Psalm 20

Aus Die Offene Bibel

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Syntax ungeprüft

Status: Studienfassung in Arbeit – Einige Verse des Kapitels sind bereits übersetzt. Wer die biblischen Ursprachen beherrscht, ist zum Einstellen weiterer Verse eingeladen. Auf der Diskussionsseite kann die Arbeit am Urtext dokumentiert werden. Dort ist auch Platz für Verbesserungsvorschläge und konstruktive Anmerkungen.
Status: Lesefassung folgt später – Bevor eine Lesefassung erstellt werden kann, muss noch an der Studienfassung gearbeitet werden. Siehe Übersetzungskriterien und Qualitätssicherung Wir bitten um Geduld.

Lesefassung (Psalm 20)

(kommt später)

Studienfassung (Psalm 20)

1 Für den Chorleiter (Dirigenten, Singenden, Musizierenden; [Vorzutragen vom] Vorsteher [über das Ritual]).a Ein Lied von (für, über) David.

2 Es antworte dir JHWH am Tag der Not,b
Es schütze dich der Namec des Gottes Jakobs.d
3 Er sende Hilfe dir aus dem (seinem)e Heiligtum
Und vom Zionf aus unterstütze er dich!

4 Er gedenke all deiner Opferungen
Und dein(e) Brandopferg sehe er als fett an (erkläre er als fett).h {Selah}i
5 Er gebe dir (Es gebe dir JHWH)j nach deinem Herzen
Und all deine Pläne (deinen ganzen Plan)k erfülle er (lasse er gelingen)!
6 Wir wollen jubeln über deine Rettung
Und dank dem (im, auf, über den) Namenc unseres Gottes triumphieren (das Banner erheben, blicken, warten)!l
Es erfülle JHWH all deine Bitten!


7 Jetzt weiß ich, dass JHWH rettet seinen Gesalbten,m
Ihm antwortet vom Himmel seiner Heiligkeit her
Durch Machttaten der Rettung seiner Rechten.n
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Anmerkungen

aChorleiter - Heb. menatseach; genaue Bedeutung ganz unklar. Die Primärübersetzung „Chorleiter“ ist mehr oder weniger Konvention. (Zurück zu v.1)
bEs antworte - nämlich mit seinem rettenden Handeln. (Zurück zu v.2)
cName - Zum „Namen“ Gottes s. die Anmerkungen. (Zurück zu v.2 / zu v.6)
dJakobs - einer der Patriarchen, dessen Geschichte ab Gen 25 erzählt wird. Später steht der Name „Jakob“ auch stellvertretend für Israel; gemeint ist also „der Gott, der auch schon der Gott Jakobs war“ = „der Gott unserer Vorväter“ und „der Gott, der der Gott Israels ist“. Hier überaus passend: Der Name Jakob – im Heb. Ja`aqob – bedeutet wörtlich „Jah(we) schützt“ (vgl. Rechenmacher 2012 §344); „es schütze dich der Name des Gottes ‚Jah schützt‘“ ist also ein Wortspiel. (Zurück zu v.2)
eTextkritik: „Aus dem Heiligtum und“ ist heb. mqdš w. Tg und Syr dagegen könnte mqdšw w vorgelegen haben: „aus seinem Heiligtum und...“, was dann aber wohl sekundär unter Einfluss von V. 7 („Vom Himmel seiner Heiligkeit“, „Heiligtum“ und „Heiligkeit“ sind im Heb. das selbe Wort) sein dürfte. Alternativ könnten die die Üss. mit dem „seine“ aber auch nur explizieren, was ohnehin klar ist: Dass mit dem Heiligtum der Tempel Gottes gemeint ist. „Aus seinem Heiligtum“ übersetzen auch GN und HfA. (Zurück zu v.3)
fZion - Name des Berges in Jerusalem, auf dem der Tempel Gottes – sein „Heiligtum“ – stand. (Zurück zu v.3)
gTextkritik: dein(e) Brandopfer - die Konsonanten lassen sich sowohl als Sg. als auch als Pl. deuten. MT vereindeutigt durch Vokalisierung und LXX, VUL, Hier durch Üs. als Sg., einige Mss dagegen durch Vokalisierung und Tg, Syr, Saadja durch Üs. als Pl. Was ursprünglich angezielt war, lässt sich nicht mehr entscheiden. GN und HfA folgen folgen wieder der alternativen (Pl.-)Lesart; ebenso NL; R-S; TAF; Zink; ZÜR 31 (nicht mehr 2007). (Zurück zu v.4)
hsehe er als fett an (erkläre er als fett) - hinter dem Ausdruck steht wohl die Vorstellung: Je „fetter“ eine Opfergabe, desto besser in Gottes Augen. Die Bed. wäre also: „Auf dein Opfer reagiere er besonders wohlgefällig“. Gut MEN, SLT: „er sehe dein Brandopfer wohlgefällig an!“; MÜN, PAT: „dein Opfer möge ihm gefallen!“; Zink: „er lasse sich deine Brandopfer gefallen!“ (Zurück zu v.4)
i{Selah} - Ganz unklares Wort, das sich in vielen Psalmen findet, dessen Funktion aber unbekannt ist. In der LF daher besser auszusparen. S. näher Sela. (Zurück zu v.4)
jTextkritik: Einige Mss, einige LXX-Mss, Syr und Saadja haben hier ein zusätzliches „JHWH“. (Zurück zu v.5)
kall deine Pläne (deinen ganzen Plan) - Sg. im Heb. Auch im Sg. kann das Wort aber für das Planen und Ratgeben in mehreren Fällen stehen, s. z.B. 2 Sam 16,23. Dass nicht die Erfüllung eines konkreten Planes gewünscht wird, sondern „aller Pläne“, zeigt die ganz parallele Formulierung mit dem selben Verb in 6c. (Zurück zu v.5)
ltriumphieren (das Banner erheben, blicken, warten) - umstrittenes Wort. Im Heb. nidgol mit den Konsonanten ndgl. Meist gedeutet als denom. Verb vom Nomen degel („Banner“), das dann bedeuten soll: „das Banner erheben“. Die übliche Etymologie des Wortes ist aber wohl falsch (vgl. Delitzsch 1883, S. 40) und das Verb ist nicht denominativ, sondern umgekehrt ist das Nomen vom Verb mit der Grundbed. „blicken“ abzuleiten, daher z.B. Delitzsch 1883, S. 39f.; Driver 1936, S. 175; Haupt 1918, S. 229f.: „Wir wollen auf den Namen Gottes (allein) blicken/warten“.
Textkritik: LXX, VUL, Syr und einige Tg-Mss (nytqn=„wir werden aufgestellt/errichtet“; vgl. Stec 2004, S. 55) setzen stattdessen aber die Konsonanten ngdl, wohl für nagdil („wir wollen triumphieren“), voraus. Hier (choros ducere=„einen Prunkzug führen“=„Banner tragen“?), Sym (tagmata diastello=„Kompanien kommandieren“=„Banner tragen“?) und die anderen Tg-Mss (nyțqs=„wir wollen uns uns für die Schlacht vorbereiten“) dagegen könnten MT stützen. Besser ließen sich Hier und Sym allerdings vielleicht via aram. ngd („führen“) erklären, wo dann niggad gegen MT ebenfalls die ersten drei Konsonanten ngd stützen würde, die auch LXX, VUL, Syr und Tg voraussetzen. Unabhängig davon haben schon diese vier Textzeugen zusammen starkes Gewicht; wir folgen daher hier dieser Lesart. (Zurück zu v.6)
mGesalbter - meist ein Ausdruck für den König Israels, der durch einen Propheten o.Ä. mit Öl mit der Königswürde „gesalbt“ wurde. In der nachexilischen Zeit konnte dieser Begriff aber auch kollektiv verwendet werden für das erwählte „Volk Gottes“; vgl. zum Ausdruck 1 Chr 16,22; Ps 28,8; 84,10; 105,15; Hab 3,13 und zur Idee der „Demokratisierung“ dieser Königswürde Jes 55,3-5; 61,4-6. So z.B. auch Loretz 1988, S. 34-39; Marttila 2006, S. 238; Spans 2005, S. 215. (Zurück zu v.7)
nLautspiel: „dass JHWH rettet seinen Gesalbten, ihm antwortet vom Himmel seiner Heiligkeit durch Machtaten der Rettung seiner Rechten“ = ki hoschia` JHWH meschicho ja`anehu mischme qadscho bigburot jescha` jemino. Man beachte außerdem, wie der Tempel in Vv. 2f. und der Himmel in V. 7 als Gottes Wohnstätten auf Erden und im Himmel, „von denen her“ Gott „antwortet“ (V. 2) und „Hilfe sendet“ (V. 3) und „antwortet durch Machttaten der Rettung“ (V. 7), parallelisiert werden durch das selbe Wort, qodesch („Heiligtum / Heiligkeit“). Das Eintreten dessen, was in 2-6 auf den Adressaten herabgewünscht wurde, ist nach V. 7 Gewissheit geworden. (Zurück zu v.7)