Psalm 5: Unterschied zwischen den Versionen

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: {{S|6}} es dürfen (werden)<ref name="permissives Yiqtol" /> nicht standhalten<ref>Schwierig zu übersetzen. Meist: „stehen“; aber das Wort wird hier raffinierter verwendet: {{hebr}}יצב{{hebr ende}} kann sowohl (1) das bloße „Stehen“ meinen als auch (2) das Stehen-''bleiben'' i.S.v. „verweilen“, wodurch es einen Parallelismus mit V. 6b bildet, als auch (3) das „bestehen“ i.S.v. „am Leben bleiben“, wodurch es einen Parallismus mit V. 7a bildet (man bezeichnet dies als „Janus-Parallelismus“); vgl. z.B. ZLH, S. 323: „subsistere“ - das ebenfalls die Bedeutungen (2) und (3) haben kann.</ref> Frevler<ref>Auch über die Bedeutung der {{hebr}}הוללים{{hebr ende}} ist man sich uneins in der Exegese. Das Problem ist, dass es abgeleitet werden kann von {{hebr}}הלל{{hebr ende}} ''I'' „lärmen, (sich) rühmen, preisen“ als auch von {{hebr}}הלל{{hebr ende}} ''III'' „töricht sein, (freveln (so in Lexika m.W. nur ZLH, S. 193))“. Wahlweise wird dann übersetzt: (1) „Die, die sich selbst preisen“ (2) „Angeber, Lärmer“ (dies: Mehrheitsübersetzung), (3) „Törichte, Verblendete“ oder (4) Frevler.<br />
: {{S|6}} es dürfen (werden)<ref name="permissives Yiqtol" /> nicht standhalten<ref>Schwierig zu übersetzen. Meist: „stehen“; aber das Wort wird hier raffinierter verwendet: {{hebr}}יצב{{hebr ende}} kann sowohl (1) das bloße „Stehen“ meinen als auch (2) das Stehen-''bleiben'' i.S.v. „verweilen“, wodurch es einen Parallelismus mit V. 6b bildet, als auch (3) das „bestehen“ i.S.v. „am Leben bleiben“, wodurch es einen Parallismus mit V. 7a bildet (man bezeichnet dies als „Janus-Parallelismus“); vgl. z.B. ZLH, S. 323: „subsistere“ - das ebenfalls die Bedeutungen (2) und (3) haben kann.</ref> Frevler<ref>Auch über die Bedeutung der {{hebr}}הוללים{{hebr ende}} ist man sich uneins in der Exegese. Das Problem ist, dass es abgeleitet werden kann von {{hebr}}הלל{{hebr ende}} ''I'' „lärmen, (sich) rühmen, preisen“ als auch von {{hebr}}הלל{{hebr ende}} ''III'' „töricht sein, (freveln (so in Lexika m.W. nur ZLH, S. 193))“. Wahlweise wird dann übersetzt: (1) „Die, die sich selbst preisen“ (2) „Angeber, Lärmer“ (dies: Mehrheitsübersetzung), (3) „Törichte, Verblendete“ oder (4) Frevler.<br />
Da {{hebr}}הוללים{{hebr ende}} aber im Parallelismus steht zu den „Bösen“, den „Schlechten“ und den „Übeltätern“, ist es überdeutlich, dass es hier als ''moralische'' Kategorie verwendet wird; man wird sich daher Zorell anschließen müssen. Vgl. auch LXX („Gesetzesbrecher“); Hier + NVul: „Bösartige“; Buttenwieser 1938, S. 406: „impious“.</ref>
Da {{hebr}}הוללים{{hebr ende}} aber im Parallelismus steht zu den „Bösen“, den „Schlechten“ und den „Übeltätern“, ist es überdeutlich, dass es hier als ''moralische'' Kategorie verwendet wird; man wird sich daher Zorell anschließen müssen. Vgl. auch LXX („Gesetzesbrecher“); Hier + NVul: „Bösartige“; Buttenwieser 1938, S. 406: „Gottlose“.</ref>


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Version vom 7. Dezember 2013, 17:14 Uhr

Syntax ungeprüft

Status: Studienfassung in Arbeit – Einige Verse des Kapitels sind bereits übersetzt. Wer die biblischen Ursprachen beherrscht, ist zum Einstellen weiterer Verse eingeladen. Auf der Diskussionsseite kann die Arbeit am Urtext dokumentiert werden. Dort ist auch Platz für Verbesserungsvorschläge und konstruktive Anmerkungen.
Status: Lesefassung folgt später – Bevor eine Lesefassung erstellt werden kann, muss noch an der Studienfassung gearbeitet werden. Siehe Übersetzungskriterien und Qualitätssicherung Wir bitten um Geduld.

Lesefassung (Psalm 5)

(kommt später)

Studienfassung (Psalm 5)

1 Für den Chorleiter (Dirigenten, Singenden, Musizierenden).a. Zub Flötenspiel (nach „das Erbe“)c.
Ein Psalm (begleitetes Lied) von (für, über, nach Art von) David.


2 Meine Worte höre (erhöre mich)d, JHWH!

horch auf (achte auf, erhöre)d mein Flehen (Grübeln, Murmeln)e!
3 Lausched auf mein Geschrei (Rufen, Stimme) um Hilfef!

Mein König und mein Gott: {Oh}gzu dir werde ich (will ich) rufen.

4 JHWHh: (Schon) Am Morgen (jeden Morgen)i wirst (sollst, höre!j) du meine Stimme hören,
(Schon) Am Morgen (jeden Morgen)i werde ich zu dir beten (dir [Opfer/Gebete] bereiten, mich bereit machen für dich)k und [auf dich]l wartenm.


5 {Denn}n Du [bist] kein Gott (ein Nicht-Gott?o), dem Böse (Böses)p gefallen (der Böses will);

es dürfen (werden)q nicht wohnen bei dir Schlechte (Schlechtes)p;
6 es dürfen (werden)q nicht standhaltenr Frevlers

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Anmerkungen

aGenaue Bedeutung unklar. Die gewählte Übersetzung ist mehr oder weniger Konvention, obwohl es nicht an alternativen Übersetzungsvorschlägen mangelt. (Zurück zu v.1)
bDie Präposition אֶל kann gerade in Psalmentitel auch ebenso verwendet werden wie die Präp. עַל; vgl. z.B. KBL3, S. 49; ad loc. z.B. auch Schmidt 1934, S. 39. Einige MSS haben hier sogar עַל stehen. (Zurück zu v.1)
cungeklärter Begriff. „Flöten(spiel)“ ist in der neueren Exegese m.o.w. Konvention, aber es mangelt nicht an alternativen Vorschlägen (eine gute Auflistung findet sich in Ges18, S. 800f. Ergänze noch den Vorschlag einer Ableitung vom akk nahâlu „aushöhlen“ von Geers 1918, S. 131.). Die alten Vesionen denken durchweg nicht an Instrumente: Tg denkt an „zum Tanz“; LXX, VUL, Aq und Sym denken an „Erbschaften“ und zwei MSS haben sogar הנחלות stehen; so z.B. auch YLT, LUT12; König 1927; Schmidt 1934. „Nach „das Erbe““ scheint uns daher eigentlich sogar wahrscheinlicher, aber da auch dies nicht viel mehr als ein educated guess und zusätzlich eine wissenschaftliche Minderheitenmeinung wäre, muss man wohl bei den „Flöten“ bleiben. (Zurück zu v.1)
dDie verwendeten Verben sind interessant. I.d.R. werden diese und ähnliche Ausdrücke als termini technici für Gebetserhörungen verwendet, und dies ist auch hier ihr Sinn. Hier spielt aber ein Weiteres mit hinein: Die drei Verben verdichten eine erbetene Steigerung der Aufmerksamkeit JHWHs auf das Beten des Psalmisten: V. 2a: „höre“ (אזנ „hören“), V. 2b „horch“ (בינ „achten auf“ (der Kontext schließt eine Übersetzung mit „verstehe“ oder „nimm wahr“ aus)), V. 3a „lausche (aufmerksam)(קשב „aufmerksam hinhören“, vgl. z.B. THAT II, S. 685f.).
Häufig werden solche Verwendungen in unserer Lesefassung umschrieben mit etwas wie „erhöre mich“, aber da Ps 5 häufiger mit ähnlichen Dreierpaaren von Begriffen spielt, sollte hier auf eine solche freiere Umschreibung nur zurückgegriffen werden, wenn es gelingt, auch in diesen Umschreibungen ein sich steigerndes Dreierpaar zu kommen. (zu v.2 / zu v.3)
eDie Bedeutung dieses dis legomenon ist nicht ganz klar; vorgeschlagen wurden „Grübleln, Sinnen“, „Murmeln“, „Seufzen“, „Stöhnen“ und „flehendes Klagen“. Der hierige Parallelismus legt aber stark nahe, dass es sich auch bei der Fügung בינ הֲגִיגִי um einen Ausdruck für die Erhörung eines Gebetes handelt. So schon LXX, VUL; vgl. auch Kraus 1961, S. 38. (Zurück zu v.2)
fDieser Ausdruck ist hier sehr passend. Das mit „Flehen“ übersetzte Wort in V. 2b ist leider unklar, aber es scheint, als liefe die Steigerung von JHWHs Aufmerksamkeit auf das Beten des Psalmisten (s. Fußnote d) parallel zu einer Steigerung der Lautstärke/Dringlichkeit von dessen Beten. (Zurück zu v.3)
gכִּי dient hier wie so oft bloß zur Betonung des folgenden Teilsatzes. In der neueren Exegese wird es allerdings meist als kausales כִּי interpretiert: „erhöre mich, mein König und mein Gott, weil ich zu dir rufe“ (Zurück zu v.3)
hTextkritik: Viele Exegeten wollen nach LXX und Hier dieses JHWH metri causa ans Ende von V. 3 verschieben (vgl. Budde 1915, S. 178; Dahood 1965, S. 28; Duhm 1899, S. 17f.; Irwin 1933, S. 10; Schmidt 1934, S. 9). Das ist aber unnötig. (Zurück zu v.4)
iadverbialer Akkusativ der Zeit; vgl. ad loc. A-C 2.3.2b; Dav §68. Das Yiqtol auch iterative Bedeutung haben kann, kann man es übersetzen sowohl mit „am Morgen“ als auch „jeden Morgen“ (so z.B. Kissane 1953, S. 19). Warum hier aber ein solches Gewicht auf den Zeitpunkt des Betens gelegt wird, ist unklar. Vielleicht soll damit einfach betont werden, dass der Beter schon von frühester Morgenstunde an zu JHWH betet; daher die Einfügung des „schon“ (so auch einige andere Üss). Ansonsten könnte es sich auch auf ein rituelles Morgengebet beziehen. Die Stelle ist ein wenig rätselhaft. (zu v.4)
jDie imperativische Übersetzung wird empfohlen von Auffret 1995, Craigie 1983 und Dahood 1965. Aber da V. 4b deutlich parallel ist zu 4c, sollte man wohl doch in beiden Versen gleich - und das heißt: mit Futur - übersetzen. (Zurück zu v.4)
kDieses meist mit „ich werde bereiten“ übersetzte Verb ist schwer verständlich. Joüon hat vorgeschlagen, zu emendieren nach עמד לך „auf dich will ich warten“ (vgl. z.B. ZLH, S. 606); so offenbar auch R-S: „Ich harre“. Meist aber heißt es, es sei hier nur das Objekt ausgespart und müsse ergänzt werden - was die meisten Bibelübersetzungen auch tun.
Vermutlich ist nichts von beidem nötig: ערך heißt nicht nur „[X] bereiten“. Recht wahrscheinlich kann es z.B. auch reflexiv verwendet werden für „sich bereitmachen“ (vgl. CDCH, S. 344; ad loc. auch Terrien 2003, S. 104. So interpretieren außerdem wohl auch schon LUT12, LUT, TAF, van Ess). Seeligmann hat außerdem vorgeschlagen, dass ערך durchaus auch „beten“ meinen könne (vgl. Seeligmann 1967, S. 278; vgl. auch Ges18, S. 1014; KBL3, S. 837. Schon wegen des Parallelismus ist dies die entschieden vorzuziehende Übersetzungsvariante. (Zurück zu v.4)
lzu ergänzen aus dem vorherigen clause (-> Brachylogie) (Zurück zu v.4)
m„warten“ meint: „hoffnungsvoll auf Gottes Erlösungstat harren“ (vgl. z.B. CDCH, S. 383). (Zurück zu v.4)
nemphatisches כִּי; im Deutschen nicht zu übersetzen (Zurück zu v.5)
oso unnötigerweise Dahood 1965, S. 30: „A no-god delights in evil, / but you - no evil man can be your guest.“ Im ersten Moment könnte es übrigens sogar so scheinen, als würde diese Interpretation von der Punktation gefordert, denn „Böse“ und „du“ ist im hebräischen Text durch ein Paseq getrennt. Aber Paseq wird auch verwendet, um z.B. gegensätzliche Worte voneinander abzuheben (vgl. z.B. GKC §15.f.3b), so dass auch er nicht als Indiz für die richtige Interpretation des Verses gedeutet werden kann. Wegen dem Parallelismus ist daher entschieden die Standard-deutung vorzuziehen. (Zurück zu v.5)
pSpätestens V. 6 wird klar, dass hier von Menschen die Rede ist; daher ist durchaus so zu übersetzen. Dennoch werden meist beide oder mindestens das erste Substantiv als Abstrakta gedeutet („Böses“ + „Schlechtes“). (zu v.5)
qpermissives Yiqtol (Zurück zu v.5 / zu v.6)
rSchwierig zu übersetzen. Meist: „stehen“; aber das Wort wird hier raffinierter verwendet: יצב kann sowohl (1) das bloße „Stehen“ meinen als auch (2) das Stehen-bleiben i.S.v. „verweilen“, wodurch es einen Parallelismus mit V. 6b bildet, als auch (3) das „bestehen“ i.S.v. „am Leben bleiben“, wodurch es einen Parallismus mit V. 7a bildet (man bezeichnet dies als „Janus-Parallelismus); vgl. z.B. ZLH, S. 323: „subsistere“ - das ebenfalls die Bedeutungen (2) und (3) haben kann. (Zurück zu v.6)
sAuch über die Bedeutung der הוללים ist man sich uneins in der Exegese. Das Problem ist, dass es abgeleitet werden kann von הלל I „lärmen, (sich) rühmen, preisen“ als auch von הלל III „töricht sein, (freveln (so in Lexika m.W. nur ZLH, S. 193))“. Wahlweise wird dann übersetzt: (1) „Die, die sich selbst preisen“ (2) „Angeber, Lärmer“ (dies: Mehrheitsübersetzung), (3) „Törichte, Verblendete“ oder (4) Frevler.
Da הוללים aber im Parallelismus steht zu den „Bösen“, den „Schlechten“ und den „Übeltätern“, ist es überdeutlich, dass es hier als moralische Kategorie verwendet wird; man wird sich daher Zorell anschließen müssen. Vgl. auch LXX („Gesetzesbrecher“); Hier + NVul: „Bösartige“; Buttenwieser 1938, S. 406: „Gottlose“. (Zurück zu v.6)