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_Die Flüsse Belias werden mich erschrecken!<ref>''werden mich erschrecken'' - d.h. „erschreckten mich“, ein bedeutungsloser T-Shift.</ref> | _Die Flüsse Belias werden mich erschrecken!<ref>''werden mich erschrecken'' - d.h. „erschreckten mich“, ein bedeutungsloser T-Shift.</ref> | ||
{{S|6}} Die Stricke des Scheol<ref>''Scheol'' - Heb. Bezeichnung der Unterwelt; nicht identisch mit der christlichen „Hölle“. Die Metapher, dass der Scheol fast personal vorzustellen ist und jemanden gefangen nimmt, findet sich häufiger in der Bibel (z.B. [[Numeri 16#s33 |Num 16,33f.]]; [[Psalm 69#s16 |Ps 69,16]])./ref> umfingen mich, | {{S|6}} Die Stricke des Scheol<ref>''Scheol'' - Heb. Bezeichnung der Unterwelt; nicht identisch mit der christlichen „Hölle“. Die Metapher, dass der Scheol fast personal vorzustellen ist und jemanden gefangen nimmt, findet sich häufiger in der Bibel (z.B. [[Numeri 16#s33 |Num 16,33f.]]; [[Psalm 69#s16 |Ps 69,16]]).</ref> umfingen mich, | ||
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_Und die Pfeiler der Berge<ref>''Pfeiler der Berge'' - gemeint sind also wohl ebenso wie in [[Deuteronomium 32#s22 |Dtn 32,22]] (wo von unten nach oben aufgezählt wird: Der unterste Scheol - die Erde - die Pfeiler der Berge) die Berge selbst, da nach altorientalischer Vorstellung auf diesen als Pfeilern der Himmel ruhte: „Die Pfeiler, die die Berge sind“. Die „Pfeiler der Berge“ wären demnach identisch mit den „Pfeilern des Himmels“ in [[2Sam 22#s8 |2 Sam 22,8]].</ref> bebten und wankten | _Und die Pfeiler der Berge<ref>''Pfeiler der Berge'' - gemeint sind also wohl ebenso wie in [[Deuteronomium 32#s22 |Dtn 32,22]] (wo von unten nach oben aufgezählt wird: Der unterste Scheol - die Erde - die Pfeiler der Berge) die Berge selbst, da nach altorientalischer Vorstellung auf diesen als Pfeilern der Himmel ruhte: „Die Pfeiler, die die Berge sind“. Die „Pfeiler der Berge“ wären demnach identisch mit den „Pfeilern des Himmels“ in [[2Sam 22#s8 |2 Sam 22,8]].</ref> bebten und wankten | ||
_Denn es loderte in ihm. | _Denn es loderte in ihm. | ||
{{S|9}} Es stieg Rauch aus seiner Nase | |||
_Und Feuer fraß aus seinem Mund; | |||
_Kohlen brannten aus ihm hervor (entbrannten durch es). | |||
{{S|10}} Und er öffnete (neigte) den Himmel<ref>''öffnete den Himmel'' - Der Himmel wird hier wie noch öfter vorgestellt als festes Gebilde, das sich öffnen lässt (z.B., um durch die Öffnung die Sintflut auf die Erde zu schicken, [[Genesis 7#s11 |Gen 7,11]]).</ref> und stieg herab | |||
_Und eine Wolke (Dunkelheit) [war] unter seinen Füßen. | |||
{{S|11}} Und er ritt auf einem Kerub<ref>''Kerub'' - altorientalisches Fabelwesen; meist dargestellt als geflügelter Löwe. S. näher [https://www.bibelwissenschaft.de/stichwort/15921/ Keruben / Kerubenthroner (WiBiLex)].</ref> und flog | |||
_Und schoß herab auf den Flügeln des Windes.</poem> | |||
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Version vom 13. Dezember 2018, 17:37 Uhr
Syntax ungeprüft


Lesefassung (Psalm 18)
(kommt später)Studienfassung (Psalm 18)
1 Für den Chorleiter. Vom Diener JHWHs, von David, welcher sprach zu JHWH die Worte dieses Lieds am Tag, als JHWH ihn rettete aus der Handfläche all seiner Feinde und aus der Hand〈a〉 Sauls. 2 Und er sagte:
„Ich will dich lieben, JHWH, meine Stärke!
3 JHWH [ist] mein Fels und meine Burg und mein Retter,
Mein Gott [ist] (,) mein Berg, zu dem ich fliehe (auf den ich vertraue),
Mein Schild, das Horn meiner Rettung, meine Klippe (Festung)!
4 Als Lobenswerten will ich anrufen JHWH
Und von meinen Feinden will (werde) ich gerettet werden.
5 Es umgaben mich Wogen des Todes,
Die Flüsse Belias werden mich erschrecken!〈b〉
6 Die Stricke des Scheol〈c〉 umfingen mich,
Es ereilten mich die Schlingen des Todes.
7 [Ich sprach:] ‚In meiner Not will ich anrufen JHWH
Und zu meinem Gott will ich schreien.
Er soll hören in seinem Tempel meine Stimme
Und mein Schreien soll kommen in seinem Ohr!‘
8 Da wankte und schwankte die Erde
Und die Pfeiler der Berge〈d〉 bebten und wankten
Denn es loderte in ihm.
9 Es stieg Rauch aus seiner Nase
Und Feuer fraß aus seinem Mund;
Kohlen brannten aus ihm hervor (entbrannten durch es).
10 Und er öffnete (neigte) den Himmel〈e〉 und stieg herab
Und eine Wolke (Dunkelheit) [war] unter seinen Füßen.
11 Und er ritt auf einem Kerub〈f〉 und flog
Und schoß herab auf den Flügeln des Windes.
<poem>
12
31 Gott - vollkommen (vollständig, einwandfrei) [ist] sein Weg. Das Wort JHWHs ist geläutert, [ein] Schild [ist] er für alle, die Zuflucht suchen bei ihm.
Anmerkungen
| a | Textkritik: Der Text von Ps 18 findet sich in etwas anderer Form noch mal in 2 Sam 22. Die Textkritik beider Texte ist daher sehr komplex und wurde daher ausgelagert auf die Seite 2 Sam 22, P 18 und die Textkritik des Alten Testaments. (Zurück zu v.1) |
| b | werden mich erschrecken - d.h. „erschreckten mich“, ein bedeutungsloser T-Shift. (Zurück zu v.5) |
| c | Scheol - Heb. Bezeichnung der Unterwelt; nicht identisch mit der christlichen „Hölle“. Die Metapher, dass der Scheol fast personal vorzustellen ist und jemanden gefangen nimmt, findet sich häufiger in der Bibel (z.B. Num 16,33f.; Ps 69,16). (Zurück zu v.6) |
| d | Pfeiler der Berge - gemeint sind also wohl ebenso wie in Dtn 32,22 (wo von unten nach oben aufgezählt wird: Der unterste Scheol - die Erde - die Pfeiler der Berge) die Berge selbst, da nach altorientalischer Vorstellung auf diesen als Pfeilern der Himmel ruhte: „Die Pfeiler, die die Berge sind“. Die „Pfeiler der Berge“ wären demnach identisch mit den „Pfeilern des Himmels“ in 2 Sam 22,8. (Zurück zu v.8) |
| e | öffnete den Himmel - Der Himmel wird hier wie noch öfter vorgestellt als festes Gebilde, das sich öffnen lässt (z.B., um durch die Öffnung die Sintflut auf die Erde zu schicken, Gen 7,11). (Zurück zu v.10) |
| f | Kerub - altorientalisches Fabelwesen; meist dargestellt als geflügelter Löwe. S. näher Keruben / Kerubenthroner (WiBiLex). (Zurück zu v.11) |