Genesis 35: Unterschied zwischen den Versionen

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{{S|3}} Wir wollen uns aufmachen und hinaufziehen nach Bethel! Dort will ich (wollen wir)<ref>'''Textkritik''': Die Alternative nur nach LXX, VUL, gewiss als Angleichung an die vorangehenden Verben (richtig BHQ, Ruppert 2005).</ref> einen Altar machen für El, der (mir geantwortet=) mich erhört hat (am Tag=) zur Zeit meiner Bedrängnis, und der mit mir war auf dem Weg, den ich gegangen bin.
{{S|3}} Wir wollen uns aufmachen und hinaufziehen nach Bethel! Dort will ich (wollen wir)<ref>'''Textkritik''': Die Alternative nur nach LXX, VUL, gewiss als Angleichung an die vorangehenden Verben (richtig BHQ, Ruppert 2005).</ref> einen Altar machen für El, der (mir geantwortet=) mich erhört hat (am Tag=) zur Zeit meiner Bedrängnis, und der mit mir war auf dem Weg, den ich gegangen bin.
{{S|4}} Da gaben sie Jakob alle Götter des Auslands, die in ihren Händen [waren], und die Ringe, die in ihren (deren) Ohren [waren].<ref>[[Datei:Ohrring.png|mini|Ein der Göttin Geshtinanna geweihter Ohrring. (c) Amiet / Lambert 1973, S. 160.]]
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<div class="tright" style="clear:none">[[Datei:Gott mit Ohrring.png|mini|assyrisches Götterwesen mit Ohrring und Armreif. CC0 via [https://www.metmuseum.org/art/collection/search/322489 MetMus]]]</div>Gemeint sind wahrscheinlich Götzen geweihte Ohrringe in den Ohren der Menschen aus Jakobs Hausstand. Für ein Bsp. s. rechts. Im Aramäischen heißen solche „Ohrringe“ regulär ''qadaša`'' („Geheiligtes“, s. Levy ChW s.v.). Sie waren im Alten Israel sehr gebräuchlich (vgl. Krauss 1910, S. 204; nach Plinius, NatHist XI 136 trug man im Orient allgemein Ohrringe; nach dem Midrasch ExR 15,3 hatte selbst die ärmste Frau zwei davon). Gemeint sein könnten außerdem Ohrringe in den Ohren von Götzenstatuen. Dass auch Statuen solche Ohrringe trugen, ist in mehreren altorientalischen Texten bezeugt (vgl. Hallo 1983, S. 16f.; Hurowitz 2000, S. 30). Entsprechend sind auch Götterwesen auf Reliefs u.ä. d.Ö. geschmückt, s. rechts, Bild 2.
<div class="tright" style="clear:none">[[Datei:Gott mit Ohrring.png|mini|assyrisches Götterwesen mit Ohrring und Armreif. CC0 via [https://www.metmuseum.org/art/collection/search/322489 MetMus]]]</div>Gemeint sind wahrscheinlich Götzen geweihte Ohrringe in den Ohren der Menschen aus Jakobs Hausstand. Für ein Bsp. s. rechts. Im Aramäischen heißen solche „Ohrringe“ regulär ''qadaša`'' („Geheiligtes“, s. Levy ChW s.v.). Sie waren im Alten Israel sehr gebräuchlich (vgl. Krauss 1910, S. 204; nach Plinius, NatHist XI 136 trug man im Orient allgemein Ohrringe; nach dem Midrasch ExR 15,3 hatte selbst die ärmste Frau zwei davon). Gemeint sein könnten außerdem Ohrringe in den Ohren von Götzenstatuen. Dass auch Statuen solche Ohrringe trugen, ist in mehreren altorientalischen Texten bezeugt (vgl. Hallo 1983, S. 16f.; Hurowitz 2000, S. 30). Entsprechend sind auch Götterwesen auf Reliefs u.ä. d.Ö. geschmückt, s. rechts, Bild 2. [[Exodus 32#s3 |Ex 32,3f.]] und [[Richter 8#s24 |Ri 8,24-28]] machen die erste Option wahrscheinlicher. Dass dort aus solchen Ohrringen das goldene Kalb und ein Ephod gegossen werden, sind dann symbolische Handlungen: In Ex 32,3f. schwören die Israeliten damit ähnlich den Göttern des Auslands ab, wenden sich damit aber nicht JHWH zu, sondern leider eben dem goldenen Kalb.
</ref> Und Jakob verbarg sie unter der Eiche, die bei (mit)<ref>''bei (mit)'' - Heb. ''´im'' heißt noch häufiger „bei“. Häufiger steht die Präp. aber dann, wenn eine Person ''mit'' einer anderen Person ist. Die Präp. ist hier auffällig, weil so die Eiche „mit“ Sichem ist, wie Gott „mit“ Jakob war. Treibt Jakob hier also den Teufel mit dem Beelzebub aus, indem er die „Götter des Auslands“ unter der heiligen Eiche Sichems vergräbt und so ''beide'' unbrauchbar macht (so sehr gut Sarna 2001)? Nach dieser Tat ist dann der Nabel der Erde Sichem nur noch „Götzen-Müllhalde“; nun kann endgültig Bethel mit der Errichtung des Altars als neuer und allein Gott geweihter Nabel der Erde etabliert werden (Becker 2009, S. 173).</ref> Sichem [war].
</ref> Und Jakob verbarg sie unter der Eiche, die bei (mit)<ref>''bei (mit)'' - Heb. ''´im'' heißt noch häufiger „bei“. Häufiger steht die Präp. aber dann, wenn eine Person ''mit'' einer anderen Person ist. Die Präp. ist hier auffällig, weil so die Eiche „mit“ Sichem ist, wie Gott „mit“ Jakob war. Treibt Jakob hier also den Teufel mit dem Beelzebub aus, indem er die „Götter des Auslands“ unter der heiligen Eiche Sichems vergräbt und so ''beide'' unbrauchbar macht (so sehr gut Sarna 2001)? Nach dieser Tat ist dann der Nabel der Erde Sichem nur noch „Götzen-Müllhalde“; nun kann endgültig Bethel mit der Errichtung des Altars als neuer und allein Gott geweihter Nabel der Erde etabliert werden (Becker 2009, S. 173).</ref> Sichem [war].



Version vom 8. Juli 2023, 11:02 Uhr

Syntax ungeprüft

Status: Studienfassung in Arbeit – Einige Verse des Kapitels sind bereits übersetzt. Wer die biblischen Ursprachen beherrscht, ist zum Einstellen weiterer Verse eingeladen. Auf der Diskussionsseite kann die Arbeit am Urtext dokumentiert werden. Dort ist auch Platz für Verbesserungsvorschläge und konstruktive Anmerkungen.
Status: Lesefassung folgt später – Bevor eine Lesefassung erstellt werden kann, muss noch an der Studienfassung gearbeitet werden. Siehe Übersetzungskriterien und Qualitätssicherung Wir bitten um Geduld.

Lesefassung (Genesis 35)

(kommt später)

Studienfassung (Genesis 35)

1 {Und} Gott sagte zu Jakob: „Mach dich auf! Zieh hinaufa nach Bethel und bleib dort! Mach dort einen Altarb für El, der dir erschienen ist, als du (vor dem Gesicht von=) vor deinem Bruder Esau geflohen bist!“ 2 Da sagte Jakob zu seinem Hausstand und zu allen, die mit ihm [waren]: „Schafft die Götter des Auslandsc fort, die in eurer Mitte [sind]! Reinigt euch und wechselt eure Obergewänder!d 3 Wir wollen uns aufmachen und hinaufziehen nach Bethel! Dort will ich (wollen wir)e einen Altar machen für El, der (mir geantwortet=) mich erhört hat (am Tag=) zur Zeit meiner Bedrängnis, und der mit mir war auf dem Weg, den ich gegangen bin. 4 Da gaben sie Jakob alle Götter des Auslands, die in ihren Händen [waren], und die Ringe, die in ihren (deren) Ohren [waren].f Und Jakob verbarg sie unter der Eiche, die bei (mit)g Sichem [war].

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Anmerkungen

ahinauf, weil Bethel höher liegt als Sichem. Hinaufziehen ist allerdings gelegentlich auch ein terminus technicus für Wallfahrten, und weil Alt 1959 wirkmächtig angenommen hatte, hier würde eine Ätiologie einer im Alten Israel üblichen Wallfahrt von Sichem nach Bethel geboten, verstehen viele Ausleger auch heute noch den Ausdruck so: Gott forderte Jakob mit diesem Satz zu einer Wallfahrt auf (z.B. Westermann 1981, Seebass 1999; Dörpinghaus 2022, S. 149). Das könnte ursprünglich wirklich die angezielte Bedeutung gewesen sein; im Endtext der Jakoberzählung fordert Gott Jakob aber jedenfalls nicht nur zu einer Wallfahrt auf, sondern mindestes auch dazu, vor den Sichemitern nach Bethel zu fliehen, wie er einst vor seinem Bruder Esau dorthin geflohen ist (s. V. 5; Gen 34,30; so z.B. Turner 2000b; Steinmann 2019). (Zurück zu v.1)
bTextkritik: Statt Zaqef lies Rebia wie z.B. in den Handschriften G11, TI6, TA18. Akzentuiert ist dann wie üblich in Hauptsatz-Nebensatz-Gefügen: [[HS: Mach dort einen Altar |Rebia für El, |Paschta der dir erschienen ist,]Zaqef [NS: als du flohst |Zaqef vor dem Gesicht |Tifcha deines Bruders Esau.]]Silluq (Zurück zu v.1)
cdie Götter des Auslands sind fast sicher nicht Götzen aus Sichem, das ja nicht im „Ausland“ liegt, sondern Götzen, die Jakobs Hausstand aus Aram mitbegracht haben. Vgl. JosAnt 18.9.5 „Da sie nach dem Tod ihres ersten Mannes in Gefangenschaft geriet, verbarg sie die Bildnisse der Götter, die sie mit jenem Manne verehrt hatte, und nahm sie nach dem Brauch ihres Landes mit sich. In jenen Gegenden ist es nämlich allgemein Sitte, Götterbilder zu Hause zu haben und dieselben auf Reisen mitzunehmen.(Üs. nach Clementz). Dazu gehören dann gewiss auch die Terafim, die Rahel in Gen 31,19 mitgehen lassen hat. (Zurück zu v.2)
dWechselt eure Obergewänder, also „zieht eure Sonntagskleidung an!“. Mit dem Fortschaffen der Götzen, der Reinigung und dem Abtun der Alltagskleidung kann Jakobs Hausstand dann als Gott bereitetes Volk zu dessen Wohnort Bethel ziehen. Vgl. ähnlich Ex 19,10f.. Eher nicht sind die drei Handlungen dazu gedacht, sich vom Blutvergießen in Gen 34 zu reinigen (so z.B. Wenham 1994; Vrolijk 2011, S. 284); hierzu passt das Abtun der Götzen nur schlecht. (Zurück zu v.2)
eTextkritik: Die Alternative nur nach LXX, VUL, gewiss als Angleichung an die vorangehenden Verben (richtig BHQ, Ruppert 2005). (Zurück zu v.3)
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Ein der Göttin Geshtinanna geweihter Ohrring. (c) Amiet / Lambert 1973, S. 160.
assyrisches Götterwesen mit Ohrring und Armreif. CC0 via MetMus
Gemeint sind wahrscheinlich Götzen geweihte Ohrringe in den Ohren der Menschen aus Jakobs Hausstand. Für ein Bsp. s. rechts. Im Aramäischen heißen solche „Ohrringe“ regulär qadaša` („Geheiligtes“, s. Levy ChW s.v.). Sie waren im Alten Israel sehr gebräuchlich (vgl. Krauss 1910, S. 204; nach Plinius, NatHist XI 136 trug man im Orient allgemein Ohrringe; nach dem Midrasch ExR 15,3 hatte selbst die ärmste Frau zwei davon). Gemeint sein könnten außerdem Ohrringe in den Ohren von Götzenstatuen. Dass auch Statuen solche Ohrringe trugen, ist in mehreren altorientalischen Texten bezeugt (vgl. Hallo 1983, S. 16f.; Hurowitz 2000, S. 30). Entsprechend sind auch Götterwesen auf Reliefs u.ä. d.Ö. geschmückt, s. rechts, Bild 2. Ex 32,3f. und Ri 8,24-28 machen die erste Option wahrscheinlicher. Dass dort aus solchen Ohrringen das goldene Kalb und ein Ephod gegossen werden, sind dann symbolische Handlungen: In Ex 32,3f. schwören die Israeliten damit ähnlich den Göttern des Auslands ab, wenden sich damit aber nicht JHWH zu, sondern leider eben dem goldenen Kalb. (Zurück zu v.4)
gbei (mit) - Heb. ´im heißt noch häufiger „bei“. Häufiger steht die Präp. aber dann, wenn eine Person mit einer anderen Person ist. Die Präp. ist hier auffällig, weil so die Eiche „mit“ Sichem ist, wie Gott „mit“ Jakob war. Treibt Jakob hier also den Teufel mit dem Beelzebub aus, indem er die „Götter des Auslands“ unter der heiligen Eiche Sichems vergräbt und so beide unbrauchbar macht (so sehr gut Sarna 2001)? Nach dieser Tat ist dann der Nabel der Erde Sichem nur noch „Götzen-Müllhalde“; nun kann endgültig Bethel mit der Errichtung des Altars als neuer und allein Gott geweihter Nabel der Erde etabliert werden (Becker 2009, S. 173). (Zurück zu v.4)