Psalm 149

Aus Die Offene Bibel

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Syntax ungeprüft

Status: Studienfassung in Arbeit – Einige Verse des Kapitels sind bereits übersetzt. Wer die biblischen Ursprachen beherrscht, ist zum Einstellen weiterer Verse eingeladen. Auf der Diskussionsseite kann die Arbeit am Urtext dokumentiert werden. Dort ist auch Platz für Verbesserungsvorschläge und konstruktive Anmerkungen.
Status: Lesefassung folgt später – Bevor eine Lesefassung erstellt werden kann, muss noch an der Studienfassung gearbeitet werden. Siehe Übersetzungskriterien und Qualitätssicherung Wir bitten um Geduld.

Lesefassung (Psalm 149)

(kommt später)

Studienfassung (Psalm 149)

1Halleluja (Preist Jah, Preist JHWH)!
Singt JHWH ein neues Lied,a

[singt]b seinen Lob(-preis, Ruhm) in der Gemeinde (Truppe)c der Getreuen (Frommen, Heiligen (?))c

2Israel soll sich seines Schöpfersd (Formers)e freuen,

ob ihres Königs sollen Zion´s Söhne (Kinder) jauchzen (jubeln, frohlocken).

3Sie sollen seinen Namen preisen mit (imf) Tanz (Reigen)g,

mit Tamburin und Zither sollen sie ihm spielen.

4 Denn (Ja!,)h JHWH hat Wohlgefallen an seinem Volk,

die Unterdrückten (Gebeugten, Niedrigen, Demütigen, Armen, Hilflosen, Duldern) verherrlichti (schmückt, krönt?j, hat er verherrlicht) er mit Rettung (Sieg, Heil).


5Jauchzen sollen die Getreuen (Frommen, Heiligen (?))c ob [ihrer]k Herrlichkeit,

jubeln sollen sie auf ihren Lagern.

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Anmerkungen

aidiom. Ausdruck; vgl. z.B. auch Jes 42,10; Ps 33,3; Ps 40,3; Ps 96,1; Ps 98,1; Ps 144,9. In Psalmenkommentaren wird es üblicherweise dahingehend verstanden, dass Jahwe etwas „Neues“ getan habe und so nun auch ein „neues Lied“ erforderlich würde (so z.B. Gunkel 1911, S. 277; Hossfeld / Zenger 2008, S. 861; Waltner 2006, S. 709; Zenger 1987, S. 53). Anders Terrien, der entsprechend der üblichen Deutung des Psalms als „eschatologischen Hymnus“ auch den Ausdruck „ein neues Lied“ dahingehend versteht, dass er von der Zukunft handle (vgl. Terrien 2003, S. 924; ähnlich auch Tomes 2007, S. 247, obwohl nicht ganz klar ist, wie Tomes den Ausdruck nun eigentlich deutet - er beschränkt sich darauf, einige Aspekte herauszustellen, die andeuten könnten, „why the psalmists may have been convinced that they were composing or singing 'a new song'.“). Wieder anders und wohl am sinnvollsten Gerstenberger 2001, S. 452, der den Ausdruck bezieht auf „a characteristic kind of hymnic presentation“ (Zurück zu v.1)
bתְהִלָתוֹ gelesen als zweites Objekt von שִירוּ; so schon Ewald; vgl. auch Ehrlich 1905, S. 391; Gerstenberg 2001, S. 452. Eine Ergänzung von „erschalle“ o.Ä. (so ; Herder; Kraus 1966, S. 965; Nötscher 1953, S. 290) ist ganz unnötig. (Zurück zu v.1)
cvgl. Hossfeld / Zenger 2008, S. 855: „Das Wort קהל „Versammlung“ hat von seiner Verwendung her sowohl militärische (der Heerbann, das Aufgebot) wie kultische (Gemeinde) Konnotationen.“ Entsprechend wird dann auch das „Chasidim(meist: „fromm“, auch: „loyal“) mit einem „militärischeren“ Begriff übertragen; meist eben „Getreue“ (so NeÜ, SLT2000, ZÜR, Deissler 1989, Hossfeld / Zenger 2008, Zenger 1987), obwohl es auch von diesen dann i.d.R. als Ausdruck für die versammelte Kultusgemeinde verstanden wird. LUT84, Tafel und Goulder 1998 haben „Heilige“, warum auch immer. Im Englischen wird es gerne mit „faithful“ wiedergegeben, was ebenso wie das Hebräische beide Sinnebenen umfasst (so z.B. Alter 2007, Christensen 2005, Terrien 2003). (zu v.1 / zu v.5)
dPlural; vermutl. Hoheitsplural (vgl. Dahood 1970, S. 356; Hossfeld / Zenger 2008, S. 855; Kraus 1966, S. 965; ähnlich auch schon Paulus 1815, S. 594) (Zurück zu v.2)
eעשה steht hier im Partizip, womit angedeutet wird, dass JHWH Israel nicht nur einst geschaffen hat, sondern „dass Israel auch danach und weiterhin von JHWH „gemacht“ wird.“ (Hossfeld / Zenger, S. 861. Ehrlich 1905 kommentiert daher mit „Der Ausdruck bezeichnet hier nicht JHVH als den Schöpfer Israels, sondern als den, der es dazu gemacht, was es ist.“ Wir haben versucht, diesen Bedeutungsaspekt mit „Former“ wiederzugeben, obwohl zugegebenermaßen diese Lösung eher suboptimal ist. Zudem muss allein schon aufgrund der überwältigenden Mehrheit der Übertragungen mit „Schöpfer“ diese Übersetzungsalternative hier bei OfBi die primäre sein. (Zurück zu v.2)
fhäufig wiedergegeben als beth locale - „im Tanz“ (Bernfeld, Buber, LUT84, MEN, SLT2000, Tafel, Zunz, Alter 2007, Christensen 2005, Deissler 1989, Goulder 1998, Gunkel 1911, Hengstenberg 1852, Nötscher 1953, Zorell 1928; ähnlich ELB, , NeÜ, NLB, Zür, Kraus 1966 („beim Tanz“); Schmidt 1934, Weiser 1966 („zum Reigen“)). Allerdings ist das direkt darauf folgende בְתׁף וְכִנוֹר, ebenfalls mit der Präposition Beth, zu auffällig und signifikant, als dass es hier je unterschiedlich gelesen und übersetzt werden dürfte. „Der Reigen war, wie die Musik dazu, Gottesdienst und gehörte somit zum Lobe JHVHes.“ (Ehrlich 1905, S. 392) Noch signifikanter ist es, wenn man die nächste Fußnote mit-einbezieht. (Zurück zu v.3)
gTur-Sinai übersetzt hier mit „Schalmei“, was auf den ersten Blick merkwürdig ist. Es findet sich eine ähnliche Deutung aber auch bei Zorell 1928, S. 259f., der sich durch Syr. und Tg. (der Tg. allerdings, wenn ich das richtig sehe, hat hier ebenfalls nur „Tanz“, vgl. den Text und die dazugehörige (englische) Übersetzung) dazu veranlasst fühlt, zu glauben, es handle sich hier u.U. nicht um eine Bezeichnung für „Tanzen“, sondern für ein weiteres Musikinstrument: „[...] videatur ese non chorea (LXX. Hier.), sed (Syr. Targ.) aliquod instrumentum musicum, a mulieribus quoque tractabile (Ex 15,20; Ri 111,34), fortasse sistrum [die Lexika geben hier „Isisklapper“].“ ähnlich auch Greswell 1873, S. 267. (Zurück zu v.3)
hfür gewöhnlich wird V. 4 gelesen als „gattungstypische hymnische Begründung“ (so etwa Hossfeld / Zenger 2008, S. 864; Kraus 1966, S. 965), mit der der Grund für ein Lob- oder Dankgebet angegeben wird (in der Tat ist dies eine Recht häufige Konstruktion, allerdings wird sie eher zur Danksagung als zum Hymnischen Lobpreis verwendet, vgl. z.B. Lande 1949, S. 106f.). Gerstenberger deutet den Vers denn auch stattdessen als „hymnic affirmation“ (vgl. Gerstenberger 2001, S. 454). Hiervon geleitet könnte man das כִי lesen als emphatisch-affirmatives כִי, das bei Voranstellung in etwa die Bedeutung „ja!...“, „wirklich!...“ hat (vgl. Blommerde 1969, S. 30; Ges 18, S. 539; Gordis 1943, S. 176; Gordon §19:1184; HALOT; Sabottka 1972, S. 70; auch schon König 1922, S. 175). Soweit wir sehen, ist das noch nie vorgeschlagen worden, weshalb wir dies (einzig aus Ängstlichkeit) zur Sekundärentscheidung gemacht haben. (Zurück zu v.4)
iPrimärentscheidung nach Ehrlich 1905, S. 392; Gerstenberger 2001, S. 454; Hossfeld / Zenger 2008, S. 865; vgl. auch HALOT: „to glorify“; „adorn“ o.Ä. wird hier gar nicht mehr erwähnt. Ehrlich: „פאר von einem Volk als Objekt gebraucht heisst ihm hohes Ansehen geben, sodass andere Völker sich eine Ehre daraus machen, zu ihm in Beziehungen zu treten.“ (Zurück zu v.4)
jso , Herder, Menge, NL, Christensen 2005, Gunkel 1911, Kraus 1966, Terrien 2003; Henne-Rösch + Schmidt 1934: „kränzt“. Ich vermute, sie kommen hierauf durch Zusammenlesung von פאר II und פְאֵר, was aber zweifelhaft ist. (Zurück zu v.4)
kDas „Herrlichkeit“ hat den Kommentatoren einiges Kopfzerbrechen bereitet, was an ihren Übersetzungen leicht abzulesen ist. Mit der „Ergänzung“ von „ihrer“ folgen wir einem Vorschlag von Dahood 1970, S. 356, der als „double duty-Suffix“ das Suffix von מִשְכְבוֹתָם ergänzt (ähnlich auch schon Gunkel 1911, S. 338). „Herrlichkeit“ wäre nach dieser Lesart ein Appellativ für Gott. V. 5a ließe sich so lesen als Reiteration der Aufforderung von V. 2, was besonders von daher Sinn macht, dass häufig (und auch bei uns) in V. 5 ein Neueinsatz, eine neue Strophe, gelesen wird (so etwa Gerstenberger 2001, S. 454; Hossfeld / Zenger 2008, S. 858.861; Waltner 2006, S. 710; Zenger 1987, S. 54-56) (eine weitere Aufteilung des Psalms nach V. 5 macht allein von der Syntax her gesehen nicht viel Sinn, vgl. Gerstenberger 2001, S. 454; gegen Christensen 2005, S. 1-2; Terrien 2003, S. 924). Zum double duty-Suffix vergleiche Blommerde 1969, S. 10: „In a verse of two stichs a suffix, used with a word in one of the stichs, may at the same time do duty for - and consequently be omittet from - a word of the other stich [...].“ (Zurück zu v.5)