Psalm 2

Aus Die Offene Bibel

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Lesefassung (Psalm 2)

1Warum nur verschwören denn sich die Nationen
was schmieden die Völker vergebliche Pläne?
2Warum nur rüsten die Könige sich,
was gehen die Herrscher gemeinsam in Stellung -
⸂Jahwe⸃ entgegen und seinem Gesalbten? -
3„Wir wollen ihre Fesseln sprengen
und von uns werfen ihre Stricke!“


4Der himmelhoch Thronende lacht über sie
Es spottet ihrer der Herr.
5Doch dann wird er sprechen zu ihnen im Zorn,
in lodernder Wut sie entsetzen:
6„War's ich doch selbst, der meinen König krönte
zu Zion, meinem heilg’en Berg!“


7Lasst sein Geheiß mich neu verkünden:
Er sprach zu mir: „Du bist mein Sohn,
mein eigen Kind von heute an.
8Bitte und ich gebe dir
die Heidenvölker zum Besitz,
die ganze Welt zum Eigen.
9Du sollst sie zerschmettern mit eisernem Stab
zerschlagen wie irden Geschirr.“


10Darum, ihr Könige, handelt doch klug,
lasst euch warnen, ihr Erdenregenten!
11Dient ⸂Jahwe⸃ in Furcht!
Verzagt und zittert!
12Legt nieder die Waffen, dass er euch nicht zürnt
und ihr vergeht auf eurem Weg! -
Denn leicht entflammt sein Zorn.
Wie glücklich, die bei ihm sich bergen!

Anmerkungen

Studienfassung (Psalm 2)

1 Warum (wozu) verschwören sich (befinden sich in Unruhe, murren; haben sich verschworen)ab [die] (heidnischen) Völker (Nationen),
und [warum] schmieden (werden schmieden)b [die] Völker (Volksgruppen) vergeblich Plänec (Vergebliches, Nichtiges) (knurren, grummeln sie)?
2 [Warum]d stellen die Könige der Erde (des Landes; irdischen Könige)e sich [zum Kampf]f auf (lehnen sich auf, leisten Widerstand; stellen sich [gerade] auf, werden sich aufstellen)b
und [warum] verbünden (stellen) sich (haben sich verbündet)gb die Herrscher
gegen JHWHEmpfehlung zur Aussprache: mein Herr, der HERR, GOTT, °unser Gott°, °unser Herr°, die/der Eine, die/der Ewige, die/der Heilige, die/der Lebendige, Ich-bin-da, Adonaj, Ha-Schem, Ha-Makom, Schechina. Erläuterungen dazu gibt es auf der Seite JHWH. und gegen seinen Gesalbtenh:
3i„Wir wollen (lasst uns, zerreißen wir doch) ihre Fesseln (Bande) zerreißen
und ihre Stricke (Bande) von uns abwerfen!“
4 Der im Himmel thront (sitzt, wohnt)j, lacht (wird lachen) [über sie]k,
[der] {mein} Herr (Adonai) spottet (verhöhnt; wird spotten) über sie.
5 Dann (daraufhin) spricht er (wird er sprechen)l zu ihnen in seinem Zorn
und mit (in) seinem Zornesbrennen (brennenden Zorn, seiner Zornesglut, Heftigkeit)m erschreckt (wird erschrecken) er sie:
6{und} Ich selbst (ich aber)n habe meinen König auf Zion, meinem heiligen Bergo, eingesetzt (geweiht; setze ein)p.“
7qIch will (Lass mich) bezüglich (über, in Hinsicht auf, bezüglich)r der Anordnung (Einsetzungsurkunde, Königsprotokoll, Gesetz)s JHWHs bekannt machen (rezitieren, berichten, Rechenschaft ablegen, erzählen):
Er hatt zu mir gesagt: Du [bist] mein Sohn.
„Ich selbst habe (zeuge) dich heute (an diesem Tag) gezeugtu.
8 Bitte mich darum (verlange/fordere [es] von mir)v,
dann (und) gebe (werde geben) ich dir ([die]) (heidnischen) Völker (Nationen) [als] deinen Erbbesitzw
und [als] dein Eigentum (Besitz) die Enden der Erde (die ganze Welt)!
9 Du wirst (sollst, kannst; zerschmettere)x sie mit einem eisernen Zepter (Stab) (Zepter aus Eisen)y zerschmettern (weiden)z,
wie Töpferwareaa wirst (sollst, kannst; zerschlage) du sie zerschlagen (zerschmeißen).“
10 Darum (und nun), [ihr] Könige, handelt verständig (kommt zur Einsicht);
lasst euch warnen (zurechtweisen), [ihr] Herrscher (Richter) der Erde (des Landes)!
11 Dient JHWHEmpfehlung zur Aussprache: mein Herr, der HERR, GOTT, °unser Gott°, °unser Herr°, die/der Eine, die/der Ewige, die/der Heilige, die/der Lebendige, Ich-bin-da, Adonaj, Ha-Schem, Ha-Makom, Schechina. Erläuterungen dazu gibt es auf der Seite JHWH. mit (in) Furcht (Ehrfurcht)
und fürchtet euch (jauchzt, zittert, heult, kehrt um?)ab mit (in) Zittern!
12 Rüstet ehrlich ab (Küsst [den] Sohn),ab damit er nicht (sonst) zornig wird
und ihr [auf eurem] Wegac umkommt,
denn leicht (schnell, bald) entflammt (entbrennt) sein Zorn (Gesicht, Nase).
Glücklich (gesegnet) [sind] alle, die sich bei (in) ihm bergen (Zuflucht suchen)!

Anmerkungen

aDieses Verb ist ein nur selten erkannter Aramaismus (in 9.12 sind weitere). In Dan 6,7.12.16 hat das aramäische Verb jeweils die Bedeutung „gemeinsam/als Gruppe [an einen Ort] gehen“, wobei immer eine heimliche/intrigante Absprache Teil der Konnotation ist (DBL Aramaic). Die konkrete Übersetzung „verschwören“ ergibt sich aus dem Kontext (vgl. Waltke 2010, S. 157): Das parallele Verb aus der zweiten Vershälfte bedeutet etwa, „Pläne zu schmieden“ (vgl. Fußnote dort); ein ähnliches Bedeutungsfeld ergeben die Verben in 2, der mit 1 (und 3) eine klimaktische Sinneinheit bildet. Dennoch findet sich in deutschen Übersetzungen i.d.R. eine Übersetzung nach dem Sinn von „sich in Unruhe befinden“ (vgl. aber NET, Waltke 2010, Hunter 1999). (Zurück zu v.1)
bDie Verbformen in V. 1 sind auffällig: Qatal (1a) - X-Yiqtol (1b) - Yiqtol (2a) - X-Qatal (2b). Auf den ersten Blick wirken sie so, als müsste man übersetzen:
  1. „Warum haben die Nationen gewütet? / Und die Völker - warum schmieden sie vergebliche Pläne? / Die Könige der Erde setzen sich zusammen, / und die Herrscher haben sich bereits beraten(so z.B. Carrier 1900Carrier, Augustus S.: Notes on the Psalms, in: AJSL 17/1, 1900. S. 54-59. online unter: http://goo.gl/WNSLTV, S. 58)
  2. Viele Exegeten gehen aber davon aus, dass in der biblischen Lyrik die hebräischen Verbformen mehr oder weniger nach Belieben gesetzt werden können und übersetzen daher alle vier Verben präsentisch: „Warum wüten die Nationen, / warum schmieden die Völker vergebliche Pläne? / Die Könige der Erde setzen sich zusammen / und die Herrscher beraten sich.“ (so z.B. Buth 1992, S. 103; unsere Lösung, da Mehrheitsmeinung).
  3. Vielleicht sinnvoller: Der Wechsel von Qatal nach Yiqtol und von Yiqtol nach Qatal wird verstanden als (bedeutungsloser) T-ShiftV.a. in der hebräischen Poesie kann ein hebräischer Autor aus stilistischen Gründen von einer Person/Numerus/Genus/Tempus zu einer anderen Person/Numerus/Genus/Tempus wechseln, ohne dass dies Einfluss auf die Bedeutung der Textsemantik hätte. Meist finden diese Shifts von einem Sticho auf den nächsten statt, es ist aber sogar möglich, dass sie im selben Sticho erfolgen; s. z.B. Gevirtz 1961, S. 157f..; der Wechsel von VERB-X nach X-VERB drückt jeweils nur die Gegenüberstellung der jeweiligen Subjekte aus („Nationen“ und „Völker“ einerseits, „Könige der Erde“ und „Herrscher“ andererseits): „Warum wüten die Nationen / warum schmieden die Völker vergebliche Pläne? / [Warum] wollen die Könige der Erde sich zusammensetzen / und die Herrscher sich beraten?“
  4. Niccacci 2006Niccacci, Alviero: The Biblical Hebrew Verbal System in Poetry, in: Steven E. Fassberg / Avi Hurvitz: Biblical Hebrew in Its Northwest Semitic Setting. Typological and Historical Perspectives. Winona Lake, 2006. online unter: http://goo.gl/onCWBB, S. 9 interpretiert (1b) und (2b) als Umstandssätze: „Warum haben sich die Nationen verschworen / während die Völker vergeblich Pläne schmiedeten? / [Warum] stellten die Könige der Erde sich zum Kampf / während die Herrscher sich gegen JHWHEmpfehlung zur Aussprache: mein Herr, der HERR, GOTT, °unser Gott°, °unser Herr°, die/der Eine, die/der Ewige, die/der Heilige, die/der Lebendige, Ich-bin-da, Adonaj, Ha-Schem, Ha-Makom, Schechina. Erläuterungen dazu gibt es auf der Seite JHWH. und seinen Gesalbten verbündeten?“ (zu v.1 / zu v.2)
c„Pläne schmieden“ ist hier Übersetzung lediglich des Verbs (vgl. GNBGood News Bible). רִיק (vergeblich) ist meist ein Substantiv, bei vielen Wörtern im AT ist der Übergang zum Adjektiv aber fließend. Die Übersetzung könnte also sowohl „Vergebliches“ (Substantiv) als auch „vergeblich“ lauten. Allerdings ist das Verb „Pläne schmieden“ (הָגָה) intransitiv (Clines, Dictionary of Classical Hebrew), deshalb ist רִיק hier als Adverb zu verstehen. (Zurück zu v.1)
dWahrscheinlich double duty-Präposition aus V. 1a; so z.B. Niccacci 2006Niccacci, Alviero: The Biblical Hebrew Verbal System in Poetry, in: Steven E. Fassberg / Avi Hurvitz: Biblical Hebrew in Its Northwest Semitic Setting. Typological and Historical Perspectives. Winona Lake, 2006. online unter: http://goo.gl/onCWBB, S. 8; auch schon Carrier 1900Carrier, Augustus S.: Notes on the Psalms, in: AJSL 17/1, 1900. S. 54-59. online unter: http://goo.gl/WNSLTV, S. 58. (Zurück zu v.2)
eDer Genitiv „der Erde“ kann auch als „des Landes“ (lokal begrenzt) oder als adjektivischer Genitiv („irdische Könige“) verstanden werden. Stärker signalisiert wird hier nicht der Gegensatz zwischen den anderen Ländern und Israel, sondern der zwischen den irdischen Herrschern einerseits und JHWHEmpfehlung zur Aussprache: mein Herr, der HERR, GOTT, °unser Gott°, °unser Herr°, die/der Eine, die/der Ewige, die/der Heilige, die/der Lebendige, Ich-bin-da, Adonaj, Ha-Schem, Ha-Makom, Schechina. Erläuterungen dazu gibt es auf der Seite JHWH. und seinem gesalbten König andererseits. Jener „ist 'göttlicher König' und deswegen auch Weltherrscher.“ (Kraus 1960, S. 15) (Zurück zu v.2)
fVgl. Kraus 1960, S. 11. (Zurück zu v.2)
gDie Grundbedeutung ist, „sich unverrückbar [gg. jmdn.] zu positionieren“ (BDB, TWOT), die Denotation ergibt sich daraus. Das Verb heißt im Qal „gründen, grundlegen“ und kommt im Nifal sonst nur in Ps 31,14 vor. HALATKoehler, Ludwig/Walter Baumgartner: Hebräisches und aramäisches Lexikon zum Alten Testament. Leiden, 1967-1990. sieht dagegen zwei unabhängige Wurzeln. Kraus (1960, S. 11): „schließen sich zusammen“. (Zurück zu v.2)
hDer Gesalbte bezeichnet hier wie meist im AT den von Gott eingesetzten König (TWOT, NBD u.a.; vgl. V. 6). In Prophetien wird auch der angekündigte Retter Israels so genannt, was im NT dann auf Jesus bezogen wird. Die ungewöhnliche Wiederholung der Präposition sorgt für eine klare Unterscheidung zwischen JHWHEmpfehlung zur Aussprache: mein Herr, der HERR, GOTT, °unser Gott°, °unser Herr°, die/der Eine, die/der Ewige, die/der Heilige, die/der Lebendige, Ich-bin-da, Adonaj, Ha-Schem, Ha-Makom, Schechina. Erläuterungen dazu gibt es auf der Seite JHWH. und König (Waltke 2010, S. 158). (Zurück zu v.2)
iHier sprechen die erwähnten Könige (V. 2). (Zurück zu v.3)
jSubst., nicht adv./präd. Ptz., wie aus dem Parallelismus (entspricht „Herr“ in Teil 4b) deutlich wird. Vernachlässigt man diesen, könnte die Übersetzung auch lauten: „im Himmel wohnend, lacht er, Adonai...“ Die Hauptbedeutung von יָשַׁה ist „sitzen“, auf JHWHEmpfehlung zur Aussprache: mein Herr, der HERR, GOTT, °unser Gott°, °unser Herr°, die/der Eine, die/der Ewige, die/der Heilige, die/der Lebendige, Ich-bin-da, Adonaj, Ha-Schem, Ha-Makom, Schechina. Erläuterungen dazu gibt es auf der Seite JHWH. bezogen „thronen“ (vgl. REBKurz für „revidierte Elberfelder Bibel“. Revision der Elberfelder Bibel; als Vollbibel erstmals 1986 erschienen. Sehr genaue und wenig kommunikative Übersetzung., SLTKurz für „Schlachter“; gemeint ist damit die Revision von 1995-2004 der erstmals 1905 erschienenen Bibelübersetzung von Franz Eugen Schlachter. Die Schlachter-Bibel ist recht urtexttreu; Schlachter verstand es aber, dieses genaue Übersetzen mit einem herrlichen kräftig-würzigen Stil zu verbinden, so dass sich am Ende dennoch eine gut lesbare Bibel ergab.). (Zurück zu v.4)
kDas Objekt am Satzende bezieht sich auf beide Verben (vgl. Luther). (Zurück zu v.4)
lVon einer allgemeinen, zu jeder Zeit vorstellbaren Beschreibung wechselt der Psalmist nun zu einer konkreten Beschreibung von JHWHs Handeln („dann“). Die Handlung entfaltet sich vor den Augen des Erzählers (Waltke 2010, S. 158; NET Ps 2,4, Fußnote 15). Im Gegensatz dazu interpretiert Kraus 1960 das Folgende als zukünftige Rede (S. 12; Übers. „Einst redet er sie an...“), die folgenden Verse sind dann dem nachgeschobene Erklärung. (Zurück zu v.5)
mDieses Wort kommt gewöhnlich in Verbindung mit dem vorhergehenden Wort „Zorn“ (אַף) vor und bezeichnet dann „das Brennen/die Heftigkeit seines Zornes“. Hier wird diese gewohnte Verbindung durch den Parallelismus (als Stilmittel) bewusst aufgebrochen (Waltke 2010, S. 158). Die beiden Begriffe sind hier referenzidentisch. (Zurück zu v.5)
nDas Waw markiert hier die lose Anknüpfung der direkten Rede an vorher (nicht) Gesagtes und bleibt unübersetzt (Gesenius-Kautzsch §154b) - so ähnlich, wie man auch im Deutschen in Erregung einen Satz mit „und“ beginnt. Alternativ ist es adversativ zu verstehen; dann „aber“ (Davidson, Hebrew Syntax, §155); es ist aber kein wirklicher Gegensatz vorhanden. (Zurück zu v.6)
oZion ist ein poetischer Name für Jerusalem, den Sitz des Königs. Wörtlich „dem Berg meiner Heiligkeit“. Der Genitiv beschreibt eine Eigenschaft; aufgrund dessen wird die Constructus-Verbindung zu einer einzigen grammatischen Einheit zusammengezogen. Das Pronominal-Suffix rutscht nur aufgrund dieser Tatsache an ihr Ende zu „Heiligkeit“, gehört semantisch aber zu „Berg“ (Gesenius/Kautzsch, §135n, 128o; Davidson, Hebrew Syntax, §24.2). (Zurück zu v.6)
pLXXDie Septuaginta - die älteste durchgängige griechische Übersetzung des AT überhaupt; entstanden zwischen 250 v. Chr. und 100 n. Chr. Die LXX folgt vielerorts einer anderen Verszählung als deutsche Übersetzungen. Stellenangaben, die mit diesem Kürzel versehen sind, können von den Angaben im sonst aus dem Hebräischen übersetzten AT abweichen.: „ich wurde von ihm ... eingesetzt“, das begradigt den unmarkierten Wechsel der sprechenden Person in 6-7. Waltke (2010, S. 158) interpretiert als Vollzugsperfekt: „Hiermit setze ich ein“ (Zurück zu v.6)
qJetzt (7-9) spricht der Gesalbte JHWHs (V. 2). (Zurück zu v.7)
rDie Deutung dieser ungewöhnlich verwendeten Präposition ist schwierig. Die meisten Übersetzungen lassen sie wie die LXXDie Septuaginta - die älteste durchgängige griechische Übersetzung des AT überhaupt; entstanden zwischen 250 v. Chr. und 100 n. Chr. Die LXX folgt vielerorts einer anderen Verszählung als deutsche Übersetzungen. Stellenangaben, die mit diesem Kürzel versehen sind, können von den Angaben im sonst aus dem Hebräischen übersetzten AT abweichen. weg (mit Bezug auf die Valenz des Verbs?). Sie drückt besondere Förmlichkeitbezieht aus (Waltke 2010, S. 170) und bezeichnet entweder die Wiedergabe gemäß der Quelle oder ein Teilzitat. Andere Verständnismöglichkeiten: „berichten über, bekannt machen bezüglich, erzählen von“. (Zurück zu v.7)
sDer Begriff entstammt dem sakralen Königsrecht (Kraus 1960, S. 18) und bezieht sich hier auf einen bestimmten Abschnitt des Davidbundes, nämlich Gottes Zusage, Vater des davidischen Königs zu sein und ihn als Sohn zu betrachten (2. Sam 7,14). Das wird in 7b klar. Vielleicht zitiert der König dabei ein daran angelehntes Krönungsprotokoll (Kraus 1960, S. 18, WallaceWallace, Daniel B.: Greek Grammar Beyond the Basics. An Exegetical Syntax of the New Testament. Grand Rapids, 1996. 2009, S. 17). (Zurück zu v.7)
tNach den masoretischen Kantillationszeichen, die keine Constructus-Verbindung zwischen „Anordnung“ und „JHWHEmpfehlung zur Aussprache: mein Herr, der HERR, GOTT, °unser Gott°, °unser Herr°, die/der Eine, die/der Ewige, die/der Heilige, die/der Lebendige, Ich-bin-da, Adonaj, Ha-Schem, Ha-Makom, Schechina. Erläuterungen dazu gibt es auf der Seite JHWH.“ sehen: „...Anordnung berichten. JHWHEmpfehlung zur Aussprache: mein Herr, der HERR, GOTT, °unser Gott°, °unser Herr°, die/der Eine, die/der Ewige, die/der Heilige, die/der Lebendige, Ich-bin-da, Adonaj, Ha-Schem, Ha-Makom, Schechina. Erläuterungen dazu gibt es auf der Seite JHWH. hat...“ (vgl. Waltke 2010, S. 159; NET Ps 2,7, Fußnote 23) (Zurück zu v.7)
uDas ist zu verstehen i.S.v. „ich bin dein Vater geworden“. Der König wurde gemäß Gottes Zusage (2. Sam 7,14) als Teil des Davidbundes von ihm formal als Sohn angenommen. Der Brauch spiegelt sich in altvorderorientalischen Sitten wieder, wonach Herren einen treuen Untertanen formal adoptieren und so auf die Stufe eines leiblichen Kindes erheben konnten (NET Ps 2,7, Fußnote 23). Auch andere Könige wurden als Gottessöhne betrachtet, etwa der ägyptische (der den Göttern aber gleichwertig war) oder der assyrische (der eher göttlich bestellter und bevollmächtigter Diener war; Kraus 1960, S. 18f.). Doch der dort vorhandene Zeugungsmythos entspricht hier lediglich der Adoption (Terrien 2003Terrien, Samuel: The Psalms. Strophic Structure and Theological Commentary. Grand Rapids, 2003., S. 85; Kraus 1960, S. 19f.). S.a. Biberger, Sohn/Tochter (AT), 4.2.3 Ps 2,7 (Wibilex).
Waltke 2010 Waltke (2010, S. 159) interpretiert als präsentisch zu übersetzendes Vollzugsperfekt. (Zurück zu v.7)
vEine Bitte passt besser in das dargestellte vertrauensvolle Verhältnis als eine Forderung. (Zurück zu v.8)
wD.h. Permanenter, erblicher Besitz (TWOT 1342a נַחֲלָה). (Zurück zu v.8)
xEs bleibt hier unklar, ob es sich um eine Prophezeiung oder um die Vollmacht zur Kriegführung handelt (Vgl. WallaceWallace, Daniel B.: Greek Grammar Beyond the Basics. An Exegetical Syntax of the New Testament. Grand Rapids, 1996. 2009, S. 18). (Zurück zu v.9)
yKann auch einen Hirtenstab bezeichnen. Der Genitiv beschreibt eine Eigenschaft; wörtlich „Stab des Eisens“. Vgl. Fußnote V. 6. (Zurück zu v.9)
zSo die LXXDie Septuaginta - die älteste durchgängige griechische Übersetzung des AT überhaupt; entstanden zwischen 250 v. Chr. und 100 n. Chr. Die LXX folgt vielerorts einer anderen Verszählung als deutsche Übersetzungen. Stellenangaben, die mit diesem Kürzel versehen sind, können von den Angaben im sonst aus dem Hebräischen übersetzten AT abweichen. (vgl. NIV84), die durchaus die ursprüngliche Lesart bezeugen könnte (Vgl. Wilhelmi, Der Hirt mit dem eisernen Szepter, VT 27.2, 1977). Gründe für den Vorzug des MT bei Waltke 2010, S. 173. (Zurück zu v.9)
aaWörtlich: „Gefäß(e) eines Töpfers“ (Zurück zu v.9)
abDie Crux interpretum in 11b.12a scheint auf den ersten Blick zu bedeuten: „Jauchzt mit Zittern / Küsst den Sohn“, was offensichtlich keinen Sinn ergibt. Daher sind verschiedene Lösungsvorschläge gemacht worden:
  • 11b.12a: Häufig wird der Text nach einem Vorschlag von Bertholet 1908Bertholet, Alfred: Eine Crux interpretum. Ps 2 11 f., in: ZAW 28/1, 1908. S. 58f. von וגילו ברעדה נשקו בר Jauchzt mit Zittern / Küsst den Sohn nach ונשקו ברגליו ברעדה Küsst seine Füße mit Zittern emendiert. Solche Emendierungen sind aber nur Notlösungen, vorzuziehen ist daher:
  • 11b: גיל jauchzen wird abweichend verstanden, nämlich als
    • „heulen, sich fürchten“: גיל dient nicht nur als Ausdruck der Euphorie, sondern auch im Gegenteil als Ausdruck des Entsetzens (vgl. KBL3Koehler, Ludwig/Walter Baumgartner: Hebräisches und aramäisches Lexikon zum Alten Testament. Leiden, 1967-1990. zu Hos 10,5: „kreischen, heulen“; DCH zu Hos 10,5 und unserer Stelle: „sich fürchten“). Ebenso schon Saadja („Fürchtet ihn mit Zittern!“ (Üs. nach Margulies 1884, S. 4)) und Ben Eli (vgl. Eissler 2002Eissler, Friedmann: Königspsalmen und karäische Messiaserwartung. Jefet ben Elis Auslegung von Ps 2.72.89.110.132 im Vergleich mit Saaja Gaons Deutung. Tübingen, 2002., S. 103); so auch wir.
    • „umkehren“: Von der Bedeutung in KBL3Koehler, Ludwig/Walter Baumgartner: Hebräisches und aramäisches Lexikon zum Alten Testament. Leiden, 1967-1990. geht auch die NET aus: Sie deutet das Wort als „klagt“ und biegt von dort die Wortbedeutung weiter um zum wesentlich kontextgemäßeren „kehrt um“. Dieser Umweg über „klagt“ ist aber wohl gar nicht nötig: Unter anderem hängt גיל zusammen mit dem arabischen ğwl „sich drehen“, was daher z.B. KönKönig, Eduard: Hebräisches und aramäisches Wörterbuch zum Alten Testament. Leipzig, 1922. und Ges18Gesenius, Wilhelm/H. Donner/R. D. Meyer: Hebräisches und Aramäisches Handwörterbuch über das Alte Testament. Berlin u.a, 1987-2012. als Grundbedeutung des Wortes annehmen; vgl. ad loc.Kurz für „ad locum“, „zur Stelle“: Die folgende Quellenangabe bezieht sich speziell auf die behandelte Bibelstelle. auch Levesque 1900Levesque, E.: Notes sur quelques mots hébreux, in: RB 9/1, 1900. S. 87-91., S. 89. Daraus ließe sich ein „umkehren“ durchaus ableiten.
    • „Zittern“: Außerdem hängt גיל zusammen mit dem ugaritischen gwl / gjl, das auch für das „Zittern“ z.B. der Zähne (also für Zähneklappern) stehen kann; vgl. Halayka 2008, S. 140. Mit „zittern“ übertragen denn auch in Hos 10,5 SLT2000, MENKurz für „Menge Bibel“; entstanden zwischen 1900 und 1922. Dennoch auch heute noch gut lesbar und recht häufig empfohlen als Muster einer Übersetzung, der es gelingt, philologisch genau und dennoch kommunikativ zu übersetzen. Sprachlich merkt man ihr Alter allerdings deutlich., H-RKurz für „Henne-Rösch - Bibel“. Zusammenführung der AT-Übersetzung von Henne und Gräff und der NT-Übersetzung durch Rösch um 1935. Auch bekannt als „Paderborner Bibel“. Recht gutes Gleichgewicht von „wörtlich“ und „verständlich“., TAFKurz für „Tafelbibel“, die Bibelübersetzung von Leonhard und Ludwig Tafel. Sehr wörtliche Übersetzung; laut eigener Auskunft hatte Tafel allein im Alten Testament 40.000 Verbesserungen veranstaltet. Interessant, da hier häufiger auch seltenere Übersetzungsweisen gefunden werden können., LUT1912, TEXT, FREE, van EssBibelübersetzung von Leander van Eß, einem Marburger Pfarrer und Professor. 1840 das erste Mal als Vollbibel erschienen. u.a; BDB schlägt es zudem für unsere Stelle vor.
  • 12a: Für V. 12 hat kürzlich Sabottka 2006, S. 98 eine simple Lösung ohne Emendierungen vorgelegt: Er versteht das Wort נַשְקוּ nach der Bedeutung נשק II „sich wappnen“ (vgl. KBL3Koehler, Ludwig/Walter Baumgartner: Hebräisches und aramäisches Lexikon zum Alten Testament. Leiden, 1967-1990., S. 690); interpretiert das Piel als privatives Piel und übersetzt: „Rüstet ab!“. Weiterhin בַר interpretiert er nach der Bedeutung בַר II „rein, lauter“ (vgl. KBL3Koehler, Ludwig/Walter Baumgartner: Hebräisches und aramäisches Lexikon zum Alten Testament. Leiden, 1967-1990., S. 146; so auch Hieronymus, Iuxta Hebraicum; Davidson 1888, S. 158; B-R„Die Schrift“, übersetzt von Martin Buber und Franz Rosenzweig. Eine jüdische Übersetzung des Alten Testaments, die berühmt ist für ihre eigenwilligen Übersetzungsentscheidungen und ihren teilweise sehr gewagten Stil.) - was ohnehin naheliegt, da hier in V. 12 ein anderes Wort für „Sohn“ verwendet würde als in V. 7 - und kommt so zu der sehr sinnvollen Übersetzung „Rüstet lauter ab!“. Fast ebenso schon Raschi („Rüstet euch mit Reinheit“) und Saadja („Waffnet euch mit Reinheit“ (Üs. nach Margulies 1884, S. 4)). (Zurück zu v.11 / zu v.12)
acGemeint ist keine Straße, sondern der im übertragenen Sinn eingeschlagene Weg, JHWHEmpfehlung zur Aussprache: mein Herr, der HERR, GOTT, °unser Gott°, °unser Herr°, die/der Eine, die/der Ewige, die/der Heilige, die/der Lebendige, Ich-bin-da, Adonaj, Ha-Schem, Ha-Makom, Schechina. Erläuterungen dazu gibt es auf der Seite JHWH. zu gehorchen – oder auch nicht (vgl. NET Ps 2,12, Fußnote 36; Anm. zu Ps 67,3). (Zurück zu v.12)
Andere Fassungen von Psalm 2
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