Psalm 9

Aus Die Offene Bibel

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Lesefassung (Psalm 9)

(kommt später)

Studienfassung (Psalm 9)

1Für den Chorleiter (Dirigenten, Singenden, Musizierenden).a `almut labben ([Vorzutragen vom] Vorsteher [über das Ritual] „`almut labben“)bEin Psalm (begleitetes Lied) von (für, über, nach Art von) David.


2 [A]c Ich will (werde) JHWHEmpfehlung zur Aussprache: mein Herr, der HERR, GOTT, °unser Gott°, °unser Herr°, die/der Eine, die/der Ewige, die/der Heilige, die/der Lebendige, Ich-bin-da, Adonaj, Ha-Schem, Ha-Makom, Schechina. Erläuterungen dazu gibt es auf der Seite JHWH. preisen (danken, bekennen)d mit meinem ganzen Herzen
Ich will erzählen all' deine Wundertaten.
3 Ich will mich freuen und jubeln über dich,
Ich will deinen Namen (dich)e besingen (bespielen), Höchster[, mit den Worten]:fg


4 [B]c „Als meine Feinde zurückwichen,
Mussten sie stolpernh und vor diri zugrunde gehen,j
5 Denn du hast mir Recht und mir Gerechtigkeit geschafft,
saßest (hast dich gesetzt) auf dem Thron als gerechter Richterk (, [hast] gerecht gerichtet).
6 [C]c Du hast Nationenl niedergemacht (gescholten):m Einen Schlechten (Schlechte)n ließest du zugrunde gehen,
Ihren Namen hast du ausgelöschto auf immer und [für alle] Zeit.
7 Der Feind - vernichtet sind [seine] Ruinen pauf ewig;
Und Gegner (Städte)q hast du entwurzelt (zerstört?), was an sie erinnert, ist zugrunde gegangen. {Sie}r
8 [E (?)]c [Sie!]r Doch JHWHEmpfehlung zur Aussprache: mein Herr, der HERR, GOTT, °unser Gott°, °unser Herr°, die/der Eine, die/der Ewige, die/der Heilige, die/der Lebendige, Ich-bin-da, Adonaj, Ha-Schem, Ha-Makom, Schechina. Erläuterungen dazu gibt es auf der Seite JHWH. wird für immer thronen.
Er hat aufgerichtet seinen Thron zum Gericht,
9 Um die Welt gerecht zu richten (und er wird die Welt gerecht richten),
Gericht zu halten (Gericht halten wird er) über die Völker recht,
10 [F]c Damit JHWHEmpfehlung zur Aussprache: mein Herr, der HERR, GOTT, °unser Gott°, °unser Herr°, die/der Eine, die/der Ewige, die/der Heilige, die/der Lebendige, Ich-bin-da, Adonaj, Ha-Schem, Ha-Makom, Schechina. Erläuterungen dazu gibt es auf der Seite JHWH. sei (und JHWHEmpfehlung zur Aussprache: mein Herr, der HERR, GOTT, °unser Gott°, °unser Herr°, die/der Eine, die/der Ewige, die/der Heilige, die/der Lebendige, Ich-bin-da, Adonaj, Ha-Schem, Ha-Makom, Schechina. Erläuterungen dazu gibt es auf der Seite JHWH. soll sein) eine Zuflucht für die Bedrückten,
Eine Zuflucht für Zeiten der Bedrängnis,
11 Auf dass zu dir flüchten können (und zu dir werden/können/dürfen flüchten) [jene], die deinen Namen kennen,s
Weil du nicht im Stich lässt, die dich suchen,t JHWHEmpfehlung zur Aussprache: mein Herr, der HERR, GOTT, °unser Gott°, °unser Herr°, die/der Eine, die/der Ewige, die/der Heilige, die/der Lebendige, Ich-bin-da, Adonaj, Ha-Schem, Ha-Makom, Schechina. Erläuterungen dazu gibt es auf der Seite JHWH..u
12 [G]c Singt JHWHEmpfehlung zur Aussprache: mein Herr, der HERR, GOTT, °unser Gott°, °unser Herr°, die/der Eine, die/der Ewige, die/der Heilige, die/der Lebendige, Ich-bin-da, Adonaj, Ha-Schem, Ha-Makom, Schechina. Erläuterungen dazu gibt es auf der Seite JHWH., der auf dem Zion thront,v
Verkündet den Völkern seine Taten!
13 Denn [wie ein (als)] Sucher von Blutw (Denn er sucht Blut,) denkt er an sie,x
Er vergisst nichty das Rufen der Elenden (Armen).“z


14 [H]c Sei mir gnädig, JHWHEmpfehlung zur Aussprache: mein Herr, der HERR, GOTT, °unser Gott°, °unser Herr°, die/der Eine, die/der Ewige, die/der Heilige, die/der Lebendige, Ich-bin-da, Adonaj, Ha-Schem, Ha-Makom, Schechina. Erläuterungen dazu gibt es auf der Seite JHWH.! Sieh auf mein Elendaa von meinen Hassern,
Indem du mich emporhebst ([du], der du mich emporhebst/mich emporgehoben hast/[allein] mich emporheben kann) von den Toren des Todes,ab
15 Damit ich Lobpreisungen auf dich äußern kann in den Toren der Tochter Zionac
und jubeln kann über [meine] Rettung durch dich [mit den Worten]:f


16 [I]c „Versunken sind die Nationenl im Schacht, [den] sie gemacht haben;
Im Netz, das sie versteckt haben, hat sich ihr [eigener] Fuß verfangen!
17 JHWHEmpfehlung zur Aussprache: mein Herr, der HERR, GOTT, °unser Gott°, °unser Herr°, die/der Eine, die/der Ewige, die/der Heilige, die/der Lebendige, Ich-bin-da, Adonaj, Ha-Schem, Ha-Makom, Schechina. Erläuterungen dazu gibt es auf der Seite JHWH. hat sich kundgetan, Gericht hat er geübt:
Im Werk seiner [eigenen] Hände hat er den Schlechten (hat sich der Schlechte)ad verstrickt!“ {Higgaion Selah}ae


18 [J]c Es mögen Schlechte zur {gen}af Scheolag zurückkehren,ah
Alle Nationen,l die Gott vergessen [haben].ai
19 [K]c Ach!, (Denn) nicht auf immer werde vergessen (wird vergessen werden) der Arme,
verderbe (wird verderben) die Hoffnung der Elenden für [alle] Zeit!aj
20 Erhebe dich, JHWHEmpfehlung zur Aussprache: mein Herr, der HERR, GOTT, °unser Gott°, °unser Herr°, die/der Eine, die/der Ewige, die/der Heilige, die/der Lebendige, Ich-bin-da, Adonaj, Ha-Schem, Ha-Makom, Schechina. Erläuterungen dazu gibt es auf der Seite JHWH.! Menschlein (Menschen)ak sollen nicht stark sein!al
Die Nationenl sollen gerichtet werden vor dir!
21 Setze, JHWHEmpfehlung zur Aussprache: mein Herr, der HERR, GOTT, °unser Gott°, °unser Herr°, die/der Eine, die/der Ewige, die/der Heilige, die/der Lebendige, Ich-bin-da, Adonaj, Ha-Schem, Ha-Makom, Schechina. Erläuterungen dazu gibt es auf der Seite JHWH., Furcht in sie (ihnen einen Lehrer vor, gib ihnen eine Lehre)!am
Es sollen wissen Nationen,l dass sie [nur] Menschlein (Menschen)ak sind! {Selah}ae

Anmerkungen

Die Psalmen 9 und 10 gehören eigentlich zusammen; gemeinsam bilden sie das erste Akrostichon im Psalmenbuch: Jede zweite Doppelzeile soll mit dem nächsten Buchstaben des hebräischen Alphabets beginnen. Das besondere an Ps 9-10 ist aber, dass diese Form nur sehr „unsauber“ durchgehalten wird; v.a. im zweiten Teil - Psalm 10 - wird zwischendurch die alphabetische Ordnung fast völlig ausgesetzt. Diese formale Besonderheit stimmt zusammen mit der Aussage des Psalms (wir folgen hier der Deutung von Benun 2006Benun, Ronald: Evil and the Disruption of Order: A Structural Analysis of the Acrostics in the First Book of Psalms, in: JHS 6, 2006. S. 2-30. online unter: http://goo.gl/CCr3wh):

Ps 9-10 gehören zu den sog. „Feindklagen“: Ein Beter wird von Feinden bedrängt und beklagt sich darüber bei Gott, damit dieser ihm hilft.
V. 1 nennt man die „Psalmenüberschrift“. Diese Psalmenüberschriften wurden nachträglich zu den Psalmen hinzugefügt; über ihren Sinn weiß man immer noch nichts Genaueres und auch die Bedeutung der einzelnen Vokabeln ist hier wie meist unklar. Doch da es sich um nachträgliche Hinzufügungen handelt, wirkt sich das glücklicherweise nicht allzu nachteilig auf das Verständnis des Psalms im Ganzen aus.
Mit Vv. 2-13 beginnt der eigentliche Psalm, und zwar mit dem „Lobgelübde“: Der Beter hat eine Bitte, und für den Fall, dass Gott ihn erhört, gelobt er, ihn dann vor versammelter Kultgemeinde zu preisen. Das ist ungewöhnlich: Solche Lobgelübde finden sich häufiger in den Klagepsalmen (s, z.B. Ps 13,6; 22,24f.; 59,17f.), doch nie am Anfang eines Psalms und nie mit einer derart breit ausgeführten Kostprobe des später zu leistenden Lobes wie in Vv. 4-13.
In Vv. 14 folgt dann erst die „Bitte“, die in Vv. 18-21 noch einmal breiter ausgeführt wird: JHWHEmpfehlung zur Aussprache: mein Herr, der HERR, GOTT, °unser Gott°, °unser Herr°, die/der Eine, die/der Ewige, die/der Heilige, die/der Lebendige, Ich-bin-da, Adonaj, Ha-Schem, Ha-Makom, Schechina. Erläuterungen dazu gibt es auf der Seite JHWH. soll sich seiner erbarmen, da es ihm aufgrund seiner Hasser elend geht. In Vv. 15-17 folgt darauf ein weiteres Lobgelübde, hier eindeutig als Zweck formuliert: Die beiden Kostproben des künftigen Lobes sollen Gott motivieren, der Bitte des Psalmisten in V. 14 nachzukommen.
Mit diesem Inhalt stimmt die Form des Akrostichons überein: Bis V. 17 sind trotz aktueller Bedrängnis (s. V. 14) Akrostichon und Welt noch in Ordnung, der Beter blickt im Zwiegespräch mit Gott auf seine Rettung voraus und breitet sozusagen in „akrostisch gefälliger Form“ sein Lobesversprechen vor ihm aus. Doch in V. 19 beginnt mit dem Vorwurf an JHWHEmpfehlung zur Aussprache: mein Herr, der HERR, GOTT, °unser Gott°, °unser Herr°, die/der Eine, die/der Ewige, die/der Heilige, die/der Lebendige, Ich-bin-da, Adonaj, Ha-Schem, Ha-Makom, Schechina. Erläuterungen dazu gibt es auf der Seite JHWH. („Ach!, nicht auf immer werde vergessen der Arme!“) die schöne Ordnung sich auf einmal aufzulösen: Der Vorwurf bricht eine Doppelzeile zu früh aus dem Beter heraus, und zwei Doppelzeilen später findet sich der nächste erwartete Buchstabe nicht. Mit dem Einsatz von Vorwurf und Klage beginnt auch das Akrostichon zu zerfasern, was sich in Psalm 10 fortsetzen wird.

aChorleiter - Heb. menatseach; genaue Bedeutung unklar. Die Primärübersetzung „Chorleiter“ ist mehr oder weniger Konvention. S. noch nächste FN. (Zurück zu v.1)
b`almut labben ([Vorzutragen vom] Vorsteher [über das Ritual] „`almut labben“) - rätselhafter Begriff. Auch in den alten Übersetzungen und Deutungen wird unterschiedlich damit umgegangen: Viele Handschriften korrigieren zu `al-mut labben, was auch TgKurz für „Targum“, eine frühjüdische Textgattung: Interpretative Übersetzung eines Bibeltextes ins Aramäische. und Hieronymus vorlag; dies wird dann meist als die Angabe eines bekannten Liedes gesehen, nach dessen Melodie der Psalm zu singen sei: „[zu singen] nach [der Melodie des Liedes] ‚Sterben für den Sohn/Sterben des Sohnes‘“ (so auch viele Üss.). LXXDie Septuaginta - die älteste durchgängige griechische Übersetzung des AT überhaupt; entstanden zwischen 250 v. Chr. und 100 n. Chr. Die LXX folgt vielerorts einer anderen Verszählung als deutsche Übersetzungen. Stellenangaben, die mit diesem Kürzel versehen sind, können von den Angaben im sonst aus dem Hebräischen übersetzten AT abweichen. und VULDie Vulgata - neben der Septuaginta die wohl wichtigste antike Übersetzung der gesamten Bibel - ins Lateinische - von Hieronymus; entstanden zwischen 380 n. Chr. und 400 n. Chr. dagegen interpretieren als tha`alumot labben ([über die] Geheimnisse des Sohnes“). Einige neuere Üss. schließlich korrigieren den Text (=> TextkritikDer Versuch, aus den überlieferten Bibelhandschriften die ursprünglichste Textversion zu ermitteln. Im AT gilt der sogenannte „Masoretische Text“ als Richtschnur, er ist allerdings teilweise über 2000 Jahre jünger als der zu ermittelnde „Urtext“ und kann daher Überlieferungsfehler enthalten. Atl. Textkritik versucht, durch den Vergleich mit anderen erhaltenen Textversionen solche womöglich fehlerhaften Stellen zu berichtigen. Bisweilen sind dabei Textänderungen nötig, die überhaupt kein Fundament in den alten Textzeugen haben, sondern nur auf Vermutungen basieren. Das NT ist wesentlich besser überliefert: Eine Vielzahl älterer Manuskripte sind erhalten. Allerdings gibt es keinen Ausgangstext mit einem dem Masoretischen Text vergleichbaren Stellenwert. Die ntl. Textkritik wägt daher Textvarianten aus unterschiedlichen Texttraditionen gegeneinander ab, um zu beurteilen, welche Variante die ursprünglichere ist.) von `almut nach `alamot (so wohl auch AqAquila's Übersetzung des Alten Testaments ins Griechische; entstanden 125 n. Chr. Offenbar bewusst in Abgrenzung von der LXX als wörtlichere Übersetzung des MT konzipiert. Heute nur noch fragmentarisch erhalten in den von Field gesammelten Überresten der Hexapla des Origines.), was sich auch im Titel von Ps 46,1 und auch in 1 Chr 15,20f. findet und ws. soviel wie „Jungfrauenweise“=„hohe Gesangsstimme“ bedeutet („Jungfrauenweise für den Sohn“ => GNKurz für „Gute Nachricht Bibel“; als Vollbibel erstmals 1978 erschienen. Erste deutsche kommunikative Vollbibel; außerdem erste einzige durchgehend ökumenische deutsche Bibelübersetzungen. Ihre Rolle für die Geschichte der deutschen Bibelübersetzung ist schwer zu überschätzen.: „für hohe Knabenstimmen“).
Dass in den sog. „Psalmenüberschriften“ Angaben zur Melodie der Psalmen stehen, ist nicht sehr wahrscheinlich. Einen wahrscheinlicheren Vorschlag zu ihrem Verständnis hat 1970 John Sawyer gemacht (s. Sawyer 2011bSawyer, John F. A.: The Terminology of the Psalm Headings, in: Ders.: Sacred Texts and Sacred Meanings. Studies in Biblical Language and Literature. Sheffield, 2011.): In akkadischen Ritualtexten gibt es ähnliche Angaben wie in den Psalmüberschriften; u.a. wird dort häufig spezifiziert, wer den folgenden Text vorzutragen hat und welches Ritual Anlass des jeweiligen Ritualtextes ist. Entsprechend wäre dann in den Psalmen der menatseach nicht der „Chorleiter“ und `almut labben nicht die Melodie, sondern der menatseach wäre Vorsteher über das Ritual mit dem Namen `almut labben, bei dem der Psalm vorzuträgen wäre. Doch ist auch dies nur ein „educated guess“ und „Chorleiter“ und „[nach der Melodie]“ sind in dt. Üss. so etabliert, dass die LF doch besser dieser Deutung folgen sollte: „Für den Chorleiter. [Vorzutragen] nach [der Melodie des Liedes] ‚almut labben‘“. (Zurück zu v.1)
cPs 9-10 sind das erste sog. „Akrostichon“ in der BibelDie Bibel ist das Buch über Gott., die Anfangsbuchstaben einiger Zeilen folgen also dem heb. Alphabet (s. die Anmerkungen). Um das direkt sichtbar zu machen, haben wir die obigen Buchstaben gesetzt: Wo „A“ steht, findet sich im heb. Text der erste Buchstabe des heb. Alphabets, wo „B“ steht der zweite usw. (Zurück zu v.2 / zu v.4 / zu v.6 / zu v.8 / zu v.10 / zu v.12 / zu v.14 / zu v.16 / zu v.18 / zu v.19)
dich will JHWHEmpfehlung zur Aussprache: mein Herr, der HERR, GOTT, °unser Gott°, °unser Herr°, die/der Eine, die/der Ewige, die/der Heilige, die/der Lebendige, Ich-bin-da, Adonaj, Ha-Schem, Ha-Makom, Schechina. Erläuterungen dazu gibt es auf der Seite JHWH. preisen - Viele Üss. nach LXXDie Septuaginta - die älteste durchgängige griechische Übersetzung des AT überhaupt; entstanden zwischen 250 v. Chr. und 100 n. Chr. Die LXX folgt vielerorts einer anderen Verszählung als deutsche Übersetzungen. Stellenangaben, die mit diesem Kürzel versehen sind, können von den Angaben im sonst aus dem Hebräischen übersetzten AT abweichen., AqAquila's Übersetzung des Alten Testaments ins Griechische; entstanden 125 n. Chr. Offenbar bewusst in Abgrenzung von der LXX als wörtlichere Übersetzung des MT konzipiert. Heute nur noch fragmentarisch erhalten in den von Field gesammelten Überresten der Hexapla des Origines. und SymEine griechische Übersetzung der hebräischen Bibel ins Griechische aus dem 2. Jh. n. Chr. Heute nur noch fragmentarisch erhalten in den von Field gesammelten Überresten der Hexapla des Origines. Offenbar einst eine stilistisch besonders schöne Alternative zur LXX.: „Ich will [dich] preisen, JHWHEmpfehlung zur Aussprache: mein Herr, der HERR, GOTT, °unser Gott°, °unser Herr°, die/der Eine, die/der Ewige, die/der Heilige, die/der Lebendige, Ich-bin-da, Adonaj, Ha-Schem, Ha-Makom, Schechina. Erläuterungen dazu gibt es auf der Seite JHWH.“. Das ist richtig: Der Dichter verwendet hier ein Stilmittel, einen sog. „P-ShiftV.a. in der hebräischen Poesie kann ein hebräischer Autor aus stilistischen Gründen von einer Person/Numerus/Genus/Tempus zu einer anderen Person/Numerus/Genus/Tempus wechseln, ohne dass dies Einfluss auf die Bedeutung der Textsemantik hätte. Meist finden diese Shifts von einem Sticho auf den nächsten statt, es ist aber sogar möglich, dass sie im selben Sticho erfolgen; s. z.B. Gevirtz 1961, S. 157f..“: In heb. Lyrik kann aus poetischen Gründen von einer Zeile auf die nächste von einer Person zur nächsten gewechselt werden (also z.B. hier: Zeile 1: Rede von Gott (3. Pers.) => Zeile 2: Rede zu Gott (2. Pers.)), ohne, dass dies einen Bedeutungsunterschied machen würde. Weil dieses Stilmittel im Dt. ungebräuchlich ist, sollte besser auch in der LF so übersetzt werden. (Zurück zu v.2)
edeinen Namen (dich) - der „Name“ Gottes steht hier wie meist in den Pss. für Gott selbst, genauer: für „Gott im Menschenmund“. Näher am Sinn wäre daher die Üs. „will dich besingen“ (so z.B. auch Kurz für „Einheitsübersetzung“. 1980 erstmals als Gesamtausgabe erschienen. Heute noch vorgeschriebene Übersetzung für römisch-katholische Liturgie. Vom Stil her eine sog. „liturgische Übersetzung“: eher frei, eher verständlich; dennoch der Alltagssprache eher fern. „EÜ 16“ bezeichnet die 2016 erschienene Aktualisierung dieser Üs., GNKurz für „Gute Nachricht Bibel“; als Vollbibel erstmals 1978 erschienen. Erste deutsche kommunikative Vollbibel; außerdem erste einzige durchgehend ökumenische deutsche Bibelübersetzungen. Ihre Rolle für die Geschichte der deutschen Bibelübersetzung ist schwer zu überschätzen., NeÜKurz für „Neue evangelistische Übersetzung“, eine 2010 erstmals als Vollbibel erschienene Übersetzung durch Karl-Heinz Vanheiden. Vanheiden konzipierte sie als Bibel, die „so leicht lesbar sein sollte wie eine Tageszeitung“, dennoch entfernt sie sich sehr selten zu weit vom Urtext. Bezeichnend ist ihr schöner Stil; v.a. in der biblischen Poesie.). (Zurück zu v.3)
f[mit den Worten]: - Ps 9-10 haben eine interessante Struktur: Im ersten Teil überwiegt der Lobpreis und erst im zweiten Teil die Klage und Bitte. In der Regel ist es bei vergleichbaren Psalmen andersherum. Eshel/Strugnell 2000Eshel, Hanan / John Strugnell 2000: Alphabetical acrostics in pre-Tannaitic Hebrew, in: CBQ 62/3, 2000. S. 441-458. z.B. haben aus diesem Grund sogar gemutmaßt, dass ursprünglich Ps 9 auf Ps 10 gefolgt sei. Eine weitere strukturelle Besonderheit: Die beiden längeren Lobpreisteile in Ps 9 folgen jeweils direkt auf eine Willensbekundung (formuliert im Kohortativ!), JHWHEmpfehlung zur Aussprache: mein Herr, der HERR, GOTT, °unser Gott°, °unser Herr°, die/der Eine, die/der Ewige, die/der Heilige, die/der Lebendige, Ich-bin-da, Adonaj, Ha-Schem, Ha-Makom, Schechina. Erläuterungen dazu gibt es auf der Seite JHWH. zu preisen: Vv. 2f.: Der Beter will JHWHEmpfehlung zur Aussprache: mein Herr, der HERR, GOTT, °unser Gott°, °unser Herr°, die/der Eine, die/der Ewige, die/der Heilige, die/der Lebendige, Ich-bin-da, Adonaj, Ha-Schem, Ha-Makom, Schechina. Erläuterungen dazu gibt es auf der Seite JHWH. preisen => Vv. 3-13: Lobpreis => Vv. 14f.: Bitte, damit der Beter JHWHEmpfehlung zur Aussprache: mein Herr, der HERR, GOTT, °unser Gott°, °unser Herr°, die/der Eine, die/der Ewige, die/der Heilige, die/der Lebendige, Ich-bin-da, Adonaj, Ha-Schem, Ha-Makom, Schechina. Erläuterungen dazu gibt es auf der Seite JHWH. peisen kann => Vv. 16-19: Lobpreis. Vorgeschlagen sei daher, dass es sich bei Vv. 3-13.16-19 um Proben des Lobpreises handelt, den der Beter im Falle seiner Errettung Gott darbringen will - wie sich das noch häufiger in den Klagepsalmen findet, s. z.B. schön deutlich Ps 22,24f.. Zu Vv. 16f. so auch Ehrlich 1905Ehrlich, Arnold B.: Die Psalmen. Neu uebersetzt und erklaert. Berlin, 1905. onine unter: http://goo.gl/r9Wpjj, S. 18. Das würde dann z.B. auch erklären, warum sich der Beter in V. 12 auf einmal an mehrere Hörer wenden und sie auffordern kann, in sein Lobpreis einzustimmen. (Zurück zu v.3 / zu v.15)
gIn Vv. 2-3 beginnt nicht nur das erste Wort mit Alef, dem ersten Buchstaben des heb. Alphabets - wie es das in den Anmerkungen beschriebene Muster erwarten lassen würde -, sondern jede Zeile und alle fünf verwendeten Verben beginnen mit diesem Buchstaben. (Zurück zu v.3)
hstolpern - häufige Metapher u.a. für das Besiegt-werden; s. z.B. Lev 26,37; 2 Chr 25,8; Ps 27,2 (vgl. V. 3); 64,8; Jes 3,8; 8,15 u.ö. (Zurück zu v.4)
ivor dir - W. „von vor deinem Angesicht“. „Vor jmds Angesicht“ darf nicht wörtlich verstanden werden, sondern wird in der BibelDie Bibel ist das Buch über Gott. in den meisten Fällen als bloße Präposition verwendet („vor“; vgl. z.B. THATJenni, Ernst/Claus Westermann: Theologisches Handwörterbuch zum Alten Testament. München - Zürich, 1971-9. II, Sp. 443). In vielen Fällen wird aber gerade dann speziell diese Präposition verwendet, wenn von der Niederlage von Feinden vor/durch ihre Gegner die Rede ist (vgl. ebd., Sp. 444); gemeint ist also hier, was der Kontext ohnehin klar macht: Die Feinde des Beters werden bei ihrer Rückkehr stolpern - d.h. „besiegt werden“, s. vorige FN -, und der, der sie besiegt, ist Gott. Das „Preislied“ auf Gott setzt also ein mit der Beschreibung desselben als einem für den Beter kämpfenden Streiter. (Zurück zu v.4)
jtFNtechnische Fußnote; der Inhalt ist nur für Erstübersetzer aus dem Hebräischen/Griechischen interessant.: Als ... mussten - W. auf den ersten Blick: „Wenn meine Feinde zurückweichen, werden/sollen sie stolpern und vor dir zugrunde gehen“ (so z.B. Terrien 2003Terrien, Samuel: The Psalms. Strophic Structure and Theological Commentary. Grand Rapids, 2003.; Zuber 1986Zuber, Beat: Die Psalmen. Eine Studienübersetzung unter besonderer Berücksichtigung des hebräischen Tempus. Heidelberg, 1986.). Die folgenden Zeilen zeigen aber klar, dass die hier beschriebene Niederlage der Feinde in der Vergangenheit liegt. Vermutlich handelt es sich daher hier um sog. „prospektive Yiqtols“ (dazu vgl. z.B. Joosten 2012Joosten, Jan: The Verbal System of Biblical Hebrew. A New Synthesis elaborated on the Basis of Classical Prose. Jerusalem 2012. online unter: https://goo.gl/km48ia, S. 281-283): „Als meine Feinde zurückwichen“ setzt die Referenzzeit, und von dieser Referenzzeit aus gesehen liegt das „Stolpern und zugrunde gehen“ in der Zukunft; daher wird für „stolpern“ und „zugrunde gehen“ die (futurische) Verbform Yiqtol verwendet. Wir haben versucht, dies durch eine Übersetzung mit „mussten“ nachzubilden; die natürlichere dt. Übersetzung wäre aber die mit durchgehend Vergangenheit: „Als meine Feinde zurückwichen, da strauchelten sie und kamen um vor deinem Angesicht“ (SLTKurz für „Schlachter“; gemeint ist damit die Revision von 1995-2004 der erstmals 1905 erschienenen Bibelübersetzung von Franz Eugen Schlachter. Die Schlachter-Bibel ist recht urtexttreu; Schlachter verstand es aber, dieses genaue Übersetzen mit einem herrlichen kräftig-würzigen Stil zu verbinden, so dass sich am Ende dennoch eine gut lesbare Bibel ergab.). (Zurück zu v.4)
kauf dem Thron als gerechter Richter - im Alten Israel galt der König als der „oberste Richter und Garant des Rechts“ (König / Königtum (AT) (WiBiLex)); der Übergang von der Streitermetapher zur Metapher vom thronenden Richter ist im Heb. also nicht so hart wie im Dt. S. ähnlich den Übergang von Ps 89,9-11.14 zu 89,15 und von Ps 97,1-2 zu 97,3-5. (Zurück zu v.5)
lNationen - Heb. gojim, oft verwendet für Nationen qua heidnische Nationen; sinngemäßer daher „Heidenvölker“ (ähnlich z.B. Bonkamp 1949Bonkamp, Bernhard: Die Psalmen. Nach dem hebräischen Grundtext. Freiburg i. Br, 1949.; Ehrlich 1905Ehrlich, Arnold B.: Die Psalmen. Neu uebersetzt und erklaert. Berlin, 1905. onine unter: http://goo.gl/r9Wpjj; Weber 2001Weber, Beat: Werkbuch Psalmen I. Die Psalmen 1-72. Stuttgart, 2001.: „Heiden“). (Zurück zu v.6 / zu v.16 / zu v.18 / zu v.20 / zu v.21)
mniedergemacht (gescholten) - meist übersetzt als „gescholten“. Das ist auch die w. Bed. des Wortes, von dieser Übersetzung ist dennoch entschieden abzuraten: Das „Schelten“ mit Gott als Subjekt hat sehr häufig Zerstörung zur Folge: In Ps 80,17 folgt daaraus der Tod - wie es ja auch hier in Parallele zu „ließest zugrunde gehen“ steht -; in Jes 17,13 und 30,17 werden Völker durch Gottes Schelte in die Flucht geschlagen, in Ps 76,7; Jes 51,20 werden Mensch und Tier durch die Schelte Gottes ohmächtig, in 2 Sam 22,16; Ps 104,7; 106,9; Jes 50,2 und Nah 1,4 trocknet das Meer aus, weil Gott es schilt. Dieses Schelten mit „zerstörender Wirkung“ (THATJenni, Ernst/Claus Westermann: Theologisches Handwörterbuch zum Alten Testament. München - Zürich, 1971-9. I, Sp. 429) kommt vielleicht am besten in der Übersetzung „niedermachen“ zum Ausdruck. (Zurück zu v.6)
neinen Schlechten (Schlechte) - N-ShiftV.a. in der hebräischen Poesie kann ein hebräischer Autor aus stilistischen Gründen von einer Person/Numerus/Genus/Tempus zu einer anderen Person/Numerus/Genus/Tempus wechseln, ohne dass dies Einfluss auf die Bedeutung der Textsemantik hätte. Meist finden diese Shifts von einem Sticho auf den nächsten statt, es ist aber sogar möglich, dass sie im selben Sticho erfolgen; s. z.B. Gevirtz 1961, S. 157f..: Aus poetischen Gründen wechselt das Heb. vom einen Satz zum nächsten vom Pl. („Nationen“) zum Sg. („einen Schlechten“). TgKurz für „Targum“, eine frühjüdische Textgattung: Interpretative Übersetzung eines Bibeltextes ins Aramäische. fühlt sich wegen diesem ShiftV.a. in der hebräischen Poesie kann ein hebräischer Autor aus stilistischen Gründen von einer Person/Numerus/Genus/Tempus zu einer anderen Person/Numerus/Genus/Tempus wechseln, ohne dass dies Einfluss auf die Bedeutung der Textsemantik hätte. Meist finden diese Shifts von einem Sticho auf den nächsten statt, es ist aber sogar möglich, dass sie im selben Sticho erfolgen; s. z.B. Gevirtz 1961, S. 157f.. sogar zur Explikation veranlasst: „Du hast das Volk [der Philister] gescholten und [Goliath], den Schlechten, zerstört.“ Gemeint sind wahrscheinlich in beiden Sätzen mehrere Feinde, daher z.B. Alexander 1850Alexander, Joseph Addison: The Psalms. Translated and Explained, Vol. I. Philadelphia, 6 1850. online unter: http://goo.gl/HCLNKp, S. 42: „many a wicked enemy“; auch viele Üss. und schon Saadja übersetzen daher mit Pl. Für einige Bspp. für Shifts innerhalb derselben Zeile vgl. z.B. Gevirtz 1961Gevirtz, Stanley: West-Semitic Curses and the Problem of the Origins of Hebrew Law, in: VT 11/2, 1961. S. 137-158., S. 157. (Zurück zu v.6)
oIhren Namen hast du ausgelöscht meint wohl: Du hast ihre ganze Linie ausgerottet (zu schem i.S.v. „Linie“ vgl. z.B. Brichto 1973Brichto, Herbert Chanan: Kin, Cult, Land and Afterlife - A Biblical Complex, in: HUCA 44, 1973. S. 1-54., S. 22). Die Aussage wird also immer stärker: „einen Schlechten“ (6a) => „seine ganze Linie“ (6b) => „ganze Städte“ (7). Der N-ShiftV.a. in der hebräischen Poesie kann ein hebräischer Autor aus stilistischen Gründen von einer Person/Numerus/Genus/Tempus zu einer anderen Person/Numerus/Genus/Tempus wechseln, ohne dass dies Einfluss auf die Bedeutung der Textsemantik hätte. Meist finden diese Shifts von einem Sticho auf den nächsten statt, es ist aber sogar möglich, dass sie im selben Sticho erfolgen; s. z.B. Gevirtz 1961, S. 157f.. in 6a dient wohl dazu, diese Steigerung noch deutlicher zu machen. (Zurück zu v.6)
pDer Feind - [seine] Ruinen = „Die Ruinen des Feindes“.
tFNtechnische Fußnote; der Inhalt ist nur für Erstübersetzer aus dem Hebräischen/Griechischen interessant.: Die Syntax des Satzes ist nicht ganz einfach; vermutlich ist aber zu analysieren als Casus pendens ohne resumptives Pronomen: Im Heb. kann ein Satzglied von seiner „Stelle“ im Satz an den Satzanfang gestellt werden, um es bes. hervorzuheben; meistens wird es dann an seiner „eigentlichen“ Stelle durch ein Pronomen wie „seine“ vertreten. Dieses kann aber auch entfallen (vgl. IBHSWaltke, Bruce K./M. O´Connor: An Introduction to Biblical Hebrew Syntax. Winona Lake, 1990. 4.7b; z.St. Gordis 1957Gordis, Robert: Psalm 9-10 - A Textual and Exegetical Study, in: JQR 48/2, 1957. S. 104-122., S. 110f.), und dies ist hier der Fall. Für eine weitere erwägenswerte Deutung vgl. Tsumura 1988Tsumura, David T.: „Inserted Bicolon“, the AXYB Pattern, in Amos I 5 and Psalm IX 7, in: VT 38/2, 1988. S. 234-236. online unter: https://goo.gl/DgCulK, S. 235: „Der Feind ist vernichtet - [wie] Ruinen auf ewig / [wie (?)] Städte, die du zerstört hast - was an ihn erinnert...“ Etwas schwierig ist dann nur die Zuordnung von „auf ewig“. (Zurück zu v.7)
qGegner statt der häufigen Üs. „Städte“ nach Gordis 1957Gordis, Robert: Psalm 9-10 - A Textual and Exegetical Study, in: JQR 48/2, 1957. S. 104-122., S. 11; Herkenne 1936Herkenne, Heinrich: Das Buch der Psalmen. Bonn/Hanstein, 1936., S. 68; s. 1 Sam 28,16; Sir 37,5; vgl. Ges18Gesenius, Wilhelm/H. Donner/R. D. Meyer: Hebräisches und Aramäisches Handwörterbuch über das Alte Testament. Berlin u.a, 1987-2012., S. 1007. (Zurück zu v.7)
rSie (heb. hemmah) z.B. mit BHSBiblica Hebraica Stuttgartensia, Goldingay 2006Goldingay, John: Psalms. Volume 1: Psalms 1-41. Grand Rapids, 2006. und Kissane 1953Kissane, Edward J.: The Book of Psalms. Translated from a Critically Revised Hebrew Text. Vol. I. Dublin, 1953. vom Ende von V. 7 an den Anfang von V. 8 verschoben, da es am Ende von V. 7 wenig Sinn macht und auf diese Weise mit V. 8 im Akrostichon (s. FN c) wenigstens eine He-Zeile existiert, nachdem schon die Dalet-Zeile ausgefallen ist. In der Üs. folgen wir Goldingay 2006Goldingay, John: Psalms. Volume 1: Psalms 1-41. Grand Rapids, 2006.. LXXDie Septuaginta - die älteste durchgängige griechische Übersetzung des AT überhaupt; entstanden zwischen 250 v. Chr. und 100 n. Chr. Die LXX folgt vielerorts einer anderen Verszählung als deutsche Übersetzungen. Stellenangaben, die mit diesem Kürzel versehen sind, können von den Angaben im sonst aus dem Hebräischen übersetzten AT abweichen. und VULDie Vulgata - neben der Septuaginta die wohl wichtigste antike Übersetzung der gesamten Bibel - ins Lateinische - von Hieronymus; entstanden zwischen 380 n. Chr. und 400 n. Chr. verstehen die Konsonanten des urspr. Textes als hommeh („lärmend“): „Was an sie erinnert, ist lärmend zugrunde gegangen“; auch im den alten Üss. vorliegenden heb. Text stand das Wort am Ende der beiden Gimel-Doppelzeilen. (Zurück zu v.7 / zu v.8)
s[jene], die deinen Namen kennen - geläufiger Ausdruck für JHWHEmpfehlung zur Aussprache: mein Herr, der HERR, GOTT, °unser Gott°, °unser Herr°, die/der Eine, die/der Ewige, die/der Heilige, die/der Lebendige, Ich-bin-da, Adonaj, Ha-Schem, Ha-Makom, Schechina. Erläuterungen dazu gibt es auf der Seite JHWH.-Verehrer: jene, die dich verehren (vgl. z.B. Ehrlich 1905Ehrlich, Arnold B.: Die Psalmen. Neu uebersetzt und erklaert. Berlin, 1905. onine unter: http://goo.gl/r9Wpjj, S. 18; THATJenni, Ernst/Claus Westermann: Theologisches Handwörterbuch zum Alten Testament. München - Zürich, 1971-9. I, Sp. 694f.). (Zurück zu v.11)
tAuch die dich suchen ist ein Ausdruck für JHWHEmpfehlung zur Aussprache: mein Herr, der HERR, GOTT, °unser Gott°, °unser Herr°, die/der Eine, die/der Ewige, die/der Heilige, die/der Lebendige, Ich-bin-da, Adonaj, Ha-Schem, Ha-Makom, Schechina. Erläuterungen dazu gibt es auf der Seite JHWH.-Verehrer: die, die sich zu dir halten (vgl. THATJenni, Ernst/Claus Westermann: Theologisches Handwörterbuch zum Alten Testament. München - Zürich, 1971-9. I, Sp. 464-466). (Zurück zu v.11)
uDiese Verse sind ein schönes Beispiel dafür, wie zentral das Stilprinzip der Varianz in der heb. Lyrik ist. Z.B. werden in Vv. 6-8 drei verschiedene Ausdrücke für „ewig“ verwendet (um „die Ewigkeit [Gottes] als Antithese zur Sterblichkeit der Menschen nennen“ zu können (Eerdmans 1947Eerdmans, B. D.: The Hebrew Book of Psalms. Leiden, 1947., S. 122)); z.B. werden in Vv. 9-11 drei verschiedene grammatische Konstruktionen zum Ausdruck von finalen Nebensätzen verwendet (9a: Waw-X-Yiqtol - was in 9b dann noch mal variiert wird durch Yiqtol-X -, 10a Waw-Jussiv, 11a Waw-Yiqtol). In 9a und 9b werden zwei unterschiedliche, aber synonyme Wörter für „richten“ und zwei unterschiedliche, aber synonyme Ausdrücke für „gerecht“ verwendet. In V. 10 wird „Zuflucht“ zweimal unterschiedlich spezifiziert: 10a: „Zuflucht für die Bedrückten“, 10b: „Zuflucht für Zeiten der Bedrängnis“. Von V. 10 auf 11 findet sich wieder ein P-ShiftV.a. in der hebräischen Poesie kann ein hebräischer Autor aus stilistischen Gründen von einer Person/Numerus/Genus/Tempus zu einer anderen Person/Numerus/Genus/Tempus wechseln, ohne dass dies Einfluss auf die Bedeutung der Textsemantik hätte. Meist finden diese Shifts von einem Sticho auf den nächsten statt, es ist aber sogar möglich, dass sie im selben Sticho erfolgen; s. z.B. Gevirtz 1961, S. 157f.. (dazu s. FN d). Und in V. 11 finden sich zwei unterschiedliche stehende Ausdrücke für JHWHEmpfehlung zur Aussprache: mein Herr, der HERR, GOTT, °unser Gott°, °unser Herr°, die/der Eine, die/der Ewige, die/der Heilige, die/der Lebendige, Ich-bin-da, Adonaj, Ha-Schem, Ha-Makom, Schechina. Erläuterungen dazu gibt es auf der Seite JHWH.-Verehrer.
Eine weitere stilistische Besonderheit: JHWHEmpfehlung zur Aussprache: mein Herr, der HERR, GOTT, °unser Gott°, °unser Herr°, die/der Eine, die/der Ewige, die/der Heilige, die/der Lebendige, Ich-bin-da, Adonaj, Ha-Schem, Ha-Makom, Schechina. Erläuterungen dazu gibt es auf der Seite JHWH. steht drei Mal in Vv. 8-11: Als erstes Wort, als letztes Wort und genau in der Mitte (vgl. Benun 2006Benun, Ronald: Evil and the Disruption of Order: A Structural Analysis of the Acrostics in the First Book of Psalms, in: JHS 6, 2006. S. 2-30. online unter: http://goo.gl/CCr3wh, S. 6). (Zurück zu v.11)
vder auf dem Zion thront - Der Zion war der Tempelberg in Jerusalem; man stellte sich vor, dass Gott - zumindest „teilweise“ - dort im Tempel wohnte. S. näher z.B. Zion / Zionstheologie (WiBiLex). (Zurück zu v.12)
wSucher von Blut = Bluträcher (vgl. Ges18Gesenius, Wilhelm/H. Donner/R. D. Meyer: Hebräisches und Aramäisches Handwörterbuch über das Alte Testament. Berlin u.a, 1987-2012., S. 261). Die „Blutrache“ war im Alten Israel eigentlich die Aufgabe des nächsten Verwandten eines Ermordeten, der für diesen Mord dessen Mörder umzubringen hatte (s. z.B. Num 35,18f.; vgl. auch Dtn 19,5f.11f. u.ö. Gott wird als Bluträcher vorgestellt auch in Gen 9,5. Vgl. noch Blutrache (WiBiLex) und zur Stelle gut Herkenne 1936Herkenne, Heinrich: Das Buch der Psalmen. Bonn/Hanstein, 1936., S. 68). (Zurück zu v.13)
xdenkt er an sie - Ist Gott Subjekt des „an-jmdn-Denkens“, meint der Ausdruck meist die helfende Zuwendung Gottes zu dem, an den er „denkt“ (vgl. THATJenni, Ernst/Claus Westermann: Theologisches Handwörterbuch zum Alten Testament. München - Zürich, 1971-9. I, Sp. 513f.). Das „sie“ bezieht sich also wohl nicht zurück auf die „Völker“ in V. 12, sondern auf die, die „JHWHEmpfehlung zur Aussprache: mein Herr, der HERR, GOTT, °unser Gott°, °unser Herr°, die/der Eine, die/der Ewige, die/der Heilige, die/der Lebendige, Ich-bin-da, Adonaj, Ha-Schem, Ha-Makom, Schechina. Erläuterungen dazu gibt es auf der Seite JHWH. suchen“ in V. 11, für die das selbe Verb verwendet wird wie für den „Blutsucher“ Gott, und die Bed. ist dann: Gott wird für seine Verehrer das sein, was ein Bluträcher für seinen nächsten Verwandten ist: Er wird an ihnen begangenes Unrecht rächen. Als Vergleichspunkt ist wahrscheinlich gedacht, dass Gott, der „wie ein Bluträcher ist“, (1) schlechte Taten rächt und sie rächt, (2) indem er die Gegner seiner Verehrer tötet.
Nicht viel Sinn macht dagegen dann die häufige Übersetzung „als ein Bluträcher denkt er an sie“ - denn wenn ein Bluträcher in Aktion treten muss, ist es für den Bedürftigen schon zu spät. Doch gerade dagegen richtet sich die nächste Zeile. (Zurück zu v.13)
yvergisst nicht - ganz ähnlicher Ausdruck wie „denken an“ in der vorigen Zeile: Die Rede vom „Vergessen“ Gottes meint meist sein aktives sich-Abwenden von jmdn (s. z.B. 1 Sam 1,11; Ps 13,2; 42,10; 44,25; Jes 49,14; Klg 5,20). Dass Gott die Armen „nicht vergisst“ meint also das gleiche wie dass Gott „an sie denkt“, nämlich, dass er ihnen helfend beisteht. (Zurück zu v.13)
zder Elenden (Armen) - häufiger Ausdruck für JHWHEmpfehlung zur Aussprache: mein Herr, der HERR, GOTT, °unser Gott°, °unser Herr°, die/der Eine, die/der Ewige, die/der Heilige, die/der Lebendige, Ich-bin-da, Adonaj, Ha-Schem, Ha-Makom, Schechina. Erläuterungen dazu gibt es auf der Seite JHWH.-Verehrer qua hilfsbedürftige, weil bedrängte, JHWHEmpfehlung zur Aussprache: mein Herr, der HERR, GOTT, °unser Gott°, °unser Herr°, die/der Eine, die/der Ewige, die/der Heilige, die/der Lebendige, Ich-bin-da, Adonaj, Ha-Schem, Ha-Makom, Schechina. Erläuterungen dazu gibt es auf der Seite JHWH.-Verehrer (vgl. z.B. THATJenni, Ernst/Claus Westermann: Theologisches Handwörterbuch zum Alten Testament. München - Zürich, 1971-9. II, Sp. 345f.). Weil es hier im direkten Zhg. steht mit „denen, die Gott suchen“ und „denen, die seinen Namen kennen“, dürfte eine bloße Übersetzung mit „Arme“ oder „Elende“ zu wenig sein. (Zurück zu v.13)
aaSieh auf mein Elend - d.h. ignoriere mich in meinem Elend nicht, sd. hilf mir! Gut HfAKurz für „Hoffnung für Alle“. Erstmals 1996 als Vollbibel erschienen. Das bisherige Höchstmaß an Kommunikativität auf dem Markt der deutschen Bibeln.: „Siehe doch, wie ich leide unter dem Hass meiner Feinde!“ (Zurück zu v.14)
abindem du mich emporhebst von den Pforten des Todes - „indem“ gut nach ELBKurz für „Elberfelder Bibel“. Sehr genaue und wenig kommunikative Übersetzung; als Vollbibel erstmals 1871 erschienen.. Im altisraelitischen Weltbild lag die Unterwelt am Fuß des Meeres oder noch darunter; man stieg durch Tore mit großen Riegeln in sie hinab. Soviel zu den „Pforten des Todes“; zum Verständnis des Satzes ist außerdem Folgendes wichtig: In den biblischen Texten sind Leben und Tod nicht immer absolute Gegensätze, sondern die beiden Pole eines Kontinuums: Geht es einem gut, hält man sich auf im Bereich des Lebens; geht es einem dagegen „elend“, gerät man schon damit in die Nähe der „Pforten der Unterwelt“ und Gott muss aktiv werden, indem er den Elenden von dort „emporhebt“ (zum Vorstellungskomplex vgl. sehr gut Campbell 1971Campbell, Edward F.: Thoughts on an Old Testament „No!“, in: Perspective 11/1-2, 1971. S. 105-120. online unter: https://goo.gl/GgsdH6, S. 109). Darum bittet der Beter hier; „indem du mich emporhebst von den Pforten des Todes“ meint ungefähr: „indem du etwas gegen dieses mein Elend unternimmst“. Sehr gut daher HfAKurz für „Hoffnung für Alle“. Erstmals 1996 als Vollbibel erschienen. Das bisherige Höchstmaß an Kommunikativität auf dem Markt der deutschen Bibeln.: „Ich stehe am Rand des Todes! Bring mich in Sicherheit!“
Die häufige Üs. mit Imperativ ist eine freie, aber sinnvolle Übersetzungsentscheidung. Die Üs. von PATKurz für „Pattloch Bibel“; Bezeichnung für die Übersetzung durch Vinzenz Hamp, Meinrad Stenzel und Josef Kürzinger - drei exegetischen Schwergewichtern - von 1955. Völlig zu Unrecht so unbekannt: Gutes Gleichgewicht von Wörtlichkeit und Lesbarkeit. Hamp schreibt zum Profil: „Unsere Ausgabe bietet eine ungekürzte Übertragung aus den Grundtexten, de einerseits möglichst getreu den Sinn der Verfasser zu treffen sucht, andererseits einen verständlichen und flüssigen deutschen Stil anstrebt. Veraltete und ungebräuchlich gewordene Ausdrücke, die in den Bibelübersetzungen oft lange Zeit mitgeschleppt werden, wurden durch neue ersetzt.“ mit Vergangenheit ist darauf zurückzuführen, dass sie den Text nach AqAquila's Übersetzung des Alten Testaments ins Griechische; entstanden 125 n. Chr. Offenbar bewusst in Abgrenzung von der LXX als wörtlichere Übersetzung des MT konzipiert. Heute nur noch fragmentarisch erhalten in den von Field gesammelten Überresten der Hexapla des Origines. und Hieronymus vom Partizip zu Vergangenheit korrigieren (so auch BHSBiblica Hebraica Stuttgartensia; Herkenne 1936Herkenne, Heinrich: Das Buch der Psalmen. Bonn/Hanstein, 1936.; Zorell 1928Zorell, Francisco S.J.: Psalterium Ex Hebraeo Latinum. Rom, 1928.), was aber klar als kontextuelle Anpassung dieser beiden Übersetzer anzusehen ist. (Zurück zu v.14)
acTore der Tocher Zion - Der „Zion“ ist der Tempelberg in Jerusalem; „Zion“ steht daher oft pars pro toto für Jerusalem selbst. Auch „Tochter Zion“ ist ein häufiger Begriff für Jerusalem; über den Begriff wird zusätzlich die Beziehung Jerusalems zu „ihrem“ „Vater“ JHWHEmpfehlung zur Aussprache: mein Herr, der HERR, GOTT, °unser Gott°, °unser Herr°, die/der Eine, die/der Ewige, die/der Heilige, die/der Lebendige, Ich-bin-da, Adonaj, Ha-Schem, Ha-Makom, Schechina. Erläuterungen dazu gibt es auf der Seite JHWH. betont (s. näher Tochter Zion (WiBiLex)) - ganz ähnlich, wie auch die Rede vom „Bluträcher JHWHEmpfehlung zur Aussprache: mein Herr, der HERR, GOTT, °unser Gott°, °unser Herr°, die/der Eine, die/der Ewige, die/der Heilige, die/der Lebendige, Ich-bin-da, Adonaj, Ha-Schem, Ha-Makom, Schechina. Erläuterungen dazu gibt es auf der Seite JHWH.“ in V. 13 eine enge familiäre Beziehung zwischen JHWHEmpfehlung zur Aussprache: mein Herr, der HERR, GOTT, °unser Gott°, °unser Herr°, die/der Eine, die/der Ewige, die/der Heilige, die/der Lebendige, Ich-bin-da, Adonaj, Ha-Schem, Ha-Makom, Schechina. Erläuterungen dazu gibt es auf der Seite JHWH. und seinen notleidenden Verehrern implizierte (dazu s. dort).
„‚An den Toren der Tochter Sion‘ ist Antithese zu den ‚Pforten des Todes‘ (14b) und bezeichnet den Versammlungsplatz an den Toren der altpalästinensischen Städte, hier Jerusalems, also = in aller Öffentlichkeit, wie bei uns ‚auf dem Markt‘.“ (Herkenne 1936Herkenne, Heinrich: Das Buch der Psalmen. Bonn/Hanstein, 1936., S. 69). (Zurück zu v.15)
adTextkritikDer Versuch, aus den überlieferten Bibelhandschriften die ursprünglichste Textversion zu ermitteln. Im AT gilt der sogenannte „Masoretische Text“ als Richtschnur, er ist allerdings teilweise über 2000 Jahre jünger als der zu ermittelnde „Urtext“ und kann daher Überlieferungsfehler enthalten. Atl. Textkritik versucht, durch den Vergleich mit anderen erhaltenen Textversionen solche womöglich fehlerhaften Stellen zu berichtigen. Bisweilen sind dabei Textänderungen nötig, die überhaupt kein Fundament in den alten Textzeugen haben, sondern nur auf Vermutungen basieren. Das NT ist wesentlich besser überliefert: Eine Vielzahl älterer Manuskripte sind erhalten. Allerdings gibt es keinen Ausgangstext mit einem dem Masoretischen Text vergleichbaren Stellenwert. Die ntl. Textkritik wägt daher Textvarianten aus unterschiedlichen Texttraditionen gegeneinander ab, um zu beurteilen, welche Variante die ursprünglichere ist.: Der hebräische, ursprünglich vokallose Konsonantentext war sowohl lesbar als noqesch („er - nämlich JHWHEmpfehlung zur Aussprache: mein Herr, der HERR, GOTT, °unser Gott°, °unser Herr°, die/der Eine, die/der Ewige, die/der Heilige, die/der Lebendige, Ich-bin-da, Adonaj, Ha-Schem, Ha-Makom, Schechina. Erläuterungen dazu gibt es auf der Seite JHWH. - hat verstrickt“) als auch als noqasch („er - nämlich der Böse - hat sich [selbst] verstrickt“). MT vereindeutigt durch Vokalisierung und VULDie Vulgata - neben der Septuaginta die wohl wichtigste antike Übersetzung der gesamten Bibel - ins Lateinische - von Hieronymus; entstanden zwischen 380 n. Chr. und 400 n. Chr. und Saadja durch Übersetzung zur ersten Bedeutung, LXXDie Septuaginta - die älteste durchgängige griechische Übersetzung des AT überhaupt; entstanden zwischen 250 v. Chr. und 100 n. Chr. Die LXX folgt vielerorts einer anderen Verszählung als deutsche Übersetzungen. Stellenangaben, die mit diesem Kürzel versehen sind, können von den Angaben im sonst aus dem Hebräischen übersetzten AT abweichen., SyrKurz für „Syrisch“; Bezeichnung für die syrische Bibelübersetzung „Peschitta“ - „die Einfache“. Entstanden ab dem 1. Jh. n. Chr., AqAquila's Übersetzung des Alten Testaments ins Griechische; entstanden 125 n. Chr. Offenbar bewusst in Abgrenzung von der LXX als wörtlichere Übersetzung des MT konzipiert. Heute nur noch fragmentarisch erhalten in den von Field gesammelten Überresten der Hexapla des Origines. durch Übersetzung zur zweiten Bedeutung. Fast alle Üss. und Kommentare wählen die zweite Interpretation, aber ob das so sinnvoll ist? Das Motiv des in-seine-eigene-Falle-gehenden Gegners findet sich oft in der BibelDie Bibel ist das Buch über Gott.. Auch in Ps 9, nämlich gleich zwei Mal in V. 16. Von 17b sollte man daher doch vielleicht eher nicht noch ein drittes Mal dieses Motiv erwarten, sondern eine Erklärung, inwiefern es auf JHWHs Gerichts-üben zurückzuführen sein soll (17a), dass die Gegner in ihre eigenen Falle gegangen sind - und nach der ersten Bedeutung würde das V. 17b leisten: Die Gegner sind in ihre eigene Falle getappt - so hat JHWHEmpfehlung zur Aussprache: mein Herr, der HERR, GOTT, °unser Gott°, °unser Herr°, die/der Eine, die/der Ewige, die/der Heilige, die/der Lebendige, Ich-bin-da, Adonaj, Ha-Schem, Ha-Makom, Schechina. Erläuterungen dazu gibt es auf der Seite JHWH. Gericht geübt - denn: Er war es, der sie in ihre eigene Falle tappen ließ. Aus diesem Grund folgen wir hier dem MT. (Zurück zu v.17)
ae{Higgaion Selah} (V. 17) + {Selah} (V. 21) - Zwei Wörter mit unklarer Bedeutung. Higgaion ist offenbar etwas Hörbares, s. Ps 19,15 und Klg 3,62, wo es in Parallele zu „Reden“ steht, und Ps 92,4, wo es offenbar das bezeichnet, was eine Harfe von sich gibt. Hier in Ps 9,17 ist die Funktion von higgaion wohl die selbe wie die von selah - und welche das ist, ist ganz unklar, s. Lexikon / Lemma סֶלַה. In der LF sollten beide Begriffe daher besser wie in vielen Üss. ausgespart werden. (Zurück zu v.17 / zu v.21)
aftFNtechnische Fußnote; der Inhalt ist nur für Erstübersetzer aus dem Hebräischen/Griechischen interessant.: {gen} - Die Richtung wird hier merkwürdigerweise sowohl durch le als auch durch direktionales He markiert. Wahrscheinlich ist das bedeutungslos, auffällig war es aber schon den alten Schriftgelehrten; im Midrasch etwa findet sich etwa folgende Deutung: „R. Nechemja hat gesagt: Jedes Wort, das am Anfang kein l hat, erhält am Ende ein h [...]. Da fragen sie ihn: ‚Hier heißt es doch aber: li-scheol-ah?‘ R. Abba ben Sabda hat gesagt: Damit soll ausgedrückt werden, dass die Frevler in die tiefste Tiefe der Hölle müssen.“ (Üs. nach Wünsche 1892Wünsche, August: Midrasch Tehillim oder Haggadische Erklärung der Psalmen. Erster Band. Trier, 1892. online unter: http://goo.gl/3sigsC, S. 92). (Zurück zu v.18)
agScheol - Heb. Name der Unterwelt. Mit der Hölle hat die Scheol-Vorstellung sehr wenig gemein. Vermutlich stellte man sie sich vor als eine unter der Erde gelegene Stadt, deren Bewohner in der Finsternis zur Passivität und Gottferne verdammt waren (s. näher Jenseitsvorstellungen (AT) (WiBiLex)). (Zurück zu v.18)
ahzurückkehren - Weil zumindest manchmal nach der Vorstellung im Alten Israel der Mensch in der Scheol entstand. S. z.B. IJob 1,21; 30,23; Ps 139,15; Sir 40,1; zur Vorstellung vgl. z.B. Balog 2012Balog, Csaba: Schöpfung und Geburt. Anthropologische Begrifflichkeit in Psalm 139,13-16, in: SS 10/2, 2012. S. 147-176. online unter: https://goo.gl/p6R5DV, S. 160-171; Tromp 1969Tromp, Nicholas J.: Primitive Conceptions of Death and the Nether World in the Old Testament. Rom, 1969., S. 122-124; zur Stelle Kissane 1953Kissane, Edward J.: The Book of Psalms. Translated from a Critically Revised Hebrew Text. Vol. I. Dublin, 1953., S. 42. Die meisten Üss. übersetzen freier als „zur Scheol hinabfahren“; das ist hier wohl das Sinnvollste. (Zurück zu v.18)
aiGott vergessen [haben] = die keine JHWHEmpfehlung zur Aussprache: mein Herr, der HERR, GOTT, °unser Gott°, °unser Herr°, die/der Eine, die/der Ewige, die/der Heilige, die/der Lebendige, Ich-bin-da, Adonaj, Ha-Schem, Ha-Makom, Schechina. Erläuterungen dazu gibt es auf der Seite JHWH.-Verehrer sind (vgl THATJenni, Ernst/Claus Westermann: Theologisches Handwörterbuch zum Alten Testament. München - Zürich, 1971-9. II, Sp. 902). (Zurück zu v.18)
ajZu vergessen vgl. FN y, zu der Elenden FN z. Der Beter bittet hier exakt um das, wofür er in V. 13 JHWHEmpfehlung zur Aussprache: mein Herr, der HERR, GOTT, °unser Gott°, °unser Herr°, die/der Eine, die/der Ewige, die/der Heilige, die/der Lebendige, Ich-bin-da, Adonaj, Ha-Schem, Ha-Makom, Schechina. Erläuterungen dazu gibt es auf der Seite JHWH. versprochen hat, ihn nach dessen Hilfe öffentlich zu preisen. (Zurück zu v.19)
akMenschlein (Menschen) - Der Dichter wählt bewusst das Wort ´enosch, mit dem oft der Mensch qua schwaches Wesen bezeichnet wird (vgl. z.B. TWOT 136a). Stark daher B-R„Die Schrift“, übersetzt von Martin Buber und Franz Rosenzweig. Eine jüdische Übersetzung des Alten Testaments, die berühmt ist für ihre eigenwilligen Übersetzungsentscheidungen und ihren teilweise sehr gewagten Stil. in V. 20: „Nimmer trotze das Menschlein!“
Ähnlich übrigens schon der Midrasch: „Überall wo ´adam in der Schrift steht, bedeutet es ‚wirklicher Mensch‘, wo [...] ´enosch ´adam steht, ist ein ‚Tor‘ gemeint.“ (Üs. nach Wünsche 1892Wünsche, August: Midrasch Tehillim oder Haggadische Erklärung der Psalmen. Erster Band. Trier, 1892. online unter: http://goo.gl/3sigsC, S. 92). (Zurück zu v.20 / zu v.21)
alnicht stark sein - etwas rätselhafter Ausdruck. „Nicht das Menschlein“ impliziert wohl: „sondern du, Gott!“; gedacht ist also wohl an Menschen, die glauben, sich JHWHEmpfehlung zur Aussprache: mein Herr, der HERR, GOTT, °unser Gott°, °unser Herr°, die/der Eine, die/der Ewige, die/der Heilige, die/der Lebendige, Ich-bin-da, Adonaj, Ha-Schem, Ha-Makom, Schechina. Erläuterungen dazu gibt es auf der Seite JHWH. widersetzen zu können. Sinnvoll daher GNKurz für „Gute Nachricht Bibel“; als Vollbibel erstmals 1978 erschienen. Erste deutsche kommunikative Vollbibel; außerdem erste einzige durchgehend ökumenische deutsche Bibelübersetzungen. Ihre Rolle für die Geschichte der deutschen Bibelübersetzung ist schwer zu überschätzen.: „Lass nicht zu, dass ein Mensch dir die Stirn bietet!“, NGÜNT- und Psalmenübersetzung der Genfer Bibelgesellschaft 2000-2011. Eine vorbildliche Verknüpfung von philologischer Genauigkeit und kommunikativer Flüssigkeit.: „Lass nicht zu, dass Menschen sich dir widersetzen!“ Schön auch wieder WEINEine eher freie, aber sehr starke Nachdichtung des Psalters ins Deutsche durch den katholischen expressionistischen Dichter Franz Johannes Weinrich; nachkontrolliert vom großen Alfons Deissler. Unbedingt lesenswert.: „der Mensch der Überhebung“. (Zurück zu v.20)
amTextkritikDer Versuch, aus den überlieferten Bibelhandschriften die ursprünglichste Textversion zu ermitteln. Im AT gilt der sogenannte „Masoretische Text“ als Richtschnur, er ist allerdings teilweise über 2000 Jahre jünger als der zu ermittelnde „Urtext“ und kann daher Überlieferungsfehler enthalten. Atl. Textkritik versucht, durch den Vergleich mit anderen erhaltenen Textversionen solche womöglich fehlerhaften Stellen zu berichtigen. Bisweilen sind dabei Textänderungen nötig, die überhaupt kein Fundament in den alten Textzeugen haben, sondern nur auf Vermutungen basieren. Das NT ist wesentlich besser überliefert: Eine Vielzahl älterer Manuskripte sind erhalten. Allerdings gibt es keinen Ausgangstext mit einem dem Masoretischen Text vergleichbaren Stellenwert. Die ntl. Textkritik wägt daher Textvarianten aus unterschiedlichen Texttraditionen gegeneinander ab, um zu beurteilen, welche Variante die ursprünglichere ist.: Furcht in sie (ihnen einen Lehrer vor, gib ihnen eine Lehre) - die Konsonanten des ursprünglich vokallosen heb. Textes scheinen „Lehrer“ zu bedeuten (mrh, vokalisiert: moreh); so übersetzen auch LXXDie Septuaginta - die älteste durchgängige griechische Übersetzung des AT überhaupt; entstanden zwischen 250 v. Chr. und 100 n. Chr. Die LXX folgt vielerorts einer anderen Verszählung als deutsche Übersetzungen. Stellenangaben, die mit diesem Kürzel versehen sind, können von den Angaben im sonst aus dem Hebräischen übersetzten AT abweichen., SyrKurz für „Syrisch“; Bezeichnung für die syrische Bibelübersetzung „Peschitta“ - „die Einfache“. Entstanden ab dem 1. Jh. n. Chr. und VULDie Vulgata - neben der Septuaginta die wohl wichtigste antike Übersetzung der gesamten Bibel - ins Lateinische - von Hieronymus; entstanden zwischen 380 n. Chr. und 400 n. Chr.. MT aber vokalisiert als morah, will das Wort also wohl als mora´ („Furcht“) verstanden wissen, was im Kontext mehr Sinn machen würde. Auch AqAquila's Übersetzung des Alten Testaments ins Griechische; entstanden 125 n. Chr. Offenbar bewusst in Abgrenzung von der LXX als wörtlichere Übersetzung des MT konzipiert. Heute nur noch fragmentarisch erhalten in den von Field gesammelten Überresten der Hexapla des Origines., TheodEine griechische Übersetzung der hebräischen Bibel ins Griechische aus dem 2. Jh. n. Chr. Heute nur noch fragmentarisch erhalten in den von Field gesammelten Überresten der Hexapla des Origines., TgKurz für „Targum“, eine frühjüdische Textgattung: Interpretative Übersetzung eines Bibeltextes ins Aramäische., Hieronymus, Saadja und der Midrasch verstehen als/übersetzen mit „Furcht“ und einige Handschriften korrigieren auch die Konsonanten zu mr´. Bei dieser Vielzahl an Zeugen wird man wohl am sinnvollsten davon auszugehen haben, dass morah eine alternative Schreibweise für mora´ ist und die Konsonanten mr´ also sowohl als „Furcht“ als auch als „Lehrer“ verstanden werden konnten (so schon Olshausen 1853Olshausen, Justus: Die Psalmen. Erklärt. Leipzig, 1853. online unter: http://goo.gl/mR9E53, S. 59), wie sich das öfters bei auf -ah oder -a´ endenden Wörtern findet. „Furcht“ ist dann sicher vorzuziehen. R-SKurz für „Rießler-Storr“, die Zusammenführung der AT-Übersetzung von Paul Rießler und der NT-Übersetzung von Rupert Storr. Auch bekannt als „Grünewald Bibel“. Häufig ungewöhnliche Übersetzung; z.B. ist biblische Lyrik durchgehend im jambischen Rhythmus übersetzt; z.B. hat Rießler Akrostycha tatsächlich als alphabetische Gedichte auch ins Deutsche übersetzt, usw. und TAFKurz für „Tafelbibel“, die Bibelübersetzung von Leonhard und Ludwig Tafel. Sehr wörtliche Übersetzung; laut eigener Auskunft hatte Tafel allein im Alten Testament 40.000 Verbesserungen veranstaltet. Interessant, da hier häufiger auch seltenere Übersetzungsweisen gefunden werden können. („Gib ihnen eine Lehre“) folgen der Deutung von Ehrlich 1905Ehrlich, Arnold B.: Die Psalmen. Neu uebersetzt und erklaert. Berlin, 1905. onine unter: http://goo.gl/r9Wpjj: morah ist nicht eine falsche Vokalisierung von moreh („Lehrer“), sondern ein feminines Nomen von der selben Wurzel mit der Bedeutung „Lehre“. (Zurück zu v.21)
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