. Zwar entgegen verbreitetem Urteil nicht die erste deutsche Bibelübersetzung, zweifellos aber die einflussreichste. Auch heute noch die verbreitetste deutsche Bibel überhaupt. LUT 45 meint die ursprüngliche Übersetzung Luthers, die 1545 das erste Mal als Vollbibel erschienen ist, LUT 12, LUT 84 und LUT 17 die 1912, 1984 und 2017 erschienenen Modernisierungen dieser Üs., NeÜKurz für „Neue evangelistische Übersetzung“, eine 2010 erstmals als Vollbibel erschienene Übersetzung durch Karl-Heinz Vanheiden. Vanheiden konzipierte sie als Bibel, die „so leicht lesbar sein sollte wie eine Tageszeitung“, dennoch entfernt sie sich sehr selten zu weit vom Urtext. Bezeichnend ist ihr schöner Stil; v.a. in der biblischen Poesie.). Zu l- als „was ... angeht“ als starker Betonung des Subjekts vgl. König, HKLKönig, Eduard: Historisch-Kritisches Lehrgebäude der Hebräischen Sprache. Frankfurt a.M, 1891-1897. III §271a; auch schon Ewald, Lehrbuch §310a. (Zurück zu v.14)
pSchaddai-furcht - gemeint ist wie oft bei der Rede von Gottesfurcht die ethische Seite des Gottesglaubens: Er „frevelt“. (Zurück zu v.14)
qDrei klangliche Auffälligkeiten in einem Vers: Statt der Präp. min („von“) steht das poetische minni, statt `alem („auf ihnen“) das archaische `alemo; der V. schließt mit dem Klangspiel `alemo jit`alem („auf ihnen häuft sich“). Der auffällig lange Abschnitt über die trügerischen Flüsse soll wohl besonders poetisch klingen; auffällig z.B. auch im nächsten Vers die Häufung langer vokalischer Auslaute (be`et jezorbu nitsmatu bechummo nid`aku mimqomam), was auch das ganz überflüssige „ihre“ (-o) in „zu ihrer Hitze“ erklären dürfte.
tFNtechnische Fußnote; der Inhalt ist nur für Erstübersetzer aus dem Hebräischen/Griechischen interessant.: Heb. jit`allem („er versteckt sich“) ist sehr wahrscheinlich „Lamedazismus“ (Gordis, also einer der – gar nicht seltenen – Wechsel der Konsonanten r und l) für jit`arem („er häuft sich“; so Dhorme; Gordis; Houtsma 1925Houtsma, M. Th.: Textkritische Studien zum Alten Testament. 1. Das Buch Hiob. Leiden, 1925., S. 14; Skehan 1969Skehan, Patrick Wm.: Second thoughts on Job 6,16 and 6,25, in: CBQ 31/2, 1969. S. 210-212., S. 210; ähnlich Torczyner 1920Torczyner, Harry: Das Buch Hiob. Eine kritische Analyse des überlieferten Hiobtextes. Wien/Berlin, 1920., S. 29) um des Klangspiels willen: „Sich in Flüsse verstecken“ wäre ein doch sehr merkwürdiger Ausdruck für „schmelzen“, bei dem man darüber hinaus auch eine andere Präp. als `al erwarten würde und der daher auch von keiner der Vrs. als Ausdruck für „schmelzen“ verstanden wurde – LXXDie Septuaginta - die älteste durchgängige griechische Übersetzung des AT überhaupt; entstanden zwischen 250 v. Chr. und 100 n. Chr. Die LXX folgt vielerorts einer anderen Verszählung als deutsche Übersetzungen. Stellenangaben, die mit diesem Kürzel versehen sind, können von den Angaben im sonst aus dem Hebräischen übersetzten AT abweichen., VLKurz für „Vetus Latina“, die „altlateinische Bibel“. Sammelbezeichnung für die erhaltenen Fragmente lateinischer Bibelübersetzungen vor Hieronymus´ Vulgata aus dem 2. - 4. Jh.: „sie fielen auf mich/überfielen mich (LXXDie Septuaginta - die älteste durchgängige griechische Übersetzung des AT überhaupt; entstanden zwischen 250 v. Chr. und 100 n. Chr. Die LXX folgt vielerorts einer anderen Verszählung als deutsche Übersetzungen. Stellenangaben, die mit diesem Kürzel versehen sind, können von den Angaben im sonst aus dem Hebräischen übersetzten AT abweichen.: wie Schnee)“, VULDie Vulgata - neben der Septuaginta die wohl wichtigste antike Übersetzung der gesamten Bibel - ins Lateinische - von Hieronymus; entstanden zwischen 380 n. Chr. und 400 n. Chr.: „Schnee wird sie überfallen“, TgKurz für „Targum“, eine frühjüdische Textgattung: Interpretative Übersetzung eines Bibeltextes ins Aramäische.: „Auf ihnen stärkt sich der Schnee“, SyrKurz für „Syrisch“; Bezeichnung für die syrische Bibelübersetzung „Peschitta“ - „die Einfache“. Entstanden ab dem 1. Jh. n. Chr.: „auf ihnen ist viel Schnee“. (Zurück zu v.16)
rverbrennen - heb. zarab, unsicheres Wort, nur hier in der Bibel. Wahrscheinlich NF von șarab („verbrannt werden“), das aber auch nur Ez 21,3 steht; vgl. auch davon abgeleitet das Adj. șarab („brennend“) in Spr 16,27. Hier also „durch Hitze schwinden“. (Zurück zu v.17)
sschlagen ihren Weg ein (tasten ihren Verlauf ab) - unsicheres Wort; nur 3x in der Bibel: hier, Ri 16,29; Rut 3#s8 |Rut 3,8. Bei Rut 3,8 schwanken die Üss. zw. „sich umwenden“ und „sich abtasten“. Auch für diese Stelle wird daher nicht selten die Bed. „sich umwenden, sich winden“ erwogen, daher z.B. Kurz für „Einheitsübersetzung“. 1980 erstmals als Gesamtausgabe erschienen. Heute noch vorgeschriebene Übersetzung für römisch-katholische Liturgie. Vom Stil her eine sog. „liturgische Übersetzung“: eher frei, eher verständlich; dennoch der Alltagssprache eher fern. „EÜ 16“ bezeichnet die 2016 erschienene Aktualisierung dieser Üs.: „Sie biegen ab von ihrem Weg“ (bezogen auf die Karawanen), MENKurz für „Menge Bibel“; entstanden zwischen 1900 und 1922. Dennoch auch heute noch gut lesbar und recht häufig empfohlen als Muster einer Übersetzung, der es gelingt, philologisch genau und dennoch kommunikativ zu übersetzen. Sprachlich merkt man ihr Alter allerdings deutlich.: „Da schlängeln sich die Pfade ihres Laufs“ (bezogen auf die Flüsse). Ri 16,29 heißt es aber sicher „anpacken“, daher sinnvoll Loretz 1964Loretz, Oswald: Das hebräische Verbum LPT, in: Studies presented to A. Leo Oppenheim. June 7, 1964. Chicago, 1964. online unter: http://goo.gl/iqIneX: „einen Weg anpacken“ ist ein Idiom, das nur hier im Heb. belegt ist, das es aber auch im Akkadischen (ḫarranam șabatu, „einen Weg anpacken“) und ja ähnlich auch im Dt. gibt: „einen Weg einschlagen“ = „einen Weg nehmen“. (Zurück zu v.18)
tTema ... Saba - zwei arabische Handelsstädte. Im Heb. klingen sie ähnlich: temascheba. (Zurück zu v.19)
usie vertrauten (er vertraute) - Heb. batach („er vertraute“). Lies mit SyrKurz für „Syrisch“; Bezeichnung für die syrische Bibelübersetzung „Peschitta“ - „die Einfache“. Entstanden ab dem 1. Jh. n. Chr., TgKurz für „Targum“, eine frühjüdische Textgattung: Interpretative Übersetzung eines Bibeltextes ins Aramäische. batachu („sie vertrauten“): „Wie so oft war die 3. Pers. Pl. defektiv geschrieben und von den Masoreten nicht erkannt worden“ (Buttenwieser 1922Buttenwieser, Moses: The Book of Job. London, 1922., S. 174; auch BHK, BHSBiblica Hebraica Stuttgartensia, Beer, Merx, Siegfried). (Zurück zu v.20)
vsie (V. 19) - ihn (V. 20) - der Pl. bezieht sich auf Fluss und Flussbett, der Sg. in V. 20 nur auf den Fluss in V. 15: N-ShiftV.a. in der hebräischen Poesie kann ein hebräischer Autor aus stilistischen Gründen von einer Person/Numerus/Genus/Tempus zu einer anderen Person/Numerus/Genus/Tempus wechseln, ohne dass dies Einfluss auf die Bedeutung der Textsemantik hätte. Meist finden diese Shifts von einem Sticho auf den nächsten statt, es ist aber sogar möglich, dass sie im selben Sticho erfolgen; s. z.B. Gevirtz 1961, S. 157f.., ein häufiges Stilmittel in der heb. Poesie. (Zurück zu v.20)
wzu ihm (zu nichts) - Der Text ist in zwei Varianten überliefert (s.u.); beide besagen ungefähr das gleiche: „Ihr seid zu ihm = zum Fluss geworden“, insofern ihr einst da wart, jetzt aber nicht mehr da sein wollt („ihr seid zu nichts geworden“). In der alten jüd. Exegese verbreitet war die Deutung „ihr wart sein“, nämlich Ijobs wie sprachlich ähnlich in 2 Sam 16,18. Doch das macht hier schwerlich Sinn.
TextkritikDer Versuch, aus den überlieferten Bibelhandschriften die ursprünglichste Textversion zu ermitteln. Im AT gilt der sogenannte „Masoretische Text“ als Richtschnur, er ist allerdings teilweise über 2000 Jahre jünger als der zu ermittelnde „Urtext“ und kann daher Überlieferungsfehler enthalten. Atl. Textkritik versucht, durch den Vergleich mit anderen erhaltenen Textversionen solche womöglich fehlerhaften Stellen zu berichtigen. Bisweilen sind dabei Textänderungen nötig, die überhaupt kein Fundament in den alten Textzeugen haben, sondern nur auf Vermutungen basieren. Das NT ist wesentlich besser überliefert: Eine Vielzahl älterer Manuskripte sind erhalten. Allerdings gibt es keinen Ausgangstext mit einem dem Masoretischen Text vergleichbaren Stellenwert. Die ntl. Textkritik wägt daher Textvarianten aus unterschiedlichen Texttraditionen gegeneinander ab, um zu beurteilen, welche Variante die ursprünglichere ist.: Denn jetzt seid ihr (so [auch] ihr: ihr seid) ... zu ihm (sein, zu nichts, für mich) - Heb. wie in der Primärübersetzung: ki `attah ... lo´ („Denn jetzt ... nicht(s)). Doch die Textüberlieferung schwankt in dieser Zeile. AqAquila's Übersetzung des Alten Testaments ins Griechische; entstanden 125 n. Chr. Offenbar bewusst in Abgrenzung von der LXX als wörtlichere Übersetzung des MT konzipiert. Heute nur noch fragmentarisch erhalten in den von Field gesammelten Überresten der Hexapla des Origines. und TgKurz für „Targum“, eine frühjüdische Textgattung: Interpretative Übersetzung eines Bibeltextes ins Aramäische. stützen die ersten beiden Worte. Viele Textkritiker geben an, LXXDie Septuaginta - die älteste durchgängige griechische Übersetzung des AT überhaupt; entstanden zwischen 250 v. Chr. und 100 n. Chr. Die LXX folgt vielerorts einer anderen Verszählung als deutsche Übersetzungen. Stellenangaben, die mit diesem Kürzel versehen sind, können von den Angaben im sonst aus dem Hebräischen übersetzten AT abweichen. und SyrKurz für „Syrisch“; Bezeichnung für die syrische Bibelübersetzung „Peschitta“ - „die Einfache“. Entstanden ab dem 1. Jh. n. Chr. hätten dagegen ken ´attem („So [auch] ihr“) gelesen; die Üss. von LXXDie Septuaginta - die älteste durchgängige griechische Übersetzung des AT überhaupt; entstanden zwischen 250 v. Chr. und 100 n. Chr. Die LXX folgt vielerorts einer anderen Verszählung als deutsche Übersetzungen. Stellenangaben, die mit diesem Kürzel versehen sind, können von den Angaben im sonst aus dem Hebräischen übersetzten AT abweichen., VLKurz für „Vetus Latina“, die „altlateinische Bibel“. Sammelbezeichnung für die erhaltenen Fragmente lateinischer Bibelübersetzungen vor Hieronymus´ Vulgata aus dem 2. - 4. Jh., TheodEine griechische Übersetzung der hebräischen Bibel ins Griechische aus dem 2. Jh. n. Chr. Heute nur noch fragmentarisch erhalten in den von Field gesammelten Überresten der Hexapla des Origines., VULDie Vulgata - neben der Septuaginta die wohl wichtigste antike Übersetzung der gesamten Bibel - ins Lateinische - von Hieronymus; entstanden zwischen 380 n. Chr. und 400 n. Chr. und SyrKurz für „Syrisch“; Bezeichnung für die syrische Bibelübersetzung „Peschitta“ - „die Einfache“. Entstanden ab dem 1. Jh. n. Chr. legen aber eher das näherliegende we`attah wie in V. 28 nahe (umso auffälliger, als in LXXDie Septuaginta - die älteste durchgängige griechische Übersetzung des AT überhaupt; entstanden zwischen 250 v. Chr. und 100 n. Chr. Die LXX folgt vielerorts einer anderen Verszählung als deutsche Übersetzungen. Stellenangaben, die mit diesem Kürzel versehen sind, können von den Angaben im sonst aus dem Hebräischen übersetzten AT abweichen. der Text schwankt zwischen atar de, „nun aber“, und atar gar, „denn nun“): Ein Diskursmarker wie gr. atar (de), der markiert, das nun über einen neuen Gedanken gesprochen werden wird und der hier als Einleitung der Auflösung der Flussmetapher gut am Platz wäre. Welches davon ursprünglicher ist, lässt sich kaum entscheiden und trägt sich auch nicht stark auf die Üs. aus; jedenfalls aber wird man deshalb die beliebte Textkorrektur zu ken ´attem (so z.B. Kurz für „Einheitsübersetzung“. 1980 erstmals als Gesamtausgabe erschienen. Heute noch vorgeschriebene Übersetzung für römisch-katholische Liturgie. Vom Stil her eine sog. „liturgische Übersetzung“: eher frei, eher verständlich; dennoch der Alltagssprache eher fern. „EÜ 16“ bezeichnet die 2016 erschienene Aktualisierung dieser Üs., HER05Kurz für „revidierte Herder Bibel“, einer Revision der Herderbibel von 2005 durch Johannes Franzkowiak. Stilistisch eher den „liturgischen Bibelübersetzungen“ zuzuordnen., MENKurz für „Menge Bibel“; entstanden zwischen 1900 und 1922. Dennoch auch heute noch gut lesbar und recht häufig empfohlen als Muster einer Übersetzung, der es gelingt, philologisch genau und dennoch kommunikativ zu übersetzen. Sprachlich merkt man ihr Alter allerdings deutlich., NeÜKurz für „Neue evangelistische Übersetzung“, eine 2010 erstmals als Vollbibel erschienene Übersetzung durch Karl-Heinz Vanheiden. Vanheiden konzipierte sie als Bibel, die „so leicht lesbar sein sollte wie eine Tageszeitung“, dennoch entfernt sie sich sehr selten zu weit vom Urtext. Bezeichnend ist ihr schöner Stil; v.a. in der biblischen Poesie., NLKurz für „Neues Leben“, eine sehr kommunikative Übersetzung, die erstmals 2006 als Vollbibel erschien., LUTKurz für „Lutherbibel“. 1534 erstmals als Vollbibel erschienen. Zwar entgegen verbreitetem Urteil nicht die erste deutsche Bibelübersetzung, zweifellos aber die einflussreichste. Auch heute noch die verbreitetste deutsche Bibel überhaupt. LUT 45 meint die ursprüngliche Übersetzung Luthers, die 1545 das erste Mal als Vollbibel erschienen ist, LUT 12, LUT 84 und LUT 17 die 1912, 1984 und 2017 erschienenen Modernisierungen dieser Üs., PATKurz für „Pattloch Bibel“; Bezeichnung für die Übersetzung durch Vinzenz Hamp, Meinrad Stenzel und Josef Kürzinger - drei exegetischen Schwergewichtern - von 1955. Völlig zu Unrecht so unbekannt: Gutes Gleichgewicht von Wörtlichkeit und Lesbarkeit. Hamp schreibt zum Profil: „Unsere Ausgabe bietet eine ungekürzte Übertragung aus den Grundtexten, de einerseits möglichst getreu den Sinn der Verfasser zu treffen sucht, andererseits einen verständlichen und flüssigen deutschen Stil anstrebt. Veraltete und ungebräuchlich gewordene Ausdrücke, die in den Bibelübersetzungen oft lange Zeit mitgeschleppt werden, wurden durch neue ersetzt.“, SLTKurz für „Schlachter“; gemeint ist damit die Revision von 1995-2004 der erstmals 1905 erschienenen Bibelübersetzung von Franz Eugen Schlachter. Die Schlachter-Bibel ist recht urtexttreu; Schlachter verstand es aber, dieses genaue Übersetzen mit einem herrlichen kräftig-würzigen Stil zu verbinden, so dass sich am Ende dennoch eine gut lesbare Bibel ergab., ZÜRKurz für „Zürcher Bibel“. Zurückgehend auf die Übersetzung Zwinglis, wurde sie erstmals 1907-1931 erneut übersetzt. Seit 2007 liegt sie in neuer Revision vor. Ihr Ziel ist die Verbindung von philologischer Genauigkeit und „geschmeidiger, gehobener Sprache“ - und das macht sie so gut, dass viele Exegeten sie als Referenzübersetzung in Aufsätzen und Kommentaren benutzen.) nicht auf LXXDie Septuaginta - die älteste durchgängige griechische Übersetzung des AT überhaupt; entstanden zwischen 250 v. Chr. und 100 n. Chr. Die LXX folgt vielerorts einer anderen Verszählung als deutsche Übersetzungen. Stellenangaben, die mit diesem Kürzel versehen sind, können von den Angaben im sonst aus dem Hebräischen übersetzten AT abweichen. und SyrKurz für „Syrisch“; Bezeichnung für die syrische Bibelübersetzung „Peschitta“ - „die Einfache“. Entstanden ab dem 1. Jh. n. Chr. stützen dürfen.
Vom letzten Wort war ursprünglich nur das l geschrieben; K und TgKurz für „Targum“, eine frühjüdische Textgattung: Interpretative Übersetzung eines Bibeltextes ins Aramäische. ergänzen zu lo´ („nicht(s)), Qere zu lo („zu ihm, sein“), 1 MS, LXXDie Septuaginta - die älteste durchgängige griechische Übersetzung des AT überhaupt; entstanden zwischen 250 v. Chr. und 100 n. Chr. Die LXX folgt vielerorts einer anderen Verszählung als deutsche Übersetzungen. Stellenangaben, die mit diesem Kürzel versehen sind, können von den Angaben im sonst aus dem Hebräischen übersetzten AT abweichen., VLKurz für „Vetus Latina“, die „altlateinische Bibel“. Sammelbezeichnung für die erhaltenen Fragmente lateinischer Bibelübersetzungen vor Hieronymus´ Vulgata aus dem 2. - 4. Jh. und SyrKurz für „Syrisch“; Bezeichnung für die syrische Bibelübersetzung „Peschitta“ - „die Einfache“. Entstanden ab dem 1. Jh. n. Chr. lasen li („für mich“). Letzterem folgen die meisten Textkritiker, die bei den ersten beiden Worten ken ´attem lesen wollen: „So seid [auch] ihr für mich geworden:...“ LXXDie Septuaginta - die älteste durchgängige griechische Übersetzung des AT überhaupt; entstanden zwischen 250 v. Chr. und 100 n. Chr. Die LXX folgt vielerorts einer anderen Verszählung als deutsche Übersetzungen. Stellenangaben, die mit diesem Kürzel versehen sind, können von den Angaben im sonst aus dem Hebräischen übersetzten AT abweichen. las außerdem statt hjjtm („ihr seid geworen“) ḥwjtm („ihr habt erschreckt“); so auch Houbigant, in der neueren TextkritikDer Versuch, aus den überlieferten Bibelhandschriften die ursprünglichste Textversion zu ermitteln. Im AT gilt der sogenannte „Masoretische Text“ als Richtschnur, er ist allerdings teilweise über 2000 Jahre jünger als der zu ermittelnde „Urtext“ und kann daher Überlieferungsfehler enthalten. Atl. Textkritik versucht, durch den Vergleich mit anderen erhaltenen Textversionen solche womöglich fehlerhaften Stellen zu berichtigen. Bisweilen sind dabei Textänderungen nötig, die überhaupt kein Fundament in den alten Textzeugen haben, sondern nur auf Vermutungen basieren. Das NT ist wesentlich besser überliefert: Eine Vielzahl älterer Manuskripte sind erhalten. Allerdings gibt es keinen Ausgangstext mit einem dem Masoretischen Text vergleichbaren Stellenwert. Die ntl. Textkritik wägt daher Textvarianten aus unterschiedlichen Texttraditionen gegeneinander ab, um zu beurteilen, welche Variante die ursprünglichere ist. aber niemand mehr. (Zurück zu v.21)
xseht, fürchtet - Klangspiel: tir´u ... wattira´u. (Zurück zu v.21)
ytFNtechnische Fußnote; der Inhalt ist nur für Erstübersetzer aus dem Hebräischen/Griechischen interessant.: stark (schlimm, glatt) - heb. maraș, unsicheres Wort. Drei Übersetzungsoptionen sind erwägenswert: (1) Bes. verbreitet: In vielen anderen semit. Sprachen heißen potentiell verwandte Wörter „krank (sein/werden)“; i.d.R. wird daher als Grundbed. „krank sein > schlimm/bedrängend sein“ angenommen, was sich auch häufiger recht gut durch die Üss. der Vrs. stützen lässt (z.B. LXXDie Septuaginta - die älteste durchgängige griechische Übersetzung des AT überhaupt; entstanden zwischen 250 v. Chr. und 100 n. Chr. Die LXX folgt vielerorts einer anderen Verszählung als deutsche Übersetzungen. Stellenangaben, die mit diesem Kürzel versehen sind, können von den Angaben im sonst aus dem Hebräischen übersetzten AT abweichen. + VULDie Vulgata - neben der Septuaginta die wohl wichtigste antike Übersetzung der gesamten Bibel - ins Lateinische - von Hieronymus; entstanden zwischen 380 n. Chr. und 400 n. Chr. meist: „schmerzlich/schlimm“). Gut möglich aber, dass diese Kognate „False Friends“ sind, denn die Grundbed. „krank sein“ passt nur an wenigen Stellen besonders gut: 1 Kön 2,8 „Er fluchte mit einem schlimmen (?) Fluch“; Ijob 16,3: „Was ist dir schlimm=reizt dich (?), dass du antwortest?“; Mi 2,10: „eine Verunreinigung, die verdirbt [mit] schlimmen (?) Verderben.“; 1QH xi 8.11f. „schlimme (?) Wehen“. (2) Einige Exegeten nehmen daher auch hier Rhotazismus an, so dass hier malaș („glatt sein > süß sein“) zu lesen wäre wie in Psalm 119#s103 („Wie süß in meinem Gaumen sind deine Worte: wie von/mehr als Honig für meinen Mund!“; so z.B. BHK, Duhm, Dhorme, Pope, Skehan 1969Skehan, Patrick Wm.: Second thoughts on Job 6,16 and 6,25, in: CBQ 31/2, 1969. S. 210-212., S. 211). So steht es auch in 1 MS; so lesen auch TgKurz für „Targum“, eine frühjüdische Textgattung: Interpretative Übersetzung eines Bibeltextes ins Aramäische. und Raschi. Aber auch als Sarkasmus passte dies nicht sonderlich gut zu Elifas Worten in Kap. 4-5. (3) In der jüd. Auslegungstradition wird das Wort als „stark sein, gewaltig sein“ verstanden; so z.B. Kimchi (Sefer haSchoraschim, S. 201); zur Stelle z.B. Ibn Ezra und Metzudat David/Zion. Vgl. auch akk. marașu („stark sein“; dazu Doniach 1930Doniach, N.S.: Job vi 25. מרץ, in: JTS 31/3, 1930. S. 291., S. 291); arab. maraḍa („stark sein“). Dies passt wohl am besten zu den jeweiligen Kontexten (zu Ijob 16,3, „Was stärkt dich, dass du [glaubst,] anworten zu können?“ s. V. 5: „ich würde euch kräftigen mit meinem Mund!“). Ähnlich mit anderer Ableitung Gordis 1978Gordis, Robert: The Book of Job. Commentary, New Translation and Special Studies. New York, 1978., S. 76: „to be strong/vigorous“. (Zurück zu v.25)
zVv. 25f. sind nicht einfach. Die Worte sind klar; die Stroßrichtung derselben aber nicht. V. 25 lässt sich entweder verstehen als „Meine gerechten Worte sind (qua gerechten Worten) stark; wie glaubt ihr, sie tadeln zu können?“ oder im Gegenteil als „Na klasse, ihr habt richtiger gesprochen als ich; toll gemacht, dass ihr schlüssiger argumentiert als ein Verzweifelter!“; V. 26 entweder als „Was stimmt denn eigentlich nicht mit euch, dass ihr mit einem Verzweifelten auch noch diskutiert, anstatt ihn zu trösten“ oder als „Bedeuten euch meine Worte gar nichts; sind die Worte eines Verzweifelten für die Katz?“ oder als „Glaubt ihr etwa, meine Worte seien trotz meiner Verzweiflung ohne Basis?“ Die Der Zhg. der ersten und der letzten Strophe mit er Inclusio durch hawah legt nahe, dass für Ijob klar ist, dass seine Rede in Kap. 3 nicht unproblematisch war, er nun aber mit Kap. 7 noch einmal und fehlerfrei ansetzen möchte. Am schlüssigsten daher: „Was sind [eure] gerechten Worte doch stark – toll gemacht! Doch was soll euer Tadel tadeln? Natürlich, meine Worte waren die Worte eine Verweifelten – das ist doch wohl keine Leistung, sie zu widerlegen! [V. 27] Doch jetzt...“ (Zurück zu v.26)
aaüber Waisen würfeln (herfallen) - w. „über Waisen fallen lassen“; vermutlich eine Abkürzung für „Lose fallen lassen“ wie ähnlich in Ps 22,19; Mt 27,35. „Herfallen“ nach LXXDie Septuaginta - die älteste durchgängige griechische Übersetzung des AT überhaupt; entstanden zwischen 250 v. Chr. und 100 n. Chr. Die LXX folgt vielerorts einer anderen Verszählung als deutsche Übersetzungen. Stellenangaben, die mit diesem Kürzel versehen sind, können von den Angaben im sonst aus dem Hebräischen übersetzten AT abweichen. bei Siegfried; auch H-RKurz für „Henne-Rösch - Bibel“. Zusammenführung der AT-Übersetzung von Henne und Gräff und der NT-Übersetzung durch Rösch um 1935. Auch bekannt als „Paderborner Bibel“. Recht gutes Gleichgewicht von „wörtlich“ und „verständlich“., LUTKurz für „Lutherbibel“. 1534 erstmals als Vollbibel erschienen. Zwar entgegen verbreitetem Urteil nicht die erste deutsche Bibelübersetzung, zweifellos aber die einflussreichste. Auch heute noch die verbreitetste deutsche Bibel überhaupt. LUT 45 meint die ursprüngliche Übersetzung Luthers, die 1545 das erste Mal als Vollbibel erschienen ist, LUT 12, LUT 84 und LUT 17 die 1912, 1984 und 2017 erschienenen Modernisierungen dieser Üs. 45 + 12 (ab 84 ebenfalls „das Los werfen“), STADIJ1992 erschienene jüdische Übertragung des Ijobbuches durch Alisa Stadler, der „jüdischen Psalmsängerin unserer Tage“ (Schalom ben Chorin)., van EssBibelübersetzung von Leander van Eß, einem Marburger Pfarrer und Professor. 1840 das erste Mal als Vollbibel erschienen.. Entsprechend könnte auch das folgende krh, das entweder „graben“ oder „handeln“ heißen kann, auch eine Abkürzung für „eine Grube graben“ sein – so Raschi, Ibn Ezra; auch B-R„Die Schrift“, übersetzt von Martin Buber und Franz Rosenzweig. Eine jüdische Übersetzung des Alten Testaments, die berühmt ist für ihre eigenwilligen Übersetzungsentscheidungen und ihren teilweise sehr gewagten Stil., H-RKurz für „Henne-Rösch - Bibel“. Zusammenführung der AT-Übersetzung von Henne und Gräff und der NT-Übersetzung durch Rösch um 1935. Auch bekannt als „Paderborner Bibel“. Recht gutes Gleichgewicht von „wörtlich“ und „verständlich“., LUTKurz für „Lutherbibel“. 1534 erstmals als Vollbibel erschienen. Zwar entgegen verbreitetem Urteil nicht die erste deutsche Bibelübersetzung, zweifellos aber die einflussreichste. Auch heute noch die verbreitetste deutsche Bibel überhaupt. LUT 45 meint die ursprüngliche Übersetzung Luthers, die 1545 das erste Mal als Vollbibel erschienen ist, LUT 12, LUT 84 und LUT 17 die 1912, 1984 und 2017 erschienenen Modernisierungen dieser Üs. 45+12 (ab 84 ebenfalls „verschachern“), STADIJ1992 erschienene jüdische Übertragung des Ijobbuches durch Alisa Stadler, der „jüdischen Psalmsängerin unserer Tage“ (Schalom ben Chorin)., van EssBibelübersetzung von Leander van Eß, einem Marburger Pfarrer und Professor. 1840 das erste Mal als Vollbibel erschienen. –, vom Parallelismus her liegt „handeln, feilschen“ aber näher. (Zurück zu v.27)
abW. „Und in euer Gesicht, wenn ich löge...“; letzteres ist eine offen gelassene Selbstverfluchung („wenn ich in euer Gesicht löge, sollte mir dies und das widerfahren“), eine Konstruktion für bes. starke Verneinungen. Gut daher H-RKurz für „Henne-Rösch - Bibel“. Zusammenführung der AT-Übersetzung von Henne und Gräff und der NT-Übersetzung durch Rösch um 1935. Auch bekannt als „Paderborner Bibel“. Recht gutes Gleichgewicht von „wörtlich“ und „verständlich“.: „ich werde euch gewiß nicht ins Angesicht lügen“, TAFKurz für „Tafelbibel“, die Bibelübersetzung von Leonhard und Ludwig Tafel. Sehr wörtliche Übersetzung; laut eigener Auskunft hatte Tafel allein im Alten Testament 40.000 Verbesserungen veranstaltet. Interessant, da hier häufiger auch seltenere Übersetzungsweisen gefunden werden können.: „Ich werde euch doch wahrlich nicht ins Angesicht lügen!“, ZÜRKurz für „Zürcher Bibel“. Zurückgehend auf die Übersetzung Zwinglis, wurde sie erstmals 1907-1931 erneut übersetzt. Seit 2007 liegt sie in neuer Revision vor. Ihr Ziel ist die Verbindung von philologischer Genauigkeit und „geschmeidiger, gehobener Sprache“ - und das macht sie so gut, dass viele Exegeten sie als Referenzübersetzung in Aufsätzen und Kommentaren benutzen.: „Ich lüge euch gewiss nicht ins Angesicht.“ (Zurück zu v.28)
acDie Üss. von schubu, wendet euch um, sind äußerst unterschiedlich. Die meisten dt. Üss. haben „kehrt um“, wohl i.S.v. „Hört auf“ (NLKurz für „Neues Leben“, eine sehr kommunikative Übersetzung, die erstmals 2006 als Vollbibel erschien.) / „Verhaltet euch anders!“; doch ganz disparat in Kommentaren: „Bereut!“ (Alter 2010Alter, Robert: The Wisdom Books. Job, Proverbs, and Ecclesiastes. A Translation withCommentary. New York, 2010.); „Kehrt zurück!“ (Ball 1922Ball, Charles J.: The Book of Job. A Revised Text and Version. Oxford, 1922. online unter: https://goo.gl/YCNiHL); „Lasst ab [vom eurem bösen Verhalten]!“ (Buttenwieser 1922Buttenwieser, Moses: The Book of Job. London, 1922.; ähnlich Pope 1965Pope, Marvin H.: Job. Introduction, Translation and Notes. New York, 1965.: „Nicht mehr!“); „Bleibt!“ (Gordis 1978Gordis, Robert: The Book of Job. Commentary, New Translation and Special Studies. New York, 1978.); „Zieht euch zurück!“ (Guillaume 1968Guillaume, A.: Studies in the Book of Job. With a New Translation. Leiden, 1968.); „[Hört] noch mal [zu]!“ (Jastrow 1920Jastrow, Morris: The Book of Job. Its Origin, Growth and Interpretation. Together with a new Translation based on a revised Text. Philadelphia/London, 1920. Online unter https://tinyurl.com/yysgw6yl). Am besten sicher Fokkelman 2012Fokkelman, Jan P.: The Book of Job in Form. A Literary Translation with Commentary. Leiden/Boston, 2012.: „Wendet euch mir zu!“ (ähnlich Merx 1871Merx, Adalbert: Das Gedicht von Hiob. Hebräischer Text, kritisch bearbeitet und übersetzt, nebst sachlicher und kritischer Einleitung. Jena, 1871.: „Schaut doch her!“), die Aufforderung besagt das selbe wie 28a: „Lasst's euch gefallen, mich anzusehen!“ (Zurück zu v.29)
adNicht wird sein Böses - in meiner in Kap. 7 folgenden Rede. (Zurück zu v.29)
aeauf ihr (in mir) - gemeint ist die Zunge, die erst V. 30 genannt wird; eine etwas unschöne und missverständliche grammatische Konstruktion, wegen der VULDie Vulgata - neben der Septuaginta die wohl wichtigste antike Übersetzung der gesamten Bibel - ins Lateinische - von Hieronymus; entstanden zwischen 380 n. Chr. und 400 n. Chr. und SyrKurz für „Syrisch“; Bezeichnung für die syrische Bibelübersetzung „Peschitta“ - „die Einfache“. Entstanden ab dem 1. Jh. n. Chr. das Wort in der Üs. ignorierten (TgKurz für „Targum“, eine frühjüdische Textgattung: Interpretative Übersetzung eines Bibeltextes ins Aramäische. stützt aber den Text). Viele Textkritiker lesen statt bah („auf ihr“) bi („in mir“); so auch die meisten dt. Üss: „Noch bin ich im Recht!“. Einige Üss. auch „Mein Recht liegt darin.“, ohne dass spezifiziert würde, worauf „darin“ sich bezieht; möglich dann aber auch: „Noch liegt mein Recht darin:...“, nämlich darin, dass es keinen Frevel auf Ijobs Zunge gibt. (Zurück zu v.29)
afVerderbnis - eine Inclusio mit 2b. Dort ist noch offengelassen, ob Ijob nicht vielleicht wenigstens ein bisschen verderbt ist; hier dann aber ganz klar: Ijob hält sich mit seinem Reden für perfekt. (Zurück zu v.30)