Psalm 131

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Lesefassung (Psalm 131)

(kommt später)

Studienfassung (Psalm 131)

1 Ein Wallfahrtslied (Stufenlied, Reiselied)a. Von (für, über, nach Art von) David.

JHWHEmpfehlung zur Aussprache: mein Herr, der HERR, GOTT, °unser Gott°, °unser Herr°, die/der Eine, die/der Ewige, die/der Heilige, die/der Lebendige, Ich-bin-da, Adonaj, Ha-Schem, Ha-Makom, Schechina. Erläuterungen dazu gibt es auf der Seite JHWH.b, mein Herz (ich)c ist (war) nicht (nie) [mehr]d anmaßend (hochmütig, hybrid),
{und} meine Augen (ich)e sind (waren) nicht (nie) [mehr]d vermessen (stolz, hoffärtig, hoch erhoben)
{und} ich gehe (ging) nicht (nie) [mehr]d nach (gehe um mit, gehe in)f [für mich zu]g großen Zielen (Großem, großen Dingen)h
und für mich zu wunderbaren (für mich unmöglichen, zu schwierigen) Dingen.


2 Nein, nicht [mehr]d! Sondern (Gewiss, wenn nicht)i ich habe meine Seele (mich)j besänftigt (beschwichtigt) und beruhigt:
Wie ein entwöhntes Kind (ein Kleinkind, das Kleinkindk) auf (auf [dem Schoß], auf [den Schultern]) seiner Mutter (mir, seiner Mutterk),
Wie ein solchesl entwöhntes Kind (Kleinkind, wie das Kind, das auf mir ist,k) [ist] aufk mir meine Seelek.


3 Warte (hoffe)m [auch du]n, Israel, auf JHWHEmpfehlung zur Aussprache: mein Herr, der HERR, GOTT, °unser Gott°, °unser Herr°, die/der Eine, die/der Ewige, die/der Heilige, die/der Lebendige, Ich-bin-da, Adonaj, Ha-Schem, Ha-Makom, Schechina. Erläuterungen dazu gibt es auf der Seite JHWH. -
von nun an und für immer!

Anmerkungen

aÜbersetzung unsicher. Die wahrscheinlicheren Deutungen sind diese:
  1. מעלות wird abgeleitet von עלה gehen, reisen; ein שיר המעלות ist dann ein „Reise-“ oder „Heimkehrlied“, das die Israeliten bei ihrer Rückkehr aus dem Exil sangen.
  2. מעלות wird abgeleitet von von מעלה Stufe; ein שיר המעלות ist dann ein Prozessionslied, das gesungen wird, während man die Stufen hinaufzieht, die zum Tempelaltar führen.
  3. מעלות wird abgeleitet von עלה gehen, wallfahren; ein שיר המעלות ist dann ein „Wallfahrtslied“, das während der Prozession zum Jerusalemer Tempel gesungen wird. Dies ist die üblichste und wahrscheinlichste Deutung (z.B. Kraus 1961Kraus, Hans-Joachim: Psalmen. 1. Teilband. Neukirchen, 2 1961., S. XXI). (Zurück zu v.1)
bVokativ. JHWHEmpfehlung zur Aussprache: mein Herr, der HERR, GOTT, °unser Gott°, °unser Herr°, die/der Eine, die/der Ewige, die/der Heilige, die/der Lebendige, Ich-bin-da, Adonaj, Ha-Schem, Ha-Makom, Schechina. Erläuterungen dazu gibt es auf der Seite JHWH. lässt sich hier nicht mit „unser Gott/Herr“ übertragen, weil dies erstens bei einem „individuellen Vertrauenspsalm“ (Hossfeld/Zenger 2008Hossfeld, Frank-Lothar / Erich Zenger: Psalmen 101-150. Freiburg/Basel/Wien, 2008., S. 602) nicht sehr treffend wäre, weil vor allem aber zweitens Vokative sich im Deutschen nicht mit Pronomen konstruieren lassen (so z.B. KAROtto Karrers NT-Übersetzung von 1959. Früher recht verbreitete katholische Studienbibel. Recht wörtlich; dennoch immer noch gut lesbar.. zu Mt 6,9). Es ist also zu einer anderen Ersatzlösung zu greifen; s. unseren Übersetzungs-FAQ. (Zurück zu v.1)
cW. „Mein Herz ist“, aber übersetze „Ich bin“ (so auch HfAKurz für „Hoffnung für Alle“. Erstmals 1996 als Vollbibel erschienen. Das bisherige Höchstmaß an Kommunikativität auf dem Markt der deutschen Bibeln., GNKurz für „Gute Nachricht Bibel“; als Vollbibel erstmals 1978 erschienen. Erste deutsche kommunikative Vollbibel; außerdem erste einzige durchgehend ökumenische deutsche Bibelübersetzungen. Ihre Rolle für die Geschichte der deutschen Bibelübersetzung ist schwer zu überschätzen.): das „Herz“ ist in der BibelDie Bibel ist das Buch über Gott. häufig Wechselbegriff für das Ich; bes. in Zhgg., in denen dieses Ich als „fühlende, gestimmte Person“ vorgestellt wird (s. z.B. Wolff 1973Wolff, Hans Walter: Anthropologie des Alten Testaments. München, 1973., S. 74f). (Zurück zu v.1)
dIn V. 1 folgt dreimal aufeinander die Folge לׂא - Verb (Qatal). Möglich wäre daher je das Verständnis (a) „Ich bin nicht X“, (b) „Ich war nicht X“, (c) „Ich war nie X“.
(b) und (c) sind aber recht unwahrscheinlich: V. 2a berichtet davon, dass der Psalmist „seine Seele“ (s. dort) „beruhigt und besänftigt“ hat; und dies ist wohl darauf zu beziehen, dass er auf seine Stimmung derart Einfluss genommen hat, dass die drei Attribute in V. 1 nun nicht mehr auf ihn zutreffen (vgl. Botha 1998Botha, Philippus J.: To Honour Yahweh in the Face of Adversity: A socio-critical analysis of Psalm 131, in: Skrif en Kerk 19/3, 1998. S. 525-533. online unter: http://goo.gl/5yLuVx, S. 528; Deissler 1989Deissler, Alfons: Die Psalmen. Düsseldorf, 6 1989., S. 515; Delitzsch 1894Delitzsch, Friedrich: Biblischer Kommentar über die Psalmen. Leipzig, 5 1894., S. 760; Gunkel 1968Gunkel, Hermann: Die Psalmen. Übersetzt und erklärt. Göttingen, 5 1968., S. 563; Schmidt 1934Schmidt, Hans: Die Psalmen. Tübingen, 1934., S. 232 u.a.) - was gleichzeitig ja heißt, dass er früher durchaus derart war. Das sollte man hier dann auch besser mit einer Übersetzung als „nicht mehr - [Präsens]“ ausdrücklich machen (zu לׂא als „nicht mehr“ vgl. z.B. Gen 17,15 mit Gen 17,5). (zu v.1 / zu v.2)
e„Augen“ sind im hebräischen Sprachgebrauch Spiegel der Empfindungen (vgl. THATJenni, Ernst/Claus Westermann: Theologisches Handwörterbuch zum Alten Testament. München - Zürich, 1971-9. II, S. 264); die „vermessenen Augen“ stehen daher häufiger pars pro toto für den vermessenen Menschen selbst (s. z.B. Jes 2,11; Jes 10,12; Ps 18,28 u.ö.). Den Sinn trifft BBDie BasisBibel, eine freie und frische Übersetzung von NT und Psalmen, die gezielt auf die Verbreitung in den Neuen Medien hinkonzipiert wurde. Oft übersetzt sie recht interpretativ, beweist dabei aber auch häufig ein sehr glückliches Händchen. Definitiv einen Blick wert - und das Design ist auch noch toll.: „In meinen Augen liegt keine Überheblichkeit“. Übersetze auch hier: „Ich bin nicht mehr...“; so auch HfAKurz für „Hoffnung für Alle“. Erstmals 1996 als Vollbibel erschienen. Das bisherige Höchstmaß an Kommunikativität auf dem Markt der deutschen Bibeln., GNKurz für „Gute Nachricht Bibel“; als Vollbibel erstmals 1978 erschienen. Erste deutsche kommunikative Vollbibel; außerdem erste einzige durchgehend ökumenische deutsche Bibelübersetzungen. Ihre Rolle für die Geschichte der deutschen Bibelübersetzung ist schwer zu überschätzen.. (Zurück zu v.1)
f(a) W. „ich gehe nicht in Dingen...“; so listen auch die meisten Lexika. (b) Fast alle Ausleger aber deuten als „umgehen mit“ (vgl. auch KBL3Koehler, Ludwig/Walter Baumgartner: Hebräisches und aramäisches Lexikon zum Alten Testament. Leiden, 1967-1990., S. 237; KönKönig, Eduard: Hebräisches und aramäisches Wörterbuch zum Alten Testament. Leipzig, 1922., S. 79; noch Botha 1998Botha, Philippus J.: To Honour Yahweh in the Face of Adversity: A socio-critical analysis of Psalm 131, in: Skrif en Kerk 19/3, 1998. S. 525-533. online unter: http://goo.gl/5yLuVx, S. 528). (c) Einige Exegeten und Üss. deuten außerdem als „trachten/streben nach“, was zwar genau so gut als sekundäre Bedeutung von „gehen“ denkbar wäre, dann aber überhaupt kein Fundament mehr in den gängigen Lexika hätte. So aber Alter 2007Alter, Robert: The Book of Psalms. A Translation with Commentary. New York, 2007.; BigSKurz für „Bibel in gerechter Sprache“, eine neue Bibelübersetzung, die sich in ihrem Übersetzungsprofil von einem vierfachen Verständnis von „Gerechtigkeit“ leiten lässt: 1. Der Text soll in seiner Fremdheit anerkannt und diese Fremdheit auch in der Übersetzung nicht verschleiert werden; 2. Die Übersetzung soll besonders geschlechtergerecht sein; 3. Übersetzung des NT in Kontinuität mit dem AT; 4. Übersetzung von Schlüsselbegriffen nicht durch die traditionelle „bibeldeutsche“ Übersetzung, sondern so, dass „die ursprüngliche Bedeutung wieder offengelegt“ wird.; FENZFenz, Augustinus Kurt: Das Gebet der Jahrtausende. Aktualisierte Psalmenübersetzung für die Praxis. Aus dem hebräischen Text neu formuliert. Leipzig, 1998. - Eine aktualisierende Psalmenübersetzung, die „den Text zum Leuchten“ bringen will, indem sie z.B. „heutige Sprachbilder an die Stelle fremdartiger, erklärungsbedürftiger Bilder“ setzt und diese in „angemessener Sprache“ formuliert.; Gerstenberger 1972Gerstenberger, Erhard S. u.a.: Psalmen in der Sprache unserer Zeit. Der Psalter und die Klagelieder eingeleitet, übersetzt und erklärt von E. Gerstenberger, K. Jutzler und H. J. Boecker. Neukirchen-Vluyn, 1972.; GRAILRevised Grail Psalter, eine speziell für das Stundengebet angefertigte liturgische Psalmenübersetzung. Philologisch exzellent und in gut singbarem Sprachrhythmus formuliert.; HER05Kurz für „revidierte Herder Bibel“, einer Revision der Herderbibel von 2005 durch Johannes Franzkowiak. Stilistisch eher den „liturgischen Bibelübersetzungen“ zuzuordnen.; Kittel 1914Kittel, Rudolf: Die Psalmen. Leipzig, 1914.; Kraus 1961b; NGÜNT- und Psalmenübersetzung der Genfer Bibelgesellschaft 2000-2011. Eine vorbildliche Verknüpfung von philologischer Genauigkeit und kommunikativer Flüssigkeit.; STADDie freie jüdische Psalmenübersetzung von Alisa Stadler, der „jüdischen Psalmsängerin unserer Tage“ (Schalom ben Chorin). Eher für Psalmenliebhaber und als Inspiration für die Übertragung der LF interessant als für Exegese und Übersetzungsvergleich; noch mehr aber für Bibliophile: Ein ganz wundervoll gestaltetes Buch..
(a) ist keine Alternative, da sinnlos; von Sinn her passt am Besten (c); am meisten Rückhalt hat (b). Trotz des geringeren Rückhalts sollte man in der LF (c) wählen. (Zurück zu v.1)
gמִמֶּֽנִּי zu ... für mich ließe sich (a) nur auf Sticho 1d beziehen, dann „Ich strebe nicht nach großen Zielen / und nach Dingen, die mir zu wunderbar sind“ oder (b) auf Sticho 1c + 1d, dann „Ich strebe nicht nach Zielen, die mir zu groß / und Dingen, die mir zu wunderbar sind.“ Beide Alternativen sind hier gleich wahrscheinlich. (Zurück zu v.1)
hW. „Großem“/„großen Dingen“; doch übersetze „große Ziele“ (so Deissler 1989Deissler, Alfons: Die Psalmen. Düsseldorf, 6 1989., S. 514; ähnlich FENZFenz, Augustinus Kurt: Das Gebet der Jahrtausende. Aktualisierte Psalmenübersetzung für die Praxis. Aus dem hebräischen Text neu formuliert. Leipzig, 1998. - Eine aktualisierende Psalmenübersetzung, die „den Text zum Leuchten“ bringen will, indem sie z.B. „heutige Sprachbilder an die Stelle fremdartiger, erklärungsbedürftiger Bilder“ setzt und diese in „angemessener Sprache“ formuliert.: „unerreichbare Ziele“; Gunkel 1968Gunkel, Hermann: Die Psalmen. Übersetzt und erklärt. Göttingen, 5 1968., S. 563: „große Wünsche“; Kraus 1961b, S. 874; NGÜNT- und Psalmenübersetzung der Genfer Bibelgesellschaft 2000-2011. Eine vorbildliche Verknüpfung von philologischer Genauigkeit und kommunikativer Flüssigkeit.: „hohe Ziele“; GNKurz für „Gute Nachricht Bibel“; als Vollbibel erstmals 1978 erschienen. Erste deutsche kommunikative Vollbibel; außerdem erste einzige durchgehend ökumenische deutsche Bibelübersetzungen. Ihre Rolle für die Geschichte der deutschen Bibelübersetzung ist schwer zu überschätzen.: „weit gesteckte Ziele“). In vielen Lexika wird das nicht gelistet; es ist aber schon dann impliziert, wenn zuvor für הלך die Übersetzung „streben“ gewählt wird (s. vorletzte FN). Vgl. außerdem Jer 45,5. (Zurück zu v.1)
i(a) Nein, nicht mehr! Sondern... übersetzt die Konstruktion אם לא (eigentlich: „vielmehr, sondern“). Die Verneinungsreihe „nicht mehr... und nicht mehr... und nicht mehr... Nein, nicht mehr!“ (לא ... ולא ... ולא ... אם לא) erreicht hier ihren Höhepunkt (vgl. Beyerlin 1982Beyerlin, Walter: Wider die Hybris des Geistes. Studien zum 131. Psalm. Stuttgart, 1982., S. 35; Goldingay 2008Goldingay, John: Psalms. Volume 3: Psalms 90-150. Grand Rapids, 2008., s. 536; Hossfeld/Zenger 2008Hossfeld, Frank-Lothar / Erich Zenger: Psalmen 101-150. Freiburg/Basel/Wien, 2008., S. 600); das „Nein, nicht mehr!“ soll das nachbilden. Gut auch de Boer 1966de Boer, P.A.H.: Psalm cxxxi 2, in: VT 16,3. S. 287-292.; Labuschagne 2007Labuschagne, Casper J.: The Metaphor of the So-Called 'Weaned Child' in Psalm cxxxi, in: VT 57/1, 2007. S. 114-118.: „On the contrary!“; Gerstenberger 1972Gerstenberger, Erhard S. u.a.: Psalmen in der Sprache unserer Zeit. Der Psalter und die Klagelieder eingeleitet, übersetzt und erklärt von E. Gerstenberger, K. Jutzler und H. J. Boecker. Neukirchen-Vluyn, 1972.: „Im Gegenteil!“; Terrien 2003Terrien, Samuel: The Psalms. Strophic Structure and Theological Commentary. Grand Rapids, 2003.: „Far from this!“. (b) Einige Exegeten übersetzen auch sprachlich korrekt mit „Wahrlich, gewiß“, was aber nicht gut zur Sinnlinie des Psalm passt. Bedenkenswerter: (c) Gerstenberger 2001Gerstenberger, Erhard S.: Psalms. Part 2 and Lamentations. Grand Rapids/Cambridge, 2001. und schon Stevens 1895Stevens, Daniel G. Jr.: A Critical Commentary on the Songs of the Return with a Historical Introduction and Indexes, in: Heb 11/1-2, 1895. S. 1-100. online unter: http://goo.gl/GZekSb halten V. 2a für die Protasis einer Selbstbedrohung mit unausgedrückter Apodosis („Wenn ich meine Seele nicht beruhigt habe, [dann soll...]). Dennoch, vorzuziehen ist deutlich (a). (Zurück zu v.2)
jEbenso wie das „Herz“ in V. 1 ist die „Seele“ in V. 2 im Hebräischen ein häufiger Wechselbegriff für den Menschen selbst; bes., wenn dieser als „begehrender Mensch“ dargestellt wird (vgl. Wolff 1973Wolff, Hans Walter: Anthropologie des Alten Testaments. München, 1973., S. 25-27 („begierige Bedürftigkeit)). Übersetze daher auch hier durchaus „Ich habe...“; so auch NLKurz für „Neues Leben“, eine sehr kommunikative Übersetzung, die erstmals 2006 als Vollbibel erschien..
Die Aussage, dass der Psalmist „seine Seele besänftigt und beruhigt“ habe, meint also nicht mehr, als dass er die Oberhand über sein Begehren gelernt hat: Der Psalmist hat Demut und Bescheidenheit gelernt. Vgl. gut Schmidt 1934Schmidt, Hans: Die Psalmen. Tübingen, 1934., S. 232: „Dieses stille Gebet hat ein heißblütiger Mensch geschrieben. Es gab einmal eine Zeit, da war sein Herz voll Unruhe, voll starker Wünsche. Da konnte er kein Glück sehen, das er nicht beneidet und begehrt, da gab es keinen Aufstieg, zu dem er sich nicht stark gefühlt hätte. Das ist nun anders. Er hat sich bescheiden gelernt. Er hat sein Herz „beruhigt“.“ Schön übersetzt Terrien 2003Terrien, Samuel: The Psalms. Strophic Structure and Theological Commentary. Grand Rapids, 2003.: „Far from this! My desires are moderate and quiet.“ (Zurück zu v.2)
kV. 2 wird in der Exegese stark diskutiert; häufiger als Deutungen vorgeschlagen wurden:
  • (a) „Wie ein Entwöhntes auf seiner Mutter, / wie das Entwöhnte ist meine Seele auf/in mir.“ (die traditionelle Deutung)
  • (b) „Wie ein Entwöhntes auf seiner Mutter, / wie das Entwöhnte auf mir ist meine Seele“ (die aktuelle Mehrheitsmeinung*)
    • (b') „Wie ein Entwöhntes auf mir, seiner Mutter, / wie das Entwöhnte auf mir ist meine Seele“ (Knowles 2006Knowles, Molody D.: A Woman at Prayer: A Critical Note on Psalm 131:2b, in: JBL 125/2, 2006. S. 385-389. - mit einer leichten Umpunktierung)
    • (b'') „Wie das Entwöhnte auf mir, seiner Mutter, / wie das Entwöhnte auf mir ist meine Seele“ (Strawn 2012Strawn, Brent A.: A Woman at Prayer and Arguments „from Parallelism“, in: ZAW 124/1, 2012. S. 421-426. - mit zwei leichten Umpunktierungen)
  • (c) „Wie ein entwöhntes Kind auf seiner Mutter, so ist entwöhnt meine Seele“ (BHSBiblica Hebraica Stuttgartensia („prp“); ALBLudwig Albrechts Übersetzung des NTs und der Psalmen von 1920/1927. Eine wörtliche, aber flüssig zu lesende Übertragung.; Kurz für „Einheitsübersetzung“. 1980 erstmals als Gesamtausgabe erschienen. Heute noch vorgeschriebene Übersetzung für römisch-katholische Liturgie. Vom Stil her eine sog. „liturgische Übersetzung“: eher frei, eher verständlich; dennoch der Alltagssprache eher fern. „EÜ 16“ bezeichnet die 2016 erschienene Aktualisierung dieser Üs.; Gunkel 1968Gunkel, Hermann: Die Psalmen. Übersetzt und erklärt. Göttingen, 5 1968.; H-RKurz für „Henne-Rösch - Bibel“. Zusammenführung der AT-Übersetzung von Henne und Gräff und der NT-Übersetzung durch Rösch um 1935. Auch bekannt als „Paderborner Bibel“. Recht gutes Gleichgewicht von „wörtlich“ und „verständlich“.; Kittel 1914Kittel, Rudolf: Die Psalmen. Leipzig, 1914.; Kraus 1961b; MENKurz für „Menge Bibel“; entstanden zwischen 1900 und 1922. Dennoch auch heute noch gut lesbar und recht häufig empfohlen als Muster einer Übersetzung, der es gelingt, philologisch genau und dennoch kommunikativ zu übersetzen. Sprachlich merkt man ihr Alter allerdings deutlich.; Mowinckel 1921Mowinckel, Sigmund: Psalmenstudien I. Awän und die individuellen Klagepsalmen. Kristiania, 1921. online unter: http://goo.gl/u3PkMz; MÜNKurz für „Münsterschwarzacher Psalter“, eine liturgische Übersetzung der Psalmen aus dem Benediktinerkloster Münsterschwarzach. Schön zu lesen; philologisch erstklassig, dafür aber recht weit entfernt von Alltagssprache.; NGÜNT- und Psalmenübersetzung der Genfer Bibelgesellschaft 2000-2011. Eine vorbildliche Verknüpfung von philologischer Genauigkeit und kommunikativer Flüssigkeit.; Nötscher 1959Nötscher, Friedrich: Die Psalmen. Würzburg, 4 1959.; PATKurz für „Pattloch Bibel“; Bezeichnung für die Übersetzung durch Vinzenz Hamp, Meinrad Stenzel und Josef Kürzinger - drei exegetischen Schwergewichtern - von 1955. Völlig zu Unrecht so unbekannt: Gutes Gleichgewicht von Wörtlichkeit und Lesbarkeit. Hamp schreibt zum Profil: „Unsere Ausgabe bietet eine ungekürzte Übertragung aus den Grundtexten, de einerseits möglichst getreu den Sinn der Verfasser zu treffen sucht, andererseits einen verständlichen und flüssigen deutschen Stil anstrebt. Veraltete und ungebräuchlich gewordene Ausdrücke, die in den Bibelübersetzungen oft lange Zeit mitgeschleppt werden, wurden durch neue ersetzt.“; Schmidt 1934Schmidt, Hans: Die Psalmen. Tübingen, 1934.; STADDie freie jüdische Psalmenübersetzung von Alisa Stadler, der „jüdischen Psalmsängerin unserer Tage“ (Schalom ben Chorin). Eher für Psalmenliebhaber und als Inspiration für die Übertragung der LF interessant als für Exegese und Übersetzungsvergleich; noch mehr aber für Bibliophile: Ein ganz wundervoll gestaltetes Buch.; TAFKurz für „Tafelbibel“, die Bibelübersetzung von Leonhard und Ludwig Tafel. Sehr wörtliche Übersetzung; laut eigener Auskunft hatte Tafel allein im Alten Testament 40.000 Verbesserungen veranstaltet. Interessant, da hier häufiger auch seltenere Übersetzungsweisen gefunden werden können.; Weiser 1966Weiser, Arthur: Die Psalmen. Göttingen, 7 1966.; ähnlich Kissane 1954Kissane, Edward J.: The Book of Psalms. Translated from a Critically Revised Hebrew Text. Vol. II. Dublin, 1954.)
  • (d) „Wie ein entwöhntes Kind auf seiner Mutter, wie ein entwöhntes Kind auf JHWHEmpfehlung zur Aussprache: mein Herr, der HERR, GOTT, °unser Gott°, °unser Herr°, die/der Eine, die/der Ewige, die/der Heilige, die/der Lebendige, Ich-bin-da, Adonaj, Ha-Schem, Ha-Makom, Schechina. Erläuterungen dazu gibt es auf der Seite JHWH. ist meine Seele“ (Herkenne 1936Herkenne, Heinrich: Das Buch der Psalmen. Bonn/Hanstein, 1936.; vgl. auch Zorell 1928Zorell, Francisco S.J.: Psalterium Ex Hebraeo Latinum. Rom, 1928.; ähnlich Dahood 1970Dahood, Mitchell, S.J.: Psalms III. 101-150. New York, 1970.)

Für weitere Sondermeinungen mit nicht mehr als einem oder zwei Vertretern siehe Beyerlin 1982Beyerlin, Walter: Wider die Hybris des Geistes. Studien zum 131. Psalm. Stuttgart, 1982.; Briggs 1907Briggs, Charles A./Emilie G. Briggs: A Critical and Exegetical Commentary on the Book of Psalms; Vol. II. New York, 1907.; Buttenwieser 1938Buttenwieser, Moses: The Psalms. Chronologically Treated with a New Translation. Chicago, 1938. online unter: http://goo.gl/bpgnjM; de Boer 1966de Boer, P.A.H.: Psalm cxxxi 2, in: VT 16,3. S. 287-292.; Ehrlich 1905Ehrlich, Arnold B.: Die Psalmen. Neu uebersetzt und erklaert. Berlin, 1905. onine unter: http://goo.gl/r9Wpjj; Goldingay 2008Goldingay, John: Psalms. Volume 3: Psalms 90-150. Grand Rapids, 2008.; Robinson 1998Robinson, Bernard P.: Form and Meaning in Psalm 131, in: Bib 79/2. S. 180-197. online unter: http://goo.gl/zbJU6l.
Entgegen der aktuellen Mehrheitsmeinung (b) sollte man sich hier der traditionellen Deutung (a) anschließen:
Die Vorstellung hinter Deutung (b) ist diese: Der Psalmist ist eine Frau, die mit ihrem Kind auf den Schultern (für eine grafische Darstellung s. Labuschagne 2012, S. 3; noch ANEP, Nr. 49; Hossfeld/Zenger 2008Hossfeld, Frank-Lothar / Erich Zenger: Psalmen 101-150. Freiburg/Basel/Wien, 2008., S. 607) an der Prozession nach Jerusalem teilnimmt und ihren geistigen Zustand mit dem Kind auf ihren Schultern vergleicht. Als Argumente für diese Deutung werden dann i.d.R. angeführt: (1) die parallele Wortfolge von 2c und 2d und (2) die Tatsache, dass in 2cd ein „sich steigernder Doppelvergleich“ vorliegt. Das greift nicht: (1) Die Wortfolge in 2c und 2d ist sowohl bei Deutung (a) als auch bei Deutung (b) parallel (Im Hebräischen heißt es ja nach wie vor „Wie ein Kind auf seiner Mutter, / wie das Kind auf mir meine Seele“; die Hinzufügung von „ist“ ist ja nur im Deutschen nötig und darf deshalb bei der Beurteilung der Parallelität nicht berücksichtigt werden.) Außerdem ist „exakter Parallelismus“ ein Argument, das sich spätestens seit Barr 1987Barr, James: Comparative Philology and the Text of the Old Testament. Oxford, 1987. nicht mehr gut anwenden lässt (so ad loc.Kurz für „ad locum“, „zur Stelle“: Die folgende Quellenangabe bezieht sich speziell auf die behandelte Bibelstelle. auch Strawn 2012Strawn, Brent A.: A Woman at Prayer and Arguments „from Parallelism“, in: ZAW 124/1, 2012. S. 421-426., S. 423-25). (2) Ein „Doppelvergleich“ ist ebenso Deutung (a); ein „sich steigernder Doppelvergleich“ wäre es überhaupt erst nach Deutung (b) und nicht einmal dort wirklich (die Determination eines Satzgliedes ist doch wohl keine „Steigerung“); dies lässt sich also schwerlich als Argument anführen. (3) Vor allem ist schwer glaublich, dass gerade für diese Sammlung - die, egal wie „Wallfahrtslied“ nun genau gedeutet werden muss (s. FN a), auf jeden Fall von vielen Pilgern singbar sein musste - ein Psalm gedichtet worden sei, der nur für einen so geringen Bruchteil der Pilger singbar wäre - nämlich nur für Pilger, die (1) Kinder dabei haben, deren Kinder (2) gerade auf ihren Schultern sitzen und deren Kinder (3) gerade zufällig mal zufrieden sind - oder, noch seltener: gerade gestillt, oder, noch seltener: gerade entwöhnt wurden (so auch Robinson 1998Robinson, Bernard P.: Form and Meaning in Psalm 131, in: Bib 79/2. S. 180-197. online unter: http://goo.gl/zbJU6l, S. 189).
Man sollte sich daher doch besser Deutung (a) anschließen, die durchaus nicht so problematisch ist, wie das Vertreter von Deutung (b) gern darstellen: נפש meint, wie gesagt, häufig die Empfindungen eines Menschen, bes. dessen Begehren (THATJenni, Ernst/Claus Westermann: Theologisches Handwörterbuch zum Alten Testament. München - Zürich, 1971-9. II, S. 75-80; Wolff 1973Wolff, Hans Walter: Anthropologie des Alten Testaments. München, 1973., S. 33). Und die Präposition על gibt ja nicht nur lokative Relationen an, sondern kann z.B. (oft) auch angeben, dass solche Empfindungen „auf einem“ sind, d.h. von jemandem empfunden werden (s. z.B. Ges18Gesenius, Wilhelm/H. Donner/R. D. Meyer: Hebräisches und Aramäisches Handwörterbuch über das Alte Testament. Berlin u.a, 1987-2012., S. 963). „Wie ein entwöhntes Kind ist meine Seele auf mir“ meint also einfach „Ich fühle mich im Hinblick auf mein Begehren wie ein entwöhntes Kind“, also „Ich habe Selbstbescheidung gelernt“. So wohl auch Terrien 2003Terrien, Samuel: The Psalms. Strophic Structure and Theological Commentary. Grand Rapids, 2003.: „My desires are like those of an infant“. Das ist ja auch die Bedeutung, die Vertreter von Deutung (b) aus dem Satz herauslesen; Deutung (a) hat aber nicht die obige Schwierigkeit (3) und ist daher recht sicher vorzuziehen.
Gelegentlich wurde eingewandt, dass dann aber ja die Präposition על in beiden Stichos unterschiedlich verwendet würde. Dabei steht im ersten Sticho gar nicht על, sondern עֲלֵי, eine poetische Nebenform von על - im zweiten Sticho dagegen wird „gewöhnliches“ על verwendet. Eine unterschiedliche Verwendung wäre nicht etwa problematisch, sondern würde diese beiden unterschiedlichen Formen überhaupt erst erklären.
Deutung (c) basiert auf einer Emendierung: das zweite כגמל wird emendiert zu תגמל; Deutung (d) versteht das Jod in עָלַי als Abkürzung von JHWHEmpfehlung zur Aussprache: mein Herr, der HERR, GOTT, °unser Gott°, °unser Herr°, die/der Eine, die/der Ewige, die/der Heilige, die/der Lebendige, Ich-bin-da, Adonaj, Ha-Schem, Ha-Makom, Schechina. Erläuterungen dazu gibt es auf der Seite JHWH.. Beides ist unnötig.

* Hossfeld/Zenger 2008Hossfeld, Frank-Lothar / Erich Zenger: Psalmen 101-150. Freiburg/Basel/Wien, 2008., S. 599 geben diese Deutung noch als Minderheitenmeinung aus; aber mittlerweile wird sie vertreten von Allen 1983Allen, Leslie C.: Psalms 101-150. Waco, 1983.; BBDie BasisBibel, eine freie und frische Übersetzung von NT und Psalmen, die gezielt auf die Verbreitung in den Neuen Medien hinkonzipiert wurde. Oft übersetzt sie recht interpretativ, beweist dabei aber auch häufig ein sehr glückliches Händchen. Definitiv einen Blick wert - und das Design ist auch noch toll.; Brueggemann/Bellinger 2014Brueggemann, Walter / William H. Bellinger Jr.: Psalms. New York, 2014.; Christensen 2005.131Christensen, Duane L.: Psalm 131:1-3. Translation, Logoprosodic Analysis, and Observations. 2005. online unter: http://goo.gl/LBQSwd; Crow 1996Crow, Loren D.: The Songs of Ascents. Their place in Israelite history and religion. Michigan, 1996.; Hossfeld/Zenger 2008Hossfeld, Frank-Lothar / Erich Zenger: Psalmen 101-150. Freiburg/Basel/Wien, 2008.; Labuschagne 2007Labuschagne, Casper J.: The Metaphor of the So-Called 'Weaned Child' in Psalm cxxxi, in: VT 57/1, 2007. S. 114-118.; Labuschagne 2012.131Labuschagne, Casper J.: Psalm 131 - Logotechnical Analysis. online unter: http://goo.gl/NcsyFB; Limburg 2000Limburg, James: Psalms. Louisville, 2000.; Miller 1993Miller, Patrick D.: Things Too Wonderful. Prayers of Women in the Old Testament, in: Georg Braulik u.a.: Biblische Theologie und gesellschaftlicher Wandel. FS Norbert Lohfink. Freiburg, 1993. S. 237-251.; Piras 2011Prias, Antonio: Sal 131,2 tra esegesi antica e interpretazioni moderne, in: T&L 20, 2011. online unter http://goo.gl/69k8vw; Quell 1968Quell, Gottfried: Struktur und Sinn des Psalms 131, in: Fritz Maass: Das ferne und das nahe Wort. FS Leonhard Rost. Berlin, 1968. S. 173-185.; Seybold 1978Seybold, Klaus: Die Wallfahrtspsalmen. Studien zur Entstehungsgeschichte von Psalm 120-134. Neukirchen-Vluyn, 1978.; Trebolle Barrera 1999Trebolle Barrera, Julio: Salmos de mujeres, in: EstB 57, 1999. S. 665-682.; Zenger 2006Zenger, Erich: „Wie das Kind bei mir...“ Das weibliche Gottesbild von Ps 131, in: Ilona Riedel-Spangenberger: „Gott bin ich, kein Mann“: Beiträge zur Hermeneutik der biblischen Gotteslehre. FS Helen Schüngel-Straumann. Paderborn/München, 2006. online unter: http://goo.gl/x6HVIy - bei dieser Vielzahl an Exegeten wird man sie wohl als die aktuelle Mehrheitsmeinung werten müssen.

(zu v.2)
lW. wie das entwöhnte Kind, doch übersetze „wie ein solches entwöhntes Kind“ (so auch Fokkelman 2003Fokkelman, Jan P.: Major Poems of the Hebrew Bible. At the Interface of Prosody and Structural Analysis. Volume III: The remaining 65 Psalms. Assen, 2003.: „like such a weaned child is my soul upon me“): das Substantiv ist hier wohl nur determiniert, weil schon einmal auf es Bezug genommen wurde (vgl. z.B. A-CArnold, Bill T./John H. Choi: A Guide to Biblical Hebrew Syntax. Cambridge, 2003. §2.6.1; ad loc.Kurz für „ad locum“, „zur Stelle“: Die folgende Quellenangabe bezieht sich speziell auf die behandelte Bibelstelle. Fokkelman, S. 232). (Zurück zu v.2)
m„auf Gott warten“ = hebräisches Idiom für „auf ein künftiges Heilshandeln Gottes hoffen/vertrauen“ (THATJenni, Ernst/Claus Westermann: Theologisches Handwörterbuch zum Alten Testament. München - Zürich, 1971-9. I, S. 728f). Hier wirkt es zusammen mit den Verben aus V. 2; gut daher Botha 1998Botha, Philippus J.: To Honour Yahweh in the Face of Adversity: A socio-critical analysis of Psalm 131, in: Skrif en Kerk 19/3, 1998. S. 525-533. online unter: http://goo.gl/5yLuVx, S. 529: „geduldig sein“, „seine Ungeduld zügeln“; GNKurz für „Gute Nachricht Bibel“; als Vollbibel erstmals 1978 erschienen. Erste deutsche kommunikative Vollbibel; außerdem erste einzige durchgehend ökumenische deutsche Bibelübersetzungen. Ihre Rolle für die Geschichte der deutschen Bibelübersetzung ist schwer zu überschätzen., GNT, GUARDer Lateinische Psalter der Ausgabe Pius' XII in der Übersetzung von Romano Guardini. War längere Zeit als deutscher Einheitstext zur gottesdienstlichen Verwendung im Gebrauch. Joseph Patscher urteilt im Liturgischen Jahrbuch: „Wir besitzen keine Übertragung, die sich in der hohen Kultur der Sprache mit Guardini messen kann.“ - und das ist so. Unbedingt einen Blick wert, wenn es an das Erstellen der Lesefassung geht., HfAKurz für „Hoffnung für Alle“. Erstmals 1996 als Vollbibel erschienen. Das bisherige Höchstmaß an Kommunikativität auf dem Markt der deutschen Bibeln.: „vertraue dem Herrn“; ZinkTeilweise AT- und vollständige NT-Übersetzung von Jörg Zink. In meiner Ausgabe von 1966 handelt es sich bisweilen fast schon um schön zu lesende Paraphrasen; in der Neuüberarbeitung von 1998 soll Zink aber wieder wörtlicher geworden sein.: „Verlaß dich auf den Herrn“. (Zurück zu v.3)
nDer Zhg. von V. 2 und V. 3 ist wohl der, dass die demütige Selbstbescheidung des Psalmisten auch Israel anempfohlen wird (so z.B. auch Alter 2007Alter, Robert: The Book of Psalms. A Translation with Commentary. New York, 2007.; Botha 1998Botha, Philippus J.: To Honour Yahweh in the Face of Adversity: A socio-critical analysis of Psalm 131, in: Skrif en Kerk 19/3, 1998. S. 525-533. online unter: http://goo.gl/5yLuVx). Sehr gut daher BBDie BasisBibel, eine freie und frische Übersetzung von NT und Psalmen, die gezielt auf die Verbreitung in den Neuen Medien hinkonzipiert wurde. Oft übersetzt sie recht interpretativ, beweist dabei aber auch häufig ein sehr glückliches Händchen. Definitiv einen Blick wert - und das Design ist auch noch toll.: „So soll auch Israel auf den HERRN warten“; ähnlich auch schon Saadja („Ebenso soll Israel auf Gott geduldig warten“ (Üs. nach Schreier 1904, S. 19)). (Zurück zu v.3)
Andere Fassungen von Psalm 131
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