Psalm 17

Aus Die Offene Bibel

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Syntax ungeprüft

Status: Studienfassung in Arbeit – Einige Verse des Kapitels sind bereits übersetzt. Wer die biblischen Ursprachen beherrscht, ist zum Einstellen weiterer Verse eingeladen. Auf der Diskussionsseite kann die Arbeit am Urtext dokumentiert werden. Dort ist auch Platz für Verbesserungsvorschläge und konstruktive Anmerkungen.
Status: Lesefassung folgt später – Bevor eine Lesefassung erstellt werden kann, muss noch an der Studienfassung gearbeitet werden. Siehe Übersetzungskriterien und Qualitätssicherung Wir bitten um Geduld.

Lesefassung (Psalm 17)

(kommt später)

Studienfassung (Psalm 17)

1 Ein Bittgebet. Von (für, über, nach Art von) David.


Höre, JHWH, Gerechtigkeit:a
Lausche meinem Schreien,
Horch mein Bittgebet
Von Nicht-Trug-Lippen!
2 Von dir möge (wird) mein Recht ausgehen (aufstrahlen),b
Deine Augen mögen (werden) schauen Aufrichtigkeit{en} (richtig, unparteiisch):
3 Testestest du (du testestest) mein Herz,
Prüftest du (du prüftest) [mich (es)]c [selbst]d bei Nacht, probtest du (du probtest)e mich,
Würdest (wirst) du nicht finden Schandtat an mir (ich habe geplant),f
[die] nicht meinen Mund überschreiten dürfte.g
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Anmerkungen

aTextkritik: LXX hat „meine Gerechtigkeit“; so daher auch viele Exegeten. Doch ist dies sicher nur eine auslegende Übersetzung. Gemeint ist natürlich „meine“ Gerechtigkeit, doch hier wird JHWH allgemein aufgefordert, auf „Gerechtes“ zu lauschen. V. 1 bildet so eine kleine Inclusio mit V. 2: JHWH soll „Gerechtigkeit hören“ – und Gerechtigkeit spricht aus dem Mund des Beters, weil sein Beten geäußert wird von „Nicht-Trug-Lippen“ – und er soll „Aufrichtigkeit sehen“, nämlich wieder die des Beters, die JHWH erkennen würde, wenn er ihn denn prüfte (V. 3). „Gesehen werden“ soll gerade jene Aufrichtigkeit, die „nicht über meine Lippen kommen dürfte“ (V. 3); das „Hören“ in V. 1 bezieht sich also auf die Aufrichtigkeit des Beters im Beten, das „Schauen“ auf die unhörbare Aufrichtigkeit des Beters im Denken. (Zurück zu v.1)
bmein Recht ausgehen - d.h. vor deinem Richterstuhl möge mir Gerechtigkeit widerfahren. Das heb. Verb kann auch „aufgehen“, „aufstrahlen“ bedeuten und wird oft von der Sonne gesagt, was gut zur Rechtfertigung am Morgen in V. 15 passt (s. dort). (Zurück zu v.2)
c[mich (es)] - Objekt der Prüfung könnte hier entweder wieder das „Herz“ sein oder allgemein „ich“. Tg und Syr übersetzen einheitlich mit „ich“, was nicht im MT steht; vielleicht ist also sogar von Schreibern wegen der Buchstabengleichheit von „ich“ und dem Beginn von „bei Nacht“ das „ich“ übersehen worden: pqdt [lj] ljlh. (Zurück zu v.3)
d[selbst] - Fokuspartikeln wie „selbst“ werden im Heb. häufig auch dort nicht gesetzt, wo das Deutsche sie setzen muss. So wohl auch hier; der Gedanke ist vermutlich: Selbst Nachts, wenn ich am wenigsten auf eine Durchsuchung meiner Selbst vorbereitet bin, wirst du nichts finden (Schegg 1845, S. 166: „Denn du hast mein Herz geprüft, überrascht bei Nacht“). (Zurück zu v.3)
eprobtest - W. „läutertest“; der Psalmist verwendet (wie z.B. auch Ijob 23,10) das Bild der Läuterprobe aus der Metallurgie, mit der durch das Schmelzen von Edelmetallen Beimengungen von anderen Stoffen gefunden und ausgeschieden werden können (NGÜ: „Du hast mich 'wie Metall im Feuer' geläutert“). Der Fremdkörper, der in diesem Fall nicht gefunden wird, ist die „Schandtat“.
Trikolon mit Klimax: Die drei Tests in V. 3 werden immer intensiver: Testen – bei Nacht prüfen – Läuterprobe durchführen. (Zurück zu v.3)
fTextkritik: Schandtat an mir (ich habe geplant) - Beide Alternativen wären mit den selben Konsonanten geschrieben worden (zimati vs. zamoti); MT und die meisten dt. Üss. deuten als Variante 2, die meisten alten Üss. aber wie wir als Variante 1. (Zurück zu v.3)
g[die] nicht meinen Mund überschreiten dürfte - so gut als Relativsatz aufgelöst von Ehrlich 1905; Zorell 1928; R-S.
Die meisten dt. Üss. lösen auf verschiedenste Weisen anders auf. W. übersetzt lautet MT: „nicht(s) wirst/sollst du finden ich habe geplant/mein Planen nicht(s) wird/soll überschreiten mein(en) Mund V. 4 Taten von Menschen“, was sich dann konstruieren lässt als:
  • Du wirst nichts finden; mein Planen wird nicht meinen Mund überschreiten, d.h. selbst, wenn ich Böses denke, kommt es mir nicht über die Lippen. (Delitzsch 1894; ALB)
  • Du wirst nichts finden; mein Planen wird nicht mein Mund überschreiten, d.h. ich denke nicht dies, spreche aber dann das. (Vaihinger 1858; ELB, GN, NeÜ)
  • Du wirst nichts finden; mein Planen soll nicht mein Mund überschreiten, d.h. ich will nicht unbedacht reden (BigS)
  • Du wirst nichts finden. Ich habe geplant: „Nichts [Böses] soll mir über die Lippen kommen.“ (deClaissé-Walford/Jacobson/Tanner 2014; EÜ16, LUT17 u.a.)
  • ... Mein Mund läuft nicht über bei dem Tun der Menschen (Kraus 1961; PAT)

Die Übersetzung „Nie hat sich vergangen mein Mund“ (z.B. , H-R, ZÜR) schließlich geht fälschlicherweise davon aus, dass „überschreiten“ auch das Übertreten von Gesetzen meinen könne.

(Zurück zu v.3)