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_Deine Augen mögen (werden) schauen Aufrichtigkeit{en} (richtig, unparteiisch): | _Deine Augen mögen (werden) schauen Aufrichtigkeit{en} (richtig, unparteiisch): | ||
{{S|3}} Testestest du (du testestest) mein Herz, | {{S|3}} Testestest du (du testestest) mein Herz, | ||
_Prüftest du (du prüftest) [mich (es)]<ref>''[mich (es)]'' - Objekt der Prüfung könnte hier entweder wieder das „Herz“ sein oder allgemein „ich“. Tg und Syr übersetzen einheitlich mit „ich“, was nicht im MT steht; vielleicht ist also sogar von Schreibern wegen der Buchstabengleichheit von „ich“ und dem Beginn von „bei Nacht“ das „ich“ übersehen worden: ''pqdt [lj] ljlh''.</ref> [selbst]<ref>''[selbst]'' - Fokuspartikeln wie „selbst“ werden im Heb. häufig auch dort nicht gesetzt, wo das Deutsche sie setzen muss. So wohl auch hier; der Gedanke ist vermutlich: Selbst Nachts, wenn ich am wenigsten auf eine Durchsuchung meiner Selbst vorbereitet bin, wirst du nichts finden (Schegg 1845, S. 166: „Denn du hast mein Herz geprüft, überrascht bei Nacht“).</ref> bei Nacht, probtest du (du probtest)<ref>''probtest'' - W. „läutertest“; der Psalmist verwendet (wie z.B. auch [[Ijob 23#s10 |Ijob 23,10]]) das Bild der Läuterprobe aus der Metallurgie, mit der durch das Schmelzen von Edelmetallen Beimengungen von anderen Stoffen gefunden und ausgeschieden werden können (NGÜ: „Du hast mich 'wie Metall im Feuer' geläutert“). Der Fremdkörper, der in diesem Fall nicht gefunden wird, ist die „Schandtat“.<br />Trikolon mit Klimax: Die drei Tests in V. 3 werden immer intensiver: Testen – bei Nacht prüfen – Läuterprobe durchführen.</ref> mich, | _Prüftest du (du prüftest) [mich (es)]<ref>''[mich (es)]'' - Objekt der Prüfung könnte hier entweder wieder das „Herz“ sein oder allgemein „ich“. Tg und Syr übersetzen einheitlich mit „ich“, was nicht im MT steht; vielleicht ist also sogar von Schreibern wegen der Buchstabengleichheit von „ich“ und dem Beginn von „bei Nacht“ das „ich“ übersehen worden: ''pqdt [lj] ljlh''.</ref> [selbst]<ref>''[selbst]'' - Fokuspartikeln wie „selbst“ werden im Heb. häufig auch dort nicht gesetzt, wo das Deutsche sie setzen muss. So wohl auch hier; der Gedanke ist vermutlich: Selbst Nachts, wenn ich am wenigsten auf eine Durchsuchung meiner Selbst vorbereitet bin, wirst du nichts finden (Schegg 1845, S. 166: „Denn du hast mein Herz geprüft, überrascht bei Nacht“).</ref> bei Nacht, probtest du (du probtest)<ref>''probtest'' - W. „läutertest“; der Psalmist verwendet (wie z.B. auch [[Ijob 23#s10 |Ijob 23,10]]) das Bild der Läuterprobe aus der Metallurgie, mit der durch das Schmelzen von Edelmetallen Beimengungen von anderen Stoffen gefunden und ausgeschieden werden können (NGÜ: „Du hast mich 'wie Metall im Feuer' geläutert“; StierPs: „schmelze mich aus!“). Der Fremdkörper, der in diesem Fall nicht gefunden wird, ist die „Schandtat“.<br />Trikolon mit Klimax: Die drei Tests in V. 3 werden immer intensiver: Testen – bei Nacht prüfen – Läuterprobe durchführen.</ref> mich, | ||
Würdest (wirst, könntest) du nicht finden Schandtat an mir (ich habe geplant),<ref>'''Textkritik''': ''Schandtat an mir (ich habe geplant)'' - Beide Alternativen wären mit den selben Konsonanten geschrieben worden (''zimati'' vs. ''zamoti''); MT und die meisten dt. Üss. deuten als Variante 2, die meisten alten Üss. aber wie wir als Variante 1.</ref> | Würdest (wirst, könntest) du nicht finden Schandtat an mir (ich habe geplant),<ref>'''Textkritik''': ''Schandtat an mir (ich habe geplant)'' - Beide Alternativen wären mit den selben Konsonanten geschrieben worden (''zimati'' vs. ''zamoti''); MT und die meisten dt. Üss. deuten als Variante 2, die meisten alten Üss. aber wie wir als Variante 1.</ref> | ||
_[die] nicht meinen Mund überschreiten dürfte.<ref>''[die] nicht meinen Mund überschreiten dürfte'' - so gut als Relativsatz aufgelöst von Ehrlich 1905; Zorell 1928; R-S. Im Heb. sind die beiden Zeilen ganz parallel gebaut, was sich schwer ins Dt. übertragen lässt: „Nicht findest du Schandtat von mir, / nicht durfte [sie] überschreiten den Mund von mir.“<br />Die meisten dt. Üss. lösen auf verschiedenste Weisen anders auf. W. übersetzt lautet MT: „nicht(s) wirst/sollst du finden ich habe geplant/mein Planen nicht(s) wird/soll überschreiten mein(en) Mund '''V. 4''' Taten von Menschen“, was sich dann konstruieren lässt als: | _[die] nicht meinen Mund überschreiten dürfte.<ref>''[die] nicht meinen Mund überschreiten dürfte'' - so gut als Relativsatz aufgelöst von Ehrlich 1905; Zorell 1928; R-S. Im Heb. sind die beiden Zeilen ganz parallel gebaut, was sich schwer ins Dt. übertragen lässt: „Nicht findest du Schandtat von mir, / nicht durfte [sie] überschreiten den Mund von mir.“<br />Die meisten dt. Üss. lösen auf verschiedenste Weisen anders auf. W. übersetzt lautet MT: „nicht(s) wirst/sollst du finden ich habe geplant/mein Planen nicht(s) wird/soll überschreiten mein(en) Mund '''V. 4''' Taten von Menschen“, was sich dann konstruieren lässt als: | ||
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Die Übersetzung „Nie hat sich vergangen mein Mund“ (z.B. EÜ, H-R, ZÜR) schließlich geht fälschlicherweise davon aus, dass „überschreiten“ auch das Übertreten von Gesetzen meinen könne.</ref> | Die Übersetzung „Nie hat sich vergangen mein Mund“ (z.B. EÜ, H-R, ZÜR) schließlich geht fälschlicherweise davon aus, dass „überschreiten“ auch das Übertreten von Gesetzen meinen könne.</ref> | ||
{{S|4}} Was die Taten (das Tun) des Menschen gegen das Wort deiner Lippen angeht:<ref>Ähnlich löst ''Z. 1'' offenbar nur Köster 1837 auf („So oft die Menschen thun wider deiner Lippen Wort“, S. 40), doch ist es recht wahrscheinlich richtig: Nach den Wortsünden (V. 1) und den Gedankensünden (Vv. 2-3) werden nun in Vv. 4-5 noch die Tatsünden zurückgewiesen. Der Beter ist völlig unschuldig.<br />Die meisten Üss. und Exegeten ziehen den Beginn der Zeile entweder zu V. 3 („Mein Mund quillt nicht über beim Tun des Menschen“) oder teilen noch häufiger diese Zeile auf in zwei Phrasen („Was das Tun des Menschen angeht: Beim Wort deiner Lippen...“, was dann aber schwerlich „gemäß dem Wort deiner Lippen“ hieße, wofür ''kidbar'' statt ''bidbar'' verwendet würde (so korrigieren den Text daher Bonkamp 1949 und Leveen 1961, S. 48).).</ref> | {{S|4}} Was die Taten (das Tun) des Menschen gegen das Wort deiner Lippen angeht:<ref>Ähnlich löst ''Z. 1'' offenbar nur Köster 1837 auf („So oft die Menschen thun wider deiner Lippen Wort“, S. 40), doch ist es recht wahrscheinlich richtig: Nach den Wortsünden (V. 1) und den Gedankensünden (Vv. 2-3) werden nun in Vv. 4-5 noch die Tatsünden zurückgewiesen. Der Beter ist völlig unschuldig.<br />Die meisten Üss. und Exegeten ziehen den Beginn der Zeile entweder zu V. 3 („Mein Mund quillt nicht über beim Tun des Menschen“) oder teilen noch häufiger diese Zeile auf in zwei Phrasen („Was das Tun des Menschen angeht: Beim Wort deiner Lippen...“, was dann aber schwerlich „gemäß dem Wort deiner Lippen“ hieße, wofür ''kidbar'' statt ''bidbar'' verwendet würde (so korrigieren den Text daher Bonkamp 1949 und Leveen 1961, S. 48).).</ref> | ||
_''Ich'' habe geachtet die Wege des Gebots (Gewalttätigen),<ref>'''tFN''': ''Gebots (Gewalttätigen)'' - W. auf den ersten Blick „Ich habe geachtet die Wege des Gewalttätigen“, was dann oft erläutert wird als „achten, [um nicht darauf zu geraten]“. Doch dafür würde im Heb. nicht ''schamar'' („achten“), sondern ''schamar min'' („sich in Acht nehmen vor“) verwendet. Besser sollte man daher in Orientierung an arab. ''faraḍa'' („gebieten“) davon ausgehen, dass neben ''parits'' („Gewalttätiger“, von ''parats'' „überschreiten“) ein gleichlautendes Wort ''parits'' II („Gebot“, von ''parats'' II „gebieten“, das sich wohl auch in [[1Chroniken 13#s2 |1 Chr 13,2]] und [[2Chroniken 31#s5 |2 Chr 31,5]] findet, vgl. Kissane 1928, S. 90) existiert. Dieses Wort ist nicht allgemein anerkannt (und findet sich daher in DCH VI, S. 769; ZLH S. 668, nicht aber in Ges18 und KBL3), wird aber an unserer Stelle von vielen Exegeten und einigen dt. Üss. (EÜ (nicht mehr EÜ16), H-R, HER05, PAT) vertreten.</ref> | _''Ich'' habe geachtet die Wege des Gebots (Gewalttätigen),<ref>'''tFN''': ''Gebots (Gewalttätigen)'' - W. auf den ersten Blick „Ich habe geachtet die Wege des Gewalttätigen“, was dann oft erläutert wird als „achten, [um nicht darauf zu geraten]“. Doch dafür würde im Heb. nicht ''schamar'' („achten“), sondern ''schamar min'' („sich in Acht nehmen vor“) verwendet. Besser sollte man daher in Orientierung an arab. ''faraḍa'' („gebieten“) davon ausgehen, dass neben ''parits'' („Gewalttätiger“, von ''parats'' „überschreiten“) ein gleichlautendes Wort ''parits'' II („Gebot“, von ''parats'' II „gebieten“, das sich wohl auch in [[1Chroniken 13#s2 |1 Chr 13,2]] und [[2Chroniken 31#s5 |2 Chr 31,5]] findet, vgl. Kissane 1928, S. 90) existiert. Dieses Wort ist nicht allgemein anerkannt (und findet sich daher in DCH VI, S. 769; ZLH S. 668, nicht aber in Ges18 und KBL3), wird aber an unserer Stelle von vielen Exegeten und einigen dt. Üss. (EÜ (nicht mehr EÜ16), GUAR, H-R, HER05, PAT, StierPs) vertreten.</ref> | ||
{{S|5}} Es hielten meine Schritte sich in deinen Spuren | {{S|5}} Es hielten meine Schritte sich in deinen Spuren | ||
_Nicht wankten meine Tritte.<ref>''Wege des Gebots'', ''meine Schritte'', ''deine Spuren'', ''meine Tritte'' - Der Psalmist greift hier zurück auf die häufige Metapher des „rechten Weges“: Indem Gott den Menschen seine Gebote gab, wies er ihnen einen „Weg“. Beschreitet man diesen, ist man auf dem „rechten Weg“ und wird dafür von Gott gesegnet sein (s. z.B. [[Sprichwörter 2#s18 |Spr 2,18f.]]; [[Sprichwörter 5#s5 |5,5f.]]; [[Sprichwörter 12#s28 |12,28]]; [[Sprichwörter 15#s9 |15,9f.]]); „der Frevler Weg jedoch vergeht“ ([[Psalm 1#s6 |Ps 1,6]]).</ref> | _Nicht wankten meine Tritte.<ref>''Wege des Gebots'', ''meine Schritte'', ''deine Spuren'', ''meine Tritte'' - Der Psalmist greift hier zurück auf die häufige Metapher des „rechten Weges“: Indem Gott den Menschen seine Gebote gab, wies er ihnen einen „Weg“. Beschreitet man diesen, ist man auf dem „rechten Weg“ und wird dafür von Gott gesegnet sein (s. z.B. [[Sprichwörter 2#s18 |Spr 2,18f.]]; [[Sprichwörter 5#s5 |5,5f.]]; [[Sprichwörter 12#s28 |12,28]]; [[Sprichwörter 15#s9 |15,9f.]]); „der Frevler Weg jedoch vergeht“ ([[Psalm 1#s6 |Ps 1,6]]).</ref> | ||
Version vom 9. Juli 2018, 18:48 Uhr
Syntax ungeprüft


Lesefassung (Psalm 17)
(kommt später)Studienfassung (Psalm 17)
1 Ein Bittgebet. Von (für, über, nach Art von) David.
Höre, JHWH, Gerechtigkeit:〈a〉
Lausche meinem Schreien,
Horch mein Bittgebet
Von Nicht-Trug-Lippen!
2 Von dir möge (wird) mein Recht ausgehen (aufstrahlen),〈b〉
Deine Augen mögen (werden) schauen Aufrichtigkeit{en} (richtig, unparteiisch):
3 Testestest du (du testestest) mein Herz,
Prüftest du (du prüftest) [mich (es)]〈c〉 [selbst]〈d〉 bei Nacht, probtest du (du probtest)〈e〉 mich,
Würdest (wirst, könntest) du nicht finden Schandtat an mir (ich habe geplant),〈f〉
[die] nicht meinen Mund überschreiten dürfte.〈g〉
4 Was die Taten (das Tun) des Menschen gegen das Wort deiner Lippen angeht:〈h〉
Ich habe geachtet die Wege des Gebots (Gewalttätigen),〈i〉
5 Es hielten meine Schritte sich in deinen Spuren
Nicht wankten meine Tritte.〈j〉
6 Ich rufe zu dir, damit du mich erhörst (denn du wirst mich erhören), Gott!
Neige dein Ohr zu mir, höre meine Rede!
Anmerkungen
| a | Textkritik: LXX hat „meine Gerechtigkeit“; so daher auch viele Exegeten. Doch ist dies sicher nur eine auslegende Übersetzung. Gemeint ist natürlich „meine“ Gerechtigkeit, doch hier wird JHWH allgemein aufgefordert, auf „Gerechtes“ zu lauschen. V. 1 bildet so eine kleine Inclusio mit V. 2: JHWH soll „Gerechtigkeit hören“ – und Gerechtigkeit spricht aus dem Mund des Beters, weil sein Beten geäußert wird von „Nicht-Trug-Lippen“ – und er soll „Aufrichtigkeit sehen“, nämlich wieder die des Beters, die JHWH erkennen würde, wenn er ihn denn prüfte (V. 3). „Gesehen werden“ soll gerade jene Aufrichtigkeit, die „nicht über meine Lippen kommen dürfte“ (V. 3); das „Hören“ in V. 1 bezieht sich also auf die Aufrichtigkeit des Beters im Beten, das „Schauen“ auf die unhörbare Aufrichtigkeit des Beters im Denken. (Zurück zu v.1) |
| b | mein Recht ausgehen - d.h. vor deinem Richterstuhl möge mir Gerechtigkeit widerfahren. Das heb. Verb kann auch „aufgehen“, „aufstrahlen“ bedeuten und wird oft von der Sonne gesagt, was gut zur Rechtfertigung am Morgen in V. 15 passt (s. dort). (Zurück zu v.2) |
| c | [mich (es)] - Objekt der Prüfung könnte hier entweder wieder das „Herz“ sein oder allgemein „ich“. Tg und Syr übersetzen einheitlich mit „ich“, was nicht im MT steht; vielleicht ist also sogar von Schreibern wegen der Buchstabengleichheit von „ich“ und dem Beginn von „bei Nacht“ das „ich“ übersehen worden: pqdt [lj] ljlh. (Zurück zu v.3) |
| d | [selbst] - Fokuspartikeln wie „selbst“ werden im Heb. häufig auch dort nicht gesetzt, wo das Deutsche sie setzen muss. So wohl auch hier; der Gedanke ist vermutlich: Selbst Nachts, wenn ich am wenigsten auf eine Durchsuchung meiner Selbst vorbereitet bin, wirst du nichts finden (Schegg 1845, S. 166: „Denn du hast mein Herz geprüft, überrascht bei Nacht“). (Zurück zu v.3) |
| e | probtest - W. „läutertest“; der Psalmist verwendet (wie z.B. auch Ijob 23,10) das Bild der Läuterprobe aus der Metallurgie, mit der durch das Schmelzen von Edelmetallen Beimengungen von anderen Stoffen gefunden und ausgeschieden werden können (NGÜ: „Du hast mich 'wie Metall im Feuer' geläutert“; StierPs: „schmelze mich aus!“). Der Fremdkörper, der in diesem Fall nicht gefunden wird, ist die „Schandtat“. Trikolon mit Klimax: Die drei Tests in V. 3 werden immer intensiver: Testen – bei Nacht prüfen – Läuterprobe durchführen. (Zurück zu v.3) |
| f | Textkritik: Schandtat an mir (ich habe geplant) - Beide Alternativen wären mit den selben Konsonanten geschrieben worden (zimati vs. zamoti); MT und die meisten dt. Üss. deuten als Variante 2, die meisten alten Üss. aber wie wir als Variante 1. (Zurück zu v.3) |
| g | [die] nicht meinen Mund überschreiten dürfte - so gut als Relativsatz aufgelöst von Ehrlich 1905; Zorell 1928; R-S. Im Heb. sind die beiden Zeilen ganz parallel gebaut, was sich schwer ins Dt. übertragen lässt: „Nicht findest du Schandtat von mir, / nicht durfte [sie] überschreiten den Mund von mir.“ Die meisten dt. Üss. lösen auf verschiedenste Weisen anders auf. W. übersetzt lautet MT: „nicht(s) wirst/sollst du finden ich habe geplant/mein Planen nicht(s) wird/soll überschreiten mein(en) Mund V. 4 Taten von Menschen“, was sich dann konstruieren lässt als:
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| h | Ähnlich löst Z. 1 offenbar nur Köster 1837 auf („So oft die Menschen thun wider deiner Lippen Wort“, S. 40), doch ist es recht wahrscheinlich richtig: Nach den Wortsünden (V. 1) und den Gedankensünden (Vv. 2-3) werden nun in Vv. 4-5 noch die Tatsünden zurückgewiesen. Der Beter ist völlig unschuldig. Die meisten Üss. und Exegeten ziehen den Beginn der Zeile entweder zu V. 3 („Mein Mund quillt nicht über beim Tun des Menschen“) oder teilen noch häufiger diese Zeile auf in zwei Phrasen („Was das Tun des Menschen angeht: Beim Wort deiner Lippen...“, was dann aber schwerlich „gemäß dem Wort deiner Lippen“ hieße, wofür kidbar statt bidbar verwendet würde (so korrigieren den Text daher Bonkamp 1949 und Leveen 1961, S. 48).). (Zurück zu v.4) |
| i | tFN: Gebots (Gewalttätigen) - W. auf den ersten Blick „Ich habe geachtet die Wege des Gewalttätigen“, was dann oft erläutert wird als „achten, [um nicht darauf zu geraten]“. Doch dafür würde im Heb. nicht schamar („achten“), sondern schamar min („sich in Acht nehmen vor“) verwendet. Besser sollte man daher in Orientierung an arab. faraḍa („gebieten“) davon ausgehen, dass neben parits („Gewalttätiger“, von parats „überschreiten“) ein gleichlautendes Wort parits II („Gebot“, von parats II „gebieten“, das sich wohl auch in 1 Chr 13,2 und 2 Chr 31,5 findet, vgl. Kissane 1928, S. 90) existiert. Dieses Wort ist nicht allgemein anerkannt (und findet sich daher in DCH VI, S. 769; ZLH S. 668, nicht aber in Ges18 und KBL3), wird aber an unserer Stelle von vielen Exegeten und einigen dt. Üss. (EÜ (nicht mehr EÜ16), GUAR, H-R, HER05, PAT, StierPs) vertreten. (Zurück zu v.4) |
| j | Wege des Gebots, meine Schritte, deine Spuren, meine Tritte - Der Psalmist greift hier zurück auf die häufige Metapher des „rechten Weges“: Indem Gott den Menschen seine Gebote gab, wies er ihnen einen „Weg“. Beschreitet man diesen, ist man auf dem „rechten Weg“ und wird dafür von Gott gesegnet sein (s. z.B. Spr 2,18f.; 5,5f.; 12,28; 15,9f.); „der Frevler Weg jedoch vergeht“ (Ps 1,6). (Zurück zu v.5) |