K fast fertig bis 11. |
K fertig bis 11. |
||
| Zeile 36: | Zeile 36: | ||
_Eine Zuflucht für Zeiten der Bedrängnis, | _Eine Zuflucht für Zeiten der Bedrängnis, | ||
{{S|11}} Damit zu dir flüchten können (und zu dir werden/können/dürfen flüchten) [jene], die deinen Namen kennen,<ref>''[jene], die deinen Namen kennen'' - geläufiger Ausdruck für JHWH-Verehrer: jene, die ''dich verehren'' (vgl. z.B. Ehrlich 1905, S. 18; THAT I, Sp. 694f.).</ref> | {{S|11}} Damit zu dir flüchten können (und zu dir werden/können/dürfen flüchten) [jene], die deinen Namen kennen,<ref>''[jene], die deinen Namen kennen'' - geläufiger Ausdruck für JHWH-Verehrer: jene, die ''dich verehren'' (vgl. z.B. Ehrlich 1905, S. 18; THAT I, Sp. 694f.).</ref> | ||
_Weil du nicht im Stich lässt, die dich suchen, JHWH.<ref>Diese Verse sind ein schönes Beispiel dafür, wie zentral das Stilprinzip der Varianz in der heb. Lyrik ist. Z.B. werden in Vv. 6-8 drei verschiedene Ausdrücke für „ewig“ verwendet (um „die Ewigkeit [Gottes] als Antithese zur Sterblichkeit der Menschen nennen“ zu können (Eerdmans 1947, S. 122)); z.B. werden in Vv. 9-11 drei verschiedene grammatische Konstruktionen zum Ausdruck von finalen Nebensätzen verwendet (9a: Waw-X-Yiqtol - was in 9b dann noch mal variiert wird durch Yiqtol-X -, 10a Waw-Jussiv, 11a Waw-Yiqtol). In 9a und 9b werden zwei unterschiedliche, aber synonyme Wörter für „richten“ und zwei unterschiedliche, aber synonyme Ausdrücke für „gerecht“ verwendet. In V. 10 wird „Zuflucht“ zweimal unterschiedlich spezifiziert: 10a: „Zuflucht ''für die Bedrückten''“, 10b: „Zuflucht ''für Zeiten der Bedrängnis''“. Von V. 10 auf 11 findet sich wieder ein P-Shift (dazu s. [http://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Psalm_9#note_d FN d]). Und in V. 11 finden sich zwei unterschiedliche stehende Ausdrücke für JHWH-Verehrer.</ref> | _Weil du nicht im Stich lässt, die dich suchen,<ref>Auch ''die dich suchen'' ist ein Ausdruck für JHWH-Verehrer: die, die ''sich zu dir halten'' (vgl. THAT I, Sp. 464-466).</ref> JHWH.<ref>Diese Verse sind ein schönes Beispiel dafür, wie zentral das Stilprinzip der Varianz in der heb. Lyrik ist. Z.B. werden in Vv. 6-8 drei verschiedene Ausdrücke für „ewig“ verwendet (um „die Ewigkeit [Gottes] als Antithese zur Sterblichkeit der Menschen nennen“ zu können (Eerdmans 1947, S. 122)); z.B. werden in Vv. 9-11 drei verschiedene grammatische Konstruktionen zum Ausdruck von finalen Nebensätzen verwendet (9a: Waw-X-Yiqtol - was in 9b dann noch mal variiert wird durch Yiqtol-X -, 10a Waw-Jussiv, 11a Waw-Yiqtol). In 9a und 9b werden zwei unterschiedliche, aber synonyme Wörter für „richten“ und zwei unterschiedliche, aber synonyme Ausdrücke für „gerecht“ verwendet. In V. 10 wird „Zuflucht“ zweimal unterschiedlich spezifiziert: 10a: „Zuflucht ''für die Bedrückten''“, 10b: „Zuflucht ''für Zeiten der Bedrängnis''“. Von V. 10 auf 11 findet sich wieder ein P-Shift (dazu s. [http://offene-bibel.de/mediawiki/index.php?title=Psalm_9#note_d FN d]). Und in V. 11 finden sich zwei unterschiedliche stehende Ausdrücke für JHWH-Verehrer.<br />Eine weitere stilistische Besonderheit: ''JHWH'' steht drei Mal in Vv. 8-11: Als erstes Wort, als letztes Wort und genau in der Mitte (vgl. Benum 2009, S. 6).</ref></poem> | ||
{{S|12}} | {{S|12}} | ||
Version vom 7. Dezember 2015, 12:45 Uhr
Syntax ungeprüft


Lesefassung (Psalm 9)
(kommt später)Studienfassung (Psalm 9)
1 Für den Chorleiter (Dirigenten, Singenden, Musizierenden).〈a〉 `almut labben ([Vorzutragen vom] Vorsteher [über das Ritual] „`almut labben“)〈b〉 Ein Psalm (begleitetes Lied) von (für, über, nach Art von) David.
2 [A]〈c〉 Ich will (werde) JHWH preisen (danken, bekennen)〈d〉 mit meinem ganzen Herzen
Ich will erzählen all' deine Wundertaten.
3 Ich will mich freuen und jubeln über dich,
Ich will deinen Namen (dich)〈e〉 besingen (bespielen), Höchster,〈f〉
4 [B]〈c〉 Als meine Feinde zurückwichen,
Mussten sie stolpern〈g〉 und vor dir〈h〉 zugrunde gehen,〈i〉
5 Denn du hast mir Recht und mir Gerechtigkeit geschafft,
saßest (hast dich gesetzt) auf dem Thron als gerechter Richter〈j〉 (, [hast] gerecht gerichtet).
6 [C]〈c〉 Du hast Nationen〈k〉 niedergemacht (gescholten):〈l〉 Einen Schlechten (Schlechte)〈m〉 ließest du zugrunde gehen,
Ihren Namen hast du ausgelöscht〈n〉 auf immer und [für alle] Zeit.
7 Der Feind - vernichtet sind [seine] Ruinen 〈o〉auf ewig;
Und Gegner (Städte)〈p〉 hast du entwurzelt (zerstört?), was an sie erinnert, ist zugrunde gegangen. {Sie}〈q〉
8 [E (?)]〈c〉 [Sie!]〈q〉 Doch JHWH wird für immer thronen.
Er hat aufgerichtet seinen Thron zum Gericht,
9 Um die Welt gerecht zu richten (und er wird die Welt gerecht richten),
Gericht zu halten (Gericht halten wird er) über die Völker recht,
10 [F]〈c〉 Damit JHWH sei (und JHWH soll sein) eine Zuflucht für die Bedrückten,
Eine Zuflucht für Zeiten der Bedrängnis,
11 Damit zu dir flüchten können (und zu dir werden/können/dürfen flüchten) [jene], die deinen Namen kennen,〈r〉
Weil du nicht im Stich lässt, die dich suchen,〈s〉 JHWH.〈t〉
Anmerkungen
| a | Chorleiter - Heb. menatseach; genaue Bedeutung unklar. Die Primärübersetzung „Chorleiter“ ist mehr oder weniger Konvention. S. noch nächste FN. (Zurück zu v.1) |
| b | `almut labben ([Vorzutragen vom] Vorsteher [über das Ritual] „`almut labben“) - rätselhafter Begriff. Auch in den alten Übersetzungen und Deutungen wird unterschiedlich damit umgegangen: Viele Handschriften korrigieren zu `al-mut labben, was auch Tg und Hieronymus vorlag; dies wird dann meist als die Angabe eines bekannten Liedes gesehen, nach dessen Melodie der Psalm zu singen sei: „[zu singen] nach [der Melodie des Liedes] ‚Sterben für den Sohn/Sterben des Sohnes‘“ (so auch viele Üss.). LXX und VUL dagegen interpretieren als tha`alumot labben („[über die] Geheimnisse des Sohnes“). Einige neuere Üss. schließlich korrigieren den Text (=> Textkritik) von `almut nach `alamot (so wohl auch Aq), was sich auch im Titel von Ps 46,1 und auch in 1 Chr 15,20f. findet und ws. soviel wie „Jungfrauenweise“=„hohe Gesangsstimme“ bedeutet („Jungfrauenweise für den Sohn“ => GN: „für hohe Knabenstimmen“). Dass in den sog. „Psalmenüberschriften“ Angaben zur Melodie der Psalmen stehen, ist nicht sehr wahrscheinlich. Einen wahrscheinlicheren Vorschlag zu ihrem Verständnis hat 1970 John Sawyer gemacht (s. Sawyer 2011b): In akkadischen Ritualtexten gibt es ähnliche Angaben wie in den Psalmüberschriften; u.a. wird dort häufig spezifiziert, wer den folgenden Text vorzutragen hat und welches Ritual Anlass des jeweiligen Ritualtextes ist. Entsprechend wäre dann in den Psalmen der menatseach nicht der „Chorleiter“ und `almut labben nicht die Melodie, sondern der menatseach wäre Vorsteher über das Ritual mit dem Namen `almut labben, bei dem der Psalm vorzuträgen wäre. Doch ist auch dies nur ein „educated guess“ und „Chorleiter“ und „[nach der Melodie]“ sind in dt. Üss. so etabliert, dass die LF doch besser dieser Deutung folgen sollte: „Für den Chorleiter. [Vorzutragen] nach [der Melodie des Liedes] ‚almut labben‘“. (Zurück zu v.1) |
| c | Ps 9-10 sind das erste der sog. „Akrosticha“ im Psalter: Mehrere aufeinanderfolgende Zeilen beginnen mit dem jeweils nächsten Buchstaben im Alphabet (s. dazu näher z.B. Akrostichon (WiBiLex)). In Ps 9-10 ist offensichtlich angezielt worden, immer die erste Zeile von zwei Doppelzeilen mit dem nächsten Buchstaben beginnen zu lassen, also etwa Alef in der ersten Zeile der ersten Doppelzeile, Bet in der ersten Zeile der dritten Doppelzeile, Gimel in der ersten Zeile der fünften Doppelzeile usw. Das besondere bei Ps 9-10 ist aber, dass dieses Muster strikt nur an acht von 22 Stellen durchgehalten ist (s. dazu auch die Anmerkungen); um dies erkennbar zu machen, haben wir an den betreffenden Stellen jeweils den entsprechenden deutschen Buchstaben eingefügt. Zu den Unregelmäßigkeiten: An einigen Stellen stimmt die Zeilenzahl nicht; dies ist direkt an der Übersetzung erkennbar. Weiterhin:
|
| d | ich will JHWH preisen - Viele Üss. nach LXX, Aq und Sym: „Ich will [dich] preisen, JHWH“. Das ist richtig: Der Dichter verwendet hier ein Stilmittel, einen sog. „P-Shift“: In heb. Lyrik kann aus poetischen Gründen von einer Zeile auf die nächste von einer Person zur nächsten gewechselt werden (also z.B. hier: Zeile 1: Rede von Gott (3. Pers.) => Zeile 2: Rede zu Gott (2. Pers.)), ohne, dass dies einen Bedeutungsunterschied machen würde. Weil dieses Stilmittel im Dt. ungebräuchlich ist, sollte besser auch in der LF so übersetzt werden. (Zurück zu v.2) |
| e | deinen Namen (dich) - der „Name“ Gottes steht hier wie meist in den Pss. für Gott selbst, genauer: für „Gott im Menschenmund“. Näher am Sinn wäre daher die Üs. „will dich besingen“ (so z.B. auch EÜ, GN, NeÜ). (Zurück zu v.3) |
| f | In Vv. 2-3 beginnt nicht nur das erste Wort mit Alef, dem ersten Buchstaben des heb. Alphabets - wie es das in FN c beschriebene Muster erwarten lassen würde -, sondern jede Zeile und alle fünf verwendeten Verben beginnen mit diesem Buchstaben. (Zurück zu v.3) |
| g | stolpern - häufige Metapher u.a. für das Besiegt-werden; s. z.B. Lev 26,37; 2 Chr 25,8; Ps 27,2 (vgl. V. 3); 64,8; Jes 3,8; 8,15 u.ö. (Zurück zu v.4) |
| h | vor dir - W. „von vor deinem Angesicht“. „Vor jmds Angesicht“ darf nicht wörtlich verstanden werden, sondern wird in der Bibel in den meisten Fällen als bloße Präposition verwendet („vor“; vgl. z.B. THAT II, Sp. 443). In vielen Fällen wird aber gerade dann speziell diese Präposition verwendet, wenn von der Niederlage von Feinden vor/durch ihre Gegner die Rede ist (vgl. ebd., Sp. 444); gemeint ist also hier, was der Kontext ohnehin klar macht: Die Feinde des Beters werden bei ihrer Rückkehr stolpern - d.h. „besiegt werden“, s. vorige FN -, und der, der sie besiegt, ist Gott. Das „Preislied“ auf Gott setzt also ein mit der Beschreibung desselben als einem für den Beter kämpfenden Streiter. (Zurück zu v.4) |
| i | tFN: Als ... mussten - W. auf den ersten Blick: „Wenn meine Feinde zurückweichen, werden/sollen sie stolpern und vor dir zugrunde gehen“ (so z.B. Terrien 2003; Zuber 1986). Die folgenden Zeilen zeigen aber klar, dass die hier beschriebene Niederlage der Feinde in der Vergangenheit liegt. Vermutlich handelt es sich daher hier um sog. „prospektive Yiqtols“ (dazu vgl. z.B. Joosten 2012, S. 281-283): „Als meine Feinde zurückwichen“ setzt die Referenzzeit, und von dieser Referenzzeit aus gesehen liegt das „Stolpern und zugrunde gehen“ in der Zukunft; daher wird für „stolpern“ und „zugrunde gehen“ die (futurische) Verbform Yiqtol verwendet. Wir haben versucht, dies durch eine Übersetzung mit „mussten“ nachzubilden; die natürlichere dt. Übersetzung wäre aber die mit durchgehend Vergangenheit: „Als meine Feinde zurückwichen, da strauchelten sie und kamen um vor deinem Angesicht“ (SLT). (Zurück zu v.4) |
| j | auf dem Thron als gerechter Richter - im Alten Israel galt der König als der „oberste Richter und Garant des Rechts“ (König / Königtum (AT) (WiBiLex)); der Übergang von der Streitermetapher zur Metapher vom thronenden Richter ist im Heb. also nicht so hart wie im Dt. S. ähnlich den Übergang von Ps 89,9-11.14 zu 89,15 und von Ps 97,1-2 zu 97,3-5. (Zurück zu v.5) |
| k | Nationen - Heb. gojim, oft verwendet für Nationen qua heidnische Nationen; sinngemäßer daher „Heidenvölker“ (ähnlich z.B. Bonkamp 1949; Ehrlich 1905; Weber 2001: „Heiden“). (Zurück zu v.6) |
| l | niedergemacht (gescholten) - meist übersetzt als „gescholten“. Das ist auch die w. Bed. des Wortes, von dieser Übersetzung ist dennoch entschieden abzuraten: Das „Schelten“ mit Gott als Subjekt hat sehr häufig Zerstörung zur Folge: In Ps 80,17 folgt daaraus der Tod - wie es ja auch hier in Parallele zu „ließest zugrunde gehen“ steht -; in Jes 17,13 und 30,17 werden Völker durch Gottes Schelte in die Flucht geschlagen, in Ps 76,7; Jes 51,20 werden Mensch und Tier durch die Schelte Gottes ohmächtig, in 2 Sam 22,16; Ps 104,7; 106,9; Jes 50,2 und Nah 1,4 trocknet das Meer aus, weil Gott es schilt. Dieses Schelten mit „zerstörender Wirkung“ (THAT I, Sp. 429) kommt vielleicht am besten in der Übersetzung „niedermachen“ zum Ausdruck. (Zurück zu v.6) |
| m | einen Schlechten (Schlechte) - N-Shift: Aus poetischen Gründen wechselt das Heb. vom einen Satz zum nächsten vom Pl. („Nationen“) zum Sg. („einen Schlechten“). Tg fühlt sich wegen diesem Shift sogar zur Explikation veranlasst: „Du hast das Volk [der Philister] gescholten und [Goliath], den Schlechten, zerstört.“ Gemeint sind wahrscheinlich in beiden Sätzen mehrere Feinde, daher z.B. Alexander 1850, S. 42: „many a wicked enemy“; auch viele Üss. und schon Saadja übersetzen daher mit Pl. Für einige Bspp. für Shifts innerhalb derselben Zeile vgl. z.B. Gevirtz 1961, S. 157. (Zurück zu v.6) |
| n | Ihren Namen hast du ausgelöscht meint wohl: Du hast ihre ganze Linie ausgerottet (zu schem i.S.v. „Linie“ vgl. z.B. Brichto 1973, S. 22). Die Aussage wird also immer stärker: „einen Schlechten“ (6a) => „seine ganze Linie“ (6b) => „ganze Städte“ (7). Der N-Shift in 6a dient wohl dazu, diese Steigerung noch deutlicher zu machen. (Zurück zu v.6) |
| o | Der Feind - [seine] Ruinen = „Die Ruinen des Feindes“. tFN: Die Syntax des Satzes ist nicht ganz einfach; vermutlich ist aber zu analysieren als Casus pendens ohne resumptives Pronomen: Im Heb. kann ein Satzglied von seiner „Stelle“ im Satz an den Satzanfang gestellt werden, um es bes. hervorzuheben; meistens wird es dann an seiner „eigentlichen“ Stelle durch ein Pronomen wie „seine“ vertreten. Dieses kann aber auch entfallen (vgl. IBHS 4.7b; z.St. Gordis 1957, S. 110f.), und dies ist hier der Fall. Für eine weitere erwägenswerte Deutung vgl. Tsumura 1988, S. 235: „Der Feind ist vernichtet - [wie] Ruinen auf ewig / [wie (?)] Städte, die du zerstört hast - was an ihn erinnert...“ Etwas schwierig ist dann nur die Zuordnung von „auf ewig“. (Zurück zu v.7) |
| p | Gegner statt der häufigen Üs. „Städte“ nach Gordis 1957, S. 11; Herkenne 1936, S. 68; s. 1 Sam 28,16; Sir 37,5; vgl. Ges18, S. 1007. (Zurück zu v.7) |
| q | Sie (heb. hemmah) z.B. mit BHS, Goldingay 2006 und Kissane 1953 vom Ende von V. 7 an den Anfang von V. 8 verschoben, da es am Ende von V. 7 wenig Sinn macht und auf diese Weise mit V. 8 im Akrostichon (s. FN c) wenigstens eine He-Zeile existiert, nachdem schon die Dalet-Zeile ausgefallen ist. In der Üs. folgen wir Goldingay 2006. LXX und VUL verstehen die Konsonanten des urspr. Textes als hommeh („lärmend“): „Was an sie erinnert, ist lärmend zugrunde gegangen“; auch im den alten Üss. vorliegenden heb. Text stand das Wort am Ende der beiden Gimel-Doppelzeilen. (Zurück zu v.7 / zu v.8) |
| r | [jene], die deinen Namen kennen - geläufiger Ausdruck für JHWH-Verehrer: jene, die dich verehren (vgl. z.B. Ehrlich 1905, S. 18; THAT I, Sp. 694f.). (Zurück zu v.11) |
| s | Auch die dich suchen ist ein Ausdruck für JHWH-Verehrer: die, die sich zu dir halten (vgl. THAT I, Sp. 464-466). (Zurück zu v.11) |
| t | Diese Verse sind ein schönes Beispiel dafür, wie zentral das Stilprinzip der Varianz in der heb. Lyrik ist. Z.B. werden in Vv. 6-8 drei verschiedene Ausdrücke für „ewig“ verwendet (um „die Ewigkeit [Gottes] als Antithese zur Sterblichkeit der Menschen nennen“ zu können (Eerdmans 1947, S. 122)); z.B. werden in Vv. 9-11 drei verschiedene grammatische Konstruktionen zum Ausdruck von finalen Nebensätzen verwendet (9a: Waw-X-Yiqtol - was in 9b dann noch mal variiert wird durch Yiqtol-X -, 10a Waw-Jussiv, 11a Waw-Yiqtol). In 9a und 9b werden zwei unterschiedliche, aber synonyme Wörter für „richten“ und zwei unterschiedliche, aber synonyme Ausdrücke für „gerecht“ verwendet. In V. 10 wird „Zuflucht“ zweimal unterschiedlich spezifiziert: 10a: „Zuflucht für die Bedrückten“, 10b: „Zuflucht für Zeiten der Bedrängnis“. Von V. 10 auf 11 findet sich wieder ein P-Shift (dazu s. FN d). Und in V. 11 finden sich zwei unterschiedliche stehende Ausdrücke für JHWH-Verehrer. Eine weitere stilistische Besonderheit: JHWH steht drei Mal in Vv. 8-11: Als erstes Wort, als letztes Wort und genau in der Mitte (vgl. Benum 2009, S. 6). (Zurück zu v.11) |