Markus 1

Aus Die Offene Bibel

Version vom 23. Dezember 2013, 23:04 Uhr von Ben (Diskussion | Beiträge) (SF: Weitere Fußnoten zu V. 1)
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Syntax ungeprüft

Status: Studienfassung zu prüfen – Eine erste Übersetzung aus dem Urtext ist komplett, aber noch nicht mit den Übersetzungskriterien abgeglichen und nach den Standards der Qualitätssicherung abgesichert worden und sollte weiter verbessert und geprüft werden. Auf der Diskussionsseite ist Platz für Verbesserungsvorschläge, konstruktive Anmerkungen und zum Dokumentieren der Arbeit am Urtext.
Status: Lesefassung folgt später – Bevor eine Lesefassung erstellt werden kann, muss noch an der Studienfassung gearbeitet werden. Siehe Übersetzungskriterien und Qualitätssicherung Wir bitten um Geduld.

Anmerkungen


Studienfassung (Markus 1)

1 [Der] Anfanga des Evangeliums von Jesus Christusb (Jesus Christus, [dem] Sohn Gottes)c, d 2 Wie geschrieben ist (steht) in Jesaja, dem Propheten: „Siehe, ich sende meinen Boten her vor deinem Angesicht, welcher deinen Weg bereiten wird:“e 3 „Stimme eines Rufenden in der Wüste: Bereitet den Weg des Herrn, gerade macht seine Pfade“f, 4 es geschah, Johannes war taufend (Johannes [der] Taufende war) in der Wüste und verkündend eine Taufe der Umkehr zur Vergebung der Sünden. 5 Und es ging hinaus zu ihm das ganze jüdische (judäische) Land und die Jerusalemer alle und wurden getauft von ihm im Jordan-Fluss, bekennend ihre Sünden. 6 Und es war Johannes bekleidet mit Haaren eines Kamels und einem Gürtel um seine Hüfte und essend Heuschrecken und wilden Honig. 7 Und er verkündete, sagend: Es kommt der Stärkere als ich nach mir, dessen ich nicht würdig bin bückendg zu lösen die Riemen seiner Sandalen. 8 Ich taufte euch mit Wasser, er aber wird euch taufen in (mit) heiligem Geisth. 9 Und es geschah, in jenen Tagen kam Jesus von Nazareth aus Galiläai und wurde getauft im Jordan von Johannes. 10 Und sogleich, während (als) er hinausstiegj aus dem Wasser, sah er sich spaltenk (wie sich spalteten) die Himmel und den Geist wie eine Taube herabsteigen auf ihn. 11 Und eine Stimme geschah aus den Himmeln: „Du bist mein geliebter Sohn, an dir habe ich Gefallen gefunden.“ 12 Und sogleich treibt der Geist ihn in die Wüste. 13 Und er war in der Wüste vierzig Tage, versucht vom Satan und er war mit den Tieren und die Engel dienten ihm. 14 Nachdem aber übergeben war Johannes, kam Jesus nach Galiläa und verkündetel das Evangelium Gottes 15 und sagtem: „Erfüllt ist die Zeit und nahegekommen ist die Köngisherrschaft (das Königreich) Gottes: Kehrt um (tut Buße) und glaubt an das Evangelium.“

16 Und während (als) er entlanggingn, entlang am Meer Galiläas, sah er, wie Simon und Andreas, der Bruder des Simon, auswarfenop auf dem Meer: denn sie waren Fischer. 17 Und es sprach zu ihnen Jesus: Kommt, mir nach! Und ich werde machen, dass ihr werdetq Fischer von Menschen. 18 Und sogleich, verlassend die Netze, folgten sie ihm. 19 Und nachdem er ein wenig weitergegangenr war, sah er Jakobus, den des Zebedäus, und Johannes, dessen Bruder, und wie sie im Boot die Netze bereitetens, 20 und sogleich rief er sie. Und lassend ihren Vater im Boot mit den Tagelöhnern und gingen sie fort, ihm nach.

21 Und sie gingen nach Kapernaum hinein: Und sogleich, an den Sabbaten gehend in die Synagoge (zur Versammlung), lehrte er (begann er zu lehren). 22 Und sie waren erstaunt über seine Lehre: denn er war lehrend sie, wie einer, der Vollmacht hat und nicht wie die Schriftgelehrten. 23 Und sogleich war in ihrer Synagoge (Versammlung) ein Mensch in unreinem Geist und er schrie auf 24 und sprach: „Was ist mit uns und dir, Jesus Nazarener? Bist du gekommen zu vernichten uns? Ich kenne dich, [weiß] wer du bist; der Heilige Gottes!“ 25 Und es tadelte ihn Jesus und sprach: „Verstumme und komme heraus aus ihm!“ 26 Und es schütteltet ihn der unreine Geist und schreiend mit lauter Stimme kam er heraus aus ihm. 27 Und sie waren alle erstaunt (erschrocken), sodass sie diskutierten miteinander und sprachen: „Was ist dies? Eine neue Lehre in Vollmacht: Und den unreinen Geistern befiehlt er und sie hören auf ihn.“ 28 Und es ging hinaus sein Ruf sogleich überall in die ganze Umgebung Galiläas. 29 Und sogleich, nachdem sie aus der Synagoge herauskamenu, kamen sie in das Haus von Simon und Andreas mit Jakobus und Johannes. 30 Die Schwiegermutter Simons aber lag krank (danieder), fiebernd, und sogleich sagen sie ihm von ihr. 31 Und hinzutretend richtete er sie auf, bei der Hand nehmend: und es verließ sie das Fieber und sie diente ihnen. 32 Als es aber Abend geworden warv, als die Sonne untergegangen war, brachten sie zu ihm alle Schlecht-Habenden (alle, denen es schlecht ging) und die Besessenen: 33 und es war die ganze Stadt versammelt vor der Tür. 34 Und er heilte viele, denen es schlecht ging aufgrund mancherlei Krankheiten und viele Dämonen trieb er aus und nicht ließ er reden die Dämonen, denn sie kannten ihn. 35 Und frühzeitig, ganz nächtens, stand er aufw, ging hinaus und ging fort an einen einsamen Ort und betete. 36 Und es nacheilte ihm (suchte nach ihm) Simon und die mit ihm waren, 37 und sie fanden ihn und sagen ihm: „Alle suchen dich.“ 38 Und er sagt ihnen: „Lasst uns gehen woandershin in die benachbarten Marktstädte, damit ich auch dort verkündige: zu diesem (dazu) bin ich nämlich hinausgegangen.“ 39 Und er kam, verkündigend, in ihre Synagogen in ganz Galiläa und die Dämonen trieb er ausx.

40 Und es kommt zu ihm ein Aussätziger, ihn anflehend [und auf die Knie fallend] und sagend: „Wenn du willst, kannst du mich rein machen.“ 41 Und bemitleidend streckte er ausy seine Hand, berührte (streckte er aus die Hand, berührte ihn) und sagt ihm: „Ich will, sei gereinigt!“ 42 Und sogleich ging weg von ihm der Aussatz und er wurde gereinigt. 43 Und er ermahnte ihn strengz (ausschimpfte/beschimpfte ihn), sogleich warf er ihn hinaus. 44 Und er sagt ihm: „Sieh, dass niemandem du etwas sagst, sondern geh weg, zeig dich dem Priester und bring dar für deine Reinigung, was geboten hat Moses, ihnen zum Zeugnis!“ 45 Der aber, nachdem er hinausgegangen waraa, begann viel zu verkündigen und auszubreiten (herumzuerzählen) das Wort, so dass er nicht länger konnteab offen in die Stadt hineingehen, sondern außerhalb an einsamen Orten war er: und sie kamen zu ihm aus allen Richtungen.

Anmerkungen

  • Anm. I) Akkusativ o. Genitiv mit Partizip bei Verben der unmittelbaren Wahrnehmung können mit wie übersetzt werden.

a[Der] Anfang Der determinierende Artikel kann bei abstrakten oder eindeutigen Substantiven (Siebenthal 2011, §133a) fehlen, in der Übersetzung wurde er ergänzt. Jesus Christus, [dem] Sohn Gottes Hier zeigt der fehlende Artikel am Buchanfang, bei einem Gottestitel als Apposition, Förmlichkeit an (BDR §268.2). (Zurück zu v.1)
bEvangelium von Jesus Christus Im Griechischen steht hier ein Genitiv, den man sowohl objektiv (ein Evangelium über Jesus, das von Jesus handelt) oder subjektiv (ein Evangelium von Jesus, also eines, das von Jesus stammt oder verkündet wird) verstehen kann. Inhaltlich sind beide Deutungen nicht verkehrt (Jesus verkündet es selbst in V. 14-15), aber die objektive steht wohl im Vordergrund, da Markus Begebenheiten über Jesus festhält (France 2002, 53). Die aus stilistischen Gründen gewählte Übersetzung mit von lässt bewusst beide Deutungsmöglichkeiten offen. (Zurück zu v.1)
cJesus Christus (Jesus Christus, dem Sohn Gottes) Der Zusatz „dem Sohn Gottes“ ist möglicherweise eine nachträgliche Einfügung. Die erhaltenen Handschriften geben kein einheitliches Bild ab. Eine spätere Einfügung wäre ebenso denkbar wie die Annahme, dass die beiden Wörter zum ursprünglichen Text gehören. In keinem denkbaren Fall bietet sich eine naheliegende Erklärung für die Entstehung der jeweils anderen Variante an. Viele Kommentare lassen die Frage offen oder tendieren eher zum kürzeren Text. Die meisten Übersetzungen entscheiden sich jedoch dafür, sie als ursprünglich anzusehen. Mit dem Vorzug der kürzeren Lesart in dieser Übersetzung ist keinerlei theologische Aussage beabsichtigt.
Textkritik: Textkritisch umstritten ist die längere Variante Ἰησοῦ Χριστοῦ υἱοῦ θεοῦ „von Jesus Christus, dem Sohn Gottes“. υἱοῦ θεοῦ wird bezeugt von 011 B D W Γ sowie allen lateinischen, syrischen und koptischen Zeugen. Nur Ἰησοῦ Χριστοῦ lesen 01* Θ 28 l 2211, einige sahidische Handschriften und Origines; SBLGNT, Tischendorf und WH schließen sich an. Die byzantinischen Zeugen lesen υἱοῦ τοῦ θεοῦ. Die Bezeugung bei den Kirchenvätern ist uneinheitlich, besonders da viele beide Varianten kennen (Willker 2013, 7f). Die kürzere ist bei ihnen jedoch etwas weiter verbreitet, wohingegen die längere nicht vor 400 n. Chr. bezeugt ist (Head 1991, 626). Offenbar sind beide sehr alt, wobei die längere Lesart – rechnet man die byzantinische Unterstützung mit ein – in den Handschriften etwas besser bezeugt ist. Wenn sie ursprünglich ist, hätte ein Abschreiber die beiden (damals im Text mit Anfangs- und Endbuchstaben abgekürzten) Wörter versehentlich weglassen müssen (Homoioteleuton): ...ΟΥΙ̅Υ̅Χ̅Υ̅(Υ̅Υ̅Θ̅Υ̅) (Guelich 1989, 6). Doch so ein Abschreibfehler wäre gerade am Anfang eines Buchs etwas schwerer vorstellbar. Für die kürzere Lesart sprechen einige eindeutige Beispiele, wo im Laufe der Überlieferung Gottestitel ergänzt worden sind – gerade bei Markus ist Jesu Gottessohnschaft zentrales Thema, was zu der Hinzufügung verleiten könnte (Head 1991, 627; Collins 2007, 130; s.a. Pesch 1976, 74, dagegen Wasserman 2010). Dann könnte die kürzere Variante als die schwierigere gelten! Keine der beiden internen Erklärungen ist jedoch ganz befriedigend. So erklärt Metzger sowohl die interne als auch die externe Evidenz für so ausgewogen, dass die Herausgeber von NA keine Entscheidung für oder gegen die längere Variante treffen wollten (Metzger, Textual Commentary 21994, 62; vgl. France 2002, 49). Da für die Übersetzung eine Festlegung leider unausweichlich war, haben wir die von der Mehrheit der modernen Exegeten bevorzugte kürzere Lesart vorgezogen, die längere Variante jedoch in der Klammer platziert. (Zurück zu v.1)
dDass dem einleitenden Satz eines Buchs ein Verb fehlt, ist nicht ganz ungewöhnlich, wie der Vergleich mit Mt 1,1 und Offb 1,1 und mehreren atl. Schriften zeigt. Ganz ähnlich beginnt auch Hos 1,2 LXX (ἀρχὴ λόγου κυρίου πρὸς Ωσηε). (Zurück zu v.1)
eVgl. Maleachi 3,1. (Zurück zu v.2)
fVgl. Jesaja 40,3. (Zurück zu v.3)
gPartizip Aorist aktiv Nominativ maskulin Singular. (Zurück zu v.7)
hDa das Wort βαπτίζω eintauchen bedeutet, ist die Übersetzung in heiligem Geist m.E. die bessere Variante. (Zurück zu v.8)
iEigentlich im Genitiv. (Zurück zu v.9)
jPartizip Präsens aktiv Nominativ maskulin Singular. Temporal übersetzt. (Zurück zu v.10)
kPartizip Präsens passiv Akkusativ maskulin Plural. Kongruent zu τοὺς οὐρανοὺς. (Zurück zu v.10)
lPartizip Präsens aktiv Nominativ maskulin Singular. Durch Beiordnung übersetzt. (Zurück zu v.14)
mPartizip Präsens aktiv Nominativ maskulin Singular. (Zurück zu v.15)
nPartizip Präsens aktiv Nominativ maskulin Singular. Temporal übersetzt. (Zurück zu v.16)
oPartizip Präsens aktiv Akkusativ maskulin Plural. S. Anm. I. (Zurück zu v.16)
pMeint die Netze. (Zurück zu v.16)
qAcI. (Zurück zu v.17)
rPartizip Aorist aktiv Nominativ maskulin Singular. Temporal übersetzt. (Zurück zu v.19)
sS. Anm. I. (Zurück zu v.19)
tPartizip Aorist aktiv Nominativ neutrum Singular. (Zurück zu v.26)
uPartizip Aorist aktiv Nominativ maskulin Plural. Temporal übersetzt. (Zurück zu v.29)
vPartizip Aorist medium Nominativ feminin Plural. (Zurück zu v.32)
wPartizip Aorist aktiv Nominativ maskulin Plural. (Zurück zu v.35)
xPartizip Präsens aktiv Nominativ maskulin Singular. (Zurück zu v.39)
yPartizip Aorist aktiv Nominativ maskulin Singular. (Zurück zu v.41)
zPartizip Aorist medium Nominativ maskulin Singular. (Zurück zu v.43)
aaPartizip Aorist aktiv Nominativ maskulin Singular. Temporal übersetzt. (Zurück zu v.45)
abAcI. (Zurück zu v.45)