Psalm 12

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Lesefassung (Psalm 12)

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Anmerkungen

Studienfassung (Psalm 12)

1Für den Chorleiter (Dirigenten, Singenden, Musizierenden).a
`al-hascheminit ([Vorzutragen] von Basstimmen; [Vorzutragen vom] Vorsteher über [das Ritual] „hascheminit“).b
Ein Psalm (begleitetes Lied) von (für, über, nach Art von) David.


2 Hilf (Rette),c JHWHEmpfehlung zur Aussprache: mein Herr, der HERR, GOTT, °unser Gott°, °unser Herr°, die/der Eine, die/der Ewige, die/der Heilige, die/der Lebendige, Ich-bin-da, Adonaj, Ha-Schem, Ha-Makom, Schechina. Erläuterungen dazu gibt es auf der Seite JHWH., denn [der] Fromme (Frömmigkeit) endet (ist geendet),
Denn [die] Treuen (Treue) gehen zugrunde (sind zugrunde gegangen)d unter den Menschenkindern!
3 Erlogenes sagt jeder seinem Nächsten;e
[Mit] glatter Lippe,f mit Herz und Herzg sprechen sie!


4 JHWHEmpfehlung zur Aussprache: mein Herr, der HERR, GOTT, °unser Gott°, °unser Herr°, die/der Eine, die/der Ewige, die/der Heilige, die/der Lebendige, Ich-bin-da, Adonaj, Ha-Schem, Ha-Makom, Schechina. Erläuterungen dazu gibt es auf der Seite JHWH. möge vernichten (abschneiden) alle glatten Lippen,
[Die] Zunge, die Großes (Vermessenes) spricht,
5 [Sie], sie [vorher] gesagt haben: „Mit unserer Zunge sind wir stark (unserer Zunge verschaffen wir Stärke?, über unsere Zunge herrschen wir?)
Unsere Lippen [sind] mit uns (gehören uns) - wer [also] [will da] Herr über uns [sein]?“


6 „Wegen der Gewalt gegen [die] Elenden, wegen dem Ächzen [der] Armen -
Jetzt werde (will) ich mich erheben“,h möge (wird) JHWHEmpfehlung zur Aussprache: mein Herr, der HERR, GOTT, °unser Gott°, °unser Herr°, die/der Eine, die/der Ewige, die/der Heilige, die/der Lebendige, Ich-bin-da, Adonaj, Ha-Schem, Ha-Makom, Schechina. Erläuterungen dazu gibt es auf der Seite JHWH. sprechen (spricht JHWHEmpfehlung zur Aussprache: mein Herr, der HERR, GOTT, °unser Gott°, °unser Herr°, die/der Eine, die/der Ewige, die/der Heilige, die/der Lebendige, Ich-bin-da, Adonaj, Ha-Schem, Ha-Makom, Schechina. Erläuterungen dazu gibt es auf der Seite JHWH.?);i
„Ich werde (will) in Sicherheit bringen (ins Heil versetzen) [den, der] danach seufzt (gegen den man schnaubt, will seinen Zeugen in Sicherheit bringen, will ihm zum Heil einen Zeugen stellen).“j
7 [Und diese] Aussagen von JHWHEmpfehlung zur Aussprache: mein Herr, der HERR, GOTT, °unser Gott°, °unser Herr°, die/der Eine, die/der Ewige, die/der Heilige, die/der Lebendige, Ich-bin-da, Adonaj, Ha-Schem, Ha-Makom, Schechina. Erläuterungen dazu gibt es auf der Seite JHWH. [mögen sein (sind)] reine Aussagen,
Silber, [das] geläutert [wurde] ???,k
[Das] siebenfach in die Erde veredelt [wurde].


8 Du, JHWHEmpfehlung zur Aussprache: mein Herr, der HERR, GOTT, °unser Gott°, °unser Herr°, die/der Eine, die/der Ewige, die/der Heilige, die/der Lebendige, Ich-bin-da, Adonaj, Ha-Schem, Ha-Makom, Schechina. Erläuterungen dazu gibt es auf der Seite JHWH.,l mögest (wirst) siem behüten (sie (=die Worte) halten?),
Mögest (wirst) ihnm schützen vor diesem (dem) Geschlecht auf ewig (diesem Geschlecht, das ewig [währt])!
9 Rings (im Kreis) gehen Böse einher,
Da Verachtenswertes hoch ist (wird)n bei den Menschenkindern.o

Anmerkungen

Psalm 12 gehört zu den sog. „Feindklagen“: Eine Gruppe Frommer wird von Feinden bedrängt und der Psalmist beklagt sich darüber bei Gott, damit dieser ihnen hilft.
V. 1 nennt man die „Psalmenüberschrift“. Diese Psalmenüberschriften wurden nachträglich zu den Psalmen hinzugefügt; über ihren Sinn weiß man immer noch nichts Genaueres und auch die Bedeutung der einzelnen Vokabeln ist hier wie meist unklar. Doch da es sich um nachträgliche Hinzufügungen handelt, wirkt sich das glücklicherweise nicht allzu nachteilig auf das Verständnis des Psalms im Ganzen aus.
Mit Vv. 2-3 beginnt der eigentliche Psalm zunächst mit der kurzen „Anrufung“ in V. 2a, die JHWHs Aufmerksamkeit auf den Beter lenken soll. Darauf folgt eine „Klage“: Die Frommen und Treuen, d.h. (auch): die JHWHEmpfehlung zur Aussprache: mein Herr, der HERR, GOTT, °unser Gott°, °unser Herr°, die/der Eine, die/der Ewige, die/der Heilige, die/der Lebendige, Ich-bin-da, Adonaj, Ha-Schem, Ha-Makom, Schechina. Erläuterungen dazu gibt es auf der Seite JHWH.-Gläubigen schwinden dahin; statt Frömmigkeit und Treue herrscht allüberall ein Geist der Lüge, Glattzüngigkeit und „Doppelherzigkeit“. Thematisch und sogar stilistisch entsprechen diesen Versen Vv. 8-9: Weil „der Fromme“ und „die Treuen“ dahinschwinden (V. 2), soll JHWHEmpfehlung zur Aussprache: mein Herr, der HERR, GOTT, °unser Gott°, °unser Herr°, die/der Eine, die/der Ewige, die/der Heilige, die/der Lebendige, Ich-bin-da, Adonaj, Ha-Schem, Ha-Makom, Schechina. Erläuterungen dazu gibt es auf der Seite JHWH. „sie“ behüten und „ihn“ beschützen (V. 8; zwei sog. „N-Shifts“, s. FN m). Allüberall herrscht Lüge (V. 3); ja: die Bösen sind allgegenwärtig (V. 9).
In Vv. 4-5 folgt die „Verwünschung“ der Feinde (vgl. Gerstenberger 1991Gerstenberger, Erhard S.: Psalms. Part 1. With an Introduction to Cultic Poetry. Grand Rapids, 1991., S. 80): JHWHEmpfehlung zur Aussprache: mein Herr, der HERR, GOTT, °unser Gott°, °unser Herr°, die/der Eine, die/der Ewige, die/der Heilige, die/der Lebendige, Ich-bin-da, Adonaj, Ha-Schem, Ha-Makom, Schechina. Erläuterungen dazu gibt es auf der Seite JHWH. soll die Bösen vernichten. Diese Verwünschung ist suggestiv formuliert: in diesem Abschnitt wird nicht mehr die Allgegenwart der Lüge beklagt, sondern die Vermessenheit der Bösen, die sich mit Lippen und Zunge sogar gegen Gott auflehnen - Gott soll zum Handeln bewegt werden.
Diese Verwünschung der Feinde wird in Vv. 6-7 kontrastiert mit einem Wunsch über die „Elenden und Armen“. Erwünscht wird ein Heilsorakel vonseiten Gottes, der in diesem Orakel die Rettung der Armen ankündigt. Und ganz im Gegensatz zu den Lügenreden der Bösen sollen diese Worte Gottes wahre Worte sein, „reine“ Worte, rein wie siebenfach geläutertes Silber.
Diesem Wunsch wird dann in V. 8 mit einer direkt an Gott gerichteten „Bitte“ Ausdruck verliehen: Gott möge die Armen und Elenden beschützen und behüten. Daran schließt sich, um Gott zum Handeln zu motivieren, in V. 9 eine weitere Miniklage über die aktuelle Situation an: Gottes Heilsorakel ist noch nicht ergangen; weiterhin finden sich allüberall die Bösen und weiterhin ist „das Verachtenswerte hoch bei den Menschenkindern.“ Die „Selbigkeit“ des Status Quo wird darüber hinaus nicht nur durch die thematischen und stilistischen Entsprechungen zwischen Vv. 2-3 und Vv. 8-9 unterstrichen, sondern zusätzlich noch mit der Wiederholung der Fügung „Menschenkinder“ aus V. 2.
Sehr treffend schließt daher an Ps 12 der 13. Psalm an, der da beginnt: „Bis wann, JHWHEmpfehlung zur Aussprache: mein Herr, der HERR, GOTT, °unser Gott°, °unser Herr°, die/der Eine, die/der Ewige, die/der Heilige, die/der Lebendige, Ich-bin-da, Adonaj, Ha-Schem, Ha-Makom, Schechina. Erläuterungen dazu gibt es auf der Seite JHWH., willst du mich so gänzlich vergessen?“ Wann endlich ändert sich der Status Quo? Hilf doch, JHWHEmpfehlung zur Aussprache: mein Herr, der HERR, GOTT, °unser Gott°, °unser Herr°, die/der Eine, die/der Ewige, die/der Heilige, die/der Lebendige, Ich-bin-da, Adonaj, Ha-Schem, Ha-Makom, Schechina. Erläuterungen dazu gibt es auf der Seite JHWH.!

aChorleiter - Heb. menatseach; genaue Bedeutung unklar. Die Primärübersetzung „Chorleiter“ ist mehr oder weniger Konvention. S. noch nächste FN. (Zurück zu v.1)
b`al-hascheminit ([vorzutragen] von Bassstimmen; [Vorzutragen vom] Vorsteher über [das Ritual] „hascheminit“) - rätselhafter Begriff, der sich auch im Titel von Ps 6,1 findet. Wegen 1 Chr 15,20f., wo sich das Wort neben `alamot findet, was oft als „Jungfrauenweise“=„hohe Gesangsstimme“ gedeutet wird, geht man häufig davon aus, dass er etwas mit der musikalischen Begleitung oder Vortragsweise des Psalms zu tun habe und schließt davon dann z.B. auf die Bedeutungen „Für die Bassstimme“ (so z.B. Craigie 1983Craigie, Peter C.: Psalms 1-50. Dallas, 1983.), „in der achten Tonart“ (so z.B. Werner 1959Werner, Eric: The Sacred Bridge. The Intedependence of Liturgy and Music in Synagogue and Church during the First Millenium. London / New York, 1959., S. 384-388) oder „[zu spielen] auf der achtseitigen Harfe“ (so z.B. Kraus 1961Kraus, Hans-Joachim: Psalmen. 1. Teilband. Neukirchen, 2 1961., S. XXVIII).
Dass in den sog. „Psalmenüberschriften“ Angaben zur Vortragsweise der Psalmen stehen, ist nicht sehr wahrscheinlich. Einen wahrscheinlicheren Vorschlag zu ihrem Verständnis hat 1970 John Sawyer gemacht (s. Sawyer 2011bSawyer, John F. A.: The Terminology of the Psalm Headings, in: Ders.: Sacred Texts and Sacred Meanings. Studies in Biblical Language and Literature. Sheffield, 2011.): In akkadischen Ritualtexten gibt es ähnliche Angaben wie in den Psalmüberschriften; u.a. wird dort häufig spezifiziert, wer den folgenden Text vorzutragen hat und welches Ritual Anlass des jeweiligen Ritualtextes ist. Entsprechend wäre dann in den Psalmen der menatseach nicht der „Chorleiter“ und hascheminit nicht die Melodie, sondern der menatseach wäre Vorsteher über das Ritual mit dem Namen hascheminit, bei dem der Psalm vorzuträgen wäre. Doch ist auch dies nur ein „educated guess“ und „Chorleiter“ und die Deutung von hascheminit als Angabe zur Vortragsweise des Psalms sind in dt. Üss. so etabliert, dass die LF doch besser dieser Deutung folgen sollte: „Für den Chorleiter. [Vorzutragen] von Bassstimmen“. (Zurück zu v.1)
cHilf! - Kürzestmöglicher Hilferuf; selbst der Empfänger der Rettung Gottes wird hier nicht genannt, was so ungewöhnlich ist, dass LXXDie Septuaginta - die älteste durchgängige griechische Übersetzung des AT überhaupt; entstanden zwischen 250 v. Chr. und 100 n. Chr. Die LXX folgt vielerorts einer anderen Verszählung als deutsche Übersetzungen. Stellenangaben, die mit diesem Kürzel versehen sind, können von den Angaben im sonst aus dem Hebräischen übersetzten AT abweichen. ergänzt: „Hilf mir!“. Gut daher der Vorschlag einer stiltreuen Übersetzung von Ruiz 2013Ruiz, Eleuterio R.: „Por la opresión de los pobres ... me levantaré“. Nueva aproximación a la cuestión de la pobreza en los Salmos, ejemplificada con el Salmo 12, in: RevBib 75, 2013. S. 125-144. online unter: https://goo.gl/T40P6K, S. 129 FN 13: „Hilfe!“ (Zurück zu v.2)
dTextkritikDer Versuch, aus den überlieferten Bibelhandschriften die ursprünglichste Textversion zu ermitteln. Im AT gilt der sogenannte „Masoretische Text“ als Richtschnur, er ist allerdings teilweise über 2000 Jahre jünger als der zu ermittelnde „Urtext“ und kann daher Überlieferungsfehler enthalten. Atl. Textkritik versucht, durch den Vergleich mit anderen erhaltenen Textversionen solche womöglich fehlerhaften Stellen zu berichtigen. Bisweilen sind dabei Textänderungen nötig, die überhaupt kein Fundament in den alten Textzeugen haben, sondern nur auf Vermutungen basieren. Das NT ist wesentlich besser überliefert: Eine Vielzahl älterer Manuskripte sind erhalten. Allerdings gibt es keinen Ausgangstext mit einem dem Masoretischen Text vergleichbaren Stellenwert. Die ntl. Textkritik wägt daher Textvarianten aus unterschiedlichen Texttraditionen gegeneinander ab, um zu beurteilen, welche Variante die ursprünglichere ist.: gehen zugrunde - Heb. pasu; das Wort findet sich einzig hier in der BibelDie Bibel ist das Buch über Gott.; die Bed. ist daher unklar. TgKurz für „Targum“, eine frühjüdische Textgattung: Interpretative Übersetzung eines Bibeltextes ins Aramäische. aber hat sapu und auch die Übersetzung von LXXDie Septuaginta - die älteste durchgängige griechische Übersetzung des AT überhaupt; entstanden zwischen 250 v. Chr. und 100 n. Chr. Die LXX folgt vielerorts einer anderen Verszählung als deutsche Übersetzungen. Stellenangaben, die mit diesem Kürzel versehen sind, können von den Angaben im sonst aus dem Hebräischen übersetzten AT abweichen. legt nahe, dass in dem ihr vorliegenden Text sapu stand; ein recht häufiges Wort mit der Bed. „zugrunde gehen“. Weil außerdem einige Handschriften den Text korrigieren zu patsu, muss man davon ausgehen, dass im MT ein Schreibfehler vorliegt und der urspr. Text in der Tat sapu gelautet hat; so auch BHSBiblica Hebraica Stuttgartensia; Ges18Gesenius, Wilhelm/H. Donner/R. D. Meyer: Hebräisches und Aramäisches Handwörterbuch über das Alte Testament. Berlin u.a, 1987-2012., S. 877; KBL3Koehler, Ludwig/Walter Baumgartner: Hebräisches und aramäisches Lexikon zum Alten Testament. Leiden, 1967-1990., S. 705. (Zurück zu v.2)
ejeder seinem Nächsten - d.h. „alle lügen einander an“; zur Konstruktion vgl. Bar-Asher Siegal 2012Bar-Asher Siegal, Elitzur A.: Diachronic Syntactic Studies in Hebrew Pronominal Reciprocal Constructions, in: Cynthia Miller/Ziony Zevit: Diachrony in Biblical Hebrew. Winona Lake, 2012. online unter: https://goo.gl/7dTXiQ. Gut daher HfAKurz für „Hoffnung für Alle“. Erstmals 1996 als Vollbibel erschienen. Das bisherige Höchstmaß an Kommunikativität auf dem Markt der deutschen Bibeln., NGÜNT- und Psalmenübersetzung der Genfer Bibelgesellschaft 2000-2011. Eine vorbildliche Verknüpfung von philologischer Genauigkeit und kommunikativer Flüssigkeit.: „Jeder belügt jeden.“ (Zurück zu v.3)
fMit glatter Lippe - stehender Ausdruck für „heuchlerisch“, s. noch Ps 5,10; 55,22; Röm 3,13 und vgl. z.B. ThWATBotterweck, G. Johannes/Helmer Ringgren: Theologisches Wörterbuch zum Alten Testament. Stuttgart u.a, 1970ff.. II, S. 1012. (Zurück zu v.3)
gmit Herz und Herz - Entweder zu erklären als „mit doppeltem Herzen, dem einen in der Brust und dem andern, davon verschiedenen und deshalb falschen, auf der Zunge“ (Olshausen 1853Olshausen, Justus: Die Psalmen. Erklärt. Leipzig, 1853. online unter: http://goo.gl/mR9E53, S. 72) oder „mit doppelter, zweideutiger Gesinnung“ (Herkenne 1936Herkenne, Heinrich: Das Buch der Psalmen. Bonn/Hanstein, 1936., S. 74), also: „unaufrichtig“. Der Sinn ist also: „Jeder belügt jeden; spricht doppelzüngig, unaufrichtig!“ (Zurück zu v.3)
hIch werde ich mich erheben, d.h. werde aktiv, anstatt, wie bisher, nichts gegen die Sünden der Glattlippigen und Doppelzüngigen zu unternehmen. (Zurück zu v.6)
imöge (wird) JHWHEmpfehlung zur Aussprache: mein Herr, der HERR, GOTT, °unser Gott°, °unser Herr°, die/der Eine, die/der Ewige, die/der Heilige, die/der Lebendige, Ich-bin-da, Adonaj, Ha-Schem, Ha-Makom, Schechina. Erläuterungen dazu gibt es auf der Seite JHWH. sprechen (spricht JHWHEmpfehlung zur Aussprache: mein Herr, der HERR, GOTT, °unser Gott°, °unser Herr°, die/der Eine, die/der Ewige, die/der Heilige, die/der Lebendige, Ich-bin-da, Adonaj, Ha-Schem, Ha-Makom, Schechina. Erläuterungen dazu gibt es auf der Seite JHWH.?) - Wichtige Stelle; das Verb wird leider selten kommentiert. Das Verb „sprechen“ steht in der Verbform „Yiqtol“, nicht gesagt wird also, dass JHWHEmpfehlung zur Aussprache: mein Herr, der HERR, GOTT, °unser Gott°, °unser Herr°, die/der Eine, die/der Ewige, die/der Heilige, die/der Lebendige, Ich-bin-da, Adonaj, Ha-Schem, Ha-Makom, Schechina. Erläuterungen dazu gibt es auf der Seite JHWH. etwas gesagt habe oder aktuell etwas sagt, sondern dass er etwas sagen soll (Alexander 1850Alexander, Joseph Addison: The Psalms. Translated and Explained, Vol. I. Philadelphia, 6 1850. online unter: http://goo.gl/HCLNKp)/wird (Eerdmans 1947Eerdmans, B. D.: The Hebrew Book of Psalms. Leiden, 1947.) oder immer wieder etwas sagt (am besten Kissane 1953Kissane, Edward J.: The Book of Psalms. Translated from a Critically Revised Hebrew Text. Vol. I. Dublin, 1953., S. 51: „Hier wird wahrscheinlich keine wirkliche Prophezeiung zitiert, sondern nur der traditionelle Glaube an die Rache [Gottes] in der Form einer Prophetie ausgedrückt“). S. dazu die Anmerkungen.
Vgl. allerdings auch Zuber 1985Zuber, Beat: Das Tempussystem des biblischen Hebräisch. Eine Untersuchung am Text. Berlin/New York, 1985., S. 131-133, der mit Jes 1,11.18; 40,1.25; 41,21 fünf weitere Stellen mit einem ähnlich schwer erklärbaren „sagen“ im Yiqtol sammelt (evt. auch Jes 33,10, wo aber 1QJesa Qatal hat und also ein Schreibfehler im MT vorliegen könnte). (Zurück zu v.6)
j[den, der] danach seufzt (gegen den man schnaubt, will seinen Zeugen in Sicherheit bringen, will ihm zum Heil einen Zeugen stellen) - Die us. Alternativübersetzungen gehen alle auf Vorschläge zur Deutung derselben zwei Worte zurück. Die Primärübersetzung ist aber doch die wahrscheinlichste.
Zu „gegen den man schnaubt“ s. Ps 10,5 und dazu FN o; so z.B. Koenen 1996Koenen, Klaus: Gottesworte in den Psalmen. Eine formgeschichtliche Studie. Neukirchen-Vluyn, 1996. online unter: https://goo.gl/OpmkVk, S. 6. In Ps 10,5 wird aber wird eine andere Präposition verwendet. Zu „seinen Zeugen in Sicherheit bringen“ vgl. v.a. Miller 1979Miller, Patrick D.: yāpîaḥ in Psalm XII 6, in: VT 29/4, 1979. S. 495-501., zu „ihm einen Zeugen stellen“ Janzen 2004Janzen, J. Gerald: Another Look at Psalm XII 6, in: VT 54/2, 2004. S. 157-164.; besagter „Zeuge“ würde aber in diesem Psalm auftauchen wie ein Deus ex machina. „Der danach seufzt“ dagegen lässt sich gut aus dem „ächzenden Armen“ in V. 6a erklären; vgl. dazu v.a. Hab 2,3. (Zurück zu v.6)
k??? - Heb. ba`alil; Bed. heute und schon den alten Üss. ganz unklar. In die LF sollte daher eine verbreitete und unauffällige Üs. übernommen werden; am besten: „Silber, das veredelt wurde im Schmelztiegel, / das mit Erde siebenfach geläutert wurde.“ (ähnlich z.B. ZÜRKurz für „Zürcher Bibel“. Zurückgehend auf die Übersetzung Zwinglis, wurde sie erstmals 1907-1931 erneut übersetzt. Seit 2007 liegt sie in neuer Revision vor. Ihr Ziel ist die Verbindung von philologischer Genauigkeit und „geschmeidiger, gehobener Sprache“ - und das macht sie so gut, dass viele Exegeten sie als Referenzübersetzung in Aufsätzen und Kommentaren benutzen.).
Gemeint ist dann Folgendes: Silber wurde im Alten Israel v.a. aus Blei-Silbererz gewonnen, indem es vom Blei getrennt wurde. Geschmolzenes Blei hat eine geringere Oberflächenspannung als Silber; schmolz man daher die Blei-Silbermischung in einer sog. „Kupelle“ - einem mit Lehm, Knochenasche oder einer anderen porösen Substanz ausgekleideten Schmelztiegel -, wurde das Blei von dieser Auskleidung aufgesogen, während das Silber als eine kleine geschmolzene Kugel am Boden der Kupelle zurückblieb. Dieser Vorgang wird in unserem VersEin Teil in einem Kapitel. sieben Mal wiederholt; was übrig bleibt, ist also denkbar reines Silber. Dass Gottes „Aussagen“ mit diesem Silber verglichen werden, bringt sie in einen starken Kontrast zu den anmaßenden Lügenreden, die in Vv. 2-5 beklagt werden. (Zurück zu v.7)
lDu, JHWHEmpfehlung zur Aussprache: mein Herr, der HERR, GOTT, °unser Gott°, °unser Herr°, die/der Eine, die/der Ewige, die/der Heilige, die/der Lebendige, Ich-bin-da, Adonaj, Ha-Schem, Ha-Makom, Schechina. Erläuterungen dazu gibt es auf der Seite JHWH. findet sich häufig zur Einleitung einer Bitte, nachdem zuvor in einem anderen „Modus“ gesprochen wurde (s. Ps 22,20; 40,12; 41,11; 59,6; 109,21), und ist daher wahrscheinlich eine Art „stärkerer Vokativ“, der Gott signalisieren soll, dass der Beter sich jetzt wieder mit einer Bitte an ihn richtet. Im Dt. entspräche dem eher ein „JHWHEmpfehlung zur Aussprache: mein Herr, der HERR, GOTT, °unser Gott°, °unser Herr°, die/der Eine, die/der Ewige, die/der Heilige, die/der Lebendige, Ich-bin-da, Adonaj, Ha-Schem, Ha-Makom, Schechina. Erläuterungen dazu gibt es auf der Seite JHWH.! Behüte...“ (Zurück zu v.8)
mSowohl sie als auch ihn in V. 8 bezieht sich am wahrscheinlichsten auf die Armen in V. 6. Wegen diesem Numerus-Wechsel wurde früher häufig der Text korrigiert, doch das ist unnötig: N-ShiftV.a. in der hebräischen Poesie kann ein hebräischer Autor aus stilistischen Gründen von einer Person/Numerus/Genus/Tempus zu einer anderen Person/Numerus/Genus/Tempus wechseln, ohne dass dies Einfluss auf die Bedeutung der Textsemantik hätte. Meist finden diese Shifts von einem Sticho auf den nächsten statt, es ist aber sogar möglich, dass sie im selben Sticho erfolgen; s. z.B. Gevirtz 1961, S. 157f..: Aus poetischen Gründen kann in der heb. Lyrik von einer Zeile auf die andere von einem Numerus zum nächsten gewechselt werden, ohne, dass dies einen Bedeutungsunterschied machen würde. In Ps 12 findet sich noch häufiger: V. 2a: „der Fromme“ - 2b: „die Treuen“; V. 6a: „die Elenden und Armen“ - 6c: „der, der danach seufzt / auf den man schnaubt“ (vgl. gut Ruiz 2013Ruiz, Eleuterio R.: „Por la opresión de los pobres ... me levantaré“. Nueva aproximación a la cuestión de la pobreza en los Salmos, ejemplificada con el Salmo 12, in: RevBib 75, 2013. S. 125-144. online unter: https://goo.gl/T40P6K, S. 129.130). (zu v.8)
nhoch ist (wird) - d.h. „hoch im Kurs steht“ oder „immer schlimmer wird“. „Verachtenswertes“ findet sich nur hier in der BibelDie Bibel ist das Buch über Gott.; die Bed. ist also etwas unsicher, heute aber recht unumstritten. (Zurück zu v.9)
oV. 9 wird gern mit einem „auch, wenn“ an V. 8 angeschlossen: „Du, JHWHEmpfehlung zur Aussprache: mein Herr, der HERR, GOTT, °unser Gott°, °unser Herr°, die/der Eine, die/der Ewige, die/der Heilige, die/der Lebendige, Ich-bin-da, Adonaj, Ha-Schem, Ha-Makom, Schechina. Erläuterungen dazu gibt es auf der Seite JHWH., mögest sie vor diesem Geschlecht beschützen, / auch, wenn ringsum die Bösen einherschreiten.“ Das hat keine Basis im Text und ist abzulehnen (so richtig Rong 2012Rong, Lina: Forgotten and Forsaken by God: The Community in Pain in Lamentations and Related Old Testament Texts. Washington, 2012. online unter: http://goo.gl/qlSukH, S. 158). Allenfalls vielleicht möglich, aber nicht sehr wahrscheinlich: „... vor diesem Geschlecht, / [die] sich ringsum als Böse ergehen.“ (so Scoralick 2013Scoralick, Ruth: „Wegen der Gewalt gegen die Unterdrückten, wegen des Stöhnens der Armen - jetzt steh ich auf“. Der rettende Gott und die Armen in Psalm 12, in: ThQ 193/3, 2013. S. 188-196., S. 189). Ganz untypisch kehrt also der Psalm nach seiner Bitte an Gott noch einmal zur Schilderung der schlimmen Situation zurück, was durch die Wiederholung des Begriffs „Menschenkinder“ aus dem Beginn des Psalms zusätzlich unterstrichen wird. Früher hat das viele Textkorrektur-Vorschläge veranlasst; definitiv am sinnvollsten Zorell 1929Zorell, Francisco S.J.: Zu Ps 12,9; 76,6, in: Bib 10/1, 1929. S. 100., S. 100: kerum [kerom] zullut („Schneide ab/vernichte [die] Gemeinheit!“). (Zurück zu v.9)
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