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Version vom 6. Dezember 2015, 12:48 Uhr
Syntax ungeprüft


Lesefassung (Psalm 9)
(kommt später)Studienfassung (Psalm 9)
1 Für den Chorleiter (Dirigenten, Singenden, Musizierenden).〈a〉 `almut labben ([Vorzutragen vom] Vorsteher [über das Ritual] „`almut labben“)〈b〉 Ein Psalm (begleitetes Lied) von (für, über, nach Art von) David.
2 [A]〈c〉 Ich will (werde) JHWH preisen (danken, bekennen)〈d〉 mit meinem ganzen Herzen
Ich will erzählen all' deine Wundertaten.
3 Ich will mich freuen und jubeln über dich,
Ich will deinen Namen (dich)〈e〉 besingen (bespielen), Höchster,
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Anmerkungen
| a | Chorleiter - Heb. menatseach; genaue Bedeutung unklar. Die Primärübersetzung „Chorleiter“ ist mehr oder weniger Konvention. S. noch nächste FN. (Zurück zu v.1) |
| b | `almut labben ([Vorzutragen vom] Vorsteher [über das Ritual] „`almut labben“) - rätselhafter Begriff. Auch in den alten Übersetzungen und Deutungen wird unterschiedlich damit umgegangen: Viele Handschriften korrigieren zu `al-mut labben, was auch Tg und Hieronymus vorlag; dies wird dann meist als die Angabe eines bekannten Liedes gesehen, nach dessen Melodie der Psalm zu singen sei: „[zu singen] nach [der Melodie des Liedes] ‚Sterben für den Sohn/Sterben des Sohnes‘“ (so auch viele Üss.). LXX und VUL dagegen interpretieren als tha`alumot labben („[über die] Geheimnisse des Sohnes“). Einige neuere Üss. schließlich korrigieren den Text (=> Textkritik) von `almut nach `alamot, was sich auch im Titel von Ps 46,1 und auch in 1 Chr 15,20f. findet und wohl soviel wie „Jungfrauenweise“=„hohe Gesangsstimme“ bedeutet („Jungfrauenweise für den Sohn“ => GN: „für hohe Knabenstimmen“). Dass in den sog. „Psalmenüberschriften“ Angaben zur Melodie der Psalmen stehen, ist nicht sehr wahrscheinlich. Einen wahrscheinlicheren Vorschlag zu ihrem Verständnis hat 1970 John Sawyer gemacht (s. Sawyer 2011b): In akkadischen Ritualtexten gibt es ähnliche Angaben wie in den Psalmüberschriften; u.a. wird dort häufig spezifiziert, wer den folgenden Text vorzutragen hat und welches Ritual Anlass des jeweiligen Ritualtextes ist. Entsprechend wäre dann in den Psalmen der menatseach nicht der „Chorleiter“ und `almut labben nicht die Melodie, sondern der menatseach wäre Vorsteher über das Ritual mit dem Namen `almut labben, bei dem der Psalm vorzuträgen wäre. Doch ist auch dies nur ein „educated guess“ und „Chorleiter“ und „[nach der Melodie]“ sind in dt. Üss. so etabliert, dass die LF doch besser dieser Deutung folgen sollte: „Für den Chorleiter. [Vorzutragen] nach [der Melodie des Liedes] ‚almut labben‘“. (Zurück zu v.1) |
| c | Ps 9-10 sind der erste der sog. „Akrosticha“ im Psalter: Mehrere aufeinanderfolgende Zeilen beginnen mit dem jeweils nächsten Buchstaben im Alphabet (s. dazu näher z.B. Akrostichon (WiBiLex)). In Ps 9-10 ist offensichtlich angezielt worden, immer die erste Zeile von zwei Doppelzeilen mit dem nächsten Buchstaben beginnen zu lassen, also etwa Alef in der ersten Zeile der ersten Doppelzeile, Bet in der ersten Zeile der dritten Doppelzeile, Gimel in der ersten Zeile der fünften Doppelzeile usw. Das besondere bei Ps 9-10 ist aber, dass dieses Muster strikt nur an acht von 22 Stellen durchgehalten ist (s. dazu näher die Anmerkungen); um dies erkennbar zu machen, haben wir an den betreffenden Stellen jeweils den entsprechenden deutschen Buchstaben eingefügt. (Zurück zu v.2) |
| d | ich will JHWH preisen - Viele Üss. nach LXX, Aq und Sym: „Ich will [dich] preisen, JHWH“. Das ist richtig: Der Dichter verwendet hier ein Stilmittel, einen sog. „P-Shift“: In heb. Lyrik kann aus poetischen Gründen von einer Zeile auf die nächste von einer Person zur nächsten gewechselt werden (also z.B. hier: Zeile 1: Rede von Gott (3. Pers.) => Zeile 2: Rede zu Gott (2. Pers.)), ohne, dass dies einen Bedeutungsunterschied machen würde. Weil dieses Stilmittel im Dt. ungebräuchlich ist, sollte besser auch in der LF so übersetzt werden. (Zurück zu v.2) |
| e | deinen Namen (dich) - der „Name“ Gottes steht hier wie meist in den Pss. für Gott selbst, genauer: für „Gott im Menschenmund“. Näher am Sinn wäre daher die Üs. „will dich besingen“ (so z.B. auch EÜ, GN, NeÜ). (Zurück zu v.3) |