Psalm 100

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Lesefassung (Psalm 100)

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Anmerkungen

Studienfassung (Psalm 100)

1 Ein Psalm (begleitetes Lied) zum Dank (zum Dankopfer, zum Dankgottesdienst, Preis, Lob, Wechselgesang?a) b.

Jubelt (schreit vor Freude)c (über) JHWHEmpfehlung zur Aussprache: mein Herr, der HERR, GOTT, °unser Gott°, °unser Herr°, die/der Eine, die/der Ewige, die/der Heilige, die/der Lebendige, Ich-bin-da, Adonaj, Ha-Schem, Ha-Makom, Schechina. Erläuterungen dazu gibt es auf der Seite JHWH. zu, du ganze Erde (du ganzes Land)d!
2 Dient (feiert Gottesdienst, feiert, verehrt)d JHWHEmpfehlung zur Aussprache: mein Herr, der HERR, GOTT, °unser Gott°, °unser Herr°, die/der Eine, die/der Ewige, die/der Heilige, die/der Lebendige, Ich-bin-da, Adonaj, Ha-Schem, Ha-Makom, Schechina. Erläuterungen dazu gibt es auf der Seite JHWH. in Freude (Fröhlichkeit, Lustigkeit)e
kommt (hinein) vor ihn (in seine Wohnung, in sein Heiligtum)f in Freudengeschrei (Freudenliedern)g
3 Erkennt (Bekennt)d, dass (: Wahrlich!, denn) JHWHEmpfehlung zur Aussprache: mein Herr, der HERR, GOTT, °unser Gott°, °unser Herr°, die/der Eine, die/der Ewige, die/der Heilige, die/der Lebendige, Ich-bin-da, Adonaj, Ha-Schem, Ha-Makom, Schechina. Erläuterungen dazu gibt es auf der Seite JHWH. Gott isth!


Er hat uns erschaffen, sein sind wir (und nicht wir)i
[wir sind]j sein Volk und die Herde seiner Weidek.l


4 Kommt (hinein) durch seine Tore (die Tore seiner Wohnung/seines Heiligtums)m mit Danklied (Dankopfer, Loblied)n!
[Kommt (hinein)]o in seine Höfe (die Höfe seiner Wohnung/seines Heiligtums)m mit Lobgesang (Lobpreis)!
Preist ihn, lobsingt (segnet)p seinem Namen (ihm)q!


5 {Ja! (Denn)}r JHWHEmpfehlung zur Aussprache: mein Herr, der HERR, GOTT, °unser Gott°, °unser Herr°, die/der Eine, die/der Ewige, die/der Heilige, die/der Lebendige, Ich-bin-da, Adonaj, Ha-Schem, Ha-Makom, Schechina. Erläuterungen dazu gibt es auf der Seite JHWH. ist gut!
Für immer ist (währt) seine Huld
und von Generation zu Generation ist (währt) seine Treue (Verlässlichkeit)!l

Anmerkungen

aWechselgesang - so kürzlich Amzallag 2014Amzallag, Nissim: The meaning of todah in the title of Psalm 100, in: ZAW 126/4, 2014. S. 535-545., doch ist das eher unwahrscheinlich. (Zurück zu v.1)
bלְתוֹדָה wird meist entweder verstanden als „zum Dankopfer“ (welches in früheren Zeiten in der Liturgie des Dankgottesdienstes im Tempel dargebracht wurde) oder als „zur Danksagung“ (die - in Form eines „Dankliedes“ - später das Dankopfer im Dankgottesdienst ablösen sollte; vgl. Gerstenberger 2001Gerstenberger, Erhard S.: Psalms. Part 2 and Lamentations. Grand Rapids/Cambridge, 2001., S. 203). Welches der beiden hier vorzuziehen ist, ist unmöglich zu entscheiden; man wird es daher unspezifisch übersetzen müssen. Deshalb und wegen LF-Kriterium 3d (inhaltliche Offenheit) wohl am besten: „zum Dankgottesdienst“ (so Deissler 1989Deissler, Alfons: Die Psalmen. Düsseldorf, 6 1989.; HfAKurz für „Hoffnung für Alle“. Erstmals 1996 als Vollbibel erschienen. Das bisherige Höchstmaß an Kommunikativität auf dem Markt der deutschen Bibeln.; Hossfeld/Zenger 2000Hossfeld, Frank-Lothar / Erich Zenger: Psalmen 51-100. Freiburg/Basel/Wien, 2000.; ähnlich BBDie BasisBibel, eine freie und frische Übersetzung von NT und Psalmen, die gezielt auf die Verbreitung in den Neuen Medien hinkonzipiert wurde. Oft übersetzt sie recht interpretativ, beweist dabei aber auch häufig ein sehr glückliches Händchen. Definitiv einen Blick wert - und das Design ist auch noch toll. („zur Dankfeier“)).
Theoretisch möglich, da der Psalm ja einen Anlass des Dankens ganz unerwähnt lässt, wäre auch eine Übersetzung mit „Ein Lobpsalm“ und entsprechend in V. 4 „Lob“ oder „Loblied“; vgl. z.B. Kissane 1953Kissane, Edward J.: The Book of Psalms. Translated from a Critically Revised Hebrew Text. Vol. I. Dublin, 1953., S. 135: „A psalm. For praise“; Terrien 2003Terrien, Samuel: The Psalms. Strophic Structure and Theological Commentary. Grand Rapids, 2003., S. 688: „Psalm for praise“. Das machte den Psalm ein wenig kohärenter, wäre aber hier eine Minderheitenübersetzung; übersetze daher wie vorgeschlagen. (Zurück zu v.1)
cIm Hebräischen Plural, da natürlich „ganze Erde“ - gleich, wie es genau zu deuten ist (s. nächste FN) - auf die Bewohner dieser Erde zu beziehen ist. (Zurück zu v.1)
dMan kann bei Ps 100 grob zwei Auslegungslinien unterscheiden, die sich im Laufe der Zeit etabliert haben: (1) eine universale und (2) eine nationale. Mit der Entscheidung für eine der beiden Auslegungstraditionen fallen fast automatisch auch die Entscheidungen für drei einzelne Interpretationsfragen, die daher hier gesammelt behandelt werden sollen:
  1. Die universale Auslegungslinie versteht als Adressaten des Psalms die nicht-JHWHEmpfehlung zur Aussprache: mein Herr, der HERR, GOTT, °unser Gott°, °unser Herr°, die/der Eine, die/der Ewige, die/der Heilige, die/der Lebendige, Ich-bin-da, Adonaj, Ha-Schem, Ha-Makom, Schechina. Erläuterungen dazu gibt es auf der Seite JHWH.-gläubigen fremden Völker, an die sich die Gottesdienstgemeinde sozusagen „fiktiv“ wendet, indem sie den Psalm betet. (a) כָּל־הָאָרֶץ in V. 1 ist daher zu verstehen als „du ganze Erde“; (b) das ּּעִבְדו in V. 2 ist zu verstehen als „sich unterwerfen, dienstbar sein“ und (c) דְּעוּ in V. 3 meint (wie meist) „erkennt“, da die fremden Völker ja wirklich zu einer für sie neuen Erkenntnis kommen sollen. So v.a. Jeremias 1998Jeremias, Jörg: Ps 100 als Auslegung von Ps 93-99, in: Skrif en Kerk 19/3. S. 605-615. online unter http://goo.gl/LRgh7q und Jeremias 2004Jeremias, Jörg: Worship and Theology in the Psalms, in: Dirk J. Human / Cas J. A. Vos: Psalms and Liturgy. London/New York, 2004.; auch Hossfeld/Zenger 2000Hossfeld, Frank-Lothar / Erich Zenger: Psalmen 51-100. Freiburg/Basel/Wien, 2000.; Kissane 1954Kissane, Edward J.: The Book of Psalms. Translated from a Critically Revised Hebrew Text. Vol. II. Dublin, 1954.; Zenger 2003Zenger, Erich: Psalmen. Auslegungen 2. Ich will die Morgenröte wecken.Freiburg i. Br., 2003. (Lohfink 1990Lohfink, Norbert: Die Universalisierung der „Bundesformel“ in Ps 100,3, in: Theologie und Philosophie 65/2, 1990. war mir noch nicht zugänglich).
  2. Die nationale Auslegungslinie versteht als Adressaten des Psalms die versammelte Gottesdienstgemeinde, die ja in Vv. 3.5 tatsächlich auch antwortet. (a) כָּל־הָאָרֶץ ist entweder zu übersetzen als „du ganzes Land“ (Buttenwieser 1938Buttenwieser, Moses: The Psalms. Chronologically Treated with a New Translation. Chicago, 1938. online unter: http://goo.gl/bpgnjM; Gunkel 1968Gunkel, Hermann: Die Psalmen. Übersetzt und erklärt. Göttingen, 5 1968.; Weber 1998Weber, Beat: Psalm 100, in: BN 91. S. 90-97. online unter http://goo.gl/8uuj76) - zur Vorstellung vgl. 2Chr 30 - oder es ist nur „dichterische Redefigur“ (Nötscher 1959Nötscher, Friedrich: Die Psalmen. Würzburg, 4 1959.)/„Hyperbel“ (Prinsloo 1991Prinsloo, W. S.: Psalm 100: ´n Poëties minderwaardige en saamgeflansde teks?, in: HTS 47/4. S. 968-982. online unter http://goo.gl/EjlaJA) - vgl. Ps 98,4 - und es sind deshalb trotz der „wörtlichen“ Bedeutung ganze Erde nur die Bewohner Israels oder gar nur die Gottesdienstgemeinde gemeint. (b) ּּעִבְדו dient bezieht sich speziell auf den Gottesdienst, also i.S.v. „feiert Gottesdienst“ (Baethgen 1892Baethgen, Friedrich: Die Psalmen. übersetzt und Erklärt. Göttingen, 1892.; Briggs 1907Briggs, Charles A./Emilie G. Briggs: A Critical and Exegetical Commentary on the Book of Psalms; Vol. II. New York, 1907.; Deissler 1989Deissler, Alfons: Die Psalmen. Düsseldorf, 6 1989.; Ehrlich 1905Ehrlich, Arnold B.: Die Psalmen. Neu uebersetzt und erklaert. Berlin, 1905. onine unter: http://goo.gl/r9Wpjj; Gunkel 1968Gunkel, Hermann: Die Psalmen. Übersetzt und erklärt. Göttingen, 5 1968., S. 432; NLKurz für „Neues Leben“, eine sehr kommunikative Übersetzung, die erstmals 2006 als Vollbibel erschien.; R-SKurz für „Rießler-Storr“, die Zusammenführung der AT-Übersetzung von Paul Rießler und der NT-Übersetzung von Rupert Storr. Auch bekannt als „Grünewald Bibel“. Häufig ungewöhnliche Übersetzung; z.B. ist biblische Lyrik durchgehend im jambischen Rhythmus übersetzt; z.B. hat Rießler Akrostycha tatsächlich als alphabetische Gedichte auch ins Deutsche übersetzt, usw.); vgl. Ex 3,12; 5,1.3; Jos 22,27; 2Sam 15,8; Ps 102,23; Jes 19,21. Und (c) דְּעוּ in V. 2 meint nicht „erkennt“, sondern „bekennt“ (Ehrlich 1905Ehrlich, Arnold B.: Die Psalmen. Neu uebersetzt und erklaert. Berlin, 1905. onine unter: http://goo.gl/r9Wpjj; Gerstenberger 1972Gerstenberger, Erhard S. u.a.: Psalmen in der Sprache unserer Zeit. Der Psalter und die Klagelieder eingeleitet, übersetzt und erklärt von E. Gerstenberger, K. Jutzler und H. J. Boecker. Neukirchen-Vluyn, 1972.; R-SKurz für „Rießler-Storr“, die Zusammenführung der AT-Übersetzung von Paul Rießler und der NT-Übersetzung von Rupert Storr. Auch bekannt als „Grünewald Bibel“. Häufig ungewöhnliche Übersetzung; z.B. ist biblische Lyrik durchgehend im jambischen Rhythmus übersetzt; z.B. hat Rießler Akrostycha tatsächlich als alphabetische Gedichte auch ins Deutsche übersetzt, usw.; vgl. BDB 394; NET zu Jer 3,13; 14,20) und ist also ebenfalls wie 1b.2b als Aufruf zum JHWHEmpfehlung zur Aussprache: mein Herr, der HERR, GOTT, °unser Gott°, °unser Herr°, die/der Eine, die/der Ewige, die/der Heilige, die/der Lebendige, Ich-bin-da, Adonaj, Ha-Schem, Ha-Makom, Schechina. Erläuterungen dazu gibt es auf der Seite JHWH.-Preis zu verstehen.
Den Ausschlag für Variante (2) gibt V. 3, da die Vorstellung, die Völker würden sich JHWHEmpfehlung zur Aussprache: mein Herr, der HERR, GOTT, °unser Gott°, °unser Herr°, die/der Eine, die/der Ewige, die/der Heilige, die/der Lebendige, Ich-bin-da, Adonaj, Ha-Schem, Ha-Makom, Schechina. Erläuterungen dazu gibt es auf der Seite JHWH. dienstbar machen und ihm dabei auch noch dankbar zujubeln zwar theoretisch möglich, aber doch recht fernliegend ist. (Zurück zu v.1 / zu v.2 / zu v.3)
eשִׂמחָה meint primär die lärmende Festfreude (Ges18Gesenius, Wilhelm/H. Donner/R. D. Meyer: Hebräisches und Aramäisches Handwörterbuch über das Alte Testament. Berlin u.a, 1987-2012., S. 1291). Hier kommt eine Vorstellung vom Gottesdienst zum Ausdruck, die in unserer europäischen Gottesdienstkultur wohl etwas verschüttet gegangen ist: Der Gottesdienst dient ganz entschieden auch dazu,
„daß das ganze Volk im Angesicht Gottes fröhlich werde. Um dieser gemeinsamen Fröhlichkeit willen soll sich das ganze Volk am Jerusalemer Heiligtum zum Opfermahl versammeln: „[...] und ihr sollt daselbst vor Jahwe, eurem Gott, das Mahl halten und fröhlich sein, ihr und eure Familien. (Dtn 12,7)“ Dieses „Ihr sollt fröhlich sein“ ist typisch für die Kultgesetze vor allem des Deuternomiums (Dtn 12,7.18; 14,26; 16,11.14; 26,11; 27,7; Lev 23,40). Es ist eigentlich eine liturgische Anweisung. Die Freude gehört zum Gottesdienst, ohne Freude wäre der Gottesdienst kein ganzer Gottesdienst, das Fest kein ganzes Fest.“ (Haag 1978Haag, Herbert: Und du sollst fröhlich sein. Lebensbejahung im Alten Testament. Stuttgart, 1978., S. 99f).
(Zurück zu v.2)
fלְפָנָיו vor ihn = vor Gott meint hier wie oft „in den Tempel“ oder „am/im Heiligtum“; wie ja auch „seine Tore“ und „seine Vorhöfe“ in V. 4 klar die Tore und Vorhöfe des Tempels sind. Vgl. ad loc.Kurz für „ad locum“, „zur Stelle“: Die folgende Quellenangabe bezieht sich speziell auf die behandelte Bibelstelle. Alter 2007Alter, Robert: The Book of Psalms. A Translation with Commentary. New York, 2007.; Briggs 1907Briggs, Charles A./Emilie G. Briggs: A Critical and Exegetical Commentary on the Book of Psalms; Vol. II. New York, 1907.; Kissane 1954Kissane, Edward J.: The Book of Psalms. Translated from a Critically Revised Hebrew Text. Vol. II. Dublin, 1954.; Mays 1969Mays, James L.: Worship, World, and Power: An Interpretation of Psalm 100, in: Interpretation 23/3. S. 315-330.; Nötscher 1959Nötscher, Friedrich: Die Psalmen. Würzburg, 4 1959.; auch Ehrlich 1905Ehrlich, Arnold B.: Die Psalmen. Neu uebersetzt und erklaert. Berlin, 1905. onine unter: http://goo.gl/r9Wpjj, S. 359; SSSiegfried, Carl/Bernhard Stade: Hebräisches Wörterbuch zum Alten Testamente. Leipzig, 1893., S. 41. Vgl. noch Jos 24,1; Ri 21,2; 1Sam 10,3; 1Chr 13,8.10; 1Chr 16,1; Ps 138,1; 1Q20 21,3; evt. auch Ps 61,8; 84,8. (Zurück zu v.2)
gרְנָנָה meint primär das laute, gellende Rufen und erst danach auch das laute Jauchzen; wie beim parallelen שִׂמחָה wird hier also der Schwerpunkt auf die Intensität der Freudenäußerungen gelegt: Der Tempel soll in geradezu überbordender Fröhlichkeit betreten werden. Übrigens reimt sich im hebräischen Text רְנָנָה Freudengeschrei auf שִׂמחָה lärmende Festfreude; beide werden häufiger im Parallelismus verwendet (vgl. Auffret 2007Auffret, Pierre: Venez à ses portails! Etude structurelle du psaume 100, in: ZAW 119/2. S. 236-240., S. 236). (Zurück zu v.2)
hNicht: JHWHEmpfehlung zur Aussprache: mein Herr, der HERR, GOTT, °unser Gott°, °unser Herr°, die/der Eine, die/der Ewige, die/der Heilige, die/der Lebendige, Ich-bin-da, Adonaj, Ha-Schem, Ha-Makom, Schechina. Erläuterungen dazu gibt es auf der Seite JHWH., er [ist] Gott - הוּא verwendet als Pro-Kopula; vgl. dazu z.B. zuletzt wieder Holmstedt/Jones 2013. (Zurück zu v.3)
iKetiv liest „und nicht wir“ (ולא); so auch LXXDie Septuaginta - die älteste durchgängige griechische Übersetzung des AT überhaupt; entstanden zwischen 250 v. Chr. und 100 n. Chr. Die LXX folgt vielerorts einer anderen Verszählung als deutsche Übersetzungen. Stellenangaben, die mit diesem Kürzel versehen sind, können von den Angaben im sonst aus dem Hebräischen übersetzten AT abweichen., VULDie Vulgata - neben der Septuaginta die wohl wichtigste antike Übersetzung der gesamten Bibel - ins Lateinische - von Hieronymus; entstanden zwischen 380 n. Chr. und 400 n. Chr., SyrKurz für „Syrisch“; Bezeichnung für die syrische Bibelübersetzung „Peschitta“ - „die Einfache“. Entstanden ab dem 1. Jh. n. Chr., SymEine griechische Übersetzung der hebräischen Bibel ins Griechische aus dem 2. Jh. n. Chr. Heute nur noch fragmentarisch erhalten in den von Field gesammelten Überresten der Hexapla des Origines. Offenbar einst eine stilistisch besonders schöne Alternative zur LXX.. Dagegen Qere: „sein [sind] wir“ (ולו); so dann auch TgKurz für „Targum“, eine frühjüdische Textgattung: Interpretative Übersetzung eines Bibeltextes ins Aramäische., Hier, AqAquila's Übersetzung des Alten Testaments ins Griechische; entstanden 125 n. Chr. Offenbar bewusst in Abgrenzung von der LXX als wörtlichere Übersetzung des MT konzipiert. Heute nur noch fragmentarisch erhalten in den von Field gesammelten Überresten der Hexapla des Origines., Saadia. Qere wird von fast allen vorgezogen (Ausnahmen: Auffret 2007Auffret, Pierre: Venez à ses portails! Etude structurelle du psaume 100, in: ZAW 119/2. S. 236-240.; BBDie BasisBibel, eine freie und frische Übersetzung von NT und Psalmen, die gezielt auf die Verbreitung in den Neuen Medien hinkonzipiert wurde. Oft übersetzt sie recht interpretativ, beweist dabei aber auch häufig ein sehr glückliches Händchen. Definitiv einen Blick wert - und das Design ist auch noch toll., Brueggemann 1985Brueggemann, Walter: Psalm 100, in: Interpretation 39/1, 1985. S. 65-69.; Dahood 1968Dahood, Mitchell, S.J.: Psalms II. 51-100. New York, 1986.; ELBKurz für „Elberfelder Bibel“. Sehr genaue und wenig kommunikative Übersetzung; als Vollbibel erstmals 1871 erschienen.; FREE; JJNT- und Psalmenübersetzung von Herbert Jantzen und Sprüche-Übersetzung von Thomas Jettel. Eine flüssig lesbare, aber dennoch wörtliche Übersetzung. Allein NT+Psalmen haben außerdem 4356 Fußnoten zur Erläuterung der Übersetzungen.; LUTKurz für „Lutherbibel“. 1534 erstmals als Vollbibel erschienen. Zwar entgegen verbreitetem Urteil nicht die erste deutsche Bibelübersetzung, zweifellos aber die einflussreichste. Auch heute noch die verbreitetste deutsche Bibel überhaupt. LUT 45 meint die ursprüngliche Übersetzung Luthers, die 1545 das erste Mal als Vollbibel erschienen ist, LUT 12, LUT 84 und LUT 17 die 1912, 1984 und 2017 erschienenen Modernisierungen dieser Üs.; Schmidt 1934Schmidt, Hans: Die Psalmen. Tübingen, 1934.; SLTKurz für „Schlachter“; gemeint ist damit die Revision von 1995-2004 der erstmals 1905 erschienenen Bibelübersetzung von Franz Eugen Schlachter. Die Schlachter-Bibel ist recht urtexttreu; Schlachter verstand es aber, dieses genaue Übersetzen mit einem herrlichen kräftig-würzigen Stil zu verbinden, so dass sich am Ende dennoch eine gut lesbare Bibel ergab.; TAFKurz für „Tafelbibel“, die Bibelübersetzung von Leonhard und Ludwig Tafel. Sehr wörtliche Übersetzung; laut eigener Auskunft hatte Tafel allein im Alten Testament 40.000 Verbesserungen veranstaltet. Interessant, da hier häufiger auch seltenere Übersetzungsweisen gefunden werden können.); dem folgen auch wir. (Zurück zu v.3)
jZu ergänzen aus Sticho 3b (->BrachylogieEin erwartetes Satzglied wird ausgespart, da es im direkten Umfeld der betreffenden Stelle schon einmal gesetzt wurde und daher aus dem Kontext erschlossen werden kann. Besagtes Satzglied tut dann „double duty“ an beiden Stellen. Zu unterscheiden ist die Brachylogie von der Ellipse, in der ein Satzglied ausgespart wird, ohne im direkten Umfeld schon einmal gesetzt zu sein.). (Zurück zu v.3)
kHier wird die häufige Metapher vom JHWHEmpfehlung zur Aussprache: mein Herr, der HERR, GOTT, °unser Gott°, °unser Herr°, die/der Eine, die/der Ewige, die/der Heilige, die/der Lebendige, Ich-bin-da, Adonaj, Ha-Schem, Ha-Makom, Schechina. Erläuterungen dazu gibt es auf der Seite JHWH. als dem Hirten Israels aufgegriffen. „Die Herde seiner Weide“ o.Ä. findet sich auch in Ps 74,1; 78,71; 79,13; 95,7. Vielleicht ist diese Metapher im Deutschen nicht gut verständlich? Ps 78,71; 79,13; 95,7 legen nahe, dass „die Herde seiner Weide“ die Zugehörigkeit Israels zum Hirten JHWHEmpfehlung zur Aussprache: mein Herr, der HERR, GOTT, °unser Gott°, °unser Herr°, die/der Eine, die/der Ewige, die/der Heilige, die/der Lebendige, Ich-bin-da, Adonaj, Ha-Schem, Ha-Makom, Schechina. Erläuterungen dazu gibt es auf der Seite JHWH. ausdrücken soll und wohl nur meint „seine Herde“; also „wir sind sein Volk und seine Herde“. Ps 78,71 legt außerdem nahe, dass diese Metapher zusätzlich die Fürsorge des Hirten für diese seine Herde ausdrückt. Vielleicht wäre also eine kommunikativere Übersetzung dies: „Er hat uns erschaffen; wir sind sein Volk. / Er ist unser Hirt und wir sind seine Herde.“? - Vielleicht ist es aber auch gar nicht unverständlich? (Zurück zu v.3)
lVv. 3bc und V. 5 müssen recht wahrscheinlich gelesen werden als die Antwort der Kultgemeinde auf die jeweils vorangehenden Aufforderungen der Vorbeter (der Priester?), so dass die Struktur wäre:
  • Vv. 1b-3a: Aufruf zum Lob durch Vorbeter
    • Vv. 3bc: Lob durch Kultgemeinde
  • V. 4: Aufruf zum Lob durch Vorbeter
    • V. 5: Lob durch Kultgemeinde.
So Gerstenberger 2001Gerstenberger, Erhard S.: Psalms. Part 2 and Lamentations. Grand Rapids/Cambridge, 2001., S. 203; ähnlich Futato 2007Futato, Mark D.: Interpreting the Psalms. An Exegetical Handbook. Grand Rapids, 2007., S. 51f.; Kraus 1961Kraus, Hans-Joachim: Psalmen. 1. Teilband. Neukirchen, 2 1961., S. 686. Hossfeld/Zenger 2000Hossfeld, Frank-Lothar / Erich Zenger: Psalmen 51-100. Freiburg/Basel/Wien, 2000., S. 706f. und Jeremias 1998Jeremias, Jörg: Ps 100 als Auslegung von Ps 93-99, in: Skrif en Kerk 19/3. S. 605-615. online unter http://goo.gl/LRgh7q, S. 608 sehen nur V. 5 als Lob und Vv. 1b-4 als Aufruf zum Lob; das wäre wohl auch möglich, würde aber den Wechsel vom Imperativ zum Wir in Vv. 3a.b nicht erklären. (Zurück zu v.3 / zu v.5)
ms. zur Alternative FN f (zu v.4)
nHier wird das selbe Wort wie in der Überschrift wiederholt; zu den Übersetzungsvarianten vgl. die erste FN. (Zurück zu v.4)
oZu ergänzen aus Sticho 4a (->BrachylogieEin erwartetes Satzglied wird ausgespart, da es im direkten Umfeld der betreffenden Stelle schon einmal gesetzt wurde und daher aus dem Kontext erschlossen werden kann. Besagtes Satzglied tut dann „double duty“ an beiden Stellen. Zu unterscheiden ist die Brachylogie von der Ellipse, in der ein Satzglied ausgespart wird, ohne im direkten Umfeld schon einmal gesetzt zu sein.). (Zurück zu v.4)
pKeinesfalls „segnet seinen Namen“ (wie die Meisten); natürlich ist auch hier vom Lobsingen die Rede. In Vv. 1b-3a und 4a-c stehen dann jeweils vier Aufrufe zum JHWHEmpfehlung zur Aussprache: mein Herr, der HERR, GOTT, °unser Gott°, °unser Herr°, die/der Eine, die/der Ewige, die/der Heilige, die/der Lebendige, Ich-bin-da, Adonaj, Ha-Schem, Ha-Makom, Schechina. Erläuterungen dazu gibt es auf der Seite JHWH.-Preis: Jubelt - feiert in Freude - kommt mit freudigen Liedern - Bekennt | Kommt mit Danklied - Kommt mit Lobgesang - Preist - Lobsingt. (Zurück zu v.4)
qBesonders im Kontext von Aussagen über JHWHEmpfehlung zur Aussprache: mein Herr, der HERR, GOTT, °unser Gott°, °unser Herr°, die/der Eine, die/der Ewige, die/der Heilige, die/der Lebendige, Ich-bin-da, Adonaj, Ha-Schem, Ha-Makom, Schechina. Erläuterungen dazu gibt es auf der Seite JHWH. steht sein „Name“ meist metonymisch für JHWHEmpfehlung zur Aussprache: mein Herr, der HERR, GOTT, °unser Gott°, °unser Herr°, die/der Eine, die/der Ewige, die/der Heilige, die/der Lebendige, Ich-bin-da, Adonaj, Ha-Schem, Ha-Makom, Schechina. Erläuterungen dazu gibt es auf der Seite JHWH. selbst; man bezeichnet so JHWHEmpfehlung zur Aussprache: mein Herr, der HERR, GOTT, °unser Gott°, °unser Herr°, die/der Eine, die/der Ewige, die/der Heilige, die/der Lebendige, Ich-bin-da, Adonaj, Ha-Schem, Ha-Makom, Schechina. Erläuterungen dazu gibt es auf der Seite JHWH. „im Menschenmund“. (Zurück zu v.4)
rEmphatisches כי zur Markierung der abschließenden hymnic affirmation (so z.B. Brueggemann 1985Brueggemann, Walter: Psalm 100, in: Interpretation 39/1, 1985. S. 65-69., S. 68; Gerstenberger 2001Gerstenberger, Erhard S.: Psalms. Part 2 and Lamentations. Grand Rapids/Cambridge, 2001., S. 203); im Deutschen sollte es unübersetzt bleiben. (Zurück zu v.5)
Andere Fassungen von Psalm 100
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