Psalm 6

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Lesefassung (Psalm 6)

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Anmerkungen

Studienfassung (Psalm 6)

1Für den Chorleiter (Dirigenten, Singenden, Musizierenden).
Zum Saitenspiel (auf Saiteninstrumenten) [vorzutragen] von Basstimmena
Ein Psalm (begleitetes Lied) von (für, über, nach Art von) David.

2 JHWHEmpfehlung zur Aussprache: mein Herr, der HERR, GOTT, °unser Gott°, °unser Herr°, die/der Eine, die/der Ewige, die/der Heilige, die/der Lebendige, Ich-bin-da, Adonaj, Ha-Schem, Ha-Makom, Schechina. Erläuterungen dazu gibt es auf der Seite JHWH., nicht in deinem Zornb strafe (züchtige) mich
Und nicht in deinem Grimmb züchtige mich.
3 Sei mir gnädig (erbarme dich meiner), JHWHEmpfehlung zur Aussprache: mein Herr, der HERR, GOTT, °unser Gott°, °unser Herr°, die/der Eine, die/der Ewige, die/der Heilige, die/der Lebendige, Ich-bin-da, Adonaj, Ha-Schem, Ha-Makom, Schechina. Erläuterungen dazu gibt es auf der Seite JHWH., denn ich [bin] schwach (ermattet)c.
Rette mich (heile mich), JHWHEmpfehlung zur Aussprache: mein Herr, der HERR, GOTT, °unser Gott°, °unser Herr°, die/der Eine, die/der Ewige, die/der Heilige, die/der Lebendige, Ich-bin-da, Adonaj, Ha-Schem, Ha-Makom, Schechina. Erläuterungen dazu gibt es auf der Seite JHWH., denn erschrocken sind (es zittern, es vergehen)d meine Knochen (ich)d
4 Und meine Seele (mein Leben) ist sehr erschrocken (vergeht sehr)d.
Und du, JHWHEmpfehlung zur Aussprache: mein Herr, der HERR, GOTT, °unser Gott°, °unser Herr°, die/der Eine, die/der Ewige, die/der Heilige, die/der Lebendige, Ich-bin-da, Adonaj, Ha-Schem, Ha-Makom, Schechina. Erläuterungen dazu gibt es auf der Seite JHWH., wie lange [noch] (bis wann)...?e


5 Kehre um, JHWHEmpfehlung zur Aussprache: mein Herr, der HERR, GOTT, °unser Gott°, °unser Herr°, die/der Eine, die/der Ewige, die/der Heilige, die/der Lebendige, Ich-bin-da, Adonaj, Ha-Schem, Ha-Makom, Schechina. Erläuterungen dazu gibt es auf der Seite JHWH.!f Retteg meine Seele (mich)h!
Errette (hilf)g mich um deiner Barmherzigkeit (Huld, Liebe, Güte) willeni!
6 Denn es ist kein (findet nicht statt) dich-Loben (Gedenken an dich) im Totenreich (Tod)j
Und wer wird dich preisen im Scheol?jk


7 Ich bin ermüdet durch mein Schluchzen (Seufzen),l
ich überflute (lasse schwimmen)m jede Nachtn [mit meinen Tränen]o mein Bett,
mit meinen Tränen weiche ich [jede Nacht]p mein Lager auf.m
8 Schwach geworden (dunkel geworden, geeitert, angeschwollen, hochmütig?)q vor Kummer (Gram) sind meine Augen,r
Ich bin gealtert wegen (sie sind gealtert wegen)s all meiner Feinde (wegen all meinem Leid/meiner Not).


9 Weicht von mir, all [ihr] Frevlert!
{Ja!,} (denn)u gehört (erhört) hat JHWHEmpfehlung zur Aussprache: mein Herr, der HERR, GOTT, °unser Gott°, °unser Herr°, die/der Eine, die/der Ewige, die/der Heilige, die/der Lebendige, Ich-bin-da, Adonaj, Ha-Schem, Ha-Makom, Schechina. Erläuterungen dazu gibt es auf der Seite JHWH. den Klang meines Weinensv,
10 Gehört (erhört) hat JHWHEmpfehlung zur Aussprache: mein Herr, der HERR, GOTT, °unser Gott°, °unser Herr°, die/der Eine, die/der Ewige, die/der Heilige, die/der Lebendige, Ich-bin-da, Adonaj, Ha-Schem, Ha-Makom, Schechina. Erläuterungen dazu gibt es auf der Seite JHWH. mein Bittenv;
JHWHEmpfehlung zur Aussprache: mein Herr, der HERR, GOTT, °unser Gott°, °unser Herr°, die/der Eine, die/der Ewige, die/der Heilige, die/der Lebendige, Ich-bin-da, Adonaj, Ha-Schem, Ha-Makom, Schechina. Erläuterungen dazu gibt es auf der Seite JHWH. wird mein Gebet (Bittgebet)v annehmenw:
11 All meine Feinde werden (sollen) sich schämen (zunichte werden)x und sehr erschrecken (vergehen)x,
Sie werden (sollen) umkehren (von mir ablassen, wieder?, sterben?)x [und] sich plötzlich schämen (zunichte werden)x.

Anmerkungen

Psalm 6 gehört zur Gattung der sogenannten „Klagelieder eines Einzelnen“, genauer zu der der „Feindklagen eines Einzelnen“. Die meisten der typischen Bestandteile dieser Psalmgattung sind deutlich erkennbar:
V. 1 ist die „Überschrift“. Diese wurden nachträglich von Redaktoren hinzugefügt; über ihren Sinn weiß man immer noch nichts Genaueres und auch die Bedeutung der einzelnen Vokabeln ist hier wie meist unklar. Doch da es sich um nachträgliche Hinzufügungen handelt, wirkt sich das glücklicherweise nicht allzu nachteilig auf das Verständnis des Psalms im Ganzen aus.
V. 2 beginnt mit der sog. „Anrufung“ / „Invokation“, die einzig aus dem Gottesnamen besteht: „JHWHEmpfehlung zur Aussprache: mein Herr, der HERR, GOTT, °unser Gott°, °unser Herr°, die/der Eine, die/der Ewige, die/der Heilige, die/der Lebendige, Ich-bin-da, Adonaj, Ha-Schem, Ha-Makom, Schechina. Erläuterungen dazu gibt es auf der Seite JHWH.!“ - was typisch für die alttestamentliche, aber ungewöhnlich in der altorientalischen Literatur ist (vgl. z.B. Stummer 1922Stummer, Friedrich: Sumerisch-akkadische Parallelen zum Aufbau alttestamentlicher Psalmen. Paderborn, 1922., S. 13).
Darauf folgt in Vv. 2-4 zunächst vierfach die „Bitte“ - JHWHEmpfehlung zur Aussprache: mein Herr, der HERR, GOTT, °unser Gott°, °unser Herr°, die/der Eine, die/der Ewige, die/der Heilige, die/der Lebendige, Ich-bin-da, Adonaj, Ha-Schem, Ha-Makom, Schechina. Erläuterungen dazu gibt es auf der Seite JHWH. möge den Psalmisten „nicht strafen“, „nicht züchtigen“, ihm „gnädig sein“ und ihn „retten“. Daran schließen sich drei Gründe an, mit denen an JHWHEmpfehlung zur Aussprache: mein Herr, der HERR, GOTT, °unser Gott°, °unser Herr°, die/der Eine, die/der Ewige, die/der Heilige, die/der Lebendige, Ich-bin-da, Adonaj, Ha-Schem, Ha-Makom, Schechina. Erläuterungen dazu gibt es auf der Seite JHWH. appelliert wird: Der Beter „ist schwach“ und (zweimal:)ihm ist angst“.
So sehr ist ihm angst, dass in V. 4b beinahe schon die „Klage“ aus ihm hervorbrechen will, die er jedoch noch zurückhalten kann, um in Vv. 5f einen weiteren „Bitt“-Abschnitt anfügen zu können: JHWHEmpfehlung zur Aussprache: mein Herr, der HERR, GOTT, °unser Gott°, °unser Herr°, die/der Eine, die/der Ewige, die/der Heilige, die/der Lebendige, Ich-bin-da, Adonaj, Ha-Schem, Ha-Makom, Schechina. Erläuterungen dazu gibt es auf der Seite JHWH. möge sich „umwenden(d.h. sich dem Beter gnädig zuwenden), ihn „retten“ und „erretten“. Und wieder fügt er gleich Argumente für dieses Rettungshandeln an: Er appelliert an JHWHs Barmherzigkeit und weist darauf hin: Sollte JHWHEmpfehlung zur Aussprache: mein Herr, der HERR, GOTT, °unser Gott°, °unser Herr°, die/der Eine, die/der Ewige, die/der Heilige, die/der Lebendige, Ich-bin-da, Adonaj, Ha-Schem, Ha-Makom, Schechina. Erläuterungen dazu gibt es auf der Seite JHWH. dem Beter nicht helfen und er gar sterben, so würde JHWHEmpfehlung zur Aussprache: mein Herr, der HERR, GOTT, °unser Gott°, °unser Herr°, die/der Eine, die/der Ewige, die/der Heilige, die/der Lebendige, Ich-bin-da, Adonaj, Ha-Schem, Ha-Makom, Schechina. Erläuterungen dazu gibt es auf der Seite JHWH. ja einen Anbeter verlieren, denn: „Im Totenreich lobt man dich nicht“.
Diese beiden ersten Strophen sind durch Wortspiele kunstvoll gestaltet: Das „schwach“ in V. 3a meint genauer „so traurig, dass ich dem Tode nahe bin“; die doppelt verwendete Vokabel „erschrecken“ in Vv. 3b.4a kann auch „vergehen“ bedeuten und das „rette mich“ in V. 3b ist wörtlich „Heile mich“. Ähnlich bedeutet „Retten“ und „Erretten“ in V. 5 gleichzeitig „Herausziehen“. Beide Vokabeln wecken so die Assoziation, dass der Psalmist sich bereits in der Unterwelt befindet (s. FN h). V. 6 stellt den Bezug zur Unterwelt schließlich eindeutig her. Durch diese Wortspiele wird zwischen den Zeilen eine Entwicklung dargestellt: In Strophe 1 stellt sich der Psalmist dar als einer, der verschmachtet, dem Tod in Riesenschritten entgegeneilt; in Strophe 2 dann als jemand, der bereits gestorben ist und darauf wartet, dass Gott ihn auferweckt. Ähnliches findet sich noch häufiger in den Psalmen und darf nicht wörtlich verstanden werden. Das Sterben und Gestorbensein ist eine beliebte Metapher für ein sonst nicht näher bestimmtes Leid im Allgemeinen (s. z.B. Ps 9,14; 18,5-7; 30,4; 116,3-6 u.ö.). Bis hier lässt sich also noch nicht einmal erkennen, worunter der Psalmist eigentlich leidet.

In Vv. 7f folgt der Abschnitt der „Klage“: Die dreimalige Rede vom Weinen und die zweimalige von den schwach gewordenen Augen haben alle in etwa die selbe Bedeutung: Ihm geht es schlecht, furchtbar schlecht. Mit dem letzten Wort der dritten Strophe wird endlich ausgesprochen, worunter der Beter eigentlich leidet: Ihm geht es schlecht bäkol-tsoräraj, „wegen all meiner Feinde“.
Vv. 9-11: Doch kaum hat er diese Feinde genannt, sind sie schon kein Problem mehr: Selbstbewusst kann er ihnen entgegenrufen: „Weicht von mir, alle Frevler!“ Nachdem er sein Gebet gesprochen hat, ist er sich plötzlich sicher, dass all seine Feinde „sich schämen“, „sehr erschrecken“, „umkehren“ und „sich plötzlich schämen“ werden (V. 11). Auch dieser Stimmungsumschwung ist typisch für die Klagelieder des Einzelnen. Man nennt ihn das „Motiv der Erhörungsgewissheit“: Wie alle Klagelieder ist auch Psalm 6 aus einem „zielgerichteten Vertrauensparadigma“ (Markschies 1991Markschies, Christoph: „Ich aber vertraue auf dich, Herr!“ - Vertrauensäußerungen als Grundmotiv in den Klageliedern des Einzelnen, in: ZAW 103/3, 1991. S. 386-398., S. 397) gesprochen; der Beter kann sich sicher sein, dass JHWHEmpfehlung zur Aussprache: mein Herr, der HERR, GOTT, °unser Gott°, °unser Herr°, die/der Eine, die/der Ewige, die/der Heilige, die/der Lebendige, Ich-bin-da, Adonaj, Ha-Schem, Ha-Makom, Schechina. Erläuterungen dazu gibt es auf der Seite JHWH. ihn erhören (V. 10b) wird, sobald er sein Gebet „gehört(Vv. 9b.10a) hat. Und damit ist das Ziel des Psalmengebets erreicht: Betend hat er Gott auf sein Unglück hingewiesen und kann nun darauf vertrauen, dass dieser handeln wird.

Der letzte VersEin Teil in einem Kapitel. ist stilistisch eng an die erste Strophe angelehnt: Wie nach V. 4a der Psalmist „sehr erschrocken“ ist, so werden nach V. 11a die Frevler „sehr erschrecken“. Und ebenso, wie in Vv. 3b.4a ungewöhnlicherweise dieselbe Vokabel wiederholt wird (erschrecken), wird auch in Vv. 11ab dieselbe Vokabel wiederholt (sich schämen). Selbst das Wortspiel wird wieder aufgegriffen: Mindestens „sich schämen“ und „erschrecken“, möglicherweise auch „umkehren(s. FN y) könnten sich ebenso auf den Tod der Frevler beziehen, wie in der ersten Strophe „schwach sein“ und „erschrecken“ die Assoziation des Sterbens weckte. Es wird ganz deutlich: JHWHs Erhörung wird eine Umkehrung der Verhältnisse zur Folge haben. So wie aktuell der Beter unter den Frevlern zu leiden hat, werden dereinst die Frevler leiden.

aFür den Chorleiter + Zum Seitenspiel + Bassstimmen - Wie bei den meisten Psalmen sind auch hier die Bedeutungen der Begriffe im Titel unklar; die Primärübersetzungen sind die, die sich am häufigsten in den dt. Üss. finden.
Die heb. Entsprechung der Üs. „von Bassstimmen“ findet sich auch im Titel von Ps 12,1. Wegen 1 Chr 15,20f., wo sich das Wort neben `alamot findet, was oft als „Jungfrauenweise“=„hohe Gesangsstimme“ gedeutet wird, geht man häufig davon aus, dass er etwas mit der musikalischen Begleitung oder Vortragsweise des Psalms zu tun habe und schließt davon dann z.B. auf die Bedeutungen „Für die Bassstimme“ (so z.B. Craigie 1983Craigie, Peter C.: Psalms 1-50. Dallas, 1983.), „in der achten Tonart“ (so z.B. Werner 1959Werner, Eric: The Sacred Bridge. The Intedependence of Liturgy and Music in Synagogue and Church during the First Millenium. London / New York, 1959., S. 384-388) oder „[zu spielen] auf der achtseitigen Harfe“ (so z.B. Kraus 1961Kraus, Hans-Joachim: Psalmen. 1. Teilband. Neukirchen, 2 1961., S. XXVIII). (Zurück zu v.1)
btFNtechnische Fußnote; der Inhalt ist nur für Erstübersetzer aus dem Hebräischen/Griechischen interessant.: nicht in deinem Zorn/Grimm - die beiden Negationspartikeln nicht sind durch die Präpositionalphrasen in deinem Zorn bzw. in deinem Grimm von den Verben getrennt. Das ist sehr untypisch im Hebräischen. Vermutlich handelt es sich hier aber um eine bedeutungslose Wortstellungsvariante und das „nicht“ bezieht sich doch auf die Verben, auf denen auch der Fokus der Sätze liegt. Die Funktion der PPs ist es, den Beweggrund JHWHs für die Bestrafung des Psalmisten anzugeben: „Strafe mich nicht aus Zorn“, und dann besser: „Strafe mich nicht trotz deines Zorns“, „Auch wenn du zornig bist, JHWHEmpfehlung zur Aussprache: mein Herr, der HERR, GOTT, °unser Gott°, °unser Herr°, die/der Eine, die/der Ewige, die/der Heilige, die/der Lebendige, Ich-bin-da, Adonaj, Ha-Schem, Ha-Makom, Schechina. Erläuterungen dazu gibt es auf der Seite JHWH. - strafe mich nicht!“ (Bratcher/Reyburn 1991Bratcher, Robert G. / William D. Reyburn: A Translator's Handbook on the Book of Psalms. New York, 1991., S. 59; ähnlich z.B. BFCLa Bible en francais courant. online unter: http://goo.gl/mQEqY, GNKurz für „Gute Nachricht Bibel“; als Vollbibel erstmals 1978 erschienen. Erste deutsche kommunikative Vollbibel; außerdem erste einzige durchgehend ökumenische deutsche Bibelübersetzungen. Ihre Rolle für die Geschichte der deutschen Bibelübersetzung ist schwer zu überschätzen., PdVParole de Vie).
(Einige (z.B. Broyles 1989Broyles, Craig C.: The Conflict of Faith and Experience in the Psalms. A Form-Critical and Theological Study. Sheffield, 1989., S. 180) gehen jedoch davon aus, dass durch diese Wortstellung der Nachdruck nicht auf die Verben, sd. auf die PPs gelegt werden soll („nicht im Zorn/Grimm strafe mich, [sondern nach dem Maßstab des Rechts (d.i. „fair“)]“; s. Jer 10,24). Nach V. 3 ist aber der Gegensatz zu V. 2 („nicht im Zorn“) nicht „nach Gerechtigkeit“, sondern „[strafe mich nicht, sondern] erbarme dich meiner!“; sicher liegt der Fokus also dennoch auf den Verben (vgl. z.B. König 1927König, Eduard: Die Psalmen. eingeleitet, übersetzt und erklärt. Gütersloh, 1927., S. 619).)
Anm. d. Üs. (S.W.Sebastian Walter; http://goo.gl/WEo8mm): Wenn wir in V. 3 עֲצָמָֽי `atsamaj („meine Knochen“) als עצְמִי `atsmi („mein Gebein“) vokalisierten, ließe sich die Wortstellungsvariante damit erklären, dass so in Vv. 2f ein Endreim herbeigeführt werden soll: tokicheni („strafe mich“), täjasreni („züchtige mich“), ani („ich“), `atsmi („mein Gebein“). „Mein Gebein“ wäre dann ein kollektiver Singular mit der Bedeutung „meine Gebeine“, das deshalb mit Pluralverb konstruiert wurde und wegen diesem Pluralverb von den Masoreten fälschlicherweise als Plural vokalisiert wurde. (zu v.2)
cschwach - Viele Üss. und Lexika: „welk“, aber das wäre überwörtlich (wenn denn „welken“ überhaupt wirklich die Primärbedeutung von amal ist). Besser trifft die Bedeutung sinngemäß wohl ein wörtlich verstandenes „todtraurig“, „so traurig, dass ich dem Tode nahe bin“; s. z.B. Jes 24,4.7: „Es trauert und verdorrt die Erde; es amal und verdorrt die Welt; es amal die Höhen der Erde. ... Es trauert die Rebe, es amal der Wein; es seufzen alle, die fröhlichen Herzens [waren].“; Hos 4,3: „Deshalb wird trauern das Land und es amal alle, die darin wohnen. Die Tiere des Feldes, die Vögel des Himmels und die Fische des Meeres werden dahingerafft.“ u.ö. (Zurück zu v.3)
derschrocken sind (es zittern, es vergehen) meine Knochen (ich) (V. 3) + meine Seele (mein Leben) ist sehr erschrocken (vergeht sehr) (V. 4) - Das heißt wohl: „Ich bin erschrocken; / ja, sehr erschrocken!“. Ebenso wie (fast stets) „Seele“ steht im Hebräischen auch „Knochen“ öfter pars pro toto für den ganzen Menschen (vgl. z.B. Dalglish 1962Dalglish, Edward R.: Psalm Fifty-One in the Light of Ancient Near Eastern Patternism. Leiden, 1962., S. 143; s. z.B. Ps 35,9f: „Und meine Seele soll sich freuen wegen JHWHEmpfehlung zur Aussprache: mein Herr, der HERR, GOTT, °unser Gott°, °unser Herr°, die/der Eine, die/der Ewige, die/der Heilige, die/der Lebendige, Ich-bin-da, Adonaj, Ha-Schem, Ha-Makom, Schechina. Erläuterungen dazu gibt es auf der Seite JHWH.... All meine Knochen sollen sagen: JHWHEmpfehlung zur Aussprache: mein Herr, der HERR, GOTT, °unser Gott°, °unser Herr°, die/der Eine, die/der Ewige, die/der Heilige, die/der Lebendige, Ich-bin-da, Adonaj, Ha-Schem, Ha-Makom, Schechina. Erläuterungen dazu gibt es auf der Seite JHWH., wer ist wie du?). (zu v.3 / zu v.4)
eUnd du, JHWHEmpfehlung zur Aussprache: mein Herr, der HERR, GOTT, °unser Gott°, °unser Herr°, die/der Eine, die/der Ewige, die/der Heilige, die/der Lebendige, Ich-bin-da, Adonaj, Ha-Schem, Ha-Makom, Schechina. Erläuterungen dazu gibt es auf der Seite JHWH., wie lange [noch]...? - Beinahe bricht aus dem Psalmist hier ein verzweifelter Vorwurf hervor, den er gerade noch zurückhalten kann (AposiopeseStilmittel: Abbruch eines Satzes, bevor das Wesentliche gesagt wurde. Auch bekannt als „Anakoluth“.). Das ist daran erkennbar, dass solche Vorwürfe anderswo im AT mit „Wie lange (denn noch)...?“ eingeleitet sind (Beispiele: Ps 13,2f; Ps 74,10; Ps 80,5; Ps 94,3; Hab 1,2; ebenso abgebrochen in Ps 90,13). (Zurück zu v.4)
fKehre um, JHWHEmpfehlung zur Aussprache: mein Herr, der HERR, GOTT, °unser Gott°, °unser Herr°, die/der Eine, die/der Ewige, die/der Heilige, die/der Lebendige, Ich-bin-da, Adonaj, Ha-Schem, Ha-Makom, Schechina. Erläuterungen dazu gibt es auf der Seite JHWH. - Begegnendes Unheil führte man im Alten Israel oft darauf zurück, dass der zornige Gott sich von Betroffenen „abgewandt“ habe; entsprechend ist „Wende dich [mir wieder zu]“ hier gleichbedeutend mit „Sei mir gnädig“ in V. 3. Sinnvoll daher Buttenwieser 1938Buttenwieser, Moses: The Psalms. Chronologically Treated with a New Translation. Chicago, 1938. online unter: http://goo.gl/bpgnjM: „Cease from thine anger!“; GNKurz für „Gute Nachricht Bibel“; als Vollbibel erstmals 1978 erschienen. Erste deutsche kommunikative Vollbibel; außerdem erste einzige durchgehend ökumenische deutsche Bibelübersetzungen. Ihre Rolle für die Geschichte der deutschen Bibelübersetzung ist schwer zu überschätzen.: „Lass ab von deinem Zorn!“ (Zurück zu v.5)
gRette + Errette (hilf) - Wortspiel im Hebräischen: Der Psalmist verwendet in Vv. 3.5 drei unterschiedliche Verben, die sich alle in der Bedeutung „retten“ treffen. Den beiden Verben in V. 5 ist zusätzlich die Bedeutung „herausziehen /-reißen“ gemeinsam. Dahinter steht Folgendes: Im Alten Israel stellte man sich die Unterwelt als den tiefsten Ort des Kosmos vor; daher sprach man von ihr z.B. als dem „Brunnen“, der „Grube“, dem „Schacht“ oder der „Zisterne“ (vgl. z.B. Oesterley 1911Oesterley, William: Life, Death, and Immortality: Studies in the Psalms. London, 1911. online unter: http://goo.gl/cA6bXF, S. 139f; Schorch 2000Schorch, Stefan: Euphemismen in der Hebräischen Bibel. Wiesbaden, 2000., S. 97f) und davon, dass man zu ihr „hinabstieg“ oder aus ihr wieder „emporgezogen“ wurde. Von diesem Totenreich spricht V. 6; liest man also Vv. 5 und 6 zusammen, entsteht - gelesen nach dieser zweiten Bedeutung - der Eindruck, der Psalmist habe sich sogar bereits in diesem Totenreich befunden und JHWHEmpfehlung zur Aussprache: mein Herr, der HERR, GOTT, °unser Gott°, °unser Herr°, die/der Eine, die/der Ewige, die/der Heilige, die/der Lebendige, Ich-bin-da, Adonaj, Ha-Schem, Ha-Makom, Schechina. Erläuterungen dazu gibt es auf der Seite JHWH. habe ihn nach seinem Tod wiederbelebt. (zu v.5)
hmeine Seele (mich) - „Seele“ im Heb. fast stets Wechselbegriff für „Ich“; übersetze: „Rette mich!“ (Zurück zu v.5)
ium deiner Barmherzigkeit (Huld, Liebe, Güte) willen - mehrdeutig:
  1. Das Wort für „um...willen“ hat zwar (1) meist auch im Heb. die Bed. „um...willen“, kann aber (2) auch den Beweggrund bezeichnen, aus dem jemand etwas tut (s. z.B. Ps 25,7; 44,27: „um deiner Huld/Barmherzigkeit willen“ = „aus Huld“; vgl. ad loc.Kurz für „ad locum“, „zur Stelle“: Die folgende Quellenangabe bezieht sich speziell auf die behandelte Bibelstelle. Bratcher/Reyburn 1991Bratcher, Robert G. / William D. Reyburn: A Translator's Handbook on the Book of Psalms. New York, 1991., S.61; THATJenni, Ernst/Claus Westermann: Theologisches Handwörterbuch zum Alten Testament. München - Zürich, 1971-9. I, S. 605f) und wird in dieser Bedeutung fast stets verwendet, um an einen Charakterzug Gottes zu appellieren; funktional entspräche dem im Dt. daher eher „Errette mich, du Barmherziger“, wie z.B. häufig Fürbitten formuliert sind.
  2. chesed (hier: „Barmherzigkeit“) meint häufig die „Bundestreue“ und wird derart nicht nur von Gott ausgesagt, der mit den Menschen seinen Bund geschlossen hat, sondern auch von den Menschen, mit denen Gott diesen Bund geschlossen hat (s. z.B. Hos 12,7). läma`an chasdeka ließe sich daher auch übersetzen als „um [meiner] Bundestreue zu dir willen“, und V. 6 würde dann näher spezifizieren, was damit gemeint ist: Der Psalmist könnte im Totenreich seiner Bündnispflicht des JHWHEmpfehlung zur Aussprache: mein Herr, der HERR, GOTT, °unser Gott°, °unser Herr°, die/der Eine, die/der Ewige, die/der Heilige, die/der Lebendige, Ich-bin-da, Adonaj, Ha-Schem, Ha-Makom, Schechina. Erläuterungen dazu gibt es auf der Seite JHWH.-Preises nicht nachkommen - es läge also ganz im Interesse Gottes, den Psalmisten zu retten. So aber nur Broyles 1989Broyles, Craig C.: The Conflict of Faith and Experience in the Psalms. A Form-Critical and Theological Study. Sheffield, 1989., S. 182f; Ehrlich 1905Ehrlich, Arnold B.: Die Psalmen. Neu uebersetzt und erklaert. Berlin, 1905. onine unter: http://goo.gl/r9Wpjj, S. 11.
Deutung (1) liegt näher, da - wie an den angeführten Stellen zu sehen ist - dieses läma`an [Charakterzug Gottes] ein häufiger Zug in Bitten ist; es könnte aber auch hier sein, dass bewusst mehrdeutig formuliert ist und auf diese kunstvolle Weise gleich zwei Gründe für JHWHs Rettungshandeln vorgebracht werden sollen. (Zurück zu v.5)
jTotenreich + Scheol: Nicht: „Hölle“ o.Ä., die alttestamentliche Vorstellung vom Leben nach dem Tod ist eine ganz andere als die christliche und eher mit der griechischen Vorstellung des Hades zu vergleichen: Ein Schattenreich, in das fast alle Gestorbenen als Schattengestalten hinabfahren, um dann nie wieder daraus zu entkommen. (zu v.6)
kZum Argument in V. 6, JHWHEmpfehlung zur Aussprache: mein Herr, der HERR, GOTT, °unser Gott°, °unser Herr°, die/der Eine, die/der Ewige, die/der Heilige, die/der Lebendige, Ich-bin-da, Adonaj, Ha-Schem, Ha-Makom, Schechina. Erläuterungen dazu gibt es auf der Seite JHWH. möge doch den Psalmisten retten, weil er mit dessen Tod ja einen Anbeter verlöre, s. z.B. Ps 30,10; 88,11-13; Jes 38,17f) und das Argument wird in Jes 48,9-11 sogar ähnlich von JHWHEmpfehlung zur Aussprache: mein Herr, der HERR, GOTT, °unser Gott°, °unser Herr°, die/der Eine, die/der Ewige, die/der Heilige, die/der Lebendige, Ich-bin-da, Adonaj, Ha-Schem, Ha-Makom, Schechina. Erläuterungen dazu gibt es auf der Seite JHWH. selbst angewandt. (Zurück zu v.6)
ltFNtechnische Fußnote; der Inhalt ist nur für Erstübersetzer aus dem Hebräischen/Griechischen interessant.: Schluchzen trifft es besser als das häufig gefundene „Seufzen“. Sowohl beim Verb als auch beim Nomen passt diese Bedeutung an sämtlichen Stellen wesentlich besser. So z. St. Dahood 1965Dahood, Mitchell, S.J.: Psalms I. 1-50. New York, 1965.; Houston/Moore/Waltke 2014Houston, James M. / Erika Moore / Bruce K. Waltke: The Psalms as Christian Lament. A Historical Commentary. Grand Rapids, 2014.; BBEBible in Basic English, EVDEasy-to-Read English Version for the Deaf, NCVNew Century Version, NLTNew Living Translation. (Zurück zu v.7)
mtFNtechnische Fußnote; der Inhalt ist nur für Erstübersetzer aus dem Hebräischen/Griechischen interessant.: überflute (lasse schwimmen) + weiche auf - zur Deutung der Bedeutung des ersten Verbs als „überfluten“ statt „schwimmen lassen“ vgl. Bosworth 2013Bosworth, David: Weeping in the Psalms, in: VT 62, 2013. S. 34-46. online unter: http://goo.gl/v7L9Yv, S. 39; von Soden 1991von Soden, Wolfram: Ist im Alten Testament schon vom Schwimmen die Rede?, in: ZAH 4/2, 1991. S. 165-170., S. 165f; zur Deutung des zweiten Verbs als „aufweichen“ von Soden 1991von Soden, Wolfram: Ist im Alten Testament schon vom Schwimmen die Rede?, in: ZAH 4/2, 1991. S. 165-170., S. 166. (zu v.7)
ntFNtechnische Fußnote; der Inhalt ist nur für Erstübersetzer aus dem Hebräischen/Griechischen interessant.: jede Nacht statt „die ganze Nacht“; diese iterative Deutung fordert die Verbform (Yiqtol). (Zurück zu v.7)
otFNtechnische Fußnote; der Inhalt ist nur für Erstübersetzer aus dem Hebräischen/Griechischen interessant.: [mit meinen Tränen] - BrachylogieEin erwartetes Satzglied wird ausgespart, da es im direkten Umfeld der betreffenden Stelle schon einmal gesetzt wurde und daher aus dem Kontext erschlossen werden kann. Besagtes Satzglied tut dann „double duty“ an beiden Stellen. Zu unterscheiden ist die Brachylogie von der Ellipse, in der ein Satzglied ausgespart wird, ohne im direkten Umfeld schon einmal gesetzt zu sein. aus Zeile 3; vgl. auch Goldingay 2006Goldingay, John: Psalms. Volume 1: Psalms 1-41. Grand Rapids, 2006., S. 138. (Zurück zu v.7)
ptFNtechnische Fußnote; der Inhalt ist nur für Erstübersetzer aus dem Hebräischen/Griechischen interessant.: [jede Nacht] - BrachylogieEin erwartetes Satzglied wird ausgespart, da es im direkten Umfeld der betreffenden Stelle schon einmal gesetzt wurde und daher aus dem Kontext erschlossen werden kann. Besagtes Satzglied tut dann „double duty“ an beiden Stellen. Zu unterscheiden ist die Brachylogie von der Ellipse, in der ein Satzglied ausgespart wird, ohne im direkten Umfeld schon einmal gesetzt zu sein. aus Zeile 2; vgl. auch Goldingay 2006Goldingay, John: Psalms. Volume 1: Psalms 1-41. Grand Rapids, 2006., S. 138. (Zurück zu v.7)
qSchwach geworden (dunkel geworden, geeitert, angeschwollen, hochmütig?) - Bed. unsicher (-> Tris legomenonUns sind nicht sehr viele altgriechische und noch viel weniger althebräische Texte überliefert; häufig finden sich daher in der Bibel Begriffe, die im gesamten überlieferten altgriechischen / althebräischen Textkorpus nur ein Mal oder nur wenige Male verwendet werden. Die Bedeutung dieser Begriffe ist entsprechend unsicher. Einen Begriff, der nur einmal verwendet wird, nennt man „Hapax legomenon“; Begriffe, die nur zweimal oder dreimal verwendet werden, nennt man entsprechend „Dis legomenon“ und „Tris legomenon“.); sonst nur noch in Ps 31,10f. Für eine Übersicht über ältere Deutungen vgl. Zolli 1951Zolli, Eugenio: Il significato di Sal. 6,8, in: Sefarad 11/1, 1951. S. 101-103. online unter: http://goo.gl/3IJ52F; am sinnvollsten abzuleiten von arab. ghatha („dünn/schwach werden; eitern“; vgl. z.B. Klein 1987Klein, Ernest: A Comprehensive Etymological Dictionary of the Hebrew Language for Readers of English. Jerusalem/Tel Aviv, 1987., S. 489); daher: „Mein Auge ist schwach geworden (ZLHZorell, Franciscus S.J.: Lexicon Hebraicum et Aramaicum Veteris Testamenti. Rom, 1968. 635) / geeitert (Lambert 1899Lambert, Mayer: Notes exégétiques, in: RÉJ 39, 1899. S. 299-303., S. 1899, S. 393)“. Zum Sinn vgl. FN j zu Ps 13,5. (Zurück zu v.8)
rtFNtechnische Fußnote; der Inhalt ist nur für Erstübersetzer aus dem Hebräischen/Griechischen interessant.: meine Augen - W. „mein Auge“; kollektiver Singular, vgl. z.B. Houston/Moore/Waltke 2014Houston, James M. / Erika Moore / Bruce K. Waltke: The Psalms as Christian Lament. A Historical Commentary. Grand Rapids, 2014., S. 51. (Zurück zu v.8)
sTextkritikDer Versuch, aus den überlieferten Bibelhandschriften die ursprünglichste Textversion zu ermitteln. Im AT gilt der sogenannte „Masoretische Text“ als Richtschnur, er ist allerdings teilweise über 2000 Jahre jünger als der zu ermittelnde „Urtext“ und kann daher Überlieferungsfehler enthalten. Atl. Textkritik versucht, durch den Vergleich mit anderen erhaltenen Textversionen solche womöglich fehlerhaften Stellen zu berichtigen. Bisweilen sind dabei Textänderungen nötig, die überhaupt kein Fundament in den alten Textzeugen haben, sondern nur auf Vermutungen basieren. Das NT ist wesentlich besser überliefert: Eine Vielzahl älterer Manuskripte sind erhalten. Allerdings gibt es keinen Ausgangstext mit einem dem Masoretischen Text vergleichbaren Stellenwert. Die ntl. Textkritik wägt daher Textvarianten aus unterschiedlichen Texttraditionen gegeneinander ab, um zu beurteilen, welche Variante die ursprünglichere ist.: ich bin gealtert wegen (sie sind gealtert wegen) - Heb. „sie sind gealtert“; die Rede von den „gealterten Augen“ aber ist recht schwierig. Viele übersetzen daher freier als „sind schwach/matt geworden“ (vgl. auch hier zum Sinn FN j zu Ps 13,5), was aber wohl nicht in der Wortbedeutung liegen kann. LXXDie Septuaginta - die älteste durchgängige griechische Übersetzung des AT überhaupt; entstanden zwischen 250 v. Chr. und 100 n. Chr. Die LXX folgt vielerorts einer anderen Verszählung als deutsche Übersetzungen. Stellenangaben, die mit diesem Kürzel versehen sind, können von den Angaben im sonst aus dem Hebräischen übersetzten AT abweichen., SyrKurz für „Syrisch“; Bezeichnung für die syrische Bibelübersetzung „Peschitta“ - „die Einfache“. Entstanden ab dem 1. Jh. n. Chr., AqAquila's Übersetzung des Alten Testaments ins Griechische; entstanden 125 n. Chr. Offenbar bewusst in Abgrenzung von der LXX als wörtlichere Übersetzung des MT konzipiert. Heute nur noch fragmentarisch erhalten in den von Field gesammelten Überresten der Hexapla des Origines., SymEine griechische Übersetzung der hebräischen Bibel ins Griechische aus dem 2. Jh. n. Chr. Heute nur noch fragmentarisch erhalten in den von Field gesammelten Überresten der Hexapla des Origines. Offenbar einst eine stilistisch besonders schöne Alternative zur LXX., Hier hatten offenbar einheitlich stattdessen den Text „ich bin gealtert“ vorliegen; diese Lesart ist sicher vorzuziehen. (Zurück zu v.8)
tFrevler - stehende Wendung im Hebräischen; W.: „alle Tuenden von Frevel“.
Erst in diesem VersEin Teil in einem Kapitel. wird offenbar, was eigentlich genau das Leid ist, das der Beter die vorigen acht Verse hindurch beklagt hat: Er wird von frevlerischen Feinden bedrängt. (Zurück zu v.9)
utFNtechnische Fußnote; der Inhalt ist nur für Erstübersetzer aus dem Hebräischen/Griechischen interessant.: {Ja!,} (denn) - emphatisches ki, im Dt. nicht zu übersetzen. (Zurück zu v.9)
vKlang meines Weinens + Bitten + Gebet (Bittgebet) - Die Aufeinanderfolge dieser drei Begriffe verdichtet eine Progression von unartikuliert nach artikuliert: qol („Klang“) bezeichnet primär das rein Akustische (das „Geräusch“) – der „Klang des Weinens“ sind also die unartikulierten Klagelaute –; tehinna („Bitten“) meint den Akt der flehenden Hinwendung im Gebet und täfilla ist eine Psalmgattung – das „Bitt-/Klagegebet“. (Zurück zu v.9 / zu v.10)
wJHWHEmpfehlung zur Aussprache: mein Herr, der HERR, GOTT, °unser Gott°, °unser Herr°, die/der Eine, die/der Ewige, die/der Heilige, die/der Lebendige, Ich-bin-da, Adonaj, Ha-Schem, Ha-Makom, Schechina. Erläuterungen dazu gibt es auf der Seite JHWH. wird mein Gebet annehmen - Oder Vergangenheit:
Gehört hat JHWHEmpfehlung zur Aussprache: mein Herr, der HERR, GOTT, °unser Gott°, °unser Herr°, die/der Eine, die/der Ewige, die/der Heilige, die/der Lebendige, Ich-bin-da, Adonaj, Ha-Schem, Ha-Makom, Schechina. Erläuterungen dazu gibt es auf der Seite JHWH. den Klang meines Weinens,
Gehört hat JHWHEmpfehlung zur Aussprache: mein Herr, der HERR, GOTT, °unser Gott°, °unser Herr°, die/der Eine, die/der Ewige, die/der Heilige, die/der Lebendige, Ich-bin-da, Adonaj, Ha-Schem, Ha-Makom, Schechina. Erläuterungen dazu gibt es auf der Seite JHWH. mein Bitten,
JHWHEmpfehlung zur Aussprache: mein Herr, der HERR, GOTT, °unser Gott°, °unser Herr°, die/der Eine, die/der Ewige, die/der Heilige, die/der Lebendige, Ich-bin-da, Adonaj, Ha-Schem, Ha-Makom, Schechina. Erläuterungen dazu gibt es auf der Seite JHWH. hat mein Gebet angenommen.
Der Tempuswechsel in V. 10b wäre dann ein bedeutungsloser, rein stilistischer Tempuswechsel (-> T-ShiftV.a. in der hebräischen Poesie kann ein hebräischer Autor aus stilistischen Gründen von einer Person/Numerus/Genus/Tempus zu einer anderen Person/Numerus/Genus/Tempus wechseln, ohne dass dies Einfluss auf die Bedeutung der Textsemantik hätte. Meist finden diese Shifts von einem Sticho auf den nächsten statt, es ist aber sogar möglich, dass sie im selben Sticho erfolgen; s. z.B. Gevirtz 1961, S. 157f..; so z.B. de Hoop 2009de Hoop, Raymond: Isaiah 40,13, the Masoretes, Syntax and Literary Structure: A Rejoinder to Reinoud Oosting, in: JSOT 33/4. S. 453-463. online unter: http://goo.gl/HCJIuB, S. 458f.; NET) und man müsste davon ausgehen, dass zwischen Vv. 2-8 und Vv. 9-11 eine gewisse Zeitspanne vergangen ist, in der JHWHEmpfehlung zur Aussprache: mein Herr, der HERR, GOTT, °unser Gott°, °unser Herr°, die/der Eine, die/der Ewige, die/der Heilige, die/der Lebendige, Ich-bin-da, Adonaj, Ha-Schem, Ha-Makom, Schechina. Erläuterungen dazu gibt es auf der Seite JHWH. die Bitte des Psalmisten gewähren konnte (so z.B. Schmidt 1934Schmidt, Hans: Die Psalmen. Tübingen, 1934., S. 11). Aber wesentlich glatter ist es doch, die beiden „Gehört hat“ als Vergangenheit zu fassen und das „Annehmen wird“ als Futur: Der Psalmist hat sein Gebet gesprochen und Gott hat es gehört, und nun kann sich der Psalmist voll Zuversicht gegen seine Feinde wenden, da er sich sicher sein kann, nun auch bald von Gott erhört zu werden (so z.B. Alter 2007Alter, Robert: The Book of Psalms. A Translation with Commentary. New York, 2007.; Duhm 1899Duhm, Bernhard: Die Psalmen. Freiburg u.a, 1899., S. 22; Olshausen 1853Olshausen, Justus: Die Psalmen. Erklärt. Leipzig, 1853. online unter: http://goo.gl/mR9E53; Perowne 1880Perowne, J. J. Stewart: The Book of Psalms. A New Translation with Explanatory Notes for English Readers. London, 1880. online unter: http://goo.gl/VQ2q4V). (Zurück zu v.10)
xsich schämen (zunichte werden) + erschrecken (vergehen) + umkehren (von mir ablassen, wieder?, sterben?) - Wortspiel im Hebräischen: Die Wörter für „schämen“, „erschrecken“ und evt. auch „zurückweichen“ treffen sich in der sekundären Bedeutung „sterben“; es scheint also, als habe die Erhörung des Psalmisten durch Gott die Vernichtung der Feinde zur Folge (vgl. z.B. die Üs. von Achenbach 2004Achenbach, Reinhard: Zum Sitz im Leben mesopotamischer und altisraelitischer Klagegebete. Teil II: Klagegebete es Einzelnen im Psalter, in: ZAW 116/4, 2004. S. 581-594., S. 584: „Zuschanden und zerstieben gar sehr werden all meine Feinde“; zu „zurückweichen“ vgl. Dahood 1965Dahood, Mitchell, S.J.: Psalms I. 1-50. New York, 1965., S. 39; s. noch Ijob 1,21; 30,23; 34,15; Ps 9,18; Pred 3,20; 12,7 – doch nie (wie hier) ohne Ortsangabe)). S. dazu noch die Anmerkungen.
umkehren: Gemeint ist wohl: Von mir ablassen und gleich einem geschlagenen Heer abziehen. Theoretisch ließe es sich außerdem mit „wieder“ übersetzen: „Sie werden sich plötzlich wieder schämen“ (so z.B. Duhm 1899Duhm, Bernhard: Die Psalmen. Freiburg u.a, 1899.), doch das ist unwahrscheinlich. Nicht: „beschämt umkehren“; im verbalen Hendiadyoin spezifiziert das erste das zweite Verb, nicht aber umgekehrt. (zu v.11)
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