Psalm 8: Unterschied zwischen den Versionen

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und Mond und Sterne, <br />
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: die du bereitet hast,<br />
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{{L|5}} denke ich: Was ist der Mensch, dass du ihn beachtest?<br />
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: Was ist das Menschlein, dass du auf es achtest?<br />
: Was ist das Menschlein, dass du dich um es kümmerst?<br />
{{L|6}} Du hast ihn nur wenig geringer geschaffen als Gott,<br />
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: um ihn mit Würde und Pracht zu krönen;<br />
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Mond und Sterne,
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: die du bereitet (festgemacht, fertiggemacht, eingesetzt) hast,
: die du bereitet (festgemacht, fertiggemacht, eingesetzt) hast,
{{S|5}} [denke ich (sage ich, rufe ich):]<ref>In der biblischen Poesie werden Zitate häufig nicht durch verba dicendi eingeleitet; im Deutschen muss man diese Redeeinleitungen ergänzen. Vgl. dazu ''ad loc.'' z.B. GKC §159dd.</ref> Was [ist das] Menschlein (der Mensch, die Menschheit, der Sterbliche)<ref>Die Vokabel {{hebr}}אֱנוֹשׁ{{hebr ende}} ''Mensch'' bezieht sich oft auf den Menschen in seiner Schwachheit und Fehlerhaftigkeit, s. die Parallelstellen; vgl. auch TWOT 136a; Waltke 2010, S. 266.</ref>, dass du ihn beachtest (an ihn denkst, über ihn nachdenkst){{par|Ijob|7|17}}{{par|Ijob|15|14}}{{par|Psalm|144|3}}
{{S|5}} [denke ich (sage ich, rufe ich):]<ref>In der biblischen Poesie werden Zitate häufig nicht durch verba dicendi eingeleitet; im Deutschen muss man diese Redeeinleitungen ergänzen. Vgl. dazu ''ad loc.'' z.B. GKC §159dd.</ref> Was [ist das] Menschlein (der Mensch, die Menschheit, der Sterbliche)<ref>Die Vokabel {{hebr}}אֱנוֹשׁ{{hebr ende}} ''Mensch'' bezieht sich oft auf den Menschen in seiner Schwachheit und Fehlerhaftigkeit, s. die Parallelstellen; vgl. auch TWOT 136a; Waltke 2010, S. 266.</ref>, dass du dich seiner erinnerst (dich um es kümmerst)<ref name="Erinnern">Das „Erinnern“ und „Beachten“ Gottes sind nicht wörtlich zu verstehen - nicht so, als habe er jemanden vergessen und sei gerade unaufmerksam und müsse sich daher erst an ihn erinnern und sich seiner bewusst werden -, sondern beides sind geprägte Wendungen für ein Handeln Gottes an dem, dessen er sich „erinnert“ oder auf den er „achtet“. Ist es nicht näher bestimmt, meint es meist ein ''heilsames'' Handeln; so auch hier. Vgl. zu „Erinnern“ [[Genesis 8#s1 |Gen 8,1]]; [[Genesis 19#s29 |19,29]]; [[Genesis 30#s22 |30,22]]; [[Exodus 32#s13 |Ex 32,13]]; [[Deuteronomium 9#s27 |Dtn 9,27]] u.ö.; zu „Beachten“ [[Genesis 21#s1 |Gen 21,1]]; [[Genesis 50#s24 |50,24f]]; [[Exodus 3#s16 |Ex 3,16]]; [[Exodus 4#s31 |4,31]]; [[1Samuel 2#s21 |1Sam 2,21]] u.ö.</ref>{{par|Ijob|7|17}}{{par|Ijob|15|14}}{{par|Psalm|144|3}}
: und was [das] Menschenkind<ref>„Menschenkind“ gut nach [http://books.google.de/books?id=EpWhhv9b2MEC&printsec=frontcover&hl=de#v=onepage&q&f=false Ridderbos 1972, S. 136], da diese Übersetzung gut zum vorangehenden Halbvers passt.</ref> (der Mensch, der Sohn des Menschen, das Kind des Menschen, der Menschensohn)<ref>Heb. ''ben adam'', Sohn / Kind des ''adam''. Dass Ps 8 vielfältige Bezüge zum Schöpfungsmythos hat, wurde häufig bemerkt (bis hin zur These, mit dem konsekutiven ''waw'' schließe Ps 8 direkt an Gen 1 an); ''ben adam'' ist daher ein besonders treffender Ausdruck.</ref>, dass du ihn auf ihn achtest (für ihn sorgst)?{{par|Jesaja|56|2}}
: und was [das] Menschenkind<ref>„Menschenkind“ gut nach [http://books.google.de/books?id=EpWhhv9b2MEC&printsec=frontcover&hl=de#v=onepage&q&f=false Ridderbos 1972, S. 136], da diese Übersetzung gut zum vorangehenden Halbvers passt.</ref> (der Mensch, der Sohn des Menschen, das Kind des Menschen, der Menschensohn)<ref>Heb. ''ben adam'', Sohn / Kind des ''adam''. Dass Ps 8 vielfältige Bezüge zum Schöpfungsmythos hat, wurde häufig bemerkt (bis hin zur These, mit dem konsekutiven ''waw'' schließe Ps 8 direkt an Gen 1 an); ''ben adam'' ist daher ein besonders treffender Ausdruck.</ref>, dass du es beachtest (für es sorgst)<ref name="Erinnern" />?{{par|Jesaja|56|2}}
{{S|6}} [Nur] ein Stäubchen (ein bisschen, nur wenig) ließest du ihm fehlen<ref name ="Verbformen">Die Verbformen in Vv. 6f sind interessant: Wayyiqtol (6a) - Yiqtol (6b) - Yiqtol (7a) - Qatal (7b). Da viele Exegeten davon ausgehen, dass die Verbformen in biblischer Poesie mehr oder weniger nach Belieben gesetzt werden können, werden sie hier meist gleichzeitig übersetzt (s. z.B. EÜ: „Du hast ihn nur wenig geringer gemacht als Gott, / hast ihn mit Herrlichkeit und Ehre gekrönt. // Du hast ihn als Herrscher eingesetzt über das Werk deiner Hände, / hast ihm alles zu Füßen gelegt:...“). Dagegen spricht einiges. Erstens natürlich die Tatsache, dass hier unterschiedliche Verbformen verwendet werden, selbst (vgl. ebenso Zuber 1986; ebenso Craigie 1983; ähnlich Ross 2011). Zweitens brächte die gleichzeitige Übersetzung mit sich, dass der Psalmist aus dem Überwältigtsein von der Größe Jahwes und der Einsicht in die eigene ''Niedrigkeit'' auf einmal sich selbst als den Herrn der ganzen Erde preisen würde, und dass drittens dieser „theologische Größenwahn“ eben gerade im Rahmen eines Lobpreises auf ''Jahwe'' stünde.<br />
{{S|6}} [Nur] ein Stäubchen (ein bisschen, nur wenig) ließest du ihm fehlen<ref name ="Verbformen">Die Verbformen in Vv. 6f sind interessant: Wayyiqtol (6a) - Yiqtol (6b) - Yiqtol (7a) - Qatal (7b). Da viele Exegeten davon ausgehen, dass die Verbformen in biblischer Poesie mehr oder weniger nach Belieben gesetzt werden können, werden sie hier meist gleichzeitig übersetzt (s. z.B. EÜ: „Du hast ihn nur wenig geringer gemacht als Gott, / hast ihn mit Herrlichkeit und Ehre gekrönt. // Du hast ihn als Herrscher eingesetzt über das Werk deiner Hände, / hast ihm alles zu Füßen gelegt:...“). Dagegen spricht einiges. Erstens natürlich die Tatsache, dass hier unterschiedliche Verbformen verwendet werden, selbst (vgl. ebenso Zuber 1986; ebenso Craigie 1983; ähnlich Ross 2011). Zweitens brächte die gleichzeitige Übersetzung mit sich, dass der Psalmist aus dem Überwältigtsein von der Größe Jahwes und der Einsicht in die eigene ''Niedrigkeit'' auf einmal sich selbst als den Herrn der ganzen Erde preisen würde, und dass drittens dieser „theologische Größenwahn“ eben gerade im Rahmen eines Lobpreises auf ''Jahwe'' stünde.<br />
Sinnvoller ist daher der Vorschlag von Zuber 1986, Vv. 6a.7b als Finalsätze (->unmarkierter Nebensatz) zu lesen: „Du hast ihn nur wenig geringer gemacht als Gott / um ihn mit Herrlichkeit und Ehre zu krönen. Um ihn als Herrscher über das Werk deiner Hände einzusetzen / hast du ihm alles zu Füßen gelegt.“ - Die „Krönung“ und „Einsetzung als Herrscher“ ist also noch nicht eingetreten, sondern wird von Gott nur intendiert. Auch die innerbiblischen Bezüge weisen in diese Richtung: In [[Genesis 1#s26 |Gen 1,26-28]] schafft Gott den Menschen. Das „Herrschen über die Tiere“ in 1,28 ist aber nicht Gabe, sondern Auftrag. Noch eindrücklicher 4Ezra 6,54-59: „Dazu den Adam, den du zum Führer über alle die Geschöpfe setztest, die du geschaffen. Von ihm entstammen insgesamt wir ab, die du zu deinem Volk erwähltest. Dies alles sag ich, Herr, vor dir, dieweil du sprachsest, du habest nur um unsertwillen die erste Welt geschaffen. [...] Wenn aber unsertwegen ward die Welt erschaffen, <u>weswegen haben wir nicht diese unsere Welt auch im Besitz?</u>“ (Üs. nach Rießler 1928, S. 270f.; meine Unterstreichung). - die menschliche Herrschaft ist also sowohl nach Gen 1,28 und 4Ezra 6,54-59 eben ''noch nicht'' eingetreten. Vgl. auch Guthrie / Quinn 2006, bes. S. 236f.; vgl. außerdem die eschatologische Wendung in [[Hebräer 2#s5 |Heb 2,5-8]].</ref> zu (ließest ihn geringer sein als) Gott (Göttern, Engeln, himmlischen/übernatürliche Wesen),<ref>Heb. {{hebr}}אֱלֹהִים{{hebr ende}};„Gott“ ist die Mehrheitsübersetzung (so z.B. auch LXX, VUL, Sym, Tg). Soggin hat dagegen eingewandt, dass ''elohim'' derart übersetzt im sonst jahwistischen Psalm aus dem Rahmen fiele (vgl. Soggin (1971, S. 571)) und deshalb wohl als „Engel, himmlische Wesen“ übersetzt werden sollte. Allerdings ist unsicher, ob die Annahme von etwas wie „jahwistischen Psalmen“ überhaupt sinnvoll ist; die Mehrzahl der biblischen Texte legt eher das Gegenteil nahe: Ein israelitischer Autor kann durchaus in der Lage gewesen sein, mehrere verschiedene Gottesnamen zu verwenden. Unter Umständen verweist der Autor mit ''elohim'' sogar zurück auf Gen 1,26, was aus der Verwendung dieses Gottesnamens eine bewusste Gestaltungsentscheidung machte (vgl. Terrien 2003, S. 131; ebenso Craigie 1983, S. 98; Ross 2012, S. 289; Waltke 2010, S. 267); allerdings ist das eher eine Spekulation. So und so ist hier aber sowohl die Übersetzung „Gott“ als auch „Götter“ oder „Engel“ möglich.</ref>
Sinnvoller ist daher der Vorschlag von Zuber 1986, Vv. 6a.7b als Finalsätze (->unmarkierter Nebensatz) zu lesen: „Du hast ihn nur wenig geringer gemacht als Gott / um ihn mit Herrlichkeit und Ehre zu krönen. Um ihn als Herrscher über das Werk deiner Hände einzusetzen / hast du ihm alles zu Füßen gelegt.“ - Die „Krönung“ und „Einsetzung als Herrscher“ ist also noch nicht eingetreten, sondern wird von Gott nur intendiert. Auch die innerbiblischen Bezüge weisen in diese Richtung: In [[Genesis 1#s26 |Gen 1,26-28]] schafft Gott den Menschen. Das „Herrschen über die Tiere“ in 1,28 ist aber nicht Gabe, sondern Auftrag. Noch eindrücklicher 4Ezra 6,54-59: „Dazu den Adam, den du zum Führer über alle die Geschöpfe setztest, die du geschaffen. Von ihm entstammen insgesamt wir ab, die du zu deinem Volk erwähltest. Dies alles sag ich, Herr, vor dir, dieweil du sprachsest, du habest nur um unsertwillen die erste Welt geschaffen. [...] Wenn aber unsertwegen ward die Welt erschaffen, <u>weswegen haben wir nicht diese unsere Welt auch im Besitz?</u>“ (Üs. nach Rießler 1928, S. 270f.; meine Unterstreichung). - die menschliche Herrschaft ist also sowohl nach Gen 1,28 und 4Ezra 6,54-59 eben ''noch nicht'' eingetreten. Vgl. auch Guthrie / Quinn 2006, bes. S. 236f.; vgl. außerdem die eschatologische Wendung in [[Hebräer 2#s5 |Heb 2,5-8]].</ref> zu (ließest ihn geringer sein als) Gott (Göttern, Engeln, himmlischen/übernatürliche Wesen),<ref>Heb. {{hebr}}אֱלֹהִים{{hebr ende}};„Gott“ ist die Mehrheitsübersetzung (so z.B. auch LXX, VUL, Sym, Tg). Soggin hat dagegen eingewandt, dass ''elohim'' derart übersetzt im sonst jahwistischen Psalm aus dem Rahmen fiele (vgl. Soggin (1971, S. 571)) und deshalb wohl als „Engel, himmlische Wesen“ übersetzt werden sollte. Allerdings ist unsicher, ob die Annahme von etwas wie „jahwistischen Psalmen“ überhaupt sinnvoll ist; die Mehrzahl der biblischen Texte legt eher das Gegenteil nahe: Ein israelitischer Autor kann durchaus in der Lage gewesen sein, mehrere verschiedene Gottesnamen zu verwenden. Unter Umständen verweist der Autor mit ''elohim'' sogar zurück auf Gen 1,26, was aus der Verwendung dieses Gottesnamens eine bewusste Gestaltungsentscheidung machte (vgl. Terrien 2003, S. 131; ebenso Craigie 1983, S. 98; Ross 2012, S. 289; Waltke 2010, S. 267); allerdings ist das eher eine Spekulation. So und so ist hier aber sowohl die Übersetzung „Gott“ als auch „Götter“ oder „Engel“ möglich.</ref>

Version vom 8. August 2014, 20:15 Uhr

Syntax ungeprüft

Status: Studienfassung zu prüfen – Eine erste Übersetzung aus dem Urtext ist komplett, aber noch nicht mit den Übersetzungskriterien abgeglichen und nach den Standards der Qualitätssicherung abgesichert worden und sollte weiter verbessert und geprüft werden. Auf der Diskussionsseite ist Platz für Verbesserungsvorschläge, konstruktive Anmerkungen und zum Dokumentieren der Arbeit am Urtext.
Status: Lesefassung folgt später – Bevor eine Lesefassung erstellt werden kann, muss noch an der Studienfassung gearbeitet werden. Siehe Übersetzungskriterien und Qualitätssicherung Wir bitten um Geduld.

Lesefassung (Psalm 8)

1 Für den Chorleiter, nach der Melodie „Gittith“.
Ein Davidspsalm.


2 ⸂Gott⸃, unser Herr -

Auf der ganzen Erde wirst du verehrt,
im Himmel, da wirst du besungen!


3 Wegen dem Klagen von Kindern und Säuglingen

schufst du ein Bollwerk gegen deine Gegner,
um Feind und Rächer zu vernichten.

4 Wenn ich den Himmel sehe -

dein mächtiges Werk -,

und Mond und Sterne,

die du bereitet hast,

5 denke ich: Was ist der Mensch, dass du für ihn sorgst?

Was ist das Menschlein, dass du dich um es kümmerst?

6 Du hast ihn nur wenig geringer geschaffen als Gott,

um ihn mit Würde und Pracht zu krönen;

7um ihn herrschen zu lassen über das Werk deiner Hände

hast du ihm alles zu Füßen gelegt:

8 Schafe und Rinder allesamt,

auch jedes wilde Tier auf Erden

9 die Vögel im Himmel, die Fische im Meer;

selbst das, was im Meer seine Bahnen zieht.


10 ⸂Gott⸃, unser Herr -

Auf der ganzen Erde wirst du verehrt!

Anmerkungen

Studienfassung (Psalm 8)

1 aFür den Chorleiter (Dirigenten, Singenden, Musizierenden)b nach der Melodie „Gittith“ (nach dem Kelterlied, auf gathitischem Instrument, auf der Gittith)c.


Ein Psalm (begleitetes Lied) von (für) David.


2 JHWH, unser Herr,
: wie herrlich (mächtig) [ist] dein Name (bist du)d auf der ganzen Erde (im ganzen Land)!
: {welche} Deine Hoheit (Majestät, Pracht, Du)e wird gepriesenf im Himmel (den Himmeln, über dem Himmel)
3 Aus dem Mund von (Wegen der, Wegen dem dem Klagen der)g von Kleinkindern und Säuglingenh

: hast du ein Bollwerk (Kraft, Macht, Schutz, Festung; Lob)i errichtet (grundgelegt) um deiner Gegner willen,
: um [dem] Feind und [dem] Rachgierigen (Rächern, Rachsüchtigen) ein Ende zu bereiten (um sie zum Schweigen zu bringen, zu vernichten).
4 Sooft (wenn) ich deinen Himmel sehe (betrachte, zu deinem Himmel sehe),
: [das] Werk ([die] Werke) deiner Finger,j
Mond und Sterne,
: die du bereitet (festgemacht, fertiggemacht, eingesetzt) hast,
5 [denke ich (sage ich, rufe ich):]k Was [ist das] Menschlein (der Mensch, die Menschheit, der Sterbliche)l, dass du dich seiner erinnerst (dich um es kümmerst)m
: und was [das] Menschenkindn (der Mensch, der Sohn des Menschen, das Kind des Menschen, der Menschensohn)o, dass du es beachtest (für es sorgst)m?
6 [Nur] ein Stäubchen (ein bisschen, nur wenig) ließest du ihm fehlenp zu (ließest ihn geringer sein als) Gott (Göttern, Engeln, himmlischen/übernatürliche Wesen),q
: um ihn mit Würde (Hoheit, Ehre) und Pracht zu krönenp (segnen, hast ihn mit Würde und Pracht gekrönt).r
7 Um ihn herrschen zu lassenp (und machtest ihn zum Herrscher / Herrn, um ihn als Herrscher / Herrn einzusetzen) über das Werk deiner Hände (Macht)
: hast du ihm alles (alle Dinge) zu Füßen gelegtp.
8 Schafe (Herden) und Rinder (Vieh, Viehzeug, Kleinvieh und Großviehs) allesamt (alle)
: und auch (sogar) die Tiere des Feldest(Feld, Land)
9 die Vögel des Himmelst und die Fische des Meerest
: und dasu, was die Pfade (Wege, evt. Ströme) des Meeres durchzieht (an ihnen vorbeizieht, was im Meer seine Bahnen ziehtv).



10 JHWH, unser Herr,

wie mächtig (majestätisch, glanzvoll) ist dein Name (bist du)d auf der ganzen Erde (im ganzen Land)!

Anmerkungen

aZur „Strophik“: Nach unserer Auffassung hat der Psalm die Abschnitte V. 1 / V. 2 / V. 3-9 / V. 10. Alternative Aufteilung haben unter Anderem Christensen, Prinsloo, Terrien, van der Lugt / Labuschagne und Waltke vorgelegt; in der Regel (außer bei Christensen) wird der Psalm in 5 Einheiten aufgeteilt. Allerdings wird hier verkannt, dass vv. 3-4 gänzlich durchwaltet sind vom Leitmotiv von Gottes Herrschaft im Himmel („Bollwerk“ (s.u.), „Himmel“, „Mond“, „Sterne“) und dass eine Aufteilung vor oder nach v. 5 den Psalm nicht trifft, da v. 5 hier als „Brückenvers“ fungiert, der die beiden „Themenkomplexe“ des Psalms miteinander verknüpft („Sooft..., [denke ich bei mir]).
Einzig der Rahmen muss natürlich abgegrenzt werden, da ihm u.a. die besondere Funktion der Leserlenkung zukommt und er durch die exakte Entsprechung sich deutlich vom restlichen Psalm abhebt. (Zurück zu v.1)
bGenaue Bedeutung unklar. Die gewählte Übersetzung entspricht der Mehrheitsmeinung. (Zurück zu v.1)
cDie Bedeutung von גִּתִּית ist unklar.
  1. Tg, Rashi und mit ihm Herbert Bosham verstanden es als eine Bezeichnung für ein Musikinstrument, das aus dem Ort „Gath“ stammte: „Zu singen zur Harfe, die David aus Gath brachte“ (vgl. Waltke 2010, S. 251). Allerdings wäre der Fall, dass ein Psalm auf genau einem Instrument gespielt werden dürfte (nämlich gerade dem, das David aus Gath mitbrachte), völlig singulär in den Psalmen und der Bibel.
  2. Tur-Sinai versteht die Vokabel als Bezeichnung eines Musikinstruments („Mit dem Begleitspieler auf der Gittit“). Allerdings wäre eine solche Angabe zur Instrumentierung im Text des Psalms merkwürdig fehl am Platz.
  3. LXX, VUL, Sym lesen es als feminines Adjektiv von gath „Weinpresse“; ebenso Gregor von Nyssa („für die Weinpresse“; vgl. Miller 2010, S. 221); auch König 1927; S. 28: „nach der beim Keltern üblichen Singweise“. Allerdings ist nicht einzusehen, wie ein Lied mit einem derartigen Text als worksong dienen soll. Vorzuziehen ist daher:
  4. Einige Üss. interpretieren als Ausdruck für eine Melodie (z.B. ELB: „Nach der Gittit“). (Zurück zu v.1)
dDer „Name“ Gottes steht meist metonymisch für Gott selbst (vgl. ad loc. z.B. König 1927, S. 146); man bezeichnet damit „Gott im Menschenmund“. Daher die Alternative „bist du“.
Dass Gottes „Name“ auf der Erde „herrlich“ (אַדִּיר) ist, meint dann, das Gott selbst auf Erden sehr gepriesen wird (SS z.B. gibt aus diesem Grund für für אַדִּיר in Ps 8,2.10 tatsächlich den Übersetzungsvorschlag „gepriesen“ (S. 9), was zwar die Wortbedeutung nicht vollends trifft, den Sinn unserer Stelle aber bestens erfasst). (Zurück zu v.2 / zu v.10)
eהוֹד wird hier - entsprechend vielen anderen Gottesprädikaten (z.B. כָּבוֹד „Herrlichkeit“) - metonymisch für Gott selbst verwendet. (Zurück zu v.2)
fTextkritik: welche und wird gepriesen ist unsere Übersetzung des hebräischen Satzanfangs אֲשֶׁר תְּנָה. Der Urtext ergibt hier keinen Sinn, wörtlich übersetzt lautete er „welche (Rel.pr.), gib!, deine Herrlichkeit...“. Im Anschluss an LXX, Alter, Childs, Fokkelman, Gunkel, Kissane, König, Morgenstern, Ridderbos, Soggin, Tur-Sinai u.a. haben wir deshalb tənāh umpunktiert zu tunāh und אֲשֶׁר gestrichen. Aus „welche, gib“ wird dann „wird gepriesen“. Vgl. dazu v.a. Soggin 1971, bes. S. 565-567, der auch viele weitere Alternativen listet; s.a. die kurze Übersicht in Kaiser 1998, S. 66 und die sehr lange in Kunjummen 1985, S. 82-91. Gegen diese Lösung vgl. aber auch Donner 1967. (Zurück zu v.2)
gSchwierige Stelle; drei verschiedene Deutungen haben sich im Laufe der Zeit etabliert:
  1. Der Text wird interpretiert, wie er steht; die Übersetzung lautete dann: „Aus dem Mund von Kleinkindern und Säuglingen hast du Kraft/eine Festung gegründet wegen deiner Gegner, um Feind und Rächer zu vernichten.“ - was offensichtlicher Nonsens ist.
  2. Man lässt mit LXX עֹז nicht „Stärke, Bollwerk“, sondern „Preis, Lob“ bedeuten; die Übersetzung lautet dann: „Aus dem Mund von Kleinkindern und Säuglingen hast du Preis gegründet wegen deiner Gegner, um Feind und Rächer zu vernichten.“ - Allerdings ist nicht einzusehen, wie die Preisungen und warum die Preisungen gerade von Säuglingen Gott gegen seine Gegner helfen sollten. Zudem gehört „Preis, Lob“ wohl nicht zum Bedeutungsspektrum von עֹז. So zwar auch SS und Ges18; nicht aber BDB, DCH, KBL3, Kön; explizit dagegen ZLH und es ist dieses עֹז=„Preis“ auch eine ganz unnötige Annahme.
    1. Eine Variante dieser Deutung liest außerdem noch לְהַשְׁבִּית als „um sie zum Schweigen zu bringen“; die Übersetzung lautet dann „Aus dem Mund von Kleinkindern und Säuglingen hast du Preis gegründet wegen deiner Gegner, um Feind und Rächer zum Schweigen zu bringen.“ - Auch das macht nicht viel Sinn, denn was soll das schon bedeuten - dass Gott kleine Kinder zum Schreien bringt, um so seine Gegner zu übertönen? Und auch diese Bestimmung von שבת=„zum Schweigen bringen“ ist wohl verfehlt.
  3. Eine dritte Variante wurde z.B. vertreten von Soggin und Fokkelman, die V. 3a zu 2 ziehen: „Deine Hoheit wird gepriesen im Himmel aus dem Mund von Kleinkindern und Säuglingen. Du hast ein Bollwerk/Stärke gegründet...“ - Allerdings ist hier fraglich, was Kleinkinder und Säuglinge im Himmel zu suchen haben.
  4. Es sei daher vorsichtig folgende alternative Deutung vorgeschlagen: (a) Die Präposition מִנ ist zu deuten als min causae; (b) פֶּה bedeutet nicht nur „Mund“, sondern steht auch synekdochisch für Menschen als Redende (vgl. z.B. Gen 24,57: „ihren Mund befragen“=„sie befragen“; 45,12: „Mein Mund spricht zu euch“=„Ich spreche zu euch“; Dtn 31,21: „Euer Mund soll nicht vergessen“=„Ihr sollt immerfort wiederholen“ u.ö.); auch bezeichnet es häufig metonymisch Akte des Sprechens; hier also das Klagen von Kindern / die Gebete von Kindern (dies schon Smend 1888; SS 568). -> Aufgrund von etwas, das die Kinder von sich gegeben haben, handelt Gott, wie er handelt (so kürzlich auch Schnieringer 2004, S. 148:„Um des Schreiens der Kinder willen“).
    V. 3 wäre dann eine Umschreibung von V. 5, die ohnehin eng zusammenhängen, da hier wie dort „Mensch“ durch je zwei Begriffe umschrieben wird, die die Kleinheit des Menschen unterstreichen: Gott reagiert auf das Klagen von Kleinkind und Säugling = Gott achtet auf Menschlein und Menschenkind. (Zurück zu v.3)
hSowohl das Wort für „Kleinkinder“ als auch das für „Säuglinge“ steht für Kinder bis maximal drei Jahren; i.d.R. sogar für Kinder im „Säuge-Alter“. Die übliche deutsche Übersetzung mit „Kinder und Säuglinge“ ist also ungenau. (Zurück zu v.3)
izu den verschiedenen Übersetzungsweisen vgl. BDB 799; Dahood 1965, S. 166; Soggin 1971, S. 568; mit dem „Bollwerk“ ist vermutlich der Himmelsbogen gemeint, der das Wasser über der Erde zurückhält und über dem Gott thront. Zu „Preis“ vgl. noch Fußnote h. (Zurück zu v.3)
jFür den Ausdruck „Finger Gottes“ sind unterschiedlichste Deutungen vorgeschlagen worden. Craigie 1983 etwa schlägt die (für das Deutsche und Englische) naheliegende Deutung vor, dass das mit dem Finger Gottes Gewirkte für Gott nur eine Kleinigkeit sei; Alter 2007 glaubt, dass „Finger“ hier deshalb verwendet wird, um auf die „Feinarbeit“ zu verweisen, die Gott bei der Schöpfung des Himmels verrichtet habe.
Für diese und andere Deutungen fanden wir in der Bibel keine Indizien. Für das AT lässt sich festhalten: In der Regel findet sich der Begriff „Finger“ nur im Parallelismus zur wesentlich häufigeren „Hand“; der „Finger Gottes“ steht dann dabei meist im Zusammenhang mit Machttaten Gottes und bezeichnet so Gottes Macht (s. z.B. Ex 8,19 u.ö.; noch im NT: Lk 11,20). Auch in Ps 8 ist wenig später (v. 7) die Rede von der „Hand Gottes“, so dass dies wohl die wahrscheinlichste Deutung ist. Ähnlich auch schon Cumming 1854, S. 5. (Zurück zu v.4)
kIn der biblischen Poesie werden Zitate häufig nicht durch verba dicendi eingeleitet; im Deutschen muss man diese Redeeinleitungen ergänzen. Vgl. dazu ad loc. z.B. GKC §159dd. (Zurück zu v.5)
lDie Vokabel אֱנוֹשׁ Mensch bezieht sich oft auf den Menschen in seiner Schwachheit und Fehlerhaftigkeit, s. die Parallelstellen; vgl. auch TWOT 136a; Waltke 2010, S. 266. (Zurück zu v.5)
mDas „Erinnern“ und „Beachten“ Gottes sind nicht wörtlich zu verstehen - nicht so, als habe er jemanden vergessen und sei gerade unaufmerksam und müsse sich daher erst an ihn erinnern und sich seiner bewusst werden -, sondern beides sind geprägte Wendungen für ein Handeln Gottes an dem, dessen er sich „erinnert“ oder auf den er „achtet“. Ist es nicht näher bestimmt, meint es meist ein heilsames Handeln; so auch hier. Vgl. zu „Erinnern“ Gen 8,1; 19,29; 30,22; Ex 32,13; Dtn 9,27 u.ö.; zu „Beachten“ Gen 21,1; 50,24f; Ex 3,16; 4,31; 1Sam 2,21 u.ö. (zu v.5)
n„Menschenkind“ gut nach Ridderbos 1972, S. 136, da diese Übersetzung gut zum vorangehenden Halbvers passt. (Zurück zu v.5)
oHeb. ben adam, Sohn / Kind des adam. Dass Ps 8 vielfältige Bezüge zum Schöpfungsmythos hat, wurde häufig bemerkt (bis hin zur These, mit dem konsekutiven waw schließe Ps 8 direkt an Gen 1 an); ben adam ist daher ein besonders treffender Ausdruck. (Zurück zu v.5)
pDie Verbformen in Vv. 6f sind interessant: Wayyiqtol (6a) - Yiqtol (6b) - Yiqtol (7a) - Qatal (7b). Da viele Exegeten davon ausgehen, dass die Verbformen in biblischer Poesie mehr oder weniger nach Belieben gesetzt werden können, werden sie hier meist gleichzeitig übersetzt (s. z.B. : „Du hast ihn nur wenig geringer gemacht als Gott, / hast ihn mit Herrlichkeit und Ehre gekrönt. // Du hast ihn als Herrscher eingesetzt über das Werk deiner Hände, / hast ihm alles zu Füßen gelegt:...“). Dagegen spricht einiges. Erstens natürlich die Tatsache, dass hier unterschiedliche Verbformen verwendet werden, selbst (vgl. ebenso Zuber 1986; ebenso Craigie 1983; ähnlich Ross 2011). Zweitens brächte die gleichzeitige Übersetzung mit sich, dass der Psalmist aus dem Überwältigtsein von der Größe Jahwes und der Einsicht in die eigene Niedrigkeit auf einmal sich selbst als den Herrn der ganzen Erde preisen würde, und dass drittens dieser „theologische Größenwahn“ eben gerade im Rahmen eines Lobpreises auf Jahwe stünde.
Sinnvoller ist daher der Vorschlag von Zuber 1986, Vv. 6a.7b als Finalsätze (->unmarkierter Nebensatz) zu lesen: „Du hast ihn nur wenig geringer gemacht als Gott / um ihn mit Herrlichkeit und Ehre zu krönen. Um ihn als Herrscher über das Werk deiner Hände einzusetzen / hast du ihm alles zu Füßen gelegt.“ - Die „Krönung“ und „Einsetzung als Herrscher“ ist also noch nicht eingetreten, sondern wird von Gott nur intendiert. Auch die innerbiblischen Bezüge weisen in diese Richtung: In Gen 1,26-28 schafft Gott den Menschen. Das „Herrschen über die Tiere“ in 1,28 ist aber nicht Gabe, sondern Auftrag. Noch eindrücklicher 4Ezra 6,54-59: „Dazu den Adam, den du zum Führer über alle die Geschöpfe setztest, die du geschaffen. Von ihm entstammen insgesamt wir ab, die du zu deinem Volk erwähltest. Dies alles sag ich, Herr, vor dir, dieweil du sprachsest, du habest nur um unsertwillen die erste Welt geschaffen. [...] Wenn aber unsertwegen ward die Welt erschaffen, weswegen haben wir nicht diese unsere Welt auch im Besitz?(Üs. nach Rießler 1928, S. 270f.; meine Unterstreichung). - die menschliche Herrschaft ist also sowohl nach Gen 1,28 und 4Ezra 6,54-59 eben noch nicht eingetreten. Vgl. auch Guthrie / Quinn 2006, bes. S. 236f.; vgl. außerdem die eschatologische Wendung in Heb 2,5-8. (zu v.6 / zu v.7)
qHeb. אֱלֹהִים;„Gott“ ist die Mehrheitsübersetzung (so z.B. auch LXX, VUL, Sym, Tg). Soggin hat dagegen eingewandt, dass elohim derart übersetzt im sonst jahwistischen Psalm aus dem Rahmen fiele (vgl. Soggin (1971, S. 571)) und deshalb wohl als „Engel, himmlische Wesen“ übersetzt werden sollte. Allerdings ist unsicher, ob die Annahme von etwas wie „jahwistischen Psalmen“ überhaupt sinnvoll ist; die Mehrzahl der biblischen Texte legt eher das Gegenteil nahe: Ein israelitischer Autor kann durchaus in der Lage gewesen sein, mehrere verschiedene Gottesnamen zu verwenden. Unter Umständen verweist der Autor mit elohim sogar zurück auf Gen 1,26, was aus der Verwendung dieses Gottesnamens eine bewusste Gestaltungsentscheidung machte (vgl. Terrien 2003, S. 131; ebenso Craigie 1983, S. 98; Ross 2012, S. 289; Waltke 2010, S. 267); allerdings ist das eher eine Spekulation. So und so ist hier aber sowohl die Übersetzung „Gott“ als auch „Götter“ oder „Engel“ möglich. (Zurück zu v.6)
rDie Rede vom „Krönen“ wird in der Bibel häufiger metaphorisch als buchstäblich verwendet; dass JHWH jemanden mit etwas „krönt“ ist eine Metapher dafür, dass er ihn mit etwas „segnet“ (vgl. z.B. Ryken 1998, S. 185: „Quite often in both the NT and OT, crowns are symbols of God's blessings on his people.“). Vgl. Ps 5,13; Ps 65,12; Ps 103,4. (Zurück zu v.6)
sZu „Schafe und Rinder“ als „Kleinvieh und Großvieh“ vgl. ad loc. Craigie 1983, S. 96. (Zurück zu v.8)
t„Tiere des Feldes“, „Vögel des Himmels“ und „Fische des Meeres“ sind im Hebräischen geprägte Wendungen, die nicht mehr bedeuten als „wilde Tiere“ „Vögel“ und „Fische“ (vgl. z.B. ad loc. Waltke 2010, S. 271); „des Feldes/Himmels/Meeres“ könnte - und sollte - daher im Deutschen normalerweise ausgespart werden. Da dies hier aber zusammen mit dem in der Bibel ebenso gebräuchlichen Doppelmerismus Erde – Himmel – Meer verwendet wird und so dazu beiträgt, der „Globalität“ der von Gott für den Menschen intendierten Herrschaft Ausdruck zu verleihen, sollten die Glieder in der Übersetzung doch beibehalten werden; vielleicht natürlicher als „Tiere auf dem Boden“, „Vögel im Himmel“, „Fische im Meer“. (Zurück zu v.8 / zu v.9)
uDer Psalmist wechselt hier vom Plural „Fische“ zum Singular „das, was durchzieht“. Das könnte zwar auch schlicht generischer Singular sein; wahrscheinlicher ist aber, dass es sich hier auf den Leviathan bezieht (Waltke 2010, S. 271). Vv. 8a.9a nennen dann jeweils im Merismus zwei Tiergattungen, für die das Beherrscht-Werden verständlich ist, Vv. 8b.9b dagegen eine Tiergattung, für die das ganz unwahrscheinlich ist: V. 8a: „Kleinvieh und Großvieh“, aber auch 8b: „die wilden Tiere“. V. 9a: „Vögel und Fische“, aber auch 9b: selbst den „Leviathan“. (Zurück zu v.9)
vzu „seine Bahnen zieht“ vgl. Waltke 2010, S. 271: Die Pfade des Meeres steht für die Reiseroute des Leviathans. (Zurück zu v.9)