Syntax ungeprüft


Lesefassung (Psalm 4)
(kommt später) 1 Für den Chorleiter. Mit Saitenspiel.
Ein Davidspsalm.
2 Du wahrer Gott: Erhör mich, wenn ich zu dir rufe!
- Aus meiner Not errette mich,
- hilf mir, gewähr mein Bittgebet!
Studienfassung (Psalm 4)
1 Für den Chorleiter (Dirigenten, Singenden, Musizierenden).〈a〉 Mit Saitenspiel (Flötenspiel)〈b〉
Ein Psalm (begleitetes Lied) von (für, über, nach Art von) David.
2 Wenn (weil) ich rufe antworte mir (erhöre mich)〈c〉, oh du mein wahrer Gott (mein gerechter Gott, Gott meines Heils, Gott meiner Gerechtigkeit)〈d〉!
Anmerkungen
| a | Genaue Bedeutung unklar. Die gewählte Übersetzung ist mehr oder weniger Konvention, obwohl es nicht an alternativen Übersetzungsvorschlägen mangelt und sie sogar recht sicher falsch ist (u.a. deshalb, weil sie stark von der Annahme beeinflusst ist, dass die Psalmen ursprünglich für die Tempelliturgie verfasst wurden. Schon das ist aber nicht wesentlich mehr als eine Spekulation; wir wissen von wenigen Psalmen neben den Wochentags- und den „Festtags-“psalmen, dass sie überhaupt irgendwann im Tempel verwendet wurden). (Zurück zu v.1) |
| b | Auch hier ist „Saitenspiel“ mehr oder weniger bloß Konvention; daneben gibt es auch die alternative Übersetzungstradition „Flötenspiel“; ad loc. z.B. Houston/Waltke 2010, S. 223f.; Kissane 1953, S. 13 (Zurück zu v.1) |
| c | Das auf einen Ruf folgende „Antworten“ Gottes steht in der Bibel fast stets für eine Gebetserhörung. (Zurück zu v.2) |
| d | entweder Genitiv des Effekts - etwa „du Gott, der für mich Gerechtigkeit/Heil verursacht“ - oder attributiver Genitiv - etwa „du mein gerechter/wahrer Gott“. Die Mehrzahl der Exegeten übersetzt „Du Gott meines Rechts“; es ist dies aber v.a. darauf zurückzuführen, dass sie den Psalm so interpretieren, dass der Psalmist sich ungerecht behandelt fühlt und deshalb zu Gott ruft (s.u.). Da dies vermutlich nicht so ist, sollte man besser - da in V. 3 Gott mit Götzen kontrastiert wird - als „wahrer Gott“ interpretieren. (Zurück zu v.2) |
| e | prekatives Qatal; so ad loc. auch Buttenwieser 1938; Craigie 1938; Ehrlich 1904; Eitan 1929; Gerstenberger 1991, S. 55; Goldingay 2006; Houston/Waltke 2010; IBHS §30.5.4d (Zurück zu v.2) |
| f | „Raum schaffen, weit machen, weiten“ muss meist wörtlich verstanden werden. Zorell 1928 jedoch übersetzt: „in meiner Enge/Not [das Lateinische angustia kann ebenso wie das hebräische צָּר beides bedeuten] hast du mir geholfen“ (meine Übersetzung) und kommentiert: „Die Hebräer sahen Gefahr als „Enge“ und die Befreiung von der Gefahr als „Erweiterung“, „Zugeständnis von weiten Räumen“ an.“ (S. 6; meine Übersetzung). Die einzige wirkliche weitere Belegstelle, die man hierfür heranziehen kann, ist Ps 25,17; aber die Parallele ist so nah und die Stoßrichtung der beiden Verse so klar, dass dies in der Tat die zu wählende Übersetzung sein sollte. So auch ALB; CSB; ESV; GNT; GW; HER; HNV; Houston/Waltke 2010, S. 223;Kissane 1953, S. 13; LEB; NAS; NCV; NGÜ; NIV; NKJV; TNIV; van Ess; WEB. (Zurück zu v.2) |
| g | Für das „hören“ gilt das selbe wie schon für „antworten“: Auch die Rede von JHWHs „Hören“ bezeichnet meist eine Gebetserhörung; zumal in den Bittpsalmen (wie hier) und zumal in Kombination mit תְפִלָּה (wie hier). Dieses תְפִלָּה kann zwar auch für Gebete i.A. stehen, hat aber doch zunächst und zumeist die Bedeutung „Bitte, Fürbitte, Bittgebet“; vgl. z.B. Heinen 1973, S. 104f.; THAT 430f. (Zurück zu v.2) |
| h | s. letzte Fußnote (Zurück zu v.2) |