Psalm 149

Aus Die Offene Bibel

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Lesefassung (Psalm 149)

1Halleluja!


Singt ⸂unserm Herrn⸃ ein neues Lied,
Ja, singt sein Lob in der Gemeinde der Getreuen!
2 Israel soll sich über seinen Schöpfer freuen,
Jerusalem soll über seinen König jauchzen!
3Mit Tänzen sollen sie Ihn preisen,
Und Ihm mit Tamburin und Zither spielen.
4Oh, Wohlgefallen hat ⸂der Herr⸃ an seinem Volk,
Mit Sieg schmückt Er die Unterdrückten!


5 Jubilieren sollen die Getreuen über ihren mächt'gen Gott,
Ja, jubeln sollen sie auf ihren Lagern,
6Gotteslob soll sein in ihrem Mund,
Ein scharfes Schwert in ihrer Hand,
7 Damit er Rache an den Völkern nimmt,
Damit er die Nationen straft,
8Damit er ihre Herrscher bindet
Und ihre Adeligen kettet,
9Damit er Recht spricht, wie geschrieben steht -
Er ist der Mächtige seiner Getreuen!


Halleluja!

Anmerkungen

Studienfassung (Psalm 149)

1Halleluja (Preist Jah, Preist JHWHEmpfehlung zur Aussprache: mein Herr, der HERR, GOTT, °unser Gott°, °unser Herr°, die/der Eine, die/der Ewige, die/der Heilige, die/der Lebendige, Ich-bin-da, Adonaj, Ha-Schem, Ha-Makom, Schechina. Erläuterungen dazu gibt es auf der Seite JHWH.)!


Singt JHWHEmpfehlung zur Aussprache: mein Herr, der HERR, GOTT, °unser Gott°, °unser Herr°, die/der Eine, die/der Ewige, die/der Heilige, die/der Lebendige, Ich-bin-da, Adonaj, Ha-Schem, Ha-Makom, Schechina. Erläuterungen dazu gibt es auf der Seite JHWH. ein neues Lied,a
[singt]b seinen Lob(-preis, Ruhm) in der Gemeinde (Truppe)c der Getreuen (Frommen, Heiligen?)c
2Israel soll sich seines Schöpfersd freuen,
ob ihres Königs sollen Zion’s Söhne (Kinder) frohlocken(jubeln, jauchzen).
3Sie sollen seinen Namen (ihn)e preisen mit (imf) Tanz (Reigen, Isisklapper?g),
mit Tamburin und Zither sollen sie ihm spielen,
4 Denn (Ja!, damit?)h JHWHEmpfehlung zur Aussprache: mein Herr, der HERR, GOTT, °unser Gott°, °unser Herr°, die/der Eine, die/der Ewige, die/der Heilige, die/der Lebendige, Ich-bin-da, Adonaj, Ha-Schem, Ha-Makom, Schechina. Erläuterungen dazu gibt es auf der Seite JHWH. hat Wohlgefallen an seinem Volk,
die (seine)i Unterdrückten (Gebeugten, Niedrigen, Demütigen, Armen, Hilflosen, Duldern) schmückt (verherrlicht, krönt?)j er mit ([seinem])k Sieg (Heil, Rettung).


5Jauchzen sollen die Getreuen (Frommen, Heiligen (?))c ob [ihrer]l Herrlichkeit (Herrlichen, Mächtigen)l,
jubeln sollen sie auf ihren Lagernm,(-)n
6 Loblieder (-preisungen, Rühmungen) Gottes (auf Gott) [sollen sein]n in ihrer Kehle (ihrem Mund, singend)
Und (gleich einem, (und) das ist)o ein zweischneidiges (scharfes) Schwert [soll sein]n in ihrer Hand,(-)n
7 auf dass er Rache übe (zum Ausüben von Rache)p an den Völkern (Nationen),
und Strafgericht (Züchtigung)q an den Nationen (Völkern);
8 auf dass er binde (zum Binden)p ihre Könige (Herrscher) mit Fesseln (Handschellen),
und ihre Fürsten (Adeligen, Edlen, Beamten) mit eisernen Ketten (Fußketten);
9 auf dass er Gericht halte (spreche, zum Gericht-Halten, zum Halten von geschriebenen Recht)rp wie geschrieben [steht]s.
Er (Das)t ist (bringt)t Ehre (Herrlichkeit, Pracht, Ruhm, der Mächtige) seinen (für seine, seiner)t Getreuen (Frommen).


Halleluja (Preist Jah, Preist JHWHEmpfehlung zur Aussprache: mein Herr, der HERR, GOTT, °unser Gott°, °unser Herr°, die/der Eine, die/der Ewige, die/der Heilige, die/der Lebendige, Ich-bin-da, Adonaj, Ha-Schem, Ha-Makom, Schechina. Erläuterungen dazu gibt es auf der Seite JHWH.)!


Anmerkungen

aidiom. Ausdruck; vgl. z.B. auch Ps 33,3; 40,3; 96,1; 98,1; 144,9; Jes 42,10.
  1. In Psalmenkommentaren wird es üblicherweise dahingehend verstanden, dass Jahwe etwas „Neues“ getan habe und daher nun auch ein „neues Lied“ erforderlich würde (so z.B. Gunkel 1911Gunkel, Hermann:Ausgewählte Psalmen übersetzt und erklärt. Göttingen, 1911. online unter: http://goo.gl/1UpLFN, S. 277; Hossfeld/Zenger 2008Hossfeld, Frank-Lothar / Erich Zenger: Psalmen 101-150. Freiburg/Basel/Wien, 2008., S. 861; Waltner 2006Waltner, James H.: Believers Church Bible Commentary: Psalms. Scottdale/Waterloo, 2006., S. 709; Zenger 1987Zenger, Erich: Mit meinem Gott überspringe ich Mauern. Einführung ins Psalmenbuch. Freiburg i. Br./Basel/Wien, 1987., S. 53. So auch Midrasch Tehillim: „Der Heilige, geb. sei er! sprach: So wie ich alle neuen Dinge geschaffen habe, so möget auch ihr mir ein neues Lied anstimmen, wie es heisst: Singet dem Ewigen ein neues Lied.“ (Übers. Wünsche 1893, S. 250)).
  2. Anders Terrien, der entsprechend der üblichen Deutung des Psalms als „eschatologischen Hymnus“ auch den Ausdruck „ein neues Lied“ dahingehend versteht, dass er von der Zukunft handle (vgl. Terrien 2003Terrien, Samuel: The Psalms. Strophic Structure and Theological Commentary. Grand Rapids, 2003., S. 924; ähnlich auch Tomes 2007Tomes, Roger: Sing to the Lord a new Song, in: Bob Becking / Eric Peels: Psalms and Prayers. Boston/Leiden, 2007., S. 247).
  3. Wieder anders und wohl am sinnvollsten Gerstenberger 2001Gerstenberger, Erhard S.: Psalms. Part 2 and Lamentations. Grand Rapids/Cambridge, 2001., S. 452, der den Ausdruck bezieht auf „a characteristic kind of hymnic presentation“, was sich allein schon deshalb nahelegt, weil der Ausdruck „ein neues Lied singen“ überdurchschnittlich häufig, nämlich in vier der obigen sechs Stellen (Ps 33,3; 98,1; 144,9; 149,3), im Zhg. mit expliziten Anweisungen zum musikalischen Vortrag steht (vgl. Tomes 2007Tomes, Roger: Sing to the Lord a new Song, in: Bob Becking / Eric Peels: Psalms and Prayers. Boston/Leiden, 2007., S. 238f.). (Zurück zu v.1)
bתְהִלָתוֹ gelesen als zweites Objekt von שִירוּ; so schon Ewald; vgl. auch Ehrlich 1905Ehrlich, Arnold B.: Die Psalmen. Neu uebersetzt und erklaert. Berlin, 1905. onine unter: http://goo.gl/r9Wpjj, S. 391; Gerstenberger 2001Gerstenberger, Erhard S.: Psalms. Part 2 and Lamentations. Grand Rapids/Cambridge, 2001., S. 452. Eine Ergänzung von „erschalle“ o.Ä. (so Kurz für „Einheitsübersetzung“. 1980 erstmals als Gesamtausgabe erschienen. Heute noch vorgeschriebene Übersetzung für römisch-katholische Liturgie. Vom Stil her eine sog. „liturgische Übersetzung“: eher frei, eher verständlich; dennoch der Alltagssprache eher fern. „EÜ 16“ bezeichnet die 2016 erschienene Aktualisierung dieser Üs.; Herder; Kraus 1961b, S. 965; Nötscher 1959Nötscher, Friedrich: Die Psalmen. Würzburg, 4 1959., S. 290) ist ganz unnötig. (Zurück zu v.1)
cvgl. Hossfeld/Zenger 2008Hossfeld, Frank-Lothar / Erich Zenger: Psalmen 101-150. Freiburg/Basel/Wien, 2008., S. 855: „Das Wort קהל „Versammlung“ hat von seiner Verwendung her sowohl militärische (der Heerbann, das Aufgebot) wie kultische (Gemeinde) Konnotationen.“; daher der sekundäre Übersetzungsvorschlag „Truppe“.
Entsprechend wird dann auch das Chasidim (i.d.R.: „fromm“, auch: „loyal“) mit einem „militärischeren“ Begriff übertragen; meist eben „Getreue“ (so NeÜKurz für „Neue evangelistische Übersetzung“, eine 2010 erstmals als Vollbibel erschienene Übersetzung durch Karl-Heinz Vanheiden. Vanheiden konzipierte sie als Bibel, die „so leicht lesbar sein sollte wie eine Tageszeitung“, dennoch entfernt sie sich sehr selten zu weit vom Urtext. Bezeichnend ist ihr schöner Stil; v.a. in der biblischen Poesie., SLTKurz für „Schlachter“; gemeint ist damit die Revision von 1995-2004 der erstmals 1905 erschienenen Bibelübersetzung von Franz Eugen Schlachter. Die Schlachter-Bibel ist recht urtexttreu; Schlachter verstand es aber, dieses genaue Übersetzen mit einem herrlichen kräftig-würzigen Stil zu verbinden, so dass sich am Ende dennoch eine gut lesbare Bibel ergab., ZÜRKurz für „Zürcher Bibel“. Zurückgehend auf die Übersetzung Zwinglis, wurde sie erstmals 1907-1931 erneut übersetzt. Seit 2007 liegt sie in neuer Revision vor. Ihr Ziel ist die Verbindung von philologischer Genauigkeit und „geschmeidiger, gehobener Sprache“ - und das macht sie so gut, dass viele Exegeten sie als Referenzübersetzung in Aufsätzen und Kommentaren benutzen., Deissler 1989Deissler, Alfons: Die Psalmen. Düsseldorf, 6 1989., Hossfeld/Zenger 2008Hossfeld, Frank-Lothar / Erich Zenger: Psalmen 101-150. Freiburg/Basel/Wien, 2008., Zenger 1987Zenger, Erich: Mit meinem Gott überspringe ich Mauern. Einführung ins Psalmenbuch. Freiburg i. Br./Basel/Wien, 1987.), obwohl es auch von diesen dann i.d.R. als Ausdruck für die versammelte Kultusgemeinde verstanden wird. LUT84Kurz für „Lutherbibel 1984“, der Revision der Lutherbibel von 1984. Anpassung der ursprünglichen Lutherbibel an das zeitgenössische Deutsche, dennoch ist Luthers wundervoller Stil immer noch überall erkennbar., TAFKurz für „Tafelbibel“, die Bibelübersetzung von Leonhard und Ludwig Tafel. Sehr wörtliche Übersetzung; laut eigener Auskunft hatte Tafel allein im Alten Testament 40.000 Verbesserungen veranstaltet. Interessant, da hier häufiger auch seltenere Übersetzungsweisen gefunden werden können. und Goulder 1998Goulder, Michael D.: The Psalms of teh Return. Studies in the Psalter IV. Sheffield, 1998. haben „Heilige“, warum auch immer. (zu v.1 / zu v.5)
dPlural im Hebräischen; vermutl. pluralis majestatis (vgl. Dahood 1970Dahood, Mitchell, S.J.: Psalms III. 101-150. New York, 1970., S. 356; Hossfeld/Zenger 2008Hossfeld, Frank-Lothar / Erich Zenger: Psalmen 101-150. Freiburg/Basel/Wien, 2008., S. 855; Kraus 1961b, S. 965; ähnlich auch schon Paulus 1815, S. 594). Allerdings gibt es auch Exegeten, die die Existenz eines Hoheitsplural im Hebräischen ganz grundsätzlich anzweifeln. (Zurück zu v.2)
eDer „Name Gottes“ steht in der BibelDie Bibel ist das Buch über Gott. fast stets metonymisch für Gott selbst; man bezeichnet damit „Gott im Menschenmund“. Übersetze daher: „Sie sollen ihn preisen“. (Zurück zu v.3)
fhäufig wiedergegeben als beth locale - „im Tanz“. Allerdings ist das direkt darauf folgende בְתׁף וְכִנוֹר, ebenfalls mit der Präposition Beth, zu auffällig, als dass es hier je unterschiedlich gelesen und übersetzt werden dürfte. „Der Reigen war, wie die Musik dazu, Gottesdienst und gehörte somit zum Lobe JHVHes.“ (Ehrlich 1905Ehrlich, Arnold B.: Die Psalmen. Neu uebersetzt und erklaert. Berlin, 1905. onine unter: http://goo.gl/r9Wpjj, S. 392) Noch signifikanter ist es, wenn man die nächste Fußnote miteinbezieht. (Zurück zu v.3)
gzu מָחוֹל als Bezeichnung für ein Instrument vgl. Greswell 1873Greswell, Joana Julia: Grammatical Analysis of the Hebrew Psalter. Oxford, 1873. online unter: http://goo.gl/kkqGvd, S. 267 („Pfeife“); TURjüdische Übersetzung des ATs von 1935-59 durch Naftali Herz Tur-Sinai. Philologisch genaue Übersetzung eines großen Exegeten in eigenwilligem und kräftigem Sprachduktus. („Schalmei“); Zorell 1928Zorell, Francisco S.J.: Psalterium Ex Hebraeo Latinum. Rom, 1928., S. 259f („Isisklapper“) nach SyrKurz für „Syrisch“; Bezeichnung für die syrische Bibelübersetzung „Peschitta“ - „die Einfache“. Entstanden ab dem 1. Jh. n. Chr. („Zimbeln“); vgl. v.a. noch Ps 150,4. Vom Parallelismus her liegt das an beiden Stellen tatsächlich auch nah, aber s. Ps 30,12 (*„Du hast mein Klagen in Isisklappern verwandelt“); Klg 5,15 (*„Unsere Isisklappern haben sich in Klagen verwandelt“). (Zurück zu v.3)
hDas כִי ließe sich lesen
  1. als kausales כִי: „denn“; V. 4 wäre dann eine „gattungstypische hymnische Begründung“, mit der der Grund für eine Doxologie angegeben wird (so etwa Hossfeld/Zenger 2008Hossfeld, Frank-Lothar / Erich Zenger: Psalmen 101-150. Freiburg/Basel/Wien, 2008., S. 864; Kraus 1961b, S. 965 u.ö.) - allerdings dient die Formel „X preist Y, denn“ eigentlich standardmäßig als Dankesformel (=„X dankt Y für X“), nicht zur Begründung einer Doxologie (vgl. z.B. Lande 1949Lande, Irene: Formelhafte Wendungen der Umgangssprache im Alten Testament. Leiden, 1949., S. 106f.).
  2. Besser ist daher als emphatisches כִי zu deuten, das hier gattungstypisch die „hymnischen Affirmation“ einleitet (vgl. Gerstenberger 2001Gerstenberger, Erhard S.: Psalms. Part 2 and Lamentations. Grand Rapids/Cambridge, 2001., S. 454; ein gutes Beispiel findet sich in Ps 135,14): „Ja!“, „Oh“; im Deutschen dann aber besser auszusparen.
  3. Unter Umständen wäre außerdem möglich, das כִי hier final zu lesen. Diese Verwendung von כִי ist unsicher; vgl. aber HALOT zu 1Chr 21,18 (dagegen aber z.B. Schoors 1981Schoors, A.: The Particle כִי, in: B. Albrektson: „Remembering All the Way...“ A Collection of Old Testament Studies. Leiden, 1981., S. 255); dann auch Ps 17,6 (R-SKurz für „Rießler-Storr“, die Zusammenführung der AT-Übersetzung von Paul Rießler und der NT-Übersetzung von Rupert Storr. Auch bekannt als „Grünewald Bibel“. Häufig ungewöhnliche Übersetzung; z.B. ist biblische Lyrik durchgehend im jambischen Rhythmus übersetzt; z.B. hat Rießler Akrostycha tatsächlich als alphabetische Gedichte auch ins Deutsche übersetzt, usw.: „So rufe ich zu Dir, daß Du mich, Gott, erhörest! / Neige Dein Ohr zu mir! Auf meine Rede höre“); 25,15 (SLT51: „Meine Augen sind stets auf den Herrn gerichtet, daß er meinen Fuß aus dem Netz ziehe.“); 86,7 (R-SKurz für „Rießler-Storr“, die Zusammenführung der AT-Übersetzung von Paul Rießler und der NT-Übersetzung von Rupert Storr. Auch bekannt als „Grünewald Bibel“. Häufig ungewöhnliche Übersetzung; z.B. ist biblische Lyrik durchgehend im jambischen Rhythmus übersetzt; z.B. hat Rießler Akrostycha tatsächlich als alphabetische Gedichte auch ins Deutsche übersetzt, usw.: „In meiner Notzeit rufe ich zu Dir, daß Du mich hörest.“) u.ö.; so wohl auch das protosemitische Etymon k-; vgl. seine Kognate (-> EtymologieAls „Etymologie“ bezeichnet man die Wissenschaft von der Entstehung von Wörtern. Mehrere Sprachen einer „Sprachfamilie“ - z.B. Deutsch, Englisch, Niederländisch oder Hebräisch, Ugaritisch, Arabisch - gehen auf gemeinsame „Vorfahren“ zurück - in diesen Fällen Indogermanisch oder Protosemitisch. Stammt ein Wort X1 von einem „Wort-vorfahren“ x ab, nennt man dieses x das „Etymon“ von X1; die „Geschwister“ X2 und X3 von X1 in verwandten Sprachen, die vom selben Etymon abstammen, nennt man die „Kognate“ von X1. In der Bibelwissenschaft ist die Etymologie besonders deshalb hilfreich, weil ein Wort X1 oft in seiner Bedeutung mehr oder weniger mit den Bedeutungen seines Etymons x und seiner Kognate X2 und X3 übereinstimmt. Kennt man also nicht die genaue Bedeutung von X1, aber die Bedeutungen von X2 und X3, lassen sich über die Bedeutungen der Kognate Rückschlüsse auf die Bedeutung von X1 ziehen.) im Altsüdarabischen und Ugaritischen; s. z.B. das arabische Ag. XIV 41,22: „ich rufe euch, damit ihr antwortet.“ (Üs.: Reckendorf §277).
    Bes. im Zhg. mit der Deutung in FN p machte das Sinn, da so beide Teile des Psalms makellos parallel laufen würden. (Zurück zu v.4)
ievt. seine als double duty-Suffix (->BrachylogieEin erwartetes Satzglied wird ausgespart, da es im direkten Umfeld der betreffenden Stelle schon einmal gesetzt wurde und daher aus dem Kontext erschlossen werden kann. Besagtes Satzglied tut dann „double duty“ an beiden Stellen. Zu unterscheiden ist die Brachylogie von der Ellipse, in der ein Satzglied ausgespart wird, ohne im direkten Umfeld schon einmal gesetzt zu sein.) aus Sticho a zu ergänzen; so Ceresko 1986Ceresko, Anthony R.: Psalm 149: poetry, themes, and social function, in: Bib 67/2, 1986. S. 177-194., S. 180. Im Fokus steht in diesem Sticho aber wohl v.a. der Gegensatz, dass Gott gerade den „Gebeugten, Unterdrückten“ den Sieg verleiht - und nicht, dass er ihn seinen Unterdrückten verleiht. (Zurück zu v.4)
j„Krönen“ nach Kurz für „Einheitsübersetzung“. 1980 erstmals als Gesamtausgabe erschienen. Heute noch vorgeschriebene Übersetzung für römisch-katholische Liturgie. Vom Stil her eine sog. „liturgische Übersetzung“: eher frei, eher verständlich; dennoch der Alltagssprache eher fern. „EÜ 16“ bezeichnet die 2016 erschienene Aktualisierung dieser Üs., HERKurz für „Herder Bibel“; erstmals 1965 als Vollbibel erschienene Bibelübersetzung. Besonderheit: Der Bibeltext wurde der Reihe „Herders Bibelkommentar“ entnommen; dennoch ist sie stilistisch eher den „liturgischen Bibelübersetzungen“ zuzuordnen., MENKurz für „Menge Bibel“; entstanden zwischen 1900 und 1922. Dennoch auch heute noch gut lesbar und recht häufig empfohlen als Muster einer Übersetzung, der es gelingt, philologisch genau und dennoch kommunikativ zu übersetzen. Sprachlich merkt man ihr Alter allerdings deutlich., NLKurz für „Neues Leben“, eine sehr kommunikative Übersetzung, die erstmals 2006 als Vollbibel erschien., Christensen 2005.149Christensen, Duane L.: Psalm 149:1-9. Translation, Logoprosodic Analysis, and Observations. 2005. online unter: http://goo.gl/9yuQNA; Gunkel 1911Gunkel, Hermann:Ausgewählte Psalmen übersetzt und erklärt. Göttingen, 1911. online unter: http://goo.gl/1UpLFN; Kraus 1961b; Terrien 2003Terrien, Samuel: The Psalms. Strophic Structure and Theological Commentary. Grand Rapids, 2003.; ähnlich H-RKurz für „Henne-Rösch - Bibel“. Zusammenführung der AT-Übersetzung von Henne und Gräff und der NT-Übersetzung durch Rösch um 1935. Auch bekannt als „Paderborner Bibel“. Recht gutes Gleichgewicht von „wörtlich“ und „verständlich“. + Schmidt 1934Schmidt, Hans: Die Psalmen. Tübingen, 1934.: „kränzen“. Dieses „Krönen“/„Kränzen“ kommt wohl von der Zusammenlesung von פאר II und פְאֵר, was aber zweifelhaft ist (vgl. z.B. Ges18Gesenius, Wilhelm/H. Donner/R. D. Meyer: Hebräisches und Aramäisches Handwörterbuch über das Alte Testament. Berlin u.a, 1987-2012., S. 1035). (Zurück zu v.4)
k[seinem] evt. als double duty-Suffix (-> BrachylogieEin erwartetes Satzglied wird ausgespart, da es im direkten Umfeld der betreffenden Stelle schon einmal gesetzt wurde und daher aus dem Kontext erschlossen werden kann. Besagtes Satzglied tut dann „double duty“ an beiden Stellen. Zu unterscheiden ist die Brachylogie von der Ellipse, in der ein Satzglied ausgespart wird, ohne im direkten Umfeld schon einmal gesetzt zu sein.) von בְעַמוֹ zu ergänzen; vgl. FN t. (Zurück zu v.4)
lW. auf den ersten Blick: „Die Getreuen sollen über Herrlichkeit jauchzen“. Was dann mit dieser „Herrlichkeit“ gemeint ist, ist unklar. Besser daher: Ergänze [ihre] als double duty-Suffix (-> BrachylogieEin erwartetes Satzglied wird ausgespart, da es im direkten Umfeld der betreffenden Stelle schon einmal gesetzt wurde und daher aus dem Kontext erschlossen werden kann. Besagtes Satzglied tut dann „double duty“ an beiden Stellen. Zu unterscheiden ist die Brachylogie von der Ellipse, in der ein Satzglied ausgespart wird, ohne im direkten Umfeld schon einmal gesetzt zu sein.) aus מִשְכְבוֹתָם (so Dahood 1970Dahood, Mitchell, S.J.: Psalms III. 101-150. New York, 1970., S. 356); „Herrlichkeit“ ist hier (wie oft) ein Appelativ für JHWHEmpfehlung zur Aussprache: mein Herr, der HERR, GOTT, °unser Gott°, °unser Herr°, die/der Eine, die/der Ewige, die/der Heilige, die/der Lebendige, Ich-bin-da, Adonaj, Ha-Schem, Ha-Makom, Schechina. Erläuterungen dazu gibt es auf der Seite JHWH. (vgl. ebd; auch Boehmer 1903Boehmer, Julius: כָּבוׂד a Divine Name? A Note on Ps. cxlix. 5., in: ET 14/7, 1903. S. 334-336.; Ceresko 1986Ceresko, Anthony R.: Psalm 149: poetry, themes, and social function, in: Bib 67/2, 1986. S. 177-194.; Taylor 1903Taylor, C.: Further Notes on Psalm cxlix.5, in: ET 14/8, 1903. S. 382-384.; Zerr 1979Zerr, Bonaventure: The Psalms. A New Translation. New York, 1979.); hier vermutlich (wg. dem Kontext; s. Vv. 7-9) in der Bedeutung „Macht“ (vgl. FN k zu Ps 3,4; Brettler 1993Brettler, Marc: Images of YHWH as Warrior in the Psalms, in: Semeia 61. 1993. S. 135-165., S. 140). Übersetze also statt „Herrlichkeit“ besser „ihren Mächtigen“.
Alternativ - aber wesentlich unwahrscheinlicher - ließe sich dieses Suffix auch textkritisch im hebräischen Text ergänzen (so Gunkel 1911Gunkel, Hermann:Ausgewählte Psalmen übersetzt und erklärt. Göttingen, 1911. online unter: http://goo.gl/1UpLFN, S. 338) oder das Jod des auf כָבוֹד folgenden יְרַנְנוּ als Haplographie der Abkürzung 'י für den Gottesnamen JHWHEmpfehlung zur Aussprache: mein Herr, der HERR, GOTT, °unser Gott°, °unser Herr°, die/der Eine, die/der Ewige, die/der Heilige, die/der Lebendige, Ich-bin-da, Adonaj, Ha-Schem, Ha-Makom, Schechina. Erläuterungen dazu gibt es auf der Seite JHWH. lesen, also „die Herrlichkeit JHWHs“ (so König 1903König, Eduard: Further Notes on Psalm cxlix.5, in: ET 14/8, 1903. S. 382-384., S. 383; wohl auch Christensen 2005.149Christensen, Duane L.: Psalm 149:1-9. Translation, Logoprosodic Analysis, and Observations. 2005. online unter: http://goo.gl/9yuQNA, S. 1). (zu v.5)
mDie „Lager“ sind mysteriös. Am überzeugensten ist die Deutung von Ceresko 1986Ceresko, Anthony R.: Psalm 149: poetry, themes, and social function, in: Bib 67/2, 1986. S. 177-194., S. 186f.: Wg. der Parallelität von Vv. 1.5 sind die „Lager“ mit der „Gemeinde der Getreuen“ in V. 1 zu vergleichen; beides gemeinsam konstituiert dann einen MerismusRhetorische Figur: Ein Oberbegriff wird durch zwei Unterbegriffe umschrieben. Besonders häufig: Ausdruck einer Gesamtheit durch zwei gegensätzliche Begriffe. Bsp.: Ex 10,9: „Mose sprach: Wir wollen ziehen mit Jung und Alt, mit Söhnen und Töchtern, mit Schafen und Rindern; denn wir haben ein Fest JHWHs.“ mit der ungefähren Bedeutung „öffentlich und privat“. Alternativ wurde vorgeschlagen, die Lager stünden hier für
  • „Privat-Ruhelager“; d.h. für den Ort, an dem man seinen intimsten Gefühlen Ausdruck gibt (so z.B. Dahood 1970Dahood, Mitchell, S.J.: Psalms III. 101-150. New York, 1970.; Gerstenberger 2001Gerstenberger, Erhard S.: Psalms. Part 2 and Lamentations. Grand Rapids/Cambridge, 2001.; Waltner 2006Waltner, James H.: Believers Church Bible Commentary: Psalms. Scottdale/Waterloo, 2006.)
  • „Ruhelager von Kriegern“ (die sich des Nachts von ihrem Kampf erholen) (so z.B. Nötscher 1959Nötscher, Friedrich: Die Psalmen. Würzburg, 4 1959.; auch BBDie BasisBibel, eine freie und frische Übersetzung von NT und Psalmen, die gezielt auf die Verbreitung in den Neuen Medien hinkonzipiert wurde. Oft übersetzt sie recht interpretativ, beweist dabei aber auch häufig ein sehr glückliches Händchen. Definitiv einen Blick wert - und das Design ist auch noch toll. („Feldbetten“))
  • „Gebetsteppiche“ bzw. allgemein „Ort, wo man sich niederwirft/liegt“ (so z.B. Allen 1983Allen, Leslie C.: Psalms 101-150. Waco, 1983.; Deissler 1989Deissler, Alfons: Die Psalmen. Düsseldorf, 6 1989.; Zenger 1987Zenger, Erich: Mit meinem Gott überspringe ich Mauern. Einführung ins Psalmenbuch. Freiburg i. Br./Basel/Wien, 1987.)
  • „Gräber“ (so z.B. Füglister 1987Füglister, Norbert: Ein garstig Lied - Psalm 149, in: Herbert Haag / Frank-Lothar Hossfeld: Freude an der Weisung des Herrn. Beiträge zur Theologie der Psalmen. FS Heinrich Groß. Stuttgart, 2 1987.; Loretz 2002Loretz, Oswald: Psalmstudien: Kolometrie, Strophik und Theologie ausgewählter Psalmen. Berlin, 2002., S. 361).
  • Ebenfalls häufig vertreten wurde die Meinung, die „Lager“ stünden schlicht dafür, das etwas bis spät in die Nacht hinein / sehr lange / ohne Unterlass getan würde (so z.B. Alter 2007Alter, Robert: The Book of Psalms. A Translation with Commentary. New York, 2007.; Ehrlich 1905Ehrlich, Arnold B.: Die Psalmen. Neu uebersetzt und erklaert. Berlin, 1905. onine unter: http://goo.gl/r9Wpjj; Hossfeld/Zenger 2008Hossfeld, Frank-Lothar / Erich Zenger: Psalmen 101-150. Freiburg/Basel/Wien, 2008.; auch BBDie BasisBibel, eine freie und frische Übersetzung von NT und Psalmen, die gezielt auf die Verbreitung in den Neuen Medien hinkonzipiert wurde. Oft übersetzt sie recht interpretativ, beweist dabei aber auch häufig ein sehr glückliches Händchen. Definitiv einen Blick wert - und das Design ist auch noch toll.; GNKurz für „Gute Nachricht Bibel“; als Vollbibel erstmals 1978 erschienen. Erste deutsche kommunikative Vollbibel; außerdem erste einzige durchgehend ökumenische deutsche Bibelübersetzungen. Ihre Rolle für die Geschichte der deutschen Bibelübersetzung ist schwer zu überschätzen.; R-SKurz für „Rießler-Storr“, die Zusammenführung der AT-Übersetzung von Paul Rießler und der NT-Übersetzung von Rupert Storr. Auch bekannt als „Grünewald Bibel“. Häufig ungewöhnliche Übersetzung; z.B. ist biblische Lyrik durchgehend im jambischen Rhythmus übersetzt; z.B. hat Rießler Akrostycha tatsächlich als alphabetische Gedichte auch ins Deutsche übersetzt, usw.; HfAKurz für „Hoffnung für Alle“. Erstmals 1996 als Vollbibel erschienen. Das bisherige Höchstmaß an Kommunikativität auf dem Markt der deutschen Bibeln.; NET; NLKurz für „Neues Leben“, eine sehr kommunikative Übersetzung, die erstmals 2006 als Vollbibel erschien.). (Zurück zu v.5)
  • nV. 6 ist entweder (a) eine Explikation zu V. 5 („Jubeln sollen sie auf ihren Lagern - Loblieder auf Gott in ihrem Mund und ein zweischneidiges Schwert in ihrer Hand - ...“, d.h. „Sie sollen auf ihren Lagern jubeln und dabei Loblieder auf Gott in ihrem Mund und ein zweischneidiges Schwert in ihrer Hand haben“) oder steht (b) als verbloser Satz auf gleicher Ebene mit V. 5; ergänze dann je eine jussive Kopula in Vv. 6a.b. (b) ist vorzuziehen, denn wahrscheinlich sind die „Lager“ - gesetzt, man interpretiert nicht als „Feldbetten“ - ein eher untypischer Ort, um dort ein Schwert zu schwingen. (Zurück zu v.5 / zu v.6)
    oDas ו ließe sich auch lesen als Waw adaequationis (z.B. BBDie BasisBibel, eine freie und frische Übersetzung von NT und Psalmen, die gezielt auf die Verbreitung in den Neuen Medien hinkonzipiert wurde. Oft übersetzt sie recht interpretativ, beweist dabei aber auch häufig ein sehr glückliches Händchen. Definitiv einen Blick wert - und das Design ist auch noch toll., Zenger 1987Zenger, Erich: Mit meinem Gott überspringe ich Mauern. Einführung ins Psalmenbuch. Freiburg i. Br./Basel/Wien, 1987.) oder Waw explicativum (z.B. Tournay 1985Tournay, Raymond J. O.P.: Le Psaume 149 et la 'vengeance' de pauvres de YHWH, in: RB 92, 1985. S. 349-358.; dagegen aber Booij 2008Booij, Th.: Psalm 149,5: „They shout with joy on their couches“, in: Bib 89/1, 2008. S. 104-108. online unter: http://goo.gl/hdC511, S. 105; Vanoni 1991Vanoni, Gottfried: Zur Bedeutung der althebräischen Konjunktion w. Am Beispiel von Psalm 149,6, in: Walter Gross u.a.: Text, Methode und Grammatik. FS Wolfgang Richter. St. Ottilien, 1991.). Beides würde bedeuten, dass hier nicht tatsächlich von einem zweischneidigen Schwert die Rede ist, sondern dass die „Loblieder in ihrem Mund“ nur mit einem zweischneidigen Schwert verglichen werden. Theoretisch wäre das möglich; beides sind aber starke Minderheitenmeinungen. (Zurück zu v.6)
    pIn Vv. 7-9 folgen aufeinander drei mit ל+Inf. cstr. konstruierte Zweckangaben, die stets übersetzt werden als „zum x-en“: V. 7ab: Zum Ausüben von Rache und Züchtigung; Vv. 8ab: Zum Binden; V. 9a: Zum Gericht-Halten. Gedeutet werden sie dann so, dass die im Psalm Angesprochen das in Vv. 5-6 Genannte tun sollten, damit sie dann auch Rache und Züchtigung üben, Könige und Adelige binden und ein Gericht halten könnten (dazu, wie z.B. theoretisch in der Tat selbst das „Tanzen“ zum Sieg beitragen kann, vgl. z.B. Oesterley 1923, S. 158f). Der damit geschilderte Sachverhalt - der nämlich, dass die „Getreuen“ mit dem Schwert ein Strafgericht an den Völkern und Nationen verüben würden -, wäre jedoch so singulär in der BibelDie Bibel ist das Buch über Gott., dass etwa Leuenberger 2010Leuenberger, Martin: „... und ein zweischneidiges Schwert in ihrer Hand“. Beobachtungen zur theologiegeschichtlichen Verortung von Ps 149, in: Erich Zenger: The Composition of the Book of Psalms. Leuven, 2010. online unter: http://goo.gl/pbYIY6 bis ins Henoch-Buch hinein suchen muss, um Parallelen für diesen hier vermeintlich geschilderten Sachverhalt zu finden. Sonst ist das die Aufgabe JHWHs; auch נְקָמָה Rache ist etwas, das in der BibelDie Bibel ist das Buch über Gott. typischerweise JHWHEmpfehlung zur Aussprache: mein Herr, der HERR, GOTT, °unser Gott°, °unser Herr°, die/der Eine, die/der Ewige, die/der Heilige, die/der Lebendige, Ich-bin-da, Adonaj, Ha-Schem, Ha-Makom, Schechina. Erläuterungen dazu gibt es auf der Seite JHWH., dem „Gott der Rache“ (Ps 94,1) zugeordnet wird; vgl. Num 31,3; Ri 11,36; 1Sam 4,8; 2Sam 22,48; Ps 18,48; 79,10; Jer 11,20; 20,12; 46,10; 50,15.28; 51,11.36; Ez 25,14.17 (vgl. ähnlich Allen 1983Allen, Leslie C.: Psalms 101-150. Waco, 1983.).
    Sinnvoller daher: Der Inf. cstr. im Hebräischen ist apersonal, weshalb man sich den Aktanten der mit Inf. cstr. bezeichneten Handlung je aus dem Kontext erschließen muss. Für gewöhnlich führt er das Subjekt des vorangehenden finiten Verbs fort, kann aber ebenso gut Subjektwechsel einführen; s. z.B. Ri 3,4: „Und sie [=die anderen Länder] waren zum Versuchen Israel durch sie, zum Wissen ob sie die Gebote halten würden.“=„Die Nationen waren dazu da, damit er Israel durch sie versuchen könne, damit er wüsste, ob sie die Gebote halten würden.“; 1Kön 3,9: „So gib deinem Sklaven ein hörendes Herz zum Richten dein Volk, zum Unterscheiden von Gut und Böse...“=„Gib [du] deinem Sklaven ein hörendes Herz, damit er dein Volk richten könne und damit er unterscheiden könne zwischen Gut und Böse...“ u.ö. Einen solchen Subjektwechsel sollte man wohl auch hier annehmen (vgl. ebenso Allen 1983Allen, Leslie C.: Psalms 101-150. Waco, 1983.): Die im Psalm Angesprochenen sollen das in Vv. 5-6 genannte nicht tun, damit sie Rache und Züchtigung üben, Könige und Adelige binden und ein Gericht halten können - sondern damit JHWHEmpfehlung zur Aussprache: mein Herr, der HERR, GOTT, °unser Gott°, °unser Herr°, die/der Eine, die/der Ewige, die/der Heilige, die/der Lebendige, Ich-bin-da, Adonaj, Ha-Schem, Ha-Makom, Schechina. Erläuterungen dazu gibt es auf der Seite JHWH. das tut. Ps 149 verdichtet dann das in der BibelDie Bibel ist das Buch über Gott. häufige Motiv des JHWHEmpfehlung zur Aussprache: mein Herr, der HERR, GOTT, °unser Gott°, °unser Herr°, die/der Eine, die/der Ewige, die/der Heilige, die/der Lebendige, Ich-bin-da, Adonaj, Ha-Schem, Ha-Makom, Schechina. Erläuterungen dazu gibt es auf der Seite JHWH.-Kriegs (eindrückliche Beispiele z.B. in Ps 47,3-4; Jes 54,5b.14), das auch Hossfeld/Zenger 2008Hossfeld, Frank-Lothar / Erich Zenger: Psalmen 101-150. Freiburg/Basel/Wien, 2008. im Psalm verdichtet sehen:
    „Die [...] Kriegsmetaphorik des Psalms muss vom Konzept des sog. Heiligen Krieges bzw. des JHWHEmpfehlung zur Aussprache: mein Herr, der HERR, GOTT, °unser Gott°, °unser Herr°, die/der Eine, die/der Ewige, die/der Heilige, die/der Lebendige, Ich-bin-da, Adonaj, Ha-Schem, Ha-Makom, Schechina. Erläuterungen dazu gibt es auf der Seite JHWH.-Krieges verstanden werden. In diesem ist entscheidend, dass JHWHEmpfehlung zur Aussprache: mein Herr, der HERR, GOTT, °unser Gott°, °unser Herr°, die/der Eine, die/der Ewige, die/der Heilige, die/der Lebendige, Ich-bin-da, Adonaj, Ha-Schem, Ha-Makom, Schechina. Erläuterungen dazu gibt es auf der Seite JHWH. allein den Sieg herbeiführt, während Israel als bewaffnete Formation nur zuschauen soll (vgl. Ex 14,13f.) bzw. das Kriegsgeschrei ertönen lässt (vgl. Ri 6,21f.). In der Spätzeit des Alten Testaments genügt es, wie 2Chr 20,15-24 zeigt, dass das Volk sogar „nur“ Psalmen singt, damit die Feinde vernichtet werden. Dieses „Kriegsmodell“ ist offensichtlich in Ps 149 vorausgesetzt, wenn die Getreuen JHWHs mit dem Schwert in der Hand die Jubellieder auf JHWHEmpfehlung zur Aussprache: mein Herr, der HERR, GOTT, °unser Gott°, °unser Herr°, die/der Eine, die/der Ewige, die/der Heilige, die/der Lebendige, Ich-bin-da, Adonaj, Ha-Schem, Ha-Makom, Schechina. Erläuterungen dazu gibt es auf der Seite JHWH. singen sollen, um so das Strafgericht über die Feinde auszulösen.“
    Übersetze daher je: „auf das er X tue“. (Zurück zu v.7 / zu v.8 / zu v.9)
    qHossfeld/Zenger 2008Hossfeld, Frank-Lothar / Erich Zenger: Psalmen 101-150. Freiburg/Basel/Wien, 2008., S. 868 bestimmen תּוֹכֵחָה als einen „Begriff aus der Erziehung“ wie er in der Tat v.a. im Buch der Sprichwörter verwendet wird („Zurechtweisung“ + „Züchtigung“, vgl. Spr 1,23.25.30; 3,11; 5,12; 6,23; 10,17; 12,1; 13,18; 15,5.10.31f; 27,5; 29,1.15). Andere Stellen zeigen aber deutlich, dass das Wort ebenso gut auch für ein „strafendes Urteil“ und das „Strafgericht“ stehen kann (vgl. Ijob 13,6; 23,4 (wohl nicht „Verteidigungsrede“ oder „Beweis“; der Begriff bezeichnet Ijob's Anmaßung: nun rechtet er mit Gott)), das selbst zum Tod führen kann (vgl. Ps 39,12; Ez 25,17 (wie hier || נְקָמָה Rache); Hos 5,9). Das ist sehr sicher auch in diesem Kontext seine Bedeutung. (Zurück zu v.7)
    rÜbersetzungsalternativen nach Hossfeld/Zenger 2008Hossfeld, Frank-Lothar / Erich Zenger: Psalmen 101-150. Freiburg/Basel/Wien, 2008., S. 857. (Zurück zu v.9)
    sW.: „um an ihnen zu vollziehen geschriebenes Recht“; „wie geschrieben steht“ ist die Standard-Übersetzung. Der Sinn dieser Phrase ist unklar; vermutlich ist sie entsprechend der Wendung כַּכָּתוּב („wie geschrieben steht“) zu verstehen - einer Hinweisformel, mit der man sich in der BibelDie Bibel ist das Buch über Gott. standardmäßig auf bereits existente, normative Stellen aus der heiligen Schrift bezieht (vgl. Donner 1994Donner, Herbert: „Wie geschrieben steht“: Herkunft und Sinn einer Formel, in: Ders.: Aufsätze zum Alten Testament aus vier Jahrzehnten. Berlin, 1994., S. 234); hier also vermutlich sinngemäß: „wie prophezeit wurde“, „gemäß der Prophezeiungen“. (Zurück zu v.9)
    tDrei mögliche Deutungen lässt dieser VersEin Teil in einem Kapitel. zu.
    1. Die Mehrheitsdeutung: All das zuvor geschilderte, von den „Getreuen“ erreichte, bringt ihnen oder ist ihre Ehre/Ruhm; Übersetzung: „Das bringt seinen Getreuen Ruhm.“ o.Ä.; vgl. z.B. Gerstenberger 2001Gerstenberger, Erhard S.: Psalms. Part 2 and Lamentations. Grand Rapids/Cambridge, 2001., S. 455. - Das Problematische an dieser Deutung ist, dass damit gerade in einer Doxologie Gottes ein Motiv, das öfter im Zhg. mit Gott verwendet wird (vgl. z.B. Jes 2,10.19.21; s. auch THATJenni, Ernst/Claus Westermann: Theologisches Handwörterbuch zum Alten Testament. München - Zürich, 1971-9. I, S.471f.) hier sogar mit dem selben Vokabular auf seine „Getreuen“ übertragen würde. Vorzuziehen ist daher:
    2. „Er (=JHWHEmpfehlung zur Aussprache: mein Herr, der HERR, GOTT, °unser Gott°, °unser Herr°, die/der Eine, die/der Ewige, die/der Heilige, die/der Lebendige, Ich-bin-da, Adonaj, Ha-Schem, Ha-Makom, Schechina. Erläuterungen dazu gibt es auf der Seite JHWH.) ist ihr Mächtiger“; V. 9b greift dann noch einmal den Gedanken aus V.5a auf: JHWHEmpfehlung zur Aussprache: mein Herr, der HERR, GOTT, °unser Gott°, °unser Herr°, die/der Eine, die/der Ewige, die/der Heilige, die/der Lebendige, Ich-bin-da, Adonaj, Ha-Schem, Ha-Makom, Schechina. Erläuterungen dazu gibt es auf der Seite JHWH. ist der Mächtige seiner Getreuen. Ähnlich z.B. Bernfeld; B-R„Die Schrift“, übersetzt von Martin Buber und Franz Rosenzweig. Eine jüdische Übersetzung des Alten Testaments, die berühmt ist für ihre eigenwilligen Übersetzungsentscheidungen und ihren teilweise sehr gewagten Stil.; Hossfeld/Zenger 2008Hossfeld, Frank-Lothar / Erich Zenger: Psalmen 101-150. Freiburg/Basel/Wien, 2008., S. 855; RVmg; TURjüdische Übersetzung des ATs von 1935-59 durch Naftali Herz Tur-Sinai. Philologisch genaue Übersetzung eines großen Exegeten in eigenwilligem und kräftigem Sprachduktus.; ZunzBez. der jüdischen AT-Übersetzung von 1837, besorgt durch Leopold Zunz. Recht wörtlich und dennoch in gehobenen Stil; bisweilen wird sie daher immer noch von jüdischen Auslegern als Referenzübersetzung verwendet.; Zenger 1987Zenger, Erich: Mit meinem Gott überspringe ich Mauern. Einführung ins Psalmenbuch. Freiburg i. Br./Basel/Wien, 1987., S. 53.
    3. „Er (=JHWHEmpfehlung zur Aussprache: mein Herr, der HERR, GOTT, °unser Gott°, °unser Herr°, die/der Eine, die/der Ewige, die/der Heilige, die/der Lebendige, Ich-bin-da, Adonaj, Ha-Schem, Ha-Makom, Schechina. Erläuterungen dazu gibt es auf der Seite JHWH.) ist ihre Herrlichkeit“ i.S.v. „JHWHEmpfehlung zur Aussprache: mein Herr, der HERR, GOTT, °unser Gott°, °unser Herr°, die/der Eine, die/der Ewige, die/der Heilige, die/der Lebendige, Ich-bin-da, Adonaj, Ha-Schem, Ha-Makom, Schechina. Erläuterungen dazu gibt es auf der Seite JHWH. ist herrlich und an dieser Herrlichkeit haben auch seine Getreuen teil“; vgl. die (sehr freie) Übersetzung der BBDie BasisBibel, eine freie und frische Übersetzung von NT und Psalmen, die gezielt auf die Verbreitung in den Neuen Medien hinkonzipiert wurde. Oft übersetzt sie recht interpretativ, beweist dabei aber auch häufig ein sehr glückliches Händchen. Definitiv einen Blick wert - und das Design ist auch noch toll.: „So zeigt sich sein Glanz in der Welt. / Alle seine Frommen haben daran teil.“ Dieses Verständnis - dass an der Herrlichkeit JHWHEmpfehlung zur Aussprache: mein Herr, der HERR, GOTT, °unser Gott°, °unser Herr°, die/der Eine, die/der Ewige, die/der Heilige, die/der Lebendige, Ich-bin-da, Adonaj, Ha-Schem, Ha-Makom, Schechina. Erläuterungen dazu gibt es auf der Seite JHWH. auch die Menschen teilhaben - ist in der BibelDie Bibel ist das Buch über Gott. recht häufig, vgl. Ps 21,6; 45,4f; Spr 14,28; Klg 1,6; Ez 16,14; Mi 2,9; dazu und ad loc.Kurz für „ad locum“, „zur Stelle“: Die folgende Quellenangabe bezieht sich speziell auf die behandelte Bibelstelle. auch THATJenni, Ernst/Claus Westermann: Theologisches Handwörterbuch zum Alten Testament. München - Zürich, 1971-9. I, S. 472.
      V. 9 wäre so die Wiederholung gleichzeitig der Verse 4b und 5a, was gut zur Struktur des Psalmes passt. Noch besser klänge es mit VersEin Teil in einem Kapitel. 4b zusammen, wenn man auch dort (s. FN k) ein double duty-Suffix läße: Mit seinem Sieg verherrlicht JHWHEmpfehlung zur Aussprache: mein Herr, der HERR, GOTT, °unser Gott°, °unser Herr°, die/der Eine, die/der Ewige, die/der Heilige, die/der Lebendige, Ich-bin-da, Adonaj, Ha-Schem, Ha-Makom, Schechina. Erläuterungen dazu gibt es auf der Seite JHWH. (auch) seine Getreuen.
    Vorzuziehen ist hier aber wohl wg. dem Kontext (s. Vv. 7-9) Variante 2. (zu v.9)
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