Psalm 3

Aus Die Offene Bibel

Wechseln zu: Navigation, Suche
Syntax OK
SF zuverlässig.png
Status: Zuverlässige Studienfassung – Die Übersetzung ist vollständig, erfüllt die Übersetzungskriterien und wurde mit einigen Standards der Qualitätssicherung abgesichert. Verbesserungen sind noch zu erwarten.
LF ungeprüft.png
Status: Ungeprüfte Lesefassung – Eine erste Übersetzung aus dem Urtext ist komplett und kann weiter verbessert und geprüft werden. Auf der Diskussionsseite ist Platz für Verbesserungsvorschläge, konstruktive Anmerkungen und zum Dokumentieren der Arbeit am Urtext.

Lesefassung (Psalm 3)

1Ein Davidspsalm.
Als er vor seinem Sohn Absalom floh.


2 ⸂Herr⸃ , ich hab so viele Feinde!
So viele Gegner habe ich!
3 So viele spotten über mich:
„Den rettet Gott sicher nicht!“


4 Und dennoch, ⸂Herr⸃ , bist du mir Schutz und Schild,
bist mein Mächtiger und erhöhst mich:
5 Wenn ich zu ⸂Gott⸃ bete
erhört er mich von seinem heiligen Berg;
6 Und schlaf ich auch ein,
wache ich doch stets wieder auf -
Denn ⸂Gott⸃ ist mein Helfer.


7 Die Unzahl an Kriegern fürchte ich nicht,
die mich umzingelt haben.
8 Erhebe dich, ⸂Gott⸃!
Rette mich, Herr!
Zerschlag die Kiefer meiner Feinde,
Zerschmettre die Zähne der Frevler!
9 ⸂Unser Gott⸃ ist der Retter;
dein Segen ruht auf deinem Volk.

Anmerkungen

Studienfassung (Psalm 3)

1Ein Psalm (begleitetes Lied) von (für, über, nach Art von) David.
Während (Als) er floh vor Absalom, seinem Sohn.a

2 JHWHEmpfehlung zur Aussprache: mein Herr, der HERR, GOTT, °unser Gott°, °unser Herr°, die/der Eine, die/der Ewige, die/der Heilige, die/der Lebendige, Ich-bin-da, Adonaj, Ha-Schem, Ha-Makom, Schechina. Erläuterungen dazu gibt es auf der Seite JHWH.! Wie zahlreich (wie sehr vermehrt) [sind] meine Feinde!
[Wie]b zahlreich (wie sehr vermehrt) [sind] meine Gegner (die, die sich gegen mich erheben)c!
3 [Wie]b zahlreich (wie sehr vermehrt) [sind], die über meine Seele (über mich)d sagen:
„Nicht [ist] (Es gibt keine) Rettung (Hilfe, Sieg)ef für ihn durch (trotz) Gott!“ {Sela}g


4 Doch du, oh JHWHEmpfehlung zur Aussprache: mein Herr, der HERR, GOTT, °unser Gott°, °unser Herr°, die/der Eine, die/der Ewige, die/der Heilige, die/der Lebendige, Ich-bin-da, Adonaj, Ha-Schem, Ha-Makom, Schechina. Erläuterungen dazu gibt es auf der Seite JHWH., [bist] ein Schild um mich (bist Schutz für mich, schützt mich)h,
[du bist] mein Mächtiger (mein Herrlicher, mein Ansehen, meine Herrlichkeit)i und der, der meinen Kopf (mich) erhebt (erhöht)j.
5 [Sooft (Wann immer)] ich [mit] meiner Stimmek JHWHEmpfehlung zur Aussprache: mein Herr, der HERR, GOTT, °unser Gott°, °unser Herr°, die/der Eine, die/der Ewige, die/der Heilige, die/der Lebendige, Ich-bin-da, Adonaj, Ha-Schem, Ha-Makom, Schechina. Erläuterungen dazu gibt es auf der Seite JHWH. anrufe (anrief),
antwortet (antwortete, erhörtel)m er mir von seinem heiligen Berg (vom Berg seiner Heiligkeit).n {Selah}g
6 [Wenn] ich mich hinlege und schlafe ([wenn] ich einschlafe),
erwache ich, denn JHWHEmpfehlung zur Aussprache: mein Herr, der HERR, GOTT, °unser Gott°, °unser Herr°, die/der Eine, die/der Ewige, die/der Heilige, die/der Lebendige, Ich-bin-da, Adonaj, Ha-Schem, Ha-Makom, Schechina. Erläuterungen dazu gibt es auf der Seite JHWH. hilft mir (unterstützt mich, stützt mich)m!


7 Ich fürchte mich nicht vor [den]o Myriaden von Kriegern,
die sich ringsum niedergelassen haben wider mich.
8 Erhebe dich, JHWHEmpfehlung zur Aussprache: mein Herr, der HERR, GOTT, °unser Gott°, °unser Herr°, die/der Eine, die/der Ewige, die/der Heilige, die/der Lebendige, Ich-bin-da, Adonaj, Ha-Schem, Ha-Makom, Schechina. Erläuterungen dazu gibt es auf der Seite JHWH.;
rette mich, mein Gott!
{Ja!,}p Zerschlageq (Schlage auf)r all meinen Feinden den Kiefer (Backe);
die Zähne der Frevler zerschmettre!
9 Bei JHWHEmpfehlung zur Aussprache: mein Herr, der HERR, GOTT, °unser Gott°, °unser Herr°, die/der Eine, die/der Ewige, die/der Heilige, die/der Lebendige, Ich-bin-da, Adonaj, Ha-Schem, Ha-Makom, Schechina. Erläuterungen dazu gibt es auf der Seite JHWH. [ist (sei)] die Rettung (Hilfe, Sieg)s;
auf deinem Volk [ist (sei)] dein Segen. {Selah}g

Anmerkungen

Psalm 3 ist ein Vertrauenspsalm in der Form eines Klagepsalms. Die einzelnen Bestandteile der Psalmengattung „Klagepsalm“ sind klar erkennbar:
V. 1 ist die „Psalmüberschrift“. Sie gehörte nicht ursprünglich zum Psalm, sondern diese und andere Psalmüberschriften wurden nachträglich zu den Psalmen hinzugefügt. Über den Sinn dieser Hinzufügungen weiß man oft immer noch nichts Genaueres. Doch da es sich um nachträgliche Hinzufügungen handelt, wirkt sich das glücklicherweise nicht nachteilig auf das Verständnis des Psalms im Ganzen aus.
Mit „JHWHEmpfehlung zur Aussprache: mein Herr, der HERR, GOTT, °unser Gott°, °unser Herr°, die/der Eine, die/der Ewige, die/der Heilige, die/der Lebendige, Ich-bin-da, Adonaj, Ha-Schem, Ha-Makom, Schechina. Erläuterungen dazu gibt es auf der Seite JHWH.“ in V. 2 setzt der Psalm mit der sog. „Invokation“ ein: Gott wird angerufen, damit er dem folgenden Gebet Gehör schenken möge. Darauf folgt in Vv. 2-3 direkt die „Klage“, in der der Beter sich über das beklagt, was für ihn Anlass zum Beten ist: Er wird von einer Vielzahl von Feinden bedrängt, die mit ihrem Spott darüber hinaus auch noch sein Verhältnis zu Gott angreifen: Gott wird ihn nicht retten.
Hat Gott also den Beter verlassen?
Nein: Dieser Spott wird ihm in Vv. 4-7 zum Anlass für eine längere „Vertrauensäußerung“, wie sie sich häufiger in Klagepsalmen findet: Der Beter leidet zwar aktuell unter Bedrängnissen, kann aber dennoch Vertrauen haben, dass Gott ihn wieder retten wird. Grund für dieses Vertrauen sind ihm nach Vv. 5f. bereits gemachte Erfahrungen, in denen sich Gott ihm als Helfer erwiesen hat. Aus diesem Grund muss er sich auch nun vor den „Myriaden von Kriegern“ nicht fürchten (V. 7). Derartige Vertrauensäußerungen sind in Klagepsalmen nie nur Rede über Gott. Sie dienen auch der Rede zu Gott und haben eine bestimmte Funktion im Gang der Argumentation von Klagepsalmen: Gott soll daran erinnert werden, was für eine Art von Gott er eigentlich ist - nämlich einer, der immer schon geholfen hat und immer wieder hilft. Würde er dem Beter daher nun nicht helfen, würde er sich damit selbst untreu (vgl. gut Broyles 1989Broyles, Craig C.: The Conflict of Faith and Experience in the Psalms. A Form-Critical and Theological Study. Sheffield, 1989., S. 42f.).
Nachdem er sich derart wieder der Vertrauenswürdigkeit seines helfenden Gottes vergewissert und Gott an seine eigentliche Vertrauenswürdigkeit erinnert hat, kann er daher in V. 8 von Neuem von seiner aktuellen Situation zu sprechen anheben, diesmal in Form einer „Bitte“: Gott möge ihm doch auch jetzt helfen, indem er „seinen Feinden Kiefer und Zähne zertrümmert“. Und, ebenfalls noch „beschwingt“ von seinem Vertrauen, dessen er sich eben neu vergewissert hat, kann er in V. 9 schließen mit einem kleinen Hymnus: „Bei JHWHEmpfehlung zur Aussprache: mein Herr, der HERR, GOTT, °unser Gott°, °unser Herr°, die/der Eine, die/der Ewige, die/der Heilige, die/der Lebendige, Ich-bin-da, Adonaj, Ha-Schem, Ha-Makom, Schechina. Erläuterungen dazu gibt es auf der Seite JHWH. ist die Rettung, auf deinem Volk ist dein Segen.“ Ganz ähnlich wie die Vertrauensäußerung in Vv. 4-7 dient auch ein solcher abschließender Hymnus nie nur der Rede über Gott, sondern auch der Rede zu Gott: Auch der abschließende Preis für den „eigentlichen“ Charakter JHWHs soll diesen noch einmal motivieren, dem Beter beizustehen (vgl. ebd., S. 44). Es macht daher viel Sinn, dass der Beter den letzten VersEin Teil in einem Kapitel. mit verblosen Sätzen konstruiert hat, die man daher auch übersetzen könnte: „Bei JHWHEmpfehlung zur Aussprache: mein Herr, der HERR, GOTT, °unser Gott°, °unser Herr°, die/der Eine, die/der Ewige, die/der Heilige, die/der Lebendige, Ich-bin-da, Adonaj, Ha-Schem, Ha-Makom, Schechina. Erläuterungen dazu gibt es auf der Seite JHWH. sei die Rettung, auf deinem Volk sei dein Segen.“

Im Zentrum des Psalms steht also das berechtigte Vertrauen in Gott trotz aktueller Bedrängnisse. Nicht nur inhaltlich ist das leicht ersichtlich, sondern auch strukturell wird diese Botschaft unterstrichen: Vv. 2f. und Vv. 7-9 sind durch Stichworte miteinander verknüpft und schließen sich so als Rahmen um den zentralen Abschnitt Vv. 4-6, der von Gott als dem immerwährend verlässlichen Helfer handelt, und Vv. 4-6 als das Scharnier zwischen Vv. 2f. und Vv. 7-9 sind der Grund dafür, dass die Aussagen in diesen beiden Abschnitten ganz gegensätzlich sind:

A: Wie zahlreich sind meine Gegner!
B: Wie zahlreich sind, die sich gegen mich erheben!
C: Wie zahlreich sind, die über meine Seele sagen...!
D: Es gibt keine Rettung für ihn durch Gott!
Vertrauensäußerung
A': Ich fürchte mich nicht vor den Myriaden von Kriegern
B': Erhebe dich, JHWHEmpfehlung zur Aussprache: mein Herr, der HERR, GOTT, °unser Gott°, °unser Herr°, die/der Eine, die/der Ewige, die/der Heilige, die/der Lebendige, Ich-bin-da, Adonaj, Ha-Schem, Ha-Makom, Schechina. Erläuterungen dazu gibt es auf der Seite JHWH.!
C': Zerschlage meinen Feinden Kiefer und Zähne!
D': Bei JHWHEmpfehlung zur Aussprache: mein Herr, der HERR, GOTT, °unser Gott°, °unser Herr°, die/der Eine, die/der Ewige, die/der Heilige, die/der Lebendige, Ich-bin-da, Adonaj, Ha-Schem, Ha-Makom, Schechina. Erläuterungen dazu gibt es auf der Seite JHWH. ist Rettung!

aWährend er floh vor Absalom, seinem Sohn - Die Begebenheit, auf die hier angespielt wird, wird berichtet in 2 Sam 16. (Zurück zu v.1)
btFNtechnische Fußnote; der Inhalt ist nur für Erstübersetzer aus dem Hebräischen/Griechischen interessant.: [Wie] - BrachylogieEin erwartetes Satzglied wird ausgespart, da es im direkten Umfeld der betreffenden Stelle schon einmal gesetzt wurde und daher aus dem Kontext erschlossen werden kann. Besagtes Satzglied tut dann „double duty“ an beiden Stellen. Zu unterscheiden ist die Brachylogie von der Ellipse, in der ein Satzglied ausgespart wird, ohne im direkten Umfeld schon einmal gesetzt zu sein. aus V. 2a (so z.B. Craigie 1983Craigie, Peter C.: Psalms 1-50. Dallas, 1983.; Dahood 1965Dahood, Mitchell, S.J.: Psalms I. 1-50. New York, 1965., S. 15; Ehrlich 1905Ehrlich, Arnold B.: Die Psalmen. Neu uebersetzt und erklaert. Berlin, 1905. onine unter: http://goo.gl/r9Wpjj, S. 5; Kissane 1953Kissane, Edward J.: The Book of Psalms. Translated from a Critically Revised Hebrew Text. Vol. I. Dublin, 1953., S. 10; Kselman 1987Kselman, John S.: Psalm 3: a structural and literary Study, in: CBQ 49/4. 1987. S. 572-580., S. 574; auch GRAILRevised Grail Psalter, eine speziell für das Stundengebet angefertigte liturgische Psalmenübersetzung. Philologisch exzellent und in gut singbarem Sprachrhythmus formuliert.; MÜNKurz für „Münsterschwarzacher Psalter“, eine liturgische Übersetzung der Psalmen aus dem Benediktinerkloster Münsterschwarzach. Schön zu lesen; philologisch erstklassig, dafür aber recht weit entfernt von Alltagssprache.). (Zurück zu v.2 / zu v.3)
cmeine Gegner (die, die sich gegen mich erheben) - Der verwendete Begriff ist ein stehender Ausdruck für „Gegner“ (vgl. KBL3Koehler, Ludwig/Walter Baumgartner: Hebräisches und aramäisches Lexikon zum Alten Testament. Leiden, 1967-1990., S. 1016 und s. Ex 15,7; Dtn 28,7; 2 Sam 18,31; Ps 44,6). W. bedeutet er „die sich gegen mich erhebenden“, so deshalb wohl etwas zu wörtlich viele Üss. (Zurück zu v.2)
düber meine Seele (über mich) - Heb. nephesch. Die häufige Übersetzung „Seele“ ist fast nie zu empfehlen, weil es im heb. Menschenbild einen Gegensatz von Körper und Seele so nicht gab; nephesch meint hier wie meist den ganzen Menschen und wird daher hier wie häufig als Wechselbegriff für „Ich“ verwendet. (Zurück zu v.3)
eRettung (Hilfe, Sieg) - I.d.R. übersetzt mit dem etwas blassen „Hilfe“. Der Psalm stellt aber den Beter ganz deutlich als von Feinden bedrängt dar; kontextuell angemessener ist daher „Rettung“. So gut auch Alter 2007Alter, Robert: The Book of Psalms. A Translation with Commentary. New York, 2007., MÜNKurz für „Münsterschwarzacher Psalter“, eine liturgische Übersetzung der Psalmen aus dem Benediktinerkloster Münsterschwarzach. Schön zu lesen; philologisch erstklassig, dafür aber recht weit entfernt von Alltagssprache. u.a. Die ebenfalls häufiger Übersetzung mit „Heil“ oder gar „Erlösung“ ist kontextuell unpassend. (Zurück zu v.3)
ftFNtechnische Fußnote; der Inhalt ist nur für Erstübersetzer aus dem Hebräischen/Griechischen interessant.: Das Suffix תְה- ist in der hebr. Poesie häufig bedeutungslos und dient nur der „poetischen EmphaseStilmittel: Besondere Hervorhebung eines Wortes durch verschiedene sprachl. Mittel. Manchmal soll durch diese Hervorhebung signalisiert werden, dass das Wort hier auf eine bestimmte Weise zu verstehen ist, z.B. in „Nicht alle Soldaten sind Männer, aber alle Soldaten sind MÄNNER“ soll durch die Intonation signalisiert werden, dass das zweite „Männer“ nicht wortwörtlich, sondern metaphorisch i.S.v. „mannhaft, tapfer“ verstanden werden soll. Meist dient die Emphase aber nur der Verstärkung eines Teils der Äußerung oder der ganzen Äußerung, z.B. in „Du bist wun-der-schön“ soll „wun-der-schön“ stärker sein als „wunderschön“, oder „Geh jetzt endlich HEIM“ soll insgesamt stärker sein als „Geh jetzt endlich heim“.“; vgl. GKC §90g; ad loc.Kurz für „ad locum“, „zur Stelle“: Die folgende Quellenangabe bezieht sich speziell auf die behandelte Bibelstelle. auch Schmidt 1934Schmidt, Hans: Die Psalmen. Tübingen, 1934., S. 6; Kraus 1961Kraus, Hans-Joachim: Psalmen. 1. Teilband. Neukirchen, 2 1961., S. 23. (Zurück zu v.3)
g{Sela} - Die Bedeutung von „Sela“ ist unklar; vgl. Lexikon/Lemma סֶלַה. In der Lesefassung sollte es daher besser gestrichen werden, da es sonst nur ein unverständlicher Fremdkörper im dt. Text wäre. (Zurück zu v.3 / zu v.5 / zu v.9)
hein Schild um mich (bist Schutz für mich, schützt mich) - W. ein Schild um mich. Weil ein Schild aber ja nicht rundherum schützt (vgl. z.B. Gunkel 1968Gunkel, Hermann: Die Psalmen. Übersetzt und erklärt. Göttingen, 5 1968., S. 14: „Ein gewöhnlicher Schild deckt nur von einer, Jahve aber von allen Seiten.“), besser so: Schild wird in der heb. Poesie des Öfteren auch rein metaphorisch für „Schutz“ verwendet (vgl. z.B. Creach 1996Creach, Jerome D.: Yahweh as Refuge and the Editing of the Hebrew Psalter. Sheffield, 1996., S. 29f.; KBL3Koehler, Ludwig/Walter Baumgartner: Hebräisches und aramäisches Lexikon zum Alten Testament. Leiden, 1967-1990., S. 517) und das Heb. ba`ad (meist: „um...herum“) kann auch nur die Relation des Schutz-für-jmdn-Seins angeben (vgl. z.B. KBL3Koehler, Ludwig/Walter Baumgartner: Hebräisches und aramäisches Lexikon zum Alten Testament. Leiden, 1967-1990., S. 135): „JHWHEmpfehlung zur Aussprache: mein Herr, der HERR, GOTT, °unser Gott°, °unser Herr°, die/der Eine, die/der Ewige, die/der Heilige, die/der Lebendige, Ich-bin-da, Adonaj, Ha-Schem, Ha-Makom, Schechina. Erläuterungen dazu gibt es auf der Seite JHWH. ist ein Schild um mich“ = „JHWHEmpfehlung zur Aussprache: mein Herr, der HERR, GOTT, °unser Gott°, °unser Herr°, die/der Eine, die/der Ewige, die/der Heilige, die/der Lebendige, Ich-bin-da, Adonaj, Ha-Schem, Ha-Makom, Schechina. Erläuterungen dazu gibt es auf der Seite JHWH. ist Schutz für mich“. Der Sinn der beiden Teilverse ist daher: Viele sagen, es gäbe keine Rettung für den Beter von Gott - aber Gott schützt ihn eben doch. (Zurück zu v.4)
imein Mächtiger (mein Herrlicher, mein Ansehen, meine Herrlichkeit) - W. auf den ersten Blick „meine Herrlichkeit“. Das macht aber nicht viel Sinn (=> *Max ist Moritz' Herrlichkeit). Sinnvoller daher folgende Deutung: (1) kabod („Herrlichkeit“) ist hier wie öfter eine Bezeichnung für Gott, den „Herrlichen“, so dass alle drei aufeinanderfolgenden Aussagen Bezeichnungen für Gott enthalten: „mein Schild/Schutz“, „mein Herrlicher“, „der, der meinen Kopf erhebt“ (so z.B. Christensen 2005.3Christensen, Duane L.: Psalm 3:1-9. Translation, Logoprosodic Analysis, and Observations. 2005., S. 1; Dahood 1965Dahood, Mitchell, S.J.: Psalms I. 1-50. New York, 1965., S. 15; Krašovec 1984Krašovec, Jože: Antithetic Structure in Biblical Hebrew Poetry. Leiden, 1984., S. 60). (2) Brettler weist darauf hin, dass dies kabod im Heb. auch häufig eine Qualität eines Kriegers bezeichne - „Thus, כבוד should probably be translated with a word from the semantic field of strength, possible as „power“.“ (Brettler 1993Brettler, Marc: Images of YHWH as Warrior in the Psalms, in: Semeia 61. 1993. S. 135-165., S. 140). Beide Aspekte kombiniert ergibt „mein Mächtiger“. (Zurück zu v.4)
jmeinen Kopf (mich) erhebt (erhöht) - W.: „Der, der meinen Kopf erhöht“. „Mein Kopf“ ist im Heb. (ähnlich wie die „Seele“ in V. 3) ein Wechselbegriff für „Ich“ (vgl. z.B. Ryken 1998Ryken, Leland / James C. Wilhoit / Temper Longman III: Dictionary of Biblical Imagery. Leicester, 1998., S. 185.359f.; Schroer/Stäubli 2001Schroer, Silvia / Thomas Stäubli: Body Symbolism in the Bible. Collegeville, 2001., S. 83); „jmds Kopf erhöhen“ heißt daher hier „jemanden erhöhen“, „jemanden auszeichnen(vgl. KBL3Koehler, Ludwig/Walter Baumgartner: Hebräisches und aramäisches Lexikon zum Alten Testament. Leiden, 1967-1990., S. 1124). (Zurück zu v.4)
ktFNtechnische Fußnote; der Inhalt ist nur für Erstübersetzer aus dem Hebräischen/Griechischen interessant.: ich [mit] meiner Stimme - Oft analysiert als adverbialer Akkusativ der Art und Weise (vgl. z.B. Ex 24,3); was dann aber zwingen würde, entweder „laut“ zu ergänzen oder gar „Mit meiner Stimme“ als Ausdruck für „laut“ zu lesen; beides ist recht gezwungen. Andere Analysen: Innerer Akkusativ (Houston/Waltke 2010Houston, James M. / Bruce K. Waltke: The Psalms as Christian Worship. A Historical Commentary. Grand Rapids, 2010., S. 192: „Ich rufe meine Stimme“) oder doppeltes Subjekt (Baethgen 1892Baethgen, Friedrich: Die Psalmen. übersetzt und Erklärt. Göttingen, 1892., S. 8; Duhm 1899Duhm, Bernhard: Die Psalmen. Freiburg u.a, 1899., S. 12; Gunkel 1968Gunkel, Hermann: Die Psalmen. Übersetzt und erklärt. Göttingen, 5 1968., S. 14: „Meine Stimme [und] ich rufe[n]); was aber ebenso gezwungen ist. Guten Sinn macht die Analyse als Accusativus instumenti (Ehrlich 1905Ehrlich, Arnold B.: Die Psalmen. Neu uebersetzt und erklaert. Berlin, 1905. onine unter: http://goo.gl/r9Wpjj, S. 5; Kraus 1961Kraus, Hans-Joachim: Psalmen. 1. Teilband. Neukirchen, 2 1961., S. 27: „Mit meiner Stimme rufe ich“); dies allerdings ergäbe eine merkwürdig redundante Konstruktion. Man wird sich wohl für die letzte Möglichkeit entscheiden müssen; letztendlich bleibt die Stelle aber etwas rätselhaft. (Zurück zu v.5)
lantwortet - Das auf einen Flehruf folgende „Antworten“ Gottes steht in der BibelDie Bibel ist das Buch über Gott. fast ausnahmslos für eine Gebetserhörung; so auch hier. (Zurück zu v.5)
mtFNtechnische Fußnote; der Inhalt ist nur für Erstübersetzer aus dem Hebräischen/Griechischen interessant.: Die folgenden Verbtempora sind schwierig zu deuten: V. 5: Ich rufe (Yiqtol) - er antwortet (Wayyiqtol) - V. 6: Ich lege mich nieder (Qatal) - ich schlafe (ein) (Wayyiqtol) - Ich erwache (Qatal) - er hilft mir (Yiqtol).

Von der Verbfolge Yiqtol - Wayyiqtol in V. 5 heißt es gelegentlich, dass in diesem Kontext Wayyiqtol auch die regelmäßige Folge eines regelmäßigen Geschehens angeben könne (vgl. z.B. GKCGesenius, Wilhelm/Emil Kautzsch/Arthur Ernest Cowley: Gesenius' Hebrew Grammar. Oxford, 1909. §111.4; zur Stelle z.B. auch Beyerlin 1970Beyerlin, Walter: Die Rettung der Bedrängten in den Feindpsalmen der Einzelnen auf institutionelle Zusammenhänge untersucht. Göttingen, 1970. online unter: http://goo.gl/fzcmUH, S. 79; Kissane 1953Kissane, Edward J.: The Book of Psalms. Translated from a Critically Revised Hebrew Text. Vol. I. Dublin, 1953., S. 11). Das ist wohl nicht so, deswegen sollte das Wayyiqtol וַיַּנֵנִי besser mit Craigie, Gunkel, Kraus, Kselman, Zuber u.a. umpunktiert werden zum WeYiqtol וְיַּנֵנִי (=> TextkritikDer Versuch, aus den überlieferten Bibelhandschriften die ursprünglichste Textversion zu ermitteln. Im AT gilt der sogenannte „Masoretische Text“ als Richtschnur, er ist allerdings teilweise über 2000 Jahre jünger als der zu ermittelnde „Urtext“ und kann daher Überlieferungsfehler enthalten. Atl. Textkritik versucht, durch den Vergleich mit anderen erhaltenen Textversionen solche womöglich fehlerhaften Stellen zu berichtigen. Bisweilen sind dabei Textänderungen nötig, die überhaupt kein Fundament in den alten Textzeugen haben, sondern nur auf Vermutungen basieren. Das NT ist wesentlich besser überliefert: Eine Vielzahl älterer Manuskripte sind erhalten. Allerdings gibt es keinen Ausgangstext mit einem dem Masoretischen Text vergleichbaren Stellenwert. Die ntl. Textkritik wägt daher Textvarianten aus unterschiedlichen Texttraditionen gegeneinander ab, um zu beurteilen, welche Variante die ursprünglichere ist.). V. 5 ist dann ein unmarkierter temporaler Nebensatz (=>unmarkierter NebensatzIm Gegensatz zu den sequentiellen Verbformen Wayyiqtol und Weqatal werden die nicht-sequentiellen Verbformen Qatal und Yiqtol häufig verwendet, um sonst unmarkierte Nebensätze zu bilden. Wegen der Modalität von Qatal und Yiqtol findet sich dabei Qatal meist in vor- und gleichzeitigen Temporalsätzen, Kausal- und Konditionalsätzen; Yiqtol meist in nachzeitigen Temporalsätzen, Final-, Konsekutiv- und ebenfalls Konditionalsätzen. Doch ist dies nur eine Regelmäßigkeit, keine Regel. Oft werden diese Nebensätze zusätzlich markiert durch die sonst umotivierte Worstellung X-VERB; allerdings gibt es auch hiervon viele Ausnahmen.) mit zwei durch Waw apodoseos verknüpften iterativen Yiqtol-Verben: „Wann immer ich rufe antwortet er mir.“
V. 6 wird gerne gedeutet als Bericht über ein einmaliges vergangenes Geschehen: „Ich legte mich hin und schlief / ich erwachte wieder, denn JHWHEmpfehlung zur Aussprache: mein Herr, der HERR, GOTT, °unser Gott°, °unser Herr°, die/der Eine, die/der Ewige, die/der Heilige, die/der Lebendige, Ich-bin-da, Adonaj, Ha-Schem, Ha-Makom, Schechina. Erläuterungen dazu gibt es auf der Seite JHWH. hilft mir.“ Das wäre theoretisch möglich, aber dann wäre eigentlich zu erwarten, dass auch „erwachen“ im Wayyiqtol steht. Daher ist V. 6 besser zu deuten als unmarkierter Konditionalsatz (=> unmarkierter NebensatzIm Gegensatz zu den sequentiellen Verbformen Wayyiqtol und Weqatal werden die nicht-sequentiellen Verbformen Qatal und Yiqtol häufig verwendet, um sonst unmarkierte Nebensätze zu bilden. Wegen der Modalität von Qatal und Yiqtol findet sich dabei Qatal meist in vor- und gleichzeitigen Temporalsätzen, Kausal- und Konditionalsätzen; Yiqtol meist in nachzeitigen Temporalsätzen, Final-, Konsekutiv- und ebenfalls Konditionalsätzen. Doch ist dies nur eine Regelmäßigkeit, keine Regel. Oft werden diese Nebensätze zusätzlich markiert durch die sonst umotivierte Worstellung X-VERB; allerdings gibt es auch hiervon viele Ausnahmen.): „Wenn ich mich hinlege und schlafe / erwache ich wieder: JHWHEmpfehlung zur Aussprache: mein Herr, der HERR, GOTT, °unser Gott°, °unser Herr°, die/der Eine, die/der Ewige, die/der Heilige, die/der Lebendige, Ich-bin-da, Adonaj, Ha-Schem, Ha-Makom, Schechina. Erläuterungen dazu gibt es auf der Seite JHWH. schützt mich (habituelles Yiqtol)“.

Ein Weiteres: Im Hebräischen kann eine Handlung auch nach dem Muster von hinlegen und schlafen durch zwei Verben ausgedrückt werden, was häufig ausdrückt, dass mit einer Handlung begonnen wird. Zum Beispiel kann ein Mensch im Hebräischen „aufstehen und gehen“=„losgehen“; „anheben und sprechen“=„das Wort ergreifen“ etc. Entsprechend könnte man hier „sich hinlegen und schlafen“ auch nur als „einschlafen“ übersetzen. (Zurück zu v.5 / zu v.6)
nMit dem heiligen Berg (dem Berg seiner Heiligkeit) ist der Jerusalemer Berg Zion gemeint, auf dem der Tempel Gottes erbaut war. Nach altheb. Vorstellung wohnte Gott (zumindest „teilweise“) in seinem Tempel auf dem Zion (s. näher z.B. Zion / Zionstheologie (WiBiLex)); ein Gebet musste daher zuerst zum Tempel in Zion dringen (s. z.B. Jon 2,8), um dann vom Tempel in Zion aus erhört werden zu können. (Zurück zu v.5)
otFNtechnische Fußnote; der Inhalt ist nur für Erstübersetzer aus dem Hebräischen/Griechischen interessant.: [den] - Auch ohne Artikel determiniert durch Relativsatz. (Zurück zu v.7)
ptFNtechnische Fußnote; der Inhalt ist nur für Erstübersetzer aus dem Hebräischen/Griechischen interessant.: {Ja!,} - Emphatisches כִּי; in der LF besser auszusparen. (Zurück zu v.8)
qtFNtechnische Fußnote; der Inhalt ist nur für Erstübersetzer aus dem Hebräischen/Griechischen interessant.: Zerschlage - W. auf den ersten Blick „du zerschlägst/hast zerschlagen“, was aber dazu zwingen würde, zwischen der Äußerung von Vv. 8ab (der Bitte) und 8c (Der Erfüllung der Bitte) eine ganze Kriegshandlung vergehen lassen zu müssen (so aber dennoch z.B. Beyerlin 1970Beyerlin, Walter: Die Rettung der Bedrängten in den Feindpsalmen der Einzelnen auf institutionelle Zusammenhänge untersucht. Göttingen, 1970. online unter: http://goo.gl/fzcmUH; Kraus 1961Kraus, Hans-Joachim: Psalmen. 1. Teilband. Neukirchen, 2 1961.). Besser: Prekatives Qatal; das Qatal wird aus poetischen Gründen wie ein Imperativ verwendet (so z.B. Buttenwieser 1938Buttenwieser, Moses: The Psalms. Chronologically Treated with a New Translation. Chicago, 1938. online unter: http://goo.gl/bpgnjM, S. 397; Dahood 1965Dahood, Mitchell, S.J.: Psalms I. 1-50. New York, 1965., S. 20; Houston/Waltke 2010Houston, James M. / Bruce K. Waltke: The Psalms as Christian Worship. A Historical Commentary. Grand Rapids, 2010., S. 193; Kselman 1987Kselman, John S.: Psalm 3: a structural and literary Study, in: CBQ 49/4. 1987. S. 572-580., S. 578). (Zurück zu v.8)
rZerschlage (Schlage auf) - Die Parallelität von 8c zu 8d zeigt, dass wir hier durchaus nicht an Backpfeifen und Ohrfeigen zu denken haben, wie das die Mehrzahl der Exegeten und Üss. will. Daher nicht: „Schlage meinen Feinden auf die Backe“, sondern „Zerschlage meinen Feinden den Kiefer“. Unter Umständen spielt der Psalmist mit diesem Ausdruck auf eine alte Rechtspraxis an: Im Alten Orient war v.a. für Vertragsbruch die Strafe verbreitet, dem Übeltäter die Zähne zu zerbrechen (vgl. Hackett/Huehnergard 1984Hackett, Jo Ann / John Huehnergard: On Breaking Teeth, in: HTR 77/3-4, 1984. S. 259-275. online unter: http://goo.gl/rN3z8y). (Zurück zu v.8)
sBei JHWHEmpfehlung zur Aussprache: mein Herr, der HERR, GOTT, °unser Gott°, °unser Herr°, die/der Eine, die/der Ewige, die/der Heilige, die/der Lebendige, Ich-bin-da, Adonaj, Ha-Schem, Ha-Makom, Schechina. Erläuterungen dazu gibt es auf der Seite JHWH. ist Rettung - d.h.: „JHWHEmpfehlung zur Aussprache: mein Herr, der HERR, GOTT, °unser Gott°, °unser Herr°, die/der Eine, die/der Ewige, die/der Heilige, die/der Lebendige, Ich-bin-da, Adonaj, Ha-Schem, Ha-Makom, Schechina. Erläuterungen dazu gibt es auf der Seite JHWH. ist es, der rettet“ (ein sog. „Lamed der Zuständigkeit“: „Für die Rettung ist JHWHEmpfehlung zur Aussprache: mein Herr, der HERR, GOTT, °unser Gott°, °unser Herr°, die/der Eine, die/der Ewige, die/der Heilige, die/der Lebendige, Ich-bin-da, Adonaj, Ha-Schem, Ha-Makom, Schechina. Erläuterungen dazu gibt es auf der Seite JHWH. zuständig“). (Zurück zu v.9)
Andere Fassungen von Psalm 3
Ansichten