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Es erfülle JHWH all deine Bitten!</poem> | Es erfülle JHWH all deine Bitten!</poem> | ||
Version vom 16. Dezember 2018, 20:18 Uhr
Syntax ungeprüft


Lesefassung (Psalm 20)
(kommt später)Studienfassung (Psalm 20)
1 Für den Chorleiter (Dirigenten, Singenden, Musizierenden; [Vorzutragen vom] Vorsteher [über das Ritual]).〈a〉 Ein Lied von (für, über) David.
2 Es antworte dir JHWH am Tag der Not,〈b〉
Es schütze dich der Name〈c〉 des Gottes Jakobs.〈d〉
3 Er sende Hilfe dir aus dem (seinem)〈e〉 Heiligtum
Und vom Zion〈f〉 aus unterstütze er dich!
4 Er gedenke all deiner Opferungen
Und dein(e) Brandopfer〈g〉 sehe er als fett an (erkläre er als fett).〈h〉 {Selah}〈i〉
5 Er gebe dir (Es gebe dir JHWH)〈j〉 nach deinem Herzen
Und all deine Pläne (deinen ganzen Plan)〈k〉 erfülle er (lasse er gelingen)!
6 Wir wollen jubeln über deine Rettung
Und dank dem (im, auf, über den) Namen〈c〉 unseres Gottes triumphieren (das Banner erheben, blicken, warten)!〈l〉
Es erfülle JHWH all deine Bitten!
Anmerkungen
| a | Chorleiter - Heb. menatseach; genaue Bedeutung ganz unklar. Die Primärübersetzung „Chorleiter“ ist mehr oder weniger Konvention. (Zurück zu v.1) |
| b | Es antworte - nämlich mit seinem rettenden Handeln. (Zurück zu v.2) |
| c | Name - Zum „Namen“ Gottes s. die Anmerkungen. (Zurück zu v.2 / zu v.6) |
| d | Jakobs - einer der Patriarchen, dessen Geschichte ab Gen 25 erzählt wird. Später steht der Name „Jakob“ auch stellvertretend für Israel; gemeint ist also „der Gott, der auch schon der Gott Jakobs war“ = „der Gott unserer Vorväter“ und „der Gott, der der Gott Israels ist“. Hier überaus passend: Der Name Jakob – im Heb. Ja`aqob – bedeutet wörtlich „Jah(we) schützt“ (vgl. Rechenmacher 2012 §344); „es schütze dich der Name des Gottes ‚Jah schützt‘“ ist also ein Wortspiel. (Zurück zu v.2) |
| e | Textkritik: „Aus dem Heiligtum und“ ist heb. mqdš w. Tg und Syr dagegen könnte mqdšw w vorgelegen haben: „aus seinem Heiligtum“; die Üs. könnte aber auch nur explizieren, was ohnehin klar ist: Dass mit dem Heiligtum der Tempel Gottes gemeint ist. „Aus seinem Heiligtum“ übersetzen auch GN und HfA. (Zurück zu v.3) |
| f | Zion - Name des Berges in Jerusalem, auf dem der Tempel Gottes – sein „Heiligtum“ – stand. (Zurück zu v.3) |
| g | Textkritik: dein(e) Brandopfer - die Konsonanten lassen sich sowohl als Sg. als auch als Pl. deuten. MT vereindeutigt durch Vokalisierung und LXX, VUL, Hier durch Üs. als Sg., einige Mss dagegen durch Vokalisierung und Tg, Syr, Saadja durch Üs. als Pl. Was ursprünglich angezielt war, lässt sich nicht mehr entscheiden. GN und HfA folgen folgen wieder der alternativen (Pl.-)Lesart; ebenso NL; R-S; TAF; Zink; ZÜR 31 (nicht mehr 2007). (Zurück zu v.4) |
| h | sehe er als fett an (erkläre er als fett) - hinter dem Ausdruck steht wohl die Vorstellung: Je „fetter“ eine Opfergabe, desto besser in Gottes Augen. Die Bed. wäre also: „Auf dein Opfer reagiere er besonders wohlgefällig“. Gut MEN, SLT: „er sehe dein Brandopfer wohlgefällig an!“; MÜN, PAT: „dein Opfer möge ihm gefallen!“; Zink: „er lasse sich deine Brandopfer gefallen!“ (Zurück zu v.4) |
| i | { |
| j | Textkritik: Einige Mss, einige LXX-Mss, Syr und Saadja haben hier ein zusätzliches „JHWH“. (Zurück zu v.5) |
| k | all deine Pläne (deinen ganzen Plan) - Sg. im Heb. Auch im Sg. kann das Wort aber für das Planen und Ratgeben in mehreren Fällen stehen, s. z.B. 2 Sam 16,23. (Zurück zu v.5) |
| l | triumphieren (das Banner erheben, blicken, warten) - umstrittenes Wort. Im Heb. nidgol mit den Konsonanten ndgl. Meist gedeutet als denom. Verb vom Nomen degel („Banner“), das dann bedeuten soll: „das Banner erheben“. Die übliche Etymologie des Wortes ist aber wohl falsch (vgl. Delitzsch 1883, S. 40) und das Verb ist nicht denominativ, sondern umgekehrt ist das Nomen vom Verb mit der Grundbed. „blicken“ abzuleiten, daher z.B. Delitzsch 1883, S. 39f.; Driver 1936, S. 175; Haupt 1918, S. 229f.: „Wir wollen auf den Namen Gottes (allein) blicken/warten“. Textkritik: LXX, VUL, Syr und einige Tg-Mss (nytqn=„wir werden aufgestellt/errichtet“; vgl. Stec 2004, S. 55) setzen stattdessen aber die Konsonanten ngdl, wohl für nagdil („wir wollen triumphieren“), voraus. Hier (choros ducere=„einen Prunkzug führen“=„Banner tragen“?), Sym (tagmata diastello=„Kompanien kommandieren“=„Banner tragen“?) und die anderen Tg-Mss (nyțqs=„wir wollen uns uns für die Schlacht vorbereiten“) dagegen könnten MT stützen. Besser ließen sich Hier und Sym allerdings vielleicht via aram. ngd („führen“) erklären, wo dann niggad ebenfalls die Konsonanten ngd stützen würde, die auch LXX, VUL, Syr und Tg voraussetzen. Unabhängig davon haben schon diese vier Textzeugen zusammen starkes Gewicht; wir folgen daher hier dieser Lesart. (Zurück zu v.6) |