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: antwortete<ref name="tempora" /> (erhörte)<ref>Das auf einen Flehruf folgende „Antworten“ Gottes steht in der Bibel fast ausnahmslos für eine Gebetserhörung; so auch hier.</ref> er mir von seinem heiligen Berg (vom Berg seiner Heiligkeit). {Selah}<ref name="Sela" /><br /> | : antwortete<ref name="tempora" /> (erhörte)<ref>Das auf einen Flehruf folgende „Antworten“ Gottes steht in der Bibel fast ausnahmslos für eine Gebetserhörung; so auch hier.</ref> er mir von seinem heiligen Berg (vom Berg seiner Heiligkeit). {Selah}<ref name="Sela" /><br /> | ||
{{S|6}} Ich legte mich hin<ref name="tempora" /> und schlief<ref name="tempora" />,<ref>Häufig ist im AT das Phänomen, dass eine einzige Handlung durch zwei Verben, die recht häufig wie hier zwei verschiedene Zeitstufen des selben Aktes bezeichnen, ausgedrückt wird. Zum Beispiel kann ein ein Mensch im Hebräischen „aufstehen und gehen“=losgehen; „anheben und sprechen“=das Wort ergreifen etc. Entsprechend könnte man hier für die Lesefassung auch überlegen, ob man nicht schlicht mit „einschlafen“ übersetzen will.</ref><br /> | {{S|6}} Ich legte mich hin<ref name="tempora" /> und schlief<ref name="tempora" />,<ref>Häufig ist im AT das Phänomen, dass eine einzige Handlung durch zwei Verben, die recht häufig wie hier zwei verschiedene Zeitstufen des selben Aktes bezeichnen, ausgedrückt wird. Zum Beispiel kann ein ein Mensch im Hebräischen „aufstehen und gehen“=losgehen; „anheben und sprechen“=das Wort ergreifen etc. Entsprechend könnte man hier für die Lesefassung auch überlegen, ob man nicht schlicht mit „einschlafen“ übersetzen will.</ref><br /> | ||
: ich erwachte<ref name="tempora" /> [wieder]<ref>Die Einfügung des „wieder“ macht den Sinn des Satzes deutlicher: Gerade deshalb wird auf das Wieder-erwachen verwiesen, weil es nicht sicher war, ob der Beter wieder erwachen würde.</ref>: {Ja!, (denn)<ref>Analysiert man das „helfen“ als gnomisch, klingt es etwas gezwungen, wenn man den Satz als Grund für das Wiedererwachen des Beters interpretiert: „Ich erwachte wieder, weil Jahwe einer ist, der mir hilft.“ Besser sollte man daher lesen als emphatisches {{hebr}}כִּי{{hebr ende}}, das im Hebräischen häufiger gesetzt wird, im Deutschen aber unnatürlich klingt und daher in der Lesefassung ausgespart werden sollte: Dass „Jahwe einer ist, der hilft“ ist die Schlussfolgerung, die der Beter triumphierend aus der Schilderung des vergangenen Erlebnisses zieht. Wieder ist der Sinn: Jahwe ist ''eben doch'' einer, der hilft, schützt und rettet.</ref>} JHWH hilft mir (unterstützt mich, stützt mich)<ref name="tempora" />!<br /> | : ich erwachte<ref name="tempora" /> [wieder]<ref>Die Einfügung des „wieder“ macht den Sinn des Satzes deutlicher: Gerade deshalb wird auf das Wieder-erwachen verwiesen, weil es nicht sicher war, ob der Beter wieder erwachen würde.</ref>: {Ja!, (denn)}<ref>Analysiert man das „helfen“ als gnomisch, klingt es etwas gezwungen, wenn man den Satz als Grund für das Wiedererwachen des Beters interpretiert: „Ich erwachte wieder, weil Jahwe einer ist, der mir hilft.“ Besser sollte man daher lesen als emphatisches {{hebr}}כִּי{{hebr ende}}, das im Hebräischen häufiger gesetzt wird, im Deutschen aber unnatürlich klingt und daher in der Lesefassung ausgespart werden sollte: Dass „Jahwe einer ist, der hilft“ ist die Schlussfolgerung, die der Beter triumphierend aus der Schilderung des vergangenen Erlebnisses zieht. Wieder ist der Sinn: Jahwe ist ''eben doch'' einer, der hilft, schützt und rettet.</ref>} JHWH hilft mir (unterstützt mich, stützt mich)<ref name="tempora" />!<br /> | ||
{{S|7}} Ich fürchte mich nicht vor Myriaden von Kriegern<ref>„Volk“, die übliche Übersetzung von {{hebr}}עָם{{hebr ende}}, lässt sich nicht mit einer Zahl näher bestimmen (z.B. Delitzsch 1894, S. 77: *''Myriaden Volkes''). Da hier aber ohnehin die kontextuell angemessenere Übertragung von {{hebr}}עָם{{hebr ende}} „Kriegsvolk, Truppen“ ist, lässt sich diese Schwierigkeit leicht umgehen.</ref><br /> | {{S|7}} Ich fürchte mich nicht vor Myriaden von Kriegern<ref>„Volk“, die übliche Übersetzung von {{hebr}}עָם{{hebr ende}}, lässt sich nicht mit einer Zahl näher bestimmen (z.B. Delitzsch 1894, S. 77: *''Myriaden Volkes''). Da hier aber ohnehin die kontextuell angemessenere Übertragung von {{hebr}}עָם{{hebr ende}} „Kriegsvolk, Truppen“ ist, lässt sich diese Schwierigkeit leicht umgehen.</ref><br /> | ||
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Version vom 8. November 2013, 00:48 Uhr
Syntax ungeprüft


Lesefassung (Psalm 3)
(kommt später)Studienfassung (Psalm 3)
1 Ein Psalm (begleitetes Lied) von (für, über, nach Art von) David. Während (Als) er floh vor Absalom, seinem Sohn〈a〉.
2 JHWH! Wie [sind] viele (wie sehr vermehrt [sind]) meine Feinde!
- [Wie]〈b〉 [sind] viele (wie sehr vermehrt [sind]), die sich gegen mich erheben (meine Gegner)〈c〉!
- 3 [Wie]〈b〉 viele [sind] (wie sehr vermehrt [sind]), die sagen über meine Seele (über mich)〈d〉:
4 Doch du, oh JHWH, [bist] ein Schild um mich (bist Schutz für mich, schützt mich)〈j〉,
- [du bist] mein Herrlicher (mein Ansehen, meine Herrlichkeit)〈k〉 und der, der meinen Kopf erhebt.
5[Als]〈l〉 ich {mit} meiner Stimme〈m〉 JHWH anrief〈l〉,
6 Ich legte mich hin〈l〉 und schlief〈l〉,〈o〉
7 Ich fürchte mich nicht vor Myriaden von Kriegern〈r〉
- die sich ringsum niedergelassen haben wider mich.
Anmerkungen
| a | vgl. 2Sam 16 (Zurück zu v.1) |
| b | double duty-Pronomen aus V. 2a; vgl. Dahood 1965, S. 15; Ehrlich 1905, S. 5; The Grail Psalter; Kissane 1953, S. 10; MÜN (Zurück zu v.2 / zu v.3) |
| c | קוּם עַל „sich erheben gegen X“ hat feindliche Bedeutung; vgl. ad loc. z.B. Gunkel 1968, S. 14. KBL3 listet denn קָמִים direkt als „Gegner“ (S. 1016). „Viele stehen gegen mich auf“ ist eine übertrieben wörtliche und wenig kommunikative Übersetzung, von der wir daher für die Lesefassung abraten. (Zurück zu v.2) |
| d | „Seele“ = im Heb. gebräuchliches Synonym für „Ich“ (vgl. z.B. Wolff 1973, S. 25f.). Im Deutschen nicht, daher sei für die Lesefassung zum Alternativ-vorschlag geraten. (Zurück zu v.3) |
| e | i.d.R. übersetzt mit dem etwas blassen „Hilfe“. Der Psalm stellt aber den Beter ganz deutlich als von Feinden bedrängt dar; kontextuell sehr viel angemessener ist daher „Rettung“. So gut auch z.B. Alter 2007, MÜN. „Heil“ oder gar „Erlösung“ ist kontextuell unpassend. (Zurück zu v.3) |
| f | Das Suffix תְה- ist in der hebräischen Poesie häufig bedeutungslos und dient nur der „poetischen Emphase“; vgl. GKC §90g; ad loc. auch Schmidt 1934, S. 6; Kraus 1961, S. 23. (Zurück zu v.3) |
| g | vgl. Lexikon/Lemma בְּ (Zurück zu v.3) |
| h | Die Bedeutung von סֶלַה „Selah“ ist unklar; vgl. Lexikon/Lemma סֶלַה. In der Lesefassung sollte es daher besser gestrichen werden, da es sonst nur ein unverständlicher Fremdkörper im deutschen Text wäre. (Zurück zu v.3 / zu v.5) |
| i | Kein Strophenbruch; V.3 + V. 4 bilden eine deutliche Antithese; vgl. z.B. Krašovec 1984, S. 60f. (Zurück zu v.3) |
| j | Zu dieser Stelle wird gern erwogen, warum denn ein Schild ringsum Schutz sein könne (vgl. z.B. Gunkel 1964, S. 14: „Ein gewöhnlicher Schild deckt nur von einer, Jahve aber von allen Seiten.“) Das ist unnötig; מָגֵן „Schild“ wird des öfteren auch rein metaphorisch für „Schutz“ verwendet (vgl. z.B. KBL3, S. 517) und בַּעַד „um...herum“ gibt auch einfach die Relation des schützend-um-jmdn-Seins an (vgl. z.B. KBL3, S. 135). Der Sinn der beiden Teilverse ist: Viele sagen, es gäbe keine Rettung für den Beter von Gott - aber Gott schützt ihn eben doch. (Zurück zu v.4) |
| k | Die letzte Alternative ist die Standartübersetzung. Sie macht aber nicht sehr viel Sinn (=> *Max ist Moritz' Herrlichkeit). Gelegentlich wird es daher gedeutet als z.B. „Gegenstand meines Rühmens“=„der von mir Gerühmte“ (z.B. Baethgen 1892, S. 8) oder „Quelle meines Rühmens“ (z.B. Houston/Waltke 2010, S. 202; Kissane 1953, S. 11), was zwar beides möglich ist, aber nicht gut in den Kontext des Psalms passt. Entschieden vorzuziehen ist daher - da ja auch der vorangehende Teilvers und der folgende Teilvers-teil Gottes-prädikationen enthält - die Deutung, die כָּבוּד als JHWH-Appellativ liest, wie das Wort häufiger in der Bibel verwendet wird. So z.B. ad loc. Christensen 2005, S. 1; Dahood 1965, S. 15; Krašovec 1984, S. 60. (Zurück zu v.4) |
| l | Die folgenden Verbtempora sind schwierig zu deuten. Sicher wird man sie nicht unabhängig von ihrer eigentlichen Temporalsemantik deuten dürfen, da sonst die Wahl des Autors der vielen verschiedenen Tempora unterständlich wäre und der Psalm so außerdem ein merkwürdiges Lavieren zwischen Erlösungsbedürftigkeit und Erlösungsgewissheit verdichtete. Es handelt sich um die Tempora V. 5: Ich rufe (Yiqtol) - er antwortet (Wayyiqtol) - V. 6: Ich lege mich nieder (Qatal) - ich schlafe (ein) (Wayyiqtol) - Ich erwache (Qatal) - er hilft mir (Yiqtol). |
| m | Oft analysiert als adverbialer Akkusativ der Art und Weise (vgl. z.B. Ex 24,3); was dann aber zwingen würde, entweder „laut“ zu ergänzen oder gar „Mit meiner Stimme“ als Ausdruck für „laut“ zu lesen; beides ist recht gezwungen. Andere Analysen: Akkusativ der Zeit (Buttenwieser 1938, S. 400f: „Wenn ich mit meiner Stimme zu Jahwe rufe“ - dies scheint aber eher ein Krypto-accusativus instrumenti in einer nicht-markierten Protasis zu sein), innerer Akkusativ (Houston/Waltke 2010, S. 192: „Ich rufe meine Stimme“) oder doppeltes Subjekt (Baethgen 1902, S. 8; Duhm 1899, S. 12; Gunkel 1968, S. 14: „Meine Stimme [und] ich rufe[n]“); was aber ebenso gezwungen ist. Guten Sinn macht die Analyse als Accusativus instumenti (Ehrlich 1905, S. 5; Kraus 1961, S. 27: „Mit meiner Stimme rufe ich“); dies allerdings ergäbe eine merkwürdig redundante Konstruktion. Man wird sich wohl für die letzte Möglichkeit entscheiden müssen; letztendlich bleibt die Stelle aber etwas rätselhaft. (Zurück zu v.5) |
| n | Das auf einen Flehruf folgende „Antworten“ Gottes steht in der Bibel fast ausnahmslos für eine Gebetserhörung; so auch hier. (Zurück zu v.5) |
| o | Häufig ist im AT das Phänomen, dass eine einzige Handlung durch zwei Verben, die recht häufig wie hier zwei verschiedene Zeitstufen des selben Aktes bezeichnen, ausgedrückt wird. Zum Beispiel kann ein ein Mensch im Hebräischen „aufstehen und gehen“=losgehen; „anheben und sprechen“=das Wort ergreifen etc. Entsprechend könnte man hier für die Lesefassung auch überlegen, ob man nicht schlicht mit „einschlafen“ übersetzen will. (Zurück zu v.6) |
| p | Die Einfügung des „wieder“ macht den Sinn des Satzes deutlicher: Gerade deshalb wird auf das Wieder-erwachen verwiesen, weil es nicht sicher war, ob der Beter wieder erwachen würde. (Zurück zu v.6) |
| q | Analysiert man das „helfen“ als gnomisch, klingt es etwas gezwungen, wenn man den Satz als Grund für das Wiedererwachen des Beters interpretiert: „Ich erwachte wieder, weil Jahwe einer ist, der mir hilft.“ Besser sollte man daher lesen als emphatisches כִּי, das im Hebräischen häufiger gesetzt wird, im Deutschen aber unnatürlich klingt und daher in der Lesefassung ausgespart werden sollte: Dass „Jahwe einer ist, der hilft“ ist die Schlussfolgerung, die der Beter triumphierend aus der Schilderung des vergangenen Erlebnisses zieht. Wieder ist der Sinn: Jahwe ist eben doch einer, der hilft, schützt und rettet. (Zurück zu v.6) |
| r | „Volk“, die übliche Übersetzung von עָם, lässt sich nicht mit einer Zahl näher bestimmen (z.B. Delitzsch 1894, S. 77: *Myriaden Volkes). Da hier aber ohnehin die kontextuell angemessenere Übertragung von עָם „Kriegsvolk, Truppen“ ist, lässt sich diese Schwierigkeit leicht umgehen. (Zurück zu v.7) |